Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: schalom-salam-grüß-gott

Eisenstadt x 3

Ein interreligiöser Stadtspaziergang – im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß…

Ein interreligiöser Stadtspaziergang – im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“:

Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang

Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt – Treffpunkt: Vorplatz des Martinsdoms

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)


Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt steht auf dem Programm des dritten Teils unserer Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ – mit Besuch und sachkundiger Führung durch den Martinsdom, die historisch einzigartige evangelische Auferstehungskirche sowie die Wertheimer-Synagoge (bei Interesse auch mit Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof); Ausklang im jüdischen Museum.

Durch den Martinsdom führt Dr. Clara Prickler, durch die Auferstehungskirche Prof. Mag.a Christa Grabenhofer, durch die Wertheimer-Synagoge (und das jüdische Viertel) Christopher Meiller und Johannes Reiss.

Eintritte und Führungen sind frei!

Eine Anmeldung wird erbeten:


Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ finden Sie in unserem Übersichtsartikel.


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Hehre Ziele, steinige Wege?

Christlich-katholische Perspektiven auf die Begegnung von Juden, Christen & Muslimen Ein Beitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ Vorbemerkung: Folgender Beitrag bietet eine Sammlung ausgewählter christlich-katholischer…

Christlich-katholische Perspektiven auf die Begegnung von Juden, Christen & Muslimen

Ein Beitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“


Vorbemerkung: Folgender Beitrag bietet eine Sammlung ausgewählter christlich-katholischer Perspektiven auf die Beziehung & Begegnung von Juden, Christen und Muslimen – auf Basis offizieller kirchlicher Positionsbestimmungen sowie theologischer Vorüberlegungen sollen christliches Selbstverständnis und -positionierung v.a. in der Begegnung mit Judentum und Islam überblicksmäßig und annäherungsweise bestimmt und einige „dialogische“ Grundlinien gezogen werden.


Selbstverständnis & Ziele: Theologische & lehramtliche Grundlagen

  • Das Selbstverständnis des Christentums in der Begegnung mit anderen Religionen ist, vor allen Ansprüchen an den religiös Anderen, geprägt von einer fundamentalen Selbstverpflichtung: An sich selbst adressiert das Christentum einen (keineswegs mit missionarischen Bemühungen gleichzusetzenden) Imperativ der Dialogizität und des brüderlichen Umgangs –

    Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt

    1 Petrus 3,15; vgl. auch Unsere Hoffnung. OG I. S. 85; Nostra Aetate 1, 2, 5.

  • Bei allen (nicht zu überspielenden) theologischen Differenzen und angesichts einer (nicht zu verharmlosenden) beträchtlichen Konflikt-Geschichte & -Gegenwart weiß sich das Christentum mit Judentum und Islam doch verbunden im monotheistischen Fundamentalbekenntnis:

    Der ‚Gott unserer Hoffnung‘ (vgl. Röm 15,13) ist ‚der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs‘ (Ex 3,6; Mt 22,32), ‚der Himmel und Erde
    geschaffen hat‘ (Ps 121,2) und den wir mit dem jüdischen Volk und auch mit der Religion des Islam öffentlich bekennen …

    Unsere Hoffnung. OG I. S. 87.

  • Mit erklärter „Hochachtung“ begegnet das katholische Christentum dem Islam, um – mit nüchternem Blick für christlich-islamische Gemeinsamkeiten wie (z.B. christologische) Differenzen – die konfliktträchtige Beziehungsgeschichte der beiden Religionen umzuwenden in eine von Verständigung und gemeinsamem Engagement geprägte Gegenwart und Zukunft, d.i.

    sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen

    Zweites Vatikanisches Konzil: Nostra Aetate 3.

