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	<title>Koschere Melange &#187; Bild der Woche</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Im Zentrum der Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 08:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher und Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[jerusalem]]></category>

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		<description><![CDATA[Man könnte sich keinen besseren Ort für dieses Motiv denken: Mitten in Jerusalem, nahe dem Rathaus, findet sich diese für Jerusalem doch recht schmeichelhafte Weltkarte – ausgeführt in Keramik vom Jerusalemer Künstler Arman Darian, nach einem Original des Hannoveraner Theologen Heinrich Bünting aus 1581. Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man könnte sich keinen besseren Ort für dieses Motiv denken: Mitten in Jerusalem, nahe dem Rathaus, findet sich diese für Jerusalem doch recht schmeichelhafte Weltkarte – ausgeführt in Keramik vom Jerusalemer Künstler Arman Darian, nach einem <a href=" http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:1581_Bunting_clover_leaf_map.jpg&#038;filetimestamp=20061130054816" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Original</a> des Hannoveraner Theologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%C3%Bcnting" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Heinrich Bünting</a> aus 1581.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080112]" title="Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/karteJGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/karteJGR.jpg" width="550" height="446" alt="Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581</p>
<p>Kuriosum am Rande: Büntings eigenwillige Darstellung &#8211; die Welt als Kleeblatt mit Jerusalem im Zentrum &#8211; zielt nicht nur auf besondere Akzentuierung Jerusalems, sondern ist gleichermaßen eine Verneigung vor seiner Heimatstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannover#Wappen" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Hannover</a>, die nämlich das Kleeblatt (andere sagen freilich: eine Marienblume) im <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Coat_of_arms_of_Hannover.svg&#038;filetimestamp=20090822130540" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Wappen</a> führt&#8230; </p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir den instruktiven Aufsatz Karl-Heinz Kohls zu diesen und weiteren Hintergründen der Bünting-Karte: &#8220;<a href="http://edoc.bbaw.de/volltexte/2009/1245/pdf/04_Kohl_print.pdf" title="Externer Link zu 'edoc.bbaw.de...'">Allegorien der drei Erdteile und die Entdeckung Amerikas</a>&#8221; (<acronym>PDF-Datei</acronym>, 5.8 <abbr>MB</abbr>).</em></p>
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</div>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Chanukka und ein abgeschlagener Kopf</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 09:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[chanukka]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben</h3>
<p>Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im  Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre zuvor den Tempel entweiht hatte.  So lesen wir im ersten Buch der Makkabäer 4,52-59, das sich übrigens – und das mag erstaunen – wie auch das zweite Buch der Makkabäer nicht in der hebräischen Bibel befindet! </p>
<p>Im Traktat Schabbat 21b des babylonischen Talmud werden die acht Tage mit einer Legende begründet, dass nämlich das wenige vorhandene Öl nicht ausreichte, um die Flammen des Leuchters acht Tage zu nähren, und nur ein einziges Krüglein Öl tatsächlich den Leuchter acht Tage lang speisen konnte, bis wieder neues &#8220;koscheres&#8221; (rituell taugliches) Öl zur Verfügung stand: </p>
<blockquote><p>Ein großes Wunder geschah dort!</p></blockquote>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[181211]" title="Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/juditHolofernesGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/juditHolofernesGRR.jpg" width="550" height="628" alt="Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Judit mit dem abgeschlagenen Kopf des Holofernes. Illustration zu Chanukka im Birkat ha-mazon von Meschullam Simmel, Wien 1751.<br />
Das Büchlein ist übrigens gerade mal 8.4cm x 10.4cm groß und in unserer Dauerausstellung zu besichtigen!</p>
<p>Wir  befassen uns heute ein wenig mit den &#8220;Birkat-ha-mazon&#8221;-Büchlein, einer Sammlung von &#8211; vor allem ab dem 18. Jahrhundert &#8211; meist eher textknappen Segenssprüchen zu den verschiedensten Situationen des Alltags samt den dazugehörigen Illustrationen, die in keinem jüdischen Haushalt fehlen durften. Der älteste und nur in einem einzigen Exemplar erhaltene Druck eines solchen Büchleins wurde im Jahr 1514 in Prag herausgebracht. Einheitlich in allen Handschriften finden wir am Beginn die Segenssprüche zu den beiden Freudenfesten Purim und Chanukka, wobei insbesondere eine Bildrezension zu Chanukka nicht ganz leicht zu überblicken ist. Denn in vielen Birkat-ha-mazon-Handschriften und -Drucken ist der Chanukkatext nicht nur mit einem Leuchter illustriert, den der in zeitgenössische Tracht gekleidete Hausherr entzündet, sondern es findet sich noch zusätzlich die Darstellung von Judit, die dem schlafenden Feldherrn Holofernes den Kopf abschneidet und diesen in einen von ihrer Dienerin bereitgestellten Sack gibt. </p>
<p>Die Geschichte von Judit und Holofernes lesen wir übrigens im Buch Judit, das sich – wiederum erstaunlich – so wie die beiden Makkabäerbücher ebenfalls nicht in der hebräischen Bibel findet:</p>
<blockquote><p>Dann ging sie zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr, du Gott Israels, am heutigen Tag! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Dann wälzte sie seinen Rumpf von dem Lager und riss das Mückennetz von den Tragstangen herunter. Kurz danach ging sie hinaus und übergab den Kopf des Holofernes ihrer Dienerin, die ihn in einen Sack steckte &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Judit, 13, 6-10</cite></p>
<p>Ein Chanukka-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pijjut" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Pijjut</a>, also eine religiöse Dichtung zum Fest, erklärt die Verbindung der Judith-Holofernesgeschichte mit jener von Chanukka:<br />
Demnach verbot König Antiochus Epiphanes nicht nur die Ausübung der jüdischen Religion, sondern bestimmte als weitere judenfeindliche Maßnahme, dass dem Oberkommandanten das &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ius_primae_noctis" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">ius primae noctis</a>&#8221; zustehe. Als dieses aber bei der Tochter des Hohepriesters Jochanan zur Anwendung kommen sollte, töteten ihre Brüder mit Judas Makkabäus an der Spitze den feindlichen Feldherrn. Daraufhin zog Holofernes aus Rache gegen Jerusalem und wurde dort von der tapferen Judit getötet. </p>
<p>Daher findet man diese Darstellung vor allem in jenen Birkat-ha-mazon-Handschriften, die für weibliche Besitzer bestimmt waren, um auf die tapferen Frauen Israels hinzuweisen &#8230;</p>
<p>Bleibt noch anzumerken, dass der Chanukkabrauch, gesalzene Käsegerichte zu essen, auf dieses Ereignis zurückgeht: Angeblich setzte Judit dem Holofernes gesalzenen Käse vor und nachdem dieser seinen großen Durst mit vielen Bechern Wein gelöscht hatte und betrunken eingeschlafen war, konnte sie ihm den Kopf abschlagen.</p>
<p class="centered"><strong>Aber nicht mit dem Klassiker &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maos_Zur" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Maos Zur</a>&#8220;, einem Pijjut aus dem 13. Jahrhundert, sondern mit einem sehr modernen rockigen Adam Sandler wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest &#8211; <span lang="en" xml:lang="en">Happy</span> Chanukka &#8211; חג אורים שמח<br />
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!</strong></p>
<div class="centered">
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</div>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die beiden ausgezeichneten Beiträge zu Chanukka, in denen Sie mehr über Geschichte und Bräuche des Festes erfahren: <a href="http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.879.html" title="Externer Link zu 'j-zeit.de...'">&#8220;Nicht durch Macht und nicht durch Stärke &#8230;&#8221;</a> von Hartmut Bomhoff sowie <a href="http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/71-keil.htm" title="Externer Link zu 'david.juden.at...'">&#8220;Chanukka – ein Fest des Kulturtransfers&#8221;</a> von Martha Keil. </em> </p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Genisa-Grab am Zentralfriedhof Wien</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 08:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Tor IV (eigentlich &#8220;Tor V&#8221;) des Wiener Zentralfriedhofs: Die mehr als 250.000m2 große Fläche wurde 1911 erworben, nachdem die jüdische Abteilung am 1. Tor zu klein geworden war, und mehrfach erweitert. Am 4. April 1917 offiziell eröffnet, spiegelt [dieser Friedhof] die Zeitgeschichte anschaulich wider: Grabreihen Exhumierter vom Währinger Israelitischen Friedhof, Urnengräber, die die Asche KZ-Ermordeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tor IV (eigentlich &#8220;Tor V&#8221;) des Wiener Zentralfriedhofs: Die mehr als 250.000m<sup>2</sup> große Fläche wurde 1911 erworben, nachdem die jüdische Abteilung am 1. Tor zu klein geworden war, und mehrfach erweitert. Am 4. April 1917 offiziell eröffnet, </p>
<blockquote><p>spiegelt [dieser Friedhof] die Zeitgeschichte anschaulich wider: Grabreihen Exhumierter vom Währinger Israelitischen Friedhof, Urnengräber, die die Asche KZ-Ermordeter bergen [...] ein Denkmal für die kurz vor der Befreiung Ermordeten der <a href="http://www.nachkriegsjustiz.at/vgew/1020_foerstergasse.php" title="Externer Link zu 'nachkriegsjustiz.at...'">Förstergasse</a>, Massengräber ungarischer Juden, Grabstellen unbekannter sowjetischer jüdischer Soldaten
