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	<title>Koschere Melange &#187; mattersburg</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Rabbi Samuel Ehrenfeld der Ältere</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 10:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir unterbrechen unsere Sommerpause kurz aufgrund der morgigen Jahrzeit von Rabbiner Samuel Ehrenfeld dem Älteren, dem Großvater des berühmten &#8220;letzten&#8221; Rabbiners von Mattersburg, Rabbi Samuel Ehrenfeld des Jüngeren. Der 1. Tag des jüdischen Monats Aw (heuer: Montag, der 1. August) ist der Jahrzeittag des Mattersdorfer Rabbiners Samuel Ehrenfeld des Älteren. Er erblickte im Jahre 1839 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir unterbrechen unsere Sommerpause kurz aufgrund der morgigen Jahrzeit von Rabbiner Samuel Ehrenfeld dem Älteren, dem Großvater des berühmten &#8220;letzten&#8221; Rabbiners von Mattersburg, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Shmuel_Ehrenfeld" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Rabbi Samuel Ehrenfeld des Jüngeren</a>.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[310711]" title="Titelseite 'Chatan Sofer'"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ehrenfeldGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ehrenfeld.jpg" width="250" height="377" alt="Titelseite 'Chatan Sofer'" /></a>
</p>
</div>
<p>Der 1. Tag des jüdischen Monats Aw (heuer:  Montag, der 1. August) ist der Jahrzeittag des Mattersdorfer Rabbiners Samuel Ehrenfeld des Älteren. Er erblickte im Jahre 1839 in Pressburg das Licht der Welt. Die folgende biographische Skizze folgt im Wesentlichen dem Nachruf im &#8220;Israelit&#8221; (Nr. 68 (1883), S. 1149-1151), einer von Rabbiner Dr. Markus (Mordechai) Lehmann in Mainz herausgegebenen deutsch-jüdischen Zeitschrift. </p>
<p>Rabbi Samuels Vater, Rabbi David Hisch (Zwi) Ehrenfeld, ein Schüler des <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a>, war ein frommer und gelehrter Mann, der sich zeitlebens weigerte, eine rabbinische Stelle zu übernehmen und als Kaufmann seinen Lebensunterhalt verdiente. Er muss ein glänzender Toragelehrter und vorbildlicher Mensch gewesen sein, denn sein Meister wählte ihn zum Mann seiner Tochter aus.<br />
R. Samuel erbte die hervorragenden Geistesgaben sowie die Liebe zur Tora von beiden Elternteilen, sog sie gleichermaßen mit der Muttermilch auf, und das machte sich auch bald bemerkbar: </p>
<blockquote><p>In seinem Sohne Rabbi Samuel erwacht schon im Knabenalter eine glühende Liebe und Lust zur Thora. Er besuchte bald die Jeschiwa seines Onkels בעל כתב סופר [Verfasser des Werkes "Ketaw Sofer"], und wohin der junge R. Samuel kam, erregte er durch seine talmudischen Kenntnisse großes Aufsehen.
</p></blockquote>
<p>Seine Begeisterung – und dieser Ausdruck ist in diesem Falle wörtlich zu verstehen – für die Tora behielt er zeitlebens bei:</p>
<blockquote><p>Von frühem Morgen bis gegen Mitternacht saß er über seinen Folianten gebeugt und wer ihm dann ins Gesicht sah, der glaubte ופניו מאיר&#8217; כזהר שכינה – etwas von jenem höhern göttlichen Geiste auf seinen begeisterten Zügen zu bemerken.
</p></blockquote>
<p>Ist es ein Wunder, daß dieser Gelehrtentypus sich nichts sehnlicher wünschte als ungestört sich dem Lernen hingeben zu können?</p>
<blockquote><p>Sein bescheidener ruhiger Charakter sehnte sich nach einem ruhigen, unabhängigen und bescheidenen Wirkungskreise. Sein sehnsüchtiges Verlangen wurde erfüllt, ein reicher angesehener ת&#8221;ח [Toragelehrter] R. Bunem Paschkus aus Szerdahely [Dunajská Streda] nahm ihn als Schwiegersohn und verschaffte ihm die Gelegenheit ganz seinem edlen Wunsche gerecht zu werden. Trotzdem er sich dem Kaufmannstande widmete, beschäftigte er sich ununterbrochen  בלימוד תה&#8221;ק [mit dem Studium der heiligen Tora].
</p></blockquote>
<p><cite>Israelit 68 (1883), S. 1150</cite></p>
<p>Dem Artikel im &#8220;Israelit&#8221; zufolge war die Ehe eine gelungene; die Eheleute führten ein glückliches und harmonisches Familienleben:</p>
<blockquote><p>Welch ein glückliches Familienleben er mit seiner gleichgesinnten Gattin, die השב&#8221;ה [Gott, gelobt sei er] trösten möge, führte, das weiß nur derjenige zu würdigen, der, wenn auch kurze Zeit, das Glück hatte in seiner Nähe zu weilen. Die Erziehung seiner Kinder im Geiste des Judenthums machte er zu seiner ersten Lebensaufgabe, sein sanftes, liebenswürdiges Wesen, sein edles Beispiel wirkte belehrend und erziehend, diese Liebenswürdigkeit wahrte er aber auch gegen Jedermann.
</p></blockquote>
<p>Die Söhne wuchsen ebenfalls zu großen Gelehrten auf: Rabbi Simcha Bunem (Bernhard) wurde später seines Vaters Nachfolger in Mattersdorf, und R. David Zvi, seines Zeichens Gemeindevorsteher in Surany, wurde der Schwiegervater seines Neffen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Shmuel_Ehrenfeld" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Rabbi Samuel Ehrenfeld des Jüngeren</a> (der letzte Mattersdorfer Rabbiner).</p>
<p>Es wäre schade gewesen, wenn dieser hervorragende Gelehrte und Erzieher sich mit seiner Rolle als Kaufmann begnügt hätte. Zum Glück hatte man seine Fähigkeiten bald erkannt und drang in ihn, doch ein Rabbinat zu übernehmen.</p>
<blockquote><p>Im Gegensatz zu seinem Vater vermochte er sich der rabbinischen Tätigkeit auf die Dauer nicht entziehen. In Folge wiederholter Aufforderung folgte er 1866 dem Ruf nach Bethlen [Beclean] in Siebenbürgen und zwei Jahre später nach Szikszó in Ungarn.
</p></blockquote>
<p>1877 erreichte ihn der Ruf aus Mattersdorf. Er erklärte sich dazu bereit, überlegte es sich später aber wieder – wohl auf Drängen der Gemeinde Szikszó hin – und wollte in seinem Amt bleiben, so heißt es im Israelit (Nr. 32 (1877), S. 763). Zwei Wochen später berichtet das Blatt, Rabbi Samuel werde nun doch nach Mattersdorf gehen (Nr. 35 (1877), S. 840.</p>
<p>Die damaligen ungarischen Rabbiner waren für sämtliche religiösen Funktionen in ihren zumeist nicht sehr großen Gemeinden zuständig: außer Leitung des Gottesdienstes in der Synagoge, der Beantwortung von religionsgesetzlichen Fragen, der Vornahme von Trauungen und Begräbnissen sowie der Überwachung des Kaschrut-Wesens oblag dem Rabbiner auch die Matrikenführung, und last but not least der Toraunterricht. Und dieses Gebiet war es auch, auf dem Rabbi Samuel seine größten Leistungen erbrachte.</p>
<p>Seine ersten Erfahrungen im Unterrichten machte der junge Rabbi Samuel noch in Pressburg. Und als einmal sein Onkel, der Oberrabbiner auf Anraten der Ärzte auf Kur fahren musste, so war er, der &#8220;noch sehr junge&#8221; Kaufmann, einer seiner Stellvertreter an der Jeschiwa (Israelit 29 (1861), S. 353).</p>
<blockquote><p>[Es] strömten aus ganz Ungarn zahlreiche בחורים [Bachurim, Studenten], um bei ihm zu lernen. Er war buchstäblich im ganzen Gebiete des jüdischen Wissens zu Hause, durchdrang den ganzen Talmud, mit jenem eigenthümlichen Scharfblick, der ihn immer auf den geraden Weg führte. Wer bei R. Samuel das Glück hatte, nur kurze Zeit zu verweilen, trug דברי תורה  [Worte der Tora] davon. Er glich wahrhaft einem nie versiegenden Quell, aus dem immer Thora sprudelte. </p>
<p>Allgemein gerühmt wird die Art und Weise seines Vortrages, die das Schwierigste und Verwickeltste einem Jeden auch minder Befähigten klar und zugänglich zu machen wußte. Unübertrefflich war aber seine Lehrfähigkeit im Gebiete des Talmuds; jeder Schüler mußte bei ihm Fortschritte machen, denn der Verblichens wußte jeden für die Thora zu begeistern, und sein Fleiß im Thorastudium nahm nie ab.
</p></blockquote>
<p>Schon in Szikszó hatte er eine eigene, sehr gut besuchte Jeschiwa geleitet. Diese führte er dann in Mattersdorf weiter. Diese Gemeinde zählte zu jener Zeit etwa 200 Mitglieder. Der &#8220;Israelit&#8221; (Nr, 2 (1878), S. 37) berichtet über die Jeschiwa, dass an ihr 80 Bachurim studierten. Zum Zweck der Verköstigung der meist armen Studenten gründete er den Verein Chewrat Mesonot [Ernährungsverein] – jedes Gemeindemitglied verpflegte mindestens einen Bachur einmal in der Woche den ganzen Tag. Auch die Juden in den umliegenden Dörfern beteiligen sich mit finanzieller Unterstützung an diesem Verein.</p>
<p>Einige Informationen über die Größe der Jeschiwa und ihre finanziellen Lage im Jahre 1882 lassen sich dem folgenden Spendenaufruf eines gewissen H. Wolffing aus Würzburg entnehmen (Israelit 3 (1882), S. 67):</p>
<blockquote><p>Matterdorf (Ungarn). Mitleidsgefühle der mannigfachsten Art, wahre Nächsten- und Bruderliebe sind es, durch die ich mich dringend veranlaßt sehe, eine sehr bedeutungsvolle, gewiß bescheidene Bitte an die geschätzten Leser zu richten.</p>
<p>Die Jeschibah zu Mattersdorf gehört bekanntlich zu den hervorragensten und am zahlreich besuchtesten Ungarns, indem mehr als 110 Bachurim ה&#8217; יברכם [Gott segne sie]  sich hier befinden, um aus dem reichlich sprudelnden Borne des hochzuverehrenden  הרב הגאון והקדוש נ&#8221;י [des genialen und heiligen Rabbiners, sein Licht leuchte] zu schöpfen und dem Thorastudium obzuliegen. Aus fernen Gegenden nicht nur Ungarns, sondern auch anderer Länder weilen hier Schüler, dr Zudrang wird ein immer größerer und die Zahl Derjenigen, die der Unterstützung bedürfen, wird somit immer beträchtlicher. Wenn man nun auch der hiesigen Gemeinde zu sehr großem Danke für ihr gefälliges stetes Wohlwollen verpflichtet ist, so sind diese Beiträge gar zu gering, um das gewünschte Resultat zu erzielen, da Mattersdorf ja nur ein kleiner Marktflecken und der größte Theil der Jeschiba den Unbemitteln zuzuzälen ist. Als Schüler unseres hochzuverehrenden הרב הגאון נ&#8221;י [des genialen Rabbiners, sein Licht leuchte] und als College vieler lieber Freunde, die fast während der ganzen Woche von Brod und Obst leben, halte ich es für meine heilige Pflicht, im Vertrauen auf den vielfach bewährten Wohlthätigkeitssinn der geschätzen Leser an diese das hochwichtige Ersuchen zu richten, ihre wohlwollende Gesinnungen auch öfters der hiesigen Jeschibah in entsprechender Weise zeigen zu wollen.</p>
<p>Kann doch ein Jeder, der diesen Zeilen seine Aufmerksamkeit schenken möchte und diesem Wunsche ein bereitwilliges Ohr leihen würde, in der That sich durch dieses Werk עולם הבא die jenseitige Welt erkaufen. Indem die dahier Lernenden ihre ganze Thätigkeit dem Studium der hl. Thora widmen und bei echter יראת שמים [Gottesfurcht] nur לתורה ולעבודה [dem Torastudium und dem Gebet] leben, so würden edle Freunde und Gönner mit einer etwa monatlichen oder vierteljährlichen Einsendung des Betrages an den Verein der Jeschiba zu Matterdorf, Ungarn eine מצוה [Gebot, Wohltat] thun, die sowohl für diese als für jene Welt  ihren Lohn sicherlich in sich birgt und mit vollem Rechte kann man einem Jedem, der edlen Spendenden zurufen:  מה רב טובך אשר צפנת  (Psalm 31, 20). Wie groß ist doch der Lohn, den Du Deinen Frommen aufbewahrst!</p></blockquote>
<p>Von seiner Leidenschaft, nämlich der Unterweisung der heiligen Lehre, wollte Rabbi Samuel auch nicht lassen, als dies seiner Gesundheit schadete. Diese seine schwache Gesundheit war vielleicht erblich bedingt. Schon sein Vater, der 1861 mit 54 Jahren das Zeitliche segnete, hatte während seiner ganzen Lebenszeit mit physischen Leiden zu kämpfen gehabt (Israelit 47 (1861), S. 569-570).</p>
<p>Im Nachruf von Rabbiner Grünwald aus Ödenburg (Sopron) wird hervorgehoben, wie sehr ihm seine Jeschiwa am Herzen lag:</p>
<blockquote><p>&#8230; trotzdem es ihm von den Ärzten verboten wurde, seiner Kränklichkeit wegen, מרביץ תורה ברבים [Tora in der Öffentlichkeit zu unterrichten] zu sein, eine Jeschiwa zu halten, die Jeschiwa dennoch nicht aufgab, denn er sagte: Wenn keine Jeschiwa – למה לי חיים? [Was soll mir das Leben?] [...]
