Thema: In eigener Sache
40 Jahre Österreichisches Jüdisches Museum
Liebe Blogleserinnen und Blogleser,
unser Museum startet 2012 in sein 40-Jahr-Jubiläum! Ein Jubiläum, das nicht nur für uns, sondern auch innerhalb der Jüdischen-Museen-Landschaft ein ganz besonderes ist.
Daher diesmal ein Artikel in “eigener Sache”. Wir haben in diesem Jubiläumsjahr sehr viel vor und selbstverständlich halten wir Sie hier und in unserem Newsletter ständig auf dem Laufenden.

2012 feiert das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt sein 40-jähriges Bestehen. Das gesamte Jahresprogramm, das mit einer Reihe innovativer musealer Angebote aufwartet, steht im Zeichen dieses Jubiläums. Highlights des Jubiläums-Jahresprogramms 2012 sind
- die Stadt- und Straßenausstellung “Ver-/Be-gangen” und
- die Präsentation eines “Reiseführers durch das jüdische Burgenland”
VER-/BE-GANGEN
Das Projekt “Ver-/Be-gangen” präsentiert sich als temporäre Stadt- und Straßenausstellung und damit als museales Projekt außerhalb des musealen Raums. Es soll ab Frühjahr 2012 Spuren des jüdischen Eisenstadt für EisenstädterInnen und EisenstadtbesucherInnen sicht- und begehbar machen: Schauplätze ehemaligen jüdischen Lebens sollen durch Bodenmarkierungen und Textfelder kenntlich gemacht und damit Impulse des Erinnerns in das Eisenstädter Stadtbild eingetragen werden. Ziel des Ausstellungsprojekts ist die Ver-öffentlich-ung musealer Erinnerungs-Arbeit – als Aufbereitung der jüdischen Geschichte Eisenstadts im öffentlichen Raum, außerhalb der “Laborsituation Museum”.
REISEFÜHRER DURCH DAS JÜDISCHE BURGENLAND
Auch in punkto Jubiläumspublikation geht das Österreichische Jüdische Museum ungewöhnliche Wege: Anstelle einer üblichen Jubiläums-Festschrift wird ein „Reiseführer durch das jüdische Burgenland“ präsentiert. Der “Reiseführer”, der die LeserInnen durch die ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlands begleitet, will Burgenland-Besucher und alle Interessierten einladen, Spuren des traditionsreichen jüdischen Lebens in der Region vor Ort zu entdecken. Der “Reiseführer durch das jüdische Burgenland” wird in deutscher und englischer Sprache erscheinen und soll im Herbst präsentiert werden.
Außerdem bringt das Jubiläumsjahr unter anderem neue Kinderprogramme, Hebräischkurse, zahlreiche literarische und musikalische Veranstaltungen sowie den weiteren Ausbau des Online-Angebots, das sich schon jetzt als substantieller Teil der musealen Gesamtidentität präsentiert (Blog ‘Koschere Melange’, Facebook, Twitter).
Das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt wurde 1972 als erstes jüdisches Museum in Österreich nach 1945 gegründet und zählt zu den Pionieren unter den jüdischen Museen Europas. Die Initiative zur Museumsgründung kam vom Vorstand des Instituts für Judaistik der Universität Wien, Univ.-Prof. DDr. Kurt Schubert, unterstützt durch den damaligen Landesrat für Kultur und späteren Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz, der bis zu seinem Tod im Jahr 2008 als Präsident des Trägervereines des Museums fungierte.
2011 feierte das Burgenland seine 90-Jahr-Feier. 1921 beherbergte das Wertheimerhaus noch die “Weinhandlung Leopold Wolf’s Söhne” und im Nebenhaus, im heutigen Landesmuseum, errichtete Sandor Wolf seine “Wolf-Sammlung” mit einem sehr großen Judaicabestand.
2012 feiert das jüdische Museum in Eisenstadt sein 40-jähriges Jubiläum.
Das Österreichische Jüdische Museum hatte das Glück, sich im Palais des ungarischen Landesrabbiners Samson Wertheimer in der ehemaligen Judengasse von Eisenstadt einrichten zu können; somit befindet es sich an einem Ort, an dem jüdisches Leben seit dem Mittelalter belegt ist und mehr als 300 Jahre lang eine namhafte jüdische Gemeinde angesiedelt war. Das Museum mit hauseigener Synagoge ist dieser einzigartigen jüdischen Geschichte Eisenstadts und der Region inhaltlich verpflichtet. Es bietet auf rund 1000 m² Ausstellungsfläche einen informativen und ästhetischen Rahmen für die Geschichte, Religion und Kultur des österreichischen, insbesondere des burgenländischen Judentums.
Quelle: ots.at vom 30. Jänner 2012.