</p></blockquote>
<p><cite>Steines P., Hunderttausend Steine, Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof Tor I und IV, Wien 1993, 266</cite> </p>
<p>Unter den mehr als 60.000 Bestatteten finden wir viele prominente Namen wie den des Rabbiners und Politikers <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/08/24/der-reichsrats-rabbiner/" title="Interner Link zum Artikel 'Der Reichsratsrabbiner'">Josef Samuel Bloch</a>, des vormaligen und ersten Oberrabbiners von Wien nach 1945, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akiba_Eisenberg" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Akiva Eisenberg</a>, des Operettenkomponisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Fall" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Leo Fall</a>, des legendären Fußballtrainers <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/11/21/bild-der-woche-hugo-meisl/" title="Interner Link zum Artikel 'Hugo Meisl'">Hugo Meisl</a> (dessen Nachlass nun doch, übrigens seit <a href="http://derstandard.at/1319183146008/Hugo-Meisl-im-Museum-Back-Home-oben-am-und-jedenfalls-im-Ceske-Srdce" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">vorgestern</a> (!), eine neue Bleibe finden konnte) oder des Bibliothekars der Israelitischen Kultusgemeinde, <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/27/der-aeltere-juedische-friedhof-in-eisenstadt/" title="Interner Link zum Beitrag 'Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt'">Bernhard Wachstein</a> (dem wir die Bearbeitung des älteren jüdischen Friedhofs in Eisenstadt verdanken) &#8230;</p>
<p>Ein besonderes Grab finden wir aber auch gleich links neben dem Eingang <abbr>bzw.</abbr> links von der Zeremonienhalle. Hier wurden nämlich am 14. Juni 1987 in der sogenannten Reichskristallnacht 1938 entweihte Torarollen und Gebetbücher beigesetzt. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[191111]" title="Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa01.jpg" width="550" height="367" alt="Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV, gleich links neben dem Eingang und der Zeremonienhalle</p>
<p>Das Grab ist ein sogenanntes Genisa-Grab. &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geniza" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Genisa</a>&#8221; (oft &#8220;Geniza&#8221; geschrieben!) bedeutet wörtlich &#8220;Schatzkammer&#8221; und könnte als &#8220;liturgisches Archiv&#8221; bezeichnet werden. Als &#8220;Genisa&#8221; werden sowohl die Räume bezeichnet, in denen nicht mehr verwendbare liturgische Schriften abgelegt, als aber auch die Gräber, in denen diese bestattet werden. (Siehe etwa das <a href="http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20223/Wuerzburg%20Friedhof%201403.jpg" title="Externer Link zu 'alemannia-judaica.de...'">Genisa-Grab am jüdischen Friedhof in Würzburg</a>, das sich dort auch unmittelbar neben dem Friedhofseingang befindet).</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[191111]" title="Inschrift auf Hebräisch und Deutsch"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa02.jpg" width="550" height="367" alt="Inschrift auf Hebräisch und Deutsch" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die hebräische Inschrift gibt erst einen <a href="http://ojm.at/kinot" title="Externer Link zu 'books.google.at...'">Abschnitt aus den Klageliedern zum Tischa be-Av</a> (Trauertag 9. Av) wieder (<em>&#8220;Ich schreie in der Qual meines Herzens und ergehe mich in Klagen&#8221;</em> &#8230;), danach folgt der Text, der auch auf Deutsch zu finden ist (im Hebräischen allerdings nicht &#8220;Kristallnacht&#8221;, sondern &#8220;Epoche der Shoa&#8221;):</p>
<blockquote><p>Hier wurden am 17. Siwan 5747 (14. 6. 1987) Reste von Torahrollen begraben, die in der &#8220;Kristallnacht&#8221; des Jahres 1938 von Nazihorden entweiht, zerrissen und verbrannt wurden<br />
Chewra Kadischa Wien, Juni 1987
</p></blockquote>
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</div>
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		<title>Bild und Kopf der Woche &#8211; Ausmal-Ben-Gurion</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 08:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kopf der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man jüngeren (und jüngsten) Museumsbesucherinnen und -besuchern Historie schmackhaft machen kann, ist eine ebenso wichtige wie knifflige Frage. Klassisch-charmant ist die diesbezügliche Strategie des &#8220;Ben-Gurion-Hauses&#8221; in Tel Aviv: Dort nämlich lädt man die jüngsten Gäste ein, sich via Mal-Vorlage (buchstäblich) ihr eigenes Bild vom &#8220;Vater der Nation&#8221; zu machen – Museumspädagogik 1.0 gewissermaßen&#8230; Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie man jüngeren (und jüngsten) Museumsbesucherinnen und -besuchern Historie schmackhaft machen kann, ist eine ebenso wichtige wie knifflige Frage. Klassisch-charmant ist die diesbezügliche Strategie des &#8220;<a href="http://ben-gurion-house.org.il.preview21.livedns.co.il/html/indexEnglish.html" title="Externer Link zu 'ben-gurion-house.org.il...'">Ben-Gurion-Hauses</a>&#8221; in Tel Aviv: Dort nämlich lädt man die jüngsten Gäste ein, sich via Mal-Vorlage (buchstäblich) ihr eigenes Bild vom &#8220;Vater der Nation&#8221; zu machen – Museumspädagogik 1.0 gewissermaßen&#8230;</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/benGurion.jpg" width="550" height="776" alt="Schachspielender Ben-Gurion zum Ausmalen" class="centered" /></p>
<p class="centered">Ein schachspielender Ben-Gurion zum Ausmalen – gesehen im &#8220;Ben-Gurion-Haus&#8221;, Tel Aviv </p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Ben-Gurion" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">David Ben-Gurion</a> (1886-1973), als David Grün im polnischen Płońsk geboren, emigrierte 1906 nach Palästina; er war der erste Premierminister des Staates Israel, von der Staatsgründung 1948 bis 1953, und nochmals von 1955 bis 1963. </p>
<p>Weit anschaulicher als diese nackten biographischen Fakten ist allerdings die wunderbar plastische  (und obendrein um politische Korrektheit völlig unbekümmerte) Beschreibung, die Amos Oz in seiner &#8220;Geschichte von Liebe und Finsternis&#8221; von Ben-Gurion gibt: Oz, damals gerade in seinen frühen 20ern, hatte sich 1961 auf eine publizistische Kontroverse mit dem Premierminister eingelassen – und wurde von Ben-Gurion prompt zum persönlichen Gespräch geladen&#8230;</p>
<blockquote><p>Zwischen den Wänden dieses spartanischen Büros [gemeint ist das Büro Ben-Gurions in Tel Aviv; Anm.] ging mit schnellen kleinen Schritten, die Arme auf dem Rücken verschränkt, die Augen zu Boden gerichtet, den großen Kopf geneigt und energisch vorgeschoben, ein Mann auf und ab, der genau wie Ben Gurion aussah, aber auf keinen Fall Ben Gurion sein konnte: Jedes Kind im Land, schon im Kindergarten, wusste damals sogar im Schlaf, wie Ben Gurion aussah. Aber da es noch kein Fernsehen gab, meinte ich selbstverständlich, der Vater der Nation sei ein Riese, dessen Haupt in die Wolken rage. Und dieses Double nun war ein kleiner, untersetzter und rundlicher Mann, keine ein Meter sechzig groß (&#8230;), teils unbeugsamer Bergbauerngroßvater, teils uralter, energischer Zwerg (&#8230;). Er hatte eine silbrige Prophetenmähne, die wie ein Amphitheater seine Glatze umgab. Unterhalb der mächtigen Stirn ragten dicke, buschige weiße Brauen hervor, und darunter durchbohrten kleine blaugraue Augen mit messerscharfem Blick die Luft. Seine Nase war breit, dick und derb, eine vollkommen schamlose, geradezu pornographische Nase, wie die Nase der Juden auf antisemitischen Karikaturen. Dagegen waren die Lippen schmal wie eine Schnur (&#8230;). Die Gesichtshaut war rau und rot, als wäre da gar keine Haut mehr, sondern rohes Fleisch (&#8230;).<br />
Die ersten Worte, die die Stille im Raum durchschnitten, erklangen in der durchdringenden blechernen Stimme, die wir damals alle fast täglich im Radio hörten. Sogar in unseren Träumen hörten wir sie. Der Allmächtige warf mir einen grimmigen Blick zu und sagte: &#8216;Nu! Warum setzen Sie sich nicht?! Setzen Sie sich doch!&#8217;</p></blockquote>
<p><cite>Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis. Frankfurt a.M. 2008. S. 686f.</cite></p>
<p>Niemals, so schreibt Oz in der Rückschau auf jene Begegnung, habe ihn ein Mensch </p>
<blockquote><p>so durch seine physische Präsenz und seine elektrisierende Willenskraft beeindruckt</p></blockquote>
<p>wie damals Ben-Gurion <cite>(ebd. S. 692)</cite>.</p>
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<p class="thumbn"><a rel="lightbox[161011]" title="Ben-Gurions Haus in Tel Aviv, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Ben_gurion0007.JPG" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/benGurion02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/benGurion02.jpg" width="300" height="225" alt="Ben-Gurions Haus in Tel Aviv, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Ben_gurion0007.JPG" /></a></p>
</div>
<p>Ben-Gurions Haus in Tel Aviv (&#8220;Beit Ben-Gurion&#8221;) ist heute der Öffentlichkeit zugänglich – und der Besuch schon aufgrund der erhaltenen Original-Ausstattung und Ben-Gurions beeindruckender Bibliothek (20.000 Bände!) in jedem Fall lohnenswert!  </p>
<p class="tipp3"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Ben_gurion0007.JPG" title="Externer Link zu 'upload.wikimedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered"><strong>David Ben-Gurions Geburtstag jährt sich am heutigen Sonntag, dem 16. Oktober, zum 125. Mal.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Jona</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/10/05/bild-der-woche-jona/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/10/05/bild-der-woche-jona/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 09:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag). Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r Am Versöhnungstag wird in der Synagoge das kleine Prophetenbuch Jona gelesen. Und zwar zum Mincha, das etwa in der Wiener Synagoge (Seitenstettengasse) um 18.10 Uhr gebetet wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag). </strong></p>