</p></blockquote>
<p>Dasselbe betont der Nachruf in der Berliner &#8220;Jüdischen Presse&#8221;:</p>
<blockquote><p>Trotz der eindringlichen Abmahnung der Ärzte und der Professoren konnte sich derselbe nicht entschließen, des anstrengenden talmudischen Vortrages, welcher er unausgesetzt seinen Schülern zu Teil werden ließ, sich zu enthalten, und erst als bereits der Todeskeim seine Gesundheit vollends zu untergraben und zu zerstören begann, also ein starkes Lungen- und Brustübel ein solches Vorhaben unmöglich machte, erst dann entschloß er sich schwersten Herzen[s], seine Tätigkeit zu unterbrechen und einen Erholungsort aufzusuchen, von dem er nicht mehr lebend zurückkehren sollte.
</p></blockquote>
<p><cite>Jüdische Presse (Berlin) 34 (1883), S. 400</cite></p>
<p>Über sein Ende berichtet der &#8220;Israelit&#8221; im eingangs erwähnten Nachruf:</p>
<blockquote><p>Seit Anfangs Winter [1882] verschlimmert sich allmählich sein Leiden, so daß der Verklärte ז&#8221;ל [gesegneten Andenkens], der keine höheren Freuden auf Erden kannte als  להרביץ תורה    [Tora zu unterrichten] schon damals die שעורים [Lektionen] mit seinen תלמידים [Schülern] unterbrach. Auf Anrathen der Ärzte reiste er nach Kirling [Kierling, gehört heute zu Klosterneuburg; es gab dort ein Sanatorium] zur Erholung, wo aber die dortigen Ärzte und die herbeigerufenen Professoren erklärten, daß das Leiden ein höchst gefährliches sei. Von allen Seiten, wohin die Kunde gelangt war, liefen täglich Erkundigungen und theilnahmsvolle Briefe ein; תפלות ציבור ויחיד [Gebete  von Einzelnen und von der Gemeinschaft] stiegen zu dem himmlischen Arzte ב&#8221;ה [gelobt sei er] auf. </p>
<p>Allein Er in seinem unerforschlichen Rathe hatte es anders beschlossen. In den letzten Tagen des Lebens של אמ&#8221;ו [des Lehrers und Meisters] eilten sämmtliche Kinder, Verwandte, an das Krankenlager des theuren Vaters und Lehrers; bis zur letzten Stunde, seines Lebens versäumte er keine תפלה [Gebet] und war beständig מהרהר בד&#8221;ת [dachte an die Worte der Tora]. </p>
<p>In der Nacht zu שבת ר&#8221;ח אב [Samstag, Monatsbeginn Aw = 1. Aw] trat eine solche Verschlimmerung ein, daß nach dem Urtheile erfahrener בני חברא [Mitglieder der Beerdigungsgesellschaft] das Schlimmste zu befürchten war. Nach 11 Uhr Vormittags sank er nach kurzem Gebete zurück und starb eine wahre מיתה בנשיקה [leichten und schnellen Tod].
</p></blockquote>
<p>Über die Trauer der Angehörigen und Gemeindemitglieder sowie über das Begräbnis heißt es:</p>
<blockquote><p>Die Schilderung des Schmerzes der Nächstbetheiligten und als die Hiobspost an die Bewohner Mattersdorfs gelangte, die mit seltener Verehrung und Hochachtung an ihren(!) Rabbiner hingen, ist unbeschreiblich. </p>
<p>Nachdem der Telegraphendrath die Trauerkunde על הלקח ארון אלקים [über das Hinwegnehmen der Bundeslade] verbreitet hatte, eilten zu der הלויה [Trauerkondukt], die auf Dienstag 9 festgesetzt war, selbst aus weiter Ferne, Verwandte, Freunde, Schüler, zahlreiche Rabbinenen(!) und einzelne Deputationen der Gemeinden.Von den zahlreichen Rabbinen und Rab.Col., die zur לויה [Trauerzug] eintrafen, sprachen am Grabe sein Sohn R. D. H. aus Suran, sein Onkel R. Spitzer, Wien, sein Cous. R. S. Schreiber, Erlau, sein Neffe Rabb. Glaser, Klausenburg, Rabb. As. Kohn, Mattersdorf, Rabb. Katz, Kreutz, Rabb. Alt-Kobersdorf, sein Schwager Rabb.-Ass. Stern, Szerdahely. </p>
<p>Noch am Tage des Begräbnisses hatte die Gemeinde in wahrer Würdigung der unsterblichen Verdienste ihres seligen Rabbiners זצ&#8221;ל seinen würdigen Sohn R. Bunem, Rabbiner in Sarvar, zum Nachfolger im heiligen Amte mit Acclamation gewählt, die Gemeinde wird von allen Seiten beglückwünscht.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Beigesetzt wurde Rabbi Samuel Ehrenfeld der Ältere am Mattersdorfer Judenfriedhof.</p>
<p>Sein literarisches Schaffen, oder zumindest ein großer Teil davon, wurde im Werk Chatan Sofer gedruckt:</p>
<blockquote><p>in das er die ganze Fülle seines allgemein anerkannten Wissensschatzes und seine scharfsinnigen Forschungen niederlegte ס&#8217; &#8220;חתן סופר&#8221; wovon der 1. Theil in Szikszo, und der 2. Theil in Mattersdorf ausgearbeitet wurde. Über den Werth dieses Werkes zu unrtheilen, steht mir nicht zu, die größten und gefeiertsten haben in brieflichen und literarischen Mittheilungen ihr Urtheil bereis gesprochen und die künftigen Geschlechter werden darin noch einen fast unerschöpflichen Quell der gründlichsten Belehrung finden. Außerdem verfaßte er noch viele Manuscripte auf תורה ש&#8221;ס וש&#8221;ע ושו&#8221;ת [Tora, Talmud, Schulchan Aruch und Reponsen] und war bestrebt, womöglich es drucken zu lassen. </p>
<p>Doch der Lenker der Geschicke hatte es anders beschlossen und den Frühvollendeten in der Blüthe seines geistigen Schaffens abberufen, zum größten Schmerze der nächsten Angehörigen, wie aller derer, die ihn wahrhaft kennen gelernt und seine Werke zu würdigen verstehen.
</p></blockquote>
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		<title>Makkabiade &#8211; einst und jetzt</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/07/04/makkabiade-einst-und-jetzt/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 08:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom morgigen 5. bis 13. Juli finden in Wien die 13. Europäischen Makkabi-Spiele statt &#8211; gewissermaßen die jüdische Antwort auf Olympia. Erwartet werden mehr als 2000 Sportler aus über 40 Nationen, die sich auf/in/an diversen Courts, Hallen, Becken, Tischen (Schach!) etc. messen werden. Erstmals ausgetragen wurde die Makkabiade 1932 im noch jungen Tel Aviv &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom morgigen 5. bis 13. Juli finden in Wien die 13. Europäischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Makkabiade" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Makkabi-Spiele</a> statt &#8211; gewissermaßen die jüdische Antwort auf Olympia. </p>
<p>Erwartet werden mehr als 2000 Sportler aus über 40 Nationen, die sich auf/in/an diversen Courts, Hallen, Becken, Tischen (Schach!) etc. messen werden.</p>
<p>Erstmals ausgetragen wurde die Makkabiade 1932 im noch jungen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Maccabiah_Games#History" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Tel Aviv</a> &#8211; sportlich sicherlich hochwertig, PR-technisch vielleicht noch etwas unterentwickelt (wie der Vergleich zeigt) &#8230; ;)     </p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:345px" data="http://www.youtube.com/v/6vD0gBZbp-Q?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6vD0gBZbp-Q?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p class="centered">Die erste Makkabiade – Tel Aviv 1932</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:259px" data="http://www.youtube.com/v/KmPPoqDPQ_g?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KmPPoqDPQ_g?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p class="centered">Die aktuelle Makkabiade – Wien 2011 (Vorschau)</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/hedyBienenfeld.jpg" width="301" height="172" alt="Hedy Bienenfeld-Wertheimer, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Bienenfeld" /><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Bienenfeld" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
</div>
<p>Schon seinerzeit war übrigens auch eine österreichische Delegation vertreten, und zwar durchaus erfolgreich:<br />
So etwa konnten die heimischen jüdischen Zeitungen, geradezu euphorisch bezüglich des &#8220;glänzenden Verlaufs&#8221; der Spiele, österreichische Erfolge in den Box- und Schwimmbewerben (u.a. durch die damalige Spitzenschwimmerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hedy_Bienenfeld" title="Externer Link zu 'de.wikipedia'">Hedy Bienenfeld-Wertheimer</a>) vermelden &#8230;</p>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[040711]" title="'Die Makkabiah' - in: Die Stimme, Wien, 7. April 1932"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/stimmeGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/stimmeGR.jpg" width="550" height="557" alt="'Die Makkabiah' - in: Die Stimme, Wien, 7. April 1932" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8220;Die Makkabiah&#8221; &#8211; in: Die Stimme, Wien, 7. April 1932, <abbr>S.</abbr> 3 (entnommen aus dem Online-Archiv &#8220;<a href="http://www.compactmemory.de/" title="Externer Link zu 'compactmemory.de">Compact Memory</a>&#8221; &#8211; Die Stimme, <abbr>Jg.</abbr> 1932. <abbr>H.</abbr> 222, 5) </p>
<p>Man beachte &#8211; so nebenbei &#8211; auf derselben Seite auch das großartige, ja geradezu künstlerisch wertvolle Inserat für das &#8220;100% reine Kokosnussfett&#8221; Kunerol, hergestellt &#8220;unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S[amuel] Ehrenfeld zu Mattersburg&#8221; (!), das/der hier auch schon bei anderer Gelegenheit <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/27/bild-der-woche-kunerol/" title="Interner Link zum 'Bild der Woche - Kunerol'">Thema</a> war &#8230;</p>
<p>Weitere Infos zum sportlichen und Rahmen-Programm der aktuellen Wiener Makkabiade auf: </p>
<p class="centered"><a href="http://www.emg2011.eu/home" title="Externer Link">emg2011.eu</a></p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; aus der breiten Presse-Berichterstattung zum Thema &#8211; die Interviews mit Makkabiade-Organisator und <acronym>IKG</acronym>-Vizepräsidenten <a href="http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/sport/mehr_sport/26186_Rekord-Teilnahme-ist-fix.html" title="Externer Link zu 'wienerzeitung.at...'">Oskar Deutsch</a> und Wiens Bürgermeister <a href="http://derstandard.at/1308680206537/Standard-Interview-Unser-Verhaeltnis-ist-noch-immer-ambivalent" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">Michael Häupl</a>.</em></p>
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		<title>Der Mattersdorfer Matriken-Krimi</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/03/02/der-mattersdorfer-matriken-krimi/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 09:40:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten mussten wir unser Projekt zum jüdischen Friedhof Mattersburg stoppen (wir berichteten). Kurzfristig ist nun leider eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung des Projekts, sprich ein neuerliches Ansuchen, geplatzt. Da wir uns aber sowohl der Sache als auch unserer überaus engagierten und netten Community hier im Blog verpflichtet fühlen, werden wir ab heute das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vor einigen Monaten mussten wir unser <a href="http://www.ojm.at/blog/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Übersichtsseite 'Friedhof Mattersburg'">Projekt zum jüdischen Friedhof Mattersburg</a> stoppen (<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/10/24/eine-unerfreuliche-meldung-zum-stand-der-dinge/" title="Interner Link zum Beitrag 'Eine unerfreuliche Meldung zum Stand der Dinge'">wir berichteten</a>). Kurzfristig ist nun leider eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung des Projekts, sprich ein neuerliches Ansuchen, geplatzt. Da wir uns aber sowohl der Sache als auch unserer überaus engagierten und netten Community hier im Blog verpflichtet fühlen, werden wir <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof Mattersburg'">ab heute</a> das Projekt fortsetzen, wenn auch &#8211; wie angekündigt &#8211; deutlich langsamer und unregelmäßiger als geplant. Für mehr fehlen uns die Ressourcen. </em></p>
<p><em>Jedenfalls passend zum Neustart ein launiger Artikel unserer Korrespondentin aus Bnei-Brak, Claudia Chaya-Bathya Markovits Krempke, über so manche &#8211; vielleicht unerwartete &#8211; Gefahren, die bei der Matrikenarbeit lauern ;)</em></p>
<h3>Alles begann mit dem Scheitern einer Ehe</h3>
<p>Der in Szill-Sárkány im Komitat Ödenburg (Sopron, Ungarn) lebende Kreisarzt <abbr>Dr.</abbr> Wilhelm Szauer hatte als Mediziner in Wien am 20. Februar 1876 in Wien-Ottakring mit einer gewissen Helene Goldmann eine Ehe geschlossen, die er im Jahre 1883 lösen wollte. Er wandte sich deshalb sowohl an das Wiener Landesgericht als auch an das Ödenburger Vizegespansamt wegen Ungültigkeitserklärung seiner Ehe. Dieses sein Ansuchen sollte ungeahnte Verwicklungen herbeiführen.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[030311]" title="Trauungsmatriken und Trauungsschein Mattersdorf 1895, Archiv Sopron" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/matrikenTGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/matrikenT.jpg" width="250" height="188" alt="Trauungsmatriken und Trauungsschein Mattersdorf 1895, Archiv Sopron" /></a></p>
</div>
<p>Am 30. August 1883 wies das Ödenburger Vizegespansamt sein Ansuchen mit der Begründung ab, die Eintragung der Hochzeit in die Matriken scheine regelwidrig. Anstatt in die Matriken des Hochzeitsortes war die Eheschließung nämlich in einen besonderen Anhang der Mattersdorfer Israelitische Trauungsmatriken eingetragen worden. Trotzdem hielt sich das Vizegespansamt weder zur Vernichtung des fraglichen Matriken-&#8221;Anhanges&#8221; noch zur Ungültigkeitserklärung dieses Auszugs für berechtigt.<br />
Der so quasi mit seiner ungeliebten Frau &#8220;steckengebliebene&#8221; Szauer richtete daraufhin einen Rekurs an den ungarischen Kultusminister Treford. In dem daraufhin von dem letzteren verfassten Erlass heißt es <abbr>u. a.</abbr>:</p>
<blockquote><p>&#8230; stehen wir einem Vorgange gegenüber, der – selbst bei den erfahrenen zahlreichen traurigen Wahrnehmungen hinsichtlich der ungeordneten israelitischen Glaubensverhältnisse – die kühnste Phantasie überragt. Ein Rabbinats-Assessor, namens Jakob Hirsch, der am 7. April 1861 Mattersdorf verließ und nach Wien übersiedelte, hat angeblich mit dem Mattersdorfer israelitischen Matrikelführer David Kohn ein Übereinkommen getroffen, laut welchem die von Hirsch in Wien vollzogenen Trauungen durch Kohn in die Mattersdorfer Matrikel eingetragen werden.
