Thema: Tipp der Woche

Filmtipp der Woche – Franz Werfel

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Filmvorführung

Franz Werfel „Die wahre Geschichte vom geschändeten und wiederhergestellten Kreuz“

Wann: Dienstag, 05. Juni, 19.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum ,
Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt

Im nachgelassenen Romanfragment „Cella oder Die Überwinder“ befindet sich „Die wahre Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz“ (im Film ist der Titel leicht verändert/ergänzt).
Es ist das einzige von Werfel wirklich fertiggestellte Romanstück seines großangelegten Cella-Themas und erschien 1942 als Privatdruck in Los Angeles. Es steht aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Handlung des Cella-Romans.

Der Film (Deutschland 1963, mit berühmten Schauspielern wie Guido Wieland oder Klaus Löwitsch u.a.) erzählt von der Vertreibung der jüdischen Gemeinde aus ihrem Heimatort Parndorf im Frühjahr 1938. Auf Lastwagen gepfercht werden jüdische Männer, Frauen und Kinder über die ungarische Grenze abgeschoben, ein katholischer Priester versucht zu helfen.
Drehort des Films war unter anderem das burgenländische St. Margarethen.

Folder Drehort Burgenland, Seite 1

Der Film wird gezeigt im Rahmen von „Drehort Burgenland. Eine Filmreihe im Rahmen von Filmland Burgenland“. Eine Initiative von Kulturlandesrat Helmut Bieler.

Den offiziellen Flyer können Sie downloaden (werfelFilm.pdf, 239KB).

Einführende Worte von Johannes Reiss.
Bei einem Glas Koscher-Wein soll nach dem Film noch Gelegenheit zum Gespräch und zur Diskussion sein.

Eintritt frei.

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Tipp der Woche – Fahrt ins Blaue

Richard Berczeller ist den treuen Blogleserinnen/-lesern kein Unbekannter mehr. Vor über einem Jahr portätierte ihn unser Gastautor Dr. Günter Unger in seinem Beitrag: Begnadeter Überlebenskünstler / Zaungast der Politik.

Nun sind erstmals 10 Geschichten Berczellers aus dem New Yorker ins Deutsche übersetzt in Buchform erschienen. Präsentiert wird das Buch „Fahrt ins Blaue“ am kommenden Freitag im Funksalon des ORF Funkhauses Eisenstadt (s.u. die Details).

In der ersten Geschichte des gleichnamigen Buches „Fahrt ins Blaue“ erzählt Berczeller vom letzten Schrei der 1930er-Jahre, als die so gut wie bankrotten österreichischen Bundesbahnen auf die Idee kamen, den Personenverkehr mit Sonntagsausflügen anzukurbeln. Der Start dieser Reisen war jeweils am Wiener Westbahnhof, das Ziel war unbekannt und eine Überraschung für die Reisenden. Das Interesse war groß, das Geschäft boomte, Fahrkarten war schwer zu bekommen.

Die beiden feschen Brüder aus dem jüdischen Viertel Eisenstadt, Otto und Bruno, hatten ein halbes Jahr für ihre Fahrt ins Blaue gespart. Endlich war es so weit, mit neuen schwarzen Anzügen und weißen Seidenhemden machten sie sich nach Wien auf, um die Reise ins Unbekannt anzutreten. Eineinhalb Stunden später hörten sie die Klänge einer Musikkapelle. Die Rollos wurden hochgezogen und sie blicken nach draußen. Sie waren in Eisenstadt!

Die beiden waren schwer blamiert, sie wurden zum Gespött der ganzen Stadt … Auf ihren Anspruch, die Rückreise nach Wien zu konsumieren, verzichteten sie selbstverständlich.

Am Schluss der Geschichte erzählt Berczeller, dass er ein Jahr nach dem Krieg in der Ambulanz des Beth Israel Hospitals in New York einen alten Mann traf, der ihn erkannte und mit dem er ins Gespräch kam. Unweigerlich kamen die beiden auf die feschen Brüder Bruno und Otto zu sprechen – wusste er etwas von ihnen?

