Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Kunst und Kultur

Meir Eisenstadt und Alexander Aizenshtat – wir laden herzlich ein…

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Gedenkfeier am Jahrzeittag von Rabbiner Meir Eisenstadt sowie zur Eröffnung der Ausstellung mit Bildern des jüdischen Künstlers Alexander Aizenshtat Wann: Sonntag, 10….

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur

Gedenkfeier am Jahrzeittag von Rabbiner Meir Eisenstadt

sowie zur Eröffnung der

Ausstellung mit Bildern des jüdischen Künstlers

Alexander Aizenshtat

Wann: Sonntag, 10. Juni 2018

Wo: Älterer jüdischer Friedhof in Eisenstadt und Österreichisches Jüdisches Museum

Programm:

16:00 UhrTreffpunkt am älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt (Männer bitte Kopfbedeckung mitnehmen)
Reden der Ehrengäste, Enthüllung des renovierten Grabsteins und Kaddisch zum Gedenken an Rabbi Meir Eisenstadt

17:00 UhrTreffpunkt im jüdischen Museum mit Gebet in der Synagoge

18:00 UhrEröffnung der Ausstellung durch LAg. Bgm. Mag. Thomas Steiner, Bürgermeister der Freistadt Eisenstadt
Zur Ausstellung: Irina Alexandrowna Antonowa, Langzeitdirektorin und seit 2013 Präsidentin des Puschkin-Museums in Moskau

Anschließend kleines Buffet.

Alexander Aizenshtat

Dauer der Ausstellung: 11. Juni – 24. Juni 2018


Rabbi Meir Eisenstadt – MaHaRaM A“SCH

Rabbi Meir Eisenstadt gilt als einer der größten Gelehrten und Rabbiner seiner Zeit. Sein Vermächtnis erlangte enorme Popularität in der jüdischen Welt, seine Werke werden bis heute in religiösen Bildungseinrichtungen studiert.
Sein Grab auf dem älteren jüdischen Friedhof ist noch heute – vor allem in diesen Tagen, zu seiner „Jahrzeit“ – das Ziel von orthodoxen Juden aus aller Welt, die das Gedächtnis an diesen großen Lehrer aufrechterhalten.

Rabbi Meir hielt am Freitag, dem 3. Dezember 1717 seinen Einzug in Eisenstadt. Im Originaldokument lesen wir:

לזכרון יום ביאת הרב המאור הגדול אב“ד דקהלתינו לכאן יום ו“ ער“ח טבת שנת תע“ח לפ“ק
Zum Gedenken an den Tag, als der Rabbiner, die große Leuchte, der Vorsitzende des Gerichtshofes unserer Gemeinde hierher kam, am Freitag, Vorabend des (1.) Neumondtags Tevet, des Jahres 478 nach der kleinen Zeitrechnung.

Rabbi Meir kam also nach jüdischem Datum vor genau 300 Jahren (heuer haben wir das Jahr 778), am 5. Chanukkatag, nach Eisenstadt.
Er starb am Sonntag, dem 27. Siwan des Jahre 504 (= 07. Juni 1744), heuer fällt sein Jahrzeittag auf Sonntag, den 10. Juni!. Den Namen „seiner Stadt“ – Eisenstadt – erhielt er posthum.

In unserem Blog finden Sie sowohl einen ausführlichen Artikel über Rabbi Meir Eisenstadt als auch ein Foto seines (noch nicht renovierten) Grabsteins, Transkription und Übersetzung seiner hebräischen Grabinschrift sowie viele biografische Notizen (Kinder etc.).


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Die entgegengesetzte Richtung

Den Dolch der mörderischen Ablehnung verstand auch Alfred Polgar zu handhaben, dem es die klebrigen Anbiederungsversuche des Stammgastes Weiß angetan hatten. Als er eines Nachmittags das Kaffeehaus verließ, folgte ihm…

Den Dolch der mörderischen Ablehnung verstand auch Alfred Polgar zu handhaben, dem es die klebrigen Anbiederungsversuche des Stammgastes Weiß angetan hatten. Als er eines Nachmittags das Kaffeehaus verließ, folgte ihm Weiß auf die Straße, gesellte sich devot an seine Seite und stellte ihm die scheinbar ausweglose Frage:

„In welche Richtung gehen Sie, Herr Polgar?“
er erhielt den prompten Bescheid:
In die entgegengesetzte.“

Torberg Friedrich, Gesammelte Werke, Band VIII. Die Tante Jolesch, München, 151988

In diesen Tagen, vor 85 Jahren, war für den „österreichischen Juden“ Alfred Polgar im nationalsozialistischen Deutschland kein Platz mehr. Anfang März 1933 floh er nach Prag. Am 10. Mai 1933 wurden seine Bücher verbrannt.

