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	<title>Koschere Melange &#187; Leben und Glaube</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Einer, der nicht Rabbiner sein wollte</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/07/19/einer-der-nicht-rabbiner-sein-wollte/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Rev (Herr) Aron Singer (אהרן זינגר) (Rabbinatsverweser) Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein Gesicht zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der Grabstein von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rev (Herr) Aron Singer (<span class="hebr" dir="rtl">אהרן זינגר</span>) (Rabbinatsverweser) </h3>
<p><em>Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein <strong>Gesicht</strong> zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/" title="Interner Link zum 'Singer Aaron - 28. Oktober 1868'">Grabstein von Aron Singer</a> <span lang="en" xml:lang="en">online</span> war, schickte uns Chaya-Bathya folgenden Artikel über den 1868 Verstorbenen.</em></p>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="R. Aron Singer"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asinger.jpg" width="180" height="247" alt="R. Aron Singer" /></a></p>
</div>
<p>Geboren um 1806 als Sohn armer Eltern aus Szentgrod (<a href="http://www.szentgrot.hu/" title="Externer Link zu 'szentgrot.hu'">Zalaszentgr&oacute;t</a>, Ungarn). Seine Eltern waren <abbr>R.</abbr> Jizchak und Jentl, die Tochter des Lackenbacher Rabbiners <abbr>R.</abbr> Salman Lipschitz, die beide schon früh starben. Der 10jährige Waisenknabe Aron kam nach Mattersdorf zu seinem Onkel mütterlicherseits, dem Dajjan <abbr>R.</abbr> Elieser Lipschitz, unter dessen Leitung er sich dem Talmudstudium widmete. Der Familientradition zufolge soll er auch ein Semester lang beim <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a> (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer-Schreiber) gelernt haben. </p>
<p>Auf Wunsch dieses Onkels verehelichte sich Aron mit Selda Deutsch, eine Tochter des <abbr>R.</abbr> Mendel Deutsch (ein Bruder von <abbr>R.</abbr> Josef Zwi Deutsch in Mattersdorf). Als ältestes männliches Familienmitglied hatte er aber auch für seine Geschwister zu sorgen. Hierzu heißt es im Vorwort zu seinem Werk &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221;:</p>
<blockquote><p>Als <abbr>R.</abbr> Arons Schwester ins heiratsfähige Alter kam, war er selbst erst 17 Jahre alt. Man redete ihm zu, er solle nach Pressburg zum Chatam Sofer (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer) fahren und von ihm eine rabbinische Autorisation erhalten. Damit könne er eine schöne Summe Geldes verdienen, und zwar aus dem Legat einer Frau in Kanischa (Nagykanizsa). Er könne so die Hochzeit seiner Schwester bezahlen. <abbr>R.</abbr> Aron wollte aber nichts davon hören. Da mischte sich der berühmte Gelehrte <abbr>R.</abbr> Elieser (Müller) Dresnitz, einer der angesehensten Schüler des Chatam Sofer und Dajjan in Mattersburg, ein und befahl <abbr>R.</abbr> Aron, sich nach Pressburg aufzumachen. Außerdem übergab er ihm einen Brief an den Chatam Sofer. Da mußte <abbr>R.</abbr> Aron notgedrungen einwilligen, fuhr nach Pressburg und erhielt das Zeugnis. Dieses verfehlte seinen Eindruck auf die Verwalter des erwähnten Legats nicht, und <abbr>R.</abbr> Aron erhielt eine Summe, mit der er seine Schwester verheiraten konnte.
</p></blockquote>
<p> <cite>Zitiert bei Kinstlicher, siehe unten Literatur, <abbr>S.</abbr> 41</cite></p>
<p>Der Chatam Sofer soll <abbr>R.</abbr> Aron ein überaus lobendes Zeugnis ausgestellt haben (<em><abbr>s.</abbr> Toldot Sofrim, <abbr>S.</abbr> 105-106</em>).</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron wohnte zeitlebens in Mattersdorf. Sein Leben war einfach, ohne Wechsel, wie das vieler Erdengrößen, die sich mit ungeteilter Energie einem bestimmten Berufe hingeben. Selbst die äußerst bedrängten Verhältnisse seiner Familie vermochten ihn nicht vom Torastudium abzuhalten. </p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons Gelehrsamkeit und Fleiß machten auf die Umgebung schon früh Eindruck. Alsbald scharten sich Jünger um ihn, die an seinen reichen Kenntnissen ihren Wissensdurst befriedigten. Sie fanden an ihm nicht nur einen Lehrer, sondern auch einen liebevollen Freund und Ratgeber. Von seinen insgesamt etwa 40 Schülern wurde er hoch verehrt. Unter ihnen finden wir: <abbr>R.</abbr> Benjamin Seew Wolf Breuer, Rabbiner in Tab (<em>in Ungarn, <abbr>Anm.</abbr></em>); <abbr>R.</abbr> David Friedmann, Rabbiner in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/deutschkreutz/" title="Interner Link zur Gemeinde auf unserer statischen Website">Deutschkreutz</a>; <abbr>R.</abbr> Jehuda Löb Lemberger-Lwow, Rabbiner in Rozsnyo (Roznava, Slowakei); <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Schön-Jaffe (Neffe <abbr>R.</abbr> Arons) in Mattersdorf; <abbr>R.</abbr> Akiva Kornitzer; Vorsitzender des Rabbinatsgerichts in Krakau und <abbr>R.</abbr> Schlomo (Alexander, Sandor) Fischer, Rabbiner in Karlsburg (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alba_Iulia" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Alba Iulia</a>, Rumänien). </p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin. R. Hildesheimer war von 1851 - 1869 Rabbiner in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHSGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHS.jpg" width="180" height="239" alt="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin" /></a></p>
</div>
<p>Bis 1860 lebte <abbr>R.</abbr> Aron als Privatmann. Durch die Übertragung des Amts eines Dajjans auf ihn nach dem Abgang seines Vorgängers <abbr>R.</abbr> Simon (<span class="hebr" dir="rtl">שמעון</span>) Sofer wurden seine finanziellen Verhältnisse insofern besser, als er ein kleines festes Einkommen bezog, das ihn jedoch auch nicht vor Mangel schützte. Die offizielle Annahme des Rabbinats verweigerte er, doch wurde zu seinen Lebzeiten kein Rabbiner gewählt. Er wird daher offiziell unter dem Titel &#8220;Rabbinatsverweser&#8221; (<abbr>d. h.</abbr> Verwalter des Rabbinats) geführt, obschon er sämtliche Funktionen eines Rabbiners erfüllte.</p>
<p>Hoch gelobt werden auch <abbr>R.</abbr> Arons menschliche Eigenschaften. Seine Bescheidenheit, sein liebevolles Wesen, sein nie ermüdender Eifer, Gutes zu stiften, machten ihn allseits beliebt. Trotz seiner eigenen Bedürftigkeit verließ kein Armer ungetröstet seine Schwelle.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron verstarb plötzlich am 28. Oktober 1868 (12. Cheschwan 5629) nach Teilnahme an einem Festmahl (<span class="hebr" dir="rtl">סעודת מצווה</span>) in Neudörfl bei Mattersdorf, das er noch &#8220;mit freudiger Begeisterung&#8221; mitgefeiert hatte.</p>
<p>An seinem Begräbnis nahmen zahlreiche Menschen teil. Der &#8220;Israelit&#8221; schildert dies mit folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Es war eine Szene von wahrhaft erschütterndem Eindrucke, als der <span class="hebr" dir="rtl">ארון</span> (Sarg) aus dem Hause getragen wurde. Es musste alle ein tiefes Schmerzgefühl durchzucken bei dem Anblicke des geliebten Toten; dies bewies das plötzlich wie aus einem Munde ertönende herzzerreißende Wehklagen von Jung und Alt, von Frauen und Mädchen, von Juden und Christen, denn auch letztere hatten der Charaktergröße des Verstorbenen ihre Verehrung nicht versagen können.
</p></blockquote>
<p>Der Dajjan von Mattersdorf sowie die Rabbiner von Deutschkreutz, von Lackenbach und <abbr>R.</abbr> Elieser von Ödenburg hielten Trauerreden.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons schriftliche Aufzeichnungen wurden 1958 in Jerusalem unter dem Titel &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron hatte 7 Kinder, darunter <abbr>R.</abbr> Jizchak Elieser <abbr>S.</abbr> in Mödling. Unter seinen Schwiegersöhnen sind: der Mattersdorfer Dajjan <abbr>R.</abbr> Josef Pressburger (der Mann seiner Tochter Beila Krassel); sein oben erwähnter Neffe <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Jaffe-Schön und <abbr>R.</abbr> Chaim Kohn in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1pa" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Papa</a> (der Mann seiner Tochter Jentel; ihr Grabstein in &#8220;<a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/html/families.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org...'">Mattersdorf Families</a>&#8221; <abbr>s.</abbr> unter &#8220;Kohn&#8221;).</p>
<h4>Literatur </h4>
<ul>
<li>(Kinstlicher) <span class="hebr" dir="rtl">משה אלכסנדר זושא קינסטליכר, ה&#8217;חתם סופר&#8217; ותלמידיו, בני-ברק: מכון &#8216;זכרון&#8217;, תשס&#8221;ה</span>, <abbr>S.</abbr> 40-42.</li>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/#comment-885" title="Interner Link zum Kommentar vom 24. Juni 2010">Kommentar von Carole Vogel zu &#8220;Singer Aron&#8221;</a>. </li>
<li>Zeitungsmeldungen: Beratung der Rabbiner der Sieben Gemeinden über Kultusangelegenheiten: Is 45 (1862), <abbr>S.</abbr> 186. Unterschreibt Protest gegen Horwitz und Mannheimer (Kompert-Prozeß): Is 8 (1864), <abbr>S.</abbr> 95-97. Ableben: Is 47 (1868), <abbr>S.</abbr> 873-874 [auch Biographie].</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Schwierige Freundschaft</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/07/14/schwierige-freundschaft/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 12:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chajm Guski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[schalom-salam-grüß-gott]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221; Der bewusste jüdisch-muslimische Dialog ist eine recht neue Erscheinung, wenngleich Judentum und Islam seit Erscheinen des Islams im Nahen Osten miteinander leben. Auch am Balkan, speziell in Bosnien-Herzegowina, gab es eine lange Periode der fruchtbaren Koexistenz und des Austauschs. Das Judentum beschäftigte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221;</h3>
<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[160610]" title="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssggGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssgg.jpg" width="150" height="150" alt="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Der bewusste jüdisch-muslimische Dialog ist eine recht neue Erscheinung, wenngleich Judentum und Islam seit Erscheinen des Islams im Nahen Osten miteinander leben. Auch am Balkan, speziell in Bosnien-Herzegowina, gab es eine lange Periode der fruchtbaren Koexistenz und des Austauschs. </p>
<p>Das Judentum beschäftigte sich zwar immer wieder mit dem Islam und erkundete, ob der Islam eine monotheistische Religion sei. Zumindest gingen einige Rabbiner missverständlicherweise davon aus, die Ka&#8217;aba in Mekka würde angebetet werden. Maimonides (1135-1204) war der Meinung, der Islam sei kein Götzendienst, aber die religiösen Ansichten seien falsch. Dennoch trügen die Anhänger des Islams ihren Teil zur Ausbreitung eines ethischen Monotheismus bei. </p>
<p>Heute sind religiöse Differenzen das kleinere Problem im freundschaftlichen Miteinander. Der schwelende Palästinakonflikt trägt zudem noch seinen Teil dazu bei, dass auch das religiöse Gespräch politisch aufgeladen ist.</p>
<p>Wer in den Dialog geht, sollte sich sowohl der Gemeinsamkeiten als auch der Unterschiede bewusst werden und sie nicht für eine Hürde halten, die tatsächlich überwunden werden muss. Man kann sie nicht überwinden und das ist auch nicht die Aufgabe des Dialogs, nämlich die Unterschiede zu verwischen. Vielleicht sollte man sagen, die Aufgabe des Dialogs ist es, Mauern zu Zäunen zu machen. Niedrige Zäune, über die man hinüberschauen kann, über die hinweg man sich unterhalten kann. Man kann beobachten, was der andere macht, man kann Hilfe hinüberreichen. Partnerschaftlich miteinander umgehen. Indem ich mein Gegenüber beobachte, kann ich vielleicht auch etwas über mich selber lernen.</p>
<p>Wenn wir bei diesem Bild bleiben, können wir sagen, dass sich Nachbarn zuweilen beim Einkaufen treffen und in unserem Falle ähnliche Anforderungen haben.</p>
<p><strong>Aber es gibt Eckpunkte, die man beachten sollte, wenn Juden und Muslime sich treffen wollen:</strong></p>
<ul>
<li>Die Existenz des Staates Israel steht nicht zur Disposition. Auch wenn der palästinensisch-israelische Konflikt nicht zur Debatte steht, müssen die jüdischen Gesprächspartner sich darauf verlassen können, dass sie sich nicht mit auf eine Gruppe einlassen, auf deren politischer Agenda  die Zerschlagung Israels steht. Auf der anderen Seite sollte man versichern können, dass man auch an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert ist.</li>
<li>Judentum und Zionismus sind eine Einheit. Hier wird es vermutlich zu Konflikten kommen, denn oftmals werden Judentum und Zionismus als getrennte Systeme verstanden. Das ist keine Frage, die man in wenigen Sätzen für einen Dialog klären und abhaken kann.</li>
<li>Man kann nicht direkt in einen Dialog über die tiefen metaphysischen Fragen einsteigen. Es muss Vorbereitungszeit geben, einander kennenzulernen und eventuelle Vorbehalte und Vorurteile abzubauen. Es kann nicht schaden, sein eigenes Bild von „anderen“ gegebenenfalls zu korrigieren. Empathie dürfte der Schlüssel zum Miteinander sein.
</li>
<li>Man sollte mit gegenseitigen Besuchen beginnen und nichts erzwingen. Dann sollten gemeinsame Themen folgen. In den deutschsprachigen Ländern könnte dies die Frage nach einer vernünftigen Trennung von Staat und Kirche sein. In Deutschland steht einmal mehr die Frage im Raum, ob in staatlichen Schulen Kruzifixe hängen dürfen.
</li>
<li>Ein weiteres Geheimnis &#8211;  vermeiden wir die abgedroschenen Themen:
<ul>
<li>Kinder Abrahams: Das ist ein gutes Motto, oder ein gutes Leitbild, allerdings führt die gemeinsame „Herkunft“ auf einen falschen Pfad. Berufen sich Muslime auf Jischmael, den Sohn Hagars mit Abraham, so entstand der Islam doch erst etwa 2000 Jahre später. Böswillige Beobachter hebeln dieses Argument gerne und schnell aus.