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<p class="thumbn"><a rel="lightbox[051011]" title="Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kennicot01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kennicot01.jpg" width="550" height="507" alt="Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r</p>
<p>Am Versöhnungstag wird in der Synagoge das kleine Prophetenbuch Jona gelesen. Und zwar zum Mincha, das etwa in der <a href="http://www.ikg-wien.at/?page_id=1508" title="Externer Link zu 'ikg-wien.at...'">Wiener Synagoge (Seitenstettengasse) um 18.10 Uhr</a> gebetet wird.</p>
<p>Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Jona ben Amittai? Als das Wort Gottes an ihn ergeht, nach Ninive zu gehen, versucht Jona an die Goldküste von Tarschisch zu fliehen. Jona möchte sich dem Auftrag Gottes entziehen, versteckt sich auf einem Schiff, das aber bald in schwere Turbulenzen gerät, woraufhin sich Jona schlafend stellt. Die Matrosen entdecken den blinden Passagier und der Kapitän, der in Jona den Schuldigen für den Sturm vermutet, stellt den sich schlafend Stellenden zur Rede. Dann warfen sie Jona ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Jona selbst aber wurde gerettet, denn der Herr schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang und ihn nach 3 Tagen ans Land spie. Gott sprach ein zweites Mal zu Jona und diesmal ging dieser nach Ninive, wie es ihm befohlen war &#8230;</p>
<p>Eine ausgesprochen bemerkenswerte Interpretation der &#8220;Antwort des Jona&#8221; an den Kapitän des Schiffes finden wir im gleichnamigen Buch von Schalom ben Chorin (Hamburg, 1966):</p>
<blockquote><p>Und nun tun der Kapitän und seine Gefolgschaft genau das, was die Völker in der fast zweitausendjährigen Diaspora-Geschichte Israels immer wieder taten, sie fragten den Juden auf seine Existenz hin:</p>
<p><strong>&#8220;Sage uns, warum geht es uns so übel? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volke bist du?&#8221;</strong> (Jona 1,8).</p>
<p>Sie fragen ihn als den Fremden, den Ur-Frenden, und sie fragen ihn sofort nach ihrem eigenen Unglück. Er, der Gefragte, soll ihnen sagen, warum es ihnen so übel ergeht? Er, der Fremde, muss den Schüssel für das Unglück der Völker haben &#8230;</p>
<p>Und nun erwacht Jona zur Erkenntnis der eigenen Existenz und gibt jene umfassende Antwort, in der Wesen und Sendung Israels in ihrer Doppelheit formuliert ist:</p>
<p><strong>&#8220;Ich bin ein Hebräer und fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, welcher gemacht hat das Meer und das Trockene&#8221;</strong> (Jona 1,9)</p>
<p>Diese Antwort ist die <strong>ganze</strong> Antwort des Judentums &#8230; [sie] zerfällt in zwei Teile, die aber ein unlösbares Ganzes bilden: in den nationalen und den religiösen Existenzbezug Israels.</p>
<p>Jona beginnt mit dem nationalen Bekenntnis: &#8220;Ivri Anochi&#8221; &#8211; Ein Hebräer bin ich. Er tarnt sich nicht. Er stellt das eindeutige und klare Bekenntnis zur hebräischen Nation allem Credo voran &#8230; Aber damit erschöpft sich die Antwort nicht, sondern sie setzt sich fort, geht &#8230; über in das monotheistische Bekenntnis&#8230;</p>
<p>Das religiöse und nationale Element sind in der Antwort des Jona enthalten und machen so &#8211; in dieser unlösbaren Einheit &#8211; jüdisches Bekenntnis, jüdische Antwort an die fragende Welt aus.</p>
</blockquote>
<p><cite>Schalom ben Chorin, a.a.O., 13ff</cite></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[051011]" title="Kolophon des Malers, Kennicot-Bibel, fol. 447r"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kennicott02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kennicott02.jpg" width="250" height="342" alt="Kolophon des Malers, Kennicot-Bibel, fol. 447r" /></a></p>
</div>
<p>Das Bild oben, &#8220;Der Meerwurf des Jona&#8221;, finden wir in der Kennicot-Bibel (Oxford, Bodleian Libr. Ms. Kennicot 1), einer 1476 in La Coru&ntilde;a geschriebenen sephardischen Bibel. Als Vorlage diente die Cervera-Bibel. Deren Schreiber, Samuel ben Abraham ibn Natan, berichtet, dass er sich ein Jahr lang in dem kleinen Ort Cervera aufgehalten habe, um dort sein gebrochenes Schienbein zu heilen, und dass er in dieser Zeit (18. Juli 1299 &#8211; 19. Mai 1300) die Bibel geschrieben habe. Beide Bibeln haben sowohl ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kolophon_%28Schriftst%C3%BCck%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Kolophon</a> des Schreibers als auch eines des Malers, was für jüdische Handschriften eine große Seltenheit ist. Sämtliche Buchstaben des Kolophons sind aus zoo-, anthropomorphen oder aus vegetabilen Bestandteilen zusammengesetzt, eine Eigentümlichkeit der sephardischen Buchmalerei, in der solche aus Tier- und Menschenprotomen gebildeten Buchstaben häufig für Initialwörter Verwendung fanden.</p>
<p>Das Kolophon des Malers (fol. 447r) befindet sich genau wie in der Cervera-Bibel auf dem letzten Blatt der Handschrift und wiederholt auch wörtlich den dortigen Text: </p>
<blockquote><p>Ich, Joseph, ibn Chajim, illustrierte dieses Buch und vollendete es.</p></blockquote>
<p>Auch der &#8220;Meerwurf des Jona&#8221; ist in der Kennicot-Bibel (fol. 305r) aus der Cervera-Bibel übernommen (dort fol. 304r).</p>
<p><cite>Vgl. Ursula und Kurt Schubert, Jüdische Buchkunst, I, Graz 1983, 83f</cite></p>
<div class="centered">
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<p class="centered">Yom Kippur: Overboard (Jonah&#8217;s Song)</p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<title>Bild und Tipp der Woche &#8211; HAUS-BERG-VERBOT</title>
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		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/08/28/bild-der-woche-haus-berg-verbot/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 08:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipp der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[kärnten]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende des Sommers und damit meist auch der Urlaubszeit naht &#8230; daher hier noch ein &#8220;Bild und ein Tipp der Woche&#8221; aus meinem heurigen Urlaub in Kärnten: Über eine sehr erfreuliche Initiative / Aktion am Dobratsch, dem Hausberg der Villacher! Gedenktafel am Dobratsch Gipfelhaus (ehem. Ludwig-Walter-Haus), 2.143m Ein paar kurze Notizen zu den Hintergründen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ende des Sommers und damit meist auch der Urlaubszeit naht &#8230; daher hier noch ein &#8220;Bild und ein Tipp der Woche&#8221; aus meinem heurigen Urlaub in Kärnten:<br />
Über eine sehr erfreuliche Initiative / Aktion am Dobratsch, dem Hausberg der Villacher!</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[280811]" title="Gedenktafel am Dobratsch Gipfelhaus"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/dobratsch01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/dobratsch01.jpg" width="550" height="390" alt="Gedenktafel am Dobratsch Gipfelhaus" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Gedenktafel am Dobratsch Gipfelhaus (ehem. Ludwig-Walter-Haus), 2.143m</p>
<p>Ein paar kurze Notizen zu den Hintergründen:</p>
<p>Bei der am 11. Feber 1920 abgehaltenen Jahresversammlung beschloss die Sektion Villach mit 53 gegen 6 Stimmen die Einführung des Arierparagrafen in ihre Satzungen, der Nichtariern die Mitgliedschaft verweigerte. 1921 kam der Arierparagraf auch bei der Wiener Sektion Austria zur Anwendung, woraufhin die jüdischen Mitglieder austraten und die Sektion Donauland gründeten.</p>
<p>Schon seit dem Sommer 1921 waren zahlreiche österreichische Alpenvereinshütten mit Plakaten ausgestattet worden, die darauf hinwiesen, dass die Mitglieder der Sektion Donauland von der Begünstigung der Hüttengebühr ausgeschlossen waren. Obwohl vom Hauptausschuss wegen der antisemitischen Plakate schon verwarnt, antwortete die Sektion Villach, </p>
<blockquote><p>dass sie mit Bewilligung des Hauptausschusses den Arierparagraphen aufgenommen hat und daher auch berechtigt ist, die Verwaltung der Sektion und den Betrieb ihrer Hütten nach deutsch-völkischen Richtlinien zu führen. Zu diesen Richtlinien gehört selbstverständlich auch der Antisemitismus&#8230;
</p></blockquote>
<p>Die sozialdemokratische Zeitung der Arbeiterbewegung (1890 &#8211; 1934) &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterwille" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Arbeiterwille</a>&#8221; berichtete im September 1922 ausführlich über das von der Sektion Villach erlassene &#8220;Judenverbot&#8221;: </p>
<blockquote><p>
Die Ortsgruppe Villach des Deutschösterreichischen Alpenverereins hat vor längerer Zeit das Schutzhaus am Dobratsch als Eigentum erworben. Seit einiger Zeit prangen auf diesem Schutzhaus die Worte: &#8216;Juden ist der Eintritt in dieses Haus verboten!&#8217; Diese Aufschrift ist natürlich mit dem Zeichen des Hakenkreuzes versehen. Wie wir hören, wurde diese Aufschrift über Beschluss der Ortsgruppe Villach an dem Schutzhause angebracht. Außerdem soll die gleiche Ortsgruppe beschlossen haben, daß der Prachtvertrag, der mit dem Pächter des Schutzhauses abgeschlossen wurde, in dem Moment erlischt, wo der Pächter einem Juden den Eintritt in das Schutzhaus gestattet. Es ist bezeichnend, daß eine ganze Organisation einigen närrischen Schandkerlen auf den Leim geht und einen solchen Beschluss fasst. Das kann nur eine Organisation tun, die entweder von Kindern, von Trotteln oder von gewissenlosen Lumpen geleitet wird.
