Thema: In eigener Sache

Our best wishes for Gisa

Heute ist die Urgroßtante unserer lieben Kommentatorin aus Massachusetts, Carole Garbuny Vogel, die mit Abstand die meisten Kommentare in diesem unserem Museumsblog schrieb,

108 Jahre

alt!

Wir wünschen Frau Gisa von Herzen alles Gute und im wörtlichsten Sinn “bis mindestens 120″! :)

Das Grab ihres Vaters befand sich auch am jüdischen Friedhof in Mattersburg und ist wie fast alle Gräber dieses Friedhofes leider verschollen.
Es tut mir so leid, dass wir nicht einmal das Foto des Grabes in unserer Sammlung haben, Gisa hätte sich so gewünscht wenigstens dieses zu sehen …

Die Großeltern von Gisa sind Abraham Kohn und Johanna (Hendl) Kohn.

In eigener Sache

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Bis 120!

Heute vor genau 1 Jahr starteten wir ins Web 2.0 und mit unseren Social Media-Aktivitäten. Am 18. August 2009 ging unser erster Blogartikel “Koschere Melangeonline und die erste Kurznachricht wurde getwittert.

Ankündigung von Dr. Lewis Holzmans Vortrag

Copyright: Carmen, 5 Jahre, Eisenstadt, Digital Native, zeichnete für uns die Geburtstagstorte ;)
Bitte beachten Sie, dass Torte und Kerze einen Computerbildschirm symbolisieren!
Besonderen Wert legte die Künstlerin auf die Signatur des Bildes, da sie weiß, dass ihr Bild im Internet zu sehen ist ;)

Dass wir nun unseren einjährigen Geburtstag feiern können, verdanken wir Ihnen, liebe und so engagierte Kommentatoren/Kommentatorinnen, Follower und Fans, und natürlich auch ganz besonders euch, liebe Gastautorinnen/Gastautoren!

Also haben wir auch einen umfangreichen Geburtstagsblogbeitrag geplant und zu überlegen begonnen, was in einem solchen alles zur Sprache kommen soll.

  • Denn eigentlich wollten wir über unsere Motivation, unser Konzept, unsere Guidelines und unsere Ziele schreiben, aber Ulrike Schmid hat uns vor einigen Wochen zum Thema interviewt und dem dort Gesagten ist nichts hinzuzufügen.
  • Und eigentlich wollten wir über unsere bislang 229 Blogbeiträge, 836 Blogkommentare und 2000 Tweets, über 2100 Fans und 1000 Follower etc. berichten und alles ein wenig analysieren. Aber es langt festzuhalten, dass es einfach schön ist, dass es so ist.
  • Und wir wollten auch Farbe bekennen und schreiben, was uns in diesem Jahr leider viel zu wenig gelungen ist, wie z.B. die Vernetzung mit anderen jüdischen Museen, aber wir belassen es hier bei dem Versprechen, uns weiter auch vor allem darum zu bemühen!
  • Außerdem wollten wir auch über unsere eigenen Befindlichkeiten bei all diesen Aktivitäten schreiben, dass nämlich für uns jeder Kommentar, jeder Retweet, jeder Reply und jedes “Gefällt mir” ein schönes Erlebnis wie am ersten Tag ist.
  • Und dann wollten wir noch darüber schreiben, wie sehr wir uns freuen, wenn Sie ins Museum kommen und sich vorstellen mit den Worten “Ich bin ja ein Fan eures Museums auf Facebook” o.Ä., aber …

Es gab in diesem Jahr vieles, das uns sehr, – und vieles, das uns ganz besonders gefreut hat, aber es sind nicht (nur) die Zahlen (von Beiträgen, Kommentaren und Fans etc.), die unseren Onlineaktivitäten Sinn verleihen … den eigentlichen und tieferen Sinn aber auf den Punkt gebracht, finden wir in dem so schönen Kommentar einer Blogleserin (mit israelischer Mailadresse) vom 30. Mai 2010:

Very grateful to be able to print out this information for my children. It is amazing to me, who grew up in a distant place to see the evidence of my ancestors’ existence.

