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Deutschkreutz – Gedenkveranstaltung

Misrachi Österreich lädt ein

Deutschkreutz

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Zelem (Deutschkreutz) im Burgenland 1672 – 1944

Wann: Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wo:

17.30h Jüdischer Friedhof Deutschkreutz

  • Gedenken an die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter
  • Worte des Gedenkens und Gebete: Rav Joseph Pardess, Rabbiner der Misrachi

Gedenktafel für die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter, Deutschkreutz

18.15h Schloss Deutschkreutz

  • Begrüßung: Nechemja Gang, Präsident der Misrachi Österreich
  • Grußworte: Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien,
    Oberrabbiner Prof. Chaim Eisenberg, Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Referate:

  • Mag. Franz Sauer, Bundesdenkmalamt, Abt. für Archäologie: Der Südostwall – Eine Bestandsaufnahme
  • Dr. Eleonore Lappin-Eppel, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Das Lager für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Deutschkreutz – Eine Spurensuche
  • Univ.-Prof. Dr. Shlomo Spitzer, Institut für jüdische Geschichte, Bar-Ilan-Universität, Ramat Gan, Israel: Rabbinische Persönlichkeiten in der jüdischen Gemeinde Zelem
  • Nechemja Gang: Vorstellung des virtuellen Projekts „Der jüdische Friedhof von Zelem erzählt seine Geschichte“
  • DI Hanna A. Liebich, Bundesdenkmalamt, Abt. für Architektur: Der jüdische Friedhof von Zelem – Versuch einer Visualisierung
  • Schlusswort: Landeshauptmann des Burgenlandes Hans Niessl: Die Botschaft der Vergangenheit an die kommenden Generationen

Gedenktafel für die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter, Deutschkreutz

Kleines Buffet und Getränke

Für weitere Informationen: E-Mail: info@misrachi.at

Die Einladung als pdf-Datei zum Download (671 KB)

Burgenland, Veranstaltungen

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Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Zum fünfzehnten Mal wird heuer europaweit der Europäische Tag der jüdischen Kultur begangen. An diesem Tag sollen Geschichte, Traditionen und Bräuche des europäischen Judentums in Vergangenheit und Gegenwart einem breiten Publikum vermittelt werden. In fast 30 europäischen Ländern bieten Museen, Vereine und Initiativen Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Führungen zu Stätten jüdischer Kultur an.

Auf Initiative der Burgenländischen Forschungsgesellschaft wird dieser Tag 2014 erstmals auch im Burgenland begangen, gemeinsam mit den Burgenländischen Volkshochschulen, unserem Museum und dem Landesmuseum Burgenland sowie in Kooperation mit lokalen Gedenkinitiativen. Koordiniert und unterstützt werden die Aktivitäten von der European Association for the Preservation and Promotion of Jewish Culture and Heritage AEPJ.

Programm

Leerstellen I: Rundgang durch das jüdische Viertel in Eisenstadt

mit dem Zeitzeugen Ernst Simon (London) und Johannes Reiss (Österr. Jüd. Museum Eisenstadt)

Wann: Sonntag, 14. September 2014, 09.00 bis 09.45 Uhr
Wo: Treffpunkt: Jerusalemplatz, 7000 Eisenstadt

Matinee

Eröffnung des ersten Europäischen Tages der jüdischen Kultur im Burgenland durch LH Hans Niessl und Francois Moyse, Präsident der European Association for the Preservation and Promotion of Jewish Culture and Heritage.

Anschließend: Zeitzeugen erzählen von ihrer Kindheit im Burgenland, der Vertreibung durch die Nationalsozialisten und dem Leben in der Emigration. Mit Ernst Simon (Eisenstadt – London) und Gerda Frey (Mattersburg – Wien).

Wann: Sonntag, 14. September 2014, 10.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum

Logo 'Europäischer Tag der jüdischen Kultur'

Am Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, an geführten Rundgängen in Mattersburg, Frauenkirchen, Rechnitz und Kittsee teilzunehmen:

Mattersburg, 15.00 Uhr | Leerstellen II: Rundgang durch das ehemalige jüdische Mattersburg mit Gertraud Tometich (Verein „wir erinnern“)

Frauenkirchen, 15.00 Uhr | Leerstellen III: Rundgang durch das ehemalige jüdische Frauenkirchen mit Herbert Brettl (Initiative Erinnern Frauenkirchen)

Rechnitz, 15.00 Uhr | Leerstellen IV: Rundgang durch das ehemalige jüdische Rechnitz mit Eva Schwarzmayer (Verein REFUGIUS)

Kittsee, 14.30 Uhr | Leerstellen V: Rundgang durch das ehemalige jüdische Kittsee mit Irmgard Jurkovich (Treffpunkt: Gasthaus Leban, U. Hauptstraße 41, 2421 Kittsee)

Mehr Informationen und Details der Veranstaltungen entnehmen Sie bitte der Broschüre: edjc-2014.pdf, Download, 2.16MB

Wir ersuchen Sie um Anmeldung. Benutzen Sie dafür bitte das Formular auf der Website der Burgenländischen Forschungsgesellschaft.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung:

