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	<title>Koschere Melange &#187; grabsteine mittelalter</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Grabstein Mittelalter V</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 12:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der fünfte von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen. Der Grabstein war wahrscheinlich ein Doppelgrabstein. Die linke Hälfte, von der nur mehr ein kleiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der fünfte von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen.<br />
Der Grabstein war wahrscheinlich ein Doppelgrabstein. Die linke Hälfte, von der nur mehr ein kleiner Rest vorhanden ist, wird unten im Anschluss an die rechte Hälfte transkribiert (und übersetzt).</p>
<p class="centered"><strong>Rachel, Tochter des Zvi Hirsch, 03. Marcheschvan (5)445 = (Mittwoch,) 12. Oktober 1684?</strong></p>
<div id="mittig2f">
<ul id="bildchen2">
<li><a rel="lightbox[291109]" title="Grabstein von Rachel?, Tochter von Zvi Hirsch?, 1684?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05.jpg" width="250" height="216" alt="5. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[291109]" title="Grabstein von Rachel?, Tochter von Zvi Hirsch?, 1684?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05aGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05a.jpg" width="250" height="216" alt="5. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered"><strong>Rechte Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>[Ihre See]le? ging hinweg<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>Frau? Rachel N.N.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>Tochter? d(es Herrn) Z(vi) H(irsch)?, Gatti(n) des?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>e(hrbaren) H(errn) Chaj(im)? Dieses ist<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>ihr Grabm(al).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>(Sie verstarb am) 3.? Marcheschvan 445? (= 1684)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>[I(hre)] S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). A(men), A(men), S(ela)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[נפש]ה יצתה</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[.]מר רחל במו[ד]</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בת ר צה רעיית[ו]</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">חי ה וזאת</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[מ]צבת קבורתה</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ג] מרחשון מתה</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ת]נצבה א א ס</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p class="centered"><strong>Linke Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>Das Leben &#8230;?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>Spross <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>er unterstützte?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>im/bei Mensch(en)?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>nach?/fremden?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>S([eine Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens)]?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>A[men]?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">חיית</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">צמח</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">וירפד</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">באד[מ]</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אחר</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ת]נצבה</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">א[מן]</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift bzw. beide Inschriften sind sehr schlecht zu lesen, sowohl Transkription als auch der Übersetzungsversuch (inklusive Datierung) sind mit vielen Fragezeichen zu versehen.</p>
<p><strong>Rechte Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<p><strong>2. Zeile</strong>:<br />
Das מר (könnte auch מת sein) ist unsicher, demzufolge auch der Vorname Rachel. Das letzte Wort der Zeile könnte ein zweiter Vorname sein? Oder בת מורנו &#8220;Tochter unseres Lehrers&#8221;? Dann sollte danach allerdings der Name des Vaters stehen. Wenn am Beginn der Zeile מת gelesen wird, sollte nachher der Name eines Mannes stehen, also &#8220;Herr Ch(ajim)? N.&#8221;? Jedenfalls müssten dann in beiden Fällen die 3. und 4. Zeile anders gelesen werden als oben vorgeschlagen.</p>
<p><strong>3. und 4. Zeile</strong>:<br />
Auf den ersten Blick könnte תרצה, Tirza, als ein weiblicher hebräischer Vorname, gelesen werden. Mit dem vorangestellten ב könnte etwa &#8220;Tochter der Tirza&#8221; übersetzt werden? Allerdings wäre der Name der Mutter an dieser Stelle in der Inschrift eher ungewöhnlich.<br />
Oben bevorzugt wurde &#8220;Tochter des Herrn Zvi Hirsch&#8221;, was jedoch voraussetzt, dass beide Namen des Vaters der Verstorbenen abgekürzt angegeben wären. Sowohl dafür als auch für das letzte Wort der Zeile &#8220;Gattin&#8221;, hebräisch רעייה, fehlen mir Belege, die diese Lesung bestätigen könnten. Insbesondere, weil auch die Datierung des Steins sehr unsicher ist. Außerdem ist unklar, was am Beginn der 4. Zeile steht. Es sollte, wenn vorher &#8220;Gattin des&#8221; gelesen wird, der Name des Gatten stehen.</p>
<p><strong>6. Zeile</strong>:<br />