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Ari Rath – Nachlese
Trotz des Termins am Vorabend des österreichischen Nationalfeiertages kamen über 100 BesucherInnen, um in der Arbeiterkammer Burgenland in Eisenstadt den langjährigen Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, Ari Rath, zu hören.
Wenn ein Weitgereister und Wissender wie Ari Rath spricht, können natürlich 90 Minuten nicht reichen. Doch und trotz der Zeitbeschränkung: Es war ein höchst informativer Abend, ein brillanter Ari Rath faszinierte das Publikum: von der Landesrätin bis zu einer großen Anzahl Jugendlicher sowie BesucherInnen aus Eisenstadt, dem Burgenland und dem angrenzenden Niederösterreich konnten begrüßt werden.
Selbstverständlich wollen wir Sie auch diesmal online ein wenig teilhaben lassen an diesem außergewöhnlichen Abend:
Meine zweite Frage bezog sich auf den bekanntesten und berühmtesten Eisenstädter Juden Alexander (Sandor) Wolf, der – wie Ari Rath – 1938 über Triest nach Haifa geflohen war, wo Wolf am 2. Jänner 1946 starb. Einige Monate vor seinem Tod, im Sommer 1945, ersuchten ihn in Triest lebende Verwandte, doch nach Österreich zurückzukehren. Sandor Wolfs Antwort war:
Ich beabsichtige nicht zurückkehren, weil man uns die Heimatliebe ausgebläut hat.
Diese Worte Wolfs haben sich in mir nicht nur sehr tief eingeprägt, sondern sie fielen mir wieder ein, als ich las, dass Ari Rath einmal schrieb:
Ich konnte nie verstehen, dass ein Teil ehemaliger österreichischer Juden gerne ihre deutsch-österreichische Sprache über all die Jahre weiter pflegte und einen österreichischen Pass annahm.
Ari Rath, Von Wien nach Jerusalem. Lebensstationen, in: Ari Rath, Auf dem Weg zum Frieden. Artikel und Essays aus fünf Jahrzehnten, Berlin 2005, S. 39
Ich fragte also Ari Rath, wie es um seine “Heimatliebe” steht und wie er seine Beziehung zu Österreich hier und heute sieht?
Ari Raths Antwort war lange, im Kern sehr deutlich und sehr berührend, hören Sie selbst:
Ich danke sehr herzlich den Veranstaltern, insbesondere dem Initiator des Abends, Thomas Lehner sowie Frau Mag.a Claudia Kreiner-Ebinger, dass mir die Ehre zuteil wurde, mit Ari Rath sprechen zu dürfen. Ebenso bedanke ich mich bei Lukas Lehner, dass er sich spontan bereit erklärt hat, uns film- und fototechnisch unter die Arme zu greifen.
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Kopf und Tipp der Woche – Ari Rath
Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zu
Erzählungen eines Zeitzeugen. Ari Rath im Gespräch mit Johannes Reiss
Wann: Dienstag, 25. Oktober, 18.00 – 21.00 Uhr
Wo: Arbeiterkammer (AK) Burgenland,
Wiener Straße 7, 7000 Eisenstadt, Festsaal
Die Veranstaltung wurde von der AK Burgenland initiiert, in Kooperation mit
unserem Museum, dem “Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller & KünstlerInnen”, dem “Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und Aktiver Antifaschist/Inn/en”, dem “Sozialdemokratischen LehrerInnenverein Burgenland”, der “Österreichischen Gewerkschaftsjugend Burgenland” und der “Sozialistischen Jugend”.
Ich freue mich außerordentlich mit einem der wohl berühmtesten und weitestgereisten Zeitzeugen sprechen zu dürfen.
Ari Rath wurde 1925 in Wien geboren, besuchte daselbst das Wasa-Gymnasium und wanderte im November 1938 mit der Jugendalija nach Palästina aus. Schon seit Oktober 1958 politischer und diplomatischer Berichterstatter bei der Jerusalem Post, war er von 1975 – 1989 deren Chefredakteur und Herausgeber, berichtete mehrere Jahrzehnte sozusagen aus dem Allerheiligsten der Arbeiterpartei und porträtierte die Großen in Israels Staatsgeschichte: Golda Meir, Moshe Dayan, Shimon Peres und viele andere. Legendär ist sein erster großer journalistischer “Scoop” 1960, als es ihm gelang, in New York dem inoffiziellen Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben-Gurion und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer beizuwohnen.
Das große Lebensthema Ari Raths ist die Rolle Israels in der Welt und die Zukunft des jüdischen Staates.
Bildquelle: Titelbild “Ari Rath, Auf dem Weg zum Frieden. Artikel und Essays aus fünf Jahrzehnten, Berlin, 2005
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Lange Nacht der Museen 2011 – Nachlese
Auch heuer nahm unser Museum wieder an der Langen Nacht der Museen teil und gleich vorweg:
Es war eine tolle Nacht und wir bedanken uns sehr herzlich bei allen 577 Besucherinnen/Besuchern aus Eisenstadt und Umgebung, dem Südburgenland, Wien und München ganz herzlich, dass sie – zum Teil sehr lange – die Nacht in unserem Haus verbracht haben!