  • per E-Mail: info@ojm.at oder
  • telefonisch: +43(0)2682 651 45
In eigener Sache, Veranstaltungen

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Purim seinerzeit

Wenn ich beim König Wohlwollen gefunden habe und wenn es ihm gefällt, dann möge mir und meinem Volk das Leben geschenkt werden. Das ist meine Bitte und mein Wunsch,

so spricht Königin Ester in der biblischen Erzählung zu König Artaxerxes (Ester 7,3), damit er das Unheil abwende, das den Juden seines Reiches droht. Ausgerechnet der besondere Favorit des Königs nämlich, Haman mit Namen, hatte einen mörderischen Plan gefasst: Haman „wollte … alle Juden im Reich des Artaxerxes vernichten“ (3,6). Doch glücklicherweise findet Esters Bitte Gehör: Der König höchstselbst schreitet ein – er lässt den „verbrecherische[n] Haman“ hängen (7,6.9f.), seine finsteren Pläne werden vereitelt. Den bedrohten Juden wird so in der Tat „das Leben geschenkt“ – und genau diese Errettung ist Anlass und Hintergrund des Purimfestes, das am kommenden Wochenende gefeiert wird.

Purim hat in der Vergangenheit wie in der Gegenwart zahllose folkloristische Ausschmückungen erfahren. Ein besonders hübsches historisches Beispiel für diese Purim-Folklore zeigen diese Filmaufnahmen von Purim-Festivitäten im Israel (damals noch Mandatsgebiet) der 20er- bzw. 30er-Jahre …

Die hier zu sehenden Purim-Feiern in Tel Aviv – hebräisch „Adloyada“, auf Deutsch wörtlich in etwa: „bis man nicht mehr weiß“, in Anspielung auf ein Talmud-Wort, das dazu auffordert, an Purim reichlich dem Alkohol zuzusprechen – reichen bis in die Frühzeit der jungen Stadt zurück (vgl. die ausführliche Darstellung in der englischen Wikipedia: Adloyada) und gelten als die größte Massen-Veranstaltung der jüdischen Bevölkerung in der Mandatszeit – traut man den Zeitungsberichten, so zogen die Tel Aviver Purim-Feierlichkeiten zu ihrer Hoch-Zeit, Mitte der 30er-Jahre, bis zu 250 000 Besucher an, das ist mehr als das Doppelte der damaligen Einwohnerzahl (vgl. Hizky Shoham: „A huge national assemblage“: Tel Aviv as a pilgrimage site in Purim celebrations (1920-1935), in: Journal of Israeli History, Vol. 28, No. 1, March 2009, 1-20, hier 1 und 4f.).

Unschwer lassen sich in den obigen Aufnahmen Entsprechungen zu typischen Faschings- bzw. Karnevals-Bräuchen entdecken: die aufwendig drapierten Wagen etwa oder die Wahl einer Königin Ester (im Video ab 1:25). Die Filmaufnahmen haben aber auch eine interessante zeitgeschichtliche Pointe, nämlich in der Bezugnahme der Purim-Feiern auf den Nationalsozialismus: So etwa greift die Purim-Parade nationalsozialistische Symbole, namentlich das Hakenkreuz, auf und baut sie persiflierend in die Purim-Folklore ein (im Video ab 3:50, kurz auch schon bei 2:29)!

Ein ähnlich gelagertes Motiv war hier im Blog übrigens schon einmal Thema, nämlich die Assoziation von Haman und Hitler – siehe das bemerkenswerte Purim-Foto des „Haman Hitler“ aus Landsberg 1946 im Beitrag „Hamanpuppe„.

Der Ruhm des Purim-Spektakels in Tel Aviv jedenfalls verbreitete sich auch in der deutschsprachigen Diaspora – die in Berlin erscheinende „Jüdische Rundschau“ widmet beispielsweise den Purim-Feiern 1935 u.a. eine ganzseitige Reportage:

Drei Tage pulsierenden Lebens, farbigster Bewegtheit krönten Vorbereitungen von Wochen und Monaten. … Tel-Awiw dürfte noch niemals eine so große Zahl von Gästen beherbergt haben. Man schätzt die Besucherziffer auf 250 000. … Bezeichnend für den ungeheuren Zustrom ist die Tatsache, dass die Autobusgesellschaft ‚Egged‘ von Jerusalem nach Tel-Awiw einen Drei-Minuten-Verkehr eingerichtet hatte und sämtliche Wagen bis auf den letzten Platz gefüllt waren. … Die Zentren der Stadt waren festlich illuminiert, die Schaufenster standen im Zeichen des Purim … Das Straßenbild war belebt von buntesten Kostümen. … Auf den Hauptplätzen tanzten Gruppen junger Menschen die Horra bis zur Ekstase.

Jüdische Rundschau, 2. April 1935, S. 3, online auf compactmemory.de

Mit dieser kleinen Rückblende wünschen wir allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Purim!

חג פורים שמח לכולם!