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Chanukka 5778

Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest Happy Chanukka – חג אורים שמח und außerdem unseren christlichen…


Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung

wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest
Happy Chanukka – חג אורים שמח
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern
ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!


Zwei sehr ähnliche, wunderschöne Chanukkaleuchter, nur deutlich jüngeren Datums, finden sich im Jewish Museum of New York:

Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Auf den Sesselchen finden sich die hebräischen Buchstaben נח, die Abkürzung für hebräisch „ner chanukka“ (Chanukkalicht). Auf unserer Chanukkia (s. Bild ganz oben) können Sie die beiden Buchstaben auf dem 4. Sesselchen von links erkennen.

Nota bene: Die Chanukkia, die bei uns im Museum zu sehen ist, besteht aus 7 Sesselchen und 1 Bänkchen, auf dem 2 Flammen Platz haben. Wir vermuten, dass der zweite Platz dieses Bänkchens für den „Schammasch“ reserviert ist, also jenes „Dienstlicht“, mit dem die anderen 8 Lichter entzündet werden und das auf beiden Chanukkaleuchtern in New York überraschenderweise fehlt.


Die Geschichte zu diesen beiden Chanukkaleuchtern wollen wir Ihnen als Lesetipp sehr empfehlen: Objects Tell Stories: A Hanukkah Lamp Made of Eight Small Chairs

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Zu einem möglichst günstigen Preis…

Über den Umgang der lokalen Presse mit dem jüdischen Erbe im Jahr 1958 Vor kurzem wurde die Sammlung Wolf, jene berühmte und bedeutende Sammlung Alexander (Sándor) Wolfs, erwähnt, die Frieda…

Über den Umgang der lokalen Presse mit dem jüdischen Erbe im Jahr 1958

Vor kurzem wurde die Sammlung Wolf, jene berühmte und bedeutende Sammlung Alexander (Sándor) Wolfs, erwähnt, die Frieda Löwy-Wolf 1958 an die Republik Österreich zu verkaufen versucht hatte. Dies misslang, die größten Teile der Sammlung landeten im Auktionshaus Lukas Fischer in Luzern…

Wie aber sah die lokale Presse den Ankauf eines kleinen Teils der Sammlung durch das Burgenland?

Fündig wurde ich in der BF (Burgenländische Freiheit), der Zeitung der Sozialdemokratischen Partei des Burgenlandes (erschienen von 1921 bis 2007, mittlerweile online verfügbar).

Erwartet habe ich einen sachlichen Bericht oder gar einen Bericht, der die Entscheidung des Landes kritisch betrachtet, dass in diesem Artikel aber die ganze Klaviatur antisemitischer Klischees bedient wird, schockierte mich zutiefst:

  • Frieda Löwy-Wolf – und letztlich natürlich auch ihr Bruder Sandor – waren in Israel nicht auf Sommerfrische, sondern mussten vor den Nazis fliehen in ein Land, das sie nicht kannten und in dem sie sich neue Existenzen aufbauen mussten. Alexander (Sandor) Wolf hatte keineswegs damit gerechnet, dass er selbst und seine Sammlung nicht in Eisenstadt verbleiben können. Noch Anfang der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts hatte er mehrere Häuser in Eisenstadt erworben, in denen er seine Bibliothek und Sammlung in 26 Räumen zugänglich machte.
  • Dieser Staat heißt seit dem 14. Mai 1948 Israel. Frieda Löwy-Wolf und ihre Familie lebten in Israel. Die BF nimmt dies 10 Jahre nach der Staatsgründung noch nicht zur Kenntnis.
  • „Die geldgierigen Juden“ – „sich zuerst bereichern und dann ans Ausland verkaufen“ – „das internationale Judentum“…
  • Selbstverständlich wäre es am besten gewesen, die ganze Sammlung zu einem möglichst günstigen Preis für das Land zu erwerben.

    Günstig für WEN?

  • jene Gegenstände…, die sich auf das Burgenland beziehen

    Im ganzen Artikel findet sich kein Wort von der viele tausend Objekte umfassenden Judaica-Sammlung, die sehr wohl einen sehr engen Bezug zum burgenländischen und insbesondere Eisenstädter Judentum hat (siehe etwa unten den wunderschönen Kidduschbecher des jüdischen Frauenvereins Eisenstadt, den unser Museum vor vielen Jahren ersteigern und so zurück ins Burgenland bringen konnte).
    Aber Hauptsache, dass die Türschlösser für ein zukünftiges Weinmuseum im Burgenland verbleiben konnten…

  • Im gesamten Artikel fehlen die Wörter „Jude, Vertreibung, Holocaust, jüdische Gemeinde, Judaica usw. völlig!
    Im vorletzten Absatz gewinnt man den Eindruck, dass mit allen Mitteln versucht wird, jede Berührung mit o.g. Wörtern zu vermeiden.



