Thema: Bild der Woche
Bilder der Woche – Budapest
Sommeredition
“Bild der Woche” goes on holiday – und begibt sich in den nächsten Wochen auf eine sommerliche Bilder-Reise zu jüdischen Museen, Synagogen und Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt!
Und Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Urlaubsbildern an unserer Reise zu beteiligen – zum Koschere-Melange-Sommergewinnspiel.
Von Dubrovnik aus macht unser Bild-der-Woche-Sommertrip einen scharfen Nord-Schwenk – in Richtung Budapest, genauer: mitten hinein in die größte Synagoge Europas, die Budapester Große Synagoge.
Innenraum der Budapester Großen Synagoge: Toraschrein
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Budapests Große Synagoge, die rund 3000 Menschen (Sitz-)Platz bietet, wurde zwischen 1854 und 1859 nach Plänen von Ludwig Förster erbaut; dem Synagogenbau angeschlossen ist ein jüdisches Museum (an dessen Stelle sich übrigens einstmals das Geburtshaus Theodor Herzls befand).
Innenraum der Budapester Großen Synagoge: Kanzel
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Das Koschere-Melange-Sommergewinnspiel
Schicken Sie uns Ihre Urlaubsfotos – gesucht sind Bilder von jüdischen Museen, Synagogen, historischen und aktuellen Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt!
Die hübschesten, originellsten oder “weitestgereisten” Fotos werden als “Bild der Woche” hier im Blog veröffentlicht.
Unter allen Einsendern verlosen wir 3 Exemplare des Buches “… weil man uns die Heimatliebe ausgebläut hat … Ein Spaziergang durch die jüdische Geschichte Eisenstadts”, 3 Exemplare des Buches “Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland” sowie eine Jahreskarte für das Österreichische Jüdische Museum.
Einsendungen bitte an bildderwoche@ojm.at. Einsendeschluss ist der 31. August 2010.
Bitte beachten Sie: Mit der Übermittlung Ihres Bildes erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung auf koschere-melange.at einverstanden. Bitte schicken Sie das Bild in möglichst hoher Auflösung. Pro Absender nimmt nur eine Einsendung an der Verlosung teil.
Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche …
Schlagwörter: budapest, synagoge | Kommentare (0)
Bild der Woche – Dubrovnik
Sommeredition
“Bild der Woche” goes on holiday – und begibt sich in den nächsten Wochen auf eine sommerliche Bilder-Reise zu jüdischen Museen, Synagogen und Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt!
Und Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Urlaubsbildern an unserer Reise zu beteiligen – zum Koschere-Melange-Sommergewinnspiel.
Erste Station unserer kleinen Sommer-Welttournee: Dubrovnik, Kroatien – nicht nur ein Traum von einer Stadt an der kroatischen Adriaküste, sondern auch Sitz einer traditionsreichen, schon im Mittelalter existierenden jüdischen Gemeinde sowie der ältesten in Betrieb befindlichen sefardischen Synagoge der Welt (1352/1408), zugleich die zweitälteste Synagoge Europas (nach der Prager Altneuschul).

Eingang zur Dubrovniker Synagoge und zum angeschlossenen jüdischen Museum;
kleines Bild: Dubrovnik-Panorama;
eine Innenansicht der Synagoge finden Sie z.B. im Blog von Marc Zawel -> 3. Bild von oben (unbedingt vergrößern!)
Das Koschere-Melange-Sommergewinnspiel
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Die hübschesten, originellsten oder “weitestgereisten” Fotos werden als “Bild der Woche” hier im Blog veröffentlicht.
Unter allen Einsendern verlosen wir 3 Exemplare des Buches “… weil man uns die Heimatliebe ausgebläut hat … Ein Spaziergang durch die jüdische Geschichte Eisenstadts”, 3 Exemplare des Buches “Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland” sowie eine Jahreskarte für das Österreichische Jüdische Museum.
Einsendungen bitte an bildderwoche@ojm.at. Einsendeschluss ist der 31. August 2010.
Bitte beachten Sie: Mit der Übermittlung Ihres Bildes erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung auf koschere-melange.at einverstanden. Bitte schicken Sie das Bild in möglichst hoher Auflösung. Pro Absender nimmt nur eine Einsendung an der Verlosung teil.
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Bild der Woche – Ein Zitronenbaum in Galizien
Ein wahres Prachtstück und der wohl eindrucksvollste und schönste Grabstein in Galizien ist jener von Abraham Jakob Hilferding, gestorben 1834, auf dem jüdischen Friedhof in Brody.
