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Bild der Woche – Storchenschul

“Herklotzgasse 21 und die jüdischen Räume in einem Wiener Grätzel” nennt sich ein Projekt, das sich mit den Spuren des einstigen jüdischen Lebens im heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk befasst – und diese in einer höchst gelungenen Initiative für Anwohner und Passanten auch akustisch erschließt: Ein mehrsprachiger Audioguide führt an 10 Stationen im ehemaligen jüdisch-wienerischen “Grätzel”, z.B. Turnertempel und Storchenschul, abrufbar (höchst praktisch) je vor Ort per Mobiltelefon; der Audioguide ist außerdem online verfügbar.

Audioguide-Station in der Storchengasse, Wien XV

Audioguide-Station in der Storchengasse, Wien XV,
im Hintergrund die ehemalige Storchenschul

Ausführliche Informationen zu dieser und weiteren Initiativen finden sich auf der Website des Projekts Herklotzgasse 21.

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Bild der Woche

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Vertrieben und Vergessen

Auf den Spuren des Judentums im Burgenland

Der ORF Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum laden herzlich ein zur Präsentation der Sendung “Vertrieben und Vergessen. Auf den Spuren des Judentums im Burgenland” aus der Reihe “Österreich-Bild”.

Zeit: Donnerstag, 25. Februar 2010, 19.00 Uhr
Ort: Österreichisches Jüdisches Museum, Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt


  • Innenraum der Synagoge Kobersdorf
  • Gruppe Klezmer Connection in der Synagoge Kobersdorf


Von der großen Tradition jüdischen Lebens ist wenig übrig geblieben. Im Burgenland leben heute nur mehr ganz wenige Juden. Zu Wort kommen Zeitzeugen wie die hochbetagte, in New York lebende Alicia Latzer. Sie wurde 1938 mit ihrer Familie vertrieben und bemüht sich heute um die Rückgabe wertvoller Gemälde, die damals geraubt wurden. Heinrich Trebitsch erzählt vom Leben der Eisenstädter Juden vor 1938 und ihrer Vertreibung. Er selbst überlebte einen Todesmarsch ins KZ Mauthausen und kehrte nach dem Krieg nach Eisenstadt zurück. Er ist einer von wenigen Juden, die nach dem Krieg ins Burgenland heimgekehrt sind. In den ehemaligen “Heiligen Sieben-Gemeinden” erinnen nur noch Bauten an jüdisches Gemeindeleben, wie die Synagoge in Kobersdorf, einige Friedhöfe und das Haus, in dem jetzt das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt untergebracht ist.

Text: Einladung ORF Burgenland

Gestaltung: Norbert Lehner
Sprecher: Otto Tausig
Kamera: Stefan Lentsch
Schnitt: Thomas Bonfert

Sendetermin: Österreich-Bild, Sonntag, 28. Februar 2010, 18.25 Uhr, ORF 2

  • Heinrich Trebitsch am Jerusalemplatz in Eisenstadt-Unterberg
  • Alicia Latzer in der Bibliothek ihrer Wohnung in New York
  • Professor Dr. Johnny Moser vor dem Kriegerdenkmal in Parndorf


Im Anschluss an die Präsentation laden wir zu einem Buffet mit koscherem Wein aus dem Burgenland.
Wir ersuchen Sie um Zusage

Die Sendung ist von Sonntag, 28. Februar, späterer Abend, eine Woche lang auf der TV-Mediathek des ORF zu sehen!

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Burgenland, In eigener Sache, Veranstaltungen

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Rosch haSchana 5770 – Die Wertheimer’sche Schul

Die Synagoge des Wertheimerhauses (Österreichisches Jüdisches Museum) darf als Juwel des Hauses und des Museums bezeichnet werden.

Wertheimersynagoge

Sie befindet sich im ersten Stock in der Nordwestecke des Wertheimerhauses und ist über einen Balkon, der früher überdacht war, erreichbar. Zwei Türen führen in das Innere der knapp 70m2 großen Synagoge: die linke in die Frauen-, die rechte in die Männerabteilung. Die Frauenabteilung ist von der Männerabteilung durch eine Trennwand aus Holz mit diagonal eingesetzten gekreuzten Gitterstäben getrennt. Auf den ersten Blick fällt der Stilsynkretismus auf. Die Dekorationsmalerei an den Wänden mit gotisierenden Elementen und orientalischer Ornamentik stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schlanke Säulen mit raffiniert gelegten Schatten sollen offensichtlich den Raum größer erscheinen lassen. Sowohl die Dekorationsmalerei der Decke als auch der in der Mitte der Synagoge hängende, große, reich verzierte und jetzt ölvergoldete zweistufige Metallluster mit 30 Flammen sowie die Wandleuchten an Nord- und Westwand werden in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (2. Rokoko, um 1860) datiert. An der Ostwand der Synagoge befindet sich der Toraschrein im josefinischen Stil, also aus der Zeit zwischen 1780 und spätestens 1820. Rechts neben dem Stufenaufgang – bestehend aus 3 Stufen – befindet sich ein aufklappbares Lesepult. Vor der Mittelnische mit der Toraschreintür hängt ein Toravorhang aus blauem und rotem Samt, datiert 1851.

