Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Kunst und Kultur

Chanukka 5778

Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest Happy Chanukka – חג אורים שמח und außerdem unseren christlichen…


Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung

wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest
Happy Chanukka – חג אורים שמח
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern
ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!


Zwei sehr ähnliche, wunderschöne Chanukkaleuchter, nur deutlich jüngeren Datums, finden sich im Jewish Museum of New York:

Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Auf den Sesselchen finden sich die hebräischen Buchstaben נח, die Abkürzung für hebräisch „ner chanukka“ (Chanukkalicht). Auf unserer Chanukkia (s. Bild ganz oben) können Sie die beiden Buchstaben auf dem 4. Sesselchen von links erkennen.

Nota bene: Die Chanukkia, die bei uns im Museum zu sehen ist, besteht aus 7 Sesselchen und 1 Bänkchen, auf dem 2 Flammen Platz haben. Wir vermuten, dass der zweite Platz dieses Bänkchens für den „Schammasch“ reserviert ist, also jenes „Dienstlicht“, mit dem die anderen 8 Lichter entzündet werden und das auf beiden Chanukkaleuchtern in New York überraschenderweise fehlt.


Die Geschichte zu diesen beiden Chanukkaleuchtern wollen wir Ihnen als Lesetipp sehr empfehlen: Objects Tell Stories: A Hanukkah Lamp Made of Eight Small Chairs

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Zu einem möglichst günstigen Preis…

Über den Umgang der lokalen Presse mit dem jüdischen Erbe im Jahr 1958 Vor kurzem wurde die Sammlung Wolf, jene berühmte und bedeutende Sammlung Alexander (Sándor) Wolfs, erwähnt, die Frieda…

Über den Umgang der lokalen Presse mit dem jüdischen Erbe im Jahr 1958

Vor kurzem wurde die Sammlung Wolf, jene berühmte und bedeutende Sammlung Alexander (Sándor) Wolfs, erwähnt, die Frieda Löwy-Wolf 1958 an die Republik Österreich zu verkaufen versucht hatte. Dies misslang, die größten Teile der Sammlung landeten im Auktionshaus Lukas Fischer in Luzern…

Wie aber sah die lokale Presse den Ankauf eines kleinen Teils der Sammlung durch das Burgenland?

Fündig wurde ich in der BF (Burgenländische Freiheit), der Zeitung der Sozialdemokratischen Partei des Burgenlandes (erschienen von 1921 bis 2007, mittlerweile online verfügbar).

Erwartet habe ich einen sachlichen Bericht oder gar einen Bericht, der die Entscheidung des Landes kritisch betrachtet, dass in diesem Artikel aber die ganze Klaviatur antisemitischer Klischees bedient wird, schockierte mich zutiefst:

  • Frieda Löwy-Wolf – und letztlich natürlich auch ihr Bruder Sandor – waren in Israel nicht auf Sommerfrische, sondern mussten vor den Nazis fliehen in ein Land, das sie nicht kannten und in dem sie sich neue Existenzen aufbauen mussten. Alexander (Sandor) Wolf hatte keineswegs damit gerechnet, dass er selbst und seine Sammlung nicht in Eisenstadt verbleiben können. Noch Anfang der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts hatte er mehrere Häuser in Eisenstadt erworben, in denen er seine Bibliothek und Sammlung in 26 Räumen zugänglich machte.
  • Dieser Staat heißt seit dem 14. Mai 1948 Israel. Frieda Löwy-Wolf und ihre Familie lebten in Israel. Die BF nimmt dies 10 Jahre nach der Staatsgründung noch nicht zur Kenntnis.
  • „Die geldgierigen Juden“ – „sich zuerst bereichern und dann ans Ausland verkaufen“ – „das internationale Judentum“…
  • Selbstverständlich wäre es am besten gewesen, die ganze Sammlung zu einem möglichst günstigen Preis für das Land zu erwerben.

    Günstig für WEN?

