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Bild der Woche – Hakoah Wien

2009 feierte die Wiener Hakoah ihr 100jähriges Bestehen. Und schon ist das nächste (halbrunde) Jubiläum, die Erinnerung an einen der größten Vereinserfolge, in Reichweite: 1925 wurde Hakoah österreichischer Fußballmeister.

Hakoah-Logo am Eingang zum Hakoah Sportzentrum in Wien II

Hakoah-Logo, Eingang zum Hakoah Karl Haber Sport & Freizeitzentrum, Wien II

Übrigens: einen bescheidenen Ableger der Hakoah gab es seinerzeit auch hier in Eisenstadt – dazu bei Gelegenheit mehr hier im Blog.

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Am jüdischen Friedhof II

Arnstein, 20 Millionen und die “fremden” Friedhöfe

Aus gegebenem Anlass soll dieser Beitrag als zweiter Beitrag unserer kleinen Serie “Am jüdischen Friedhof” eingeschoben werden.

Am 22. Dezember 2009 kam es in Österreich nach neun Jahren endlich zur Einigung, wer die Erhaltung, also die Bestandssicherung der jüdischen Friedhöfe bezahlen und wie die Finanzierung in den kommenden 20 Jahren gewährleistet sein soll. Thomas Rottenberg erklärt im Standard auch sehr gut, was der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Ariel Muzicant, mit einem “verspäteten Chanukkageschenk” gemeint hat.

Im ersten oben verlinkten Beitrag heißt es u.a.:

Länder und Bund hatten jahrelang darüber gestritten, wer für die Erhaltung zahlen soll – die Friedhöfe waren währenddessen verfallen.

Selbstverständlich verfallen die Friedhöfe nicht erst seit 2001, und doch ist insbesondere in den letzten Jahren der zunehmende Verfall drastisch (drastischer?) und deutlich sichtbar. Es verfallen aber nicht “nur” kunsthistorisch mehr oder minder wertvolle und bedeutende Grabdenkmäler, sondern – insbesondere – die Lesbarkeit der Inschriften wird jährlich schlechter. Die Grabsteine versinken in der Anonymität, vor allem dann, wenn es – wie etwa im Burgenland – keine Protokollbücher der Chevra Kadischa (Heilige Bruderschaft), Memor-Bücher oder gar Friedhofslisten und Lageplanregister gibt.

Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Foto: David Peters

Noch einmal sei angemerkt, dass es hier im Burgenland 14 jüdische Friedhöfe gibt, deren etwa 8.000 Gräber mit einer Ausnahme (der junge Friedhof in Oberwart, Anfang 20. Jahrhundert) nur hebräische Inschriften aufweisen. Insbesondere diese hebräischen Grabinschriften lassen die Friedhöfe für viele Menschen namenlos und entseelt und damit oft (tendenziell) fremd wirken (siehe etwa auch den unseligen 2. Kommentar zum Thema).

Die Historikerin Tina Walzer, laut derstandard.at die Expertin für jüdische Friedhöfe generell, wünscht als erste Schritte:

Man müsste ganz dringend den Bewuchs roden und im Zaum halten und im nächsten Schritt alle besonders wertvollen Grabdenkmäler innerhalb der nächsten drei Jahre sanieren

Wenn diese Aussage auch in erster Linie auf den jüdischen Friedhof Währing abzielt, so stellen sich meines Erachtens doch einige Fragen.
In der ersten Reaktion habe ich getwittert, dass nicht die “besonders wertvollen Grabdenkmäler”, sondern die besonders gefährdeten als erstes saniert gehören, also jene, die man in drei Jahren nicht mehr oder noch weniger als heute lesen kann (Tweet 1, Tweet 2).

Gemeint ist damit:
Was sind denn nun eigentlich genau “besonders wertvolle Grabdenkmäler”?
Es ist schon richtig, dass kunsthistorisch besonders wertvolle Grabdenkmäler ehestmöglich renoviert werden müssen, und es ist meist auch richtig, dass die großen Namen wie Wertheim(b)er, Russo, Königswarther oder Arnstein und Eskeles eben diese (aus kunsthistorischer Sicht) besonders wertvollen Grabdenkmäler besitzen.

