Thema: Friedhof Eisenstadt (älterer)

Rosenberger Salomo(n) – 30. Juni 1860

Salomo(n) Rosenberger, 11. Tammus 620 (= Schabbat, 30. Juni 1860)

Der Grabstein befindet sich heute am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt, siehe Anmerkungen bei „Rosenberger Salomon„!

Mit großer Wahrscheinlichkeit war Salomon Rosenberger ursprünglich am älteren jüdischen Friedhof nahe seiner Verwandten, also im Sektor W begraben.

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Boskowitz Josepha (Pessel) – 05. Juni 1842

Pessel Boskowitz, 28. Siwan 602 (= Sonntag, 05. Juni 1842)

Der Grabstein befindet sich heute am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt, siehe Anmerkungen bei „Boskowitz Josepha„!

Wahrscheinlich war Josepha (Pessel) Boskowitz ursprünglich am älteren jüdischen Friedhof nahe ihrer Mutter, also ebenfalls im Sektor U begraben.

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Kamen Hirz – 03. Juli 1679

Naftali Hirz ben Abraham ha-Levi Kamen (Coma), 23. Tammus 439 (= Montag, 03. Juli 1679)

J-20 (Wachstein 1)

Großformat: Grabstein Naftali Hirz ben Abraham ha-Levi Kamen (Coma), 23. Tammus 439


  • Grabstein Scan Wachstein Naftali Hirz ben Abraham ha-Levi Kamen (Coma)
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor J



Der Grabstein von Hirz Kamen ist der älteste jüdische Grabstein des Burgenlandes.

Selbstverständlich haben wir Hirz Kamen einen eigenen Blogartikel gewidmet: Der älteste jüdische Grabstein des Burgenlandes.


Ausnahmsweise soll die doch eher kurze, aber umso schönere Inschrift übersetzt und kommentiert werden:

Die Grabinschrift

Inschrift Hirz Kamen: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] {Levitenkrug} {כד של לויים}
[2] Hier פה
[3] ist geborgen ein Mann der Treue. נטמן איש אמונה
[4] Dieser Betagte, der Weisheit erworben hat, sein guter זקן זה שחכמה קנה שמו
[5] Name duftet nach Myrrhe und Weihrauch, הטוב נודף ממור ולבונה
[6] der Großrichter war i(n der) h(eiligen jüdischen) G(emeinde) Wien. שהיה דיינא רבה בק“ק ווינא
[7] Ein Eckstein, sein Lob (das Lob des Guten) – wer אבן פינה שבחו הטוב מי
[8] könnte es zählen? E(s ist) d(er) Weise und Vollkommene, מנה ה“ה החכם השלם
[9] ein verborgener Schatz, der MORENU Naftali אוצר בלום מהור“ר נפתלי
[10] Hirz, S(ohn) d(es ehrbaren) H(errn) Abraham הירץ בה“ה כה“ר אברהם
[11] Se’gal, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), Kamen. Er verstarb am Tag 2 (= Montag), 23. ס“ל ז“ל קאמן נפטר ביום ב’ כ“ג
[12] Tammus 439 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תמוז תל“ט לפ“ק תנצב“ה


Anmerkungen

Zeile 3: Siehe v.a. babylonischer Talmud, Traktat Qidduschin 32b, wo auf Numeri 11,16 Bezug genommen wird „Und der HERR sprach zu Mose: Versammle mir siebzig Männer aus den Ältesten Israels…“. Rabbi Jose der Galiläer sagte: „Unter Alten ist einer zu verstehen, der Weisheit erworben hat“. Raschi interpretiert זקן also Notarikon: זה קנה (חכמה) „Dieser erwarb (Weisheit)“.

Zeile 4: ממור ולבונה: Siehe Hohelied 4,14

Zeile 8: אוצר בלום wird über Rabbi Akiba gesagt. Siehe babylonischer Talmud, Traktat Gittin 67a, wo der Abschnitt beginnt mit „Isi ben Jehuda zählte die Vorzüge der Weisen auf … Rabbi Akiba ist eine vollgestopfte Schatzkammer…“. Gemeint ist, dass Rabbi Akiba umfangreiches Wissen über die verschiedensten rabbinischen Traditionen und literarischen Gattungen verfügte.


Wachstein zitiert den oben abgebildeten Grabstein von Hirz Kamen als Beispiel für Barocksteine, deren Bekrönung aus übereinander gestellten Volutenbändern gebildet wird. Wachstein vermutet, dass der Grabstein dem Stein von Zvi Hirsch ben Jehuda ha-Cohen Rapa auf dem jüdischen Friedhof Rossau (Seegasse, Wien) aus dem Jahre 1664 nachgebildet ist.

Siehe Wachstein B., Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil, 1540 (?) – 1670, Wien 1912, 448


113 cm h., 70 cm br., 13 cm d., 67 cm Th., 58 cm Zl, Schrifttafel mit einfacher Umrahmung, darüber Bekrönung, die von doppelt aufeinander liegenden, aufwärts gerichteten eingerollten Voluten eingefasst wird. Der freigelassene Raum des Giebelfeldes weist eine gehenkelte, offene, kannelierte Levitenkanne in erhabener Arbeit auf…

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., XXXVIIIf

In der Einleitung zu seiner Monografie schreibt Wachstein bzw. Wolf, dass insbesondere in der Anfangszeit der jüdischen Gemeinde Eisenstadt (also nach 1672) viele Grabsteine von Wien nach Eisenstadt gebracht wurden und erst später auf die regionalen Steinbrüche zurückgegriffen wurde. Selbstverständlich in erster Linie auf den Römersteinbruch in St. Margarethen nahe Eisenstadt.
Der Grabstein von Hirz Kamen ist allerdings weder aus Wien noch aus St. Margarethen, sondern sehr wahrscheinlich ein Stein aus Winden, eventuell auch aus Au am Leithagebirge.

Biografische Notizen

Ehefrau: Zirl Kamen, gest. 27. Juni 1692

Töchter:
Gütel Lipschitz, gest. 01. November 1685

Rechle Lipschitz, gest. 01. Jänner 1694

Bella Austerlitz, gest. ?

Söhne:
Isak Kamen, gest. 09. Februar 1709

Koppel Kamen, gest. 26. März 1736


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Reberger Eleonora – 18. Oktober 1847

Eleonora Reberger, 18. Oktober 1847 – ohne Grabstein

Großformat: Matrikenauszug Eleonora Reberger, 18. Oktober 1847



Eleonora Reberger, Tochter des Heinrich Reberger, Handelsmann, geb. in Kapovar, verstorben 18. Oktober 1847 mit 22 Jahren in Eisenstadt und dort beerdigt.

Danke an Traude Triebel fürs Finden des Matrikeneintrags!

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Österreicher Jütel – 09. Juni 1866

[Jütel] Frau [Jakob] Hirsch Österreicher aus Kobersdorf, 26. Siwan 626 (= Schabbat, 09. Juni 1866)

ב-R16 (Wachstein 1022)

    Grabstein [Jütel] Fruau [Jakob] Hirsch Österreicher aus Kobersdorf, 26. Siwan 626
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor Bet


פ“ט
ה“ה האשה היקרה רכה בשנים
ענוגה … אשת המו …
כ’ הרש עסטרייכער מק“ק ק“ד נפטרת …
ביום ש“ק כ“ו סיון שנת תרכ“ו לפ“ק

תנצב“ה


Der Grabstein ist zum Teil nicht mehr leserlich.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 290

Zeile 2b: „Zart an Jahren“. Jütel Österreicher starb also jung.

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