Die Lesung des Monatsnamen &#8220;Marcheschvan&#8221; (Oktober/November) ist naheliegend, davor könnte das Datum stehen. Das ג, also &#8220;3.&#8221; ist nicht eindeutig zu lesen, es kommen selbstverständlich auch יג, כג o.Ä. (also &#8220;13.&#8221;, &#8220;23. <abbr>o.Ä.</abbr>) in Frage. Platz hätten jedenfalls ein ב + ג oder auch ב + יג etc., also &#8220;am 3., 13. &#8230;&#8221;.<br />
Das letzte Wort dieser Zeile sieht wie מתת aus, was aber weder als Wort gelesen einen Sinn ergibt (Geschenk?) noch als Jahreszahl (Zahlenwert 840). Stimmt die Lesung der Wörter davor, ist an dieser Stelle die Jahreszahl zu erwarten.<br />
Oben vorgeschlagen wurde die Lesung מתה (&#8220;sie verstarb&#8221;) und, dass der Zahlenwert des hebräischen Wortes (445) zur Angabe des Sterbejahres dient. </p>
<p>Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass auch gelesen werden könnte: מדד, מדה oder מהד &#8211; was die Zahlenwerte 48 oder 49 (1288 oder 1289) ergeben würde. Da der Monat Marcheschvan im Herbst liegt, würde das Sterbejahr 1287 oder 1288 sein. Eine Frühdatierung dieses Grabsteins ins Ende des 13. Jahrhunderts halte ich aber schon aus sprachlichen Gründen für eher unwahrscheinlich.<br />
Ebenso gelesen werden könnte מרר, מרד oder מדר, was die Zahlenwerte 244 <abbr>bzw.</abbr> 440 ergeben würde. Das wären umgerechnet die Jahre 1484 <abbr>bzw.</abbr> 1680, wegen des Herbstmonats also 1483 <abbr>bzw.</abbr> 1679. Da die Buchstaben aber als Wort gelesen, zumindest im Kontext, kaum oder keinen Sinn machen, ist nicht erklärlich, warum bei der Angabe der Jahreszahl nicht mit der Hunderterzahl, in diesem Fall also mit dem ר, begonnen wird (200). Als Wort gelesen werden müsste מרר &#8220;bitter&#8221;, also der &#8220;bittere Marcheschvan&#8221; (weil kein Feiertag in diesem Monat).</p>
<p> <strong>Linke Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<p>Ausführlichere Anmerkungen zur Inschrift auf der linken Hälfte des Grabsteins sind müßig, da jede Zeile mit Fragezeichen zu versehen ist.<br />
Es kann nicht einmal mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich beim Verstorbenen tatsächlich um einen Mann handelt.</p>
<p><strong>1. und 3. Zeile</strong>:<br />
In der 1. Zeile wird ein Substantiv bevorzugt, weil die Lesung als Verb, 2. Person &#8220;du lebtest&#8221;  einen doch unwahrscheinlichen Wechsel der Person &#8211; in der 3. Zeile: &#8220;er&#8221; &#8211; zur Folge hätte.</p>
<p><strong>Wenig erfreuliche Schlussbemerkung: </strong><br />
Die Jahreszahl 1483 würde &#8211; rein historisch gesehen &#8211; Sinn machen, weil die jüdische Gemeinde Wiener Neustadt bis 1496 bestand. Da es im 17. Jahrhundert weder Gemeinde noch Friedhof gab, passt die Datierung nicht zu den vorhandenen historischen Belegen. Sozusagen leider, weil der Textbefund (meines Erachtens) doch eher 1684 nahelegt. Das Problem der historischen Dissonanz kennen wir auch schon vom <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iv/" title="Interner Link zum Beitrag 'Grabstein Mittelalter IV'">Grabstein IV</a>.<br />
Das umgerechnete Datum für 1483 wäre Samstag, 13. Oktober 1483. Allerdings ist auch die Jahreszahl 1483, genausowenig wie 1679 und 1684, in der Literatur ausgewiesen.</p>
<p>Ich sage Frau <abbr>Dr.</abbr> Tirza Lemberger herzlichen Dank, dass sie sich Zeit genommen hat, mich bei der Lesung dieser Inschrift zu unterstützen!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter IV</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iv/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 13:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der vierte von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Die Punkte über den hebräischen Buchstaben (die man heute leider nicht mehr sieht, siehe unten) werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. Kela, Tochter des Jehuda, 5. Schvat (5)311 = (Montag,) 22. Jänner 1551 [1. Zeile:] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der vierte von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Die Punkte über den hebräischen Buchstaben (die man heute leider nicht mehr sieht, siehe unten) werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. </p>
<p class="centered"><strong>Kela, Tochter des Jehuda, 5. Schvat (5)311 = (Montag,) 22. Jänner 1551</strong></p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[261109]" title="Grabstein von Frau Kela, Tochter des Jehuda, aus dem Jahr 1551? auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG04.jpg" width="300" height="349" alt="Grabstein von Frau Kela, Tochter des Jehuda, aus dem Jahr 1551? auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a>
</div>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p>[Ich stimme die Totenklage an]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:] </strong></p>
<p>[über die bedeutende und angesehene<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:] </strong></p>
<p>[Frau. All ihre Taten]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:] </strong></p>
<p>[vollbrachte sie im Glauben. Sie war eine t(üchige und)]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>[g(ottes)f(ürchtige) Frau),] Frau [Kela, Tochter des]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>[H(errn)] Jehuda. Sie wurde begrab(en)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>am 5. Schvat 311? (= 1551)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>8. Zeile: </strong></p>