Brody, die einst östlichste Stadt des Habsburgerreiches und eine der reichsten und bedeutendsten Städte Polens, hatte seit dem 17. Jahrhundert einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, der bis ins Jahr 1869 auf über 80% der Gesamtbevölkerung stieg. Brody ist die Geburtsstadt von (u.a.) Ezechiel Landau, dem späteren Oberrabbiner von Prag, und Joseph Roth. Ein Jahr nach Abraham Hilferdings Tod, im Jahr 1835, wurde in Brody die Mutter von Sigmund Freud, Amalia Nathansohn-Freud, geboren …
Am jüdischen Friedhof in Brody befinden sich ca. 20.000 Grabsteine.
Vielen herzlichen Dank an Herrn Mag. Wolf-Erich Eckstein, Wien, für die Zusendung des so schönen Fotos!
Grabstein von Abraham Jakob Hilferding auf dem jüdischen Friedhof in Brody,
fotografiert von Mag. Wolf-Erich Eckstein, Wien, am 17. Mai 2010, um 11.35 Uhr.
Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (Achtung: Die Großansicht hat knapp 1 MB Bildgröße)!
Links oben (in der Herzform) ein Zitat aus Genesis 21,33: “Es pflanzte Abraham eine Tamariske” ויטע אברהם אשל “in seinem Geburtsjahr” שנת לידתו. (Das Zitat setzt fort mit: “… pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Herrn an unter dem Namen: Gott, der Ewige”.)
Darunter finden wir eine Herberge und einen Baum, der eindeutig aber nicht wie eine Tamariske, sondern wie ein Zitronenbaum aussieht.
Die Herberge verwundert nicht, lesen wir in bSota 10a: “Er (Abraham) pflanzte eine Tamariske in Beerscheba. Resch Laqisch sagte: Dies lehrt, dass er einen Obstgarten baute und darin allerhand köstliche Früchte pflanzte, R. Jehuda und R. Nehemja (streiten darüber); einer sagt, einen Obstgarten, und einer sagt, eine Herberge …” ויטע אשל בבאר שבע אמר ריש לקיש: מלמד, שעשה פרדס ונטע בו כל מיני מגדים. רבי יהודה ורבי נחמיה, חד אמר: פרדס, וחד אמר: פונדק. Ähnlich auch Raschi zur Stelle (“Einen Hain … durch jenen Hain wurde der Name des Heiligen, gelobt sei Er, Gott der ganzen Welt genannt …”).
Ist der dargestellte Baum also ein Baum dieses Obstgartens? Oder war nicht klar, wie eine Tamariske genau aussieht?
Vom Dach der Herberge herab hält eine Hand einen Stab, auf dem wir lesen (Genesis 32,11b): “Denn nur mit einem Stab hab ich den Jordan überschritten” כי במקלי עברתי את הירדן. (Das Zitat setzt fort mit: “…und jetzt sind aus mir zwei Lager geworden”.)
Das Zitat “… den Jordan überschritten”, mit dem das Sterben umschrieben wird, wird am Ende des Stabes, schon in die Horizontale laufend, fortgesetzt mit: “Im Jahr seiner Ruhe” שנת מנוחתו.
Und tatsächlich, gleich danach folgt im Band über dem mittleren Teil zwischen den beiden Säulen ein Zitat aus Nehemia 9,7: “Du (Gott) hast Abraham Abram (s. Kommentar) auserwählt … und ihm seinen Namen Abraham gegeben” בחרת באברם ושמת שמו אברהם . Die Wörter “seinen Namen Abraham” שמו אברהם sind größer geschrieben und ergeben, addiert man die Zahlenwerte der Buchstaben, das Sterbejahr 594 (= 1834). Danach auch das zu erwartende “n(ach der) (kleinen) Z(eitrechnung)” לפרט.
Mir in der Deutung nicht ganz klar sind die 3 Widder: Handelt es sich vielleicht um eine Anspielung auf uns unbekannte biografische Daten des Verstorbenen oder beziehen sich die 3 Widder auf folgende drei Bibelstellen:
- das Opfer Abrahams (Genesis 22), das unmittelbar der in der Inschrift zitierten Stelle aus Genesis 21 folgt
- die Geschenke an Jakobs Bruder Esau (Genesis 32,14ff), welche unmittelbar der zitierten Stelle aus Genesis 32,11b folgt
- Gottes Bund mit Abraham in Genesis 15,9: “Der Herr antwortete ihm (Abram): Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder …”?
Abraham Jakob Hilferding wird (im mittleren Teil) mit vielen bemerkenswerten innergemeindlichen Titeln und Eigenschaften bedacht: “Der Herr, der Gelehrte, der Beglückte, der Wohltäter, der Vermögende, der weithin Bekannte, der MORENU Abraham Jakob, Sohn des Seligen, MORENU Zvi Hirsch Hilferding, s(ein Andenken möge) b(ewahrt werden)” הר הרבני המאושר הנדיב הגביר המפורסים מוהרר אברהם יעקב בן המנוח מו” צבי הירש הילפרדינג זל”.
Anmerkung: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).