An der Ostwand der Synagoge befinden sich eine sieben Meter hohe Installation mit 755 Jahrzeittafeln sowie 6 Jahrzeitlichter. Letztere wurden in den Jahren nach 1945 von einigen Rückkehrern im Gedenken an ihre Familien in der jüdischen Gemeinde Eisenstadt angebracht und bis 2005 von Herrn Oskar Schiller, ז”ל, regelmäßig entzündet.
Siehe dazu auch unser “Bild der Woche – Jahrzeit”.



Bis 1840 hatte die Synagoge oder “Reb Simsons Schul”, wie sie früher genannt wurde, sogar ihren eigenen Rabbiner.
Selbstverständlich gab es auch eine Gemeindesynagoge, schräg gegenüber dem Wertheimerhaus. 1832 entschloss sich die jüdische Gemeinde, eine neue Synagoge zu errichten, über die wir in einem späteren Blogbeitrag berichten werden.

Dass beide Synagogen nicht zerstört wurden, dürfte dem Umstand zuzuschreiben sein, dass die burgenländischen Juden zu den ersten Juden in Österreich gehörten, die von den Ausweisungsbefehlen der Nazis betroffen waren. Die letzten Juden verließen Eisenstadt im Oktober 1938. Im November 1938, zum Zeitpunkt der sogenannten Reichskristallnacht, existierte in Eisenstadt (und im gesamten Burgenland) keine jüdische Gemeinde mehr, gegen die ein “negatives Zeichen” gesetzt werden “musste”.

In Eisenstadt gibt es heute keine jüdische Gemeinde mehr. Selbst zu den Hohen Feiertagen finden in der Synagoge – obwohl “living synagogue” – keine Gottesdienste statt.

Morgen ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5770.

שנה טובה וחתימה טובה


Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir ein sehr schönes hebräisches Lied zum jüdischen Neujahr (wobei sich über die Auswahl der Bilder wohl trefflich streiten ließe). Auf die Idee dazu gebracht hat uns Daniel Dagan. Persönliche Anmerkung: Ich habe das Lied “Al kol ele” “על כל אלה” nie jemanden schöner singen gehört als Oberkantor Schmuel Barzilai (auf seiner CD “Live in Concert”). Transkription und Übersetzung des Liedtextes können Sie hier abrufen.

Burgenland, Leben und Glaube

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Bild der Woche – Jahrzeit

Oskar Schiller, 1918 in Eisenstadt geboren, ist nach 1945 wieder nach Eisenstadt zurückgekommen. In der Shoa hat er seine Eltern und alle Geschwister verloren, er überlebte als einziger seiner Familie.

Jahrzeitlicht für Familie Schiller

Während der Hohen Feiertage, meist vor Yom Kippur, besuchte Herr Schiller alljährlich die Synagoge, “seinen Tempel”, wie er immer sagte, um dort das Jahrzeitlicht für seine Familie anzuzünden.


נר זכרון
לנשמות הורי
ר’ בנימין בן
נתן הלוי
שיללער
ורעיתו ובנם
ובתם

In deutscher Übersetzung’:

Gedächtnislicht
für meine Eltern,
Herrn Benjamin, Sohn
des Natan HaLevi
Schiller,
und seine Gattin, ihre Söhne und Töchter

Herr Schiller, ז”ל, starb am 17. Februar 2005 – und mit ihm auch diese schöne Tradition.

Siehe dazu auch unseren Beitrag “Rosch haSchana 5770 – Die Werheimer’sche Schul”.

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Bild der Woche, Burgenland, Leben und Glaube

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Bild der Woche – Spendenbüchse

Gleich neben dem Eingang in die Männerabteilung der Wertheimersynagoge im Österreichischen Jüdischen Museum befindet sich eine Spendenbüchse und darüber vier hebräische Buchstaben mit “Schwalben”:

Spendenbüchse mit vier hebräischen Buchstaben

Die vier hebräischen Buchstaben werden als Akrostychon (jeder Buchstabe ist der erste Buchstabe eines Wortes) gelesen:

מתן בסתר יכפה אף

Ein Geschenk im Geheimen verdrängt den Zorn Gottes
Sprüche 21,14

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Bild der Woche, Burgenland, Leben und Glaube

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