Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Leben und Glaube

Steine der Erinnerung

ORF, Religionen der Welt, „Steine der Erinnerung“, Sendung vom 17. März 2018 Die Steine und Tafeln der Erinnerung sollen nach dem Willen ihrer Initiatoren auf die Lebensgeschichten der ehemaligen jüdischen…

ORF, Religionen der Welt, „Steine der Erinnerung“, Sendung vom 17. März 2018


Die Steine und Tafeln der Erinnerung sollen nach dem Willen ihrer Initiatoren auf die Lebensgeschichten der ehemaligen jüdischen Anwohner verweisen. Manche Angehörige wollen ihren toten Verwandten damit auch einen Grabstein errichten – anstelle des nicht-vorhandenen Grabes wird dann der Stein der Erinnerung zum Ort, an dem die Angehörigen das Kaddisch, das traditionelle Totengebet, sprechen.

Die Sendung ist noch 6 Tage in der Mediathek des ORF abrufbar.

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Koschere Melange: neu serviert!

Am 18. August 2009 gingen wir mit unserem Museumsblog, der „Koscheren Melange„, online. Der Anspruch war damals derselbe wie heute: das Judentum als religiös-kulturell vielfältige Größe in Geschichte und Gegenwart…

Am 18. August 2009 gingen wir mit unserem Museumsblog, der „Koscheren Melange„, online. Der Anspruch war damals derselbe wie heute: das Judentum als religiös-kulturell vielfältige Größe in Geschichte und Gegenwart zu porträtieren und insbesonders auch allen Interessierten einen zeitnahen Einblick in die tägliche museale Arbeit zu gewähren.
Jetzt, fast auf den Tag genau 8.5 Jahre später, dürfen wir schon ein wenig stolz sein:

  • 2.436 Beiträge
  • 2.474 Kommentare
  • 10.055 Bilder
  • knapp 1 Million BesucherInnen/Jahr auf unserem Blog

Wie das mit der Statistik so ist: Zählen wir Beiträge und Kommentare zusammen, kommen wir immerhin seit Mitte 2009 auf täglich fast 1.6 Onlineaktivitäten.

Aber unsere „Koschere Melange“ drohte in letzter Zeit schon immer öfter überzugehen, das Blog aus allen Nähten zu platzen. Angesichts der Pläne und Ideen, die wir haben, lag die Entscheidung für ein Facelifting, einen Blog-Relaunch, nahe. Einerseits soll dieser uns technisch mehr Luft geben für die Zukunft, andererseits allen Benutzern bessere Lesbarkeit und vor allem volle Funktionsfähigkeit auf mobilen Endgeräten gewährleisten.

So geht die neue „Koschere Melange“ auch mit dem neuen Themenbereich „Indizes“ online.
Im Unterschied zum übrigen Österreich wurde in Ungarn die Matrikenführung der Religionsgemeinschaften mit 01. Oktober 1895 durch zivile Standesführung ersetzt. Mittlerweile sind zwar einige, aber längst nicht alle der jüdischen Indizes unserer Region von 1833 bis Herbst 1895 online verfügbar. Wir werden daher einerseits die fehlenden Bestände in der nächsten Zeit zu ergänzen versuchen, andererseits die zivil geführten jüdischen Sterbe- und Hochzeitsmatriken des Burgenlandes von 1895 bis 1938 fotografieren, indizieren und als Erstpublikationen online stellen (wird aber aufgrund unserer leider sehr überschaubaren personellen und finanziellen Ressourcen ein wenig dauern).

Von der jüdischen Gemeinde Deutschkreutz sind bislang noch keine Indizes online verfügbar. Der Sterbeindex der jüdischen Gemeinde Deutschkreutz (1833-1895) macht daher den Anfang und ist vorerst nur bei uns im Blog abrufbar.

Neben der Arbeit an den Geburts-, Hochzeits- und Sterbematriken-Indizes werden wir vor allem auch versuchen, weitere jüdische Friedhöfe des Burgenlandes möglichst vollständig aufzuarbeiten und wieder hier im Blog zu publizieren.
Kurzum: Mit dem Relaunch versprechen wir auch, unsere „Koschere Melange“ weiterhin lebendig zu halten!

Übrigens darf angemerkt werden, dass wir – wie bisher – auch den Relaunch selbst bewerkstelligt haben und keine zusätzlichen Kosten für das Museum anfielen.

Bleibt uns schließlich noch zu hoffen, dass unsere neue „Koschere Melange“ auch gefällt und Sie uns als treue Leserinnen, Leser und Kommentatoren weiterhin erhalten bleiben.

Mit den besten Wünschen für 2018

Johannes Reiss und das Team des Österreichischen Jüdischen Museums

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Chanukka 5778

Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest Happy Chanukka – חג אורים שמח und außerdem unseren christlichen…

Chanukkaleuchter, Blei, Westungarn, ca. 1800

Chanukkaleuchter, Blei, Westungarn, ca. 1800


Mit einem besonders hübschen, jedenfalls aber dem kleinsten Objekt unserer Sammlung

wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest
Happy Chanukka – חג אורים שמח
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern
ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!


