Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: wien

Bild der Woche – Milena

Ich sah heute einen Plan von Wien, einen Augenblick lang erschien es mir unverständlich, dass man eine so große Stadt aufgebaut hat, während Du doch nur ein Zimmer brauchst, schreibt…

Ich sah heute einen Plan von Wien, einen Augenblick lang erschien es mir unverständlich, dass man eine so große Stadt aufgebaut hat, während Du doch nur ein Zimmer brauchst,

schreibt Franz Kafka am 23. Juni 1920 an Milena Jesenská.
Franz Kafka: Briefe an Milena. Frankfurt a.M.: Fischer 1983. S. 76

Das Zimmer Milenas befindet sich in jenen Tagen …

… im Haus Lerchenfelder Straße 113. Kafka freilich schickt seine Briefe nicht in die Lerchenfelder Straße, sondern postlagernd – Milena nämlich teilt ihr „Zimmer“ mit Ernst Polak, mit dem sie (wenig glücklich, aber doch) seit 1918 verheiratet ist.

Ein rührend-tragischer Briefwechsel, der vor runden 90 Jahren seinen Anfang nahm, im April 1920.

Doch ist Milena „nicht nur Kafkas Freundin“ (so der Titel einer Arbeit von Olga Klauber): Milena Jesenská, geboren 1896 in Prag, übersiedelte nach ihrer Heirat eben nach Wien, wo sie u.a. als Journalistin und Übersetzerin tätig war; nach dem Ende ihrer Brief-Romanze mit Kafka und der Ehe mit Polak kehrte Milena über Umwege nach Prag zurück, wo sie ihre journalistische Arbeit fortsetzte. Nach der deutschen Besetzung versorgte sie als Fluchthelferin Verfolgte, darunter viele Juden, mit Unterkunft und Verpflegung. Nach ihrer Verhaftung 1939 wurde Milena in das Konzentrationslager Ravensbrück verbracht; sie starb ebendort am 17. Mai 1944.

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrt Milena Jesenská als „Gerechte unter den Völkern„.



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Bild der Woche – Sehtafel

Sehtafel mit hebräischen Buchstaben, entdeckt im Schaufenster eines Optikers in Wien I Testen Sie Ihre Sehschärfe – und allfällige Hebräisch-(Grund-)Kenntnisse … « Bild der Woche „Storchenschul“    Bild der Woche…

Sehtafel mit hebräischen Buchstaben, entdeckt im Schaufenster eines Optikers in Wien I


Testen Sie Ihre Sehschärfe – und allfällige Hebräisch-(Grund-)Kenntnisse …



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Schalom – Salam – Grüß Gott

Eine Veranstaltungsreihe des Österreichischen Jüdischen Museums Judentum, Christentum & Islam – das ist eine Familiengeschichte im großen Stil: Eine Geschichte von Verwandtschaft und Entfremdung, Einfluss und Abgrenzung, Streit und Dialog;…

Eine Veranstaltungsreihe des Österreichischen Jüdischen Museums

Judentum, Christentum & Islam – das ist eine Familiengeschichte im großen Stil: Eine Geschichte von Verwandtschaft und Entfremdung, Einfluss und Abgrenzung, Streit und Dialog; eine Geschichte von Verbunden- und Verschiedenheit, die Jahrtausende zurück und bis in die Gegenwart hinein reicht.
Die Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ begibt sich auf die Spur dieser Beziehungen: Von jüdischem Boden aus fragt sie nach dem Selbstverständnis der drei Religionen sowie nach Verbindendem und Trennendem, Ähnlichkeiten und Eigenheiten im Leben und Glauben von Juden, Christen und Muslimen.

Wir laden Sie ein, mit uns im Rahmen dieser Reihe der Geschichte und Gegenwart der drei Religionen und ihrem wechselseitigen Verhältnis nachzuspüren, Verwandtes zu entdecken, Fremdes kennen und verstehen zu lernen, Eigenes zu hinterfragen – und auf diese Weise die Beziehungsgeschichte von Juden, Christen und Muslimen fortzuschreiben.

Dieser Beitrag dient als erste Übersicht, damit Sie schon die einzelnen Termine vormerken können. Selbstverständlich werden wir Sie jeweils rechtzeitig vorher über jede Veranstaltung nochmals ausführlich informieren.

Die Veranstaltungen

WER glaubt WAS – Eine kurze Selbstvorstellung von Judentum, Christentum und Islam

Der Kick-Off zur Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“: 3 Religionen, 3 Referenten und eine (Selbst-)Vorstellung von Judentum, Christentum und Islam in insgesamt 60 Minuten.

Was: Matinee – Vorträge & Diskussion
Wann: Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt frei


Es referieren:

  • Mag. Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner, Wien
  • Dr. Peter Zeillinger, Wissenschaftlich-pädagogischer Assistent der Theologischen Kurse, Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan, Professor für Islamische Religionspädagogik, Wien


Religion vor Ort: Zu Gast im Wiener Stadttempel, in der Ruprechtskirche und im Islamischen Zentrum

3 Religionen, 3 Orte religiöser Praxis: eine Begegnung mit Religion vor Ort im Wiener Stadttempel und seiner ungleichen Nachbarin St. Ruprecht (zugleich Wiens älteste Kirche) sowie der Moschee des Islamischen Zentrums in Wien-Floridsdorf.
Es führen u.a. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und Mag. Ruth Pucher MC.