</p></blockquote>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[280811]" title="'Der judenreine Alpenverein', Karikatur v. P. Humploletz, (OeAV-Archiv Innsbruck)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/dobratsch02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/dobratsch02.jpg" width="200" height="232" alt="'Der judenreine Alpenverein', Karikatur v. P. Humploletz, (OeAV-Archiv Innsbruck)" /></a></p>
</div>
<p>Bild: &#8220;Der judenreine Alpenverein&#8221;, Karikatur von Paul Humploletz, in: &#8220;Der Götz von Berlichingen&#8221;, Wien 1924 (OeAV-Archiv Innsbruck), Quelle: Folder, <abbr>s.u.</abbr></p>
<p class="tipp2">Im Jahr 1923 fasste die Sektion Villach in der &#8220;Judenfrage&#8221; den Beschluss, die bisherige Aufschrift &#8220;Juden und Mitglieder der Sektion Donauland sind auf dieser Hütte nicht erwünscht&#8221;, in &#8220;Juden ist der Eintritt verboten&#8221; umzuwandeln, woraufhin die Sektion vom Hauptausschuss erneut aufgefordert wurde, die Verbotstafel für Juden von den Hütten zu entfernen.<br />
Ein Jahr später teilte die Sektion Villach dem Hauptausschuss lediglich mit, dass die Plakate künftig lauten würden: </p>
<blockquote><p>Der Zutritt von Juden ist nicht erwünscht</p></blockquote>
<p><cite>Texte weitgehend zitiert aus dem Folder &#8220;Haus-Berg-Verbot. Kunstaktion am Dobratsch zur Erinnerung an die Vertreibung der Juden vom Villacher Hausberg&#8221;</cite></p>
<p class="tipp">Die Kunstaktion zur Erinnerung des &#8220;Judenverbots&#8221; am Villacher Hausberg fand am 11. Juni 2011 statt. <strong>Dieses &#8220;Bild der Woche&#8221; ist auch ein &#8220;Tipp der Woche&#8221;, denn die Ausstellung &#8220;Judenhütte&#8221; am 10er Nock am Dobratsch können Sie noch bis zum 15. September besichtigen.</strong><br />
Mehr Informationen sowie viele Bilder von der Kunstaktion und der Ausstellung auf der Website des <a href="http://www.unikum.ac.at/" title="Externer Link zu 'unikum.ac.at'">Universitätskulturzentrums UNIKUM</a>!<br />
Hier auch der <a href="http://ojm.at/dobratsch" title="Externer Link zu 'kaernten.orf.at...'">ORF-Beitrag</a> zur Aktion am 11. Juni.</p>
<div class="centered">
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/26125247?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/26125247">HAUS-BERG-VERBOT</a> from <a href="http://vimeo.com/svezesadje">Sveže Sadje</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
</div>
<p>Dieser Tage war übrigens eine Dame von der <span lang="en" xml:lang="en">Hebrew University</span> in Jerusalem bei uns im Museum, die zuvor in Kärnten war und dort auch die Ausstellung am Dobratsch gesehen hat und mir davon erzählte, weil sie nämlich sehr überrascht, aber auch sehr beeindruckt war :-)</p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/08/21/bild-der-woche-rabbiner-schlesinger/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Rabbiner Schlesinger &#8230;&#8221;</a>&nbsp;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Rabbiner Schlesinger</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/08/21/bild-der-woche-rabbiner-schlesinger/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/08/21/bild-der-woche-rabbiner-schlesinger/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Aug 2011 08:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[strassbourg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=828</guid>
		<description><![CDATA[Am Donnerstagnachmittag besuchte Rabbiner Samuel (Akiva) Yaffe-Schlesinger mit seiner Familie (aus Frankreich, Israel, USA) unser Museum. Geboren 1939, ist er der Sohn des letzten Rabbiners Eisenstadts, Markus (Mordechai) Yaffe-Schlesinger (1931 &#8211; 1938), der wiederum seinem Vater, Karl (Akiba) Klein als Rabbiner gefolgt war. Rabbiner Samuel Schlesinger ist Oberrabbiner in Strassbourg (F). Der Besuch kam unangemeldet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstagnachmittag besuchte Rabbiner Samuel (Akiva) Yaffe-Schlesinger mit seiner Familie (aus Frankreich, Israel, USA) unser Museum. Geboren 1939, ist er der Sohn des letzten Rabbiners Eisenstadts, Markus (Mordechai) Yaffe-Schlesinger (1931 &#8211; 1938), der wiederum seinem Vater, Karl (Akiba) Klein als Rabbiner gefolgt war. Rabbiner Samuel Schlesinger ist Oberrabbiner in Strassbourg (F).</p>
<p>Der Besuch kam unangemeldet und Herrn Rabbiner Schlesinger zu begegnen, gehörte für mich zu einem der erhebensten und schönsten Momente in fast 30 Jahren Dienstzeit im jüdischen Museum.<br />
Daher nach langem wieder einmal ein – ganz besonderer – Gästebucheintrag &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210811]" title="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger01.jpg" width="550" height="322" alt="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger" /></a></p>
</div>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210811]" title="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger02.jpg" width="550" height="365" alt="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger" /></a></p>
</div>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210811]" title="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger03.jpg" width="550" height="298" alt="Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger" /></a></p>
</div>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210811]" title="Gästebucheintrag der Tochter von Rabbiner Samuel Schlesinger"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/schlesinger04.jpg" width="550" height="418" alt="Gästebucheintrag der Tochter von Rabbiner Samuel Schlesinger" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Gästebucheintrag von Rabbiner Samuel Schlesinger sowie seiner Familie</p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Die berühmte Kette</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 09:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[schawuot]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kette, die zur Absperrung des Eisenstädter Judenviertels am Schabbat und an jüdischen Feiertagen diente, ist wohl mittlerweile allseits bekannt. Sie diente zur Kreierung eines sogenannten &#8220;Eruv&#8221; zum Tragen, d. h. dazu, die Judengasse am Schabbat zu einem Gebiet zu machen, in dem ein Jude Gegenstände mit sich tragen darf. Diesen &#8220;Eruv&#8221; beschreibt Esther Calvary [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kette, die zur Absperrung des Eisenstädter Judenviertels am Schabbat und an jüdischen Feiertagen diente, ist wohl mittlerweile allseits bekannt. Sie diente zur Kreierung eines sogenannten &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eruv" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Eruv</a>&#8221; zum Tragen, <abbr>d. h.</abbr> dazu, die Judengasse am Schabbat zu einem Gebiet zu machen, in dem ein Jude Gegenstände mit sich tragen darf. Diesen &#8220;Eruv&#8221; beschreibt Esther Calvary in ihren Memoiren. Esther war eine in Eisenstadt geborene Tochter des damals (bis 1869) dort tätigen Rabbiners <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Esriel_Hildesheimer" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Esriel Hildesheimer</a>, der später in Berlin die orthodoxe Separatgemeinde &#8220;Adass Jisroel&#8221; und das <a href="http://www.rabbinerseminar.de/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=90&#038;Itemid=78" title="Externer Link zu 'rabbinerseminar.de...'">orthodoxe Rabbinerseminar</a> gründete (siehe auch unseren Artikel &#8220;<a href="http://www.ojm.at/artikel/beruehmtheiten01/#hildesheimer">Berühmtheiten in und aus Eisenstadt</a>&#8220;).</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[050611]" title="Die Schabbat-Kette am unteren Ende der Judengasse, ca. 1920"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette01.jpg" width="550" height="351" alt="Die Schabbat-Kette, ca. 1920" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die Schabbat-Kette am unteren Ende der Judengasse, ca. 1920<br />
Links im Bild das Wertheimerhaus, damals die Weinhandlung &#8220;Leopold Wolf&#8217;s Söhne&#8221;, heute unser jüdisches Museum</p>
<blockquote><p>Am Freitagabend wurden die Ketten und Eisengitter zugemacht, so daß für die Zeit von Anfang bis Ende von Schabbat kein Wagen durch die Gasse fahren konnte. Die eine Kette lag gerade gegenüber von der &#8220;Traube&#8221;, die andere vor der Einfahrt in die Stadt. Es waren dadurch zwei Gassen für Wagen gesperrt, denn die sogenannte Obere Gasse hatte an ihrem Ende eine Mauer, und da war auch der Eingang zum Beth Hakworaus [Friedhof], das natürlich auch von Mauern eingefaßt war. </p>
<p>Am Ende der Kette der unteren Gasse wohnten auch noch Leute. Da waren die großen Kellereien und Wohnhäuser von der bedeutenden Weinfirma Leopold Wolf&#8217;s Söhne. Wolf hatte von dem Fürsten Esterhazy einen großen Meierhof gekauft, worin früher die Milchwirtschaften gewesen. Dort haben die Wolfs Böttchereien und Kellereien erbaut. Sie zogen dann aber auch eine Mauer, die sich bis an das Beth Hakworaus hinzog, so daß man auch hier am Schabbat tragen durfte. In der Weinlese kamen die Bauern aus Rust und den kroatischen Dörfern mit ihren Maisch-Bottichen angefahren; sie kamen manchmal am Freitagabend, wenn man eben nach Schul [in die Synagoge] ging, und durften nicht mehr abladen, so daß Wagen an Wagen meilenweit auf der Landstraße stehen musste, bis nach Nacht [am Schabbat-Ausgang] die Ketten gelöst wurden und sie abladen durften.