</p></blockquote>
<p><cite>Israelit 31 (1885), <abbr>S.</abbr> 504</cite></p>
<p>Hier sieht man, mit welchen Schwierigkeiten sich Historiker und Genealogen bei ihrer Arbeit herumschlagen müssen!</p>
<h3>Wer sind die hier genannten Personen?</h3>
<p><strong><abbr>R.</abbr> David Kohn</strong> (gest. 1888) war Vorsitzender des Rabbinatsgerichts von Mattersdorf und als Nachfolger von <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/07/19/einer-der-nicht-rabbiner-sein-wollte/" title="Interner Link zum Beitrag 'Einer der nicht Rabbiner sein wollte'">R. Ahron Singer</a> von 1868 bis 1878 Rabbinatsverweser. In dieser Eigenschaft war er für die Führung der Geburts-, Sterbe- und Trauungsmatriken der dortigen Juden zuständig.</p>
<p><strong><abbr>R.</abbr> Jakob Hirsch </strong>(geb. 1815; gest. zwischen 1903 und 1906) stammte ebenfalls aus Mattersdorf und hatte dort vor seiner Übersiedlung als Rabbinats-Assessor, also Dajjan, fungiert. Er war ein Schwiegersohn des <abbr>R.</abbr> Gabriel Trebitsch. Seine Torastudien hatte er bei dem Mattersdorfer Dajjan <abbr>R.</abbr> Elieser Lipschitz und dann beim <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a> absolviert. Aus persönlichen Gründen – er fühlte sich in Mattersdorf von einem Teil der dortigen Juden verfolgt – verließ er die Gemeinde und ging nach Wien, oder genauer gesagt: nach Sechshaus (erst 1892 in Wien eingemeindet; damals Teil des 14. Bezirks, heute des 15.). Hier wurde er Rabbiner der orthodoxen Gemeinde &#8220;Emunas Awes&#8221; (אמונת אבות, d. h. Glaube der Väter), die in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts einen eigenen Betraum unterhielt. Um 1873 erwarb diese Vereinigung in der Storchengasse 21 ein zweistöckiges Wohnhaus, in dem eine Knabenlehranstalt, eine Talmud-Tora-Schule sowie ein Jugend-, Frauen- und Unterstützungsverein untergebracht wurden. Die Gemeinde, die 1890 aufgrund des Israelitengesetzes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien angeschlossen wurde, errichtete dort später eine Synagoge, die sogenannte &#8220;Storchenschul&#8221; <a href="#f1" title="Fu&szlig;note 1: Die Storchenschul">[1]</a><span class="sali">.</span><a id="fn1" name="fn1"></a>.</p>
<h3>Vorwürfe, Ermittlungen und Anschuldigungen</h3>
<p>Es stellte sich heraus, dass Hirsch in den Jahren 1862 – 1878 in Wien insgesamt 143 Trauungsakte vollzogen hat, welche samt und sonders in den erwähnten &#8220;Anhang&#8221; eingetragen worden waren. Die Ehe von <abbr>Dr.</abbr> Wilhelm Szauer und Helene Goldmann war übrigens <abbr>Nr.</abbr> 139.</p>
<p>Trefords Erlass fährt fort:</p>
<blockquote><p>Inwiefern Jakob Hirsch und David Kohn mala fide vorgingen oder nicht und inwiefern bei den in diesen &#8216;Anhang&#8217; eingetragenen Ehen die sonst erforderlichen gesetzlichen Formen eingehalten wurden, weiß ich nicht. Thatsache jedoch ist, daß jede israelitische Gemeinde nur jene Fälle in ihre eigenen Matrikel einzutragen berechtigt ist, welche auf ihrem eigenen Territorium sich zutragen.
</p></blockquote>
<p><cite>Ibid.</cite></p>
<p>Der Minister kommt schließlich zur Schlussfolgerung, dass nicht in Mattersdorf geschlossene, aber dennoch in der dortigen Matrik eingetragenen Ehen als <em>&#8220;nicht existirend, beziehungsweise cassirt zu betrachten&#8221;</em> sind. Die involvierten Personen könnten nicht zur Verantwortung gezogen werden, da Rabbinatsverweser David Kohn bereits verstorben sei, und <abbr>R.</abbr> Jakob Hirsch in Wien, also außerhalb Ungarns, wohne. Seit Kohns Tod habe, nach Jakob Hirschs Aussage vor dem Mattersdorfer Stuhlrichter am 21. September 1883, der Mattersdorfer Rabbiner Samuel Ehrenfeld (Rabbiner 1878–1883) alle Trauungen selbst durchgeführt. Der argwöhnisch gewordene Minister Trefort ordnete daraufhin eine Untersuchung an, mit der der Mattersdorfer Stuhlrichter Molnar betraut wurde.</p>
<p>Aus der Autobiographie <abbr>R.</abbr> Jakob Hirschs in seinem Werk &#8220;Mor Dror&#8221; (1. Teil, S. 20) erfahren wir, dass auch die österreichischen Behörden in der Angelegenheit ermittelten. Hirsch wurde von der Polizei zu einem Verhör vorgeladen und nach eigener Aussage dort sehr höflich und zuvorkommend behandelt. Trotzdem wurde es dem Rabbiner mulmig zumute. Man legte ihm einen Brief der Wiener Kultusgemeinde vor, in dem ihm die unbefugte Vornahme von Trauungen vorgeworfen wird. Hirsch wies die Anschuldigung entschieden zurück und erklärte, als Mattersdorfer Dajjan sei er zu solchen Handlungen sehr wohl autorisiert; außerdem habe er alles fein säuberlich in die Mattersdorfer Matriken eintragen lassen. Die Behörden akzeptierten seinen Standpunkt und ließen ihn unbehelligt ziehen. In seinen Aufzeichnungen bezichtigt Hirsch die Wiener Kultusgemeinde, ihn verfolgt zu haben, weil er sie wegen ritueller Neuerungen bekämpfte.</p>
<h3>Exkurs</h3>
<p>Tatsächlich waren die Spannungen innerhalb der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde nicht mehr zu übersehen. Seit der Freizügigkeit 1848 waren Scharen von Juden aus Osteuropa nach Wien gekommen, vor allem aus Ungarn und der heutigen Slowakei. Diese Neueinwanderer waren zumeist streng orthodox, und zwar nach dem Preßburger Muster. Tatsächlich stammten zahlreiche Ankömmlinge aus dieser Stadt. In Wien fanden sie Glaubensbrüder von liberalerer Gesinnung vor, die bereits im Begriff waren, sich an die nichtjüdische Umwelt zu akkulturieren. Anfang der 1860er Jahre wurden diese Spannungen so stark, dass auch die berühmte Wiener Gemütlichkeit und die vorbildliche und harmonische Zusammenarbeit zwischen dem orthodoxen Rabbiner Lazar Horwitz und Prediger Isak Noah Mannheimer sie nicht mehr zu übertünchen vermochten. Schon im Jahre 1861 forderten die Wiener Orthodoxen Autonomie, drangen aber mit ihren Forderungen nicht durch. </p>
<p>Von da an begann sich die Orthodoxie abzusondern. Obwohl der Führer der sogenannten &#8220;Preßburger&#8221;, Rabbiner Salomon Spitzer (בנימין שלמה זלמן שפיצר), damals noch selbst dem Wiener Bet-Din (Rabbinatsgericht) angehörte – dessen Integrität also auch in den Augen der Allerfrömmsten garantiert war – vermied es die Trennungsorthodoxie nun nach Möglichkeit, die genannte Institution in Anspruch zu nehmen. Ihre Mitglieder heirateten daher außerhalb der damaligen Grenzen Wiens, <abbr>z. B.</abbr> in Sechshaus, dessen jüdische Gemeinde, wie wir bereits gesehen haben, damals noch nicht zur Wiener Kultusgemeinde gehörte. </p>
<p>Einen Höhepunkt erreichten die Zwistigkeiten mit dem Amtsantritt des liberal gesinnten Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Ignaz Kuranda. Im Jahre 1872 wollte der Vorstand der IKG in den beiden großen Tempeln gewisse Gebete abschaffen. Die Orthodoxen stiegen natürlich sofort auf die Barrikaden. In bester Wiener Manier einigten sich die Rabbiner und der Vorstand schließlich auf einen Kompromiss  (diese Gebete sollten leise rezitiert werden), doch Rabbi Spitzer machte da nicht mit und trat aus dem Wiener Bet-Din (Rabbinatsgericht) aus. Er versuchte für seine Gesinnungsgenossen von den Behörden die Anerkennung als eigene Gemeinde zu erreichen. Trotz starkem Druck, einer Medienkampagne und der Unterstützung von zahlreichen ausländischen orthodoxen Rabbinern wurde diesem Ansuchen jedoch nicht stattgegeben. Vermutlich haben die Vorgänge in Ungarn um die Trennung der Gemeinden die Behörden abgeschreckt.</p>
<p>Jetzt, da die Wiener Orthodoxen das Beth Din der Kultusgemeinde nach dem Ausscheiden Spitzers einerseits nicht mehr anerkannten, anderseits aber rechtlich nicht befugt waren, selbst ein solches zu bilden, waren sie gänzlich auf andere, ihrer Meinung nach religiös zuverlässige Gemeinden angewiesen. In einer Zeitungsmeldung aus dem &#8220;Israelit&#8221; 4 (1873), <abbr>S.</abbr> 56 ist <abbr>z. B.</abbr> die Rede von einem Vater, der sich mit der Bitte um einen Get (Scheidungsbrief) für seine Tochter an Rabbiner Spitzer gewandt hatte. Dieser verwies den Mann daraufhin an das Mattersdorfer Beth Din. </p>
<p><strong>Wieder Mattersdorf!</strong></p>
<h3>Conclusio</h3>
<p>Die eingangs erwähnten Eintragungen der von <abbr>R.</abbr> Jakob Hirsch durchgeführten Trauungen in die Mattersdorfer Matriken beweist, dass nicht nur in Ungarn, sondern auch in Österreich die religiösen Angelegenheiten der Juden nicht geregelt waren. Erst das sogenannte &#8220;Israelitengesetz&#8221; aus dem Jahre 1890 stellte das Verhältnis der verschiedenen Kultusgemeinden zum Staat auf eine einheitliche Rechtsgrundlage. Und in Ungarn wurde 1885 eine Reform des jüdischen Matrikenwesens unternommen. Es hat den Anschein, dass die Gemeinde Mattersdorf einen nicht unbedeutenden Anteil daran hat.</p>
<h4>Quellen</h4>
<p>Der spezielle Fall: </p>
<ul>
<li>Israelit 31 (1885), S. 503-505; 33 (1885), <abbr>S.</abbr> 547</li>
<li>Jakob Hirsch, &#8220;Mor Dror&#8221;, 1. Teil, <abbr>S.</abbr> 20</li>
<li>R. Jakob Hirsch: Kinstlicher, Der Chatam Sofer und seine Schüler (heb.), <abbr>S.</abbr> 218-222</li>
</ul>
<p><a id="f1" name="f1"></a>[1] Tempelverein Storchengasse <span class="ext2">[<a href="#fn1" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (1)</a>]</span><span class="sali">.</span>:</p>
<ul>
<li><a href="http://david.juden.at/kulturzeitschrift/57-60/59-Andacht.htm">Jüdische Kulturzeitschrift &#8220;David&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.herklotzgasse21.at/seiten/storchen.html">Projekt &#8220;Herklotzgasse 21&#8243;</a></li>
</ul>
<p><br class="clear" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Begnadeter Überlebenskünstler / Zaungast der Politik</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 10:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnerung an den jüdischen Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller In seinem zeitgeschichtlichen Beitrag über die drei überragenden geistigen Führer der österreichischen Sozialdemokratie in der 122 -jährigen Geschichte dieser politischen Partei &#8211; Viktor Adler, Otto Bauer und Bruno Kreisky, übrigens drei Juden aus gutbürgerlich-altösterreichischem Hause &#8211; hat Hans Werner Scheidl in der Tageszeitung DIE PRESSE vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Erinnerung an den jüdischen Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller</h3>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[110111]" title="Richard Berczeller bei den Feierlichkeiten zu 60 Jahre Burgenland, 1981"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller03.jpg" width="250" height="181" alt="Richard Berczeller bei den Feierlichkeiten zu 60 Jahre Burgenland, 1981" /></a></p>
</div>
<p>In seinem zeitgeschichtlichen Beitrag über die drei überragenden geistigen Führer der österreichischen Sozialdemokratie in der 122 -jährigen Geschichte dieser politischen Partei &#8211; Viktor Adler, Otto Bauer und Bruno Kreisky, übrigens drei Juden aus gutbürgerlich-altösterreichischem Hause &#8211; hat Hans Werner Scheidl in der Tageszeitung DIE PRESSE vom 8. Jänner 2011 (Printausgabe) auch den 1902 in Ödenburg im Königreich Ungarn geborenen Richard Berczeller zu Wort kommen lassen. Mit dessen Ausspruch über Otto Bauer (<em>&#8220;Aus unseren jungen Jahren ist er nicht wegzudenken&#8221;</em>), diesen <em>&#8220;revolutionären Illusionisten der Zwischenkriegszeit&#8221;</em>. Für mich ein willkommener Anlass, an einen bedeutenden Mann zu erinnern,</p>
<p>Richard Berczeller, am 3. Jänner 1994 im Alter von 92 Jahren in New York verstorben, war ein begnadeter Überlebens- wie auch Lebenskünstler und eine Symbolfigur für die 1938 aus dem Burgenland vertriebenen Juden, den Umständen gemäß neben seiner ärztlichen und schriftstellerischen Tätigkeit aber nur ein &#8220;Zaungast der Politik&#8221; (so der Titel eines gemeinsamen Buches mit Norbert Leser), aber das mit einer kaum überbietbaren Leidenschaft.</p>
<p>Berczeller für mich entdeckt habe ich bereits 1965, eher zufällig, als sein wohl interessantestes autobiographisches Buch mit dem Titel &#8220;<em>Die sieben Leben des Doktor B.</em>&#8221; (Originaltitel : &#8220;<em>Displaced Doctor</em>&#8220;, The Odyssee Press, New York), aus dem Amerikanischen übersetzt von Kurt Wagenseil, im Paul List Verlag (München) erschienen ist. Das Buch fiel mir im Schaufenster einer  Buchhandlung in Köln auf, weil auf einem daneben angebrachten Info-Text  zu lesen war, dass sein Autor aus Ödenburg stammt.</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[110111]" title="Richard Berczeller und Mida Huber im Garten der Heimatdichterin in Landsee/Burgenland, August 1970; Bild: Klara Köttner-Benigni"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller04.jpg" width="220" height="172" alt="Richard Berczeller und Mida Huber im Garten der Heimatdichterin in Landsee/Burgenland, August 1970; Bild: Klara Köttner-Benigni" /></a></p>
</div>
<p>Ich kaufte daraufhin sofort ein Exemplar und verschlang gierig die zu einem Teil in Mattersburg (dem Städtchen, in dem ich damals zu Hause war) spielende Erzählung. Ein Jahr darauf, 1966, schenkte ich das Buch meinem Freund, dem aus Wiesen bei Mattersburg stammenden Internisten Dr. Heinz Tragl, zu seinem 30. Geburtstag. Univ.-Prof. Tragl, bis 2003 ärztlicher Leiter des SMZ- Ost in Wien, wie auch ich wurden Jahre später über unsere Freundschaft mit dem damaligen Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz auch persönlich mit Richard Berczeller gut bekannt, der in den 1970er- und 1980er- Jahren wiederholt neben Wien, wo seine Frau Maria geb. Unger geboren wurde, auch das Burgenland besucht hat.</p>