</li>
<li>Das „Goldene Zeitalter“: Das Zusammenleben in Spanien bis zur Reconquista unter islamischer Herrschaft war zwar „besser“ als in den christlichen Nachbarländern, aber frei waren die jüdischen Bewohner Spaniens keinesfalls. Sie durften keine Waffen tragen, Pferde reiten oder neue Synagogen errichten. Beziehen wir uns nicht auf schön erzählte Märchen.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Wir sehen vielleicht, die größte Aufgabe besteht darin, den Dialog auf den Weg zu bringen, wenn er einmal &#8220;rollt&#8221; und sich konkretere Kontakte herausgebildet haben, dann ist alles ein wenig einfacher.</p>
<p class="tipp"><em><strong>Chajm Guski schreibt <abbr>u.a.</abbr> in der &#8220;<a href="http://www.juedische-allgemeine.de/" title="Externer Link zu 'juedische-allgemeine.de'">Jüdischen Allgemeinen</a>&#8220;, ist Herausgeber von <a href="http://www.talmud.de/" title="Externer Link zu 'talmud.de'">talmud.de</a> sowie Organisator der Jüdischen Liberalen Vereinigung Ruhrgebiet und Münsterland <a href="http://www.talmud.de/egmr/doku.php?id=start" title="Externer Link zu 'talmud.de/emgr/...'">EtzAmi</a> – und bloggt auf <a href="http://www.sprachkasse.de/blog/" title="Externer Link zu 'sprachkasse.de'">Chajms Sicht</a>.</strong></em></p>
<p class="tipp">Der Beitrag von Chajm Guski ist Teil einer Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://ojm.at/ssgg" title="Interner Link zur Übersichtsseite der Veranstaltungsreihe">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8221; begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, &#8220;eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive&#8221; anzufertigen, die, &#8220;quasi als interreligiöser Survival Kit, (&#8230;) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern&#8221; kann.<br />
Bereits erschienen ist der &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/16/islam-knigge/" title="Interner Link zum Beitrag von Hussein Hamdan vom 16. Juni 2010">Islam-Knigge</a>&#8221; von Hussein Hamdan, weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mattersdorf?</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/mittelalterliche-juedische-gemeinde-mattersdorf/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 08:39:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielen Dank an Meir Deutsch, der uns dieses sonst weitgehend unbekannte Bild der Tafel schickte, die an der Synagoge in Mattersdorf angebracht war. Wir kannten das Bild dieser Tafel selbst nicht und auch in der uns bekannten Literatur fanden wir zwar Hinweise auf die Tafel, aber kein Bild von ihr. According to the plaque that [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[230610]" title="Ehemalige Gedenktafel an der Synagoge Mattersdorf"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/synMBGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/synMB.jpg" width="450" height="190" alt="Ehemalige Gedenktafel an der Synagoge Mattersdorf" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Vielen Dank an Meir Deutsch, der uns dieses sonst weitgehend unbekannte Bild der Tafel schickte, die an der Synagoge in Mattersdorf angebracht war. Wir kannten das Bild dieser Tafel selbst nicht und auch in der uns bekannten Literatur fanden wir zwar Hinweise auf die Tafel, aber kein Bild von ihr.</p>
<blockquote><p>According to the plaque that was plastered at the front of the Synagogue it was first built in 5114 which is 1353-1354, but this date seems too early. I have seen a picture of the plaque, and it seems to me that it can be read as 5310 <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> and not <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, which correspond to 1550 [we see that the three Hebrew letters have a dot over them, which usually means that you have to add the value of these letters and not to read them consecutively as a date, as the other year on the plaque 5635]. This date fits with the expulsion of the Jews from Odenburg in 1527, which settled in Mattersburg.
</p></blockquote>
<p><cite>Meir Deutsch, Yalde Shabat, Jerusalem 2008, <abbr>S.</abbr> 42.</cite></p>
<p>Meir Deutsch weiter:</p>
<blockquote><p>It is said that the &#8220;Founders&#8221; of the Jewish community in Mattersdorf were the six Families of the tribe of Levi, that were expelled from Spain and Settled in Mattersdorf. The Jews were expelled from Spain in 1492 = 5252. If we take the reading of the date on the Plaque as 5310 = 1550, than we get that the first Synagogue was built just 58 years after the expulsion of the Jews from Spain and only 23 years after Odenburg expelled its Jews who settled in Mattersdorf.
</p></blockquote>
<p>Schön der Reihe nach, zuerst die Übersetzung:</p>
<ol>
<li>Erstgebaut im 6. Jahrtausend im Jahre &#8220;KID&#8221; (oder) &#8220;KIR&#8221; <em>(der 3. und letzte Buchstabe des letzten Wortes der 1. Zeile ist umstritten)</em></li>
<li>und von neuem errichtet im Jahr 635 <em>(= 1875)</em>. </li>
<li>So höre du sie im Himmel, <em>(<abbr>s.</abbr> 1 Könige 8,32 <abbr>u.a.</abbr>)</em></li>
<li>wenn sie kommen um zu beten n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). <em>(Der Zahlenwert des Nebensatzes ergibt noch einmal 635, also das Jahr 1875!)</em></li>
</ol>
<p><strong>1. Zeile:</strong><br />
Das 6. Jahrtausend beginnt (umgerechnet) im Jahr 1240/41, siehe <a href="http://www.ojm.at/lexikon/z/#zeit" title="Interner Link zum Lexikoneintrag auf unserer statischen Website">Lexikoneintrag zur Zeitrechnung</a>.<br />
Je nachdem, ob wir <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> oder <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span> lesen, erhalten wir &#8211; wie auch Meir Deutsch schreibt -, entweder 114 oder 310, umgerechnet also das Jahr 1353/54 oder 1550/51.</p>
<p>Meir Deutsch plädiert für die Lesung <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span>, also &#8220;KIR&#8221; (1550), und argumentiert damit, dass wir im Mittelalter keine jüdische Gemeinde in Mattersdorf belegt haben, 1550 aber insbesondere deshalb möglich wäre, weil eine jüdische Besiedlung Mattersdorfs nach der Vertreibung der Juden aus Ödenburg (Sopron) belegt ist.</p>
<p>Auch Hodik schreibt: </p>
<blockquote><p>Möglicher Ausgangspunkt für die Historie bleibt in jedem Fall die an der Gassenfront der Synagoge entdeckte Tafel, die als Erbauungsdatum das Jahr 5114 (1353/54) ausgewiesen haben soll <em>(<abbr>Anm.</abbr>: Hodik kennt die Tafel offenbar nicht)</em>. Dürfen wir aber diese Angabe ohne weiteres übernehmen und genügt sie denn, um mit Sicherheit auf die Existenz einer jüdischen Siedlung zu jener Zeit schließen zu können?<br />
&#8230;<br />
Historisch gesichertes Terrain betreten wir erst am Ende des 15. <abbr>bzw.</abbr> zu Beginn des 16. Jahrhunderts. &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Fritz <abbr>P.</abbr> Hodik, Beiträge zur Geschichte der Mattersdorfer Judengemeinde im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, <abbr>S.</abbr> 7<abbr>f.</abbr></cite></p>
<p>Dieselbe Auffassung vertritt Harald Prickler:</p>
<blockquote><p>Der Hauptort der Grafschaft Forchtenstein war Mattersdorf (das heutige Mattersburg): Hierher übersiedelte Juden sind seit 1527 mehrfach nachweisbar, das Urbar der Grafschaft Forchtenstein von 1526 weist in Mattersburg noch keinen Juden aus, hingegen anstelle der späteren Judenhäuser viel öde Hofstätten (Söllnerhäuser). 1438 wird zwar der in Mattersburg wohnhafte Juden Kysaan mit seiner Frau Mendel urkundlich genannt, er trat als Gläubiger der Grafen von Forchtenstein und ihres Burghauptmanns Hans Linzer auf, <strong>doch kann aus dieser vereinzelten Nennung keineswegs auf den Bestand einer jüdischen Gemeinde im Mittelalter an dieser Stelle geschlossen werden</strong> <em>(Hervorhebung von mir)</em>. Die neue Judensiedlung entstand seit 1526 auf dem zum herrschaftlichen Meierhof gehörigen herrschaftlichen Gelände (Kurialgrund), auf dem sich die 1291 geschleifte Burg Mattersdorf befunden hatte, im Anschluss an die Marktsiedlung flussabwärts.</p></blockquote>
<p><cite>Harald Prickler, Beiträge zur Geschichte der burgenländischen Judensiedlungen, in: Juden im Grenzraum, Eisenstadt 1993, <abbr>S.</abbr> 72<abbr>f.</abbr></cite></p>
<p>Bleibt schließlich noch Max Grunwald zu zitieren, der zumindest nicht abgeneigt zu sein scheint, die Frühdatierung 1354/55 zumindest in Erwägung zu ziehen:</p>
<blockquote><p>Der Mattersdorfer Rabbinatsassessor Reb Joel Fellner und Reb <abbr>J.</abbr> Hirsch ließen sich in die Kuppelhöhe des Tempels hinaufseilen, um die in der Kuppel befindliche Jahreszahl zu enträtseln. Es stand dort: &#8220;ad ki jawo Schiloh lefak&#8221;, das wäre 462 = 1702 der bürgerlichen Zeitrechnung. An der Gedenktafel der Gassenfront des Tempels liest man als Erbauungsdatum 5114 (1354). Sollte diese Zahl das Erbauungsdatum richtig wiedergeben, dann muss angenommen werden, dass im angeführen Vers die ersten 5 Buchstaben besonders gekennzeichnet waren, welche als Prat katan kaf jud dalet ergeben.
</p></blockquote>
<p><cite>Max Grunwald, Mattersdorf, in: Jahrbuch für Jüdische Volkskunde 1924/25, <abbr>hrsg. v.</abbr> Max Grundwald, Berlin 1926, <abbr>S.</abbr> 415<abbr>f</abbr>.</cite></p>
<p>Grunwalds Formulierung ist ein wenig missverständlich, er meint, dass die Inschrift in der Kuppel nicht nur die Jahreszahl 462 (1702) angibt, sondern <em>auch</em> zusätzlich (?) das Gründungsjahr der Synagoge angeben will: <span class="hebr" dir="rtl">עד כי יבא שילה</span> ist ein Zitat aus Genesis 49,10 (Der Segen Jakobs) &#8220;bis der kommt, dem er gehört <em>(der Herrscherstab)</em>&#8220;.<br />
Grunwalds Versuch, das Gründungsdatum der Gedenktafel auch im Zitat der Kuppel wiederzufinden, darf fast als rührend bezeichnet werden. Auch wenn die Zahlenwerte der ersten 5 Buchstaben des Verses tatsächlich 114 (also 1354) ergeben, es bleibt Theorie. Auch Hodik (siehe oben) unterstützt die Theorie Grunwalds nicht, sondern hält es für sehr wahrscheinlich, dass sich die Jahreszahl in der Kuppel (1702) auf den Abschluss von Instandsetzungsarbeiten an der Synagoge bezieht (allerdings hat Hodik, wie schon angeführt, die Gedenktafel nicht gesehen!).<br />
<em><span lang="en" xml:lang="en">Off topic</span>: Warum mussten sich die beiden Kuppelinschriftsinspizienten eigentlich hinaufseilen lassen, war die Inschrift so klein geschrieben? Und haben sie die Details nicht überliefert oder gab es keine?</em></p>
<h3>Zwischenstand und drei hebräische Buchstaben unter der Lupe</h3>
<p><strong>Wir halten also fest:</strong> Es gibt keine weiteren historischen Hinweise oder gar Belege für eine mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mattersdorf, lesen wir auf der Gedenktafel als Gründungsdatum der Synagoge wirklich <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span> für 114 (1354/55) (und lassen die Kuppelinschrift und die Theorie Grunwalds einmal außen vor), wäre dies der <strong>einzige</strong> Beleg für eine Frühdatierung einer jüdischen Gemeinde in Mattersdorf!</p>
<p><strong>Und doch tendiere ich dazu <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, also 114 (1354/55) zu lesen</strong>:</p>
<ul>
<li>Meir Deutsch argumentiert, dass die Punkte über dem letzten Wort der 1. Zeile (mit dem die Jahreszahl angegeben wird) besondere Berücksichtigung verdienen, da bei der anderen Jahreszahl (in der 2. Zeile) keine Punkte über den hebräischen Buchstaben zu finden sind (sprich: Lies die erste Jahreszahl (auch) als Wort, die zweite als bloße Jahreszahl). Allerdings finden wir auch keine Punkte über den Buchstaben in der letzten Zeile, in der aber der gesamte Satz &#8211; werden die einzelnen Buchstaben als Zahlenwerte gelesen &#8211; ebenfalls die Jahreszahl 635 (=1875) ergibt! Das am Schluss der Inschrift stehende &#8220;LP&#8217;K&#8221; (nach der kleinen Zeitrechnung) <span class="hebr" dir="rtl">לפ&#8221;ק</span> bezieht sich somit auf alle 3 in der Inschrift vorhandenen Jahreszahlen!</li>
<li>Das hebräische Wort &#8220;KIR&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> bedeutet &#8220;Mauer/Wand&#8221; (seltener und nur in bestimmtem Kontext auch &#8220;Stadt&#8221;). Dies ergibt aber im Zusammenhang mit dem Gründungsdatum der Synagoge wenig Sinn.</li>
<li>Was auch gegen die Lesung &#8220;KIR&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיר</span> spricht: Sollte wirklich die Jahreszahl 310 (1550/51) angezeigt werden, warum dann nicht gleich mit dem im Kontext sinnvolleren Wort &#8220;KRI&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קרי</span> &#8220;Lesung&#8221;? Außerdem hätte man damit nicht nur ein sinnvolleres Wort, sondern auch die Zahlenwerte der Buchstaben in ihrer gewohnten Reihenfolge (Hunderter-, Zehnerzahl) gehabt!</li>
<li>Die Lesung &#8220;KID&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">קיד</span>, also der Zahlenwert 114 und somit das Jahr 1354/55 ermöglicht uns nicht, ein sinnvolles Wort zu lesen, die Zahlenwerte der Buchstaben wären aber in ihrer gewohnten Reihenfolge, die 3 Buchstaben einfach als Jahreszahl zu lesen. Den Punkten über den Buchstaben messe ich auch keine besondere Bedeutung bei (siehe oben erstes Argument).</li>
<li>Die Formulierung &#8220;im 6. Jahrtausend&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">באלף הששי</span> finden wir häufig im <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/23/grabstein-mittelalter-i/" title="Interner Link zu 'Grabstein Mittelalter I - Grabstein aus 1252'">Mittelalter (Beispiel: 1252)</a>, kurz oder relativ kurz nach der Jahrtausendwende (1240). Die jüngsten Belege mit dieser Formulierung auf deutschen Grabsteinen etwa datieren aus dem Jahr 1438. Für das 15. und 16. Jahrhundert ist die Quellenlage dünn, tendenziell würde ich die Formulierung in der Mitte des 16. Jahrhunderts aber eher nicht erwarten, eine bewusste archaische Formulierung ist jedoch auch nicht auszuschließen.</li>
</ul>
<h3>Es bleiben viele Fragen:</h3>
<ul>
<li>Die Tafel wurde 1875 (oder später) an der Gassenfront der Synagoge angebracht. Die Verfasser des Textes auf der Tafel mussten sich auf Traditionen, vielleicht auch auf schriftliche Quellen bezüglich des Gründungsdatums berufen können, haben den Text vielleicht sogar ganz oder teilweise von einer alten Tafel/Vorlage <abbr>etc.</abbr> wörtlich übernommen (siehe Formulierung &#8220;6. Jahrtausend&#8221;).</li>
<li>Könnten dabei Fehler passiert sein? Oder handelt es sich beim Datum 1354/55 etwa um Traditionen, die vielleicht mehr auf Legendenbildung als auf historischen Tatsachen beruhen?</li>