</p></blockquote>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[050611]" title="Der Zaun am oberen Ende der Gasse, ca. 1920"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette02GR.jpg" width="550" height="342" alt="Der Zaun am oberen Ende der Gasse, ca. 1920" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Der Zaun am oberen Ende der Gasse, ca. 1920<br />
Dass an dieser Stelle statt des Zauns einmal eine Kette war, können wir leider durch kein Bild belegen. Links im Bild das koschere Restaurant Hess, ehemals das Gasthaus &#8220;Traube&#8221;</p>
<p>Am Wochenfest braucht man zwar keinen &#8220;Eruv&#8221;, die Kette wurde jedoch vorgelegt, um die Durchfahrt zu verhindern und somit eine feierliche Atmosphäre zu schaffen. In diesem Zusammenhang erinnert sich Esther Calvary an die folgende Begebenheit:</p>
<blockquote><p>Einmal am zweiten Tag Schwuauss [Schawuot, Wochenfest], als die Ketten vorlagen, kam plötzlich ein Junge von 15 bis 16 Jahren aus einem benachbarten Dorfe, wo seine Eltern als einzige Juden lebten, angefahren und bekam, als er die geschlossene Gasse sah, einen großen Schreck [denn er hatte den Festtag entweiht]. Der Vater [Hildesheimer] wurde gerufen und er gebot dem Knaben, der schrecklich heulte, ausspannen zu lassen und den Tag bis zum Abend im Gasthaus &#8220;Traube&#8221; zu bleiben. Weinend erzählte er [der Junge] auch, daß seine Mutter zu waschen begonnen habe. Vater schickte gleich einen Boten an die Eltern, sie sollten den Laden schließen und aufhören zu waschen, es sei noch Jom Tow [Feiertag], sie hätten bloß falsch geaumert [falsch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Omer-Z%C3%A4hlen" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Omer gezählt</a>].</p></blockquote>
<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[050611]" title="Der Rest der Kette heute (vor dem jüdischen Museum)" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kette03.jpg" width="150" height="200" alt="Der Rest der Kette heute (vor dem jüdischen Museum)" /></a></p>
</div>
<p class="tipp"><em>Leider findet man auch heute noch, selbst in der (halb)wissenschaftlichen Literatur, immer wieder die vollkommen falsche Darstellung, dass die Kette heute ein Symbol dafür sei, dass die &#8220;Mauern hinter dieser Kette den Juden jahrhundertelang zum Gefängnis geworden sind&#8221;! Dabei hatte die Schabbat-Kette nicht nur die obgenannte innerjüdische Bedeutung, sondern war auch ein Zeichen der politischen Autonomie, eine Autonomie, die sich die jüdische Gemeinde Eisenstadt als einzige jüdische Gemeinde bis 1938 erhalten konnte!</em></p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Wenn die Obstbäume blühen &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 08:13:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[tel aviv]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; wird im Monat Nisan der &#8220;Birkat Ha-ilanot&#8221;, der &#8220;Segensspruch über blühende Obstbäume&#8221; gesprochen. Blühender Grapefruit-Baum. Schade, dass der wunderbare Duft nicht übertragbar ist ;) Fotografiert zu Pesach 2010 im Yarkon-Park (Tel Aviv) ברוך אתה ה&#8217;, אלקינו מלך העולם, שלא חיסר בעולמו (דבר) כלום, וברא בו בריות טובות ואילנות טובות (טובים) ונאות , (כדי) להנות [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wird im Monat Nisan der <strong>&#8220;Birkat Ha-ilanot&#8221;</strong>, der <strong>&#8220;Segensspruch über blühende Obstbäume&#8221;</strong> gesprochen. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[270411]" title="Blühender Grapefruit-Baum, fotografiert Pesach 2010 im Yarkon-Park von Tel Aviv"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/grapefruitGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/grapefruitGR.jpg" width="550" height="413" alt="Blühender Grapefruit-Baum, fotografiert Pesach 2010 im Yarkon-Park von Tel Aviv" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Blühender Grapefruit-Baum. Schade, dass der wunderbare Duft nicht übertragbar ist ;)<br />
Fotografiert zu Pesach 2010 im <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/09/19/bilder-der-woche-ausspannen-am-yarkon/" title="Interner Link zum Beitrag 'Ausspannen am Yarkon'">Yarkon-Park</a> (Tel Aviv)</p>
<blockquote><p>
<span class="hebr" dir="rtl">ברוך אתה ה&#8217;, אלקינו מלך העולם, שלא חיסר בעולמו (דבר) כלום, וברא בו בריות טובות ואילנות טובות (טובים) ונאות , (כדי) להנות בהן בני אדם</span></p>
<p>Gelobt seist du, Gott, König der Welt, der es in seiner Welt an nichts fehlen lässt, und der darin gute Geschöpfe und gute Bäume geschaffen hat, um den Menschen dadurch Genuss zu verschaffen</p></blockquote>
<p>Der Segen wird immer im Monat Nisan über mindestens 2 Obstbäume gesprochen.<br />
<a href="http://www.ladaat.net/article.php?do=viewarticle&#038;articleid=11181" title="Externer Link zu 'ladaat.net...'">Hier rezitiert den Segensspruch (auf einen blühenden Orangenbaum) der angesehene und einflussreiche Jerusalemer Rabbiner Josef Schalom Eljaschiw, der vor kurzem seinen 101. Geburtstag gefeiert hat.</a></p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<item>
		<title>Bilder der Woche &#8211; Die Vogelkopf-Haggada</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/04/14/bilder-der-woche-die-vogelkopf-haggada/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/04/14/bilder-der-woche-die-vogelkopf-haggada/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 10:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5771 – II Nach unserem ersten Beitrag zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten, widmen wir uns heute einer der wohl faszinierendsten, weil vielleicht auffälligsten Pesach-Haggadot, der sogenannten Vogelkopf-Haggada, Süddeutschland, spätes 13. Jahrhundert. Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zum Pesachfest 5771 – II</h3>
<p>Nach unserem <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/04/10/bild-der-woche-abraham-und-die-3-engel/" title="Interner Link zum Beitrag 'Abraham und die 3 Engel'">ersten Beitrag</a> zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten, widmen wir uns heute einer der wohl faszinierendsten, weil vielleicht auffälligsten Pesach-Haggadot, der sogenannten Vogelkopf-Haggada, Süddeutschland, spätes 13. Jahrhundert.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[150411]" title="Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, Vogelkopf-Haggada, folio 22 verso"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH01GRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH01GR.jpg" width="550" height="312" alt="Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, wie es im 2. Buch Mose (Exodus), 16,13-15 heißt</p>
<blockquote><p>Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.</p></blockquote>
<p>Um die wahrscheinlich seltsam anmutende Darstellung der Menschen mit Vogelköpfen zu verstehen, müssen wir ein paar Jahrhunderte in der Geschichte zurückblättern. Denn im 2. Buch Mose (Exodus), 20,4 finden wir das sogenannte Bilderverbot biblisch begründet:</p>
<blockquote><p>Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.</p></blockquote>
<p>Und doch: Die weithin gängige Meinung von einer allgemeinen jüdischen Bilderfeindlichkeit musste spätestens in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts revidiert werden, vor allem aufgrund der Aufdeckung der Synagoge von Dura Europos sowie bedeutender Funde mehrerer spätantiker figürlicher Fußbodenmosaiken. Es gab viele Jahrhunderte währende Zeitspannen, in denen das jüdische Bilderverbot, insbesondere unter dem Einfluss der im Umfeld wohnenden bilderfreudigen andersgläubigen Völker, aufgegeben bzw. nur auf die Herstellung von vollplastischen Figurendarstellungen beschränkt wurde.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[150411]" title="Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten, Vogelkopf-Haggada, folio 25 recto"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH02GRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH02GR.jpg" width="550" height="299" alt="Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten. Die ausziehenden Israeliten tragen auf ihrem Rücken den ungesäuerten Teig laut 2. Buch Mose (Exodus), 12,34:</p>
<blockquote><p>Das Volk nahm den Brotteig ungesäuert mit; sie wickelten ihre Backschüsseln in Kleider ein und luden sie sich auf die Schultern.</p></blockquote>