<p>Zurück zu den &#8220;Sieben Leben des Doktor B&#8221;. Richard Berczeller schildert darin seine Zeit als revolutionärer Gymnasiast in Ödenburg/Sopron, die Flucht seiner Familie nach dem Ende des Bela Kun- Regimes in Ungarn ins neue österreichische Bundesland Burgenland, wo sein Vater sich in Sauerbrunn, dem damaligen Sitz der Landesregierung, niedergelassen und als Funktionär der  Sozialdemokratischen Partei rasch Karriere gemacht hat, Leiter der neuen Burgenländischen Landeskrankenkasse und Vizepräsident der Burgenländischen Arbeiterkammer wurde. Sohn Richard studierte in Wien Medizin und nach seinen Jahren als Turnusarzt am AKH ließ er sich 1930 als praktischer Arzt  in Mattersburg nieder, hatte Patienten aus der jüdischen Gemeinde des Ortes, aber auch zahlreiche Christen, einfache Leute und prominente, wie den legendären und mächtigen christlichsozialen Politiker und Landesrat Michael Koch.</p>
<p>Nach der Machtergreifung der Nazis auch in Österreich gelang Berczeller mit Hilfe von Marie Bounaparte (einer französischen Adeligen und Schülerin Siegmund Freuds) die Flucht nach Frankreich. Nach Monaten als Kolonialarzt an der afrikanischen Elfenbeinküste und Bordellarzt in Paris landete  Berczeller mit Ehefrau und Sohn Peter 1940 in New York, wo er bis zu seinem Tod lebte, (nach zusätzlicher medizinischer Ausbildung in den USA) Jahrzehnte als Internist ordinierte und daneben in der angesehenen Zeitschrift &#8220;New Yorker&#8221; immer wieder autobiographische Erzählungen veröffentlichte.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[110111]" title="v. li: Richard Berczeller, Jolanthe Leser, Lyrikerin und Mutter des Politologen Norbert Leser, und Günter Unger anlässlich der Anbringung der Gedenktafel in Mattersburg 1985"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller02.jpg" width="220" height="160" alt="v. li: Richard Berczeller, Jolanthe Leser, Lyrikerin und Mutter des Politologen Norbert Leser, und Günter Unger, 1985" /></a></p>
</div>
<p>Seine Freundschaft mit Fred Sinowatz, der nach Kreisky Vorsitzender der SPÖ war, trug Berczeller 1985 die Viktor Adler- Medaille ein, die höchste Auszeichnung, welche die Österreichische Sozialdemokratie zu vergeben hat. Aber auch das Land Burgenland und sogar die katholische Diözese Eisenstadt unter Bischof Stefan Laszlo geizten nicht mit respektablen Orden, die sich der umtriebige und auch im hohen Alter noch immer charmante jüdische Grandseigneur ohne religiöse Bindung stets selbst vor Ort abholte. Bei solchen Anlässen festigte sich auch ein burgenländischer Freundeskreis um Berczeller, dem u.a. der damalige Vorstand der Sozialabteilung der Landesregierung, Dr. Günther Engelbrecht, wie auch ich angehörten.  </p>
<p>An der Fassade des Hauses am Mattersburger Hauptplatz, in dem Berczeller bis 1938 als Arzt gewirkt hatte, wurde eine Gedenktafel angebracht. Eine Art Wiedergutmachung durch den damaligen Mattersburger SPÖ-Bürgermeister <abbr>Mag.</abbr> Eduard Sieber, weil dessen Amtsvorgänger Anton Wessely verhindert hatte, dass das neue Mattersburger Ärztezentrum nach Richard Berczeller benannt wurde. </p>
<p>Zu Berczellers 90. Geburtstag erschien eine von Joachim Riedl (der Korrespondent österreichischer Medien in New York gewesen war und dort den burgenländischen Emigranten und Präsidenten der American Friends of Austrian Labour kennen gelernt hatte), herausgegebene Festschrift mit dem Titel &#8220;<em>Denn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!</em>&#8220;. Das Herausgeberkomitee, bestehend aus Erhard Busek, Heinz Fischer, Thomas Klestil, Herbert Krejci, Peter Marboe, Fred Sinowatz, Franz Vranitzky und Helmut Zilk, konnte glänzender nicht sein.</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[110111]" title="Richard Berczeller und Günter Unger vor der Gedenktafel für die gefallenen jüdischen Soldaten des 1. Weltkrieges vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 1983"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/berczeller01.jpg" width="200" height="203" alt="Richard Berczeller und Günter Unger vor der Gedenktafel für die gefallenen jüdischen Soldaten des 1. Weltkrieges vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 1983" /></a></p>
</div>
<p>Bei der Präsentation des Buches im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt am 23. April 1992 durch den damaligen Landeshauptmann Karl Stix unterstrich Paul Grosz, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in einer Rede die hohe Wertschätzung des Jubilars innerhalb des österreichischen Judentums. ÖVP-Altbundeskanzler Josef Klaus veröffentlichte in der Festschrift seinen &#8220;Brief an einen alten Freund&#8221;.  Richard Berczeller selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen an diesem Ereignis nicht teilnehmen.</p>
<p>Drei Wochen danach, am 13. Mai, erhielt ich seinen letzten Brief an mich aus New York, in dem er sich für meinen Fernsehbeitrag über dieses Ereignis bedankte und mir <abbr>u.a.</abbr> mitteilte, dass auch der ungarische Staatspräsident Arpad Göncz ihm zum 90er herzlich gratuliert habe. Und er schloss diesen Brief ein wenig wehmütig mit folgenden Zeilen:</p>
<blockquote><p>Trotz meiner Erfolge in einem jahrzehntelangen Leben in der Fremde wäre ich viel  lieber in meiner alten Heimat geblieben, auch wenn ich es dort nur zu einem inzwischen auch schon  pensionierten Obermedizinalrat gebracht hätte. </p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Siegel</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 13:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Zugegeben, die Arbeit an historischen Matriken kann eine recht trockene Angelegenheit sein. Umso erfreulicher ist es, wenn die Recherche, quasi nebenher, solch hübsche Fundstücke zutage bringt: das offizielle Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf, dem man seine mehr als 100 Jahre kaum ansieht &#8230; Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf (bitte Bild vergößern!), Mattersdorfer Sterbematriken, Stadtarchiv Sopron, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben, die Arbeit an historischen Matriken kann eine recht trockene Angelegenheit sein. Umso erfreulicher ist es, wenn die Recherche, quasi nebenher, solch hübsche Fundstücke zutage bringt: das offizielle Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf, dem man seine mehr als 100 Jahre kaum ansieht &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[121210]" title="Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/siegelGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/siegelGR.jpg" width="550" height="367" alt="Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Siegel der jüdischen Gemeinde Mattersdorf (<em>bitte Bild vergößern!</em>),<br />
Mattersdorfer Sterbematriken, Stadtarchiv Sopron,<br />
aufgestöbert im Rahmen der Recherchen für das (aus <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/10/24/eine-unerfreuliche-meldung-zum-stand-der-dinge/" title="Interner Link zum Eintrag 'Eine unerfreuliche Meldung zum Stand der Dinge'">genannten Gründen</a> aktuell leider auf Eis liegende) Projekt der Online-Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg</p>
<p>Beschriftung im Außenkreis: &#8220;SIG . DER . MATERSDORFER . IUDNGIMEIN&#8221;<br />
Im Innenkreis: Davidstern mit den hebräischen Buchstaben <span class="hebr" dir="rtl">ק מ ד</span> = &#8220;(Heilige jüdische) Gemeinde Mattersdorf&#8221; </p>
<div class="pagenavi">
<div class="page-nav">
<div class="nav-previous">
&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/12/05/bild-der-woche-chanukkia/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Chanukkia&#8221;</a>&nbsp;
</div>
<div class="nav-next">
&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/12/19/bild-der-woche-max-brod/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Max Brod&#8221;</a> &raquo;
</div>
</div>
</div>
<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eine unerfreuliche Meldung zum Stand der Dinge</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/10/24/eine-unerfreuliche-meldung-zum-stand-der-dinge/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/10/24/eine-unerfreuliche-meldung-zum-stand-der-dinge/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 09:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=631</guid>
		<description><![CDATA[Das hier laufende Projekt über den jüdischen Friedhof Mattersburg sowie (geplant) für 2011 auch über die beiden jüdischen Friedhöfe in Eisenstadt kann aufgrund der ohnehin knappen Ressourcen unseres Hauses nur bewältigt werden, wenn zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wir haben daher im Juli/August beim Österreichischen Nationalfonds einen Antrag zur Förderung des genannten Projekts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.ojm.at/blog/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof Mattersburg'">hier laufende Projekt</a> über den jüdischen Friedhof Mattersburg sowie (geplant) für 2011 auch über die beiden jüdischen Friedhöfe in Eisenstadt kann aufgrund der ohnehin knappen Ressourcen unseres Hauses nur bewältigt werden, wenn zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Wir haben daher im Juli/August beim Österreichischen Nationalfonds einen Antrag zur Förderung des genannten Projekts mit dem Titel &#8220;Entanonymisierung der jüdischen Friedhöfe – Burgenland&#8221; gestellt. </p>
<p>Wir wurden nun informiert, </p>
<blockquote><p>dass das Projekt in der letzten Sitzung [...] zurückgestellt wurde. Das ist [formal] keine Ablehnung. Sie haben die Möglichkeit, bei der nächsten Komiteesitzung (Mai 2011) das Projekt noch einmal vorzustellen und Missverständnisse zu klären.
</p></blockquote>
<p><em>Anmerkung:</em> Wir wissen nicht, welcher Art die Missverständnisse sind, da unserer Meinung nach das Projekt klar und umfassend definiert war. </p>
<p>Da wir also derzeit keine finanzielle Unterstützung bekommen, können wir das Projekt zu unserem großen Bedauern derzeit auch nicht wie geplant fortsetzen.</p>
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		<title>Our best wishes for Gisa</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 16:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist die Urgroßtante unserer lieben Kommentatorin aus Massachusetts, Carole Garbuny Vogel, die mit Abstand die meisten Kommentare in diesem unserem Museumsblog schrieb, 108 Jahre alt! Wir wünschen Frau Gisa von Herzen alles Gute und im wörtlichsten Sinn &#8220;bis mindestens 120&#8243;! :) Das Grab ihres Vaters befand sich auch am jüdischen Friedhof in Mattersburg und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist die Urgroßtante unserer lieben Kommentatorin aus Massachusetts, Carole Garbuny Vogel, die mit Abstand die meisten Kommentare in diesem unserem Museumsblog schrieb, </p>
<p class="centered"><strong>108 Jahre</strong> </p>
<p>alt!</p>
<p>Wir wünschen Frau Gisa von Herzen alles Gute und im wörtlichsten Sinn &#8220;bis mindestens 120&#8243;! :)</p>
<p>Das Grab ihres Vaters befand sich auch am jüdischen Friedhof in Mattersburg und ist wie fast alle Gräber dieses Friedhofes leider verschollen.<br />
Es tut mir so leid, dass wir nicht einmal das Foto des Grabes in unserer Sammlung haben, Gisa hätte sich so gewünscht wenigstens dieses zu sehen &#8230;</p>
<p>Die Großeltern von Gisa sind <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/25/kohn-abraham-21-februar-1847/" title="Interner Link zu 'Kohn Abraham - 21. Februar 1847'">Abraham Kohn</a> und <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/13/kohn-hendl-26-maerz-1884/" title="Interner Link zu 'Kohn Hendl - 26. März 1884'">Johanna (Hendl) Kohn</a>.</p>
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		<title>Der Reichsrats-Rabbiner</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/08/24/der-reichsrats-rabbiner/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 10:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Artikel-Sammlung auf unserer Website, in der sich eine Reihe wissenschaftlicher und weiterführender Beiträge v.a. zu burgenländisch-jüdischen Themen findet, hat (nach langer Zeit) soeben Zuwachs bekommen – Claudia/Chaya-Bathya, mit ihrem sachkundigen und dabei gut lesbaren Artikel über den Mattersdorfer Rabbiner und späteren Reichsratsabgeordneten Simon Sofer/Schreiber, sei Dank! Der 1820/21 in Pressburg/Bratislava als Sohn des Chatam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die <a href="http://ojm.at/artikel/" title="Interner Link zum Bereich 'Artikel' auf unserer statischen Website">Artikel-Sammlung</a> auf unserer Website, in der sich eine Reihe wissenschaftlicher und weiterführender Beiträge v.a. zu burgenländisch-jüdischen Themen findet, hat (nach langer Zeit) soeben Zuwachs bekommen – <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#wer" title="Interner Link zu 'Über das Blog'">Claudia/Chaya-Bathya</a>, mit ihrem sachkundigen und dabei gut lesbaren Artikel über den Mattersdorfer Rabbiner und späteren Reichsratsabgeordneten Simon Sofer/Schreiber, sei Dank! </em><br />
<br class="clear" /></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/sschreiber.jpg" width="156" height="208" alt="R. Simon Schreiber, Quelle: www.fxp.co.il/showthread.php?t=3564752" /></p>
</div>
<p>Der 1820/21 in Pressburg/Bratislava als Sohn des <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a> geborene Simon wurde 1842 und damit gerade 22-jährig zum Rabbiner von Mattersdorf berufen, ab 1861 wirkte er als Rabbiner von Krakau.   </p>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Im August 1852 kam <abbr>Dr.</abbr> Marcus Lehmann, der nachmalige Rabbiner (&#8230;) von Mainz, (&#8230;) in Mattersdorf an. Über sein Zusammentreffen mit <abbr>R.</abbr> Simon schreibt er:</p>
<blockquote><p> &#8230; Diese wenigen Stunden sind mir unvergesslich geblieben. Oberrabiner Schreiber, einer der schönsten Männer, die ich gesehen habe – er zählte damals 32 Jahre – überschüttete mich förmlich mit wundervollen Erklärungen schwieriger Talmud-, Midrasch- und Bibelstellen, darunter Vieles von seinem großen Vater, dem Oberrabbiner von Pressburg, Rabbi Moscheh Sopher (Schreiber).