Zwei sehr ähnliche, wunderschöne Chanukkaleuchter, nur deutlich jüngeren Datums, finden sich im Jewish Museum of New York:

Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Chanukkaleuchter Copyright Jewish Museum New York

Bild-Copyright: The Jewish Museum New York


Auf den Sesselchen finden sich die hebräischen Buchstaben נח, die Abkürzung für hebräisch „ner chanukka“ (Chanukkalicht). Auf unserer Chanukkia (s. Bild ganz oben) können Sie die beiden Buchstaben auf dem 4. Sesselchen von links erkennen.

Nota bene: Die Chanukkia, die bei uns im Museum zu sehen ist, besteht aus 7 Sesselchen und 1 Bänkchen, auf dem 2 Flammen Platz haben. Wir vermuten, dass der zweite Platz dieses Bänkchens für den „Schammasch“ reserviert ist, also jenes „Dienstlicht“, mit dem die anderen 8 Lichter entzündet werden und das auf beiden Chanukkaleuchtern in New York überraschenderweise fehlt.


Die Geschichte zu diesen beiden Chanukkaleuchtern wollen wir Ihnen als Lesetipp sehr empfehlen: Objects Tell Stories: A Hanukkah Lamp Made of Eight Small Chairs

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Ein Revoluzzer

Als ich vor einiger Zeit den Grabstein des Ignaz Fischer, gestorben am 15. Februar 1923, online stellte, erinnerte ich mich, dass ich mich schon vor 20 Jahren wunderte, warum der…

Als ich vor einiger Zeit den Grabstein des Ignaz Fischer, gestorben am 15. Februar 1923, online stellte, erinnerte ich mich, dass ich mich schon vor 20 Jahren wunderte, warum der Sohn des Rabbiners von Stuhlweißenburg (ung. Székesfehérvár) und Schwager des Eisenstädter Oberrabbiners eine auffällig kurze, fast lieblos-redundanzlose und ganz offensichtlich ohne jegliches Engagement geschriebene Grabinschrift hat und außerdem weit abseits seiner Verwandten, sozusagen im hintersten Eck des Friedhofes, begraben wurde?

Und auch diesmal wunderte ich mich wieder, fand aber zunächst keine Erklärung … bis jetzt: Denn in der „Burgenländischen Freiheit„, der Zeitung der Sozialdemokratischen Partei des Burgenlandes, die – nach Anlaufschwierigkeiten – erstmals am 19. November 1921 erschien, finden wir einen höchst aufschlussreichen Bericht (beachtenswert der nicht nur im vorliegenden Artikel zu findende höchst flapsig-aggressive Stil und die zur Schau getragene Ideologie – s. etwa die Überschrift in Klammern):

Eisenstadt-Unterberg (Juden als Christlich-Soziale)

In unserer Gemeinde ereignete sich vergangene Woche ein äußerst interessanter Todesfall. Es starb der Oberbuchhalter der Firma Leopold Wolf und Söhne, Ignaz Fischer, der in seinem Testament den Wunsch äußerte, in das nächstgelegene Krematorium zwecks Verbrennung seiner Leiche überführt zu werden. Vorher wünschte er noch, dass sein Herz durchbohrt werde. Es kamen von Wien die streng orthodoxen Verwandten des Verstorbenen, die mit Hilfe einiger Mitglieder des Eisenstädter Chevra-Kadisha Vereines, um mit dem durch den Verstorbenen ernannten Testamentsvollstrecker Dr. Halasz und allen möglichen Mitteln die zur Leichenverbrennung und zum Durchbohren des Herzens getroffenen Verfügungen zu vereiteln. Wir sind überzeugt davon, dass diese Herren die übrigen testamentarischen Willensäußerungen des Verstorbenen nicht antasten werden, da diese die Verteilung seines Vermögens unter den Verwandten bestimmen. Hier wird sicher der letzte heilige Wunsch berücksichtigt werden. Wo es sich um die eigene Tasche handelt, dort wird sicher nicht gesagt werden, dass das Testament ungültig ist, weil es durch Zeugen nicht gezeichnet wurde! Die Leiche wurde natürlich begraben, als Hohn auf die Demokratie, denn wir glauben, wenn man nicht einmal über den eigenen Körper verfügen kann, so hört sich eben jede Demokratie auf. Der Verstorbene war in seinem ganzen Leben ein überzeugter Freidenker und wollte durch die oben erwähnten Wünsche seinen Angehörigen zeigen, dass seine durch sein ganzes Leben so oft bekundete Überzeugung keine leere Rede war.

BF, 2. März 1923, 3. Jahrgang, Seite 3

Vielen Dank an meine Mitarbeiterin Sonja Apfler, die das Fundstück entdeckte!

PS: Mit dem Oberbuchhalter der Firma „Weinhandlung Leopold Wolf’s Söhne“ eröffnen wir eine kleine Artikelserie über die Familie Wolf, in Kürze lesen Sie hier mehr über die „Söhne“ von Leopold Wolf …

PPS: Assoziationen des von mir für diesen Artikel gewählten Titels „Ein Revoluzzer“ mit Erich Mühsam und der BF sind selbstverständlich nicht beabsichtigt!


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