<li>Stimmt am Ende Grunwalds Theorie doch, dass wir auch in der Kuppelinschrift der Synagoge das Gründungsdatum 114 (1354/55) finden und hätten wir damit einen <strong>zweiten Hinweis auf eine Frühdatierung</strong> des Enststehens der jüdischen Gemeinde Mattersdorf? Sehe ich mir manche Grabinschrift auf dem <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof Mattersburg'">jüdischen Friedhof Mattesdorf</a> an, möchte ich nicht einmal wirklich ausschließen, dass in der Kuppelinschrift sogar beide Daten, 1702 <em>und</em> 1354 zu finden gewesen sein könnten.</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<h3>Conclusio</h3>
<p>Ich lese die Gründungsjahreszahl auf der Gedenktafel der Synagoge als 314 (1354/55), bin mir aber bewusst, dass ein einziger &#8211; noch dazu unsicherer &#8211; Beleg nicht reicht, um den Beginn einer jüdischen Besiedlung in Mattersdorf sicher ins Mittelalter zu datieren.</p>
<p>Und doch &#8211; ich würde mich wahrlich nicht wundern, sollten doch einmal (weitere) Dokumente auftauchen, die beweisen, dass auf dem heute burgenländischen Teil Westungarns damals nicht nur Eisenstadt eine voll ausgebildete jüdische Gemeinde besaß!</p>
<p>Siehe dazu besonders auch unseren Beitrag <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/09/amos-oz-ein-mattersburger/" title="Interner Link zum Beitrag vom 09. September 2010">Amos Oz &#8211; ein Mattersburger?</a> und insbesondere auch den <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/09/amos-oz-ein-mattersburger/#comment-829" title="Interner Link zum Kommentar vom 21. Juni 2010">Kommentar von Christopher</a>! Denn der Ur-Ur-<abbr>usw.</abbr>-Großvater von Amos Oz ist der 1408 verstorbene Rabbiner Abraham Klausner &#8230; aus Mattersdorf!</p>
<h3>Danke</h3>
<p>Danke an Meir Deutsch, Israel, für das Bild der Gedenktafel und für die Anregung, mich näher mit ihr auseinanderzusetzen!</p>
<p>Danke an Frau <a href="http://134.91.195.113/wiki/index.php/Mitarbeiter:Nathanja_H%C3%BCttenmeister" title="Externer Link zu 'Nathanja Hüttenmeister - Mitarbeiterin am Steinheim Institut">Nathanja Hüttenmeister</a> vom Salomon Ludwig Steinheim Institut Duisburg für wertvolle Anregungen zur Inschrift :)!</p>
<p class="tipp">Da wir jetzt &#8220;nur&#8221; die Gedenktafel an der Gassenfront der Synagoge in Mattersdorf kennengelernt haben &#8230; am Wochenende gibt&#8217;s dann in unserem &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/27/bild-der-woche-synagoge-mattersburg/" title="Interner Link zum 'Bild der Woche - Synagoge Mattersburg'">Bild der Woche</a>&#8221; mehr zur Synagoge!</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir das wunderbare Buch von Michael Brocke <a href="http://134.91.195.113/wiki/index.php/Hauptseite" title="Externer Link zum Steinheim Institut">&#8220;Verborgene Pracht &#8211; Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona &#8211; Aschkenasische Grabmale</a> sowie auch ganz besonders die großartige <a href="http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat" title="Externer Link zu 'steinheim-institut.de...'">epigraphische Datenbank &#8220;epidat&#8221;</a> des Salomon Ludwig Steinheim Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Islam-Knigge</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/16/islam-knigge/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 09:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hussein Hamdan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[schalom-salam-grüß-gott]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221; Etwa 1,4 Milliarden Menschen bekennen sich weltweit zum Islam. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte Weltreligion. Im Zentrum der islamischen Lehre stehen die &#8220;fünf Säulen&#8221;: Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes Das Ritualgebet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Gastbeitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221;</h3>
<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[160610]" title="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssggGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssgg.jpg" width="150" height="150" alt="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Etwa 1,4 Milliarden Menschen bekennen sich weltweit zum Islam. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte Weltreligion. Im Zentrum der islamischen Lehre stehen die &#8220;fünf Säulen&#8221;:</p>
<ol>
<li>Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes</li>
<li>Das Ritualgebet</li>
<li>Das Fasten im Monat Ramadan</li>
<li>Die Almosensteuer</li>
<li>Die Pilgerfahrt nach Mekka</li>
</ol>
<p>Das heilige Buch des Islam, der Koran, gilt nach islamischer Tradition als das geoffenbarte Wort Gottes.</p>
<p>Im Folgenden seien einige wichtige Informationen für die Begegnung mit Muslimen angeführt:</p>
<h4>	Allgemeines</h4>
<ul>
<li>Allah ist kein Eigenname für den Gott der Muslime sondern nur das arabische Wort für Gott. Für Muslime ist es nicht nachvollziehbar und kann manchmal als kränkend empfunden werden, wenn zwischen Gott und Allah unterschieden wird. </li>
<li>Der Koran gilt den Muslimen als heilig. Versuchen Sie daher respektvoll mit dem Koran umzugehen, besonders in der Anwesenheit von Muslimen. Legen Sie ihn (auch Koranübersetzungen) z.B. nicht auf den Boden und stellen Sie ihn am besten an einen etwas hochgelegenen Platz ab.</li>
<li>Gelegentlich werden Muslime auch als &#8220;<em>Mohammedaner</em>&#8221; bezeichnet. Das stößt bei Muslimen meist auf Ablehnung, denn die &#8220;Ergebenheit zu Gott&#8221; (<abbr>arab.</abbr> Islam) ist der Mittelpunkt des islamischen Glaubens. </li>
</ul>
<h4>Beim Besuch einer Moschee</h4>
<ul>
<li>Schuhe müssen grundsätzlich ausgezogen werden.</li>
<li>Achten Sie darauf, dass Sie keine kurze oder enge Kleidung tragen.</li>
<li>Je nach Gemeinde wird darauf bestanden, dass auch nichtmuslimische Frauen ihren Kopf bedecken.</li>
<li>Verhalten Sie sich im Allgemeinen ruhig und reden Sie nicht laut, besonders wenn der Gebetsruf (<em>Azan</em>) ertönt oder das Gebet verrichtet wird.</li>
</ul>
<h4>Speisevorschriften</h4>
<ul>
<li>Servieren Sie kein Schweinefleisch und keinen Alkohol; auch keine Speisen oder Süßigkeiten, die Alkohol enthalten.</li>
<li>Viele Muslime essen nur nach islamischem Ritus geschächtetes Fleisch (<em>Halal</em>).</li>
<li>Viele Muslime sehen auch davon ab, Produkte mit tierischen Fetten und Gelatine zu essen, wie <abbr>z.B.</abbr> Gummibärchen.</li>
<li>Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie nichts falsch machen, dann bieten Sie ihren muslimischen Gästen Fisch oder vegetarische Speisen an.</li>
</ul>
<h4>Der Islam kennt zwei große Feste</h4>
<ul>
<li><strong>Opferfest</strong> ( im Rahmen der Pilgerfahrtszeit nach Mekka).</li>
<li><strong>Fest des Fastenbrechens</strong> (nach dem Fastenmonat Ramadan).<br />
In der Regel freuen sich Muslime, wenn Ihnen von Andersgläubigen zu diesen Anlässen gratuliert wird. Wenn Sie Muslimen ein &#8220;<em>frohes und gesegnetes Fest</em>&#8221; wünschen, dann können Sie eigentlich nicht viel falsch machen.</li>
<li>In islamischen Kulturkreisen nimmt die Gastfreundschaft einen enormen Stellenwert ein. Das macht sich besonders an den Festtagen bemerkbar. Scheuen Sie sich daher nicht, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, sofern Sie eingeladen sind.</li>
</ul>
<h4>Alltag</h4>
<ul>
<li>Bei vielen Muslimen ist es nicht üblich, dass sich Frauen und Männer, die einander fremd sind, die Hand geben oder sich umarmen. Achten Sie vor allem bei Kopftuchtragenden Frauen darauf. Empfehlenswert hierbei ist, die Muslima oder den Muslim, den Sie begegnen, den ersten Schritt machen zu lassen.</li>
<li>Muslime sind dazu angehalten, fünf Mal am Tag zu beten. Wenn Sie bei Veranstaltungen den Muslimen entgegenkommen möchten, dann stellen Sie Ihnen einen Gebetsraum zur Verfügung und planen Sie die Gebetszeiten ein.</li>
</ul>
<p>Dies ist nur eine kleine Auswahl von Tipps, die Ihnen die Begegnung mit Muslimen erleichtern sollen. Das Ausleben religiöser Praktiken kann sich natürlich von Muslim zu Muslim unterscheiden. Ich bin hierbei hauptsächlich von meiner persönlichen Erfahrung (Beobachtungen und Fragen, die mir oft gestellt werden) ausgegangen. </p>
<h4>Allgemeine Literaturempfehlungen</h4>
<ul>
<li>Halm, Heinz: Der Islam. München 2007.</li>
<li>Bobzin, Hartmut. Der Koran. Eine Einführung. München 2007.</li>
<li>Khoury, Adel Theodor/ Heine, Peter/ Oebbecke, Janbernd: Handbuch Recht und Kultur des Islams in der deutschen Gesellschaft. Gütersloh 2000. (Besonders hilfreich: Teil IV &#8220;Aus der Alltagspraxis&#8221; <abbr>u.a.</abbr> mit Bezug auf Speisevorschriften, Kleiderordnung, Situationen in der Schule und am Arbeitsplatz).</li>
</ul>
<p class="tipp"><em><strong>Hussein Hamdan ist Islam- und Religionswissenschaftler – und bloggt auf &#8220;<a href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/der-islam/" title="Externer Link zu 'chronologs.de/chrono/blog/der-islam/'">Der Islam</a>&#8220;.</strong></em></p>
<p class="tipp">Der Beitrag von Hussein Hamdan eröffnet eine Blog-Mini-Serie, die unsere aktuelle Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://ojm.at/ssgg" title="Interner Link zur Übersichtsseite der Veranstaltungsreihe">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8221; begleiten und ergänzen soll: Jüdische, christliche und muslimischen Autoren wurden gebeten, &#8220;eine Handreichung für interreligiöse Begegnungen aus jüdischer/christlicher/muslimischer Perspektive&#8221; anzufertigen, die, &#8220;quasi als interreligiöser Survival Kit, (&#8230;) Orientierung in der interreligiösen Begegnung verbessern und Unsicherheiten mindern&#8221; kann. Weitere Beiträge folgen in den kommenden Wochen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Religion vor Ort &#8211; Nachlese</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/06/religion-vor-ort-nachlese/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/06/06/religion-vor-ort-nachlese/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 11:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[schalom-salam-grüß-gott]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Museum &#8220;on tour&#8221; &#8211; das erste Mal für ein Museum wie unseres, das ein wenig abseits der Großstadt liegt, in einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Juden mehr gibt, in einer Stadt, die keine muslimische Infrastruktur hat. Am Donnerstag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221; der 2. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Museum &#8220;on tour&#8221; &#8211; das erste Mal für ein Museum wie unseres, das ein wenig abseits der Großstadt liegt, in einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Juden mehr gibt, in einer Stadt, die keine muslimische Infrastruktur hat.</p>
<p>Am Donnerstag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/14/schalom-salam-gruess-gott/" title="Interner Link zum Übersichtsbeitrag vom 14. März 2010">&#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221;</a> der 2. Teil &#8220;Religion vor Ort&#8221; statt, die Exkursion nach Wien, zu Orten gelebter Religiosität, in den Stadttempel, die Ruprechtskirche und die Moschee des Islamischen Zentrums.</p>
<p>Da wir als jüdisches Museum die religiöse &#8220;Blütenlese&#8221; naturgemäß von der jüdischen Tradition und von jüdischem Boden ausgehend betrachten wollen, lag es nahe, auch als erste Station in Wien den Stadttempel zu wählen, die Synagoge in der Seitenstettengasse.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[060610]" title="Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg im 'Wiener Stadttempel'"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/synagogeExGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/synagogeEx.jpg" width="150" height="150" alt="Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg im 'Wiener Stadttempel'" /></a></p>
</div>
<p>Der &#8220;Chef&#8221; persönlich, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, führte uns durch &#8220;seine&#8221; Synagoge, wobei er besonders auch auf die zur Bauzeit (1825/26) geltende Vorschrift, nichtkatholische Gotteshäuser verborgen zu bauen, einging. Nach der Führung ließ er genügend Raum für Fragen der über 40 ExkursionsteilnehmerInnen aus Eisenstadt, Niederösterreich und Wien (Umgebung). Wenn das Programm an diesem Nachmittag &#8211; ganz bewusst &#8211; nicht so dicht gedrängt gewesen wäre, hätten wohl alle noch lange in der Synagoge verweilen wollen, manche der Fragen wären abendfüllend gewesen ;). Am Schluss wies der Oberrabbiner noch auf die in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegene Ruprechtskirche hin, der die Synagoge auch &#8220;verdankt&#8221;, in der sogenannten Reichskristallnacht nicht in Brand gesetzt worden zu sein &#8211; um die Kirche nicht zu gefährden &#8230;</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:450px; height:271px" data="http://www.youtube.com/v/E0-mwx30LSg&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/E0-mwx30LSg&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<p class="centered">Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[060610]" title="Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC führt uns in der Ruprechtskirche"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kircheExGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kircheEx.jpg" width="150" height="150" alt="Sr. Mag.a Ruth Pucher MSC führt uns in der Ruprechtskirche" /></a></p>
</div>
<p>In der ältesten Kirche Wiens erwartete uns <abbr>Sr. Mag.<sup>a</sup></abbr> Ruth Pucher <abbr>MSC</abbr>, die nicht nur auf anschauliche Weise (mit farbigen Bauklötzchen!) die Bauchgeschichte der Kirche skizzierte und uns im beeindruckenden Innenraum der kleinen Kirche führte, sondern auch grundsätzliche theologische Themenstellungen der christlichen Religion &#8211; aus katholischer Perspektive &#8211; ansprach. <abbr>Sr.</abbr> Pucher wies ebenfalls auf die nachbarliche Synagoge hin und darauf, dass sich die Kirchengemeinde ihrer Nähe zur Synagoge auf der einen Seite und der Nähe zum ehemaligen Hauptquartier der Gestapo auf der anderen Seite sehr bewusst ist und daran in einer jährlichen Gedenkfeier immer wieder erinnert. Aber auch drei der modernen Glasfenster von <abbr>St.</abbr> Ruprecht rufen eindrucksvoll zur Besinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums auf.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[060610]" title="Die große Moschee im Islamischen Zentrum, Wien"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/moscheeExGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/moscheeEx.jpg" width="150" height="150" alt="Die große Moschee im Islamischen Zentrum, Wien" /></a></p>
</div>
