Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: wien

Makkabiade – einst und jetzt

Die erste Makkabiade – Tel Aviv 1932 Vom morgigen 5. bis 13. Juli finden in Wien die 13. Europäischen Makkabi-Spiele statt – gewissermaßen die jüdische Antwort auf Olympia. Erwartet werden…

Die erste Makkabiade – Tel Aviv 1932


Vom morgigen 5. bis 13. Juli finden in Wien die 13. Europäischen Makkabi-Spiele statt – gewissermaßen die jüdische Antwort auf Olympia.

Erwartet werden mehr als 2000 Sportler aus über 40 Nationen, die sich auf/in/an diversen Courts, Hallen, Becken, Tischen (Schach!) etc. messen werden.

Erstmals ausgetragen wurde die Makkabiade 1932 im noch jungen Tel Aviv – sportlich sicherlich hochwertig, PR-technisch vielleicht noch etwas unterentwickelt (wie der Vergleich zeigt) … ;)


Die aktuelle Makkabiade – Wien 2011 (Vorschau)


Schon seinerzeit war übrigens auch eine österreichische Delegation vertreten, und zwar durchaus erfolgreich:
So etwa konnten die heimischen jüdischen Zeitungen, geradezu euphorisch bezüglich des „glänzenden Verlaufs“ der Spiele, österreichische Erfolge in den Box- und Schwimmbewerben (u.a. durch die damalige Spitzenschwimmerin Hedy Bienenfeld-Wertheimer) vermelden …


'Die Makkabiah' - in: Die Stimme, Wien, 7. April 1932

„Die Makkabiah“ – in: Die Stimme, Wien, 7. April 1932, S. 3 (entnommen aus dem Online-Archiv „Compact Memory“ – Die Stimme, Jg. 1932. H. 222, 5)

Man beachte – so nebenbei – auf derselben Seite auch das großartige, ja geradezu künstlerisch wertvolle Inserat für das „100% reine Kokosnussfett“ Kunerol, hergestellt „unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S[amuel] Ehrenfeld zu Mattersburg“ (!), das/der hier auch schon bei anderer Gelegenheit Thema war …

Weitere Infos zum sportlichen und Rahmen-Programm der aktuellen Wiener Makkabiade auf:

emg2011.eu

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir – aus der breiten Presse-Berichterstattung zum Thema – die Interviews mit Makkabiade-Organisator und IKG-Vizepräsidenten Oskar Deutsch und Wiens Bürgermeister Michael Häupl.


18 Kommentare zu Makkabiade – einst und jetzt

Tipp der Woche: Jewish Film noir

Funny, how gentle people get with you once you’re dead … Joe Gillis in Sunset Boulevard (USA 1950/R: Billy Wilder) Freunde von pechschwarzer Kino-Unterhaltung kommen bei dieser Filmschau mit Sicherheit…

Funny, how gentle people get with you once you’re dead …

Joe Gillis in Sunset Boulevard (USA 1950/R: Billy Wilder)

Freunde von pechschwarzer Kino-Unterhaltung kommen bei dieser Filmschau mit Sicherheit auf ihre Kosten … –

Credit: Jüdischer Filmclub Wien, Jewish Film Noir

Der Jüdische Filmclub Wien präsentiert ab kommenden Sonntag Noir-Klassiker des deutschen und amerikanischen Kinos, freilich mit gehöriger (exil-)österreichischer Beteiligung:


Unser Tipp der Woche:

Jewish Film Noir. Filmschau des Jüdischen Filmclubs Wien. 3. bis 7. April, Metro Kino

Details zum Programm finden Sie auf der Website des Jüdischen Filmclubs.

1 Kommentar zu Tipp der Woche: Jewish Film noir

Bild der Woche – Flüssiges koscheres Gedenken

Koscher-Stempel von Rabbiner Schlomo Hofmeister, Wien Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich anlässlich einer Einladung vor wenigen Tagen unter den Gastgeschenken eine Weinflasche mit koscherem Rotwein entdeckte, die den…

Koscher-Stempel von Rabbiner Schlomo Hofmeister, Wien


Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich anlässlich einer Einladung vor wenigen Tagen unter den Gastgeschenken eine Weinflasche mit koscherem Rotwein entdeckte, die den berühmten „Sieben (heiligen jüdischen)-Gemeinden“ gewidmet ist.

Sozusagen ein Pflicht-„Bild der Woche“-Foto ;)
Herzlichen Dank an Herrn Mag. Wolf-Erich Eckstein, Wien, der damit schon das zweite Bild der Woche beisteuert!

