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	<title>Koschere Melange &#187; rätsel</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Am jüdischen Friedhof III</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[rätsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können Gleich nach unten zu unserem Rätsel Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3> Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können</h3>
<div id="ankernav">
<p class="liste"><a title="Zu unserem 'Übersetzungsrätsel'" href="#raetsel">Gleich nach unten zu unserem Rätsel</a></p>
</div>
<p>Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder weniger derselbe ist, können Sie auch mit nur bescheidenen  Kenntnissen des Hebräischen (immer wiederkehrende) Strukturen erkennen und mehr aus einer Inschrift herauslesen, als Sie vielleicht vermuten. Insbesondere  Name und Sterbedatum sollten meist kein Problem sein. </p>
<p>Salopp formuliert:<br />
Es geht in diesem Beitrag einzig und allein darum, dass Sie eine hebräische Grabinschrift strukturell erkennen und einige Details lesen können. Drucken Sie diesen Beitrag aus, gehen Sie auf den nächstliegenden jüdischen Friedhof mit hebräischen Inschriften und versuchen Sie, einzelne Elemente des untenstehenden Schemas (wie Name, Datum <abbr>usw.</abbr>) zu erkennen <abbr>bzw.</abbr> zu lesen.</p>
<p>Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</p>
<h4>Schematischer Aufbau einer Grabinschrift</h4>
<p><strong>Achtung: Hebräisch wird immer von rechts nach links gelesen!</strong></p>
<div class="centeredHeb">
<p><span class="grosss"><strong>Symbol</strong></span><br />
(Träneneiche; Krug mit Becken (Leviten); Hände (Kohanim, Priester) etc.)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Hier liegt geborgen</span> <span class="hebr" dir="rtl">פ&#8221;ט / פ&#8221;נ</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">פה טמון / טמונה // פה נטמן / נטמנת</span><br />
po tamun / tmuna // po nitman / nitmenet</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Geschlechtsangabe, Titulaturen, ehrende Beiwörter</span></strong></p>
<p>(Titulaturen und ehrende Beiwörter beziehen sich bei Männern praktisch immer auf religiöse Würden und Ämter, bei Frauen stehen meist Bibelzitate.)</p>
<p>ein Mann (&#8220;isch&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">איש</span> + Eigenschaft(swort), eine Frau (&#8220;ischa&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">אישה</span> + Eigenschaft(swort)</p>
<p>Herr (&#8220;Rev&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; (רב)</span> + Name, Frau (&#8220;Marat&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">מ&#8221; (מרת)</span> + Name</p>
<p>der CHAVER (&#8220;He-chaver&#8221;, niederer Rang in der Gemeindehierarchie) <span class="hebr" dir="rtl">ה&#8221;ח (החבר)</span></p>
<p>ein angesehener Mann (isch nichbad) <span class="hebr" dir="rtl">איש נכבד</span></p>
<p>der ehrenhafte Herr (kvod harav) <span class="hebr" dir="rtl">כ&#8221;ה (כבוד הרב)</span></p>
<p>eine bedeutende Frau (ischa chaschuva) <span class="hebr" dir="rtl">אשה חשובה</span></p>
<p>die bescheidene Frau (ha-ischa ha-znu&#8217;a) <span class="hebr" dir="rtl">האשה הצנועה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Name +</span> <span class="hebr" dir="rtl">ז&#8221;ל / ע&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">זכרונו / זכרונה לברכה // עליו / עליה השלום </span><br />
sichrono / sichrona livracha (sein / ihr Andenken möge bewahrt werden)<br />
alav / aleha ha-schalom (auf ihm / auf ihr sei der Friede)</p>
<p>Herr Mose Wolf, sein Andenken möge bewahrt werden <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; משה וואלף ז&#8221;ל (זכרונו לברכה) </span></p>
<p>Frau Resl Austerlitz, auf ihr sei der Friede <span class="hebr" dir="rtl">מרת ריזל ע&#8221;ה (עליה השלום)</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Ableben</span> <span class="hebr" dir="rtl">י&#8221;נ</span> </strong></p>
<p>(Das Ableben wird meist durch einen positiven Ausdruck umschrieben;<br />