<p>Mit dem Bus ging es anschließend aus dem Stadtzentrum Wiens hinaus zum Islamischen Zentrum, wo uns <abbr>Mag.</abbr> Aiman Morad ebenfalls sehr freundlich empfing. Nach der Führung durch die beeindruckende große Moschee hatten wir die Möglichkeit zum Gespräch mit Herrn Morad in der schönen Bibliothek des Zentrums. Dabei gab er uns eine kurze Einführung in den Islam und beantwortete dann offen und geduldig alle Fragen. Die Themen reichten von der Rolle der biblischen Propheten im Islam, dem muslimischen Verständnis des Eingottglaubens und den fünf Säulen des Islam bis hin zu tagesaktuellen und sehr praktischen Problemen und Fragestellungen. Ein nicht eingeplanter kleiner Höhepunkt für uns alle war sicher der gegen Schluss auf einmal zu hörende und mit einer ausgesprochen schönen Stimme ausgeführte Ruf zum Gebet &#8230;</p>
<p>Wir haben in nicht einmal 4 Stunden (exklusive Hin- und Rückfahrt Eisenstadt) unmittelbar hintereinander 3 Gotteshäuser der drei monotheistischen Religionen erlebt, die Eindrücke waren viele und tief.</p>
<p>Ganz herzlichen Dank noch einmal von hier aus an alle Referenten/Referentinnen für die freundliche Aufnahme und danke an alle TeilnehmerInnen, die unser Angebot angenommen und den intensiven Nachmittag so geduldig mitgemacht und mitgestaltet haben.</p>
<p>Vor der Heimfahrt nach Eisenstadt baten wir zwei TeilnehmerInnen noch um ein kurzes Interview (Stegreif):</p>
<p><em>Wir bitten um Entschuldigung für die anfangs schlechte Tonqualität des Videos. Nach vielen Tagen Dauerregen hatten wir den ganzen Nachmittag Glück mit dem Wetter, just beim Interview setzte dann aber leider doch starker Wind und Regen ein.</em></p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:450px; height:271px" data="http://www.youtube.com/v/BMoZAi9LP84&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BMoZAi9LP84&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<p class="centered">Elisabeth Penzias, Wien, und <abbr>Mag.</abbr> Bernhard Dobrowsky, Eisenstadt</p>
<p class="tipp"> <strong>Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221;: Eisenstadt x 3 &#8211; Ein interreligiöser Stadtspaziergang, am 29. August:</strong></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[130410]" title="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssggGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssgg.jpg" width="150" height="150" alt="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)" /></a></p>
</div>
<p>Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt – mit Besuch des Martinsdoms und der evangelischen Auferstehungskirche sowie einem Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof und Synagoge.<br />
Was: Stadtrundgang mit Besichtigungen<br />
Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr<br />
Wo: Eisenstadt<br />
Führung &#038; Eintritte frei, Anmeldung erbeten, aber nicht notwendig<br />
In Bälde hier mehr Informationen!<br />
<br class="clear" /><br />
Mehr Informationen finden Sie auf der Überblicksseite der Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/14/schalom-salam-gruess-gott/" title="Interner Link zum gleichnamigen Beitrag im Blog">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8220;.</p>
<p>Anmeldungen:</p>
<ul>
<li>über unsere <a href="http://www.facebook.com/ojmEisenstadt?v=app_2344061033" title="Externer Link zu 'facebook.com/ojmEisenstadt ...">Facebook-Seite (Veranstaltungen)</a></li>
<li>per <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>: <a href="mailto:ssgg@ojm.at">ssgg@ojm.at</a></li>
<li>telefonisch: +43 (0)2682 65145 </li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Chassidische Geburtshilfe</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/06/01/chassidische-geburtshilfe/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 08:48:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Geburt meiner zweiten Tochter im März 1988, noch im Spital, ist mir etwas recht Kurioses passiert: Als ich so durch die Abteilung wanderte, weil mir fad war (ich fühlte mich gesund und munter und Rooming-in gab es noch nicht), traf ich in der Abteilung für High risk-Schwangerschaften eine schon nicht mehr junge orthodox-jüdische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Geburt meiner zweiten Tochter im März 1988, noch im Spital, ist mir etwas recht Kurioses passiert: </p>
<p>Als ich so durch die Abteilung wanderte, weil mir fad war (ich fühlte mich gesund und munter und <span lang="en" xml:lang="en">Rooming-in</span> gab es noch nicht), traf ich in der Abteilung für <span lang="en" xml:lang="en">High risk</span>-Schwangerschaften eine schon nicht mehr junge orthodox-jüdische Frau von niedriger Statur, aber umso größerer Korpulenz. Diese Dame hatte bereits etliche Kinder, das jüngste davon schon 15 Jahre alt &#8211; und da war sie plötzlich noch einmal schwanger geworden! Die Schwangerschaft verlief aber nicht glatt: Übergewicht, überhöhte Blutzuckerwerte und hoher Blutdruck ließen eine Schwangerschaftsvergiftung befürchten. Noch dazu war der Geburtstermin bereits überschritten. Eine versuchte Einleitung der Geburt mittels Hormonen erbrachte nicht den gewünschten Erfolg. Ein paar schwache Wehen, und aus wars wieder. Klarer Fall: man wird einen Kaiserschnitt machen müssen. </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[010610]" title="Rabbi Avraham Mordechai Alter, http://en.wikipedia.org/wiki/Ger_%28Hasidic_dynasty%29"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/alterGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/alter.jpg" width="150" height="150" alt="Rabbi Avraham Mordechai Alter, http://en.wikipedia.org/wiki/Ger_%28Hasidic_dynasty%29" /></a></p>
</div>
<p>Am nächsten Tag tritt dieselbe Dame an mich heran, diesmal im Wartezimmer, zusammen mit ihrem Mann, einem Gerer Chassid <a href="#f1" title="Fu&szlig;note 1: Traditionstreue Juden schreiben im Sinne des Dekalogs ...">[1]</a> <span class="sali">.</span> <a id="fn1" name="fn1"></a> wie aus dem Bilderbuch: schwarzer, oben runder Hut, Kaftan, &#8220;Hosensocken&#8221; (<abbr>d. h.</abbr> die Hosenbeine in die Socken gestopft). Diesmal hat sie eine Bitte: der Gerer Rebbe <a href="#f2" title="Fu&szlig;note 2: Traditionstreue Juden schreiben im Sinne des Dekalogs ...">[2]</a> <span class="sali">.</span> <a id="fn2" name="fn2"></a> hat ihr gesagt, eine fromme Frau solle ihr die Hände auf den Bauch legen und Psalm 19 rezitieren (ob ein- oder mehrmals, kann ich mich nicht mehr erinnern) – dann wird es mit der Geburt schon klappen und kein Kaiserschnitt nötig sein. Sie hat also <em>mich</em> für diese Aufgabe erkoren. Ausgerechnet. Na ja, versuchen wirs halt! Ich platziere also meine Hände auf ihrem Bauch und bitte ihren Mann, mir ein Gebetbuch mit dem erwähnten Psalm offenzuhalten. Diesen Psalm kenne ich zwar mehr oder weniger auswendig, aber ich verlasse mich bei einer so wichtigen Zeremonie lieber nicht auf mein Gedächtnis.</p>
<blockquote><p>Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.<br />
Ein Tag sagt es dem andern, eine nacht tut es der anderen kund,<br />
ohne Worte und Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme.<br />
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.<br />
Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;<br />
sie frohlockt wie ein Held und läuft ihre Bahn.<br />
Am einen Ende des Himmels geht sie auf und läuft bis ans andere Ende,<br />
nichts kann sich vor iherer Glut verbergen.</p>
<p>Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen, was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, Herr, mein Fels und mein Erlöser.
</p></blockquote>
<p>So, fertig! Das Gebetbuch wird zugeklappt, die Besuchszeit ist zu Ende, alle Frauen gehen in ihre Zimmer. Was aus meinem &#8220;Opfer&#8221; wird, weiß ich nicht, weil ich am Tag darauf vormittags schon aus dem Spital entlassen werde. </p>
<p>Einige Zeit später habe ich dieselbe Frau wieder getroffen, am Schabbat auf der Rabbi Akiva-Straße, der Hauptstraße von Bnei-Brak. Mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagerl. Da habe ich dann erfahren, dass meine &#8220;Behandlung&#8221; seinerzeit tatsächlich geholfen hat. Kein Kaiserschnitt war nötig, alles ist gut gegangen. Gott und dem Gerer Rebben sei Dank!</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:350px; height:281px" data="http://www.youtube.com/v/8T2s4XKK6JY&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/8T2s4XKK6JY&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<p class="centered">Gerer Chassidim</p>
<p><a id="f1" name="f1"></a>[1] Anhänger der Gruppe der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ger_%28Hasidic_dynasty%29" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org ...'">Gerer Chassidim</a>, eine der größten chassidischen Gruppen überhaupt und die größte und politisch einflußreichste in Israel..Der Name &#8220;Ger&#8221;, auf hebräisch &#8220;Gur&#8221;, kommt vom Namen der polnischen Stadt Gora Kalwaria, 25 km von Warschau, von wo die Gruppe ursprünglich stammt.<br />
[<a href="#fn1" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (1)</a>]<span class="sali">.</span></p>
<p><a id="f2" name="f2"></a>[2] Der damalige Anführer der chassidischen Gruppe Rabbi Simcha Bunem Alter, gest. 1992.<br />
[<a href="#fn2" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (2)</a>]<span class="sali">.</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die 10 Gebote II</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/26/die-10-gebote-ii/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 08:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[schawuot]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Schwierigkeit, bis 10 zu zählen Judentum und Christentum sind, wie im ersten Teil dieses Beitrags erläutert, uneins in der Zählung der 10 Gebote. In der bildlichen Darstellung der Gebotstafeln setzt sich die jüdisch-christliche Differenz im Umgang mit dem Zehnwort fort: Während in jüdischer Darstellung die Gebote 1 bis 5 auf der ersten Tafel, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Über die Schwierigkeit, bis 10 zu zählen</h3>
<p>Judentum und Christentum sind, wie im <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/19/die-10-gebote-i/" title="Interner Link zu 'Die 10 Gebote I'">ersten Teil dieses Beitrags</a> erläutert, uneins in der Zählung der 10 Gebote.</p>
<p>In der bildlichen Darstellung der Gebotstafeln setzt sich die jüdisch-christliche Differenz im Umgang mit dem Zehnwort fort: Während in jüdischer Darstellung die Gebote 1 bis 5 auf der ersten Tafel, die Gebote 6 bis 10 auf der zweiten Tafel zu stehen kommen, finden sich in christlicher <abbr>bzw.</abbr> katholischer und lutherischer Darstellung auf der ersten Tafel die Gebote 1 bis 3 (nach jüdischer Zählung sind dies die Gebote 2 bis 4, also: Fremdgötter-/Bilderverbot, Verbot des Missbrauchs des göttlichen Namens und Schabbatgebot), auf der zweiten Tafel die Gebote 4 bis 10 (nach jüdischer Zählung: 5 bis 10; <em><abbr>vgl.</abbr> Köckert 2007. S. 26-35</em>).  </p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[260510]" title="Toraschild, Wertheimersynagoge (5 + 5)" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/toraschildGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/toraschild.jpg" width="300" height="450" alt="Darstellung der 10 Gebote auf den 2 Gesetzestafeln auf einem Toraschild der Wertheimersynagoge" /></a>
</div>
<p class="tipp">Verblüffenderweise nun nehmen Juden und Christen für diese ungleiche Praxis ein gerade übereinstimmendes Erklärungsmuster in Anspruch: </p>
<p>&#8220;[N]ach allgemeine[r] Auffassung&#8221;, so erläutert Schalom Ben-Chorin im Blick auf die jüdische Anordnung der Gebote, &#8220;[regeln] die ersten fünf Gebote die Beziehung des Menschen zu Gott (&#8230;)&#8221;, die Gebote 6 bis 10 betreffen &#8220;die Beziehungen zwischen dem Menschen und seinem Nebenmenschen&#8221; <em>(Die Tafeln des Bundes. Tübingen: Mohr 1979. <abbr>S.</abbr> 34)</em>. Das Christentum weist ganz analog die Gebote der ersten Tafel, <abbr>d.h.</abbr> die Gebote 1 bis 3 nach katholischer <abbr>bzw.</abbr> lutherischer Zählung, dem &#8220;Verhältnis zu Gott&#8221; zu, die Gebote der zweiten Tafel dem &#8220;Verhältnis zum Mitmenschen&#8221; (so der christliche Theologe <em><abbr>H. G.</abbr> Pöhlmann: Pöhlmann/Stern 2000. <abbr>S.</abbr> 19</em>).</p>
<p>Diese Bestimmung der Gebote der ersten Tafel als das Verhältnis von Mensch und Gott betreffend ist unmittelbar einsichtig für die Gebote 2 bis 4 der jüdischen bzw. 1 bis 3 der christlichen (katholischen und lutherischen) Zählung, also für das Fremdgötter- und Bilderverbot, das Verbot des Missbrauchs des göttlichen Namens und das Schabbatgebot, die von jüdischer und christlicher Seite übereinstimmend auf der ersten Tafel gelistet werden, außerdem auch für die Selbstvorstellung Gottes, also das erste Gebot nach jüdischer Zählung (das in der katholischen und lutherischen Zählung ausfällt).</p>
<p>Erklärungsbedürftig ist allenfalls, warum nach jüdischer Anordnung auch noch das Gebot der Eltern-Ehrung auf der ersten Tafel zu stehen kommt, wogegen es nach katholischer und lutherischer Anordnung auf die zweite Tafel verwiesen wird. &#8220;Für uns Juden&#8221;, so erklärt Rabbiner Marc Stern, &#8220;ist das Elterngebot ein Gebot, das sich auf Gott bezieht, denn Gott ist bei der Zeugung eines Kindes dabei, und wenn ein Kind geboren wird, ist er der dritte Partner neben Vater und Mutter&#8221; <em>(Pöhlmann/Stern 2000. <abbr>S.</abbr> 19)</em>; Schalom Ben-Chorin ergänzt: Die Eltern stünden für das unmündige Kind &#8220;an Stelle Gottes&#8221;, freilich: nur sofern sie dem Kind tatsächlich „Gottes Wort und Wille (…) vermitteln“ <em>(Ben-Chorin 1979. <abbr>S.</abbr> 97<abbr>ff.</abbr>)</em> &#8211; entsprechend eben kommt das Gebot der Eltern-Ehrung, als fünftes Gebot nach der Selbstvorstellung Gottes, dem Fremdgötter-/Bilderverbot, dem Missbrauchsverbot und dem Schabbatgebot, auf der ersten Tafel zu stehen, die der Gottesbeziehung gewidmet ist. Christlicherseits wird dagegen das Gebot der Eltern-Ehrung dem zwischenmenschlichen Bereich zugerechnet <em>(vgl. Pöhlmann/Stern 2000. <abbr>S.</abbr> 19)</em> &#8211; und hat seinen Ort entsprechend auf der zweiten Gebotstafel, wogegen sich die erste Tafel eben auf die drei Gebote der Gottesbeziehung: Fremdgötter-/Bilderverbot, Missbrauchsverbot und Schabbatgebot, beschränkt.</p>
<p class="centered"><strong>Kurz also: 5 + 5 = 10 = 3 + 7</strong>.</p>
<p class="tipp"><em>In der vergangenen Woche, am 19./20. Mai <abbr>bzw.</abbr> am 6./7. Siwan, wurde Schawuot, das Wochenfest, gefeiert, das <abbr>u.a.</abbr> die Gabe des Zehnworts bzw. der Tora an das Volk Israel zum Inhalt hat. Als (verspätete)Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir <a href="http://buecher.hagalil.com/sonstiges/kochen.htm" title="Externer Link zu 'buecher.hagalil.com...'">schawuot-typischen Topfenkuchen</a> &#8230;;)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die 10 Gebote I</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/19/die-10-gebote-i/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/05/19/die-10-gebote-i/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 May 2010 08:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[schawuot]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Schwierigkeit, bis 10 zu zählen 5 + 5 = 10 = 3 + 7 &#8211; was hier als mathematische Gleichung daherkommt, ist tatsächlich die Kurzfassung einer religiösen Meinungsverschiedenheit, auf die uns aufmerksame Museums- bzw. Synagogenbesucher regelmäßig hinweisen: Judentum und Christentum sind uneins in der Anordnung der Zehn Gebote, hebräisch &#8220;Aseret ha-Diwrot&#8221;, &#8220;die zehn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Über die Schwierigkeit, bis 10 zu zählen</h3>
