Thema: Friedhof Triest

Nissim Rabbiner Dr. Paolo – 12. September 1969

Nissim Rabbiner Dr. Paolo - 12. September 1969


Zeile 1: „Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt
Zeile 2: und Wahrheit redet in seinem Herzen“.

Zeile 3: H(ier ist) b(egraben)
Zeile 4: Der Weise und Vollkommene Dr. Saul Nissim.
Zeile 5: Er wurde geboren in Livorno am
Zeile 6: 3. Tevet 672 (= 24. Dezember 1911).
Zeile 7: Er verstarb in Triest am
Zeile 8: 29. Elul 729 (= 12. September 1969).

Zeile 9: Oberrabbiner i(n den) h(eiligen jüdischen) G(emeinden)
Zeile 10: Padua, Florenz, Triest
Zeile 11: in der Zeit der Assimilation und in den Tagen der Schoa.
Zeile 12: Er lehrte Tora und predigte ihre ewigen Werte.
Zeile 13: Er war ein Vorild für den Glauben und ein Beispiel für Herzensgüte.



Zeile 1/2: Psalm 15,2.

Zeile 6: Differenz zwischen hebräischem und bürgerlichem Geburtsdatum. Der 13. Dezember 1912 (so im italienischen Teil der Inschrift) wäre der 03. Tevet 673! Offenbar ist die Jahreszahl verschrieben (672 statt 673).

In Triest war Dr. Paolo Nissim Oberrabbiner von September 1952 bis zu seinem Tod im September 1969.


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Friedhof Triest

| Kommentare (1)

Sanguinetti Sofia / Mordechai Menachem Levi – 01. November 1913 / 07. Oktober 1836

Sanguinetti Sofia - 01. November 1913


Levi Menachem - 07. Oktober 1836


Levi Menachem - 07. Oktober 1836

Foto: Livio Vasieri


Sanguinetti Sofia / Levi Menachem - 01. November 1913 / 07. Oktober 1836

Der Grabstein befindet sich in einer für den jüdischen Friedhof Triest typischen Grotte.


Der Nachname von Sofia „Sangiunetti“ wurde in „Sanguinetti geändert, weil ein Schreibfehler angenommen wird.

Rückseite des Grabsteins von Menachem Levi. Der Stein mit schwer lesbarer hebräischer Inschrift stammt vom alten jüdischen Friedhof Triest und wurde später für Sofia Sanguinetti neu verwendet:

Zeile 1: זאת זכרון Dies ist zum Gedächtnis.
Zeile 2: פה קבר כמר Hier ist begraben u(nser ehrenwerter) L(ehrer), H(err)
Zeile 3: מרדכי מנחם בר יצחק הלוי Mordechai Menachem, S(ohn des) H(errn) Isak Halevi.
Zeile 4: ומרדכי יצא בשביעי Mordechai ging hinweg im 7. Monat (= Tischre)
Zeile 5: בששה ועשרים בו am 26. dieses (Monats)
Zeile 6: התקצז 5597 = 07. Oktober 1836.

Zeile 7: עתה תרגע נפשי Jetzt wird meine Seele zur Ruhe kommen,
Zeile 8: ברוך בורא המות gepriesen sei der Herr (wörtlich: der Erschaffer) des Todes,
Zeile 9: כי במתים חפשי denn frei bin ich unter den Toten.



Zeile 4: Ester 8,15. Das Zitat passt perfekt dazu, dass der Verstorbene „Mordechai“ im Vornamen hieß. Das Zitat könnte zudem eine Anspielung darauf sein, dass er in seinen „schönsten Gewändern“ vor Gott tritt.

Zeile 7: Vgl. Jeremia 6,16: „so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“.

Zeile 9: Psalm 88,6.

Vielen Dank an Kommentator Livio für die Lesehilfe der heute schlecht lesbaren hebräischen Inschrift. Es gibt eine Abschrift aus dem Jahr 1909, als die Inschrift offensichtlich noch gut lesbar war.

Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Friedhof Triest

| Kommentare (1)

Spierer Fanny Golda / Dr. Sigismond – 05. April 1924 / 24. September 1925

Spierer Fanny Golda / Dr. Sigismond - 05. April 1924 / 24. September 1925


Spierer Fanny Golda / Dr. Sigismond - 05. April 1924 / 24. September 1925



Hebräische Grabinschrift Fanny Golda Spierer:

Zeile 1: H(ier ist) b(egraben)
Zeile 2: die bedeutende und teure Frau,
Zeile 3: die Krone ihres Mannes, die Zierde ihrer Söhne,
Zeile 4: F(rau) Gütel Golda Spierer.
Zeile 5: S(ie verstarb) am h(eiligen) Sch(abbat), 01. Nisan 5684 (= 05. April 1924).
Zeile 6: I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens).

Hebräische Grabinschrift Dr. Sigismond Spierer:

Zeile 1: Der Chaver, H(err) Sacharja, Sohn des Mose Spierer,
Zeile 2: Arzt für Augenerkrankungen,
Zeile 3: gekrönt mit der Krone der Tora und der Wissenschaft,
Zeile 4: ein Wohltäter für alle, die zusammenbrachen und er richtete sie auf (לכל כורע בברוך וזוקף). In
Zeile 5: der Gerechtigkeit G(ottes) handelte er, seine Barmherzigkeit (war) mit Israel.
Zeile 6: Er wurde in Asszonyf(a), Ungarn) geboren,
Zeile 7: er verstarb im Alter von 79 Jahren in Triest.
Zeile 8: S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens).


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Friedhof Triest

| Kommentare (1)

Spierer Hermann – 18. März 1927

Spierer Hermann - 18. März 1927


Spierer Hermann - 18. März 1927



Zeile 1: D(ies sei) d(er Grab)s(stein)
Zeile 2: (für) H(errn) Abraham Hermann Spierer, s(eine Ruhe) i(n Ehre).
Zeile 3: Er wurde geboren am 16. Nisan 647 (= 10. April 1887)
Zeile 4: und er starb am 14. Adar II 687 (= 18. März 1927).
Zeile 5: Liebenswert und rein „und der Edle sinnt auf Edles“.
Zeile 6: Groß war er in seiner Liebe zu den Heiligen Israels
Zeile 7: und in seiner Mildtätigkeit zu allen Menschen.

Zeile 2: Der Segenswunsch ist angelehnt an Jes 11,10.
Zeile 5: Jes 32,8.


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Friedhof Triest

| Kommentare (0)

Tolentini Laerte – 20. April 1903

Tolentini Laerte - 20. April 1903


Zeile 1: Denkmal und Gedenken (an den) [ehrbaren H(errn)], die Augenleuchte, den Gelehrten
Zeile 2: [H(errn)] Elieser, S(ohn des) Schabtai Tolentino (sic!),
Zeile 3: im Alter von 60 Jahren.
Zeile 4: Seine Lehre und sein Glaube,
Zeile 5: darin lag sein Mühen mit seinem ganzen Herzen und seiner ganzen Kraft.
Zeile 6: Er ging hin um sich zu ergötzen im Licht G(ottes),
Zeile 7: in der Morgendämmerung des 23. Nisan
Zeile 8: d(es Jahres) „Er macht das Gesetz groß und herrlich“ n(ach der) g(roßen) Z(eitrechnung) (= 663 = 20. April 1903).
Zeile 9: D(er Herr) möge sich seiner Trauernden erbarmen.



Zeile 8: Jes 42,21.
Die Angabe „nach der großen Zeitrechnung“ bedeutet, dass die Tausenderzahl, die 5000, dazugezählt wird. Tatsächlich befinden sich über dem ה 3 Punkte.


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


Friedhof Triest

| Kommentare (1)