</p></blockquote>
<p>Im Jahr 1879 schließlich wird Simon Abgeordneter im Reichsrat zu Wien:<br />
Als sich im Lande die Nachricht verbreitete, daß der Krakauer Rabbiner zum Abgeordneten gewählt worden sei und nach Wien ins Parlament des Kaisers fahren werde, da tanzten die Juden auf der Straße. Die Feste, die damals selbst im kleinsten jüdischen Dorf gefeiert wurden, sollen tagelang gedauert haben.</p>
<blockquote><p><abbr>R.</abbr> Simon muss im Reichsrat einen recht kuriosen Eindruck gemacht haben, wie er da so auf der äußersten Rechten mitten unter den Polen saß: ein recht korpulenter Mann in einem langen Kaftan aus schwarzer, schimmernder Seide, das Haupt bedeckt mit einer hohen Samtkappe, mit wallendem graumeliertem Vollbart und den langen Schläfenlocken (Pe&#8217;ot oder <abbr>jidd.</abbr> Pejes) der Ostjuden. (&#8230;)</p>
<p>Im Reichsrat, dem damals auch der Antisemitenführer Georg von Schönerer angehörte, zirkulierte ein Witz, der nebenbei auch seine politische Spitze hatte: Beim Namensaufruf kam stets – trotz des Alphabets – Schreiber vor Schönerer. So hieß es einmal auch: &#8220;Herr Abgeordneter Schreiber&#8221; – &#8220;Hier!&#8221; – &#8220;Herr Abgeordneter Schönerer&#8221; – &#8220;Fehlt!&#8221; – &#8220;Kunststück, es ist kaner &#8216;schönerer&#8217; nach dem Schreiber &#8230;&#8221;
</p></blockquote>
<p>All dies und vieles mehr, etwa: wieso <abbr>R.</abbr> Simon Sofer silberne Löffel verschenkte oder warum selbst der Kaiser sich vor ihm bückte, <strong>lesen Sie im <a href="http://www.ojm.at/artikel/sofer01/" title="Interner Link zum Artikel auf unserer statischen Website">Artikel &#8220;<abbr>R.</abbr> Simon Sofer (Schreiber; <span class="hebr" dir="rtl">שמעון סופר</span>)&#8221;</a></strong>.</p>
<p class="tipp"><strong><acronym>PS</acronym></strong>: Und noch ein sehr schöner Eisenstadt-/Burgenland-Bezug: Nachdem <abbr>R.</abbr> Simon Sofer gestorben war, wurde an seiner Stelle für den Wahlkreis Kolomea-Buczacz-Sniatyn der in Dukla (Galizien) gebürtige Floridsdorfer Rabbiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Samuel_Bloch" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Samuel_Bloch'">Josef Samuel Bloch</a> in den Reichsrat gewählt. Bloch ist vor allem bekannt durch seinen Aufsehen erregenden Prozess gegen den Verfechter der Ritualmordlüge, <abbr>Prof.</abbr> August Rohling.</p>
<p>Weniger bekannt hingegen ist, dass Bloch in Eisenstadt an der Jeschiva von <abbr>R.</abbr> Esriel Hildesheimer studiert hatte. Und dort ist er hochkantig hinausgeflogen, nachdem er sich einen üblen Scherz mit zwei seiner Studienkollegen erlaubt hatte. Hildesheimer hat ihm das noch jahrelang nachgetragen. Lesen Sie über den Vorfall im <a href="http://www.archive.org/stream/erinnerungenausm01blocuoft#page/10/mode/2up" title="Externer Link zu 'archive.org...'">1. Teil seiner Autobiografie</a>!</p>
<p class="tipp"><em><strong><acronym>PPS</acronym></strong>: Rabbi Simon Schreiber findet sich als ehemaliger Abgeordneter <del datetime="2010-09-23T16:40:32+00:00">auch auf der <a href="http://www.parlament.gv.at/WW/DE/PAD_60079/ah_60079.shtml" title="Externer Link zu 'palament.gv.at...'">Website des österreichischen Parlaments</a></del> – (<strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 23. 09. 2010</strong>) auch auf der neuen <a href="http://www.parlament.gv.at/PERK/PARL/HIS/JUED/index.shtml" title="Externer Link zu 'parlament.gv.at...'">Parlaments-<span lang="en" xml:lang="en">Website</span></a> genannt. Wir freuen uns, zu diesem Parlaments-Eintrag dank Claudias Artikel eine ausführliche Biographie Simons ergänzen zu können bzw. hiermit unsere &#8220;two cents&#8221; zum <del datetime="2010-09-23T22:18:11+00:00">anstehenden</del> vollzogenen <a href="http://derstandard.at/1277339191719/Parlament-verordnet-sich-Online-Facelift" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">Relaunch</a>  der Parlaments-Website beizutragen&#8230;</em></p>
<p class="tipp"><strong>Den gesamten Beitrag können Sie in unserem Artikelbereich lesen: <a href="http://www.ojm.at/artikel/sofer01/" title="Interner Link zum Artikel auf unserer statischen Website"><abbr>R.</abbr> Simon Sofer (Schreiber; <span class="hebr" dir="rtl">שמעון סופר</span>)</a></strong>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Einer, der nicht Rabbiner sein wollte</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/07/19/einer-der-nicht-rabbiner-sein-wollte/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/07/19/einer-der-nicht-rabbiner-sein-wollte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Rev (Herr) Aron Singer (אהרן זינגר) (Rabbinatsverweser) Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein Gesicht zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der Grabstein von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rev (Herr) Aron Singer (<span class="hebr" dir="rtl">אהרן זינגר</span>) (Rabbinatsverweser) </h3>
<p><em>Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein <strong>Gesicht</strong> zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/" title="Interner Link zum 'Singer Aaron - 28. Oktober 1868'">Grabstein von Aron Singer</a> <span lang="en" xml:lang="en">online</span> war, schickte uns Chaya-Bathya folgenden Artikel über den 1868 Verstorbenen.</em></p>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="R. Aron Singer"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asinger.jpg" width="180" height="247" alt="R. Aron Singer" /></a></p>
</div>
<p>Geboren um 1806 als Sohn armer Eltern aus Szentgrod (<a href="http://www.szentgrot.hu/" title="Externer Link zu 'szentgrot.hu'">Zalaszentgr&oacute;t</a>, Ungarn). Seine Eltern waren <abbr>R.</abbr> Jizchak und Jentl, die Tochter des Lackenbacher Rabbiners <abbr>R.</abbr> Salman Lipschitz, die beide schon früh starben. Der 10jährige Waisenknabe Aron kam nach Mattersdorf zu seinem Onkel mütterlicherseits, dem Dajjan <abbr>R.</abbr> Elieser Lipschitz, unter dessen Leitung er sich dem Talmudstudium widmete. Der Familientradition zufolge soll er auch ein Semester lang beim <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a> (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer-Schreiber) gelernt haben. </p>
<p>Auf Wunsch dieses Onkels verehelichte sich Aron mit Selda Deutsch, eine Tochter des <abbr>R.</abbr> Mendel Deutsch (ein Bruder von <abbr>R.</abbr> Josef Zwi Deutsch in Mattersdorf). Als ältestes männliches Familienmitglied hatte er aber auch für seine Geschwister zu sorgen. Hierzu heißt es im Vorwort zu seinem Werk &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221;:</p>
<blockquote><p>Als <abbr>R.</abbr> Arons Schwester ins heiratsfähige Alter kam, war er selbst erst 17 Jahre alt. Man redete ihm zu, er solle nach Pressburg zum Chatam Sofer (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer) fahren und von ihm eine rabbinische Autorisation erhalten. Damit könne er eine schöne Summe Geldes verdienen, und zwar aus dem Legat einer Frau in Kanischa (Nagykanizsa). Er könne so die Hochzeit seiner Schwester bezahlen. <abbr>R.</abbr> Aron wollte aber nichts davon hören. Da mischte sich der berühmte Gelehrte <abbr>R.</abbr> Elieser (Müller) Dresnitz, einer der angesehensten Schüler des Chatam Sofer und Dajjan in Mattersburg, ein und befahl <abbr>R.</abbr> Aron, sich nach Pressburg aufzumachen. Außerdem übergab er ihm einen Brief an den Chatam Sofer. Da mußte <abbr>R.</abbr> Aron notgedrungen einwilligen, fuhr nach Pressburg und erhielt das Zeugnis. Dieses verfehlte seinen Eindruck auf die Verwalter des erwähnten Legats nicht, und <abbr>R.</abbr> Aron erhielt eine Summe, mit der er seine Schwester verheiraten konnte.
</p></blockquote>
<p> <cite>Zitiert bei Kinstlicher, siehe unten Literatur, <abbr>S.</abbr> 41</cite></p>
<p>Der Chatam Sofer soll <abbr>R.</abbr> Aron ein überaus lobendes Zeugnis ausgestellt haben (<em><abbr>s.</abbr> Toldot Sofrim, <abbr>S.</abbr> 105-106</em>).</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron wohnte zeitlebens in Mattersdorf. Sein Leben war einfach, ohne Wechsel, wie das vieler Erdengrößen, die sich mit ungeteilter Energie einem bestimmten Berufe hingeben. Selbst die äußerst bedrängten Verhältnisse seiner Familie vermochten ihn nicht vom Torastudium abzuhalten. </p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons Gelehrsamkeit und Fleiß machten auf die Umgebung schon früh Eindruck. Alsbald scharten sich Jünger um ihn, die an seinen reichen Kenntnissen ihren Wissensdurst befriedigten. Sie fanden an ihm nicht nur einen Lehrer, sondern auch einen liebevollen Freund und Ratgeber. Von seinen insgesamt etwa 40 Schülern wurde er hoch verehrt. Unter ihnen finden wir: <abbr>R.</abbr> Benjamin Seew Wolf Breuer, Rabbiner in Tab (<em>in Ungarn, <abbr>Anm.</abbr></em>); <abbr>R.</abbr> David Friedmann, Rabbiner in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/deutschkreutz/" title="Interner Link zur Gemeinde auf unserer statischen Website">Deutschkreutz</a>; <abbr>R.</abbr> Jehuda Löb Lemberger-Lwow, Rabbiner in Rozsnyo (Roznava, Slowakei); <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Schön-Jaffe (Neffe <abbr>R.</abbr> Arons) in Mattersdorf; <abbr>R.</abbr> Akiva Kornitzer; Vorsitzender des Rabbinatsgerichts in Krakau und <abbr>R.</abbr> Schlomo (Alexander, Sandor) Fischer, Rabbiner in Karlsburg (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alba_Iulia" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Alba Iulia</a>, Rumänien). </p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin. R. Hildesheimer war von 1851 - 1869 Rabbiner in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHSGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHS.jpg" width="180" height="239" alt="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin" /></a></p>
</div>
<p>Bis 1860 lebte <abbr>R.</abbr> Aron als Privatmann. Durch die Übertragung des Amts eines Dajjans auf ihn nach dem Abgang seines Vorgängers <abbr>R.</abbr> Simon (<span class="hebr" dir="rtl">שמעון</span>) Sofer wurden seine finanziellen Verhältnisse insofern besser, als er ein kleines festes Einkommen bezog, das ihn jedoch auch nicht vor Mangel schützte. Die offizielle Annahme des Rabbinats verweigerte er, doch wurde zu seinen Lebzeiten kein Rabbiner gewählt. Er wird daher offiziell unter dem Titel &#8220;Rabbinatsverweser&#8221; (<abbr>d. h.</abbr> Verwalter des Rabbinats) geführt, obschon er sämtliche Funktionen eines Rabbiners erfüllte.</p>
<p>Hoch gelobt werden auch <abbr>R.</abbr> Arons menschliche Eigenschaften. Seine Bescheidenheit, sein liebevolles Wesen, sein nie ermüdender Eifer, Gutes zu stiften, machten ihn allseits beliebt. Trotz seiner eigenen Bedürftigkeit verließ kein Armer ungetröstet seine Schwelle.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron verstarb plötzlich am 28. Oktober 1868 (12. Cheschwan 5629) nach Teilnahme an einem Festmahl (<span class="hebr" dir="rtl">סעודת מצווה</span>) in Neudörfl bei Mattersdorf, das er noch &#8220;mit freudiger Begeisterung&#8221; mitgefeiert hatte.</p>
<p>An seinem Begräbnis nahmen zahlreiche Menschen teil. Der &#8220;Israelit&#8221; schildert dies mit folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Es war eine Szene von wahrhaft erschütterndem Eindrucke, als der <span class="hebr" dir="rtl">ארון</span> (Sarg) aus dem Hause getragen wurde. Es musste alle ein tiefes Schmerzgefühl durchzucken bei dem Anblicke des geliebten Toten; dies bewies das plötzlich wie aus einem Munde ertönende herzzerreißende Wehklagen von Jung und Alt, von Frauen und Mädchen, von Juden und Christen, denn auch letztere hatten der Charaktergröße des Verstorbenen ihre Verehrung nicht versagen können.