<p><strong>5 + 5 = 10 = 3 + 7</strong> &#8211; was hier als mathematische Gleichung daherkommt, ist tatsächlich die Kurzfassung einer religiösen Meinungsverschiedenheit, auf die uns aufmerksame Museums- <abbr>bzw.</abbr> Synagogenbesucher regelmäßig hinweisen: Judentum und Christentum sind uneins in der Anordnung der Zehn Gebote, hebräisch &#8220;Aseret ha-Diwrot&#8221;, &#8220;die zehn Worte&#8221;, die nach biblischer Auskunft Israel am Sinai auf zwei Tafeln übergeben wurden (und die übrigens in der Tora zweifach überliefert sind: in 2. Mose 20 sowie in 5. Mose 5). Während sich nämlich das Zehnwort in jüdischen Darstellungen, <abbr>z.B.</abbr> auf dem Toraschrein unserer Synagoge, gleichmäßig auf die beiden Gebotstafeln verteilt: 5 Gebote auf der ersten, 5 Gebote auf der zweiten Tafel, listen christliche (<abbr>bzw.</abbr> genauer: katholische und lutherische) Darstellungen auf der ersten Tafel 3, auf der zweiten 7 Gebote.</p>
<div id="mittig2d">
<ul id="bildchen">
<li><a rel="lightbox[190510]" title="Gebotstafeln - christliche (katholische) Anordnung; Hochaltar der Malteserkirche, Wien (Detail)" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/geboteCGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/geboteC.jpg" width="250" height="411" alt="Gebotstafeln - christliche (katholische) Anordnung; Hochaltar der Malteserkirche, Wien (Detail)<br />
" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[190510]" title="Gebotstafeln - jüdische Anordnung; Toraschrein der Wertheimersynagoge, Eisenstadt (Detail)" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/geboteJGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/geboteJ.jpg" width="250" height="261" alt="Gebotstafeln - jüdische Anordnung; Toraschrein der Wertheimersynagoge, Eisenstadt (Detail)" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Um diese Differenz in der Gebotsverteilung aufzuklären, müssen wir uns in einem ersten Schritt der einigermaßen verwickelten Frage der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote#Einteilung_und_Z.C3.A4hlung" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Gebotszählung</a> zuwenden.</p>
<p>Hier zunächst der Text des Zehnworts samt der jüdischerseits üblichen Gebotszählung:</p>
<blockquote><p><strong>[1. Gebot:]</strong> Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.</p>
<p><strong>[2. Gebot:]</strong> Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.<br />
Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld. </p>
<p><strong>[3. Gebot:]</strong> Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.</p>
<p><strong>[4. Gebot:]</strong> Gedenke des Sabbats, dass du ihn heiligst! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn geheiligt.</p>
<p><strong>[5. Gebot:]</strong> Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.</p>
<p><strong>[6. Gebot:]</strong> Du sollst nicht töten.</p>
<p><strong>[7. Gebot:]</strong> Du sollst nicht die Ehe brechen.</p>
<p><strong>[8. Gebot:]</strong> Du sollst nicht stehlen.</p>
<p><strong>[9. Gebot:]</strong> Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.</p>
<p><strong>[10. Gebot:]</strong> Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.
</p></blockquote>
<p>2. Mose 20, 2-17 (der Text folgt, mit einigen an Rabbiner Marc Stern orientierten Abweichungen, der <a href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/ex20.html" title="Externer Link zu 'uibk.ac.at...'">Einheitsübersetzung</a>; nach Marc Stern wurde auch die Gebotszählung ergänzt: Horst Georg Pöhlmann/Marc Stern: Die Zehn Gebote im jüdisch-christlichen Dialog. Frankfurt <abbr>a.M.</abbr>: Otto Lembeck 2000. <abbr>S.</abbr> 18<abbr>f.</abbr>)</p>
<p>Das Christentum nun hat, zusammen mit der gesamten hebräischen Bibel, auch das Zehnwort übernommen, geht allerdings, was die Gliederung anlangt, eigene Wege &#8211; wobei inner-christlich wiederum konfessionelle Differenzen in der Zählung der Gebote auftreten.</p>
<blockquote><p>Man kann eben auf sehr verschiedene Weise bis zehn zählen,</p></blockquote>
<p> erklärt lapidar der Berliner Alttestamentler Matthias Köckert &#8211; und unterscheidet im Ganzen drei Grundtypen der Gebotszählung: </p>
<blockquote><p>Man reduziert am Anfang, indem man (a) entweder Fremdgötter- und Bilderverbot zusammenzieht oder (b) die Selbstvorstellung Gottes als Präambel aus der Zählung herausnimmt oder (c) das Bilderverbot als bereits im Fremdgötterverbot enthalten streicht. Je nachdem muss man am Ende die Verbote des Begehrens in ein einziges zusammenziehen oder auf zwei verteilen</p></blockquote>
<p><cite>Die Zehn Gebote. München: <abbr>C.H.</abbr> Beck 2007. <abbr>S.</abbr> 27<abbr>f.</abbr> </cite></p>
<p>Heißt vereinfacht gesagt: Wer am Anfang einspart, hat zum Ende hin noch Reserven.</p>
<p>Diesem Prinzip folgen sowohl der Katholizismus wie die lutherischen Kirchen, wenn sie die Selbstvorstellung Gottes als 1. Gebot eliminieren, womit das Fremdgötter- und Bilderverbot an die erste Stelle aufrückt (bei Luther: nur das Fremdgötterverbot); diese Einsparung erlaubt es, an späterer Stelle ein weiteres Gebot einzuführen, das durch Aufspaltung des 10. Gebots (nach jüdischer Zählung) gewonnen wird: Das Verlangen &#8220;nach der Frau deines Nächsten&#8221; wird nach katholischer und lutherischer Zählung im 9. Gebot verhandelt, das Verlangen nach dessen Besitz im 10. Anders wiederum verfahren die reformierten und orthodoxen Kirchen, die nämlich das 2. Gebot der jüdischen Zählung aufspalten und das Fremdgötterverbot als 1. Gebot, das Bilderverbot als 2. Gebot auffassen, im Weiteren aber der jüdischen Zählung folgen (<abbr>vgl.</abbr> eben Köckert 2007. <abbr>S.</abbr> 28-35). </p>
<p>Wie sich die jüdisch-christliche Differenz im Umgang mit dem Zehnwort in der bildlichen Darstellung der Gebotstafeln fortsetzt, lesen Sie im &#8211; nach Schawuot erscheinenden &#8211; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/26/die-10-gebote-ii/" title="Interner Link zu 'Die 10 Gebote I'">zweiten Teil dieses Beitrags</a>.</p>
<p class="tipp"><em>Am 19./20. Mai <abbr>bzw.</abbr> am 6./7. Siwan wird Schawuot, das Wochenfest, gefeiert, das <abbr>u.a.</abbr> die Gabe des Zehnworts <abbr>bzw.</abbr> der Tora an das Volk Israel zum Inhalt hat. Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die <a href="http://www.talmud.de/cms/Schawuot.174.0.html" title="Externer Link zu 'talmud.de...'">Einführung zu Schawuot von Michael Rosenkranz</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Turmbau zu Babel</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/16/bild-der-woche-turmbau-zu-babel/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/05/16/bild-der-woche-turmbau-zu-babel/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 11:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von Peter Brueghel? Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;, wie wir sie etwa in der aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden spanischen Pesach-Haggada, der &#8220;Goldenen Haggada&#8221;, finden (London, British Library, Add 27210, fol. 3r): Die Illustration ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Turmbau_zu_Babel_(Bruegel)" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Peter Brueghel</a>?</p>
<p>Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;, wie wir sie etwa in der aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden spanischen <a href="http://www.ojm.at/lexikon/p/#pes" title="Interner Link zum Lexikoneintrag 'Pesach' auf unserer statischen Website">Pesach</a>-Haggada, der &#8220;Goldenen Haggada&#8221;, finden (London, <span lang="en" xml:lang="en">British Library</span>, <abbr>Add</abbr> 27210, <abbr>fol.</abbr> 3<abbr>r</abbr>):</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/babylonGR.jpg" width="550" height="625" alt="Turmbau zu Babel, Goldene Haggada" class="centered" /></p>
<p>Die Illustration ist unterschrieben mit &#8220;Generation der Sprachenverwirrung&#8221;.<br />
Rund um den babylonischen Turm geht es ziemlich blutrünstig zu: Außer einem Mann, der im Begriff ist, mit Hilfe eines Flaschenzugs einen Eimer in die Höhe zu ziehen, sind alle anderen Personen nicht mit dem Turmbau beschäftigt, sondern nur damit, einander umzubringen:<br />
Dem Baumeister (links im Bild) werden Steine auf den Kopf geworfen, er selbst hält einen Stein, bereit zum Wurf, in der Hand, andere bekämpfen einander mit Messern &#8230; Dieser Streit aller gegen alle ist das entscheidende Element der rabbinischen Deutung der Bibelstelle in 1 Mose 11,7:  </p>
<blockquote><p>Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
</p></blockquote>
<p>Wenn nämlich das hebräische Wort <span class="hebr" dir="rtl">נבלה</span> &#8220;navla&#8221; (&#8220;wir wollen verwirren&#8221;) anders vokalisiert wird, erhalten wir das Wort  &#8220;nevela&#8221; (&#8220;Leiche/Leichnam&#8221;).<br />
So heißt es auch etwa im Midrasch Genesis Rabba <abbr>p</abbr> 38,10:</p>
<blockquote><p>Es sagte Rabbi Abba bar Kahana: &#8216;Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.&#8217; Einer sagte zu seinem Nächsten &#8216;Bring mir eine Axt, er aber brachte ihm eine Schaufel.&#8217; Da schlug er ihn und verletzte ihn am Gehirn. Das ist, was geschrieben steht: &#8216;Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.&#8217;</p></blockquote>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		<item>
		<title>Der Blauglockenbaum</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/05/09/der-blauglockenbaum/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 12:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die mit Abstand von Besucherinnen/Besuchern am häufigsten gestellte Frage in unserem Museum ist &#8211; und das mag überraschen &#8211; keine zur jüdischen Religion oder zur jüdischen Geschichte, sondern, um welchen Baum es sich im Hof des Wertheimerhauses handelt! Denn dieser viereckige Hof wird tatsächlich von einem wahrlich beeindruckenden Baum dominiert: einer Paulownia (Paulownia tomentosa oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[090510]" title="Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia01.jpg" width="150" height="150" alt="Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" /></a></p>
</div>
<p>Die mit Abstand von Besucherinnen/Besuchern am häufigsten gestellte Frage in unserem Museum ist &#8211; und das mag überraschen &#8211; keine zur jüdischen Religion oder zur jüdischen Geschichte, sondern, um welchen Baum es sich im Hof des Wertheimerhauses handelt!</p>
<p>Denn dieser viereckige Hof wird tatsächlich von einem wahrlich beeindruckenden Baum dominiert: einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paulownien" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Paulownien'">Paulownia</a> (Paulownia tomentosa oder Blauglockenbaum). </p>
<p>Und da sehr oft nach dem Baum gefragt wird (freilich gibt es auch genügend botanisch sattelfeste BesucherInnen, die nicht fragen, sondern den Anblick nur genießen), sind wir mittlerweile nicht um einigermaßen erschöpfende Antworten verlegen &#8230; Antworten, die wir Ihnen nun auch hier im Blog nicht vorenthalten wollen ;)</p>
<p>Auch der Zeitpunkt für diesen Blogbeitrag ist bewusst gewählt, denn der Blauglockenbaum blüht in seiner ganzen Pracht nur wenige Tage Ende April/Anfang Mai.</p>
<div id="mittig3a">
<ul id="bildchen4">
<li><a rel="lightbox[090510]" title="Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia02.jpg" width="150" height="150" alt="Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[090510]" title="Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia03.jpg" width="150" height="150" alt="Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[090510]" title="Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/paulownia04.jpg" width="150" height="150" alt="Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Der Blauglockenbaum ist in seinem lateinischen Namen nach der russischen Zarentochter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Pawlowna" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Anna_Pawlowna'">Anna Pawlowna</a> (1795 &#8211; 1865) benannt. </p>
<p>Damit wären auch schon die notwendigsten Informationen zum Baum gegeben, denen ein  Facebookeintrag oder Bild-der-Woche-Beitrag gerecht werden würde – wenn mit der Namensnennung von Anna Pawlowna nicht doch auch einige Assoziationen verknüpft wären, die sich aufdrängen und im Blog eines jüdischen Museums durchaus ihren Platz finden dürfen:</p>
<h3>Anna Pawlowna und die Geschichte der Juden im Russischen Reich</h3>
<p>Denn Anna Pawlowna, Tochter des russischen Zaren Paul I., war die Schwester der Zaren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._%28Russland%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._%28Russland%29'">Alexander I.</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_I._%28Russland%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_I._%28Russland%29'">Nikolaus I.</a> von Russland. Gleich nach der Thronbesteigung Alexanders I. wurde eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit der Frage der Stellung der Juden beschäftigte und 1804 zum ersten &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Russland" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Russland'">Jüdischen Statut</a>&#8221; führte. Ein Statut, das  Maßnahmen zur &#8220;Verbesserung&#8221; der Juden vorsah mit dem erklärten Ziel, die Einwohner des Reiches vor den &#8220;nachteiligen&#8221; Aktivitäten der Juden zu schützen. Hatte Zar Alexander I. als probatestes Mittel, die Juden in die Gesellschaft zu integrieren, ihre Bekehrung zum Christentum gesehen, bildete die Regierungszeit seines Bruders und Nachfolgers Nikolaus I. eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des russischen Judentums. Der entschlossene und hartnäckige Widerstand der Juden jedoch ließ die seit 1840 bestehende &#8220;Kommission für die Juden&#8221; zur Einsicht gelangen, dass keine der drastisch verschärften &#8220;Verbesserungsmaßnahmen&#8221; (Erziehung durch staatlichen Zwang, Besteuerung der traditionellen Tracht <abbr>usw.</abbr>) ihr Ziel erreicht hatte. </p>
<h3>Ein russischer Jüngling in Wiener Neustadt</h3>