Bleibt uns schließlich noch, uns selbst zum Geburtstag zu gratulieren und uns zu wünschen, dass es unsere “Koschere Melange”, unseren Twitteraccount und unsere Facebookseite auch noch in 120 Jahren geben möge ;)

“Bis 120!” (auf Hebräisch עד מאה ועשרים “ad mea we’esrim”) ist der traditionelle hebräische Geburtstagswunsch

In eigener Sache

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Eisenstadt x 3

Ein interreligiöser Stadtspaziergang – im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:

Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang

Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt – Treffpunkt: Vorplatz des Martinsdoms

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt steht auf dem Programm des dritten Teils unserer Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” – mit Besuch und sachkundiger Führung durch den Martinsdom, die historisch einzigartige evangelische Auferstehungskirche sowie die Wertheimer-Synagoge (bei Interesse auch mit Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof); Ausklang im jüdischen Museum.

Durch den Martinsdom führt Dr. Clara Prickler, durch die Auferstehungskirche Prof. Mag.a Christa Grabenhofer, durch die Wertheimer-Synagoge (und das jüdische Viertel) Christopher Meiller und Johannes Reiss.

Eintritte und Führungen sind frei!

Eine Anmeldung wird erbeten:

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” finden Sie in unserem Übersichtsartikel.

In eigener Sache, Veranstaltungen

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Der Blauglockenbaum

Die mit Abstand von Besucherinnen/Besuchern am häufigsten gestellte Frage in unserem Museum ist – und das mag überraschen – keine zur jüdischen Religion oder zur jüdischen Geschichte, sondern, um welchen Baum es sich im Hof des Wertheimerhauses handelt!

Denn dieser viereckige Hof wird tatsächlich von einem wahrlich beeindruckenden Baum dominiert: einer Paulownia (Paulownia tomentosa oder Blauglockenbaum).

Und da sehr oft nach dem Baum gefragt wird (freilich gibt es auch genügend botanisch sattelfeste BesucherInnen, die nicht fragen, sondern den Anblick nur genießen), sind wir mittlerweile nicht um einigermaßen erschöpfende Antworten verlegen … Antworten, die wir Ihnen nun auch hier im Blog nicht vorenthalten wollen ;)

Auch der Zeitpunkt für diesen Blogbeitrag ist bewusst gewählt, denn der Blauglockenbaum blüht in seiner ganzen Pracht nur wenige Tage Ende April/Anfang Mai.

  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums
  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums
  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums


Der Blauglockenbaum ist in seinem lateinischen Namen nach der russischen Zarentochter Anna Pawlowna (1795 – 1865) benannt.

Damit wären auch schon die notwendigsten Informationen zum Baum gegeben, denen ein Facebookeintrag oder Bild-der-Woche-Beitrag gerecht werden würde – wenn mit der Namensnennung von Anna Pawlowna nicht doch auch einige Assoziationen verknüpft wären, die sich aufdrängen und im Blog eines jüdischen Museums durchaus ihren Platz finden dürfen:

Anna Pawlowna und die Geschichte der Juden im Russischen Reich

Denn Anna Pawlowna, Tochter des russischen Zaren Paul I., war die Schwester der Zaren Alexander I. und Nikolaus I. von Russland. Gleich nach der Thronbesteigung Alexanders I. wurde eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit der Frage der Stellung der Juden beschäftigte und 1804 zum ersten “Jüdischen Statut” führte. Ein Statut, das Maßnahmen zur “Verbesserung” der Juden vorsah mit dem erklärten Ziel, die Einwohner des Reiches vor den “nachteiligen” Aktivitäten der Juden zu schützen. Hatte Zar Alexander I. als probatestes Mittel, die Juden in die Gesellschaft zu integrieren, ihre Bekehrung zum Christentum gesehen, bildete die Regierungszeit seines Bruders und Nachfolgers Nikolaus I. eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des russischen Judentums. Der entschlossene und hartnäckige Widerstand der Juden jedoch ließ die seit 1840 bestehende “Kommission für die Juden” zur Einsicht gelangen, dass keine der drastisch verschärften “Verbesserungsmaßnahmen” (Erziehung durch staatlichen Zwang, Besteuerung der traditionellen Tracht usw.) ihr Ziel erreicht hatte.

