Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Friedhof Währing

Janowitz Heinrich – 26. Juli 1866

2017 gründete Günther Havranek den Verein „Rettet den jüdischen Friedhof Währing„. Sprecherin des Vereins ist Dr.in Jennifer Kickert. In der Grundsatzerklärung heißt es unter anderem: Der Verein „Rettet den jüdischen…

2017 gründete Günther Havranek den Verein „Rettet den jüdischen Friedhof Währing„. Sprecherin des Vereins ist Dr.in Jennifer Kickert. In der Grundsatzerklärung heißt es unter anderem:

Der Verein „Rettet den jüdischen Friedhof Währing“ hat sich das Ziel gesetzt, die Israelitische Kultusgemeinde Wien bei den notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. Dafür werden Spenden gesammelt, ein kleines Museum eingerichtet, Freiwilligenarbeit zur Reduktion des Pflanzenwuchses organisiert und regelmäßig Führungen veranstaltet, um das öffentliche Bewusstsein für diesen so bedeutsamen Ort in Wien stärken.

Das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt unterstützt gerne den Verein, insbesondere wenn es neben den geplanten Sanierungsmaßnahmen auch um eine wirklich seriöse und längst fällige, gründliche Aufarbeitung dieses berühmten Friedhofes, der ein einzigartiges Dokument der Wiener Kultur, Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft in der Zeit des Biedermeier ist, geht.

Konkret ist gemeint, dass wir sukzessive die hebräischen Grabinschriften (es gibt tausende davon), transkribieren und möglichst auch übersetzen, jedenfalls aber die wichtigsten Daten auslesen werden.

Schon 2012 übrigens hat Traude Triebel alle Sterbebücher der IKG, die den jüdischen Friedhof Währing (Wien) betreffen, aufgearbeitet, siehe dazu unseren Blogartikel „Neue Datenbank mit ca. 29.000 Einträgen von 1784 – 1879„.

Ein glücklicher Zufall gestern war, dass ich bei einem Blick auf das Bild jenes Grabsteins, der als Titelbild für die Facebookseite des Vereines verwendet wird, „von den Einwohnern Eisenstadts“ lese und mir daraufhin die Inschrift näher angesehen habe. Ein erstes wunderschönes Beispiel über die engen Beziehungen zwischen Eisenstadt und Wien:

Heinrich (Zvi Hirsch) Janowitz, 14. Av 626 (= Donnerstag, 26. Juli 1866)

Grabstein Heinrich (Zvi Hirsch) Janowitz, gest. 14. Menachem Av 626 = Donnerstag, 26. Juli 1866, Foto: Jennifer Kickert

Grabstein Heinrich (Zvi Hirsch) Janowitz, gest. 14. Menachem Av 626 = Donnerstag, 26. Juli 1866, Foto©: Jennifer Kickert



Die Grabinschrift

Inschrift HeinrichJanowitz: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] d(er teure) M(ann), der Herausragende, sehr erhaben, ה’ה המרומם מאוד נעלה
[3] d(er) e(hrbare) H(err) Zvi Hirsch הרר צבי הרש
[4] S(ohn des) wundervollen Rabbinischen, MORENU Jakob Janowitz ב’הרבני המופלא מו’ה יאקב יאנאוויטץ
[5] von den Einwohnern d(er heiligen jüdischen) G(emeinde) Eisenstadt. מתושבי קק אייזענשטאדט
[6] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 14. Menachem Av י’נ די מנחם אב
[7] des Jahres שנת
[8] als über ihn das „Herausgerissenwerden“ (= 5626) kam. עלה עליו ה כורת
[9] Dies (ist) זאת
[10] ein Denkstein auf der Grabstätte eines teuren Mannes, zart und lieblich. מצבת קבורת איש יקר רך ונעים
[11] Die Tage seiner Lebensjahre waren wenige und schlechte. ימי חיי שנותיו היו מעט ורעים
[12] Anfangs wa(r) sein Los glänzend und lichtvoll, ראשית גורלו הי’ צהיר ונהור
[13] aber an des Jünglings Ende war es bitter und verflucht. אבל אחריתו מנון מר ונאור
[14] Vom Rest seines Lebens wurde er abgeschnitten noch in seiner Blüte, מיתרי חיותו נתקו עודנו באבו
[15] In seinem Tod wurden all seine Sorgen und Schmerzen genommen. במותו לקח הכל צערו וכאבו
[16] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה



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