Im unteren Teil des Grabsteines bzw. der Grabinschrift finden wir das Lob und darüber ein Band/eine Banderole mit einer Krone. Die Krone ist unterschrieben mit “Krone des guten Namens” כתר שם טוב und ist ein Zitat aus Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,17, wo es heißt: “Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle” שלשה כתרים הן כתר תורה וכתר כהונה וכתר מלכות וכתר שם טוב עולה על גביהן.
Im geschlungenen Band links und rechts der Krone finden wir (nochmals) das korrekte Sterbedatum: “Er starb am 4. Tag (= Mittwoch), 24. Adar I 594″ נפטר יום ד כד אדר א תקצד, das ist Mittwoch, der 05. März 1834.
Bei der ikonografischen Deutung muss ich leider vieles offen lassen und würde mich über weitere Deutungen sehr freuen.
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Schlagwörter: friedhof | Kommentare (4)
Bild der Woche – Jüdisches Viertel Eisenstadt
Das Eisenstädter jüdische Viertel hat die Form eines spiegelverkehrten Dalet ד – so die hübsche Beschreibung von Meir Ayali. Seit dem späten 17. Jahrhundert war dieser Ort Sitz der jüdischen Gemeinde, ab den 1870er Jahren (und bis 1938) als autonome Großgemeinde Unterberg-Eisenstadt mit eigenem Bürgermeister und Amtmann.
Modell des Eisenstädter jüdischen Viertels (um 1900), Dauerausstellung des Museums – klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht!
Im Wertheimerhaus mit seiner privaten Synagoge befindet sich heute das Jüdische Museum; davor ist die (heute noch – in un-gespanntem Zustand – zu besichtigende) Schabbatkette befestigt. Schräg gegenüber lag die Eisenstädter Gemeindesynagoge, die 1938 verwüstet und in den 1950ern, nach Verkauf des Grundstücks durch die Israelitische Kultusgemeinde Wien, abgetragen wurde; heute befindet sich ebendort die Geschäftsstelle einer Versicherung. Am oberen Ende des Viertels liegt der ältere jüdische Friedhof, der vom späten 17. Jahrhundert bis ins Jahr 1875 belegt wurde.
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Schlagwörter: eisenstadt | Kommentare (4)
Bild der Woche – Synagoge Mattersburg
Sofort beim Eintreten in den Tempel fiel der große Almemor [= Ort der Toralesung, Bima; Anm.] auf. Rings um den Almemor liefen Bänke, vor denen Betstühle standen…An der Vorderseite des Almemors stand die 1 ½ m hohe und entsprechend breite Menorah [= 7-armiger Leuchter; Anm.] … Die Sitzgelegenheiten waren im Tempel spärlich. Rings um die vier Wände lief eine Bankreihe. Nur im hinteren Teile des Tempels waren einige Reihen. Das Gros der Gemeinde verfügte über keine Sitzgelegenheit … Die Tempelwände waren (…) mit Gebetstücken beschrieben … Der Plafond (…) war mit Emblemen, Motiven, die teilweise dem religiösen Leben entnommen waren (Feststrauß, Menorah, Vögeln, Sternen), bemalt …
Max Grunwald, Mattersdorf, in: Jahrbuch für Jüdische Volkskunde 1924/25, hrsg. v. Max Grundwald, Berlin 1926. S. 417-420.

Synagoge in Mattersdorf, um 1920. Zwar unleserlich, aber in den Umrissen erkennbar: die in unserem Blogbeitrag diskutierte Gedenktafel an der Außenfront der Synagoge.
Die Mattersburger Synagoge, am wulka-seitigen Ende der Judengasse gelegen (s. den von Meir Deutsch zur Verfügung gestellten historischen Stadtplan), stammte in ihrer baulichen Endgestalt wohl aus dem späten 19. Jahrhundert; die Baugeschichte bleibt allerdings, zusammen mit der (Früh-)Geschichte der Mattersburger Judengemeinde im Ganzen, umstritten – nachzulesen in unserem jüngsten Blog-Beitrag …
Der Mattersburger Tempel wurde im September 1940 gesprengt (s. den Bericht von Hans Paul). Fotografische (Innen-)Ansichten der Synagoge sind rar, umso wertvoller ist die ausführliche (hier nur in kleinen Auszügen zitierte) Beschreibung bei Max Grunwald.
Heute erinnert an die Mattersburger Synagoge ein Gedenkstein am Brunnenplatz (s. unser Bild der Woche – Gedenkstein Mattersburg).
Gegenwärtig werden in Mattersburg Pläne für ein (neues) Synagogen-Denkmal diskutiert – wir sind gespannt & werden über allfällige Fortschritte hier im Blog berichten … (vielen Dank an Gemeinderätin Sonja Sieber für die Informationen).
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Schlagwörter: mattersburg, synagoge | Kommentare (11)