Es gäbe noch mehr anzumerken … an übertriebenem schlechtem Gewissen hat man offensichtlich nicht gelitten. Die Sprache des Artikels ist zurückhaltender, subtiler, unterschwelliger, die Anspielungen aber sind nicht weit entfernt von den typischen Motiven antisemitischer Propaganda.
Traurig.


Wesentliche Teile der Wolf-Sammlung bleiben im Burgenland
Nur ein Teil unter Denkmalschutz

In den letzten Wochen hat sich die Öffentlichkeit wiederholt mit dem Schicksal der Wolf-Sammlung beschäftigt, die bekanntlich von der in Palästina lebenden Erbin an einen ausländischen Kunsthändler verkauft wurde. Die gesamten damit verbundenen Fragen stellten das Land vor ein schwieriges Problem. Alexander Wolf war bekanntlich ein überaus kunstliebender Kaufmann, der als Weinhändler durch halb Europa kam und überall die verschiedensten kulturgeschichtlichen Erinnerungsstücke einkaufte. Die so entstandene Sammlung war in erster Reihe durch seine Persönlichkeit gekennzeichnet, stellte aber vom rein fachlichen Standpunkt aus etwas sehr Uneinheitliches dar. Als nun die Abwicklung der Erbschaft in das entscheidende Stadium trat, waren die verschiedensten Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Selbstverständlich wäre es am besten gewesen, die ganze Sammlung zu einem möglichst günstigen Preis für das Land zu erwerben. Man muss aber berücksichtigen, dass der Betrag von 1,8 Millionen Schilling im Budget eines kleinen Landes mit gewaltigen Aufgaben auf allen Gebieten eine sehr bedeutende Rolle spielt.

Es wäre selbstverständlich auch möglich gewesen, die Wolf-Sammlung zur Gänze anzukaufen und dann Teile davon abzustoßen. Tatsächlich steht nur ein Teil der Sammlung unter Denkmalschutz und es ist auch nur ein Teil kulturgeschichtlich unmittelbar mit dem Land verbunden. Es ist aber sehr fraglich, ob der Verkauf irgendwelcher Teile der Sammlung durch das Land selbst von der Öffentlichkeit als tragbar empfunden worden wäre. Es wurde demgemäß schließlich der Weg gewählt, dass von vornherein nur jene Gegenstände angekauft wurden, die sich auf das Burgenland beziehen.

Die Gesamtaufwendung des Landes beläuft sich nunmehr auf nur 650.000 S. Erworben wurden vor allem sämtliche Erinnerungsstücke an Joseph Haydn, Franz Liszt und andere große Musiker des Landes. Dieser Teil der Sammlung umfasst rund 1000 Inventarnummern. Ebenso wurde die archäologische Sammlung mit rund 5000 Inventarnummern erworben. Im Besitz des Landes verbleibt weiter die einzigartige Sammlung von Tür- und Torschlössern: Von besonderer Bedeutung für das Burgenland ist auch eine Sammlung von Gegenständen, die dereinst in einem besonderen Weinmuseum unterzubringen wären.

Zu dem reichhaltigen Bücherbestand, der nun in das Eigentum des Landes übergegangen ist, gehört unter anderem eine große Anzahl von Fachwerken über Weinbau und Kellerwirtschaft, die heute natürlich nur noch historischen Wert haben. Ferner wurden zahlreiche Originalurkunden zur Geschichte des Landes erworben, umfangreiches Bildmaterial, volkskundliche Gegenstände und interessantes Material, das sich auf die Geschichte des burgenländischen Zunftwesens bezieht.

Im großen und ganzen ist also der für das Burgenland unmittelbar wertvolle Kern der großen Sammlung erhalten geblieben und die Aufwendung hierfür steht durchaus im Verhältnis zu ihrem Wert wie zu den finanziellen Gegebenheiten des Landes. Und sosehr man es bedauern mag, dass nicht die ganze Wolf-Sammlung erworben werden konnte, so darf die nunmehrige Lösung im Hinblick auf alle zu berücksichtigenden Umstände doch nicht als ganz unbefriedigend bezeichnet werden.

BF, Samstag/Sonntag 15./16. März 1958, Seite 2

Kidduschbecher

Kidduschbecher
Inschrift oben: „Möge das Volk Israel durch Eheschließung seine Heiligung erfahren“.
Inschrift unten: „Spende des Frauenvereins zur Unterstützung
mittelloser Bräute, Gemeinde ASCH (Eisenstadt)“.
Silber, 2. H. 19. Jh.


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