Koscherer Rotwein, den 'Sieben heiligen jüdischen Gemeinden' gewidmet

Koscherer Rotwein, den „Sieben heiligen jüdischen Gemeinden“ gewidmet

Die Flasche trägt die Datumsangaben 5770 (= 2009/10) und 2010. Die Aufschrift „Sheva Kehillos“ (Sieben-Gemeinden), findet sich sowohl mit lateinischen Buchstaben als auch mit den hebräischen Buchstaben der sogenannten Raschi-Schrift (wie ich zunächst annahm) geschrieben.

Weiter unten auf der Flasche finden wir den Koscherstempel des Wiener Gemeinderabbiners Schlomo Elieser Hofmeister. Dieser bestätigte, dass er selbst den Wein produziert und erklärte mir, dass die hebräischen Buchstaben für „Sieben-Gemeinden“ streng genommen nicht Raschi-Schrift, sondern die Jüdisch-Deutsche Schrift sind, was freilich an den wenigen Buchstaben nicht erkenntlich ist.
Anmerkung: Die Jüdisch-Deutsche Schrift ist eine Weiterentwicklung der Raschi-Schrift. Die jüdisch-deutschen Texte in dieser Schrift werden auch „Weiber-Deutsch“ genannt.

Unter dem Koscher-Stempel finden wir die Aufschrift יין לא מבושל (jajin lo mevuschal), also „Nicht gekochter Wein“.

Exkurs: Da von Heiden produzierter Wein in der Antike für Trankopfer (Libation) verwendet und daher mit Götzendienst gleichgesetzt wurde, war er für Juden verboten (babylonischer Talmud, Traktat Avoda sara 31a). Das Verbot wurde von den Rabbinen auch auf den „stam jenam“, den gewöhnlichen, von Nichtjuden produzierten Wein ausgedehnt, da sie vor allem die Abgrenzung gegenüber Nichtjuden durch einen zu engen sozialen Kontakt mit letzteren gefährdet sahen.

Vom Verbot des mit Nichtjuden in Berührung gekommen Weines ausgenommen war der „gekochte Wein“ (jajin mevuschal) damit ist ein Wein gemeint, der für kurze Zeit so stark erhitzt wird, dass „die Hand zuckt“ (bab. Talmud, Traktat Schabbat 40b).

Wenn koscherer Wein gekocht worden ist, d.h., man hat ihn soweit erhitzt, dass durch das Erhitzen seine Menge geringer geworden ist, und dann hat ihn ein Nichtjude berührt, darf man ihn sogar trinken

Kizzur Schulchan Aruch 274,3

Moderne Koscher-Weinproduzenten bewerben oft ihre Mevuschal-Weine mit dem Hinweis darauf, dass dadurch „entsprechend dem jüdischen Gesetz“ Nichtjuden in Restaurants die Möglichkeit zum Öffnen der Flaschen gegeben wird.

Rückseite der Koscher-Weinflasche mit Text über die 'Sieben-Gemeinden'

Rückseite der Koscher-Weinflasche mit Text über die ‚Sieben-Gemeinden‘

Auf der Rückseite der Weinflasche findet sich eine kurze Erwähnung der einzelnen heiligen jüdischen Gemeinden der „Sieben-Gemeinden“ und ihrer berühmtesten Rabbiner sowie der Hinweis darauf, dass die Erlöse aus dem Weinverkauf ausschließlich karitativen Zwecken der jüdischen Gemeinde Wien zufließen.



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Bild der Woche – Mazzesinsel

Graffito am Karmelitermarkt, Wien II Ungewöhnliche politische Forderungen finden sich aktuell auf mehr und mehr Leopoldstädter Hauswänden … Urheber und Hintergründe der Aktion bleiben einigermaßen mysteriös – Blogger B. Licht…

Graffito am Karmelitermarkt, Wien II



Ungewöhnliche politische Forderungen finden sich aktuell auf mehr und mehr Leopoldstädter Hauswänden …

Urheber und Hintergründe der Aktion bleiben einigermaßen mysteriös – Blogger B. Licht hat in seinem Artikel „Jüdischer Widerstand per Hauswand“ die wenigen verfügbaren Informationen über die „Yiddish Resistance“ gesammelt und präsentiert deren weitere Graffitis …

Für jene unserer LeserInnen, die mit den Wiener Verhältnissen vielleicht nicht so vertraut sind: Der Begriff „Mazzesinsel“ ist eine volkstümliche Bezeichnung für Wiens zweiten Bezirk, eben die Leopoldstadt, die auf die große jüdische Vergangenheit (und teils Gegenwart) des Orts anspielt (Mazzes = das ungesäuerte Brot des Pesachfestes).



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