  • Mit dem Judentum weiß sich das Christentum wurzelhaft verbunden („genährt … von der Wurzel des guten Ölbaums“; vgl. Röm 11, 17-24), versteht beide Religionen als Träger eines „gemeinsame[n] geistliche[n] Erbe[s]“ und bekennt sich, in Distanzierung von antijudaistischen Traditionslinien und die entsprechende christliche Schuld-Geschichte vor Augen, zur Förderung der „gegenseitige[n] Kenntnis und Achtung“ (Nostra Aetate 4). Die einzigartige Rückbindung christlicher Identität an das Judentum verbindet sich in christlich-katholischer Auffassung mit dem Anspruch der Verständigung und des geschwisterlichen Umgangs:

    Christen und Juden haben großenteils ein gemeinsames geistliches Erbe, sie beten zum selben Herrn, haben die gleichen Wurzeln, kennen sich aber oft gegenseitig viel zu wenig. Es liegt also an uns, als Antwort auf den Ruf Gottes dafür zu arbeiten, dass der Raum des Dialogs, des gegenseitigen Respekts, des Wachsens in der Freundschaft, des gemeinsamen Zeugnisses angesichts der Herausforderungen unserer Zeit immer offen bleibt; sie fordern uns dazu auf, für das Wohl der Menschheit zusammenzuarbeiten …

    Benedikt XVI., Ansprache in der römischen Synagoge 2010, 9.


Der Weg: Dialogische Grundhaltung

  • Den Weg zu diesen anspruchsvollen Zielen eröffnet eine dialogische Grundhaltung, d.i. die basale Bereitschaft, „dem anderen zuzuhören und seine Religion zu verstehen – in der Hoffnung, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu finden„; vorurteilsfreies „Hören“ des religiös Anderen & „authentisch“-„aktives Sich-Einbringen“ sind die wechselseitig vorauszusetzenden Grund-Bereitschaften für fruchtbare dialogische Begegnungen (Francis Arinze, ehemaliger Präsident des Päpstliches Rats für den Interreligiösen Dialog; Arinze 1999. S. 10, 37).
  • Damit sind mittelbar auch die Außengrenzen des dialogischen Geschehens markiert:
    Vom distanzierten religionswissenschaftlichen Vergleich unterscheidet die dialogische Begegnung das explizite subjektiv-religiöse Engagement der Beteiligten, von der Bekehrungspredigt der Ausfall jeder (auch unterschwelligen) missionarischen Intention, von der theologischen Debatte der Verzicht darauf, die eigene (religiöse) Überzeugung als „richtige“ auf Kosten der „falschen“ Überzeugungen der Anderen etablieren zu wollen (Arinze 1999. S. 9f.).
    Gleichfalls kann sich echt dialogisches Bewusstsein nicht an einem pseudo-dialogischen und im schlechtesten Fall tendenziösen „Reden-über“ (den religiös Anderen) genügen lassen, sondern wird eine fortgesetzte Offenheit für Selbstverständnis(se) und -darstellung(en) der religiös Anderen zu bewahren suchen, jenseits eingeschliffener Stereotype und eines pauschal-starren „Bescheid-Wissens“.
  • Freilich: Ein solcher Dialog meint nicht „Verzicht auf Wahrheit“ oder Marginalisierung des eigenen religiösen Selbstverständnisses um einer erkünstelten Harmonie willen, sondern ist differenz-bewusste Begegnung, in der das bleibende Anders-Sein des religiös Anderen respektiert wird und in der auf das Zugeständnis des bleibenden religiösen Eigen-Seins vonseiten der Dialogpartner gerechnet wird – und die zugleich getragen ist von der

    Ehrfurcht vor dem Glauben des anderen und d[er] Bereitschaft, in dem, was mir als das Fremde begegnet, Wahrheit zu suchen, die mich angeht und die mich korrigieren, mich weiterführen kann

    Ratzinger 1998. S. 117f.; vgl. auch Arinze 1999. S. 37ff.

  • Dialogisches Geschehen wird sich, schon um dem Gegenstand des dialogischen Interesses annäherungsweise adäquat zu sein, so wenig eindimensional und uniform präsentieren (dürfen) wie die Religionen selbst – soll heißen: Intellektuelle Auseinandersetzung ersetzt nicht lebenspraktische Beziehungen, akademischer Austausch nicht religiöse Erfahrungen oder gemeinsames Engagement etc. (vgl. Arinze 1999. S. 11-14).
  • Noch eins: Dialog ist lebendige Begegnung – und entsprechend gefährdet, durch religiöse Profilierungssucht nicht weniger als durch chronisches wechselseitiges Schulterklopfen.