<p>n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>9. Zeile: </strong></p>
<p>Amen, Amen<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>10. Zeile: </strong></p>
<p>Sela, Sela<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[אשא קינה]</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[על אשה חשובה]</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[והגונה וכל מעשיה]</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[היתה באמונה אשת]</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ח' י'א'] מרת [קילה בת]</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ר'] יהודה ונקבר[ה]</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ביום ה&#8217; שנת ש&#8217;ב&#8217;ט</span></p>
<p><strong>8. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לפרט ת&#8217;נ&#8217;צ&#8217;ב&#8217;ה</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>9. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אמן אמן</span></p>
<p><strong>10. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">סלה סלה</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift ist nur teilweise deutlich lesbar. Im Bereich von Zeile 5 ist der Stein (nach 1927) abgebrochen. Max Pollak kannte offensichtlich noch den ganzen Stein und transkribierte daher die Inschrift von Zeile 1 an (Max Pollak &#8220;Die Juden in Wiener Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Österreich”, Wien 1927, Seite 112). Der Text dieser ersten vier Zeilen und der Großteil von Zeile 5 stehen demzufolge oben in eckigen Klammern.</p>
<p><strong>4./5. Zeile</strong>:<br />
אשת ח&#8217; י&#8217;א&#8217; ist aufzulösen in: אשת חיל יראת אלהים. Der erste Teil in Anlehnung an Sprüche 31,10 &#8220;Eine tüchtige Frau, wer findet sie?&#8221;</p>
<p><strong>7. Zeile</strong>: </p>
<blockquote><p>Das Datum ist hier nur mit Vorbehalt angesetzt, da für das Jahr 1551 das Vorhandensein eines jüdischen Friedhofes in Wiener Neustadt nicht bezeugt erscheint.
</p></blockquote>
<p><cite>Max Pollak, a.a.O., S. 112</cite></p>
<p>Ich folge Pollak und lese ebenfalls 311. Da die Jahreszahl mit dem Wort Schvat, also dem Monatsnamen, dargestellt wird (eine sehr elegante Lösung), haben wir wenig Spielraum für andere Interpretationen. Wörtlich gelesen also etwa: &#8220;Am 5. des Jahres Schvat&#8221;.</p>
<p>ביום ה&#8217; könnte auch &#8220;am Donnerstag&#8221; bedeuten, in diesem Fall würde aber das Tagesdatum fehlen. Lesen wir statt Schvat תבט, ergäbe der Zahlenwert das Jahr 411, umgerechnet 1651. Bei dieser Lesung würde aber die Monatsangabe fehlen und außerdem ist für 1651 auch kein jüdischer Friedhof für Wiener Neustadt belegt. </p>
<p>Pollak gibt als (umgerechnetes) Sterbedatum den 12. Jänner 1511 (?) an. Das ist auch das korrekte Datum nach dem damals (vor 1582) gültigen Julianischen Kalender. Nach dem Gregorianischen Kalender ist der 5. Schvat der 22. Jänner 1551.</p>
<blockquote><p>Der Stil der Inschrift ist bis auf die Schlussformel ähnlich dem in neuerer Zeit (17. bis 18. Jahrhundert) gebräuchlichen und wäre wohl geeignet, die Herkunft des Grabsteines aus einer Übergangszeit zwischen zwei Stilgattungen, zwischen dem 13. bis 15. Jahrhundert einerseits, und dem 17. Jahrhundert andererseits zu bestätigen.</p></blockquote>
<p><cite>Max Pollak, a.a.O., S. 112</cite></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter III</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iii/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 06:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der dritte von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen. Die Schwalben über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. Simcha, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der dritte von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen.<br />
Die Schwalben über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. </p>
<p class="centered"><strong>Simcha, Sohn des Eljakim, Sonntag, 25. Kislew (5)107 = 18. Dezember 1346</strong></p>
<div id="mittig2e">
<ul id="bildchen9">
<li><a rel="lightbox[251109]" title="Grabstein von Simcha, Sohn des Eljakim, 1346" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG03.jpg" width="250" height="274" alt="3. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt'" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[251109]" title="Grabstein von Simcha, Sohn des Eljakim, 1346" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG03aGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG03a.jpg" width="250" height="274" alt="3. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt'" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>Das ist der Stein, den<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>ich setzte als Grabmal zu Häupten <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>d(es Herrn) Simcha, S(ohn) d(es Herrn) Eljakim,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>der erschlagen wurde, weil er nicht frevelte<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>mit seinen Händen, und begraben wurde am Sonntag, dem 25.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>Kislew im Jahr 107<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>n(ach) d(er) k(leinen) Z(eitrechnung). G(ott) möge ihm sein Blut rä(chen)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>8. Zeile: </strong></p>