nur selten: er / sie &#8220;starb (met/a)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">מת / מתה</span>)</p>
<p>Seine / Ihre Seele ging hinweg <span class="hebr" dir="rtl">יצאה נשמתו / נשמתה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Todesdatum</span></strong></p>
<p>(siehe unseren Lexikoneintrag &#8220;<a href="http://www.ojm.at/lexikon/z/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/z/' auf unserer statischen Website">Zeitrechnung</a>&#8220;)</p>
<p>Die Zahlenwerte jener hebräischen Buchstaben, die mit Punkten oder Strichen gekennzeichnet sind, werden einfach zusammengezählt. Das Ergebnis, eine Hunderterzahl, addieren Sie zum (bürgerlichen) Jahr 1240 einfach dazu. Ergibt die Summe <abbr>z.B.</abbr> 697 <span class="hebr" dir="rtl">תרצ&#8221;ז</span>, haben wir das (Sterbe)jahr 1937 (1240 + 697).<br />
Genau genommen ist dies das jüdische Jahr 5697. Die Zahl 5, also die Tausenderzahl, wird aber meist nicht geschrieben (wie bei uns &#8217;10 statt 2010), es steht statt <abbr>z.B.</abbr> 5697 meist nur 697.<br />
Fast immer wird dann nach der Jahreszahl als Zusatz &#8220;nach der kleinen Zeitrechnung&#8221;, <abbr>d.h.</abbr> &#8220;ohne Tausenderzahl&#8221;, angefügt:</p>
<p>(wörtlich) &#8220;nach der kleinen Zählung (lifrat katan)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">לפ&#8221;ק = לפרט קטן</span><br />
Achten Sie auf diese 3 Buchstaben, denn davor steht immer die Jahreszahl!</p>
<p>Vorsicht ist allerdings geboten, wenn ein Datum der Monate Tischre, Cheschwan, Kislew und Tevet umgerechnet wird. Da das jüdische Jahr im Herbst beginnt, fällt ein Datum der genannten vier Monate noch in das &#8220;alte&#8221; bürgerliche Jahr. </p>
<p>Meist findet man vor der Jahreszahl <span class="hebr" dir="rtl"> (ב)שנת</span> &#8220;(bi)schnat&#8221;, &#8220;(im) Jahr&#8230;&#8221; (von: <span class="hebr" dir="rtl">שנה</span> &#8220;schana&#8221;, &#8220;Jahr&#8221;).</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Lob</span></strong></p>
<p>(Dieser oft sehr lange Text beinhaltet meist viele biblische und rabbinische Zitate und wird hier nicht näher beschrieben)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Schlussworte (Schlusseulogie)</span> <span class="hebr" dir="rtl">ת&#8221;נ&#8221;צ&#8221;ב&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">תהי נפשו / נפשה צרורה בצרור החיים </span><br />
tehi nafscho / nafscha zrura bizror ha-chajim (Seine / Ihre Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens, Anlehnung an 1 Samuel, 25,29).</p>
</div>
<p>Es darf schon angekündigt werden: Wir wollen eine neue und überarbeitete Auflage des <a href="http://www.ojm.at/publikationen/hebraeisch/" title="Interner Link zum Hebräischbuch auf unserer statischen Website">Hebräischbuches</a> möglichst bald als <span lang="en" xml:lang="en">E-Book</span> zur Verfügung stellen. Im Buch finden Sie ausführlichere Erklärungen und viele Übungen.</p>
<h3><a id="raetsel" name="raetsel"></a>Unser Rätsel: Lesen und &#8220;übersetzen&#8221; Sie folgende Grabinschrift:</h3>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080310]" title="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/616GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/616.jpg" width="150" height="150" alt="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt" /></a></p>
</div>
<p><em>Anmerkung:</em><br />
Falls Sie gleich hier nach unten zum Rätsel gesprungen sind, ohne unseren Beitrag lesen zu müssen, sind Sie mit unserem Rätsel vermutlich unterfordert ;)</p>
<p>Bitte keine Scheu, das Rätsel ist sehr einfach. Das oben Gelernte kommt noch nicht wirklich zum Einsatz, es geht vor allem um das Erkennen der hebräischen Buchstaben. Sie benötigen für die Lösung kein einziges hebräisches Wort. Die Inschrift ist in deutscher Sprache (mit hebräischen Buchstaben) verfasst und ist der hier original wiedergegebene untere Teil einer Grabinschrift eines Grabes auf dem jüngeren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt (siehe Bild! Der obere Hauptteil der Inschrift ist Hebräisch und hier ausgeblendet).</p>