Ein russischer Jüngling in Wiener Neustadt

Erst vor wenigen Wochen wurde ich zufällig in die erwähnte Zeit gleichsam zurückversetzt, und zwar durch einen (zumindest für mich) ausgesprochen bemerkenswerten Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Wiener Neustadt:

Grabstein von Jakob Berlin, 1908, jüdischer Friedhof Wiener Neustadt

[1. Zeile:]

H(ier liegt) g(eborgen)  

[2. Zeile:]

der frisch Verheiratete, Edle und Untadelige. 

[3. Zeile:]

Er verbrachte Nächte wie Tage 

[4. Zeile:]

über den Worten der Weisen, 

5. Zeile:

Jakob Berlin, 

6. Zeile:

Nachkomme der Geonim aus Wolozyn. 

7. Zeile:

Im Alter von 21 Jahren ging er zur ewigen Ruhe ein. 

8. Zeile:

Seine Eltern in Dwinsk ließ er in Trauer zurück. 

9. Zeile:

Am 4. Cheschwan 669 (= Donnerstag, 29. Oktober 1908). 

[1. Zeile:]

פ”נ

[2. Zeile:]

הא ברך היקר והתמים,

[3. Zeile:]

שם לילות כימים,

[4. Zeile:]

על דברי חכמים,

5. Zeile:

יעקב ברלין,

6. Zeile:

נכד הגאונים מוואלאזין,

7. Zeile:

בן כ”א שנה הלך למנוחות.

8. Zeile:

את הוריו בדווינסק עזב לאנחות

9. Zeile:

ד” חשון שנת ת”ר”ס”ט.”


2. Zeile:
Siehe Kommentar von Yoav unten.

3. Zeile:
Vgl. (babylonischer Talmud) Moed Qatan 25b (נשים/משים לילות כימים).

6. Zeile:
Gaon, Plural: Geonim; Titel, der sich in den Lehrakademien im babylonischen Exil (586/7-539 v.d.Z.) entwickelte und zwischen 589 n.d.Z. und 1034 der Amtstitel des Leiters einer hohen rabbinischen Schule war. Insbesondere im Umfeld des Rabbi Elia von Wilna (Gaon von Wilna, 1720-1797) wird der Titel auch noch später für besondere Gelehrte verwendet.

Valozhin (Volozhin), Wolozyn (polnisch), Stadt in Weißrussland, 75 km nordwestlich von Minsk. Berühmtheit erlangte vor allem die Jeschiva, also die traditionelle jüdische Schule von Volozhin, die 1803 von Rabbi Chaim ben Isaac Volozhin (1749 – 1821), einem Schüler des Gaon von Vilna, gegründet wurde. 1854 übernahm Naftali Zvi Jehuda Berlin die Leitung der Jeschiva und schloss selbige im Jahr 1892. Mütterlicherseits ist Naftali Berlin ein direkter Nachfahre des ersten Rabbiners von Eisenstadt, Rabbi Meir Eisenstadt (A”SCH; gestorben 1744).

Der in Wiener Neustadt begrabene Jakob Berlin ist zwar offensichtlich ein sehr naher Verwandter von Naftali Zvi Jehuda Berlin, trotzdem konnte eine direkte Verwandtschaft leider nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich ist Jakob der Sohn oder Enkelsohn eines Bruders von Naftali Zvi Jehuda Berlin.