</p></blockquote>
<p>Der Dajjan von Mattersdorf sowie die Rabbiner von Deutschkreutz, von Lackenbach und <abbr>R.</abbr> Elieser von Ödenburg hielten Trauerreden.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons schriftliche Aufzeichnungen wurden 1958 in Jerusalem unter dem Titel &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron hatte 7 Kinder, darunter <abbr>R.</abbr> Jizchak Elieser <abbr>S.</abbr> in Mödling. Unter seinen Schwiegersöhnen sind: der Mattersdorfer Dajjan <abbr>R.</abbr> Josef Pressburger (der Mann seiner Tochter Beila Krassel); sein oben erwähnter Neffe <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Jaffe-Schön und <abbr>R.</abbr> Chaim Kohn in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1pa" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Papa</a> (der Mann seiner Tochter Jentel; ihr Grabstein in &#8220;<a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/html/families.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org...'">Mattersdorf Families</a>&#8221; <abbr>s.</abbr> unter &#8220;Kohn&#8221;).</p>
<h4>Literatur </h4>
<ul>
<li>(Kinstlicher) <span class="hebr" dir="rtl">משה אלכסנדר זושא קינסטליכר, ה&#8217;חתם סופר&#8217; ותלמידיו, בני-ברק: מכון &#8216;זכרון&#8217;, תשס&#8221;ה</span>, <abbr>S.</abbr> 40-42.</li>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/#comment-885" title="Interner Link zum Kommentar vom 24. Juni 2010">Kommentar von Carole Vogel zu &#8220;Singer Aron&#8221;</a>. </li>
<li>Zeitungsmeldungen: Beratung der Rabbiner der Sieben Gemeinden über Kultusangelegenheiten: Is 45 (1862), <abbr>S.</abbr> 186. Unterschreibt Protest gegen Horwitz und Mannheimer (Kompert-Prozeß): Is 8 (1864), <abbr>S.</abbr> 95-97. Ableben: Is 47 (1868), <abbr>S.</abbr> 873-874 [auch Biographie].</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Synagoge Mattersburg</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/27/bild-der-woche-synagoge-mattersburg/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/06/27/bild-der-woche-synagoge-mattersburg/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 09:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Sofort beim Eintreten in den Tempel fiel der große Almemor [= Ort der Toralesung, Bima; Anm.] auf. Rings um den Almemor liefen Bänke, vor denen Betstühle standen…An der Vorderseite des Almemors stand die 1 ½ m hohe und entsprechend breite Menorah [= 7-armiger Leuchter; Anm.] &#8230; Die Sitzgelegenheiten waren im Tempel spärlich. Rings um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Sofort beim Eintreten in den Tempel fiel der große Almemor [= Ort der Toralesung, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bima" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Bima'">Bima</a>; Anm.] auf. Rings um den Almemor liefen Bänke, vor denen Betstühle standen…An der Vorderseite des Almemors stand die 1 ½ m hohe und entsprechend breite Menorah [= 7-armiger Leuchter; Anm.] &#8230; Die Sitzgelegenheiten waren im Tempel spärlich. Rings um die vier Wände lief eine Bankreihe. Nur im hinteren Teile des Tempels waren einige Reihen. Das Gros der Gemeinde verfügte über keine Sitzgelegenheit &#8230; Die Tempelwände waren (&#8230;) mit Gebetstücken beschrieben &#8230; Der Plafond (&#8230;) war mit Emblemen, Motiven, die teilweise dem religiösen Leben entnommen waren (Feststrauß, Menorah, Vögeln, Sternen), bemalt &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Max Grunwald, Mattersdorf, in: Jahrbuch für Jüdische Volkskunde 1924/25, <abbr>hrsg. v.</abbr> Max Grundwald, Berlin 1926. <abbr>S.</abbr> 417-420.</cite></p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/mbSynGR.jpg" width="550" height="380" alt="Synagoge in Mattersdorf, um 1920" class="centered" /></p>
<p class="centered">Synagoge in Mattersdorf, um 1920. Zwar unleserlich, aber in den Umrissen erkennbar: die in unserem <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/" title="Interner Link zum Beitrag 'Mittelalterliche jüdische Gemeinde Mattersdorf?'">Blogbeitrag</a> diskutierte Gedenktafel an der Außenfront der Synagoge.</p>
<p>Die Mattersburger Synagoge, am wulka-seitigen Ende der Judengasse gelegen (<abbr>s.</abbr> den von Meir Deutsch zur Verfügung gestellten <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/07/woittitz-jehuda-11-november-1921/#comment-707" title="Interner Link zum Kommentar zu 'Woittitz-Jehuda...'">historischen Stadtplan</a>), stammte in ihrer baulichen Endgestalt wohl aus dem späten 19. Jahrhundert; die Baugeschichte bleibt allerdings, zusammen mit der (Früh-)Geschichte der Mattersburger Judengemeinde im Ganzen, umstritten &#8211; nachzulesen in unserem jüngsten <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/" title="Interner Link zum Beitrag 'Mittelalterliche jüdische Gemeinde Mattersdorf?'">Blog-Beitrag</a> &#8230;</p>
<p>Der Mattersburger Tempel wurde im September 1940 gesprengt (<abbr>s.</abbr> den Bericht von <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/09/bild-der-woche-gedenkstein-mattersburg/#comment-364" title="Interner Link zum Kommentar zu 'Bild der Woche - Gedenkstein Mattersburg'">Hans Paul</a>). Fotografische (Innen-)Ansichten der Synagoge sind rar, umso wertvoller ist die ausführliche (hier nur in kleinen Auszügen zitierte) Beschreibung bei Max Grunwald. </p>
<p>Heute erinnert an die Mattersburger Synagoge ein Gedenkstein am Brunnenplatz (<abbr>s.</abbr> unser <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/09/bild-der-woche-gedenkstein-mattersburg/" title="Interner Link zum 'Bild der Woche' vom 09. Mai 2010">Bild der Woche – Gedenkstein Mattersburg</a>). </p>
<p>Gegenwärtig werden in Mattersburg Pläne für ein (neues) Synagogen-Denkmal diskutiert &#8211; wir sind gespannt &#038; werden über allfällige Fortschritte hier im Blog berichten &#8230; (vielen Dank an Gemeinderätin Sonja Sieber für die Informationen).</p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/20/bild-der-woche-mirjam-pressler/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Mirjam Pressler&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/07/04/bild-der-woche-judisches-viertel-eisenstadt/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Jüdisches Viertel Eisenstadt&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mattersdorf?</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 08:39:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielen Dank an Meir Deutsch, der uns dieses sonst weitgehend unbekannte Bild der Tafel schickte, die an der Synagoge in Mattersdorf angebracht war. Wir kannten das Bild dieser Tafel selbst nicht und auch in der uns bekannten Literatur fanden wir zwar Hinweise auf die Tafel, aber kein Bild von ihr. According to the plaque that [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[230610]" title="Ehemalige Gedenktafel an der Synagoge Mattersdorf"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/synMBGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/synMB.jpg" width="450" height="190" alt="Ehemalige Gedenktafel an der Synagoge Mattersdorf" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Vielen Dank an Meir Deutsch, der uns dieses sonst weitgehend unbekannte Bild der Tafel schickte, die an der Synagoge in Mattersdorf angebracht war. Wir kannten das Bild dieser Tafel selbst nicht und auch in der uns bekannten Literatur fanden wir zwar Hinweise auf die Tafel, aber kein Bild von ihr.</p>
<blockquote><p>According to the plaque that was plastered at the front of the Synagogue it was first built in 5114 which is 1353-1354, but this date seems too early. I have seen a picture of the plaque, and it seems to me that it can be read as 5310 <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> and not <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, which correspond to 1550 [we see that the three Hebrew letters have a dot over them, which usually means that you have to add the value of these letters and not to read them consecutively as a date, as the other year on the plaque 5635]. This date fits with the expulsion of the Jews from Odenburg in 1527, which settled in Mattersburg.
</p></blockquote>
<p><cite>Meir Deutsch, Yalde Shabat, Jerusalem 2008, <abbr>S.</abbr> 42.</cite></p>
<p>Meir Deutsch weiter:</p>
<blockquote><p>It is said that the &#8220;Founders&#8221; of the Jewish community in Mattersdorf were the six Families of the tribe of Levi, that were expelled from Spain and Settled in Mattersdorf. The Jews were expelled from Spain in 1492 = 5252. If we take the reading of the date on the Plaque as 5310 = 1550, than we get that the first Synagogue was built just 58 years after the expulsion of the Jews from Spain and only 23 years after Odenburg expelled its Jews who settled in Mattersdorf.
</p></blockquote>
<p>Schön der Reihe nach, zuerst die Übersetzung:</p>
<ol>
<li>Erstgebaut im 6. Jahrtausend im Jahre &#8220;KID&#8221; (oder) &#8220;KIR&#8221; <em>(der 3. und letzte Buchstabe des letzten Wortes der 1. Zeile ist umstritten)</em></li>
<li>und von neuem errichtet im Jahr 635 <em>(= 1875)</em>. </li>
<li>So höre du sie im Himmel, <em>(<abbr>s.</abbr> 1 Könige 8,32 <abbr>u.a.</abbr>)</em></li>
<li>wenn sie kommen um zu beten n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). <em>(Der Zahlenwert des Nebensatzes ergibt noch einmal 635, also das Jahr 1875!)</em></li>
</ol>
<p><strong>1. Zeile:</strong><br />
Das 6. Jahrtausend beginnt (umgerechnet) im Jahr 1240/41, siehe <a href="http://www.ojm.at/lexikon/z/#zeit" title="Interner Link zum Lexikoneintrag auf unserer statischen Website">Lexikoneintrag zur Zeitrechnung</a>.<br />
Je nachdem, ob wir <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> oder <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span> lesen, erhalten wir &#8211; wie auch Meir Deutsch schreibt -, entweder 114 oder 310, umgerechnet also das Jahr 1353/54 oder 1550/51.</p>
<p>Meir Deutsch plädiert für die Lesung <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span>, also &#8220;KIR&#8221; (1550), und argumentiert damit, dass wir im Mittelalter keine jüdische Gemeinde in Mattersdorf belegt haben, 1550 aber insbesondere deshalb möglich wäre, weil eine jüdische Besiedlung Mattersdorfs nach der Vertreibung der Juden aus Ödenburg (Sopron) belegt ist.</p>
<p>Auch Hodik schreibt: </p>
<blockquote><p>Möglicher Ausgangspunkt für die Historie bleibt in jedem Fall die an der Gassenfront der Synagoge entdeckte Tafel, die als Erbauungsdatum das Jahr 5114 (1353/54) ausgewiesen haben soll <em>(<abbr>Anm.</abbr>: Hodik kennt die Tafel offenbar nicht)</em>. Dürfen wir aber diese Angabe ohne weiteres übernehmen und genügt sie denn, um mit Sicherheit auf die Existenz einer jüdischen Siedlung zu jener Zeit schließen zu können?<br />
&#8230;<br />
Historisch gesichertes Terrain betreten wir erst am Ende des 15. <abbr>bzw.</abbr> zu Beginn des 16. Jahrhunderts. &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Fritz <abbr>P.</abbr> Hodik, Beiträge zur Geschichte der Mattersdorfer Judengemeinde im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, <abbr>S.</abbr> 7<abbr>f.</abbr></cite></p>
<p>Dieselbe Auffassung vertritt Harald Prickler:</p>
<blockquote><p>Der Hauptort der Grafschaft Forchtenstein war Mattersdorf (das heutige Mattersburg): Hierher übersiedelte Juden sind seit 1527 mehrfach nachweisbar, das Urbar der Grafschaft Forchtenstein von 1526 weist in Mattersburg noch keinen Juden aus, hingegen anstelle der späteren Judenhäuser viel öde Hofstätten (Söllnerhäuser). 1438 wird zwar der in Mattersburg wohnhafte Juden Kysaan mit seiner Frau Mendel urkundlich genannt, er trat als Gläubiger der Grafen von Forchtenstein und ihres Burghauptmanns Hans Linzer auf, <strong>doch kann aus dieser vereinzelten Nennung keineswegs auf den Bestand einer jüdischen Gemeinde im Mittelalter an dieser Stelle geschlossen werden</strong> <em>(Hervorhebung von mir)</em>. Die neue Judensiedlung entstand seit 1526 auf dem zum herrschaftlichen Meierhof gehörigen herrschaftlichen Gelände (Kurialgrund), auf dem sich die 1291 geschleifte Burg Mattersdorf befunden hatte, im Anschluss an die Marktsiedlung flussabwärts.</p></blockquote>
<p><cite>Harald Prickler, Beiträge zur Geschichte der burgenländischen Judensiedlungen, in: Juden im Grenzraum, Eisenstadt 1993, <abbr>S.</abbr> 72<abbr>f.</abbr></cite></p>
<p>Bleibt schließlich noch Max Grunwald zu zitieren, der zumindest nicht abgeneigt zu sein scheint, die Frühdatierung 1354/55 zumindest in Erwägung zu ziehen:</p>
<blockquote><p>Der Mattersdorfer Rabbinatsassessor Reb Joel Fellner und Reb <abbr>J.</abbr> Hirsch ließen sich in die Kuppelhöhe des Tempels hinaufseilen, um die in der Kuppel befindliche Jahreszahl zu enträtseln. Es stand dort: &#8220;ad ki jawo Schiloh lefak&#8221;, das wäre 462 = 1702 der bürgerlichen Zeitrechnung. An der Gedenktafel der Gassenfront des Tempels liest man als Erbauungsdatum 5114 (1354). Sollte diese Zahl das Erbauungsdatum richtig wiedergeben, dann muss angenommen werden, dass im angeführen Vers die ersten 5 Buchstaben besonders gekennzeichnet waren, welche als Prat katan kaf jud dalet ergeben.