Literatur

  • Benedikt XVI.: Ansprache aus Anlass des Besuches der Synagoge zu Rom (17. Januar 2010).
    Online: http://ojm.at/benediktxvi
  • Francis Arinze: Begegnung mit Menschen anderen Glaubens. Den interreligiösen Dialog verstehen und gestalten. München u.a.: Neue Stadt 1999.
  • Joseph Kardinal Ratzinger: Die Vielfalt der Religionen und der Eine Bund. Hagen: Urfeld 1998.
  • NOSTRA AETATE. Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen.
    Online: http://ojm.at/nostraaetate
  • UNSERE HOFFNUNG. Beschluss der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland.
    Online: http://ojm.at/unserehoffnung (PDF!)

Christopher ist u.a. katholischer Theologe & seit 2004 im jüdischen Museum – und bloggt hier …

Dieser Beitrag ist Teil einer Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, „eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive“ anzufertigen, die, „quasi als interreligiöser Survival Kit, (…) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern“ kann.

Bereits erschienen sind der „Islam-Knigge“ von Hussein Hamdan sowie „Schwierige Freundschaft“ von Chajm Guski, weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.


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Schwierige Freundschaft

Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ Der bewusste jüdisch-muslimische Dialog ist eine recht neue Erscheinung, wenngleich Judentum und Islam seit Erscheinen des Islams im…

Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

Der bewusste jüdisch-muslimische Dialog ist eine recht neue Erscheinung, wenngleich Judentum und Islam seit Erscheinen des Islams im Nahen Osten miteinander leben. Auch am Balkan, speziell in Bosnien-Herzegowina, gab es eine lange Periode der fruchtbaren Koexistenz und des Austauschs.

Das Judentum beschäftigte sich zwar immer wieder mit dem Islam und erkundete, ob der Islam eine monotheistische Religion sei. Zumindest gingen einige Rabbiner missverständlicherweise davon aus, die Ka’aba in Mekka würde angebetet werden. Maimonides (1135-1204) war der Meinung, der Islam sei kein Götzendienst, aber die religiösen Ansichten seien falsch. Dennoch trügen die Anhänger des Islams ihren Teil zur Ausbreitung eines ethischen Monotheismus bei.

Heute sind religiöse Differenzen das kleinere Problem im freundschaftlichen Miteinander. Der schwelende Palästinakonflikt trägt zudem noch seinen Teil dazu bei, dass auch das religiöse Gespräch politisch aufgeladen ist.

Wer in den Dialog geht, sollte sich sowohl der Gemeinsamkeiten als auch der Unterschiede bewusst werden und sie nicht für eine Hürde halten, die tatsächlich überwunden werden muss. Man kann sie nicht überwinden und das ist auch nicht die Aufgabe des Dialogs, nämlich die Unterschiede zu verwischen. Vielleicht sollte man sagen, die Aufgabe des Dialogs ist es, Mauern zu Zäunen zu machen. Niedrige Zäune, über die man hinüberschauen kann, über die hinweg man sich unterhalten kann. Man kann beobachten, was der andere macht, man kann Hilfe hinüberreichen. Partnerschaftlich miteinander umgehen. Indem ich mein Gegenüber beobachte, kann ich vielleicht auch etwas über mich selber lernen.

Wenn wir bei diesem Bild bleiben, können wir sagen, dass sich Nachbarn zuweilen beim Einkaufen treffen und in unserem Falle ähnliche Anforderungen haben.