Gleich am Beginn angenehm überrascht waren wir, als der Medienraum, in dem der Hebräisch-/Jiddisch-Blitzkurs geplant war, schon vor Beginn zu klein geworden war und wir in einen größeren Raum übersiedeln mussten. Die übliche Routine einer Langen Nacht der Museen, nämlich von einer Veranstaltung zur nächsten zu laufen, kam bei uns sozusagen vorübergehend zum Stillstand, denn etwa 50 wirklich sehr Interessierte hielten eine volle Stunde aus und lernten tatsächlich alle hebräischen Buchstaben und einen jiddischen Text zu lesen ;-)
Kurz danach das Konzert der “Vienna’s most swinging-jamming-fun-having-klezmer band” unter der grandiosen Leitung von Roman Grinberg, die ein sensationelles Konzert bot. Viele BesucherInnen, die eben beim Kurs waren, blieben nun auch beim Konzert, um das Gelernte sozusagen in der Praxis zu hören. Nur unser Auditorium war leider für ca. 150 BesucherInnen viel zu klein.
Worte können dieser faszinierenden Stunde aber ohnehin nicht gerecht werden, genießen Sie unseren kurzen Zusammenschnitt:
“POPULAR KLEZMER TUNES AND YIDDISH SONGS”
mit
Roman Grinberg – Hannes Laszakovits – Sasha Danilov – Wolfgang Dorer
Später in de Nacht durfte Kollege Christopher etwa 30 BesucherInnen noch durch die Synagoge und das mittlerweile stockdunkle jüdische Viertel führen. Schwerpunktthema war der Schabbat, was natürlich zum Zeitpunkt kurz nach Schabbatende ganz besonders gut passte.
Nochmals: Danke an alle BesucherInnen, ganz besonders an die vielen, die bei Kurs, Konzert und Führung dabei waren! :-)
Und wie immer: Nach der “Langen Nacht der Museen” ist vor der “Langen Nacht der Museen”!
Die Überlegungen begannen schon jetzt, denn auch für 2012 versprechen wir, weniger neuen BesucherInnenrekorden nachzujagen, sondern uns zu bemühen, auch nächstes Jahr ein attraktives und zu unserem Haus passendes Programm zu bieten.
Und weil wir grad beim Versprechen sind, obwohl das hier kein Fotoblog ist: Da unsere Fotos leider wieder einmal so gar nicht der Stimmung in dieser Langen Nacht entsprechen … daran arbeiten wir in Zukunft auch intensiver! ;-)
Tipp: Siehe auch die kurze Nachlese auf ORF-Burgenland sowie den Beitrag in der ZIB am 02. Oktober um 11 Uhr :-)
Lange Nacht der Museen 2011
Das Österreichische Jüdische Museum nimmt auch heuer wieder an der “Langen Nacht der Museen” teil. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie in dieser besonderen Nacht auch unser Museum besuchen!
Wann: Samstag, 1. Oktober 2011, 18.00 bis 01.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Besonders herzlich möchten wir Sie um 20 Uhr zum
Konzert
“POPULAR KLEZMER TUNES AND YIDDISH SONGS”
mit
Roman Grinberg – Hannes Laszakovits – Sasha Danilov – Wolfgang Dorer
Vienna’s most swinging-jamming-fun-having-klezmer band
einladen.

Unser Programm im Detail
18.45 Uhr: Von AMEN bis ZORES
Ein Blitzkurs (ca. 60 Minuten) in Hebräisch und Jiddisch.
Auch als kleine Vorbereitung auf das anschließende Konzert ;-)
(Keine Vorkenntnisse nötig!)
20.00 Uhr: Konzert: “POPULAR KLEZMER TUNES AND YIDDISH SONGS”
22.30 Uhr: SCHABBAT SCHALOM:
Schwerpunktführung in Synagoge und jüdischem Viertel
Eintritt mit dem “Lange Nacht”-Ticket:
- regulär EUR 13
- ermäßigt EUR 11
- frei für Kinder bis 12 Jahre
Das Ticket berechtigt zum Besuch aller an der “Langen Nacht” teilnehmenden Museen in ganz Österreich.
Tickets erhalten Sie
- im Österreichischen Jüdischen Museum (Vorverkauf & Abendkasse)
- in allen weiteren teilnehmenden Museen
- online
Weitere Informationen zur “Langen Nacht” erhalten Sie auf langenacht.orf.at.

Morgen in einer Woche, am Mittwoch, 28. September, ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen schon heute allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5772.
שנה טובה וחתימה טובה








