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Eisenstadt x 3 – Nachlese

Am Sonntag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” der 3. Teil “Eisenstadt x 3″ statt, ein interreligiöser Stadtrundgang zum Martinsdom, der Auferstehungskirche und der ehemaligen privaten Synagoge im jüdischen Museum.

Unseren Rundgang begannen wir bei einem Wahrzeichen Eisenstadts, dem Martinsdom, wo uns Frau Dr. Clara Prickler nicht nur die Baugeschichte skizzierte und die wichtigsten Kunstwerke zeigte, sondern sich für den Schluss ihrer Führung noch einen besonderen Höhepunkt aufhob: In der Krypta des Doms befindet sich nämlich eine der eindrucksvollsten und v.a. außergewöhnlichsten Pieta-Gruppen, gestaltet von Anton Hanak, in den Jahren vor 1925. Außergewöhnlich v.a. deshalb, weil Maria ihren Kopf vom toten Jesus abwendet (möglicherweise von Hanak so inszeniert unter dem Eindruck der Kriegsgeschehnisse des 1. Weltkriegs).

Einzig das anfangs trübe Wetter verhinderte den optimalen Genuss des Farbenspiels der prachtvollen modernen Glasfenster des Doms.

Führung im Martinsdom mit Frau Dr. Clara Prickler

Die Regenschirme wurden wider Erwarten glücklicherweise auch nach der Führung nicht benötigt und wir machten uns auf den Weg zur evangelischen Pfarrkirche.

Evangelische Auferstehungskirche in Eisenstadt

Die 1935 erbaute Auferstehungskirche, in einem einzigartigen Ensemble mit dem Pfarrhaus erbaut, ist sehr schlicht gehalten, einziger “Schmuck” ist ein wandfüllendes und raumgreifendes Fresko mit biblischen (neutestamentlichen) Szenen, das – sieht man genau hin – sehr deutlich die Zeichen der Zeit zeigt (Frauen mit Dirndln usw.) und hier nicht weiter kommentiert werden muss …

Frau Professor Grabenhofer gelang in 35 kurzweiligen Minuten der Spagat zwischen Kirchenführung, einem kurzen Abriss der überaus bewegten Geschichte der Protestanten im Burgenland und dem evangelischen Gemeindeleben heute.

Führung in der evangelischen Auferstehungskirche mit Frau Prof. Christa Grabenhofer

Wenn Englein reisen … tatsächlich erreichten wir danach bei fast strahlendem Sonnenschein das jüdische Museum (einer der Vorteile einer überschaubaren kleinen Stadt ist die Möglichkeit derlei Reisen zu Fuß zu absolvieren). Nach der Führung durch die Synagoge gab es tatsächlich – wir waren mittlerweile gute 3 Stunden unterwegs – noch viele Interessierte, die sich zum Rundgang durch das jüdische Viertel und zu beiden jüdischen Friedhöfen entschließen konnten!

Und “Ausklang im jüdischen Museum” bedeutete noch längeres “Get-together” bei einem oder mehreren Gläsern koscheren Weins. ;)

(Über die Führung in der Synagoge gibt es hier keine Bilder und kein Video, dafür gibt’s aber bald eine kleine Überraschung ;) )

Wir können gar nicht genug danken:

  • Unseren beiden Führerinnen, Frau Dr. Prickler und Frau Prof. Grabenhofer, die uns nicht nur die Führungen nicht verrechneten, sondern es auch tatsächlich schafften, uns in jeweils 35 Minuten einen wirklich spannenden Einblick in ihre Kirchen zu geben.
  • Und unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern – die nicht nur aus Eisenstadt kamen, sondern extra auch aus dem Nordburgenland, aus Wien und aus Niederösterreich angereist waren. Ihnen gebührt schon unsere Bewunderung für ihre Marathonqualitäten. ;)

Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” in der “Langen Nacht der Museen 2010″, am 02. Oktober:

Eine verspielte, märchen-hafte & musikalische “lange Nacht” – mit interreligiösem Erzähl- und Musikabend, gestaltet von Märchenerzähler Helmut Wittmann & Freunden, und einem Programm im Zeichen des spielerischen Kennenlernens von Judentum, Christentum und Islam für unsere jungen BesucherInnen.

Was: Interreligiöses Kinder-Programm und Erzähl-/Musikabend
Wann: Samstag, 02. Oktober 2010, 18 – 01 Uhr
Wo: Eisenstadt
Eintritt mit dem “Lange Nacht”-Ticket

In Bälde hier mehr Informationen!

Leben und Glaube, Veranstaltungen

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Eisenstadt x 3

Ein interreligiöser Stadtspaziergang – im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:

Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang

Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt – Treffpunkt: Vorplatz des Martinsdoms

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt steht auf dem Programm des dritten Teils unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” – mit Besuch und sachkundiger Führung durch den Martinsdom, die historisch einzigartige evangelische Auferstehungskirche sowie die Wertheimer-Synagoge (bei Interesse auch mit Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof); Ausklang im jüdischen Museum.