<p>Vor allem das Christentum in West- und Mitteleuropa des 13. Jahrhunderts bot jüdischen Handwerkern die Möglichkeit, die Schreib- und Malkunst zu erlernen. Denn neben den klösterlichen Skriptorien, in denen die heiligen Texte von Mönchen geschrieben und illuminiert worden waren, kamen nun zunehmend bürgerliche Malerwerkstätten auf. Und von diesen übernahmen die jüdischen Künstler bald inhaltliche Anregungen, sogar ganze Bildvorlagen und oft auch den jeweiligen Malstil.</p>
<p>Selbstverständlich erhoben jüdische Gelehrte wieder ihre Stimmen gegen die neuerwachte jüdische Figurenmalerei, nur waren viele von ihnen konzessionsbereiter als in der Spätantike (da durch die Übernahme von christlichen bildlichen Vorlagen keine Gefahr eines Abfalls zum Götzenkult befürchtet werden musste!). In manchen Gegenden wurde aber auch von jüdischen Malern versucht, den Einwänden ihrer Gelehrten Rechnung zu tragen, indem sie die Darstellung des &#8220;ganzen&#8221; Menschen vermieden: Man verhängte z.B. das Gesicht mit Haaren, deutete die Gesichtszüge nur an oder gab eben den Menschen Tier- oder Vogelgesichter. In der Vogelkopfhaggada sind die menschlichen Köpfe durch Vogelköpfe mit Adlerschnäbeln ersetzt. Die männlichen Israeliten sind durch den mittelalterlichen jüdischen Spitzhut gekennzeichnet.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[150411]" title="Hausherr und seine Frau am Sedertisch, Hausherr liest aus der Pesach-Haggada, Vogelkopf-Haggada, folio 7 recto"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH03GRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/vogelkopfH03GR.jpg" width="550" height="271" alt="Hausherr und seine Frau am Sedertisch, Hausherr liest aus der Pesach-Haggada, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Die illustrierte Pesach-Haggada war sicher gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus dem Gebetbuch herausgelöst worden und als eigenes Büchlein für den ersten Abend von Pesach, den Sederabend, gestaltet worden, wofür unsere Vogelkopfhaggada der schönste Beweis ist. Darin finden wir überdies noch am Beginn des liturgischen Texts ein Bild des Hausherrn und seiner Frau am Sedertisch, das zeigt, wie der Hausherr aus der Pesach-Haggada vorliest. Faszinierend: Diese ist übrigens eindeutig an derselben Stelle aufgeschlagen wie die Haggada selbst (siehe vergrößertes Bild!).</p>
<h4>Literatur</h4>
<ul>
<li>Lohrmann <abbr>K.</abbr> (<abbr>Hg.</abbr>), 1000 Jahre österreichisches Judentum, Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1982</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Bilder zur Bibel im Judentum, Graz <abbr>o.J.</abbr></li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst I, Graz 1983</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst II, Graz 1992</li>
</ul>
<p class="tipp">&nbsp;</p>
<p class="centered"><strong>Wir wünschen ein frohes und koscheres Pesachfest 5771!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פסח כשר ושמח</span></p>
<p class="centered">Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!</p>
<p class="tipp"><strong>Bitte beachten Sie den <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/04/14/bilder-der-woche-die-vogelkopf-haggada/#comment-1679" title="Interner Link">wunderbaren und ausführlichen Kommentar mit vielen Bildbeispielen von Meir Deutsch</a>!</strong></p>
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</div>
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</div>
</div>
<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Abraham und die 3 Engel</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/04/10/bild-der-woche-abraham-und-die-3-engel/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/04/10/bild-der-woche-abraham-und-die-3-engel/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 10:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=738</guid>
		<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5771 &#8211; I Pesach naht &#8211; und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich u.a. gar eindrucksvolle Pesach-Haggadot finden. Unsere Miniserie zu Pesach beginnen wir heute aber mit dem umfangreichsten und aufwendigsten aller hebräischen Manuskripte, dem sogenannten &#8220;Rothschild Miscellany&#8220;. Das beeindruckende Manuskript bezeichnet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zum Pesachfest 5771 &#8211; I</h3>
<p>Pesach naht &#8211; und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich <abbr>u.a.</abbr> gar eindrucksvolle <a href="http://www.ojm.at/lexikon/p/#pes" title="Interner Link zum Lexikoneintrag 'Pesach' auf unserer statischen Website">Pesach</a>-Haggadot finden.</p>
<p>Unsere Miniserie zu Pesach beginnen wir heute aber mit dem umfangreichsten und aufwendigsten aller hebräischen Manuskripte, dem sogenannten &#8220;<strong><span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span></strong>&#8220;. Das beeindruckende Manuskript bezeichnet <abbr>Prof.</abbr> Israel Ta-Shema im Begleitband zur Faksimileausgabe sogar als eigene &#8220;Bibliothek&#8221;.</p>
<p>Das 948 Seiten dicke Faksimile ist in feinkörniges Marokko-Ziegenleder eingebunden und beinhaltet 70 religiöse und säkulare Werke, die in 37 Kapiteln zusammengefasst werden. Auf 816 illustrierten Seiten beschreiben mit Gold und Silber minutiös verzierte Miniaturen beinahe jeden Brauch des jüdischen Lebens in allen Einzelheiten. Unter den säkularen Werken finden sich naturwissenschaftliche und philosophische Abhandlungen, unter den religiösen auch die Pesach-Haggada.</p>
<p>Das ausgesprochen elegante und prächtig gestaltete <span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span> wurde 1479 in Italien von Moses ben Jekutiel Hakohen in Auftrag gegeben und ausgeführt und befindet sich heute im Israel Museum in Jerusalem. Mehr über die geheimnisvolle Geschichte des Miscellany sowie eine Inhaltsangabe und Bildbeispiele finden Sie auf der <span lang="en" xml:lang="en">Website</span> der &#8220;<a href="http://www.facsimile-editions.com/de/rm/" title="Externer Link zu 'facsimile-editions.com'">Facsimile Editions</a>&#8220;.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[090411]" title="Abraham und die 3 Engel zu Mamre, Rothschild Miscellany"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/rothschildM01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/rothschildM01.jpg" width="550" height="312" alt="Abraham und die 3 Engel zu Mamre, Rothschild Miscellany" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Auf dem Bild sehen wir das Motiv, wie Abraham die drei Engel in Mamre bewirtet. Es handelt sich dabei um die Illustration zu einer Hymne in der Pesach-Haggada, die im Anschluss an die häusliche Pesach-/Sederfeier, und zwar am 2. Pesachabend, gelesen wird! (<span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span>, folio 119, Tafel 47)<br />
<em>Bitte klicken Sie auf das Foto, um es zu vergrößern. Wir zeigen hier nur einen Ausschnitt des Bildes, um die Ladezeit der Seite in Grenzen zu halten</em>
</p>
<p>Den biblischen Text finden wir im 1. Buch Mose (Genesis) 18,1-15. Der erste Vers erzählt, dass Gott dem Abraham erschienen sei; gleich darauf, in Vers 2ff, ist die Rede von 3 Männern <abbr>bzw.</abbr> Engeln, die erscheinen und denen Abraham vom Eingang des Zeltes her entgegenläuft, sich vor ihnen niederwirft und ihnen schließlich ein Mahl bereitet, das die 3 Männer auch einnehmen. Es werden also in den wenigen Bibelversen zwei verschiedene Traditionsschichten miteinander verbunden: einmal kündet Gott selbst dem Abraham und seiner Sara die Geburt eines Sohnes an, nach der anderen waren es die drei Männer bzw. Engel. </p>
<p>Diesem Motiv, das auch in der frühchristlichen Kunst belegt ist, wollen wir uns einmal in einem eigenen Beitrag ausführlicher widmen, vor allem natürlich im Blickwinkel der rabbinischen Literatur. Hier sei nur festgestellt, dass der Wechsel von Gott und den drei Männern im biblischen Text im rabbinischen Kommentar zur Gleichsetzung von Gott mit den drei Engeln führte. </p>
<p>Warum aber finden wir dieses Motiv illustriert in der Pesach-Haggada?</p>
<p>Dazu müssen wir den entsprechenden Text der Hymne in der Haggada kennen (der Text befindet sich auch im <span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span> auf derselben Seite gleich neben den Bildern, siehe größeres Bild):</p>
<blockquote><p>So sprecht vom Opfer des Pesach!<br />
Wunderbar zeigt Deine Kraft sich zu Pesach,<br />
Zum ersten der Feste erhobst du das Pesach,<br />
Abraham erschienst du mitternachts zu Pesach.<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
In der Tagesglut kamst an seine Tür Du zu Pesach,<br />
Die Engel speise er mit Mazzot zu Pesach,<br />
Und lief zu den Rindern, dem Opfer des Pesach,<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
&#8230;