<p>bald in unseren Tagen. S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">האבן הזאת אשר</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">שמתי מצבה לראש</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ר&#8217; שמחה ב&#8217;ר&#8217; אליקים</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">הנהרג על לא חמס</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בכפיו ונקבר ביו&#8217;א&#8217; כ&#8217;ה&#8217;</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לכסליו בשנת ו&#8217;י&#8217;צ&#8217;א&#8217;</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לפרט והש&#8217; ינקו&#8217; דמו</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>8. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">במהרה בימינו ו&#8217;ת&#8217;נ&#8217;צ&#8217;ב&#8217;ה</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift ist sehr gut lesbar.</p>
<p><strong>4. und 5. Zeile</strong>:<br />
Herr Simcha dürfte ein (frühes) Opfer der Verfolgungen der Juden in der Zeit des Schwarzen Todes gewesen sein. לא חמס בכפיו &#8220;Er frevelte nicht mit seinen Händen&#8221; bedeutet, dass er seinem Glauben nicht abtrünnig geworden ist.<br />
Der letzte Buchstabe in Zeile 5 sieht aus wie ein ד (Zahlenwert 4), am Stein selbst ist aber noch schwach ein ה zu erkennen. Da auch der Wochentag, Sonntag, angegeben ist, liegt der 25. Kislew nahe.</p>
<p><strong>6. Zeile</strong>:<br />
Die Inschrift (hebräische Transkription und kurzen Anmerkungen zu den Zeilen 4, 5, 7 und 8) wurde schon von Max Pollak aufgenommen in: Die Juden in Wiener Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Österreich”, Wien 1927, Seite 111f.<br />
Pollak gibt als (umgerechnetes) Sterbedatum Sonntag, den 10. Dezember 1346 an. Das ist auch das korrekte Datum nach dem damals (vor 1582) gültigen Julianischen Kalender. Nach dem Gregorianischen Kalender ist der 25. Kislev der 18. Dezember 1346.</p>
<p>Die Jahreszahl 107 wird mit dem Wort ויצא dar- und damit eine bewusste Assoziation mit dem euphemistischen Ausdruck für &#8220;sterben&#8221; יצאה נפשה/נשמה &#8220;Seine Seele schied&#8221; hergestellt (wörtlich also etwa: &#8220;im Jahr, in dem seine Seele schied&#8221; = 107).</p>
<p><strong>7. und 8. Zeile</strong>:<br />
&#8220;In einer auf Grabinschriften wohl selten anzutreffenden Leidenschaftlichkeit wird denn auch hier dem Wunsche, dass &#8216;bald, in unseren Tagen&#8217; sein Blut gerächt werde, Ausdruck gegeben&#8221;, schreibt Pollak auf Seite 112.<br />
Anzumerken ist, dass zur Vorstellung, dass der ungerecht erlittene Tod sühnende Kraft hat, als ihre Ergänzung der Glaube an die Vergeltung gehört. Aus Deuteronomium (5. Buch Mose) 32, 43b &#8220;ונקם ישיב לצריו וכפר אדמתו עמו&#8221; &#8220;Denn er erzwingt die Strafe für das Blut seiner Söhne und entsühnt das Land seines Volks&#8221; wird häufig eine Euphemie für Märtyrer und Opfer der Gewalt. Oft auch in Verbindung mit dem Epitheton הקודש &#8220;der Heilige&#8221; als eine Art Ehrentitel.<br />
<abbr>Vgl.</abbr> dazu Dr. Zunz, Geschichte und Literatur, Erster Band, Berlin 1845, 334f.<br />
Obowhl Herr Simcha den Ehrentitel &#8220;der Heilige&#8221; nicht erhält, muss er aber selbstredend als Märtyrer bezeichnet werden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter II</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/24/grabstein-mittelalter-ii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2009/11/24/grabstein-mittelalter-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 07:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=88</guid>
		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der zweite von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Die Punkte über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. N. N., Tochter des Jakob, Gattin des Herrn Rachem, Dienstag, 20. Ijjar (5)101 = 16. Mai 1341 1. Zeile: [...] 2. Zeile: Tochter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der zweite von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Die Punkte über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. </p>
<p class="centered"><strong><abbr class="hilfe" title="nomen nescio">N. N.</abbr>, Tochter des Jakob, Gattin des Herrn Rachem, Dienstag, 20. Ijjar (5)101 = 16. Mai 1341</strong></p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[241109]" title="Grabstein aus dem Jahr 1341 auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG02.jpg" width="300" height="325" alt="Mittelalterlicher Grabstein am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, 1341" /></a>
</div>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>[...]</p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>Tochter d(es) f(rommen) H(errn) Jakob, Gatt[in] <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>d(es) f(rommen) H(errn) Rachem, die hinwegging,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>in ihre Welt am 20. Ijjar<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>101 (= 1341) n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung), am Dienstag.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens), A(men), A(men), A(men), S(ela), S(ela), S(ela)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>[...]</p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בת הח&#8217;ר&#8217; יעקב אש[ת]</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">הח&#8217;ר&#8217; רחם שהלכה</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לעולמה כ&#8217; לאייר</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ק&#8217;א&#8217; לפרט ביו&#8217; ג&#8217;</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ות&#8217;נצ&#8217;ב&#8217;ה&#8217; א&#8217;א&#8217;א&#8217;ס&#8217;ס&#8217;ס&#8217; </span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift ist deutlich lesbar. Leider fehlt der Name der Verstorbenen, den wir wohl in der ersten, nicht mehr lesbaren Zeile, vermuten dürfen.</p>