  • jene Gegenstände…, die sich auf das Burgenland beziehen

    Im ganzen Artikel findet sich kein Wort von der viele tausend Objekte umfassenden Judaica-Sammlung, die sehr wohl einen sehr engen Bezug zum burgenländischen und insbesondere Eisenstädter Judentum hat (siehe etwa unten den wunderschönen Kidduschbecher des jüdischen Frauenvereins Eisenstadt, den unser Museum vor vielen Jahren ersteigern und so zurück ins Burgenland bringen konnte).
    Aber Hauptsache, dass die Türschlösser für ein zukünftiges Weinmuseum im Burgenland verbleiben konnten…

  • Im gesamten Artikel fehlen die Wörter „Jude, Vertreibung, Holocaust, jüdische Gemeinde, Judaica usw. völlig!
    Im vorletzten Absatz gewinnt man den Eindruck, dass mit allen Mitteln versucht wird, jede Berührung mit o.g. Wörtern zu vermeiden.



Es gäbe noch mehr anzumerken … an übertriebenem schlechtem Gewissen hat man offensichtlich nicht gelitten. Die Sprache des Artikels ist zurückhaltender, subtiler, unterschwelliger, die Anspielungen aber sind nicht weit entfernt von den typischen Motiven antisemitischer Propaganda.
Traurig.


Wesentliche Teile der Wolf-Sammlung bleiben im Burgenland
Nur ein Teil unter Denkmalschutz

In den letzten Wochen hat sich die Öffentlichkeit wiederholt mit dem Schicksal der Wolf-Sammlung beschäftigt, die bekanntlich von der in Palästina lebenden Erbin an einen ausländischen Kunsthändler verkauft wurde. Die gesamten damit verbundenen Fragen stellten das Land vor ein schwieriges Problem. Alexander Wolf war bekanntlich ein überaus kunstliebender Kaufmann, der als Weinhändler durch halb Europa kam und überall die verschiedensten kulturgeschichtlichen Erinnerungsstücke einkaufte. Die so entstandene Sammlung war in erster Reihe durch seine Persönlichkeit gekennzeichnet, stellte aber vom rein fachlichen Standpunkt aus etwas sehr Uneinheitliches dar. Als nun die Abwicklung der Erbschaft in das entscheidende Stadium trat, waren die verschiedensten Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Selbstverständlich wäre es am besten gewesen, die ganze Sammlung zu einem möglichst günstigen Preis für das Land zu erwerben. Man muss aber berücksichtigen, dass der Betrag von 1,8 Millionen Schilling im Budget eines kleinen Landes mit gewaltigen Aufgaben auf allen Gebieten eine sehr bedeutende Rolle spielt.

Es wäre selbstverständlich auch möglich gewesen, die Wolf-Sammlung zur Gänze anzukaufen und dann Teile davon abzustoßen. Tatsächlich steht nur ein Teil der Sammlung unter Denkmalschutz und es ist auch nur ein Teil kulturgeschichtlich unmittelbar mit dem Land verbunden. Es ist aber sehr fraglich, ob der Verkauf irgendwelcher Teile der Sammlung durch das Land selbst von der Öffentlichkeit als tragbar empfunden worden wäre. Es wurde demgemäß schließlich der Weg gewählt, dass von vornherein nur jene Gegenstände angekauft wurden, die sich auf das Burgenland beziehen.

Die Gesamtaufwendung des Landes beläuft sich nunmehr auf nur 650.000 S. Erworben wurden vor allem sämtliche Erinnerungsstücke an Joseph Haydn, Franz Liszt und andere große Musiker des Landes. Dieser Teil der Sammlung umfasst rund 1000 Inventarnummern. Ebenso wurde die archäologische Sammlung mit rund 5000 Inventarnummern erworben. Im Besitz des Landes verbleibt weiter die einzigartige Sammlung von Tür- und Torschlössern: Von besonderer Bedeutung für das Burgenland ist auch eine Sammlung von Gegenständen, die dereinst in einem besonderen Weinmuseum unterzubringen wären.