</p></blockquote>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[090411]" title="Die Zerstörung von Sodom, Rothschild Miscellany" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/rothschildM02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/rothschildM02.jpg" width="150" height="182" alt="Die Zerstörung von Sodom, Rothschild Miscellany" /></a></p>
</div>
<p>PS: Unter dem Bild mit dem Motiv &#8220;Abraham und die drei Engel zu Mamre&#8221; befindet sich eine zweite Illustration, die die Zerstörung Sodoms zeigt.</p>
<p>In der Bibel folgt die Geschichte um das Gericht über Sodom gleich anschließend in Kapitel 19 und auch in der Pesach-Haggada heißt es, ebenfalls gleich anschließend, in der Hymne:</p>
<blockquote><p>Das sündige Sodom verbrannte zu Pesach,<br />
Der gerettete Lot buk Mazzot zu Pesach,<br />
Ägyptens Land fegtest Du kahl zu Pesach,<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
&#8230;
</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Flüssiges koscheres Gedenken</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/03/13/bild-der-woche-fluessiges-koscheres-gedenken/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 08:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[koscher]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich anlässlich einer Einladung vor wenigen Tagen unter den Gastgeschenken eine Weinflasche mit koscherem Rotwein entdeckte, die den berühmten &#8220;Sieben (heiligen jüdischen)-Gemeinden&#8221; gewidmet ist. Sozusagen ein Pflicht-&#8221;Bild der Woche&#8221;-Foto ;) Herzlichen Dank an Herrn Mag. Wolf-Erich Eckstein, Wien, der damit schon das zweite Bild der Woche beisteuert! Koscherer Rotwein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich anlässlich einer Einladung vor wenigen Tagen unter den Gastgeschenken eine Weinflasche mit koscherem Rotwein entdeckte, die den berühmten <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/" title="Interner Link zu unserer statischen Website">&#8220;Sieben (heiligen jüdischen)-Gemeinden&#8221;</a> gewidmet ist.</p>
<p>Sozusagen ein Pflicht-&#8221;Bild der Woche&#8221;-Foto ;)<br />
<strong>Herzlichen Dank an Herrn <abbr>Mag.</abbr> Wolf-Erich Eckstein, Wien, der damit schon das <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/07/11/bild-der-woche-ein-zitronenbaum-in-galizien/" title="Interner Link zum Beitrag 'Ein Zitronenbaum in Galizien'">zweite Bild der Woche</a> beisteuert!</strong></p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wein01GR.jpg" width="550" height="733" alt="Koscherer Rotwein, den 'Sieben heiligen jüdischen Gemeinden' gewidmet" class="centered" /></p>
<p class="centered">Koscherer Rotwein, den &#8220;Sieben heiligen jüdischen Gemeinden&#8221; gewidmet</p>
<p>Die Flasche trägt die Datumsangaben 5770 (= 2009/10) und 2010. Die Aufschrift &#8220;Sheva Kehillos&#8221; (Sieben-Gemeinden), findet sich sowohl mit lateinischen Buchstaben als auch mit den hebräischen Buchstaben der sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raschi-Schrift" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Raschi-Schrift</a> (wie ich zunächst annahm) geschrieben. </p>
<p>Weiter unten auf der Flasche finden wir den Koscherstempel des Wiener Gemeinderabbiners <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7072/hofmeister" title="Externer Link zu 'juedische-allgemeine.de...'">Schlomo Elieser Hofmeister</a>. Dieser bestätigte, dass er selbst den Wein produziert und erklärte mir, dass die hebräischen Buchstaben für &#8220;Sieben-Gemeinden&#8221; streng genommen nicht Raschi-Schrift, sondern die Jüdisch-Deutsche Schrift sind, was freilich an den wenigen Buchstaben nicht erkenntlich ist.<br />
<em>Anmerkung:</em> Die Jüdisch-Deutsche Schrift ist eine Weiterentwicklung der Raschi-Schrift. Die jüdisch-deutschen Texte in dieser Schrift werden auch &#8220;Weiber-Deutsch&#8221; genannt.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wein02GR.jpg" width="550" height="548" alt="Koscher-Stempel von Rabbiner Schlomo Hofmeister, Wien" class="centered" /></p>
<p class="centered">Koscher-Stempel von Rabbiner Schlomo Hofmeister, Wien</p>
<p>Unter dem Koscher-Stempel finden wir die Aufschrift <span class="hebr" dir="rtl">יין לא מבושל</span> (jajin lo mevuschal), also „Nicht gekochter Wein“.</p>
<p><em>Exkurs:</em> Da von Heiden produzierter Wein in der Antike für Trankopfer (Libation) verwendet und daher mit Götzendienst gleichgesetzt wurde, war er für Juden verboten <em>(babylonischer Talmud,  Traktat Avoda sara 31a)</em>. Das Verbot wurde von den Rabbinen auch auf den &#8220;stam jenam&#8221;, den gewöhnlichen, von Nichtjuden produzierten Wein ausgedehnt, da sie vor allem die Abgrenzung gegenüber Nichtjuden durch einen zu engen sozialen Kontakt mit letzteren gefährdet sahen. </p>
<p>Vom Verbot des mit Nichtjuden in Berührung gekommen Weines ausgenommen war der &#8220;gekochte Wein&#8221; (jajin mevuschal) damit ist ein Wein gemeint, der für kurze Zeit so stark erhitzt wird, dass &#8220;die Hand zuckt&#8221; <em>(bab. Talmud, Traktat Schabbat 40b)</em>.</p>
<blockquote><p>Wenn koscherer Wein gekocht worden ist, <abbr>d.h.</abbr>, man hat ihn soweit erhitzt, dass durch das Erhitzen seine Menge geringer geworden ist, und dann hat ihn ein Nichtjude berührt, darf man ihn sogar trinken</p></blockquote>
<p><cite>Kizzur Schulchan Aruch 274,3</cite></p>
<p>Moderne Koscher-Weinproduzenten bewerben oft ihre Mevuschal-Weine mit dem Hinweis darauf, dass dadurch &#8220;entsprechend dem jüdischen Gesetz&#8221; Nichtjuden in Restaurants die Möglichkeit zum Öffnen der Flaschen gegeben wird.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wein03GR.jpg" width="550" height="974" alt="Rückseite der Koscher-Weinflasche mit Text über die 'Sieben-Gemeinden'" class="centered" /></p>
<p class="centered">Rückseite der Koscher-Weinflasche mit Text über die &#8216;Sieben-Gemeinden&#8217;</p>
<p>Auf der Rückseite der Weinflasche findet sich eine kurze Erwähnung der einzelnen heiligen jüdischen Gemeinden der &#8220;Sieben-Gemeinden&#8221; und ihrer berühmtesten Rabbiner sowie der Hinweis darauf, dass die Erlöse aus dem Weinverkauf ausschließlich karitativen Zwecken der jüdischen Gemeinde Wien zufließen.</p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Mazzesinsel</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 13:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ungewöhnliche politische Forderungen finden sich aktuell auf mehr und mehr Leopoldstädter Hauswänden &#8230; Graffito am Karmelitermarkt, Wien II Urheber und Hintergründe der Aktion bleiben einigermaßen mysteriös &#8211; Blogger B. Licht hat in seinem Artikel &#8220;Jüdischer Widerstand per Hauswand&#8221; die wenigen verfügbaren Informationen über die &#8220;Yiddish Resistance&#8221; gesammelt und präsentiert deren weitere Graffitis &#8230; Für jene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ungewöhnliche politische Forderungen finden sich aktuell auf mehr und mehr Leopoldstädter Hauswänden &#8230;</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/mazzesinselGR.jpg" width="550" height="387" alt="Martin Buber - Wohnhaus in Wien" class="centered" /></p>
<p class="centered">Graffito am Karmelitermarkt, Wien II</p>
<p>Urheber und Hintergründe der Aktion bleiben einigermaßen mysteriös &#8211; Blogger <abbr>B.</abbr> Licht hat in seinem Artikel <a href="http://luxxx.wordpress.com/2011/02/26/judischer-widerstand-per-hauswand/" title="Externer Link zu 'luxxx.wordpress.com...'">&#8220;Jüdischer Widerstand per Hauswand&#8221;</a> die wenigen verfügbaren Informationen über die <span lang="en" xml:lang="en">&#8220;Yiddish Resistance&#8221;</span> gesammelt und präsentiert deren weitere Graffitis &#8230;</p>