<p><strong>2. und 3. Zeile</strong>:<br />
In beiden Zeilen ist die Lesung החר nicht ganz sicher, es könnte auch ההר sein.<br />
Lesen wir als zweiten Buchstaben ein ח, wäre es ausgeschrieben האיש החסיד רב (der fromme Mann; das ח kann natürlich auch als Abkürzung für חכם &#8220;weise&#8221; gelesen werden, also dann &#8220;der weise Mann&#8221; <abbr>o.Ä.</abbr>).<br />
Lesen wir als zweiten Buchstaben ein ה, wäre es ausgeschrieben האיש הנכבד oder האיש היקר (der geehrte oder teure Herr) <abbr>o.Ä.</abbr></p>
<p>Die Inschrift (nur hebräische Transkription) wurde schon von Max Pollak aufgenommen in: Die Juden in Wiener Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Österreich”, Wien 1927, Seite 111.<br />
Pollak gibt als (umgerechnetes) Sterbedatum Dienstag, den 08. Mai 1341 an. Das ist auch das korrekte Datum nach dem damals (vor 1582) gültigen Julianischen Kalender. Nach dem Gregorianischen Kalender ist der 20. Ijjar der 16. Mai 1341.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter I</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/23/grabstein-mittelalter-i/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2009/11/23/grabstein-mittelalter-i/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=81</guid>
		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der erste von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten, um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen. Die Punkte über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. Joschua, Sohn des Jakob, 12. Adar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der erste von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten, um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen.<br />
Die Punkte über den hebräischen Buchstaben werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. </p>
<p class="centered"><strong>Joschua, Sohn des Jakob, 12. Adar (50)28 = (Dienstag,) 06. März 1268?</strong></p>
<div id="mittig2d">
<ul id="bildchen8">
<li><a rel="lightbox[231109]" title="Grabstein von Joschua, Sohn des Jakob, 1268?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG01.jpg" width="255" height="333" alt="1. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt'" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[231109]" title="Grabstein von Joschua, Sohn des Jakob, 1268?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG01aGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG01a.jpg" width="255" height="333" alt="1. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt'" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>Dieses Grabmal<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>(steht) zu Häupt(en) <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>d(es Herrn) Joschua,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>S(ohn), d(es Herrn) Jakob,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>der hinwegging<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>in seine Welt<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>am 12. Adar<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>8. Zeile: </strong></p>
<p>d(es Jahres) 28 (= 1268)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>9. Zeile:</strong></p>
<p>[...]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ציון</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">הלז לרא&#8217; </span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ר&#8217; ישוע</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בר&#8217; יעקב</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">שהלך</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לעולמו</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בי&#8217;ב&#8217; לאד&#8217;ר</span></p>
<p><strong>8. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ש&#8217; כח&#8217;</span></p>
<p><strong>9. Zeile:</strong></p>
<p>[...]</p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift ist bis inklusive Zeile 6 deutlich lesbar.</p>
<p><strong>7. Zeile</strong>:<br />
Wird der erste Buchstabe als ב gelesen, bietet sich an, die beiden Buchstaben mit den Punkten, י und ב, als Zahl, nämlich 12, zu lesen.<br />
Beim 2. Wort dieser Zeile ist nicht ganz klar, warum sich über dem ד ein Punkt befindet. Möglich wäre, dass der Monatsname Adar ursprünglich nur mit &#8216;אד geschrieben wurde und der Punkt über dem ד das fehlende ר andeutet. Dann hätten wir eine Parallele zur 2. Zeile, in der das א im Wort ראש einen Punkt erhält, um das fehlende ש anzudeuten. Das ר von אדר könnte später geschrieben worden sein?</p>
<p><strong>8. Zeile</strong><br />
Stimmt die Lesung &#8220;12. Adar&#8221; in der 7. Zeile, können wir nun die Jahreszahl erwarten. Da das ש mit deutlichem Abstand zu den nächsten beiden Buchstaben כ und ח geschrieben wurde, neige ich dazu, das ש als שנת (im Jahr) zu lesen. Der erste nicht mehr indentifizierbare Buchstabe der Zeile könnte ein ב gewesen sein, also בש&#8217; (im Jahr &#8230;). Die Buchstaben כ und ח haben den Zahlenwert 28. Das jüdische Jahr 5028 ist umgerechnet 1268.<br />