<div class="centered">
<p><span class="hebr" dir="rtl">היער רוהעט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">דיע ליעבענדע טאכטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">טרייע גאטטין</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אונד צארטליכע מוטטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">רעזי איינהארן געב. שפיטצער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">געשטארבען אים <span dir="ltr">26.</span> יאהרע</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">נאך לאנגעם ליידען</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אללגעמיין בעטרויערט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אם <span dir="ltr">28.</span> פעבער 5637. </span></p>
</div>
<p>Wir verlosen unter den eingesendeten richtigen Lösungen drei (!) GewinnerInnen des Buches <a href="http://www.ojm.at/publikationen/gemeinden/" title="Interner Link zum Buch auf unserer statischen Website">&#8220;Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li>Bitte schicken Sie die Lösung <strong>bis Sonntag, 14. März 2010</strong> an folgende <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>-Adresse: <a href="mailto:raetsel@ojm.at">raetsel@ojm.at</a></li>
<li>Bitte geben Sie in Ihrer <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span> an, ob wir Ihren Namen im Falle des Gewinns hier veröffentlichen dürfen</li>
<li>Die Reihenfolge der eingelangten Lösungen spielt keine Rolle</li>
<li>Am Montag, dem 15. März, ermitteln wir die GewinnerInnen per Los, geben die Namen (wenn erlaubt) bekannt und stellen die Lösung hier selbstverständlich gleich <span lang="en" xml:lang="en">online</span> </li>
<li>Es ist das unser erstes Rätsel, bitte haben Sie Nachsicht! Falls etwas unklar ist, zögern Sie nicht zu fragen, am besten gleich als Kommentar unten oder via <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span></li>
<li>Zur Sicherheit sei nochmals erwähnt: Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</li>
<li><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 14 Uhr: Die Zahlen im Rätsel werden von links nach rechts gelesen!</li>
</ul>
<p><strong>Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Freude beim &#8220;Übersetzen&#8221; und freuen uns sehr auf Ihre <span lang="en" xml:lang="en">E-Mails</span> mit den Lösungen!</strong></p>
<h4><a id="gew" name="gew"></a><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 15. März &#8211; Die Lösung unseres kleinen Rätsels:</h4>
<div class="centered">
Hier ruh(e)t<br />
die liebende Tochter,<br />
treue Gattin<br />
und zärtliche Mutter,<br />
Resi Einhorn, geb. Spitzer,<br />
gestorben im 26. Jahre<br />
nach langem Leiden.<br />
Allgemein betrauert<br />
am 28. Feber 5637 (= 1877).
</div>
<p>Als Gewinner wurden heute Morgen durch Los ermittelt (die Bücher sind schon unterwegs!):</p>
<ul>
<li><strong>Patrick Frankl</strong>, Eisenstadt</li>
<li><strong>Ferdinand Creuz</strong>, Nagold (<abbr>D</abbr>)</li>
<li><strong>Ute Schulz</strong>, Augsburg (<abbr>D</abbr>)</li>
</ul>
<p>Wir gratulieren sehr herzlich und danken allen, besonders auch jenen, die diesmal nicht gewonnen haben, für die Zusendungen. Besonders erfreulich war, dass nur richtige Lösungen einlangten. Immerhin kamen die E-Mails aus Österreich, Deutschland und Israel :)</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir als Ergänzung und Weiterführung die Lektüre des jüngst erschienenen Blogbeitrags <a href="http://jhva.wordpress.com/2010/02/24/lesen-hebraischer-grabsteine-wie-geht-das/" title="Externer Link zu 'jhva.wordpress.com ...'">&#8220;Lesen hebräischer Grabsteine &#8211; wie geht das?&#8221;</a> auf dem Blog des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg. </em></p>
<div class="pagenavi">
<div class="page-nav">
<div class="nav-previous">
&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Bl&auml;ttern Sie zum ersten Beitrag der Serie 'Am jüdischen Friedhof'">  Am jüdischen Friedhof II</a>&nbsp;
</div>
</div>
</div>
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