Auf den jüdischen Friedhöfen im Burgenland – die ältesten Grabsteine stammen immerhin aus dem Ende des 17. Jahrhunderts – finden wir aber keine Wertheimers oder Arnsteins und die bedeutenden Rabbiner haben zumeist genauso einfache Grabsteine wie die einfachsten Gemeindemitglieder. Grabmäler aus (Kalk)Sandstein sind mehr oder minder Standard, aber – im Gegensatz etwa zum Währinger Friedhof – in den allermeisten Fällen kein Zeichen dafür, dass die Toten ärmere Gemeindemitglieder gewesen wären. Selbst die (hebräischen) Grabinschriften lassen vom Umfang her oft nicht auf die Bedeutung der Bestatteten schließen, berühmte Rabbiner haben mitunter bescheidene und auffällig kurze Grabinschriften (siehe etwa das Grab von Rabbi Meir Eisenstadt).

Außer auf dem (aufgearbeiteten) jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt können heute so gut wie keine konkreten Gräber auf den jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes gefunden werden.

Einer der Feinde des Verstehens ist die Anonymität und es gilt dringend, hebräische Inschriften auf jüdischen Grabsteinen dieser Anonymität zu entreißen, auch, damit sie vielleicht von weniger Menschen als fremd wahrgenommen werden. Und auch dann, wenn die Toten keine berühmten Personen waren und ihre Inschriften für biografische Forschungen nur sehr bedingt verwendbar und durch ihre Stereotypie sogar oft nur von mäßigem Interesse sein mögen.

Ich würde mir wünschen, dass die Erhaltung der jüdischen Friedhöfe (nicht nur) im Burgenland nicht immer mit dem Reparieren der Friedhofszäune beginnt und dem Aufstellen von umgefallenen Grabsteinen endet …

In der nächsten Folge dieser Serie dann der ursprünglich für heute geplante Beitrag: Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können …

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir einen virtuellen Ausflug auf den jüdischen Friedhof Währing (Website leider nicht ganz aktuell).

Update 11. Jänner: Marco Schreuder zeigt in seinem Blog einige sehr informative Videos zum Währinger Friedhof, die wir hier – passend zu unserem Tipp – einbetten dürfen:

weiterlesen im Beitrag ›Am jüdischen Friedhof II‹ »

Burgenland, In eigener Sache, Leben und Glaube

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Bild der Woche – Wiener Bagel

Neulich im Books & Bagels, Wiens (unseres Wissens) neuester Errungenschaft in Sachen jüdischer Kulinarik…

Wiener Bagel und Melange

PS: Nein – dies ist keine bezahlte Anzeige. Eine Übersicht von weiteren Angeboten (koscheren) jüdischen Essens in Wien bietet die Israelitische Kultusgemeinde (gehe zu > Restaurants & Hotels).

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Bild der Woche – “Vergaser”

In ihrer “Gebrauchsanweisung für Wien” beschreibt Monika Czernin folgende Szenerie in Wien-Leopoldstadt:

Direkt gegenüber von Victor (sic!) Frankls ehemaligem Wohnhaus hat eine Kfz-Vergaserfirma ihren Sitz … oft in fragwürdiger Nähe zu jüdischen Einrichtungen und Denkmälern hat sie ihre Schilder mit der Aufschrift “Vergaser Magistris” angebracht, zwischen ein paar koscheren Lebensmittelläden vor denen kleine Jungen mit Kipa Fußball spielen, just im jüdischsten Bezirk Wiens.
‘Wenn i a Radio-G’schäft hätt, tät i Radio draufschreiben’, erklärt der Chef. ‘Aber i mach halt Vergaser. Des is olles …’

München 2003. hier zitiert in 5. Aufl., 2007, S. 154f.

Der Firmenname hat sich inzwischen geändert, ein schwer übersehbares Schild gibt’s weiterhin – hier ein Bild zu Czernins Schilderung einer (vorsichtig gesagt) Wiener Merkwürdigkeit …

Blick in die Czerningasse

Blick in die Czerningasse (übrigens unmittelbar neben der Tempelgasse gelegen), Wien II

Weiterführend siehe z.B. den Text Christian Loidls zum Thema.

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Bild der Woche – Wertheimer-Grab

Samson Wertheimer war im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert Landesrabbiner von Ungarn – und ein potenter Förderer der jungen “Siebengemeinden”.

Grab Samson Wertheimers in Wien, Friedhof Seegasse

Wertheimer starb am 17. Av 5484, das ist der 6. August 1724; der 17. Av 5769 (7. August 2009) ist demnach sein 285. Todestag (Jahrzeit).

Wertheimers Grab befindet sich auf dem Friedhof Seegasse in Wien IX.

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Bild der Woche, Burgenland

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