Zu dem reichhaltigen Bücherbestand, der nun in das Eigentum des Landes übergegangen ist, gehört unter anderem eine große Anzahl von Fachwerken über Weinbau und Kellerwirtschaft, die heute natürlich nur noch historischen Wert haben. Ferner wurden zahlreiche Originalurkunden zur Geschichte des Landes erworben, umfangreiches Bildmaterial, volkskundliche Gegenstände und interessantes Material, das sich auf die Geschichte des burgenländischen Zunftwesens bezieht.

Im großen und ganzen ist also der für das Burgenland unmittelbar wertvolle Kern der großen Sammlung erhalten geblieben und die Aufwendung hierfür steht durchaus im Verhältnis zu ihrem Wert wie zu den finanziellen Gegebenheiten des Landes. Und sosehr man es bedauern mag, dass nicht die ganze Wolf-Sammlung erworben werden konnte, so darf die nunmehrige Lösung im Hinblick auf alle zu berücksichtigenden Umstände doch nicht als ganz unbefriedigend bezeichnet werden.

BF, Samstag/Sonntag 15./16. März 1958, Seite 2

Kidduschbecher

Kidduschbecher
Inschrift oben: „Möge das Volk Israel durch Eheschließung seine Heiligung erfahren“.
Inschrift unten: „Spende des Frauenvereins zur Unterstützung
mittelloser Bräute, Gemeinde ASCH (Eisenstadt)“.
Silber, 2. H. 19. Jh.


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Wer hat das Ghettokind an der Hand geführt …

…als sich ihm die Türen der vornehmsten Paläste öffneten? Nur sein Talent. Im Zuge unseres großen Projekts zum älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt (das sich übrigens schon langsam dem Finale…

…als sich ihm die Türen der vornehmsten Paläste öffneten? Nur sein Talent.

Im Zuge unseres großen Projekts zum älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt (das sich übrigens schon langsam dem Finale nähert) stießen wir auch auf die Grabsteine von Samuel und Henriette Kerpel, den Eltern des berühmten Malers Leopold Kerpel.

Der Grabstein des Vaters ist unscheinbar, die Inschrift kaum leserlich. Er wurde 1945 offensichtlich als Panzersperre verwendet, dann aber wieder auf den jüdischen Friedhof zurückgebracht.

Bernhard Wachstein äußert sich ausführlich zu Samuel und insbesondere zu seinem berühmten Sohn Leopold Kerpel:

„Das Totenregister nennt den Verstorbenen Samuel ben Itzik Chajjat (Schneider). Von Isak findet sich kein Grabstein mehr vor, aber Sarl Frau Isak Chajjat, die in den Totenmatrik den Namen Kerpel führt, liegt in der Nähe ihres Sohnes begraben. Isak ist zweifellos ein Sohn des Moses Chajjat ben Isak, welch letzterer sicherlich nach seinem Schneiderhandwerk den Namen Chajjat führte, oder dem diese Bezeichnung beigelegt wurde. Die Frau des Moses Chajjat, Rachel, ist in der Nähe ihres Mannes begraben. Wann der Berufsname Chajjat, der sich zum Familiennamen Schneider umgestaltete, sich in den Namen Kerpel verwandelte, ist mir gegenwärtig nicht feststellbar. Die handwerkliche Fertigkeit in der Familie sollte sich jedoch bei einem ihrer Mitglieder zur künstlerischen Gestaltungskraft steigern, denn der in Eisenstadt geborene Maler Leopold Kerpel entstammt dieser Schneiderfamilie. Er ist ohne Zweifel ein Sohn unseres Samuel Kerpel.