</p></blockquote>
<p><cite>Max Grunwald, Mattersdorf, in: Jahrbuch für Jüdische Volkskunde 1924/25, <abbr>hrsg. v.</abbr> Max Grundwald, Berlin 1926, <abbr>S.</abbr> 415<abbr>f</abbr>.</cite></p>
<p>Grunwalds Formulierung ist ein wenig missverständlich, er meint, dass die Inschrift in der Kuppel nicht nur die Jahreszahl 462 (1702) angibt, sondern <em>auch</em> zusätzlich (?) das Gründungsjahr der Synagoge angeben will: <span class="hebr" dir="rtl">עד כי יבא שילה</span> ist ein Zitat aus Genesis 49,10 (Der Segen Jakobs) &#8220;bis der kommt, dem er gehört <em>(der Herrscherstab)</em>&#8220;.<br />
Grunwalds Versuch, das Gründungsdatum der Gedenktafel auch im Zitat der Kuppel wiederzufinden, darf fast als rührend bezeichnet werden. Auch wenn die Zahlenwerte der ersten 5 Buchstaben des Verses tatsächlich 114 (also 1354) ergeben, es bleibt Theorie. Auch Hodik (siehe oben) unterstützt die Theorie Grunwalds nicht, sondern hält es für sehr wahrscheinlich, dass sich die Jahreszahl in der Kuppel (1702) auf den Abschluss von Instandsetzungsarbeiten an der Synagoge bezieht (allerdings hat Hodik, wie schon angeführt, die Gedenktafel nicht gesehen!).<br />
<em><span lang="en" xml:lang="en">Off topic</span>: Warum mussten sich die beiden Kuppelinschriftsinspizienten eigentlich hinaufseilen lassen, war die Inschrift so klein geschrieben? Und haben sie die Details nicht überliefert oder gab es keine?</em></p>
<h3>Zwischenstand und drei hebräische Buchstaben unter der Lupe</h3>
<p><strong>Wir halten also fest:</strong> Es gibt keine weiteren historischen Hinweise oder gar Belege für eine mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mattersdorf, lesen wir auf der Gedenktafel als Gründungsdatum der Synagoge wirklich <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span> für 114 (1354/55) (und lassen die Kuppelinschrift und die Theorie Grunwalds einmal außen vor), wäre dies der <strong>einzige</strong> Beleg für eine Frühdatierung einer jüdischen Gemeinde in Mattersdorf!</p>
<p><strong>Und doch tendiere ich dazu <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, also 114 (1354/55) zu lesen</strong>:</p>
<ul>
<li>Meir Deutsch argumentiert, dass die Punkte über dem letzten Wort der 1. Zeile (mit dem die Jahreszahl angegeben wird) besondere Berücksichtigung verdienen, da bei der anderen Jahreszahl (in der 2. Zeile) keine Punkte über den hebräischen Buchstaben zu finden sind (sprich: Lies die erste Jahreszahl (auch) als Wort, die zweite als bloße Jahreszahl). Allerdings finden wir auch keine Punkte über den Buchstaben in der letzten Zeile, in der aber der gesamte Satz &#8211; werden die einzelnen Buchstaben als Zahlenwerte gelesen &#8211; ebenfalls die Jahreszahl 635 (=1875) ergibt! Das am Schluss der Inschrift stehende &#8220;LP&#8217;K&#8221; (nach der kleinen Zeitrechnung) <span class="hebr" dir="rtl">לפ&#8221;ק</span> bezieht sich somit auf alle 3 in der Inschrift vorhandenen Jahreszahlen!</li>
<li>Das hebräische Wort &#8220;KIR&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> bedeutet &#8220;Mauer/Wand&#8221; (seltener und nur in bestimmtem Kontext auch &#8220;Stadt&#8221;). Dies ergibt aber im Zusammenhang mit dem Gründungsdatum der Synagoge wenig Sinn.</li>
<li>Was auch gegen die Lesung &#8220;KIR&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> spricht: Sollte wirklich die Jahreszahl 310 (1550/51) angezeigt werden, warum dann nicht gleich mit dem im Kontext sinnvolleren Wort &#8220;KRI&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קרי</span> &#8220;Lesung&#8221;? Außerdem hätte man damit nicht nur ein sinnvolleres Wort, sondern auch die Zahlenwerte der Buchstaben in ihrer gewohnten Reihenfolge (Hunderter-, Zehnerzahl) gehabt!</li>
<li>Die Lesung &#8220;KID&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, also der Zahlenwert 114 und somit das Jahr 1354/55 ermöglicht uns nicht, ein sinnvolles Wort zu lesen, die Zahlenwerte der Buchstaben wären aber in ihrer gewohnten Reihenfolge, die 3 Buchstaben einfach als Jahreszahl zu lesen. Den Punkten über den Buchstaben messe ich auch keine besondere Bedeutung bei (siehe oben erstes Argument).</li>
<li>Die Formulierung &#8220;im 6. Jahrtausend&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">באלף הששי</span> finden wir häufig im <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/23/grabstein-mittelalter-i/" title="Interner Link zu 'Grabstein Mittelalter I - Grabstein aus 1252'">Mittelalter (Beispiel: 1252)</a>, kurz oder relativ kurz nach der Jahrtausendwende (1240). Die jüngsten Belege mit dieser Formulierung auf deutschen Grabsteinen etwa datieren aus dem Jahr 1438. Für das 15. und 16. Jahrhundert ist die Quellenlage dünn, tendenziell würde ich die Formulierung in der Mitte des 16. Jahrhunderts aber eher nicht erwarten, eine bewusste archaische Formulierung ist jedoch auch nicht auszuschließen.</li>
</ul>
<h3>Es bleiben viele Fragen:</h3>
<ul>
<li>Die Tafel wurde 1875 (oder später) an der Gassenfront der Synagoge angebracht. Die Verfasser des Textes auf der Tafel mussten sich auf Traditionen, vielleicht auch auf schriftliche Quellen bezüglich des Gründungsdatums berufen können, haben den Text vielleicht sogar ganz oder teilweise von einer alten Tafel/Vorlage <abbr>etc.</abbr> wörtlich übernommen (siehe Formulierung &#8220;6. Jahrtausend&#8221;).</li>
<li>Könnten dabei Fehler passiert sein? Oder handelt es sich beim Datum 1354/55 etwa um Traditionen, die vielleicht mehr auf Legendenbildung als auf historischen Tatsachen beruhen?</li>
<li>Stimmt am Ende Grunwalds Theorie doch, dass wir auch in der Kuppelinschrift der Synagoge das Gründungsdatum 114 (1354/55) finden und hätten wir damit einen <strong>zweiten Hinweis auf eine Frühdatierung</strong> des Enststehens der jüdischen Gemeinde Mattersdorf? Sehe ich mir manche Grabinschrift auf dem <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof Mattersburg'">jüdischen Friedhof Mattesdorf</a> an, möchte ich nicht einmal wirklich ausschließen, dass in der Kuppelinschrift sogar beide Daten, 1702 <em>und</em> 1354 zu finden gewesen sein könnten.</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<h3>Conclusio</h3>
<p>Ich lese die Gründungsjahreszahl auf der Gedenktafel der Synagoge als 314 (1354/55), bin mir aber bewusst, dass ein einziger &#8211; noch dazu unsicherer &#8211; Beleg nicht reicht, um den Beginn einer jüdischen Besiedlung in Mattersdorf sicher ins Mittelalter zu datieren.</p>
<p>Und doch &#8211; ich würde mich wahrlich nicht wundern, sollten doch einmal (weitere) Dokumente auftauchen, die beweisen, dass auf dem heute burgenländischen Teil Westungarns damals nicht nur Eisenstadt eine voll ausgebildete jüdische Gemeinde besaß!</p>
<p>Siehe dazu besonders auch unseren Beitrag <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/09/amos-oz-ein-mattersburger/" title="Interner Link zum Beitrag vom 09. September 2010">Amos Oz &#8211; ein Mattersburger?</a> und insbesondere auch den <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/09/amos-oz-ein-mattersburger/#comment-829" title="Interner Link zum Kommentar vom 21. Juni 2010">Kommentar von Christopher</a>! Denn der Ur-Ur-<abbr>usw.</abbr>-Großvater von Amos Oz ist der 1408 verstorbene Rabbiner Abraham Klausner &#8230; aus Mattersdorf!</p>
<h3>Danke</h3>
<p>Danke an Meir Deutsch, Israel, für das Bild der Gedenktafel und für die Anregung, mich näher mit ihr auseinanderzusetzen!</p>
<p>Danke an Frau <a href="http://134.91.195.113/wiki/index.php/Mitarbeiter:Nathanja_H%C3%BCttenmeister" title="Externer Link zu 'Nathanja Hüttenmeister - Mitarbeiterin am Steinheim Institut">Nathanja Hüttenmeister</a> vom Salomon Ludwig Steinheim Institut Duisburg für wertvolle Anregungen zur Inschrift :)!</p>
<p class="tipp">Da wir jetzt &#8220;nur&#8221; die Gedenktafel an der Gassenfront der Synagoge in Mattersdorf kennengelernt haben &#8230; am Wochenende gibt&#8217;s dann in unserem &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/27/bild-der-woche-synagoge-mattersburg/" title="Interner Link zum 'Bild der Woche - Synagoge Mattersburg'">Bild der Woche</a>&#8221; mehr zur Synagoge!</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir das wunderbare Buch von Michael Brocke <a href="http://134.91.195.113/wiki/index.php/Hauptseite" title="Externer Link zum Steinheim Institut">&#8220;Verborgene Pracht &#8211; Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona &#8211; Aschkenasische Grabmale</a> sowie auch ganz besonders die großartige <a href="http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat" title="Externer Link zu 'steinheim-institut.de...'">epigraphische Datenbank &#8220;epidat&#8221;</a> des Salomon Ludwig Steinheim Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Matriken</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/30/bild-der-woche-matriken/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/05/30/bild-der-woche-matriken/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 May 2010 09:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[sopron]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=303</guid>
		<description><![CDATA[Die Aufarbeitung des jüdischen Friedhofes Mattersdorf/Mattersburg hält derzeit die ganze Frau- und Mannschaft des Museums auf Trab. Während in Eisenstadt an den hebräischen Inschriften auf den vorhandenen Fotos (und Abschriften) der Grabsteine gearbeitet wird, werden andernorts, nämlich in Sopron, Wien und Mattersburg, die Mattersdorfer/Mattersburger Matriken von 1833 bis 1938 beschafft &#8230; Aber es sind in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufarbeitung des <a href="http://www.ojm.at/blog/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zur Übersichtsseite des Projekts">jüdischen Friedhofes Mattersdorf/Mattersburg</a> hält derzeit die ganze Frau- und Mannschaft des Museums auf Trab. Während in Eisenstadt an den hebräischen Inschriften auf den vorhandenen Fotos (und Abschriften) der Grabsteine gearbeitet wird, werden andernorts, nämlich in <span lang="hu" xml:lang="hu">Sopron</span>, Wien und Mattersburg, die Mattersdorfer/Mattersburger Matriken von 1833 bis 1938 beschafft &#8230;</p>
<p>Aber es sind in der Tat weniger die hebräischen Inschriften als die Ungarisch geführten Matriken, die das Projekt immer wieder unfreiwillig bremsen, da unsere Ungarischkenntnisse nur auf exzessivem Wörterbuchgebrauch beruhen ;-)</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/matrikenGR.jpg" width="550" height="367" alt="Matriken der jüdischen Gemeinde Mattersdorf in Sopron" class="centered" /></p>
<p class="centered">Matriken der jüdischen Gemeinde Mattersdorf, Stadtarchiv <span lang="hu" xml:lang="hu">Sopron</span></p>
<p><strong>An dieser Stelle herzlichen Dank für die sehr freundliche Kooperation an <abbr>Mag.</abbr> Wolf-Erich Eckstein von der Matrikenabteilung der <acronym>IKG</acronym> Wien sowie an <abbr>Dr.</abbr> Andr&aacute;s Krisch vom Stadtarchiv <span lang="hu" xml:lang="hu">Sopron</span> und Anita Grafl vom Standesamt Mattesburg!</strong></p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/23/bild-der-woche-schulzeugnis-1906/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Schulzeugnis 1906&#8243;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/06/bild-der-woche-religion-vor-ort/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Religion vor Ort&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Schulzeugnis 1906</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/23/bild-der-woche-schulzeugnis-1906/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/05/23/bild-der-woche-schulzeugnis-1906/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 May 2010 08:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=255</guid>
		<description><![CDATA[Auch ohne fundierte Kenntnisse des Ungarischen ist klar zu erkennen, dass J&#243;zsef Deutsch ein Musterschüler war :) Insbesondere in den Hebräischfächern (Lektüre, Schrift, Biblische Geschichte etc.) erhielt er die Bestnote &#8220;Hervorragend&#8221;! Ein interessantes und wertvolles historisches Dokument: Schulzeugnis von J&#243;zsef Deutsch, in der 5. Klasse der jüdischen (Grund)Schule in Mattersdorf (heute Mattersburg), 1906. Mattersdorf war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ohne fundierte Kenntnisse des Ungarischen ist klar zu erkennen, dass J&oacute;zsef Deutsch ein Musterschüler war :)<br />
Insbesondere in den Hebräischfächern (Lektüre, Schrift, Biblische Geschichte <abbr>etc.</abbr>) erhielt er die Bestnote &#8220;Hervorragend&#8221;!</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/zeugnisDGR.jpg" width="550" height="760" alt="Schulzeugnis J&oacute;zsef Deutsch, 1906" class="centered" /></p>
<p class="centered">Ein interessantes und wertvolles historisches Dokument:<br />
Schulzeugnis von J&oacute;zsef Deutsch, in der 5. Klasse der jüdischen (Grund)Schule in Mattersdorf (heute Mattersburg), 1906.<br />
Mattersdorf war damals noch ungarisch und hieß <span lang="hu" xml:lang="hu">Nagymarton</span>.</p>
<blockquote><p><span lang="en" xml:lang="en">Already at the time of Maria Theresa,  (1717-1780) there was a Jewish school  in Mattersdorf. As there was no school building,  the classes were held in the synagogue and later in private houses. Only in 1883 was a Jewish school building  built.</span></p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">In 1873 the Jewish school  had 130 pupils, aged six to twelve in three classes. Out of these 130 pupils &#8211;  76 were boys and 54 girls.  Three teachers taught these students, therefore, proportionally, each teacher taught 43 pupils, as against one teacher for every 93 pupils in the Christian school. It is not difficult to calculate which of the two schools gave a better education.</span>  </p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Besides these pupils there were also eleven boys and six girls aged 12 to 15 in the Jewish school. Although the Mattersdorf Jewish community was an Orthodox community, the syllabus included general studies. We can also see that already in the 19th century it was customary in Mattersdorf to educate girls and send them to school just as they sent the boys.</span></p></blockquote>
<p><cite>Meir Deutsch, Yalde Shabat, Jerusalem 2008, <abbr>S.</abbr> 45<abbr>f.</abbr></cite></p>
<p class="centered"><strong>Vielen Dank an Meir Deutsch, Israel, für die Zusendung des Zeugnisses seines Vaters sowie für die Zurverfügungstellung des erklärenden Textes!<br />
