Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: wolf

Das Testament einer bedeutenden Frau

Frumet „Babe“ Wolf Die bedeutendste und prominenteste Familie des jüdischen Viertels von Eisenstadt in jüngerer Zeit – die „burgenländischen Rothschilds“, wie sie der Mattersburger Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller einmal…

Frumet „Babe“ Wolf

Die bedeutendste und prominenteste Familie des jüdischen Viertels von Eisenstadt in jüngerer Zeit – die „burgenländischen Rothschilds“, wie sie der Mattersburger Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller einmal nannte – war zweifellos die reiche Weinhändlerfamilie Wolf. Die jüdische Gemeinde hatte ihr u.a. eine Reihe von Wohltätigkeitsstiftungen und Institutionen – wie etwa einen Montessori-Kindergarten (außerhalb des jüdischen Viertels) – zu verdanken. Erwähnt muss vor allem Alexander (Sándor) Wolf werden, Weinhändler und mit seiner beachtlichen Sammlung Mitbegründer des heutigen Landesmuseums. Sándor Wolf war übrigens der Sohn von Ignaz Wolf, dem jüngsten Sohn von Leopold Wolf. Franziska (Frumet) „Babe“ Wolf ist daher die Urgroßmutter von Sándor Wolf.

Die Wurzeln der Familie reichen bis in die Wiener jüdische Gemeinde zurück. In Eisenstadt ist erst der ca. 1718 verstorbene Benjamin Wolf Austerlitz greifbar, der höchstwahrscheinlich als Wiener Exulant vor 1690 über Nikolsburg hierhergekommen war und somit zu den Gründervätern der wiederrichteten Gemeinde zählte. Sein Sohn, Salman ben Wolf Jeiteles ha-Levi Austerlitz, starb 1725 in Eisenstadt. Dessen Enkel, Chajjim Wolf ha-Levi Kittsee, verdankte den Beinamen „Kittsee“ seinem Vater Meir Kittsee, der offenbar eine Zeitlang in der jüdischen Gemeinde Kittsee wohnhaft war. Er nannte sich mit bürgerlichem Namen Joachim und übernahm den (ursprünglichen) Vornamen Wolf in seinen Namen, sodass er als Stammvater im engeren Sinn der Familie Wolf bezeichnet werden darf.
Joachim Wolf war bemüht, sich weltliche Bildung anzueignen, und nützte die Zeit der josephinischen Toleranz, um als Kaufmann weite Reisen zu unternehmen. 1790 schließlich gründete er in Eisenstadt eine Weinhandlung.

Besonders seine zweite Frau, Frumet Brilin, mit bürgerlichem Namen Franziska (Fanni), geboren ca. 1770 und in der Gemeinde schlicht „Babe Frumet“ genannt, war wohl eine der faszinierendsten Frauen in der Geschichte der jüdischen Gemeinde Eisenstadt.
Endlich konnten wir im Zuge unseres großangelegten Friedhofsprojekts den Grabstein von Frumet Wolf und jene von zwei ihrer Söhne, Leopold und Asriel (Israel), finden.

Wachstein schreibt über sie:

„Es war wirklich eine außergewöhnliche Frau, diese Frumet oder Franziska Wolf, … außergewöhnlich durch die Herzensgüte … sowie durch die Tatkraft und den scharfen Verstand, die sie in hervorragendem Maße auszeichneten. Güte, Verstand und Energie vereinigen sich selten in einem und demselben Menschen, zumal bei einer Frau (sic!)….
Die Frau stand mitten im Erwerbsleben wie der Mann, ja oft noch mehr als der Mann, der zuweilen gelehrten oder jenseitigen Dingen nachhing …

Die Heirat mit Chajjim Wolf, dessen zweite Frau sie war, geschah im Jahre 1786. Die Ehepakten sind vom Donnerstag, 2. Adar II 546 = 2. März 1786 datiert.“

Als Joachim Wolf, nach 37-jähriger Ehe, seinen Tod nahen fühlte, übergab er sein ganzes Vermögen seiner Frau. Diese überlebte ihren Mann um 26 Jahre und blieb nun Zeit ihres Lebens anerkanntes Familienoberhaupt. 19 Jahre vor ihrem Tod, im Jahr 1830, verfasste sie ihr viele Seiten umfassendes Testament, das hier in zwei kurzen Auszügen wiedergegeben werden darf:

Scan Faksimile Testament Franziska Wolf

Scan Faksimile Testament der Franziska (Frumet) Wolf, 1830.


