Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: koscher

Wer isst Was – Nachlese

Heute fand unter regem Publikumsinteresse – ca. 70 BesucherInnen waren gekommen – die Finalveranstaltung „WER isst WAS“ unserer Vortragsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ statt. Tatsächlich stand der Vormittag…

Heute fand unter regem Publikumsinteresse – ca. 70 BesucherInnen waren gekommen – die Finalveranstaltung „WER isst WAS“ unserer Vortragsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ statt.
Tatsächlich stand der Vormittag dann doch (nur) unter dem Motto „Schalom – Grüß Gott“, denn der muslimische Referent fehlte leider. Alle Anwesenden fanden das sehr schade, nutzten dann aber die Zeit, um entsprechend ausführlicher über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Grundregeln des Essens und Trinkens in Judentum und Christentum zu sprechen.

Und wenn wir auch den theoretischen Überbau vermissten, beim anschließenden großen Buffet gab es neben „kosher-style“- natürlich auch genügend halal-Köstlichkeiten!

  • Volles Auditorium bei der Finalveranstaltung 'WER isst WAS'
  • Universitätslektorin Dr.in Tirza Lemberger, Wien
  • Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Bischof der evangelischen Kirche A.B. in Österreich
  • Die 'halal-Abteilung' beim Buffet
  • Kosher-Style ...
  • Vor der heißen Schlacht am kalten Buffet ;)


Die Kaschrut hat absolut nichts mit Gesundheit zu tun … sonst hätten wir auch gewisse Pilzarten auf der Liste, die man nicht essen darf. Aber es steht nirgends, dass der Fliegenpilz nicht zum Essen erlaubt ist, wenn ich es auch nicht raten möchte … ;)


Univ.-Lektorin Dr.in Tirza Lemberger


… wenn Adam und Eva in Vietnam gelebt hätten, hätten sie nicht den Apfel gegessen, sondern die Schlange … und es wäre uns vielleicht einiges erspart geblieben … ;)


Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Bischof der evangelischen Kirche A.B. in Österreich


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Nicht ganz koscher? – Das Video

Über das Essen der alten Hebräer könnte ich weitläufig mich aussprechen und bis auf die jüdische Küche der neuesten Zeit herabgehen … ich könnte auch anführen, wie human sich viele…

Über das Essen der alten Hebräer könnte ich weitläufig mich aussprechen und bis auf die jüdische Küche der neuesten Zeit herabgehen … ich könnte auch anführen, wie human sich viele Berliner Gelehrte über das Essen der Juden geäußert, ich käme dann auf die anderen Vorzüglichkeiten und Vortrefflichkeiten der Juden …

Heinrich Heine, 1825 in einem Brief an seinen Freund Moses Moser

Am kommen Sonntag geht unsere Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ mit der kulinarisch-religiösen Sonntagsmatinee „WER isst WAS“ ins Finale.
Wir laden Sie nochmals sehr herzlich dazu ein!

Mit den Grundregeln des Essens und Trinkens in allen drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) werden wir uns am Sonntag das erste Mal beschäftigen, das Thema der „Kaschrut“ (wörtl. „Tauglichkeit“, „rituelle Eignung“), also die Betrachtung der Gesamtheit jüdischer Speisegesetze, hat jedoch in unserem Museum schon eine lange (Ausstellungs)-Tradition.

Ein kurzer Rückblick:

Nach der sehr erfolgreichen Ausstellung „Der Wein erfreut des Menschen Herz“ im Jahr 1998 war es für uns naheliegend, auch eine Ausstellung über die religiöse Bedeutung des Essens im Judentum zu zeigen („Nicht ganz koscher?„, 2000/01). Ausschlaggebend für den Entschluss, sowohl eine Ausstellung über das Trinken als auch eine über das Essen zu realisieren, war vor allem die Tatsache, dass es zwar eine Unzahl an koscheren Kochbüchern, aber (damals) kaum eine neuere nennenswerte Arbeit gab, die auch den traditionsgeschichtlichen Hintergrund der Kaschrut beleuchtete.

In der Tat, die jüdische und näherhin die koschere Küche gehört – obwohl kein eigener Kochstil – nicht nur zu den ältesten, sondern auch heute wieder zu den bekanntesten und beliebtesten Küchen der Welt. Allein in den USA beträgt der jährliche Umsatz an koscheren Produkten mehr als 150 Milliarden Dollar!

Koscher bedeutet – auf Speisen bezogen – „tauglich“, „gemäß der Vorschrift“. Wie kaum eine andere Vorschrift prägen die jüdischen Speisegesetze sowohl Alltag aus auch Gemeindeleben.

Neben einem großen, eigens eingerichteten koscheren Supermarkt konnten in der Ausstellung vor allem auch historisch ausgesprochen wertvolle Objekte aus der Gross Family Collection, Tel Aviv, gezeigt werden.