</strong></p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/16/bild-der-woche-turmbau-zu-babel/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/30/bild-der-woche-matriken/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Matriken&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Gedenkstein Mattersburg</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 09:24:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute gibt es im Burgenland keine jüdischen Gemeinden mehr, 1938 bedeutete das endgültige Aus einer mehr als 300-jährigen Geschichte der Juden in dieser ehemals westungarischen Region. Außer der Privatsynagoge von Samson Wertheimer in unserem Museum existieren heute nur mehr das Gebäude der Synagoge von Stadtschlaining (in dem die Bibliothek der Friedensuniversität untergebracht ist) sowie die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute gibt es im Burgenland keine <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/" title="Interner Link zu den jüdischen Gemeinden des Burgenlands auf unserer statischen Website">jüdischen Gemeinden</a> mehr, 1938 bedeutete das endgültige Aus einer mehr als 300-jährigen Geschichte der Juden in dieser ehemals westungarischen Region. </p>
<p>Außer der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/17/rosch-haschana-5770-wertheimersche-schul/" title="Interner Link zum Beitrag 'Rosch haSchana 5770 - Die Wertheimer'sche Schul'">Privatsynagoge von Samson Wertheimer</a> in unserem Museum existieren heute nur mehr das Gebäude der Synagoge von <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/schlaining/" title="Interner Link zur Gemeinde Schlaining auf unserer statischen Website">Stadtschlaining</a> (in dem die Bibliothek der Friedensuniversität untergebracht ist) sowie die baufällige Synagoge in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/kobersdorf/" title="Interner Link zur Gemeinde Kobersdorf auf unserer statischen Website">Kobersdorf</a>. Im Unterschied zu anderen Orten, in denen es einst blühende jüdische Gemeinden gab, finden wir in Mattersburg seit einigen Jahren einen Gedenkstein, der an die Synagoge erinnert.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/mbPTSGR.jpg" width="550" height="407" alt="Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Mattersburg" class="centered" /></p>
<p>Vergangene Woche besuchte uns die 2. Klasse des Polytechnischen Lehrgangs Mattersburg und die Schülerinnen und Schüler boten spontan an, diesen Gedenkstein zu fotografieren und uns als &#8220;Bild der Woche&#8221; zu schicken.</p>
<p>Es ist das erste &#8220;Bild der Woche&#8221; einer Schulklasse und wir hoffen, es folgen bald weitere Schulklassen diesem Beispiel. ;)</p>
<p class="centered"><strong>Herzlichen Dank an die Lehrerin <abbr>Mag.<sup>a</sup></abbr> Gertraud Tometich sowie an alle Schülerinnen und Schüler des Polytechnischen Lehrgangs Mattersburg!</strong></p>
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/16/bild-der-woche-turmbau-zu-babel/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<item>
		<title>Die verschollenen Grabsteine</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/die-verschollenen-grabsteine/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/die-verschollenen-grabsteine/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 12:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221; Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet. Heute finden sich auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221;</h3>
<p>Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet.</p>
<p>Heute finden sich auf dem jüdischen Friedhof von Mattersburg nur einige wenige alte Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente, die in eine Mauer (beidseitig) eingesetzt wurden sowie 150 von der Chevra Kadischa gespendete (namenlose) Grabsteine (oder richtiger &#8220;Grabsteinattrappen&#8221;).</p>
<div id="mittig3d">
<ul id="bildchen8">
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg heute - mit 150 'Grabsteinattrappen'" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb01.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg heute" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen/Grabsteinfragmenten" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb02.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb03.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Und doch, wir kennen mehr als 300 Namen, Todesdaten und Grabinschriften von jüdischen Toten, die auf dem Friedhof begraben waren. Denn durch einen glücklichen Zufall ist das Österreichische Jüdische Museum im Besitz von Fotos und Abschriften, die der Religionsschulinspektor für mosaischen Glauben, Isidor Öhler, im Auftrag der Gestapo vor 1945 für das Reichssippenamt anfertigte &#8211; oder wohl korrekter: anfertigen musste.</p>
<h3>Isidor Öhler</h3>
<p>Isidor Öhler wurde am 09. 10. 1878 in Topolesany (Slovakei/Ungarn) geboren und verstarb am 02. 04. 1968 in Wien. Verheiratet war er seit 1938 mit Alice, geb. Weiner (1896 – 1987). Bereits 1901 wurde Öhler als Religionslehrer in den Schuldienst der Israelitischen Kultusgemeinde Wien berufen. Im Jahre 1910 wurde er zum Schulinspektor für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen bestellt.</p>
<p>Im Nachruf von Dr. Ernst Feldsberg  heißt es:</p>
<blockquote><p>Mit <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler ist einer jener letzten von dieser Welt gegangen, die die Geschichte der großen Wiener jüdischen Gemeinde seit 1901, also durch fast 60 Jahre, miterlebt haben, ein Mann, der ein lebendes Nachschlagewerk dieser klassischen Zeit der Wiener Kultusgemeinde war. </p>
<p>&#8230;</p>
<p>Seit dem Jahre 1943 versah <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler die rabbinischen Funktionen am Seitenstettentempel und, nachdem auch die Kantoren des Seitenstettentempels den Weg ins KZ Theresienstadt angetreten hatten, war Reg.-Rat Oehler auch der Vorbeter in diesem Gotteshaus. Als treuer Verehrer des großen Kantors Salomon Sulzer sang er jeden Freitagabend und an jedem Sabbat gemeinsam mit den wenigen Juden, die zurückgeblieben waren, Sulzersche Melodien, die auch in der schwersten Zeit der Verfolgung im Seitenstettentempel nicht verstummt waren.</p>
<p>Nach der Befreiung im Jahre 1945 wurde Oehler mit der Wiedereinrichtung des Religionsunterrichts beauftragt &#8230; Im Jahre 1948 trat er in den wohlverdienten Ruhestand &#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Die Gemeinde 124 (1968), <abbr>S.</abbr> 19</cite></p>
<h3>Das Projekt</h3>
<p>Als wir vor einigen Jahren in den Besitz der Fotos und Zettel mit den Abschriften gelangten, waren diese vollkommen durcheinander. Ein Päckchen mit den Fotos und ein anderes Päckchen mit den Zetteln. Fotos und Abschriften mussten daher erst geordnet und zusammengeführt werden. Bei dieser Arbeit fielen uns zu unserer großen Überraschung übermäßig viele (kleinere) Fehler in den Abschriften auf. Wenn möglich (die Fotos sind oft sehr schwer lesbar), versuchten wir diese Fehler auszubessern. Nur, das Problem sind nicht so sehr die Fehler an sich, sondern dass wir selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass Isidor Öhler sehr wohl die entsprechenden Kenntnisse hatte, um die vorliegenden Abschriften fehlerlos anzufertigen! Hat er die Fehler absichtlich eingebracht, um vielleicht nicht allzuviele Informationen preisgeben zu müssen? </p>
<p>Es muss leider offen bleiben, ob Öhler die Abschriften auf Grundlage der Fotos oder vor Ort, also am Friedhof anfertigte. Oft sieht es nach Fotoarbeit, oft nach Friedhofsarbeit aus. So manche Inschrift, die am Foto nicht oder kaum identifizierbar ist, hätte sich am Friedhof gut lesen lassen. Vielleicht gilt aber auch hier, dass Öhler aus guten Gründen bewusst oberflächlich, oft auffällig oberflächlich arbeitete? Denn es bleiben viele Ungereimtheiten in den Transkriptionen Öhlers. Wir wissen die Gründe nicht, Faktum ist aber, dass die Abschriften einen Arbeitsstil widerspiegeln von jemandem, der ohne große Mühe nur schnell etwas fertigstellen wollte/musste und dem ganz offensichtlich der oder die Auftraggeber (aus naheliegenden Gründen) nicht wichtig war(en).</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[270410]" title="Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb04.jpg" width="450" height="296" alt="Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910" /></a>
</div>
<p class="centered">Der jüdische Friedhof in Mattersdorf &#8211; wie der Ort bis 1925 hieß; Ansichtskarte um 1910</p>
<ul>
<li>Wir werden ab sofort schrittweise alle von Isidor Öhler angefertigten Fotos und Abschriften hier im Blog online stellen und hoffen, bis Mai 2011 die Arbeit abschließen zu können.</li>
<li>Die Inschriften werden in dieser (ersten) Phase nicht bearbeitet oder übersetzt, wir wollen Öhlers Fotos und Abschriften möglichst rasch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die meisten Interessierten die Abschriften Öhlers und gegebenenfalls auch die Grabinschriften selbst auf den Fotos lesen (und übersetzen) können. Anmerkungen werden nur gemacht, wenn die eigene Lesung von Namen oder Sterbedatum von jener Öhlers abweicht.</li>
<li>Wir stellen die Mattersburger Grabsteinfotos und –abschriften bewusst hier im Blog online, um Interessierten und/oder Angehörigen Kommentare zu ermöglichen. Im Idealfall können dadurch fehlende – insbesondere auch biografische – Daten schrittweise ergänzt werden.</li>
<li>Alle Beiträge werden unter dem (neu angelegten) Thema (in der Kategorie) <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof-Mattersburg'">&#8220;Friedhof Mattersburg&#8221;</a> archiviert. Da die Mattersburger Grabsteinfotos und Abschriften für die meisten BlogleserInnen von nur geringem Interesse sein dürften, haben wir uns entschlossen, &#8211; aus Gründen der Übersichtlichkeit &#8211; alle Beiträge dieses Themas sowohl von der Indexseite (also der Blogstartseite), von den jüngsten Beiträgen als auch von der Archivseite auszuschließen. </li>
<li>Eine eigene <a href="http://www.ojm.at/blog/archiv-friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zu 'archiv-friedhof-mattersburg'">Archivseite</a>, nur für die Beiträge des Mattersburger Friedhofs, ermöglicht eine schnelle Übersicht über alle Namen und Sterbedaten.</li>
<li>Die Fotos und Abschriften werden zunächst in zufälliger Reihenfolge online gestellt, da noch immer einige &#8220;Problemfälle&#8221; eine korrekte Zuordnung erschweren. Zum Schluss werden selbstverständlich Register &#8211; nach Namen und Sterbedaten geordnet &#8211; angelegt.</li>
<li>Schließlich ist noch zu klären, ob Grabsteine, die mit Foto und Abschrift vorliegen (wir also hier online stellen) mit in die Mauer am Friedhof eingesetzten Grabsteinen oder Grabsteinfragmenten korrespondieren.</li>
</ul>
<p>Bei diesem Projekt, dessen Entwicklung Sie ab heute Schritt für Schritt online mitverfolgen können, geht es um mehr, als nur darum, einige Namen online zu stellen. Mit der &#8220;Entanonymisierung&#8221; des jüdischen Friedhofes Mattersburg soll nicht nur für die Stadt Mattersburg, sondern für das gesamte Burgenland wichtige Erinnerungsarbeit geleistet werden. Die Fotos und Abschriften Öhlers sind heute die einzigen Zeugen des großen jüdischen Friedhofes einer weltberühmten jüdischen Gemeinde.</p>
<p>Am jüdischen Friedhof Mattersburg &#8220;muss&#8221; nicht mehr gerodet, es müssen keine jüdischen Grabsteine renoviert werden (siehe <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Interner Link zum Beitrag vom 10. Jänner 2010">Beitrag &#8220;Am jüdischen Friedhof II&#8221;</a>). Ich würde mir aber wünschen, dass die Namen der Toten nach Abschluss unserer Arbeit nicht nur hier in der Online-Datenbank, sondern auch (<abbr>z.B.</abbr> auf einer Gedenktafel) am jüdischen Friedhof vor Ort zu finden sind.</p>
<p><a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof-Mattersburg'">Zur Datenbank &#8220;Jüdischer Friedhof Mattersburg&#8221;  (<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>) &#8230;</a> (die ersten 10 Grabsteine sind <span lang="en" xml:lang="en">online</span>)</p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">English Summary</span>:<br />
<span lang="en" xml:lang="en">Only a few fragments of the former gravestones of the Jewish cemetery in Mattersburg could be preserved, they are embedded in a wall and can today be visited in Mattersburg. It is not clear how many gravestones existed on the cemetery before 1945, neither what happened to them. Nevertheless the Austrian Jewish Museum holds a rich source of information on the former cemetery. Luckily, it came in possession of more than 300 photographs and transcriptions of the epitaphs made by Isidor Öhler (the superintendent of schools for religious education) on the authority of the Gestapo in the beginning of 1945. Those photographs and transcriptions will be published online as blog postings bit by bit.</span> </p>
<ul>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Intern Link to theme 'Friedhof-Mattersburg'"><span lang="en" xml:lang="en">Database  &#8220;Jewish cemetery in</span> Mattersburg (German)&#8221;  (<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>) &#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/archiv-friedhof-mattersburg/" title="Intern Link zu the archive"><span lang="en" xml:lang="en">Archive &#8211; Overview</span></a></li>
</ul>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 12. Mai 2010:</strong> Yitzchok Stroh and <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/breuer-ginendl-14-jaenner-1927/#comment-350" title="Intern Link zu the comment of Carole">Carole G. Vogel</a> have been <a href="http://www.recognitionscience.com/cgv/research%20mattersdorf.htm" title="Extern Link to 'recognitionscience.com ...'">reconstructing the genealogy of the Jewish community of Mattersdorf from 1698 &#8211; 1939</a>!</p>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 01. Juli 2010:</strong> Seit heute gibt es die (auf shtetlinks.jewishgen.org) gelaunchte <a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm'">Website zu Mattersdorf</a>.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; diesmal ausnahmsweise sehr techniklastig ;) &#8211; allen Feedabonnenten eine eventuelle Anpassung der Feedadresse unseres Blogs: Sollten Sie die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg nicht via Feed erhalten wollen, bessern Sie bitte die Feedadresse aus auf <a href="http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-46">http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-46</a>.<br />
Sollten Sie nur die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg via Feed erhalten wollen (was uns allerdings ein wenig traurig machen würde), verwenden Sie bitte folgende Feedadresse: <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/feed/">http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/feed/</a>.<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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