Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: wien

Chanukka im Großformat

Noch leuchtet sie nicht, die große Chanukkia, also der chanukka-typische 8- bzw. 9-armige Leuchter, in der Wiener Innenstadt, am Anfang der Kärntner Straße. Das wird sich schon in wenigen Stunden…

Noch leuchtet sie nicht, die große Chanukkia, also der chanukka-typische 8- bzw. 9-armige Leuchter, in der Wiener Innenstadt, am Anfang der Kärntner Straße.

Chanukkia in der Wiener Innenstadt 2013


Das wird sich schon in wenigen Stunden ändern, denn heute beginnt das Chanukkafest. Ab heute Abend also und 8 Tage lang werden, in Erinnerung an die einstige Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels, allabendlich die Chanukkalichter leuchten – im Großformat auch mitten in Wien …


Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח!


Besten Dank an Iris H., die sich für obiges Foto ins Wiener Schneegestöber gewagt und uns das Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


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Tierisch morbide

Unlängst führte uns ein Ausflug auf den Wiener Tierfriedhof (nein, keine Fragen bitte …) – zurückgekommen sind wir mit folgendem Bild-Fundstück: Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof Ein Grab mit Davidstern…

Unlängst führte uns ein Ausflug auf den Wiener Tierfriedhof (nein, keine Fragen bitte …) – zurückgekommen sind wir mit folgendem Bild-Fundstück:

Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof; Aufschrift: DEBRA KATS und Davidstern

Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof


Ein Grab mit Davidstern – ein explizit jüdisches Haustier also? Und dann noch mit Doppelnamen?
Oder liegt hier vielleicht eine Übernahme aus dem Jiddischen vor (jiddisch kaz = Katze)? Eventuell könnte man die Schreibung mit s (statt z) dann außerdem als Versuch verstehen, eine Verwechslung mit dem gängigen Familiennamen Katz – kurz für כהן צדק, Kohen Zedek, „Priester der Gerechtigkeit“ – zu vermeiden: DEBRA KATS = Katze Debora?
Oder ist die Sache vielleicht doch eher ein morbider Scherz, angeregt gerade durch den Gleichklang von Katze und Katz?

Kurios, kurios …

Besten Dank an Mit-Ausflüglerin Laulo B., die ihre Kamera griffbereit hatte …

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Phantasie-Hebräisch an prominentem Ort

Verderbte Schreibung des Tetragramms Lieben Dank an Dorothea Nicolai, die das Foto anlässlich der Premiere von „DeSacre“ (Choreographie von Christine Gaigg, Kostüme von Dorothea Nicolai) am 24. April machte (und…

Verderbte Schreibung des Tetragramms
Lieben Dank an Dorothea Nicolai, die das Foto anlässlich der Premiere von „DeSacre“ (Choreographie von Christine Gaigg, Kostüme von Dorothea Nicolai) am 24. April machte (und uns schickte) und erst nicht glauben konnte, was sie da sieht …


Verderbtes Hebräisch finden wir immer wieder auf alten Gemälden o.Ä. mit Motiven aus der hebräischen Bibel bzw. dem (christlichen) Alten/Ersten Testament. Überrascht hat uns aber doch die völlig absurde Schreibung des Gottesnamens (Tetragramm) im sogenannten „Auge der Vorsehung“ über dem Altar in der Josephskapelle in der Hofburg in Wien, handelt es sich schließlich um den Betplatz der Monarchin Maria Theresia!
Zeigt die verderbte Schreibung Ignoranz? Ist sie Original oder im Zuge von Renovierungsarbeiten passiert? Oder gar Absicht, aber warum?

Die Josephskapelle, im Leopoldtrakt der Hofburg, gehört heute zu den Gemächern des österreichischen Bundespräsidenten.

Übrigens, die korrekte Schreibung des Tetragramms: יהוה („JHWH“).


Heute, am 18. Ijjar und 33. Tag des Omer-Zählens, ist Lag baOmer.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern
ein fröhliches Fest!,
Happy Lag-BaOmer! und
חג ל“ג בעומר שמח לכולם!


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Gedenk-Fundstück

Wie soll das Schoa-Gedenken im öffentlichen Raum gestaltet werden – nüchtern-deskriptiv oder ästhetisch inszeniert? kollektiv oder personalisiert? dauerhaft oder provisorisch? Ein rundum bemerkenswerter Beitrag aus dem Umfeld dieser Fundamentalfrage öffentlicher…

Wie soll das Schoa-Gedenken im öffentlichen Raum gestaltet werden – nüchtern-deskriptiv oder ästhetisch inszeniert? kollektiv oder personalisiert? dauerhaft oder provisorisch?

Ein rundum bemerkenswerter Beitrag aus dem Umfeld dieser Fundamentalfrage öffentlicher „Erinnerungskultur“ erreicht uns diese Woche in Form eines Fotos von Freundin Iris H. – תודה רבה = besten Dank dafür! Per Zufall entdeckt und aufgenommen vor dem Haus Kellinggasse 8 in Wien 15, vergangene Woche:

Gehsteig in der Wiener Kellinggasse

Gehsteig in der Wiener Kellinggasse (bitte vergrößern!)

Mit Kreide wurde ebendort – vielleicht im Rahmen eines Schulprojekts? oder von aufmerksamen Bewohnern/innen? oder …? – folgende Aufschrift angebracht:

Lieber Herr Otto Blumenfeld,
wir haben Ihren Namen auf einer
Liste der ermordeten Juden/innen
gefunden. Hier haben Sie zuletzt gelebt.
Wir haben Sie nicht vergessen!

Ein Gedenk-Format, das wohl nur bis zum nächsten Regenguss hält – und doch (oder vielleicht gerade deshalb?): so verblüffend wie beeindruckend!

Ein Blick in die Opfer-Datenbank der Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem bestätigt übrigens: Otto Blumenfeld, Jahrgang 1911, war während des Krieges an besagter Adresse gemeldet – er wurde im Oktober 1939 nach Nisko/Polen deportiert und hat die Schoa nicht überlebt.


4 Kommentare zu Gedenk-Fundstück

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