Durch den Martinsdom führt Dr. Clara Prickler, durch die Auferstehungskirche Prof. Mag.a Christa Grabenhofer, durch die Wertheimer-Synagoge (und das jüdische Viertel) Christopher Meiller und Johannes Reiss.

Eintritte und Führungen sind frei!

Eine Anmeldung wird erbeten:

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” finden Sie in unserem Übersichtsartikel.

In eigener Sache, Veranstaltungen

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Hehre Ziele, steinige Wege?

Christlich-katholische Perspektiven auf die Begegnung von Juden, Christen & Muslimen
Ein Beitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

Vorbemerkung: Folgender Beitrag bietet eine Sammlung ausgewählter christlich-katholischer Perspektiven auf die Beziehung & Begegnung von Juden, Christen und Muslimen – auf Basis offizieller kirchlicher Positionsbestimmungen sowie theologischer Vorüberlegungen sollen christliches Selbstverständnis und -positionierung v.a. in der Begegnung mit Judentum und Islam überblicksmäßig und annäherungsweise bestimmt und einige “dialogische” Grundlinien gezogen werden.

Selbstverständnis & Ziele: Theologische & lehramtliche Grundlagen

  • Das Selbstverständnis des Christentums in der Begegnung mit anderen Religionen ist, vor allen Ansprüchen an den religiös Anderen, geprägt von einer fundamentalen Selbstverpflichtung: An sich selbst adressiert das Christentum einen (keineswegs mit missionarischen Bemühungen gleichzusetzenden) Imperativ der Dialogizität und des brüderlichen Umgangs –

    Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt

    1 Petrus 3,15; vgl. auch Unsere Hoffnung. OG I. S. 85; Nostra Aetate 1, 2, 5.

  • Bei allen (nicht zu überspielenden) theologischen Differenzen und angesichts einer (nicht zu verharmlosenden) beträchtlichen Konflikt-Geschichte & -Gegenwart weiß sich das Christentum mit Judentum und Islam doch verbunden im monotheistischen Fundamentalbekenntnis:

    Der ‘Gott unserer Hoffnung’ (vgl. Röm 15,13) ist ‘der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs’ (Ex 3,6; Mt 22,32), ‘der Himmel und Erde
    geschaffen hat’ (Ps 121,2) und den wir mit dem jüdischen Volk und auch mit der Religion des Islam öffentlich bekennen …

    Unsere Hoffnung. OG I. S. 87.

  • Mit erklärter “Hochachtung” begegnet das katholische Christentum dem Islam, um – mit nüchternem Blick für christlich-islamische Gemeinsamkeiten wie (z.B. christologische) Differenzen – die konfliktträchtige Beziehungsgeschichte der beiden Religionen umzuwenden in eine von Verständigung und gemeinsamem Engagement geprägte Gegenwart und Zukunft, d.i.

    sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen

    Zweites Vatikanisches Konzil: Nostra Aetate 3.

  • Mit dem Judentum weiß sich das Christentum wurzelhaft verbunden (“genährt … von der Wurzel des guten Ölbaums”; vgl. Röm 11, 17-24), versteht beide Religionen als Träger eines “gemeinsame[n] geistliche[n] Erbe[s]” und bekennt sich, in Distanzierung von antijudaistischen Traditionslinien und die entsprechende christliche Schuld-Geschichte vor Augen, zur Förderung der “gegenseitige[n] Kenntnis und Achtung” (Nostra Aetate 4). Die einzigartige Rückbindung christlicher Identität an das Judentum verbindet sich in christlich-katholischer Auffassung mit dem Anspruch der Verständigung und des geschwisterlichen Umgangs:

    Christen und Juden haben großenteils ein gemeinsames geistliches Erbe, sie beten zum selben Herrn, haben die gleichen Wurzeln, kennen sich aber oft gegenseitig viel zu wenig. Es liegt also an uns, als Antwort auf den Ruf Gottes dafür zu arbeiten, dass der Raum des Dialogs, des gegenseitigen Respekts, des Wachsens in der Freundschaft, des gemeinsamen Zeugnisses angesichts der Herausforderungen unserer Zeit immer offen bleibt; sie fordern uns dazu auf, für das Wohl der Menschheit zusammenzuarbeiten …

    Benedikt XVI., Ansprache in der römischen Synagoge 2010, 9.