Und in einem als Kinosaal adaptierten Medienraum wurde ein Video gezeigt, in dem eine unserer Referentinnen des kommenden Sonntags, die Judaistin Frau Dr.in Tirza Lemberger und der Toraschreiber Herr Salomon Kohn aus Wien (dem heuer verstorbenen Journalisten Mag. Robert Heger) Fragen zum koscheren Alltag in Österreich beantworteten.
Dieses Video wollen wir Ihnen, als Vorgeschmack auf und Einstimmung für den kommenden Sonntag, hier und auf unserer YouTube-Seite gerne präsentieren:




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WER isst WAS

Eine kulinarisch-religiöse Sonntagsmatinee – im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum Finale der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß…

Eine kulinarisch-religiöse Sonntagsmatinee – im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum Finale der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“:

WER isst WAS – Eine kulinarisch-religiöse Einführung in Judentum, Christentum und Islam

Wann: Sonntag, 07. November 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum,
7000 Eisenstadt, Unterbergstraße 6

  • Ist Cola eigentlich koscher?
  • Warum untersagt der Islam Alkoholgenuss?
  • Und: Gibt es koschere und halal-Varianten von Schnitzel und Apfelstrudel?

Diesen und weiteren kulinarischen Fragen widmet sich der letzte Teil unserer Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“: in drei Vorträgen über die Grundregeln des Essens und Trinkens in Judentum, Christentum und Islam und ihre Anwendung im religiösen Alltag – mit Praxis-Teil am koscheren und halal-Buffet!

Es referieren:

  • Univ.-Lektorin Dr.in Tirza Lemberger, Institut für Judaistik, Wien
  • Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich
  • Halid Akpinar M.A., Assistent am Institut für Bildungswissenschaft/Islamische Religionspädagogik, Wien

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung wird erbeten:


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Koscherer Knigge

Calvin Klein ist jüdisch. Der Erfinder des Einkaufswagens auch. Prince Charles nicht – wurde immerhin aber vom Mohel (Beschneider) der jüdischen Gemeinde Londons beschnitten. Mit solch unterhaltsamen Kleinigkeiten ist Michael…

Calvin Klein ist jüdisch. Der Erfinder des Einkaufswagens auch. Prince Charles nicht – wurde immerhin aber vom Mohel (Beschneider) der jüdischen Gemeinde Londons beschnitten.

Mit solch unterhaltsamen Kleinigkeiten ist Michael Wuligers unlängst erschienener „koscherer Knigge“ (Der koschere Knigge. Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen. Frankfurt a.M.: Fischer 2009) gut bestückt.
Die aber sind nur auflockerndes Beiwerk – eigentlich, so erklärt der „Knigge“, gehe es ihm darum, den (nicht-jüdischen) Leser wohlbehalten durch die „Fettnäpfchen“ und „Minenfelder“ (15) in der Beziehung von Juden und Nicht-Juden zu eskortieren.
Entsprechend macht sich Wuliger, ironisch-charmant und mit entlarvendem Scharfblick, an jene Themen, die regelmäßig zu Peinlichkeiten, Missverständnissen und handfesten Verstimmungen im Gespräch zwischen Juden und Nicht-Juden Anlass geben: Nahostkonflikt und Shoa, Philo- und Antisemitismus, nicht-jüdische Erwartungshaltung und jüdische Realität.

Betont lebensnah ist dieser Durchgang, und zugleich weit entfernt davon, ein platte Sammlung von Anstandsregeln, quasi ein „Benimmbuch“ für gojisch-jüdische Begegnungen aller Art, abzugeben.
Ob nicht das Wort „Jude“ den umständlichen und sich obendrein einer falsch angewandten „political correctness“ verdankenden Bezeichnungen à la „jüdischer Herkunft“ oder „jüdischen Glaubens“ vorzuziehen sei, wird da gefragt (Antwort: eher ja – „Sie dürfen ruhig ‚Jude‘ sagen“: 10). Oder: ob man jüdische Neo-Bekanntschaften am besten mit einem herzhaften „Schalom“ begrüßen solle (eher nein – „Ein freundliches ‚Guten Tag‘ reicht völlig aus“: 13).
Alte und neue Stereotype werden im Vorbeigehen abgekanzelt: Nein, keineswegs seien alle Juden reich (11). Und: Klesmer ist nicht der Inbegriff jüdischer Kultur (75ff.).

Dabei ist die Sache ernst: der Stoff, aus dem die interreligiösen Alpträume sind – und soll doch nicht allzu ernstgenommen werden.
Von der reichlich spöttischen Beschreibung der Befindlichkeiten in der Begegnung von Juden und Nicht-Juden bleibt denn auch kaum ein Beteiligter verschont: nicht die eifrigen Vergangenheitsbewältiger (33ff.), nicht die überschwänglichen Israelfreunde (47f.), nicht das (in seinen Untiefen sezierte) jüdische Gemeindeleben (39ff.).

Und – noch nicht einmal die jüdischen Museen: Deren jüdische Besucherinnen und Besucher nämlich fühlten sich, „als ob Viecher sich im Naturkundemuseum ihre ausgestopften Artgenossen anschauen würden“ (76) …

… Treffer!

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir eine Leseprobe (pdf-Datei, 158 KB) aus dem „koscheren Knigge“.


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