Hier, meine lieben Kinder! habe ich meinen letzten Willen kundgegeben. Wenn nun manche von euch besser bedacht zu werden geglaubt, und manche wieder lieber gewünscht, dass ich gar kein Testament gemacht hätte; so finde ich dieses zwar sehr natürlich, allein, glaubet mir, so schwer, ja, so unmöglich es beinahe ist, in einem Testamente den Wünschen allen dabey Betheiligten ganz zu entsprechen, eben so ungerecht und unvernünftig ist es, da, wo Missverhältnisse obwalten, ohne Testament die seinigen zu verlassen, und solcher gestalt die Vertheilung seiner Verlassenschaft den bestehenden Gebräuchen oder Gesetzen zu überlassen, die doch keinen Unterschied machen, noch machen können.

Das Testament regelt dann in einzelnen Punkten alle finanziellen Angelegenheiten rund um Barvermögen, Haus und Besitz, die Synagogensitze, ihre Kleinodien, Wäsche und Kleidungsstücke, alle von ihren Töchtern oder Schwiegersöhnen ausgestellten Wechsel oder Obligationen und formuliert die Pflichten der Söhne wie, etwa dass diese „am Sterbetage ihres seligen Vaters 10 F., schreibe zehn Gulden in Silberzwanziger, zu gleichen Theilen … an den jedesmahligen Orts-Rabiner und an Arme und Nothleidende zu verteilen haben“ …

Das Testament schließt mit ausgesprochen schönen mahnenden Worten:

Zum Abschiede sollt ich euch, meine lieben Kinder, Lehren und Lebensregeln hinterlassen, da Ihr aber alle erwachsen seyd, so kann ich euch keine solchen geben, wie man sie unmündigen Kindern zu geben pflegt, ich werde mich daher auf einige zwar allgemeine, aber wichtige Lehren beschränken:
Vornehmlich vermahne ich euch zur Tugend und Gottesfurcht, ohne welche Ihr weder ganz glücklich auf Erden, noch jenseits Ruhe und Belohnung finden werdet. Seyd mit eurem Geschick, und mit dem, was Ihr habt, zufrieden und richtet Eure Bedürfnisse nach eurem Einkommen ein, seyd friedfertig gegen Jedermann und unter Euch selbst. Lasset ja verderblichen Familien-Zwist keinen Zugang zu euch finden. Seyd vielmehr einig und unterstützt euch gegenseitig mit Rath und That. Ihr müsst Euch näher und fester einander anschliessen. Ihr habt es nöthig und werdet es mehr als jemahls nöthig haben, wenn der für euch mehr als für mich, traurige Fall eintritt, dass eure Mutter aus eurer Mitte euch entrissen wird, und so – gleichsam der Mittelpunkt seinem Kreise entschwindet. – Lebet wohl und empfanget hiermit den Segen.

Eurer bis in den Todt treuen Mutter
S. S. Fani Wolff.
Eisenstadt, am 8-ten September 830.

Scan Faksimile Testament Franziska Wolf

Scan Faksimile Testament der Franziska (Frumet) Wolf, 1830.

Alle Zitate: Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 252ff


2 Kommentare zu Das Testament einer bedeutenden Frau

Wolf Franziska (Frumet) – 06. Juni 1849

Frumet Frau Chajjim ha-Levi Wolf, 16. Siwan 609 (= Mittwoch, 06. Juni 1849) F-34 (Wachstein 867) Die Grabinschrift האשה המהוללה פעולותיה רבות ומעשיה טובות מיקירי ויחוסי ק“ק פ“ב עיר ואם…

Frumet Frau Chajjim ha-Levi Wolf, 16. Siwan 609 (= Mittwoch, 06. Juni 1849)

F-34 (Wachstein 867)

  • Grabstein Frumet Frau Chajjim ha-Levi Wolf, 16. Siwan 609
  • Sockel Grabstein Frumet Frau Chajjim ha-Levi Wolf


älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor F


Die Grabinschrift

האשה המהוללה פעולותיה רבות ומעשיה טובות מיקירי ויחוסי ק“ק פ“ב עיר ואם בישראל
הצדקית מ’ פרומט אשת המנוח הנכבד כ“ה חיים וואלף סג“ל ז“ל י“נ יום ד’
(ט“ז) סיון תר“ט לפ“ק

פ“ט

על אבן אחת שוועו עניים ודלים
תחתיה ספונה תומכן ועוזרן
היא האשה שוכבת פה במעון גלים
טיב מעשיה רבות מי יוכל לספרה
ואם נעיז להרבות בשבח צדקתה
לא נוכל לעבור על פקודתה
אשר בפיה צותה לפני מותה
לבלתי הרבות ולתנת תהלתה
אכן לזכרה הטוב תאות נפשינו
חרטנו את זאת אף לא לרצונינו

תנצב“ה


Anmerkungen

Selbstverständlich haben wir dieser faszinierenden Frau einen eigenen Blogartikel „Das Testament einer bedeutetenden Frau“ gewidmet.


Biografische Notizen

Ehemann: Joachim (Chajjim) Wolf, gest. 06. Jänner 1823


Töchter:
Rosine (Ruchama) Reitlinger, gest. 05. Mai 1849

Edel Klaber, gest. 01. April 1860

Gütel Spitzer, gest. 24. Oktober 1841

Rösel Schlesinger, gest. 16. März 1851

Johanna / Hanna (Chana Frau David) Mitzg/ker, gest. 05. September 1874

Söhne:
Leopold (Jehuda Löb ha-Levi) Wolf, gest. 11. Jänner 1866

Asriel (Israel) Wolf, gest. 01. Dezember 1859

Meir Wolf, gest. 29. Oktober 1785

Franziska (Frumet) Wolfs Grabstein befindet sich heute – vom Sockel abgebrochen – an der Mauer im Sektor ב. Sie war ursprünglich ganz in der Nähe ihres Ehemanns und ihrer beiden o.g. Söhne begraben. Da der Sockel noch existiert (siehe Bild oben), wird sie im Lageplanregister auch im Sektor F verzeichnet.

‚Vor diesem Stein vereinigen sich Arme und Dürftige zu einem Klagelied. Er deckt ihre Hilfe und Stütze. Diese Frau, die da im Schutthaufen liegt, wer könnte ihr Werk schildern? Und wollten wir es versuchen, ihre frommen Taten zu preisen, so steht uns hindernd ihr Verbot entgegen. Bevor sie starb, verbat sie sich ausdrücklich die Lobpreisungen. Wir aber möchten inniglich ihr gutes Andenken erhalten, so haben wir wenigstens diese Worte eingeritzt.‘

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 252ff

Wachstein übersetzt die ganze Eulogie.

Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt


1 Kommentar zu Wolf Franziska (Frumet) – 06. Juni 1849

Wolf Asriel (Israel) – 01. Dezember 1859

Asriel ha-Levi Wolf, 05. Kislew 620 (= Donnerstag, 01. Dezember 1859) E-4 (Wachstein 951) Die Grabinschrift איש נכבד לבית הלוי הרבני המופלג החכם השלם כש“ת מו“ה עזריאל סג“ל וואלף י“נ…

Asriel ha-Levi Wolf, 05. Kislew 620 (= Donnerstag, 01. Dezember 1859)

E-4 (Wachstein 951)

  • Grabstein Asriel ha-Levi Wolf, 05. Kislew 620
  • Scan Wachstein Grabstein Asriel ha-Levi Wolf


älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor E


Die Grabinschrift

איש נכבד לבית הלוי הרבני המופלג החכם השלם כש“ת מו“ה עזריאל סג“ל
וואלף י“נ בטהרה יום ה’ ה’ כסלו שנת תר“ך לפ“ק

פ“נ

עדה המצבה הזאת לעולמים
זכרון לבנים ולאחרית הימים
רב טוב אשר עשה בנעימים
יפה נוף מושבו בין החכמים
אור תורה ויראה בו היו מושלמים
לחכמה קרא אחתי ומודע למדעים
סגלת מעשיו הישרים והנעימים
ימליצו טוב פני אדון האדונים