<p>Erst vor wenigen Wochen wurde ich zufällig in die erwähnte Zeit gleichsam zurückversetzt, und zwar durch einen (zumindest für mich) ausgesprochen bemerkenswerten Grabstein auf dem jüdischen <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/18/bild-der-woche-aussendienst/" title="Interner Link zum Beitrag 'Außendienst' vom 18. Oktober 2009" >Friedhof in Wiener Neustadt</a>:</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[090510]" title="Grabstein von Jakob Berlin, 1908, jüdischer Friedhof Wiener Neustadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/berlinGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/berlin.jpg" width="250" height="395" alt="Grabstein von Jakob Berlin, 1908, jüdischer Friedhof Wiener Neustadt" /></a>
</div>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p>H(ier liegt) g(eborgen) <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:] </strong></p>
<p>der frisch Verheiratete, Edle und Untadelige.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:] </strong></p>
<p>Er verbrachte Nächte wie Tage<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:] </strong></p>
<p>über den Worten der Weisen,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>Jakob Berlin,<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>Nachkomme der Geonim aus Wolozyn.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>Im Alter von 21 Jahren ging er zur ewigen Ruhe ein.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>8. Zeile: </strong></p>
<p>Seine Eltern in Dwinsk ließ er in Trauer zurück.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>9. Zeile: </strong></p>
<p>Am 4. Cheschwan 669 (= Donnerstag, 29. Oktober 1908).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">פ&#8221;נ</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">הא ברך היקר והתמים,</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">שם לילות כימים,</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">על דברי חכמים,</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">יעקב ברלין,</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">נכד הגאונים מוואלאזין,</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בן כ&#8221;א שנה הלך למנוחות.</span></p>
<p><strong>8. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">את הוריו בדווינסק עזב לאנחות</span></p>
<p><strong>9. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ד&#8221; חשון שנת ת&#8221;ר&#8221;ס&#8221;ט.&#8221;</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p><strong>2. Zeile</strong>:<br />
Siehe Kommentar von <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/09/der-blauglockenbaum/#comment-338" title="Interner Link zu den Kommentaren">Yoav unten</a>.</p>
<p><strong>3. Zeile</strong>:<br />
<abbr>Vgl.</abbr> (babylonischer Talmud) Moed Qatan 25b (נשים/משים לילות כימים).</p>
<p><strong>6. Zeile</strong>:<br />
Gaon, Plural: Geonim; Titel, der sich in den Lehrakademien im babylonischen Exil (586/7-539 <abbr>v.d.Z.</abbr>) entwickelte und zwischen 589 <abbr>n.d.Z.</abbr> und 1034 der Amtstitel des Leiters einer hohen rabbinischen Schule war. Insbesondere im Umfeld des Rabbi Elia von Wilna (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gaon_von_Wilna" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Gaon_von_Wilna'">Gaon von Wilna</a>, 1720-1797) wird der Titel auch noch später für besondere Gelehrte verwendet.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[090510]" title="Die berühmte Jeschiva von Volozhin"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/Volozhin_yeshivaGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/Volozhin_yeshiva.jpg" width="150" height="150" alt="Jeschiva von Volozhin, Foto: Wikipedia" /></a>
</p>
<p class="center">Jeschiva von Volozhin<br />
Foto: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Volozhin_yeshiva.jpg" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org/wiki/File:Volozhin_yeshiva.jpg'">Wikipedia</a></p>
</div>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Valozhyn" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org/wiki/Valozhyn'">Valozhin</a> (Volozhin), Wolozyn (polnisch), Stadt in Weißrussland, 75 km nordwestlich von Minsk. Berühmtheit erlangte vor allem die Jeschiva, also die traditionelle jüdische Schule von Volozhin, die 1803 von Rabbi Chaim ben Isaac Volozhin (1749 &#8211; 1821), einem Schüler des Gaon von Vilna, gegründet wurde. 1854 übernahm <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Naftali_Zvi_Yehuda_Berlin" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org/wiki/Naftali_Zvi_Yehuda_Berlin'">Naftali Zvi Jehuda Berlin</a> die Leitung der Jeschiva und schloss selbige im Jahr 1892. Mütterlicherseits ist Naftali Berlin ein direkter Nachfahre des ersten Rabbiners von Eisenstadt, <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/08/31/hebraeischkurs-2009/#rm" title="Interner Link zum Beitrag 'Hebräischkurs 2009'">Rabbi Meir Eisenstadt</a> (A&#8221;SCH; gestorben 1744).</p>
<p>Der in Wiener Neustadt begrabene Jakob Berlin ist zwar offensichtlich ein sehr naher Verwandter von Naftali Zvi Jehuda Berlin, trotzdem konnte eine direkte Verwandtschaft leider nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich ist Jakob der Sohn oder Enkelsohn eines Bruders von Naftali Zvi Jehuda Berlin.</p>
<p><strong>8. Zeile</strong>:<br />
<a href="http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=540&#038;letter=D" title="Externer Link zu 'jewishencyclopedia.com...'">Dvinsk</a>, im jüdischen Kontext manchmal auch &#8220;Dawinsk&#8221;, heutiges Daugavpils, die zweitgrößte Stadt Lettlands, etwa 230 km südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga. Dvinsk war der Name der Stadt in der Zeit von 1893 &#8211; 1920, als sie Teil des Russischen Reiches war. Auf Deutsch ist die Stadt unter dem historischen Namen &#8220;Dünaburg/Dinaburg&#8221; bekannt. In der Stadt leben heute knapp 500 Juden. </p>
<p>In Dvinsk konnte kein Familienangehöriger der Berlins gefunden werden. Zudem ist noch fraglich, ob das hebräische Wort הורים (oben übersetzt mit &#8220;Eltern&#8221;) wie meist im engsten Sinn des Wortes, nämlich als leibliche Eltern, oder im weiteren Sinn verstanden wird und etwa seine Toralehrer <abbr>o.Ä.</abbr> meint.</p>
<p class="tipp"><span lang="lt" xml:lang="lt">P.S.</span>: Sehe grad, dass es mir offensichtlich nicht möglich ist, einen Beitrag zu schreiben ohne zumindest 1 Grabstein zu erwähnen ;)</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir schon jetzt das Buch &#8220;Das jüdische Wiener Neustadt&#8221; von <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine vom 22. November 2009'">Werner Sulzgruber</a>, das im September 2010 erscheinen wird! Ich freue mich sehr, dass ich dazu die Transkriptionen/Übersetzungen der hebräischen Grabinschriften beisteuern durfte. Wir werden natürlich berichten &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>WER glaubt WAS &#8211; Nachlese</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/04/20/wer-glaubt-was-nachlese/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 07:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[schalom-salam-grüß-gott]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag fand bei uns im Museum die Eröffnungs-Matinee &#8220;WER glaubt WAS&#8221; unserer Veranstaltungsreihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221; statt. Obwohl wir bei der Terminwahl jüdische, christliche und islamische Feiertage sowie viele Veranstaltungen in unserer Region bedacht hatten, den Wiener City-Marathon und die damit verbundenen Verkehrshindernisse haben wir übersehen. Trotzdem konnten sowohl die Referenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[130410]" title="Knapp vor Beginn - das Auditoirum füllt sich ..."  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wgwGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wgw.jpg" width="150" height="150" alt="Blick ins volle Auditorium, im Bild hinten der Tisch mit den 3 Referenten" /></a></p>
</div>
<p>Am Sonntag fand bei uns im Museum die Eröffnungs-Matinee &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/29/wer-glaubt-was/" title="Interner Link zum Beitrag 'WER glaubt WAS'">WER glaubt WAS</a>&#8221; unserer Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/14/schalom-salam-gruess-gott/" title="Interner Link zum gleichnamigen Beitrag im Blog">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8221; statt. Obwohl wir bei der Terminwahl jüdische, christliche und islamische Feiertage sowie viele Veranstaltungen in unserer Region bedacht hatten, den Wiener City-Marathon und die damit verbundenen Verkehrshindernisse haben wir übersehen. Trotzdem konnten sowohl die Referenten als auch die BesucherInnen aus Wien rechtzeitig eintreffen und die Matinee fast pünktlich beginnen. Etwa 60 Interessierte waren nach Eisenstadt gekommen, unser Birnbaum-Auditorium war voll besetzt.</p>
<p>Die Referenten schafften tatsächlich das schier Unmögliche, oder &#8211; wie es Rabbiner Hofmeister ausdrückte, die Quadratur des Kreises -, nämlich ihre eigene Religion in knapp 20 Minuten vorzustellen, das Selbstverständnis ihrer Religion zu erläutern und auf das Verhältnis zu den jeweils beiden anderen Religionen einzugehen. Das Publikum wiederum nützte die Präsenz der geballten Kompetenz in Person unserer Referenten zu angeregten Diskussionen. Bloß die Schlussrunde geriet ein bisschen zu kurz, aber wir werten es als gutes Zeichen, wenn nach 90 Minuten das Interesse ungebrochen ist ;)</p>
<p>Auch hier nochmals ein herzliches Dankeschön den Referenten und allen BesucherInnen!</p>
<p>Um Sie ein wenig teilhaben zu lassen an unserer Matinee, im Folgenden <del datetime="2010-05-10T11:00:42+00:00">3</del> 2 Videos mit Ausschnitten aus den Impulsreferaten. Am Tisch die Referenten und mein Mitarbeiter Christopher Meiller, der die Veranstaltungsreihe kuratiert und die Matinee moderiert hat.<br />
<em>(Bitte um Entschuldigung für die amateurhafte Qualität, es war mein erster Versuch überhaupt mit einer Videokamera.)</em></p>
<p>Bitte besuchen Sie (hinkünftig) auch unseren neu eingerichteten <a href="http://www.youtube.com/ojmEisenstadt" title="Externer Link zu 'youtube.com/ojmEisenstadt'">YouTube-Kanal</a>. </p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:350px; height:281px" data="http://www.youtube.com/v/8JSY8VhvtsU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/8JSY8VhvtsU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<p class="centered">Ausschnitt aus dem Impulsreferat von Dr. Peter Zeillinger, Wien.</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:350px; height:281px" data="http://www.youtube.com/v/vg9VOy-zNRA&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vg9VOy-zNRA&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<p class="centered">Ausschnitt aus dem Impulsreferat von Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan, Wien.</p>
<p class="tipp"> <strong>Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe &#8220;Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott&#8221;: Exkursion am 03. Juni:</strong></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[130410]" title="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssggGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssgg.jpg" width="150" height="150" alt="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)" /></a></p>
</div>
<p>Wir besuchen den &#8220;Wiener Stadttempel&#8221; (es führt uns Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg), die Ruprechtskirche und das Islamische Zentrum.</p>
<p>Bitte beachten Sie, dass für diese Veranstaltung eine Anmeldung bis spätestens 26. Mai 2010 nötig ist (maximal 40 Personen). Es sind derzeit noch Plätze frei.<br />
<br class="clear" /><br />
Mehr Informationen finden Sie auf der Überblicksseite der Veranstaltungsreihe &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/14/schalom-salam-gruess-gott/" title="Interner Link zum gleichnamigen Beitrag im Blog">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a>&#8220;.</p>
<p>Anmeldungen:</p>
<ul>
<li>über unsere <a href="http://www.facebook.com/ojmEisenstadt?v=app_2344061033" title="Externer Link zu 'facebook.com/ojmEisenstadt ...">Facebook-Seite (Veranstaltungen)</a></li>
<li>per <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>: <a href="mailto:ssgg@ojm.at">ssgg@ojm.at</a></li>
<li>telefonisch: +43 (0)2682 65145 </li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Anfang &#8230;</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/04/13/im-anfang/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/04/13/im-anfang/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 07:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[schalom-salam-grüß-gott]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=162</guid>
		<description><![CDATA[- ein Beitrag zur Veranstaltungsreihe Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott - Judentum, Christentum &#038; Islam &#8211; das sind Jahrtausende an Geschichte &#038; ganze Bibliotheken an religiöser und theologischer Literatur. Stellt sich die Frage: wo(mit) beginnen? Vielleicht am besten: am Anfang aller Anfänge. Also: Im Anfang &#8230; schuf Elohim/Gott Himmel &#038; Erde, er schied Land [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>- ein Beitrag zur Veranstaltungsreihe <a href="http://ojm.at/ssgg" title="Interner Link zum Beitrag 'Schalom - Salam - Grüß Gott'">Schalom &#8211; Salam &#8211; Grüß Gott</a> -</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[130410]" title="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssggGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ssgg.jpg" width="150" height="150" alt="Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)" /></a></p>
</div>
<p>Judentum, Christentum &#038; Islam &#8211; das sind Jahrtausende an Geschichte &#038; ganze Bibliotheken an religiöser und theologischer Literatur.</p>
<p>Stellt sich die Frage: wo(mit) beginnen?<br />
Vielleicht am besten: am Anfang aller Anfänge.</p>
<p>Also: </p>
<p>Im Anfang &#8230; schuf Elohim/Gott Himmel &#038; Erde, er schied Land und Meer, befestigte Sonne, Mond &#038; Sterne, schuf Pflanzen und Tiere -</p>
<p>und schließlich, es ist der 6. Schöpfungstag, den Menschen </p>
<blockquote><p>als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.</p></blockquote>
<p>So erzählt es das 1. Kapitel des 1. Buch Mose, das, wie auch der Rest der jüdischen Bibel (teilweise mit Ergänzungen), ins Christentum übernommen wurde, wo es als Buch Genesis überliefert ist. Kapitel 2 und 3 desselben Buches ergänzen die nicht minder berühmte Paradies-Erzählung, die sich gut anlässt: der Mensch inmitten eines prächtigen Gartens mit &#8220;köstlichen Früchten&#8221;, jedoch fatal ausgeht: ein verbotener Baum, die Schlange <abbr>etc.</abbr> &#8211; macht in Summe die Vertreibung des Menschen aus dem Garten Eden. Vom Menschen, hebräisch adam אדם, erfahren wir ebendort außerdem, Gott habe ihn aus Erde, hebräisch adama אדמה, geformt und ihm göttlichen &#8220;Lebensatem&#8221; eingeblasen, sodann aus der Rippe des Menschen eine Frau, Eva/Chava (חוה), gebildet.<br />