<p>Für jene unserer LeserInnen, die mit den Wiener Verhältnissen vielleicht nicht so vertraut sind: Der Begriff <a href="http://books.google.at/books?id=AUXD91vqjDIC&#038;pg=PA109&#038;dq=mazzesinsel&#038;hl=de&#038;ei=rHtzTeC2MMnw4gbp75XuDA&#038;sa=X&#038;oi=book_result&#038;ct=result&#038;resnum=10&#038;ved=0CFMQ6AEwCQ#v=onepage&#038;q=mazzesinsel&#038;f=false" title="Externer Link zu 'books.google.at...'">&#8220;Mazzesinsel&#8221;</a> ist eine volkstümliche Bezeichnung für Wiens zweiten Bezirk, eben die Leopoldstadt, die auf die große jüdische Vergangenheit (und teils Gegenwart) des Orts anspielt (Mazzes = das ungesäuerte Brot des Pesachfestes).  </p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Martin-Buber-Geburtshaus</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/02/06/bild-der-woche-martin-buber-geburtshaus/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 11:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Martin Buber 1896 zwecks Studium von Lemberg nach Wien übersiedelt, ist ihm die Stadt keineswegs gänzlich fremd: Zwar hatte Buber größte Teile seiner Kindheit in Galizien verbracht, zur Welt gekommen aber war er 1878 eben in Wien. Es ist also die &#8220;Stadt meiner Geburt und frühesten Kindheit&#8221;, in die Buber 18-jährig zurückkehrt &#8211; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Buber" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Martin Buber</a> 1896 zwecks Studium von Lemberg nach Wien übersiedelt, ist ihm die Stadt keineswegs gänzlich fremd: Zwar hatte Buber größte Teile seiner Kindheit in Galizien verbracht, zur Welt gekommen aber war er 1878 eben in Wien. Es ist also die &#8220;Stadt meiner Geburt und frühesten Kindheit&#8221;, in die Buber 18-jährig zurückkehrt &#8211; und sich übrigens vom Vorlesungsbetrieb an der Wiener Universität weit weniger beeindruckt zeigt als vom Spielbetrieb des Wiener Burgtheaters &#8230;</p>
<p>In Bubers Rückschau erscheint besagte Rückkehr nach Wien überdies stark philosophisch-poetisch aufgeladen: </p>
<blockquote><p>Die losen, flächigen Erinnerungsbilder schienen aus dem großen körperhaften Zusammenhang wie Scheibchen einer magischen Laterne hervor, aber auch manche Gegend, die ich nicht gesehen haben konnte, sprach mich als Bekanntes an. Die heimatliche Fremde lehrte einen täglich, wiewohl in noch undeutlicher Sprache, dass man die Welt anzunehmen und sich von ihr annehmen zu lassen habe, sie nämlich sei bereit &#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Begegnung. Autobiographische Fragmente. 4. Aufl. Heidelberg 1986. <abbr>S.</abbr> 32</cite>. </p>
<p><strong>Bubers Geburtstag, der 8. Februar, jährt sich in der kommenden Woche.<br />
</strong></p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/buberGRR.jpg" width="550" height="1089" alt="Martin Buber - Wohnhaus in Wien" class="centered" /></p>
<p class="centered">Bubers Geburtshaus, Wien, Franz-Josefs-Kai 45</p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bilder der Woche &#8211; Herodes</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/12/22/bilder-der-woche-herodes/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/12/22/bilder-der-woche-herodes/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 08:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=674</guid>
		<description><![CDATA[Er ist der Bösewicht und Kinderschreck der christlichen Weihnachtsgeschichte: Herodes der Große (ca. 73-4 v.d.Z.), dem das Matthäusevangelium nachsagt, er habe, in Sorge um den Fortbestand seines Königtums, in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten [lassen]. (Mt 2,16) Auch abseits des (historisch ohnehin sehr fragwürdigen) Kindermords erscheint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist der Bösewicht und Kinderschreck der christlichen Weihnachtsgeschichte: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herodes_der_Gro%C3%9Fe" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Herodes der Große</a> (<abbr>ca.</abbr> 73-4 <abbr>v.d.Z.</abbr>), dem das Matthäusevangelium nachsagt, er habe, in Sorge um den Fortbestand seines Königtums, </p>
<blockquote><p>in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten [lassen].</p></blockquote>
<p><cite>(Mt 2,16)</cite></p>
<p>Auch abseits des (historisch ohnehin sehr fragwürdigen) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Betlehemitischer_Kindermord" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Betlehemitischer_Kindermord'">Kindermords</a> erscheint der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Idum%C3%A4er" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">idumäisch-stämmige</a> König von Roms Gnaden als eher zweifelhafter Zeitgenosse:</p>
<blockquote><p>Wie kaum ein anderer war er nach außen hin vom Glücke begünstigt</p></blockquote>
<p>so fasst der jüdische Historiker Flavius Josephus <em>(Geschichte des Jüdischen Krieges. I, 33, 8. <abbr>Übers. v. H.</abbr> Clementz)</em> die herodianische Herrschaft zusammen, immerhin </p>
<blockquote><p>war er in den Besitz eines Königreiches gelangt und konnte es nach langjähriger Regierung eigenen Kindern hinterlassen; nur in seinem Familienleben traf ihn Unglück über Unglück</p></blockquote>
<p>- familieninterne Hinrichtungen von Gattin und Söhnen inklusive, nicht zu reden von allerlei politischen und religiösen Querelen.<br />
Fairerweise muss allerdings gesagt werden: Mindestens ebenso dauerhaft wie sein schlechter Leumund sind die prächtigen Bauwerke des Herodes <abbr>bzw.</abbr> ihre Überreste, die &#8211; Kindermord hin oder her &#8211; bis heute Massen an schaulustigen Besuchern anziehen: von der &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[221210]" title="Bergfestung Masada am Toten Meer"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/masadaGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/masadaGR.jpg" width="550" height="366" alt="Bergfestung Masada am Toten Meer" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8230; Bergfestung Masada am Toten Meer über &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[221210]" title="Umfassungsmauer ('Westmauer') des Jerusalemer Tempels"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotelGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotelGR.jpg" width="550" height="366" alt="Umfassungsmauer ('Westmauer') des Jerusalemer Tempels" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8230; die Umfassungsmauer (&#8220;Westmauer&#8221;) des Jerusalemer Tempels, &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[221210]" title="Monumentalbau über den Patriarchengräbern in Hebron"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/hebronGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/hebronGR.jpg" width="550" height="366" alt="Monumentalbau über den Patriarchengräbern in Hebron" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8230; den Monumentalbau über den Patriarchengräbern in Hebron und die &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[221210]" title="Hafenstadt Caesarea"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/caesareaGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/caesareaGR.jpg" width="550" height="366" alt="Hafenstadt Caesarea" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8230; Hafenstadt Caesarea &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[221210]" title="Herodionspalast mit Grab des Herodes"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/herodionGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/herodionGR.jpg" width="550" height="366" alt="Herodionspalast mit Grab des Herodes" /></a></p>
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<p class="centered">&#8230; bis zum Herodionspalast (<abbr>ca.</abbr> 12 km südlich von Jerusalem), wo sich auch das (erst vor wenigen Jahren aufgespürte) Grab des Herodes befindet.</p>
<p>Mit dieser jüdisch-christlichen Sightseeing-Tour gehen wir für die verbleibenden Tage des alten Jahres in eine kleine Online-Pause -</p>
<p class="centered"><strong>Wir wünschen unseren christlichen Leserinnen &#038; Lesern ein schönes Weihnachtsfest,<br />
danken ganz herzlich allen leibhaftigen und virtuellen Besuchern unseres Museums im Jahr 2010, Lesern, Kommentatoren, Facebook-Freunden und Twitter-Followers,<br />
außerdem all jenen, die zum Erfolg unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/tag/schalom-salam-gruess-gott/" title="Interner Link zum Schlagwort-Archiv 'Schalom-Salam-Grüß Gott'">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8221; beigetragen haben, Referenten, Teilnehmern und Gastautoren (und selbstverständlich auch allen -innen ;) ),<br />
und wünschen uns allen einen guten Start ins Jahr 2011!<br />
</strong></p>
<p class="tipp">PS: Wer punkto jüdisch-christlicher Beiträge zur Weihnachtszeit auf den Geschmack gekommen ist, dem sei nochmals unser letztjähriger Artikel &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2009/12/20/ueber-ochs-esel/" title="Interner Link zum Artikel vom 20. 12. 2009">Über Ochs &#038; Esel</a>&#8221; ans Herz gelegt &#8230; </p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/12/19/bild-der-woche-max-brod/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Max Brod&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/02/06/bild-der-woche-martin-buber-geburtshaus/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Martin-Buber-Geburtshaus&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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