Leopold Kerpel, Italienische Landschaft

Leopold Kerpel, Italienische Landschaft, Öl auf Leinwand, Copyright: Landesmuseum Burgenland



Ich halte es nicht für überflüssig, eine Notiz von André Csatkai über Leopold Kerpel aus der Ödenburger Zeitung vom 20. April 1920 mit Rücksicht darauf, dass ein Tageblatt eine nicht leicht zugängliche Quelle ist, hierher zu setzen:

Zur Zeit des Aufenthaltes von Markó [1801 -1860, lebte etwa seit 1830 in Eisenstadt] tauchte ein begabter Maler aus dem Eisenstädter Ghetto auf, namens Leopold Kerpel. Geboren wurde er etwa 1819 (diese Jahreszahl ist nicht ganz sicher festzustellen, denn die Matrikeln der isr. Gemeinde reichen nur bis um 1830 zurück). Es ist gut annehmbar, dass das Beispiel Markós den jungen Knaben auf die Künstlerlaufbahn gebracht hat, ja eine persönliche Begegnung wäre auch nicht ausgeschlossen, doch sicher ist sie nicht. Kerpel studierte in Wien, wo er 1845 das erstemal auf einer Ausstellung der Akademie vor die Öffentlichkeit trat. 1846 erweckte sein Bild, das römische Kolosseum darstellend, die Aufmerksamkeit der Erzherzogin Maria Dorothea, die es kauft und das Nationalmuseum in Budapest damit beschenkt. Nach 1849 macht Kerpel eine Reise über Deutschland nach Russland, sie ist ein wahrer Siegeszug. Er berichtet seinem Landsmann Schneider darüber in einem Briefe, dessen Fragment sich im Besitze des Apothekers W. Kerpel befindet.

Von Wien reiste der Maler nach Prag. Die alte Kaiserin, Ferdinands Gattin, kauft von ihm ein Albumblatt um 100 Gulden. Dann verweilt er in Teplitz. Der Herzog Clary und seine Sippschaft nehmen sich seiner gütigst an und erwerben mehrere Gemälde von ihm. In Dresden wird er ebenfalls freundlich empfangen. Der kaiserliche Legat Kuefstein, der später Hofmeister in Wien wurde, führte ihn in die besten Gesellschaften ein; auch der König von Sachsen beehrt ihn mit dem Kauf seiner Gemälde. Kerpel reist bald nach Berlin, wird mit Humboldt bekannt, der ihn dem preußischen König vorstellt. Jener bestellt bei ihm zwei Bilder, die Kerpel in zwei Monaten verfertigt und dann übersiedelt er nach Russland, wo er große Touren macht, besichtigt Moskau, Petersburg und auch Finnland. Das Fragment endet – leider ohne Datum – mit der Beschreibung des Marktes in Nischni-Nowgorod.

Wer hat das Ghettokind an der Hand geführt, als sich ihm die Türen der vornehmsten Paläste öffneten? Nur sein Talent.

Kerpel hat sich in Wien ständig niedergelassen, verdiente schön und war nicht darauf angewiesen, sich in die Pensionsgesellschaft der Wiener Künstler einschreiben zu lassen. Er starb 1880, 61 Jahre alt. Kerpel ist seinen Landsleuten vollends unbekannt; meine Nachfragen in Eisenstadt waren bisher ohne Erfolg.
In Ödenburg befinden sich meines Wissens drei seiner Gemälde: Im Museum eine Landschaft: Forchtenstein in einer romantisch-düsteren Auffassung darstellend, mit Signatur und Jahreszahl 1861; dann zwei Familienbildnisse im Privatbesitz: ein männlicher Kopf, sehr ausdrucksvoll, und ein weiblicher, weniger bedeutend.
Kerpel verfertigte schöne Lithographien vom Badeorte Pystian, und zwar eine Folge mit acht Ansichten, Quartfolio, und eine mit zehn Ansichten, Kleinquartfolio. Beide Serien sind recht selten.