Soweit, zugegeben: maximal vergröbert, die Eröffnungserzählungen im 1. Buch Mose, wie sie Juden und Christen gemein sind. </p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[130410]" title="Vertreibung aus dem Paradies - Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/paradiesGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/paradies.jpg" width="450" height="198" alt="Vertreibung aus dem Paradies - Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle" /></a>
</div>
<p class="centered">Vertreibung aus dem Paradies &#8211; Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle<br />
Lohnenswerte <a href="http://www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html" title="Externer Link zur 360 Grad-Ansicht der Sixtinischen Kapelle">360-Grad-Ansicht</a></p>
<p>Der Koran, Zentraltext des Islam, geht, (auch) was den Anfang von Welt und Mensch betrifft, eigene erzählerische Wege &#8211; wobei allerdings sachliche Übereinstimmungen mit der biblischen Erzählung unübersehbar sind <em>(<abbr>vgl.</abbr> zum Folgenden die Synopse <abbr>S. J.</abbr> Wimmer/<abbr>S.</abbr> Leimgruber: Von Adam bis Muhammad. Bibel und Koran im Vergleich. Stuttgart: <abbr>KBW</abbr> 2005. <abbr>S.</abbr> 89-96)</em>. </p>
<p>Gott ist es, &#8220;der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschaffen hat&#8221;, erklärt <abbr>u.a.</abbr> Sure 11,7; er &#8220;hat euch die Nacht und den Tag, die Sonne und den Mond dienstbar gemacht&#8221; sowie die Sterne (Sure 16,12), ebenso hat er Tiere und Pflanzen geschaffen (Sure 16,5<abbr>ff.</abbr>/6,141<abbr>ff.</abbr>). Und auch, wie im Koran mehrfach ausgeführt, den Menschen, Adam:</p>
<blockquote><p>Zuerst erschuf er den Menschen aus Ton (&#8230;). Dann formte er ihn und blies ihm von seinem Geist ein.</p></blockquote>
<p><cite>Sure 32,7<abbr>ff.</abbr></cite></p>
<p>Kompakt erläutern hierzu <abbr>S. J.</abbr> Wimmer und <abbr>S.</abbr> Leimgruber:</p>
<blockquote><p>Gemeinsam ist Bibel und Koran, dass der Mensch sowohl aus physischen Komponenten (Staub, Erde, Ton) beschaffen ist wie aus transzendenten (Geist, Lebensatem). (&#8230;) Die Gottesebenbildlichkeit indessen kommt wörtlich allein in der Bibel vor. Im Koran ist deren Gehalt vergleichbar mit der Nachfolger- und Stellvertreterfunktion des Menschen für Gott.</p></blockquote>
<p><cite>Wimmer/Leimgruber 2005. <abbr>S.</abbr> 93</cite></p>
<p>Schließlich kennt der Koran auch eine Erzählung vom Verstoß der Menschen gegen göttliche Anweisung: „O Adam, bewohne, du und deine Gattin, das Paradies. Esst, wo ihr wollt, und nähert euch nicht diesem Baum, sonst gehört ihr zu denen, die Unrecht tun&#8221;. Vom Satan verführt wird vom Baum gegessen &#8211; und die Menschen aus dem Paradies vertrieben (Sure 7,11-27).</p>
<p>Die hier (und auch nur in Auswahl) gegeneinander gehaltenen Schöpfungserzählungen sind bekanntlich kein Einzelfall: Die Zusammenschau von Bibel &#038; Koran zeigt eine Palette an verwandten Erzähltraditionen mit vielfältigen Übereinstimmen und Unterschieden sowie zahlreiche Überschneidungen im Personeninventar (Abraham, Mose, David, Salomo <abbr>usw.</abbr>). </p>
<p>Hiervon bei Gelegenheit mehr – immerhin: der &#8220;Anfang&#8221;  ist schon mal gemacht&#8230;</p>
<div class="mittig1F">
Die erste Veranstaltung unserer Reihe ist die Matinee<br />
<strong><a href="http://www.ojm.at/blog/2010/03/29/wer-glaubt-was/" title="Interner Link zum Beitrag 'WER glaubt WAS'">WER glaubt WAS &#8211; eine kurze Selbstvorstellung von Judentum, Christentum und Islam</a></strong><br />
<strong>Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr im Österreichischen Jüdischen Museum.</strong><br />
<strong>Herzliche Einladung! </strong>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ojm.at/blog/2010/04/13/im-anfang/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Am jüdischen Friedhof III</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[rätsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/2010/01/13/am-juedischen-friedhof-iii/</guid>
		<description><![CDATA[Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können Gleich nach unten zu unserem Rätsel Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3> Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können</h3>
<div id="ankernav">
<p class="liste"><a title="Zu unserem 'Übersetzungsrätsel'" href="#raetsel">Gleich nach unten zu unserem Rätsel</a></p>
</div>
<p>Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder weniger derselbe ist, können Sie auch mit nur bescheidenen  Kenntnissen des Hebräischen (immer wiederkehrende) Strukturen erkennen und mehr aus einer Inschrift herauslesen, als Sie vielleicht vermuten. Insbesondere  Name und Sterbedatum sollten meist kein Problem sein. </p>
<p>Salopp formuliert:<br />
Es geht in diesem Beitrag einzig und allein darum, dass Sie eine hebräische Grabinschrift strukturell erkennen und einige Details lesen können. Drucken Sie diesen Beitrag aus, gehen Sie auf den nächstliegenden jüdischen Friedhof mit hebräischen Inschriften und versuchen Sie, einzelne Elemente des untenstehenden Schemas (wie Name, Datum <abbr>usw.</abbr>) zu erkennen <abbr>bzw.</abbr> zu lesen.</p>
<p>Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</p>
<h4>Schematischer Aufbau einer Grabinschrift</h4>
<p><strong>Achtung: Hebräisch wird immer von rechts nach links gelesen!</strong></p>
<div class="centeredHeb">
<p><span class="grosss"><strong>Symbol</strong></span><br />
(Träneneiche; Krug mit Becken (Leviten); Hände (Kohanim, Priester) etc.)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Hier liegt geborgen</span> <span class="hebr" dir="rtl">פ&#8221;ט / פ&#8221;נ</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">פה טמון / טמונה // פה נטמן / נטמנת</span><br />
po tamun / tmuna // po nitman / nitmenet</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Geschlechtsangabe, Titulaturen, ehrende Beiwörter</span></strong></p>
<p>(Titulaturen und ehrende Beiwörter beziehen sich bei Männern praktisch immer auf religiöse Würden und Ämter, bei Frauen stehen meist Bibelzitate.)</p>
<p>ein Mann (&#8220;isch&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">איש</span> + Eigenschaft(swort), eine Frau (&#8220;ischa&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">אישה</span> + Eigenschaft(swort)</p>
<p>Herr (&#8220;Rev&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; (רב)</span> + Name, Frau (&#8220;Marat&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">מ&#8221; (מרת)</span> + Name</p>
<p>der CHAVER (&#8220;He-chaver&#8221;, niederer Rang in der Gemeindehierarchie) <span class="hebr" dir="rtl">ה&#8221;ח (החבר)</span></p>
<p>ein angesehener Mann (isch nichbad) <span class="hebr" dir="rtl">איש נכבד</span></p>
<p>der ehrenhafte Herr (kvod harav) <span class="hebr" dir="rtl">כ&#8221;ה (כבוד הרב)</span></p>
<p>eine bedeutende Frau (ischa chaschuva) <span class="hebr" dir="rtl">אשה חשובה</span></p>
<p>die bescheidene Frau (ha-ischa ha-znu&#8217;a) <span class="hebr" dir="rtl">האשה הצנועה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Name +</span> <span class="hebr" dir="rtl">ז&#8221;ל / ע&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">זכרונו / זכרונה לברכה // עליו / עליה השלום </span><br />
sichrono / sichrona livracha (sein / ihr Andenken möge bewahrt werden)<br />
alav / aleha ha-schalom (auf ihm / auf ihr sei der Friede)</p>
<p>Herr Mose Wolf, sein Andenken möge bewahrt werden <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; משה וואלף ז&#8221;ל (זכרונו לברכה) </span></p>
<p>Frau Resl Austerlitz, auf ihr sei der Friede <span class="hebr" dir="rtl">מרת ריזל ע&#8221;ה (עליה השלום)</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Ableben</span> <span class="hebr" dir="rtl">י&#8221;נ</span> </strong></p>
<p>(Das Ableben wird meist durch einen positiven Ausdruck umschrieben;<br />
nur selten: er / sie &#8220;starb (met/a)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">מת / מתה</span>)</p>
<p>Seine / Ihre Seele ging hinweg <span class="hebr" dir="rtl">יצאה נשמתו / נשמתה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Todesdatum</span></strong></p>
<p>(siehe unseren Lexikoneintrag &#8220;<a href="http://www.ojm.at/lexikon/z/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/z/' auf unserer statischen Website">Zeitrechnung</a>&#8220;)</p>
<p>Die Zahlenwerte jener hebräischen Buchstaben, die mit Punkten oder Strichen gekennzeichnet sind, werden einfach zusammengezählt. Das Ergebnis, eine Hunderterzahl, addieren Sie zum (bürgerlichen) Jahr 1240 einfach dazu. Ergibt die Summe <abbr>z.B.</abbr> 697 <span class="hebr" dir="rtl">תרצ&#8221;ז</span>, haben wir das (Sterbe)jahr 1937 (1240 + 697).<br />
Genau genommen ist dies das jüdische Jahr 5697. Die Zahl 5, also die Tausenderzahl, wird aber meist nicht geschrieben (wie bei uns &#8217;10 statt 2010), es steht statt <abbr>z.B.</abbr> 5697 meist nur 697.<br />
Fast immer wird dann nach der Jahreszahl als Zusatz &#8220;nach der kleinen Zeitrechnung&#8221;, <abbr>d.h.</abbr> &#8220;ohne Tausenderzahl&#8221;, angefügt:</p>
<p>(wörtlich) &#8220;nach der kleinen Zählung (lifrat katan)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">לפ&#8221;ק = לפרט קטן</span><br />
Achten Sie auf diese 3 Buchstaben, denn davor steht immer die Jahreszahl!</p>
<p>Vorsicht ist allerdings geboten, wenn ein Datum der Monate Tischre, Cheschwan, Kislew und Tevet umgerechnet wird. Da das jüdische Jahr im Herbst beginnt, fällt ein Datum der genannten vier Monate noch in das &#8220;alte&#8221; bürgerliche Jahr. </p>
<p>Meist findet man vor der Jahreszahl <span class="hebr" dir="rtl"> (ב)שנת</span> &#8220;(bi)schnat&#8221;, &#8220;(im) Jahr&#8230;&#8221; (von: <span class="hebr" dir="rtl">שנה</span> &#8220;schana&#8221;, &#8220;Jahr&#8221;).</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Lob</span></strong></p>
<p>(Dieser oft sehr lange Text beinhaltet meist viele biblische und rabbinische Zitate und wird hier nicht näher beschrieben)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Schlussworte (Schlusseulogie)</span> <span class="hebr" dir="rtl">ת&#8221;נ&#8221;צ&#8221;ב&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">תהי נפשו / נפשה צרורה בצרור החיים </span><br />
tehi nafscho / nafscha zrura bizror ha-chajim (Seine / Ihre Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens, Anlehnung an 1 Samuel, 25,29).</p>
</div>
<p>Es darf schon angekündigt werden: Wir wollen eine neue und überarbeitete Auflage des <a href="http://www.ojm.at/publikationen/hebraeisch/" title="Interner Link zum Hebräischbuch auf unserer statischen Website">Hebräischbuches</a> möglichst bald als <span lang="en" xml:lang="en">E-Book</span> zur Verfügung stellen. Im Buch finden Sie ausführlichere Erklärungen und viele Übungen.</p>
<h3><a id="raetsel" name="raetsel"></a>Unser Rätsel: Lesen und &#8220;übersetzen&#8221; Sie folgende Grabinschrift:</h3>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080310]" title="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/616GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/616.jpg" width="150" height="150" alt="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt" /></a></p>
</div>
<p><em>Anmerkung:</em><br />
Falls Sie gleich hier nach unten zum Rätsel gesprungen sind, ohne unseren Beitrag lesen zu müssen, sind Sie mit unserem Rätsel vermutlich unterfordert ;)</p>
<p>Bitte keine Scheu, das Rätsel ist sehr einfach. Das oben Gelernte kommt noch nicht wirklich zum Einsatz, es geht vor allem um das Erkennen der hebräischen Buchstaben. Sie benötigen für die Lösung kein einziges hebräisches Wort. Die Inschrift ist in deutscher Sprache (mit hebräischen Buchstaben) verfasst und ist der hier original wiedergegebene untere Teil einer Grabinschrift eines Grabes auf dem jüngeren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt (siehe Bild! Der obere Hauptteil der Inschrift ist Hebräisch und hier ausgeblendet).</p>
<div class="centered">
<p><span class="hebr" dir="rtl">היער רוהעט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">דיע ליעבענדע טאכטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">טרייע גאטטין</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אונד צארטליכע מוטטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">רעזי איינהארן געב. שפיטצער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">געשטארבען אים <span dir="ltr">26.</span> יאהרע</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">נאך לאנגעם ליידען</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אללגעמיין בעטרויערט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אם <span dir="ltr">28.</span> פעבער 5637. </span></p>
</div>
<p>Wir verlosen unter den eingesendeten richtigen Lösungen drei (!) GewinnerInnen des Buches <a href="http://www.ojm.at/publikationen/gemeinden/" title="Interner Link zum Buch auf unserer statischen Website">&#8220;Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li>Bitte schicken Sie die Lösung <strong>bis Sonntag, 14. März 2010</strong> an folgende <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>-Adresse: <a href="mailto:raetsel@ojm.at">raetsel@ojm.at</a></li>
<li>Bitte geben Sie in Ihrer <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span> an, ob wir Ihren Namen im Falle des Gewinns hier veröffentlichen dürfen</li>
<li>Die Reihenfolge der eingelangten Lösungen spielt keine Rolle</li>
<li>Am Montag, dem 15. März, ermitteln wir die GewinnerInnen per Los, geben die Namen (wenn erlaubt) bekannt und stellen die Lösung hier selbstverständlich gleich <span lang="en" xml:lang="en">online</span> </li>
<li>Es ist das unser erstes Rätsel, bitte haben Sie Nachsicht! Falls etwas unklar ist, zögern Sie nicht zu fragen, am besten gleich als Kommentar unten oder via <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span></li>
<li>Zur Sicherheit sei nochmals erwähnt: Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</li>
<li><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 14 Uhr: Die Zahlen im Rätsel werden von links nach rechts gelesen!</li>
</ul>
<p><strong>Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Freude beim &#8220;Übersetzen&#8221; und freuen uns sehr auf Ihre <span lang="en" xml:lang="en">E-Mails</span> mit den Lösungen!</strong></p>
<h4><a id="gew" name="gew"></a><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 15. März &#8211; Die Lösung unseres kleinen Rätsels:</h4>
<div class="centered">
Hier ruh(e)t<br />
die liebende Tochter,<br />
treue Gattin<br />
und zärtliche Mutter,<br />
Resi Einhorn, geb. Spitzer,<br />
gestorben im 26. Jahre<br />
nach langem Leiden.<br />
Allgemein betrauert<br />
am 28. Feber 5637 (= 1877).