תנצב“ה


Biografische Notizen

Vater: Joachim Wolf, gest. 06. Jänner 1823

Mutter: Franziska (Frumet) Wolf, gest. 06. Juni 1849

Brüder:
Leopold Wolf, gest. 11. Jänner 1866

(Halbbruder) Meir Wolf, gest. 29. Oktober 1785

Schwestern:
Ruchama Reitlinger, gest. 04. Mai 1849

Edel Klaber, gest. 01. April 1860

Gütel Spitzer, gest. 24. Oktober 1841

Rösel Schlesinger, gest. 16. März 1851

Chana Mitzker, gest. 05. September 1874


Ehefrau: Chana Wolf, gest. 01. Juni 1872

Asriel Wolf ist neben seinem Vater und seinem Bruder begraben, auch seine Mutter ist in der Nähe begraben.

Töchter:
Adelheid (Edel) Schiff, gest. 23. Februar 1910

Fanny (Fradel) Schiff, gest. 24. März 1900

Sali Klaber, gest. in Ödenburg (Sopron) 27. Jänner 1908, war Ehefrau ihres Cousins Moritz Klaber

Leni Bunzlau, lebte in Neudörfl, gest. 10. März 1903, siehe mehr Informationen bei ihrem Ehemann Samuel Bunzlau, gest. 26. Juni 1881, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Rösl Schönberger, in Ödenburg gestorben

Lotti (Chaila) Schönberger, gest. 09. August 1860


Söhne:
Mayer Wolf, gest. 13. April 1884, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Abraham Wolf, gest. 25. September 1884, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Wilhelm Wolf, gest. 29. Mai 1901, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Viktor (Avigdor) Wolf, lebte in Neudörfl, gest. 08. November 1906 ebendort, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Israel Wolf, der älteste Sohn von Joachim und Frumet Wolf, der Namensträger seines 1744 in Wien verstorbenen Urgroßvaters Asriel Brilin, ist, wie wir schon aus dem Testamente seiner Mutter wissen, ein Mann von Gelehrsamkeit. Die Grabschrift bedenkt ihn mit Titulaturen, wie sie nur einem besonders gelehrten Manne zukommen, und erzählt von ihm, dass das Licht der Tora und der Gottesfurcht ihn durchdrang.

‚Ein Freund des Wissens, nannte er die Weisheit Schwester.‘

Er scheint weniger politische Ambitionen gehabt zu haben als sein tatkräftiger Bruder Leopold. Auch mag die Beschäftigung mit dem Wissen seine Energie für das wirtschaftliche Leben einigermaßen abgeschwächt haben. So sehen wir denn, wie die Mutter durch Bevorzugung ihres erstgeborenen, dem Studium der Tora ergebenen Sohnes einen Ausgleich der materiellen Kräfte ihrer Söhne zu schaffen sucht. Am Gemeindeleben nimmt natürlich auch er regen Anteil.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 273f

Wachstein übersetzt Zeile 6 der Eulogie.

Laut Mohelbuch, so Wachstein in einer Fußnote, ist Asriel Wolf am 12. Siwan 547 (= Dienstag, 29. Mai 1787) geboren.


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt


1 Kommentar zu Wolf Asriel (Israel) – 01. Dezember 1859

Wolf Leopold – 11. Jänner 1866

Leopold (Jehuda Löb ha-Levi) Wolf, 24. Tevet 626 (= Donnerstag, 11. Jänner 1866) ב-R1 (Wachstein 1019) Die Grabinschrift ה“ה היקר הנכבד המפורסם אביר הגביר איש תם וישר שם העקוב למישור…

Leopold (Jehuda Löb ha-Levi) Wolf, 24. Tevet 626 (= Donnerstag, 11. Jänner 1866)

ב-R1 (Wachstein 1019)

  • Grabstein Jehuda Löb ha-Levi Wolf, 24. Tevet 626
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor Bet


Die Grabinschrift

ה“ה היקר הנכבד המפורסם אביר הגביר איש תם וישר שם העקוב למישור כש“ת
כ“ה יהודא המכונה ליב וואלף הלוי י“נ יום ה’ כ“ד טבת
בשנת ונחלתו לא יעזוב לפ“ק