Zum Geburtsjahr, das nach Csatkai nicht sicher steht, wäre auf die Konskriptionsliste vom Jahre 1836 bei Markbreiter, Beiträge S. 82, Nr. 22 hinzuweisen, wo Leopold, der Sohn des Samuel Kerbel (lies Kerpel) 18 Jahre alt ist. Danach wäre er also 1818 geboren. Nach der Grabschrift auf dem Wiener Zentralfriedhof starb er am 16. April 1880 im 61. Lebensjahre. Sie lautet:

פ“א איש ישר הולך נכוחו כהר“ר איצק ליב קערפעל נ“ע מילידי אייזענשטאט יע“א אשר הלך לעולמו ביום עש“ק ה’ אייר תר“מ לפ“ק תנצב“ה

Hier ruht Herr Leopold Kerpel, akadem. Landschaftsmaler, gestorben am 16. April 1880 im 61. Lebensjahre. Er ließ nach 19jähriger Ehe eine Witwe in tiefer Herzenstrauer zurück.

Der edlen Kunst geweiht Dein Leben
War treu Dein Herz und ernst dein Streben.
Voll Biedersinn in Tat und Wort
Lebst Du in deinen Werken fort.“

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 249f

Ergänzt sei noch die wörtliche Übersetzung der hebräischen Grabinschrift (des erwähnten Grabes am Zentralfriedhof):

H(ier liegt) g(eborgen) ein rechtschaffener Mann, in seiner Redlichkeit wandelnd, d(er) e(hrbare) H(err) Itzik Löb Kerpel, s(eine Ruhe) s(ei Wonne), aus Eisenstadt, G(ott möge) d(ie Stadt) a(ufbauen), gebürtig. Der in seine Welt ging am V(orabend) d(es heiligen) Sch(abbat), 5. Ijjar 640 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens).

Die von seiner Ehefrau aufgegebene Todesanzeige finden Sie auf geni.com.
Interessant dabei ist, dass im deutschen Teil der Grabinschrift „im 61. Lebensjahr“, auf der Todesanzeige aber „im 62. Lebensjahr“ steht.


In Wien fand im Jahr 1846 eine vielbeachtete Ausstellung von Kerpel statt, in der vor allem seine italienischen Landschaftsbilder gezeigt wurden.

Mit „Markbreiter“ oben ist gemeint:
Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Eisenstadt nach archivarischen Quellen, bearbeitet von Moritz Markbreiter, Wien 1908.

Angemerkt muss noch werden, dass das Landesmuseum Burgenland im Besitz von 13 Bildern des Malers Leopold Kerpel ist. Vielleicht können wir Kerpel mit einer Ausstellung bald auch hierorts bekannter machen …

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Weltkriegslyrik

Ein spätes Fundstück zum Gedenkjahr 1914/2014 Der Sieger im Kriege Zwei Israeliten aus neutralen Landen In einem Kurorte sich zusammenfanden, Sie sprachen über Krieg, Nationen und Mächte, Über Anleihe, Munition…

Ein spätes Fundstück zum Gedenkjahr 1914/2014

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/3520630

Der Sieger im Kriege

Zwei Israeliten aus neutralen Landen
In einem Kurorte sich zusammenfanden,
Sie sprachen über Krieg, Nationen und Mächte,
Über Anleihe, Munition und Kriegsrechte.
Zum Schlusse gemächlich frug der Eine,
Was der And’re vom Erfolge meine?
Wer denn endlich gewinnt den Krieg,
Triumphierend davonträgt den Sieg?
Ganz verschieden dachten darüber beide
Um endlich mit sichtlicher Freude,
Vereint den Entschluß zu fassen,
Die Entscheidung dem Rabbi zu überlassen.
Der Rabbi hört und spricht: „Fürwahr!
Die Sache liegt wie die Sonne klar!
Gar nicht nötig war Euer Zweifel und Not:
Den Krieg gewinnt – gewiß nur Gott!“
Ganz verdutzt sahen sie den Weisen an;
Was denn diese Antwort bedeuten kann?
„Das will ich Euch gerne beweisen und zeigen:
Kennt ihr die Namen der Zentralmächte-Reigen?
Sie heißen: Germania, Oesterreich und Türkei;
Stellet die Anfangsbuchstaben dieser drei
Zusammen in ein Wort, und seh’t dann,
Daß nur Gott den Krieg gewinn kann.“

Josef Gottlieb, Wien

Beachte das Erscheinungsdatum des Gedichtes: 1915!


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