Aber es gibt Eckpunkte, die man beachten sollte, wenn Juden und Muslime sich treffen wollen:

  • Die Existenz des Staates Israel steht nicht zur Disposition. Auch wenn der palästinensisch-israelische Konflikt nicht zur Debatte steht, müssen die jüdischen Gesprächspartner sich darauf verlassen können, dass sie sich nicht mit auf eine Gruppe einlassen, auf deren politischer Agenda die Zerschlagung Israels steht. Auf der anderen Seite sollte man versichern können, dass man auch an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert ist.
  • Judentum und Zionismus sind eine Einheit. Hier wird es vermutlich zu Konflikten kommen, denn oftmals werden Judentum und Zionismus als getrennte Systeme verstanden. Das ist keine Frage, die man in wenigen Sätzen für einen Dialog klären und abhaken kann.
  • Man kann nicht direkt in einen Dialog über die tiefen metaphysischen Fragen einsteigen. Es muss Vorbereitungszeit geben, einander kennenzulernen und eventuelle Vorbehalte und Vorurteile abzubauen. Es kann nicht schaden, sein eigenes Bild von „anderen“ gegebenenfalls zu korrigieren. Empathie dürfte der Schlüssel zum Miteinander sein.
  • Man sollte mit gegenseitigen Besuchen beginnen und nichts erzwingen. Dann sollten gemeinsame Themen folgen. In den deutschsprachigen Ländern könnte dies die Frage nach einer vernünftigen Trennung von Staat und Kirche sein. In Deutschland steht einmal mehr die Frage im Raum, ob in staatlichen Schulen Kruzifixe hängen dürfen.
  • Ein weiteres Geheimnis – vermeiden wir die abgedroschenen Themen:
    • Kinder Abrahams: Das ist ein gutes Motto, oder ein gutes Leitbild, allerdings führt die gemeinsame „Herkunft“ auf einen falschen Pfad. Berufen sich Muslime auf Jischmael, den Sohn Hagars mit Abraham, so entstand der Islam doch erst etwa 2000 Jahre später. Böswillige Beobachter hebeln dieses Argument gerne und schnell aus.
    • Das „Goldene Zeitalter“: Das Zusammenleben in Spanien bis zur Reconquista unter islamischer Herrschaft war zwar „besser“ als in den christlichen Nachbarländern, aber frei waren die jüdischen Bewohner Spaniens keinesfalls. Sie durften keine Waffen tragen, Pferde reiten oder neue Synagogen errichten. Beziehen wir uns nicht auf schön erzählte Märchen.

Wir sehen vielleicht, die größte Aufgabe besteht darin, den Dialog auf den Weg zu bringen, wenn er einmal „rollt“ und sich konkretere Kontakte herausgebildet haben, dann ist alles ein wenig einfacher.


Chajm Guski schreibt u.a. in der „Jüdischen Allgemeinen„, ist Herausgeber von talmud.de sowie Organisator der Jüdischen Liberalen Vereinigung Ruhrgebiet und Münsterland EtzAmi – und bloggt auf Chajms Sicht.


Der Beitrag von Chajm Guski ist Teil einer Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, „eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive“ anzufertigen, die, „quasi als interreligiöser Survival Kit, (…) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern“ kann.
Bereits erschienen ist der „Islam-Knigge“ von Hussein Hamdan, weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.


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Islam-Knigge

Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ Etwa 1,4 Milliarden Menschen bekennen sich weltweit zum Islam. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte…

Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“

Etwa 1,4 Milliarden Menschen bekennen sich weltweit zum Islam. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte Weltreligion. Im Zentrum der islamischen Lehre stehen die „fünf Säulen“:

  1. Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes
  2. Das Ritualgebet
  3. Das Fasten im Monat Ramadan
  4. Die Almosensteuer
  5. Die Pilgerfahrt nach Mekka

Das heilige Buch des Islam, der Koran, gilt nach islamischer Tradition als das geoffenbarte Wort Gottes.

Im Folgenden seien einige wichtige Informationen für die Begegnung mit Muslimen angeführt:

Allgemeines

  • Allah ist kein Eigenname für den Gott der Muslime sondern nur das arabische Wort für Gott. Für Muslime ist es nicht nachvollziehbar und kann manchmal als kränkend empfunden werden, wenn zwischen Gott und Allah unterschieden wird.
  • Der Koran gilt den Muslimen als heilig. Versuchen Sie daher respektvoll mit dem Koran umzugehen, besonders in der Anwesenheit von Muslimen. Legen Sie ihn (auch Koranübersetzungen) z.B. nicht auf den Boden und stellen Sie ihn am besten an einen etwas hochgelegenen Platz ab.
  • Gelegentlich werden Muslime auch als „Mohammedaner“ bezeichnet. Das stößt bei Muslimen meist auf Ablehnung, denn die „Ergebenheit zu Gott“ (arab. Islam) ist der Mittelpunkt des islamischen Glaubens.