פ“נ
וזאת ליהודא

לישרים נאוה תהלה בעוז הוד והדר
יפעת מעשיהם לפאר בהילולים
בזאת יתהלל גם זה יקר הנעדר
ואף גם תמיד הי’ נחבא אל הכלים
ועל הונו ורכושו לא גבה ורמו עיניו
אבל הי’ תמים במעשיו ואיש עניו
לכל לב נשבר הי’ לישועה ועזרה
פדות שלח למרחוק לעתות בצרה
הליכות ביתו הי’ באושר ובכושר
לכן נגיד עליו ישרו בתום וביושר
וזאת תורת האדם המוכתר בעדתו
יושר וצדק הלך לפני מטתו

תנצב“ה


Biografische Notizen

Vater: Joachim (Chajjim) Wolf, gest. 06. Jänner 1823

Mutter: Franziska (Frumet) Wolf, gest. 06. Juni 1849

Ehefrau: Rosa (Rebekka) Wolf, geb. Spitzer, gest. 16. Februar 1882, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Schwestern:
Edel Klaber, gest. 01. April 1860

Gütel Spitzer, gest. 24. Oktober 1841

Rösel Schlesinger, gest. 16. März 1851

Johanna / Hanna (Chana Frau David) Mitzg/ker, gest. 05. September 1874

Brüder:
Asriel (Israel) Wolf, gest. 01. Dezember 1859

(Halbbruder) Meir Wolf, gest. 29. Oktober 1785

Töchter:
Kathi (Elka/Elki) Spitzer, gest. 26. Jänner 1885, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Therese (Resi) Wolf, gest. 11. Jänner 1909, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Fanny Pollak, gest. 12. August 1884

K/Caroline Stadler, gest. 10. März 1900, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Lisi Schleiffer, gest. in Keszthely 13. Juli 1887

Adele (Edel) Latzko, gest. 20. Oktober 1870

Hanni Kauders, gest. 19. Jänner 1892

Söhne:
Arnold Adolf (Aaron) Wolf, gest. 07. Juli 1929, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Ignaz (Esriel) Wolf, gest. 18. Jänner 1906, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt


Auch wenn sich der Grabstein von Leopold Wolf heute im Sektor ב an der Mauer befindet, spricht die – heute freilich nicht mehr lesbare – Standortnummer eine klare Sprache: Leopold Wolf war neben seinem Vater und seinem Bruder begraben, auch die Mutter ist in unmittelbarer Nähe begraben.

‚… immer zurückgezogen, auf sein Vermögen nicht stolz, war er gradsinnig in seinen Handlungen und von bescheidenem Wesen. Jedem gebrochenen Herzen Hilfe und Stütze, ließ er in Zeiten der Not auch nach der Ferne seine Hilfe angedeihen …‘

Löb (Leopold) Wolf, … der Nachfolger in der von seinen Eltern begründeten und nach ihm benannten Weingroßhandlung ‚Leopold Wolfs Söhne‘, seit 1829 in öffentlichen Würden, zu wiederholten Malen Vorsteher der Gemeinde. Er hinterließ eine Reihe von Familienstiftungen, darunter eine für Talmudschüler und eine für ‚Studierende, wahrhaft bedürftige Jünglinge am Gymnasium, der technischen Schule, der Realschule‘.
Wie Leopold Wolf einem alten angesehen Geschlechte entstammte, so gehörte auch seine Gattin Rebekka einer Familie an, aus deren Mitte Gelehrte, Finanzmänner und Mäzene hervorgingen. Nach dem Wohnsitze in der niederösterreichischen Gemeinde Spitz an der Donau im Lauf des 17. Jahrhunderts hat sich ihr Geschlecht den Familiennamen ‚Spitz‘ (Spitzer) beigelegt.

Rebekka Wolf überlebte ihren Mann um 18 Jahre. Sie starb, 82 Jahre alt, am 16. Februar 1882.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 286f

Wachstein merkt in zwei Fußnoten an:

Die Bürolokalitäten des Hauptsitzes der Firma in Eisenstadt befinden sich jetzt in dem von Simson Wertheimer erbauten Hause, das seit 1875 im Besitze der Firma ist. …

Weiters merkt er an, dass in außerjüdischen Quellen der Name ‚Spitzer‘ schon in älterer Zeit verwendet wurde.


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt


2 Kommentare zu Wolf Leopold – 11. Jänner 1866

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