Was: Exkursion mit Führungen
Wann: Donnerstag, 3. Juni 2010
Wo: Wien – es besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Bus-Anreise aus Eisenstadt, Abfahrt vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 12.45 Uhr;

Treffpunkt in Wien: Eingang zum Stadttempel (Seitenstettengasse 4, 1010 Wien), 13.50 Uhr

Bitte beachten Sie, dass für diese Veranstaltung eine Anmeldung bis spätestens 26. Mai 2010 nötig ist (maximal 40 Personen) erforderlich ist. Es ist nur mehr 1 Platz frei (Stand 02. Mai 2010) kein Platz mehr frei (Update 02. 05. 2010, 15h)! Wir haben aber eine Warteliste erstellt, siehe unseren Beitrag „Religion vor Ort„.
Unkostenbeitrag für Busfahrt (Eisenstadt – Wien – Eisenstadt) und Eintritte/Führungen: Euro 9
Unkostenbeitrag für Eintritte/Führungen (exklusive Busfahrt, also für alle, die gleich zum Stadttempel kommen): Euro 5
Bitte Ausweis mitnehmen.


Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt – mit Besuch des Martinsdoms und der evangelischen Auferstehungskirche sowie einem Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof und Synagoge.

Was: Stadtrundgang mit Besichtigungen
Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt
Führung & Eintritte frei


Schalom – Salam – Grüß Gott … in der „Langen Nacht der Museen 2010“

Eine verspielte, märchen-hafte & musikalische „lange Nacht“ – mit interreligiösem Erzähl- und Musikabend, gestaltet von Märchenerzähler Helmut Wittmann & Freunden; zuvor: ein Nachmittagsprogramm im Zeichen des spielerischen Kennenlernens von Judentum, Christentum und Islam für unsere jungen BesucherInnen.

Was: Interreligiöses Kinder-Programm und Erzähl-/Musikabend
Wann: Anfang Oktober 2010 (Samstag)
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt mit dem „Lange Nacht“-Ticket


WER isst WAS – Eine kulinarisch-religiöse Einführung in Judentum, Christentum und Islam

Über die Grundregeln des Essens und Trinkens in den drei Religionen und ihre Anwendung im religiösen Alltag – mit kulinarischem Praxis-Teil am koscheren und halal-Buffet.

Was: Matinee – Vorträge & Diskussion, mit anschließendem Buffet
Wann: Sonntag, 7. November 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt frei

Es referieren:

  • Univ.-Lektorin Dr. Tirza Lemberger, Institut für Judaistik, Wien
  • Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich
  • Halid Akpinar M.A., Assistent am Institut für Bildungswissenschaft/Islam. Religionspädagogik, Wien


Alle Veranstaltungen werden mit Texten, Bildern und/oder Videos auch online dokumentiert – und bleiben offen für interaktive Fortschreibungen.
Ergänzt wird die Reihe außerdem durch eine Mini-Serie hier im Blog, zu der auch fachkundige Gastautoren, u.a. Yoav Sapir (un/zugehörig), Chajm Guski (Chajms Sicht) und Hussein Hamdan (Der Islam), beitragen werden.


Anmeldung

Eine Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen wird erbeten:

Bitte beachten Sie: Jedenfalls erforderlich ist eine Anmeldung für die Teilnahme an der Wien-Exkursion (3. Juni), da die TeilnehmerInnen-Zahl in Rücksicht auf die Sicherheitsbestimmungen im Stadttempel auf maximal 40 Personen beschränkt ist.


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Bild der Woche – Storchenschul

„Herklotzgasse 21 und die jüdischen Räume in einem Wiener Grätzel“ nennt sich ein Projekt, das sich mit den Spuren des einstigen jüdischen Lebens im heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk befasst –…

„Herklotzgasse 21 und die jüdischen Räume in einem Wiener Grätzel“ nennt sich ein Projekt, das sich mit den Spuren des einstigen jüdischen Lebens im heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk befasst – und diese in einer höchst gelungenen Initiative für Anwohner und Passanten auch akustisch erschließt: Ein mehrsprachiger Audioguide führt an 10 Stationen im ehemaligen jüdisch-wienerischen „Grätzel“, z.B. Turnertempel und Storchenschul, abrufbar (höchst praktisch) je vor Ort per Mobiltelefon; der Audioguide ist außerdem online verfügbar.

Audioguide-Station in der Storchengasse, Wien XV

Audioguide-Station in der Storchengasse, Wien XV,
im Hintergrund die ehemalige Storchenschul

Ausführliche Informationen zu dieser und weiteren Initiativen finden sich auf der Website des Projekts Herklotzgasse 21.


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