Der Weg: Dialogische Grundhaltung

  • Den Weg zu diesen anspruchsvollen Zielen eröffnet eine dialogische Grundhaltung, d.i. die basale Bereitschaft, “dem anderen zuzuhören und seine Religion zu verstehen – in der Hoffnung, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu finden“; vorurteilsfreies “Hören” des religiös Anderen & “authentisch”-“aktives Sich-Einbringen” sind die wechselseitig vorauszusetzenden Grund-Bereitschaften für fruchtbare dialogische Begegnungen (Francis Arinze, ehemaliger Präsident des Päpstliches Rats für den Interreligiösen Dialog; Arinze 1999. S. 10, 37).
  • Damit sind mittelbar auch die Außengrenzen des dialogischen Geschehens markiert:
    Vom distanzierten religionswissenschaftlichen Vergleich unterscheidet die dialogische Begegnung das explizite subjektiv-religiöse Engagement der Beteiligten, von der Bekehrungspredigt der Ausfall jeder (auch unterschwelligen) missionarischen Intention, von der theologischen Debatte der Verzicht darauf, die eigene (religiöse) Überzeugung als “richtige” auf Kosten der “falschen” Überzeugungen der Anderen etablieren zu wollen (Arinze 1999. S. 9f.).
    Gleichfalls kann sich echt dialogisches Bewusstsein nicht an einem pseudo-dialogischen und im schlechtesten Fall tendenziösen “Reden-über” (den religiös Anderen) genügen lassen, sondern wird eine fortgesetzte Offenheit für Selbstverständnis(se) und -darstellung(en) der religiös Anderen zu bewahren suchen, jenseits eingeschliffener Stereotype und eines pauschal-starren “Bescheid-Wissens”.
  • Freilich: Ein solcher Dialog meint nicht “Verzicht auf Wahrheit” oder Marginalisierung des eigenen religiösen Selbstverständnisses um einer erkünstelten Harmonie willen, sondern ist differenz-bewusste Begegnung, in der das bleibende Anders-Sein des religiös Anderen respektiert wird und in der auf das Zugeständnis des bleibenden religiösen Eigen-Seins vonseiten der Dialogpartner gerechnet wird – und die zugleich getragen ist von der

    Ehrfurcht vor dem Glauben des anderen und d[er] Bereitschaft, in dem, was mir als das Fremde begegnet, Wahrheit zu suchen, die mich angeht und die mich korrigieren, mich weiterführen kann

    Ratzinger 1998. S. 117f.; vgl. auch Arinze 1999. S. 37ff.

  • Dialogisches Geschehen wird sich, schon um dem Gegenstand des dialogischen Interesses annäherungsweise adäquat zu sein, so wenig eindimensional und uniform präsentieren (dürfen) wie die Religionen selbst – soll heißen: Intellektuelle Auseinandersetzung ersetzt nicht lebenspraktische Beziehungen, akademischer Austausch nicht religiöse Erfahrungen oder gemeinsames Engagement etc. (vgl. Arinze 1999. S. 11-14).
  • Noch eins: Dialog ist lebendige Begegnung – und entsprechend gefährdet, durch religiöse Profilierungssucht nicht weniger als durch chronisches wechselseitiges Schulterklopfen.

Literatur

  • Benedikt XVI.: Ansprache aus Anlass des Besuches der Synagoge zu Rom (17. Januar 2010).
    Online: http://ojm.at/benediktxvi
  • Francis Arinze: Begegnung mit Menschen anderen Glaubens. Den interreligiösen Dialog verstehen und gestalten. München u.a.: Neue Stadt 1999.
  • Joseph Kardinal Ratzinger: Die Vielfalt der Religionen und der Eine Bund. Hagen: Urfeld 1998.
  • NOSTRA AETATE. Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen.
    Online: http://ojm.at/nostraaetate
  • UNSERE HOFFNUNG. Beschluss der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland.
    Online: http://ojm.at/unserehoffnung (PDF!)

Christopher ist u.a. katholischer Theologe & seit 2004 im jüdischen Museum – und bloggt hier …

Dieser Beitrag ist Teil einer Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, “eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive” anzufertigen, die, “quasi als interreligiöser Survival Kit, (…) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern” kann.

Bereits erschienen sind der “Islam-Knigge” von Hussein Hamdan sowie “Schwierige Freundschaft” von Chajm Guski, weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.

Leben und Glaube, Veranstaltungen

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Bild der Woche – Religion vor Ort

Am Donnerstag besuchten wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” die Synagoge in der Seitenstettengasse in Wien, den sogenannten “Wiener Stadttempel”.

Dass uns Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg persönlich durch “seine Synagoge” führte, war für uns alle eine ganz besondere Ehre!

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg im 'Wiener Stadttempel'

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg im ‘Wiener Stadttempel’

Siehe unseren Beitrag “Religion vor Ort – Nachlese”.

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Bild der Woche

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Religion vor Ort – Nachlese

Museum “on tour” – das erste Mal für ein Museum wie unseres, das ein wenig abseits der Großstadt liegt, in einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Juden mehr gibt, in einer Stadt, die keine muslimische Infrastruktur hat.