Leben und Glaube

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Bild der Woche – Synagoge Wiener Neustadt

Am 9. November fand auch in Wiener Neustadt eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Novemberpogrome statt.
Professor Dr. Werner Sulzgruber, der die Veranstaltung organisierte und dafür verantwortlich zeichnete, verlas am Schluss knapp 200 Namen von Juden, die aus Wiener Neustadt vertrieben und ermordet wurden. SchülerInnen zündeten für jedes der Opfer eine Kerze an.

Höhepunkt der Gedenkveranstaltung war aber sicher die einmalige und einzigartige Projektion der Synagoge von Wiener Neustadt auf jenes Haus, das heute am Platz der Synagoge steht.

Projektion der Synagoge Wiener Neustadt

Projektion der Synagoge von Wiener Neustadt anlässlich der Gedenkveranstaltung am 9. November 2013

Ansicht der Synagoge Wiener Neustadt, um 1905

Ansicht der Synagoge von Wiener Neustadt, um 1905. Bild aus: Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt, Wien 2010, S. 39

 

Am 16. März 1902 fand die Grundsteinlegung, schon am 18. September 1902 die Schlusssteinlegung für die Synagoge statt. Architekt war kein Geringerer als Wilhelm Stiassny, der offenbar ohne Honorar arbeitete.
In der sehr markanten Rosette mit einem Davidstern von mehreren Metern Durchmesser fand sich der Bibelspruch aus Jesaja 56,7:

Mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden.

Anmerkung: Auf dem Bild oben kann gut erkannt werden, dass mit dem Vers auch eine Jahreszahl angegeben wird. Ich konnte weder beim Fotografieren noch auf Bildern erkennen, auch in der Literatur nicht finden, welche Buchstaben gekennzeichnet sind, aber es liegt nahe, dass 5662 (= 1902) angegeben wurde. (Rosch HaSchana, also der 1. Tischre und somit der Beginn des jüdischen Jahres 5663, war erst am 2. Oktober 1902!)

Bereits am 10. Oktober 1938 erfolgte im Auftrag der Gestapo die „Übergabe bzw. Übernahme des Tempelgebäudes für die SS Formation“.

In der Pogromnacht selbst wurde der Davidstern abgemeißelt und das riesige Zierfenster herausgebrochen. Weiters wurden einzelne Fenster beschädigt, die Einrichtung zerstört und Tempelgeräte gestohlen. Nationalsozialisten hatten offenbar Fackeln in die Synagoge geworfen, die Brandstellen verursachten. Aber sie wurde nicht, wie so viele im Reichsgebiet, als Ganzes in Brand gesteckt. Grund für die Verschonung des Gebäudes war der Umstand, dass die Synagoge zu diesem Zeitpunkt bereits „übernommen“ war.

Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt, Wien 2010, S. 38 und insbes. 47

Mehr Informationen zur virtuellen Rekonstruktion der Synagoge in Wiener Neustadt im „DAVID„.

Bild der Woche, Kunst und Kultur

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Ihr sollt die Wahrheit erben

Eine Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Novemberpogrome

Das Österreichische Jüdische Museum lädt ein zur Lesung

„Ihr sollt die Wahrheit erben“
mit Anita Lasker-Wallfisch

Wann: Sonntag, 10. November 2013, 18.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum,
Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt

ACHTUNG, Ortswechsel: Die Veranstaltung findet im Landesmuseum Burgenland, Museumgasse 1, 7000 Eisenstadt, statt (Nachbarhaus).

 

Die Zeitzeugin Anita Lasker-Wallfisch ist eine der letzten Überlebenden des „Mädchenorchesters Auschwitz-Birkenau„. Das Orchester, geleitet von der Mahler-Nichte Alma Rosé, musste für den KZ-Arzt Josef Mengele die „Träumerei“ von Schumann spielen. Anita Lasker-Wallfisch spielte das einzige Cello und konnte so dem sicheren Tod entkommen.

Anita wird 1925 in Breslau als eine von drei Töchtern des jüdischen Rechtsanwalts Alfons Lasker und seiner Frau Edith geboren. Die Eltern werden 1942 deportiert und ermordet, die beiden jüngsten Mädchen kommen in ein Waisenhaus. Bei einem Fluchtversuch werden sie verhaftet und schließlich nach Auschwitz deportiert. Da Anita Cello spielen kann, wird sie Mitglied im Lagerorchester.

Lange Zeit hat sie „ihre Geschichte“ nicht einmal ihren Kindern erzählt, bis sie sich dazu entschloss ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre Kinder schon erwachsen. Später wurde diese Niederschrift in dem Buch „Ihr sollt die Wahrheit erben“ veröffentlicht. Anita Lasker-Wallfisch lebt heute in London.

Burgenländische Volkshochschulen in Kooperation mit dem Österreichischen Jüdischen Museum, RE. F. U. G. I. U. S., K.B.K., Evangelischen Bildungswerk Burgenland, Diözesanbeauftragten der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog. Mit Unterstützung der Kulturabteilung / Land Burgenland.

Wir ersuchen um Anmeldung
Tel.: 02682 613 63 (Burgenländische Volkshochschulen) oder 02682 651 45 (Jüdisches Museum).

Burgenland, In eigener Sache, Veranstaltungen

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