Alternativen: Wird das ש zusammen mit כ und ח gelesen, erhalten wir das jüdische Jahr 328 (umgerechnet 1568).<br />
&#8220;28&#8243; als Altersangabe zu lesen &#8211; wie es manche tun &#8211; scheint mir unwahrscheinlich, weil dann das ש kaum erklärbar wäre und außerdem die Altersangabe wohl auch nicht zwischen Monat und Jahr stehen würde.</p>
<p><strong>7. und 8. Zeile</strong>: Nur der Vollständigkeit sei angemerkt: Würde man die Zahlenwerte jener Buchstaben, über denen sich Punkte befinden, zusammenzählen, ד = 4, ש = 300 und ח = 8, erhält man (die Jahreszahl) 312 (umgerechnet 1552). Diese Lesung halte ich allerdings für eher unwahrscheinlich, auch, wenn mir die Punktsetzung nicht restlos erklärlich ist.</p>
<p><strong>9. Zeile</strong>: Diese Zeile ist vollkommen unlesbar. Allerdings halte ich aufgrund der sichtbaren Buchstabenreste etwa ein לאלף ששי (im 6. Jahrtausend, also nach 1240) für möglich. Die Schlusseulogie תנצבה (Seine Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens) hingegen scheint mir unwahrscheinlich.</p>
<p>Bleibt abschließend festzuhalten, dass ich bei der Datierung zum Jahr 1268 neige, im Bewusstsein, dass das Jahr 1568 ebenfalls im Frage kommt (leider satte drei Jahrhunderte Unterschied).</p>
<p><strong>Die Gründe für die Datierung 1268 (wenn das Datum stimmt &#8211; leider vermissen wir noch Quellen, die diese Datierung unterstützen -, wäre dieser Grabstein jedenfalls der zweitälteste in Wiener Neustadt und einer der ältesten in Europa):</strong></p>
<ul>
<li>Die sprachliche Stil der Inschrift spricht für das 13. Jahrhundert, nicht aber für das 16. Jahrhundert.</li>
<li>Ebenso lassen die handwerkliche Ausführung der Gravur sowie die Form der Buchstaben auf ein frühes Datum schließen.</li>
<li>Zwar kein Beweis, aber ein weiteres Indiz für eine Frühdatierung ist, dass wir keine Angabe des Wochentages (Montag, Dienstag <abbr>etc.</abbr>) vorfinden. In Frankfurt/Main etwa stammt der älteste Stein mit der Angabe des Wochentages aus dem Jahr 1283, in Wiener Neustadt aus dem Jahr 1286 (an der Stadtmauer).</li>
<li>An der Stadtmauer in Wiener Neustadt befindet sich ein Grabstein aus dem Jahr 1252, der diesem hier &#8211; in Form und Inhalt &#8211; auffällig ähnlich ist (siehe Bild unten).</li>
</ul>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[231109]" title="Der älteste mittelalterliche Grabstein in Wiener Neustadt, 1252" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAS01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAS01.jpg" width="280" height="373" alt="Mittelalterlicher Grabstein an der Stadtmauer in Wiener Neustadt, 1252" /></a>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 10:41:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Am vergangenen Donnerstag wurden am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt fünf mittelalterliche jüdische Grabsteine der Öffentlichkeit präsentiert. Obwohl der Termin am Vormittag nicht von der Zeit, aber dafür vom Wetter begünstigt schien – es war ein klarer und sonniger Tag –, konnten ca. 50 Interessierte begrüßt werden. Die Grabsteine wurden im Rahmen des Projekts AKJF, &#8220;Aktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag wurden am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt fünf mittelalterliche jüdische Grabsteine der Öffentlichkeit <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/10/wiederentdeckung-eines-kulturschatzes/" title="Interner Link zum Beitrag 'Wiederentdeckung eines Kulturschatzes'">präsentiert</a>. Obwohl der Termin am Vormittag nicht von der Zeit, aber dafür vom Wetter begünstigt schien – es war ein klarer und sonniger Tag –, konnten <abbr>ca.</abbr> 50 Interessierte begrüßt werden.<br />
Die Grabsteine wurden im Rahmen des Projekts AKJF, &#8220;Aktion Kulturdenkmal Jüdischer Friedhof&#8221; von <abbr>Dr.</abbr> Werner Sulzgruber 2007 auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt (wieder)entdeckt.</p>
<div id="mittig3b1">
<ul id="bildchen6">
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, Foto knapp vor der Präsentation" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02.jpg" width="150" height="150" alt="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, Foto am vergangenen Freitag in der Dämmerung" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02aGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02a.jpg" width="150" height="150" alt="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, Foto am vergangenen Freitag in der Dämmerung" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02bGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA02b.jpg" width="150" height="150" alt="Installation der fünf mittelalterlichen jüdischen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Max Pollak beschreibt in seinem Standardwerk &#8220;Die Juden in Wiener Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Österreich&#8221;, Wien 1927, Seite 11<abbr>f.</abbr>, vier mittelalterliche Grabsteine, die sich zu seiner Zeit bereits am jüdischen Friedhof befunden haben. Der jüdische Friedhof Wiener Neustadt wurde 1888/1889 angelegt, die Steine also nach dieser Zeit dorthin gebracht. Drei der von Pollak beschriebenen Steine konnten nun wiederentdeckt werden, ein von Pollak beschriebener Stein gilt nach wie vor als verschollen und zwei der fünf präsentierten Grabsteine tauchen bisher in der Literatur nirgends auf.</p>