Am Donnerstag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” der 2. Teil “Religion vor Ort” statt, die Exkursion nach Wien, zu Orten gelebter Religiosität, in den Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums.

Da wir als jüdisches Museum die religiöse “Blütenlese” naturgemäß von der jüdischen Tradition und von jüdischem Boden ausgehend betrachten wollen, lag es nahe, auch als erste Station in Wien den Stadttempel zu wählen, die Synagoge in der Seitenstettengasse.

Der “Chef” persönlich, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, führte uns durch “seine” Synagoge, wobei er besonders auch auf die zur Bauzeit (1825/26) geltende Vorschrift, nichtkatholische Gotteshäuser verborgen zu bauen, einging. Nach der Führung ließ er genügend Raum für Fragen der über 40 ExkursionsteilnehmerInnen aus Eisenstadt, Niederösterreich und Wien (Umgebung). Wenn das Programm an diesem Nachmittag – ganz bewusst – nicht so dicht gedrängt gewesen wäre, hätten wohl alle noch lange in der Synagoge verweilen wollen, manche der Fragen wären abendfüllend gewesen ;). Am Schluss wies der Oberrabbiner noch auf die in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegene Ruprechtskirche hin, der die Synagoge auch “verdankt”, in der sogenannten Reichskristallnacht nicht in Brand gesetzt worden zu sein – um die Kirche nicht zu gefährden …

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg

Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC führt uns in der Ruprechtskirche

In der ältesten Kirche Wiens erwartete uns Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC, die nicht nur auf anschauliche Weise (mit farbigen Bauklötzchen!) die Bauchgeschichte der Kirche skizzierte und uns im beeindruckenden Innenraum der kleinen Kirche führte, sondern auch grundsätzliche theologische Themenstellungen der christlichen Religion – aus katholischer Perspektive – ansprach. Sr. Pucher wies ebenfalls auf die nachbarliche Synagoge hin und darauf, dass sich die Kirchengemeinde ihrer Nähe zur Synagoge auf der einen Seite und der Nähe zum ehemaligen Hauptquartier der Gestapo auf der anderen Seite sehr bewusst ist und daran in einer jährlichen Gedenkfeier immer wieder erinnert. Aber auch drei der modernen Glasfenster von St. Ruprecht rufen eindrucksvoll zur Besinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums auf.

Mit dem Bus ging es anschließend aus dem Stadtzentrum Wiens hinaus zum Islamischen Zentrum, wo uns Mag. Aiman Morad ebenfalls sehr freundlich empfing. Nach der Führung durch die beeindruckende große Moschee hatten wir die Möglichkeit zum Gespräch mit Herrn Morad in der schönen Bibliothek des Zentrums. Dabei gab er uns eine kurze Einführung in den Islam und beantwortete dann offen und geduldig alle Fragen. Die Themen reichten von der Rolle der biblischen Propheten im Islam, dem muslimischen Verständnis des Eingottglaubens und den fünf Säulen des Islam bis hin zu tagesaktuellen und sehr praktischen Problemen und Fragestellungen. Ein nicht eingeplanter kleiner Höhepunkt für uns alle war sicher der gegen Schluss auf einmal zu hörende und mit einer ausgesprochen schönen Stimme ausgeführte Ruf zum Gebet …

Wir haben in nicht einmal 4 Stunden (exklusive Hin- und Rückfahrt Eisenstadt) unmittelbar hintereinander 3 Gotteshäuser der drei monotheistischen Religionen erlebt, die Eindrücke waren viele und tief.

Ganz herzlichen Dank noch einmal von hier aus an alle Referenten/Referentinnen für die freundliche Aufnahme und danke an alle TeilnehmerInnen, die unser Angebot angenommen und den intensiven Nachmittag so geduldig mitgemacht und mitgestaltet haben.

Vor der Heimfahrt nach Eisenstadt baten wir zwei TeilnehmerInnen noch um ein kurzes Interview (Stegreif):

Wir bitten um Entschuldigung für die anfangs schlechte Tonqualität des Videos. Nach vielen Tagen Dauerregen hatten wir den ganzen Nachmittag Glück mit dem Wetter, just beim Interview setzte dann aber leider doch starker Wind und Regen ein.

Elisabeth Penzias, Wien, und Mag. Bernhard Dobrowsky, Eisenstadt

Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”: Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang, am 29. August:

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt – mit Besuch des Martinsdoms und der evangelischen Auferstehungskirche sowie einem Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof und Synagoge.
Was: Stadtrundgang mit Besichtigungen
Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt
Führung & Eintritte frei, Anmeldung erbeten, aber nicht notwendig
In Bälde hier mehr Informationen!


Mehr Informationen finden Sie auf der Überblicksseite der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott“.

Anmeldungen:

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