</div>
<p>Als Gewinner wurden heute Morgen durch Los ermittelt (die Bücher sind schon unterwegs!):</p>
<ul>
<li><strong>Patrick Frankl</strong>, Eisenstadt</li>
<li><strong>Ferdinand Creuz</strong>, Nagold (<abbr>D</abbr>)</li>
<li><strong>Ute Schulz</strong>, Augsburg (<abbr>D</abbr>)</li>
</ul>
<p>Wir gratulieren sehr herzlich und danken allen, besonders auch jenen, die diesmal nicht gewonnen haben, für die Zusendungen. Besonders erfreulich war, dass nur richtige Lösungen einlangten. Immerhin kamen die E-Mails aus Österreich, Deutschland und Israel :)</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir als Ergänzung und Weiterführung die Lektüre des jüngst erschienenen Blogbeitrags <a href="http://jhva.wordpress.com/2010/02/24/lesen-hebraischer-grabsteine-wie-geht-das/" title="Externer Link zu 'jhva.wordpress.com ...'">&#8220;Lesen hebräischer Grabsteine &#8211; wie geht das?&#8221;</a> auf dem Blog des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg. </em></p>
<div class="pagenavi">
<div class="page-nav">
<div class="nav-previous">
&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Bl&auml;ttern Sie zum ersten Beitrag der Serie 'Am jüdischen Friedhof'">  Am jüdischen Friedhof II</a>&nbsp;
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Purim und der jüdische Witz</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/03/03/purim-und-der-juedische-witz/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/03/03/purim-und-der-juedische-witz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 11:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[purim]]></category>
		<category><![CDATA[witz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die israelische Tageszeitung Haaretz publizierte gestern einen Beitrag, dass die Westmauer/&#8221;Klagemauer&#8221; hinkünftig auch als Werbefläche genutzt werden soll. Wir haben diesen Beitrag auf unserer Facebook-Seite bewusst zunächst ohne Kommentar übernommen. Kurzum: Diese (unsere) Meldung von gestern war ein Purimscherz! Wir stehen nicht an zuzugeben, dass auch wir erst mal erschraken, als wir die Meldung im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die israelische Tageszeitung Haaretz publizierte gestern einen <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1152770.html" title="Externer Link zum 'haaretz.com'">Beitrag</a>, dass die Westmauer/&#8221;Klagemauer&#8221; hinkünftig auch als Werbefläche genutzt werden soll.</p>
<p>Wir haben diesen Beitrag auf <a href="http://ojm.at/witzhafb" title="Externer Link zu 'facebook.com/...'">unserer Facebook-Seite</a> bewusst zunächst ohne Kommentar übernommen.</p>
<p><strong>Kurzum: Diese (unsere) Meldung von gestern war ein Purimscherz!</strong></p>
<p>Wir stehen nicht an zuzugeben, dass auch wir erst mal erschraken, als wir die Meldung im Original lasen. Und doch war es dann beruhigend, dass wir nicht die einzigen waren, die kurz geschockt reagierten, wenn man viele Kommentare auf der Haaretz-<span lang="en" xml:lang="en">Website</span> ansieht ;-)</p>
<p>Unsere Formulierung &#8220;Zum besseren Verständnis empfiehlt sich die Lektüre des Haaretz-Artikels im Original&#8221; betraf allerdings nicht die technischen Details dieser Fake-Meldung, sondern sollte helfen, den Beitrag als Witz zu entlarven.</p>
<p>Denn es findet sich so mancher Hinweis auf Purim:</p>
<ul>
<li><strong>Mordechai Hidud</strong> assoziiert nicht nur den Juden Mordechai (Onkel von Ester), sondern das hebräische Wort Chidud (חידוד) bedeutet auch &#8220;Witz, Sarkasmus&#8221;.</li>
<li>Der Name des amerikastämmigen <span lang="en" xml:lang="en"><strong>Joe King</strong></span> soll wohl nicht nur an den Perserkönig Artaxerxes erinnern, sondern beinhaltet auch den Wortwitz &#8220;<span lang="en" xml:lang="en">joking</span>&#8221; (englisch für &#8220;Witze machen&#8221;)</li>
<li>Und, na ja, der Autor des Beitrags nennt sich <strong>Hurim Pappy</strong> &#8230;</li>
</ul>
<p>Dass ein solcher Beschluss in Israel so gut wie undenkbar ist, dürfen wir außerdem wohl annehmen.<br />
Die Kommentare auf der Haaretz-<span lang="en" xml:lang="en">Website</span> sind gespalten: viele finden den Witz gelungen und ausgesprochen witzig, andere Kommentatoren/Kommentatorinnen sind erbost und/oder entrüstet:</p>
<blockquote><ul>
<li>&#8230; nichts als Blasphemie &#8230; unser Parlament (Knesset) versagt &#8230;</li>
<li>&#8230; da hat jemand jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren &#8230;</li>
<li>&#8230; findet ihr es wirklich gut, die Idee der 1.-April-Scherze für uns zu übernehmen? &#8230;</li>
<li>&#8230; es ist ein Witz, aber er scheint antisemitische Stereotype zu übernehmen, dass Geldmachen typisch für die jüdische Religion ist &#8230;</li>
<li>Haaretz wird auch von vielen Nichtjuden gelesen, die gar nicht wissen, dass jetzt Purim ist &#8230;</li>
</ul>
</blockquote>
<p> &#8230; heißt es da etwa. </p>
<p>Die Kommentare und Diskussionen zeigen also nicht nur die verschiedene Rezeption dieser Witzmeldung, sondern sehr wohl und vor allem auch die generelle Problematik des jüdischen Witzes!</p>
<p>Es sollen hier &#8211; ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit &#8211; einige wesentliche Merkmale des jüdischen  Witzes und die potentiellen Gefahren kurz zur Sprache kommen:<br />
Der jüdische Witz ist von seinem Wesen her ein gesprochener und erzählter Witz. Wenn etwa ein jiddischer Witz übersetzt wird, dann ist die Übersetzung, wie jede andere Übersetzung auch, Interpretation und der Witz wird dabei in eine andere, fremde Kultur mit anderen Ausdrucksformen übertragen. Insbesondere der deutschen Sprache mangelt es an Möglichkeiten, jiddischen Wortspielen und Pointen gerecht zu werden. Die Gefahr der &#8220;Arisierung&#8221; liegt dabei auf der Hand. Ebenso, dass durch eine Pointenverschiebung, sobald der übersetzte Witz nun von Nichtjuden erzählt wird, der Witz missbraucht werden kann, die Pointen und somit der Witz antisemitisch werden können.</p>
<blockquote><p>Hat sich doch der Antisemitismus ein Bild vom Judentum geschaffen, das sich zum echten wie eine  schlechte Karikatur zur lebendigen Vorlage verhält. Wie oft kann eine gute jüdische Pointe einfach durch falsche Betonung, Outrierung jüdischer Gesten etc. zu ihrer eigenen antisemitischen Karikatur werden!  </p>
<p>&#8230;Es ist eine traurige Tatsache, dass das leidvolle Schicksal des Judentums, das gerade in der  jüdischen Anekdote am besten zum Ausdruck kommt, nicht nur Bewunderer, sondern &#8211; schon seit der Antike &#8211; auch Karikaturisten gefunden hat. Wie hat denn z.B. der &#8220;Stürmer&#8221; einen für die &#8220;Heiligung Gottes&#8221; zum Märtyrertode bereiten ostjüdischen Talmudgelehrten gesehen?!
</p></blockquote>
<p><cite>Kurt Schubert, in: Kairos 5(1963).</cite></p>
<p>Ich selbst kannte nie einen begnadeteren Erzähler jüdischer Witze als <a href="http://www.ojm.at/aktuell/ableben-schubert/" title="Interner Link in den Aktuellbereich unserer statischen Website">Professor Schubert</a>. Nicht nur, dass er ein schier unendliches <span lang="fr" xml:lang="fr">Repertoire</span> an Witzen zu haben schien, Schubert musste man &#8220;hören&#8221;!<br />
In der ersten &#8220;Langen Nacht der Museen&#8221;, an der unser Museum teilnahm, war unser Hauptprogrammpunkt &#8220;Professor Schubert erzählt jüdische Witze&#8221;. Der Saal war zum Bersten gefüllt, das Publikum hörte &#8211; eher untypisch für die Lange Nacht &#8211; über eine Stunde begeistert zu.</p>
<p>Vor kurzem haben wir auf Facebook auch einen <a href="http://ojm.at/witzfb" title="Externer Link zu 'facebook.com...'">jüdischen Witz</a> gebracht. Das sehr erfreuliche Echo darauf wollen wir &#8211; unter Beachtung des hier Geschriebenen &#8211; zum Anlass nehmen, ein, wie wir glauben, kleines Juwel anzubieten:</p>
<p>2004 hatte ich die Gelegenheit, einige jüdische Witze, erzählt von Professor Schubert, digital (wenn auch nur mit einfachen technischen Mitteln) aufzunehmen. </p>
<p>Wir werden also ab nun in unregelmäßigen Zeitabständen einige der Witze auf unserer <span lang="en" xml:lang="en">Facebook</span>seite, die Sie auch sehen können, ohne selbst Mitglied bei <span lang="en" xml:lang="en">Facebook</span> zu sein, <span lang="en" xml:lang="en">online</span> stellen.</p>
<p>Danach werden wir alle Audiowitze hier im Blog gesammelt und archiviert zur Verfügung stellen.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir eine sehr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SiOPc3qizF8" title="Externer Link zu 'youtube.com ...'">spezielle Nachstellung der Purimgeschichte</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Hamanpuppe</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 09:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[purim]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Neugestaltung unserer Dauerausstellung haben wir uns entschlossen, beim Purimfest einen offensichtlich nicht überall bekannten Brauch zu zeigen: Während des Verlesens der Esterrolle schlagen Kinder jedes Mal, wenn der Name Haman erwähnt wird, mit einem &#8220;Humenkleppel&#8221; auf eine Hamanpuppe und machen großen Lärm. Haman, der königliche Ratgeber, wollte die persischen Juden ausrotten, landete aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Neugestaltung unserer Dauerausstellung haben wir uns entschlossen, beim Purimfest einen offensichtlich nicht überall bekannten Brauch zu zeigen: Während des Verlesens der Esterrolle schlagen Kinder jedes Mal, wenn der Name Haman erwähnt wird, mit einem &#8220;Humenkleppel&#8221; auf eine Hamanpuppe und machen großen Lärm. Haman, der königliche Ratgeber, wollte die persischen Juden ausrotten, landete aber schlussendlich selbst am Galgen.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/purimGR.jpg" width="550" height="427" alt="Purim Karneval in Landsberg, 1946" class="centered" /></p>
<p class="centered">Purim-Karneval in Landsberg, Foto: <abbr>G.</abbr> Kadisch, März 1946</p>
<p>Bei Landsberg und Kaufering (Bayern) entstand der größte Außenlagerkomplex Dachaus. Zwischen Juni 1944 und April 1945 &#8220;durchliefen&#8221; etwa 30.000 Häftlinge die Lager in der Nähe der Stadt. Unmittelbar nach der Befreiung übernahm die <abbr>US</abbr>-Armee die <acronym class="hilfe" title="displayed persons" lang="en" xml:lang="en">DP</acronym>-Unterkunft, das <acronym>DP</acronym>-Lager bestand bis 1950/51.</p>
<p>Das erste Purim-Fest nach der Befreiung (siehe Bild) war ein Ereignis von zentraler Bedeutung. </p>
<blockquote><p>Der Landsberger Purim, an dem fast alle <acronym>DP</acronym>s teilnahmen, wurde zu einer symbolisch hochverdichteten Begräbnisinszenierung. Überall tauchte der besiegte &#8220;Haman Hitler&#8221; auf &#8211; Puppen, Karikaturen, Masken, Kostüme, es gab eine Verbrennung von &#8220;Mein Kampf&#8221;. &#8220;Es war wie Hitlers Begräbnis. Wir wussten, dass Hitler tot war, aber wir konnten nicht sehen, wo er war. Hier sahen wir, dass er hingerichtet und begraben wurde.&#8221;
</p></blockquote>
<p><cite>Paulus <abbr>u.a.</abbr>, Ein Ort wie jeder andere. Bilder aus einer deutschen Kleinstadt, Landsberg 1923-1958, 25<abbr>f</abbr></cite></p>
<p class="centered">
<strong>Heute ist Purim.<br />
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Purim.</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פורים שמח לכולם</span></p>
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