<p>In den Ansprachen wurde selbstverständlich auch darauf hingewiesen, dass sich an der Stadtmauer in Wiener Neustadt bereits sechs mittelalterliche Grabsteine befinden, die &#8211; wie die nun präsentierten &#8211; zu den ältesten jüdischen Grabsteinen Europas gehören.</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[211109]" title="Mittelalterliche jüdische Grabsteine an der Stadtmauer in Wiener Neustadt; Nachtfoto, um die Keramiktafeln mit den Übersetzungen besser sichtbar zu machen" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA01.jpg" width="320" height="240" alt="Mittelalterliche jüdische Grabsteine an der Stadtmauer in Wiener Neustadt" /></a>
</div>
<p class="abstand">Die mittelalterliche jüdische Gemeinde Wiener Neustadt war eine der ältesten und bedeutendsten Österreichs und weit über die Grenzen hinaus bekannt und berühmt. Unter Rabbi <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israel_Isserlein" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Israel_Isserlein'">Israel ben Patachia Isserlein</a> (geboren 1390 in Regensburg, verstorben 1460 in Wiener Neustadt), dem bedeutendsten deutschen Rabbiner des 15. Jahrhunderts, wurde die Stadt zu einem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. </p>
<p>Sowohl die mittelalterlichen Grabsteine an der Stadtmauer als auch die nun präsentierten sind jedoch zum Teil deutlich älter und lassen sich ins 13. und 14. Jahrhundert datieren.</p>
<p>Das von <abbr>Dr.</abbr> Sulzgruber initiierte Projekt kann nur nochmals als vorbildliches Projekt bezeichnet werden. Ihm, seinen Schülern und Schülerinnen, die auf freiwilliger Basis mitarbeiteten, muss gedankt werden. Zu danken ist aber auch den Verantwortlichen von Stadt Wiener Neustadt, Israelitischer Kultusgemeinde und Bundesdenkmalamt, ohne deren Kooperation es nicht möglich gewesen wäre, die fünf mittelalterlichen Grabsteine zu <a href="http://www.ateliergurtner.at/" title="Externer Link zu 'ateliergurtner.at'">restaurieren</a> und in würdevollem Rahmen – am jüdischen Friedhof &#8211; geschützt und sicher aufzustellen.</p>
<p>Mit der Analyse <abbr>bzw.</abbr> Transkription der Inschriften sowie der Datierung der Steine wurde unser Museum betraut.</p>
<p>So wie das Lesen der Inschriften stets auch ein Gedenken der Toten ist, war die &#8220;Präsentation&#8221; am Donnerstag – in sehr konkreter Weise &#8211; auch eine Gedenkveranstaltung. </p>
<p>Wir werden in den nächsten Tagen hier im Blog alle fünf Grabsteine einzeln &#8220;vorstellen&#8221; und sowohl Inschriften als auch Datierungen besprechen. </p>
<div id="mittig3d">
<ul id="bildchen7">
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Ca. 50 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA03.jpg" width="150" height="150" alt="Besucherinnen und Besucher der Präsentation" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Stadträtin Isabella Siedl nimmt die Begrüßung vor" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA04.jpg" width="150" height="150" alt="Stadträtin Isabella Siedl" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Bürgermeister Bernhard Müller betont die Wichtigkeit des Projekts für die Stadt Wiener Neustadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA05GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA05.jpg" width="150" height="150" alt="Bürgermeister Bernhard Müller" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Generalsekretär der IKG, Raimund Fastenbauer, unterstrich die Vorbildlichkeit des Projekts" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA06GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA06.jpg" width="150" height="150" alt="Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, Raimund Fastenbauer" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Der Autor dieser Zeilen spricht über die Arbeit am Friedhof sowie über die hebräischen Inschriften" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA07GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA07.jpg" width="150" height="150" alt="Johannes Reiss" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[211109]" title="Werner Sulgruber skizziert das Projekt, gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der Juden in Wiener Neustadt und dankt den Beteiligten" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA08GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA08.jpg" width="150" height="150" alt="Dr. Werner Sulzgruber" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Alle Beiträge zu den mittelalterlichen Grabsteinen in Wiener Neustadt werden/wurden zum leichteren Auffinden zusätzlich unter dem Schlagwort &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/tag/grabsteine-mittelalter/" title="Interner Link zum Schlagwort-Archiv 'grabsteine mittelalter'">grabsteine mittelalter</a>&#8221; archiviert.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die Lektüre des Beitrags &#8220;<a href="http://www.grave-pictures.at/forum/wiener-neustadt/65-wiederentdeckung-eines-kulturschatzes.html" title="Externer Link zu 'grave-pictures.at...'">Wiederentdeckung eines Kulturschatzes</a>&#8221; auf dem so engagiert geführten und großartigen Webportal <span lang="en" xml:lang="en">Grave Pictures</span>.</em></p>