Beim Besuch einer Moschee

  • Schuhe müssen grundsätzlich ausgezogen werden.
  • Achten Sie darauf, dass Sie keine kurze oder enge Kleidung tragen.
  • Je nach Gemeinde wird darauf bestanden, dass auch nichtmuslimische Frauen ihren Kopf bedecken.
  • Verhalten Sie sich im Allgemeinen ruhig und reden Sie nicht laut, besonders wenn der Gebetsruf (Azan) ertönt oder das Gebet verrichtet wird.

Speisevorschriften

  • Servieren Sie kein Schweinefleisch und keinen Alkohol; auch keine Speisen oder Süßigkeiten, die Alkohol enthalten.
  • Viele Muslime essen nur nach islamischem Ritus geschächtetes Fleisch (Halal).
  • Viele Muslime sehen auch davon ab, Produkte mit tierischen Fetten und Gelatine zu essen, wie z.B. Gummibärchen.
  • Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie nichts falsch machen, dann bieten Sie ihren muslimischen Gästen Fisch oder vegetarische Speisen an.

Der Islam kennt zwei große Feste

  • Opferfest ( im Rahmen der Pilgerfahrtszeit nach Mekka).
  • Fest des Fastenbrechens (nach dem Fastenmonat Ramadan).
    In der Regel freuen sich Muslime, wenn Ihnen von Andersgläubigen zu diesen Anlässen gratuliert wird. Wenn Sie Muslimen ein „frohes und gesegnetes Fest“ wünschen, dann können Sie eigentlich nicht viel falsch machen.
  • In islamischen Kulturkreisen nimmt die Gastfreundschaft einen enormen Stellenwert ein. Das macht sich besonders an den Festtagen bemerkbar. Scheuen Sie sich daher nicht, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, sofern Sie eingeladen sind.

Alltag

  • Bei vielen Muslimen ist es nicht üblich, dass sich Frauen und Männer, die einander fremd sind, die Hand geben oder sich umarmen. Achten Sie vor allem bei Kopftuchtragenden Frauen darauf. Empfehlenswert hierbei ist, die Muslima oder den Muslim, den Sie begegnen, den ersten Schritt machen zu lassen.
  • Muslime sind dazu angehalten, fünf Mal am Tag zu beten. Wenn Sie bei Veranstaltungen den Muslimen entgegenkommen möchten, dann stellen Sie Ihnen einen Gebetsraum zur Verfügung und planen Sie die Gebetszeiten ein.

Dies ist nur eine kleine Auswahl von Tipps, die Ihnen die Begegnung mit Muslimen erleichtern sollen. Das Ausleben religiöser Praktiken kann sich natürlich von Muslim zu Muslim unterscheiden. Ich bin hierbei hauptsächlich von meiner persönlichen Erfahrung (Beobachtungen und Fragen, die mir oft gestellt werden) ausgegangen.

Allgemeine Literaturempfehlungen

  • Halm, Heinz: Der Islam. München 2007.
  • Bobzin, Hartmut. Der Koran. Eine Einführung. München 2007.
  • Khoury, Adel Theodor/ Heine, Peter/ Oebbecke, Janbernd: Handbuch Recht und Kultur des Islams in der deutschen Gesellschaft. Gütersloh 2000. (Besonders hilfreich: Teil IV „Aus der Alltagspraxis“ u.a. mit Bezug auf Speisevorschriften, Kleiderordnung, Situationen in der Schule und am Arbeitsplatz).


Hussein Hamdan ist Islam- und Religionswissenschaftler – und bloggt auf „Der Islam„.


Der Beitrag von Hussein Hamdan eröffnet eine Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, „eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive“ anzufertigen, die, „quasi als interreligiöser Survival Kit, (…) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern“ kann. Weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.


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