8. Zeile:
Dvinsk, im jüdischen Kontext manchmal auch “Dawinsk”, heutiges Daugavpils, die zweitgrößte Stadt Lettlands, etwa 230 km südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga. Dvinsk war der Name der Stadt in der Zeit von 1893 – 1920, als sie Teil des Russischen Reiches war. Auf Deutsch ist die Stadt unter dem historischen Namen “Dünaburg/Dinaburg” bekannt. In der Stadt leben heute knapp 500 Juden.

In Dvinsk konnte kein Familienangehöriger der Berlins gefunden werden. Zudem ist noch fraglich, ob das hebräische Wort הורים (oben übersetzt mit “Eltern”) wie meist im engsten Sinn des Wortes, nämlich als leibliche Eltern, oder im weiteren Sinn verstanden wird und etwa seine Toralehrer o.Ä. meint.

P.S.: Sehe grad, dass es mir offensichtlich nicht möglich ist, einen Beitrag zu schreiben ohne zumindest 1 Grabstein zu erwähnen ;)

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir schon jetzt das Buch “Das jüdische Wiener Neustadt” von Werner Sulzgruber, das im September 2010 erscheinen wird! Ich freue mich sehr, dass ich dazu die Transkriptionen/Übersetzungen der hebräischen Grabinschriften beisteuern durfte. Wir werden natürlich berichten …

Burgenland, In eigener Sache, Leben und Glaube

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Religion vor Ort

Eine Exkursion in den Wiener Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums – im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum zweiten Teil der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:

Religion vor Ort: Zu Gast im Wiener Stadttempel, in der Ruprechtskirche und im Islamischen Zentrum

Wann: Donnerstag, 03. Juni 2010
Wo: Wien
Es besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Bus-Anreise aus Eisenstadt – Abfahrt vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 12.45 Uhr.
Treffpunkt in Wien ist der Eingang zum Stadttempel (Seitenstettengasse 4, 1010 Wien), 13.50 Uhr.

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

3 Religionen, 3 Orte religiöser Praxis: Synagoge, Kirche und Moschee sind Orte gelebter jüdischer, christlicher und muslimischer Religiosität. Der zweite Teil der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” begibt sich auf die Spur von Eigenheiten und Ähnlichkeiten dieser religiösen Räume und lädt ein zu einer Begegnung mit Religion vor Ort:

Besucht werden der Wiener Stadttempel und seine ungleiche Nachbarin, die (wohl) älteste Kirche Wiens St. Ruprecht sowie die Moschee des Islamischen Zentrums in Wien-Floridsdorf.

Durch den Stadttempel führt Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, durch die Ruprechtskirche Mag.a Ruth Pucher MC (Kunsthistorikerin, Kirchenführerin und Gemeindemitglied von St. Ruprecht), durch die Moschee des Islamischen Zentrums Mag. Aiman Morad.

  • Wiener 'Stadttempel' in der Seitenstettengasse
  • Wiener 'Ruprechtskirche, Wien
  • Moschee des Islamischen Zentrums, Wien


Bitte beachten Sie:
Die maximale TeilnehmerInnen-Zahl (in Rücksicht auf die Sicherheitsbestimmungen im Stadttempel) von maximal 40 Personen ist fast erreicht. Nach jetzigem Stand ist nur mehr 1 Platz frei ist kein Platz mehr frei! (Update, 15h) Wir ersuchen Sie deshalb, sich möglichst schnell anzumelden.
Allerdings “wackeln” einige wenige Plätze, daher gibt es eine Warteliste. Wenn Sie Interesse haben an der Exkursion teilzunehmen, ersuchen wir um Anmeldung und verständigen Sie umgehendst bei Freiwerden eines Platzes (in der Reihenfolge der Anmeldungen).

Eine Anmeldung ist möglich:

Bitte beachten Sie weiters:
Der Unkostenbeitrag für Busfahrt (Eisenstadt – Wien – Eisenstadt) und Eintritte/Führungen beträgt Euro 9, für Eintritte/Führungen (exklusive Busfahrt) Euro 5.

Bitte Ausweis mitnehmen!

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” finden Sie in unserem Übersichtsartikel.

In eigener Sache, Veranstaltungen

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