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		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Kulturschatz</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/15/bild-der-woche-kulturschatz/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 10:02:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 2007 am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt wiederentdeckten fünf mittelalterlichen Grabsteine wurden vollständig restauriert und werden nun der Öffentlichkeit präsentiert. Vorbildliches Beispiel eines restaurierten Grabsteins: &#8220;Märtyrer Simcha, Sohn des Eljakim&#8221;, 25. Kislev 107 (10. Dezember 1346) Wir laden Sie nochmals herzlich zur Präsentation der Grabsteine ein: Donnerstag, 19. November, 09.30 Uhr am jüdischen Friedhof Wiener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die 2007 am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt wiederentdeckten fünf mittelalterlichen Grabsteine wurden vollständig restauriert und werden nun der Öffentlichkeit präsentiert.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/eljakimGR.jpg" width="550" height="733" alt="Restaurierter mittelalterlicher Grabstein" class="centered" /></p>
<p class="centered">Vorbildliches Beispiel eines restaurierten Grabsteins:<br />
&#8220;Märtyrer Simcha, Sohn des Eljakim&#8221;, 25. Kislev 107 (10. Dezember 1346)</p>
<p class="centered"><strong>Wir laden Sie nochmals herzlich zur Präsentation der Grabsteine ein</strong>:<br />
<a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/10/wiederentdeckung-eines-kulturschatzes/" title="Interner Link zum Beitrag 'Wiederentdeckung eines Kulturschatzes'">Donnerstag, 19. November, 09.30 Uhr am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt</a></p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/08/bild-der-woche-birnbaums-moses/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild"> Bild der Woche &#8220;Birnbaums &#8216;Moses&#8217;&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/bild-der-woche-versoehnungsstangerl/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Versöhnungsstangerl&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<title>Wiederentdeckung eines Kulturschatzes</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/10/wiederentdeckung-eines-kulturschatzes/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 09:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=75</guid>
		<description><![CDATA[Einladung zur Präsentation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine Am 19. November 2009, um 09.30 Uhr, werden am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, Wiener Straße 95, 2700 Wiener Neustadt fünf wiederentdeckte mittelalterliche jüdische Grabsteine der Öffentlichkeit präsentiert. Wir laden Sie herzlich dazu ein. Es sprechen: Bernhard Müller, Bürgermeister von Wiener Neustadt Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Johannes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Einladung zur Präsentation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine</h3>
<p class="centered"><strong>Am 19. November 2009, um 09.30 Uhr,</strong> </p>
<p class="centered"><strong>werden am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt, Wiener Straße 95, 2700 Wiener Neustadt</strong></p>
<p class="centered"><strong>fünf wiederentdeckte mittelalterliche jüdische Grabsteine der Öffentlichkeit präsentiert.</strong></p>
<p class="centered"><strong>Wir laden Sie herzlich dazu ein.</strong></p>
<p>Es sprechen:</p>
<p><strong>Bernhard Müller</strong>, Bürgermeister von Wiener Neustadt<br />
<strong>Raimund Fastenbauer</strong>, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien<br />
<strong>Johannes Reiss</strong>, Direktor des Österreichischen Jüdischen Museums, Eisenstadt<br />
<strong>Werner Sulzgruber</strong>, Initiator <acronym class="hilfe" title="Aktion Kulturdenkmal Jüdischer Friedhof">AKJF</acronym> und Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt</p>
<div id="mittig1E">
<a rel="lightbox[101109]" title="Einladung zur Präsentation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMA.jpg" width="320" height="197" alt="Einladung zur Präsentation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine" /></a>
</div>
<p class="abstand">Die <acronym>AKJF</acronym>, &#8220;Aktion Kulturdenkmal Jüdischer Friedhof&#8221; ist eine von <abbr>Dr.</abbr> Werner Sulzgruber 2007 ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel, den jüdischen Friedhof von Wiener Neustadt als &#8220;Lern- und Gedächtnisort&#8221; zu etablieren.</p>
<p>2007 machte <abbr>Dr.</abbr> Sulzgruber auch die sensationelle Entdeckung: Bei der laufenden Bestandsaufnahme des jüdischen Friedhofs waren dem Historiker zunächst zwei, und nach intensiver weiterer Suche insgesamt fünf mittelalterliche jüdische Grabsteine aufgefallen. </p>
<p>Das Österreichische Jüdische Museum hatte die Ehre, fast seit Beginn der Arbeiten das Projekt begleiten zu dürfen, zwei der Grabsteine datiere ich in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts.</p>
<p>Selbstverständlich werden wir hier im Blog weiter über dieses vorbildliche Projekt berichten.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; wie könnte es anders sein &#8211; am 19. November 2009 eine Fahrt nach Wiener Neustadt &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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