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Vertrieben und Vergessen
Auf den Spuren des Judentums im Burgenland
Der ORF Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum laden herzlich ein zur Präsentation der Sendung “Vertrieben und Vergessen. Auf den Spuren des Judentums im Burgenland” aus der Reihe “Österreich-Bild”.
Zeit: Donnerstag, 25. Februar 2010, 19.00 Uhr
Ort: Österreichisches Jüdisches Museum, Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt
Von der großen Tradition jüdischen Lebens ist wenig übrig geblieben. Im Burgenland leben heute nur mehr ganz wenige Juden. Zu Wort kommen Zeitzeugen wie die hochbetagte, in New York lebende Alicia Latzer. Sie wurde 1938 mit ihrer Familie vertrieben und bemüht sich heute um die Rückgabe wertvoller Gemälde, die damals geraubt wurden. Heinrich Trebitsch erzählt vom Leben der Eisenstädter Juden vor 1938 und ihrer Vertreibung. Er selbst überlebte einen Todesmarsch ins KZ Mauthausen und kehrte nach dem Krieg nach Eisenstadt zurück. Er ist einer von wenigen Juden, die nach dem Krieg ins Burgenland heimgekehrt sind. In den ehemaligen “Heiligen Sieben-Gemeinden” erinnen nur noch Bauten an jüdisches Gemeindeleben, wie die Synagoge in Kobersdorf, einige Friedhöfe und das Haus, in dem jetzt das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt untergebracht ist.
Text: Einladung ORF Burgenland
Gestaltung: Norbert Lehner
Sprecher: Otto Tausig
Kamera: Stefan Lentsch
Schnitt: Thomas Bonfert
Sendetermin: Österreich-Bild, Sonntag, 28. Februar 2010, 18.25 Uhr, ORF 2
Im Anschluss an die Präsentation laden wir zu einem Buffet mit koscherem Wein aus dem Burgenland.
Wir ersuchen Sie um Zusage
- an den ORF, Telefon 02682 700 27211 oder via E-Mail:direktion.bgld@orf.at
- oder ganz bequem auf unserer Facebook-Seite
Die Sendung ist von Sonntag, 28. Februar, späterer Abend, eine Woche lang auf der TV-Mediathek des ORF zu sehen!
Schlagwörter: eisenstadt, film, kobersdorf, synagoge | Kommentare (1)
Ich ging im Walde so für mich hin …
Kobersdorf ist anmutig zwischen Waldbergen gelegen, die nach Westen zu, in der ‘Buckligen Welt’ immer höher werden, dort, wo hoch oben die Ruine Landsee ins Land heruntersieht, eine Erinnerung an die feudalen Mächte, die einst Land und Leute beherrschten, bilden. Der im Walde befindliche Sauerwasserquell macht Kobersdorf zu einem gern besuchten Kurort …
Der Kobersdorfer Friedhof (hier sagt man Beth Alma) birgt das Grab des R. Samuel Chaim, der hier im Jahre 1792 starb, des R. David Alt, genannt Eibnitz (vielleicht von Eiwanotwitz in Mähren) … In dieser Gemeinde ist – an und für sich vielleicht gar nicht so bedeutend, aber doch ein charakteristisches Zeichen für den allgemeinen Niedergang – mit dem letzten Schulklopfer, einem armen Halbnarren, vor etlichen Jahren auch der Hammer, der zum Schulklopfen diente, begraben worden. Hingegen sah ich – und auch das erinnerte mich an Galizien – zur Abendzeit einige Schweine zwischen den Häusern der Juden ihren Ställen zutrotten. Interessant auch – nebenbei erwähnt -, dass es in Kobersdorf einen jüdischen Schlossermeister namens Luria gibt, der wohl von Rabbiner Salomo Luria oder vielmehr seinem Nachkommen Wolf Helen, der ja mit einer Tochter des Mahram Asch verheiratet war, in irgendeiner Seitenlinie abstammen mag …
… schreibt Leopold Moses. Er wurde 1888 in Mödling bei Wien geboren, heiratete 1918 in Mattersdorf und bis heute gilt seine Dissertation “Die jüdischen Landgemeinden in Niederösterreich mit besonderer Berücksichtigung des 17. Jahrhunderts” als Standardwerk. 1939 mit seinem Emigrationsversuch gescheitert, wurde Moses 1943 Chefredakteur des “Jüdischen Nachrichtenblattes”, Ausgabe Wien. Am 1. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert, wurde er dort wenig später ermordert.
Alles zitiert aus: Johannes Reiss, Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland, Eisenstadt 1997, 173ff.
Ich fuhr heute schon am frühen Morgen auf den jüdischen Friedhof nach Kobersdorf, wohin mich der ORF Burgenland anlässlich eines Filmprojekts über die Juden im Burgenland einlud.
Ich komme ins Schwärmen … Der jüdische Friedhof Kobersdorf ist ein Waldfriedhof und (für mich) der schönste Friedhof des Burgenlandes, vielleicht sogar der schönste jüdische Friedhof überhaupt, den ich kenne (sofern das Wort “schön” in diesem Zusammenhang gerechtfertigt ist). Aber die Lichtverhältnisse an diesem kalten, klaren und sonnigen Herbstmorgen erzeugten eine idyllische Stimmung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. In absoluter Ruhe, an einem Waldabhang, inmitten von Bäumen, befinden sich etwa 1.400 Grabsteine. Wie auf allen jüdischen Friedhöfen im Burgenland finden wir ausschließlich hebräische Grabinschriften.
Während der Drehpausen habe ich – mit meinen leider sehr bescheidenen Fotografierkünsten – versucht, die Stimmung am Friedhof ein wenig einzufangen:
Update am 20. Februar 2010:
- Den Text, der zu einem Großteil dem Text auf der Tafel beim Eingangstor zum jüdischen Friedhof entspricht, stellt uns Ilse Böhm auf unserer Facebook-Seite zur Verfügung, danke!
- Noch mehr Fotos vom jüdischen Friedhof Kobersdorf finden Sie in unserem Fotoalbum auf Facebook.
Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir einen Ausflug zu diesem wunderschönen jüdischen Waldfriedhof in Kobersdorf (gegenüber dem Haus Waldgasse 25) im mittleren Burgenland. Der Weg zum Friedhof ist sehr gut beschriftet, das Friedhofstor eigentlich immer unversperrt, falls nicht, erhalten Sie den Schlüssel am Gemeindeamt.
Schlagwörter: friedhof, kobersdorf | Kommentare (0)




