Ja, das tat er. Er war mit ihnen in Montauban interniert gewesen und wusste auch, was aus ihnen geworden war. Eines Tages sah er, wie sie gemeinsam mit anderen in einen der Güterwaggone nach Auschwitz verfrachtet wurden. Als die SS-Truppen die Eisentüren zuschoben, um sie einzuschließen, hörte er Bruno zu Otto sagen: „Wieder so eine Fahrt ins Blaue.“

Richard Berczellers Geschichten sind stark anekdotenhaft und das sollte man immer im Hinterkopf haben beim Lesen. Sieht man in den Geschichten zeithistorische Dokumente, würde man unweigerlich Opfer eine Reihe von Fehlern, ungenauen Erinnerungen und manchmal schlicht falscher Tatsachen werden (selbstverständlich gab es zur Zeit von Bruno und Otto keine mittelalterliche Synagoge im jüdischen Viertel von Eisenstadt …). Was allerdings dann vielleicht nicht ganz unproblematisch sein kann, wenn der anekdotenhafte und atmosphärische Charakter der Geschichte (nahezu gänzlich) verloren geht: Beispiel Lackenbach, Seite 136f:

Ich wusste noch genau, wo der Friedhof lag – an einem schmalen Pfad, der hinter der Synagoge in der Judengasse den Hang hinaufstieg. Von dem Ort in meiner Erinnerung war aber nichts mehr übrig. Die jüdischen Namen über den Geschäften in der Judengasse waren verschwunden; die geduckte düstere Synagoge war dem Erdboden gleichgemacht; und der schmale Pfad dahinter war zu einer Straße ausgebaut worden. Vom Friedhof war nichts zu sehen. Meine Frau und ich liefen die Gasse auf und ab, ohne ihn ausfindig zu machen, bis ich mich schließlich an einen alten Mann wandte, der in der Sonne saß, und ihn nach dem „Judenfriedhof“ fragte. Er zeigte darauf. Auf dem kleinen Platz vor dem Friedhofseingang stand jetzt ein Haus, das ihn vollständig verdeckte. Der alte Mann führte uns durch einen Gemüsegarten und danach über einen Hof, in dem Hühner herumliefen und Maiskörner pickten. Endlich standen wir vor dem verrosteten Tor.

Über den Umgang Lackenbachs mit seiner jüdischen Vergangenheit könnte man viel Trauriges und Beschämendes sagen und schreiben. Der jüdische Friedhof von Lackenbach aber ist der größte jüdische Friedhof auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes, mit über 1.700 Grabsteinen. Fährt man die Straße hinter der Kirche, wo einst der schmale Weg führte, bergauf, kann der jüdische Friedhof nicht übersehen werden. Streng genommen hat er 2 Eingänge, die auch nicht zu übersehen sind. Das war auch die Situation im Sommer 1963, als Richard Berczeller den Ort besuchte.

Aber lassen wir Richard Berczellers Sohn, Peter Berczeller, zu Wort kommen, der die Literatur seines Vaters im Nachwort des Buches auf den Punkt bringt:

Richard Berczeller war vor allen Dingen ein Geschichten- und Anekdotenerzähler; einer, der in der Tradition der Männer und Frauen erzählte, die seit Menschengedenken auf den von Rauch durchzogenen Märkten auf ihr Publikum warteten und es für ein paar Groschen mit erfundenen Geschichten in ihren Bann zogen, denen sie manchmal auch ein paar Fakten beimischten …

In der Geschichte „Sodom und Gomorrha“ erzählt der Arzt Dr. Richard Berczeller von seiner anderen großen Leidenschaft, der Schauspielerei, mit der er schon versuchte, sein Studium zu finanzieren. Im April 1923 kam das Stummfilm-Epos „Sodom und Gomorrha“ in die Kinos in Wien. Berczeller als Lot in einer Hauptrolle ist heute noch auf YouTube zu bewundern:

Richard Berczeller Buchpräsentation
im Funksalon
Fahrt ins Blaue und andere Geschichten aus dem „New Yorker“
In Kooperation mit dem Literaturhaus Mattersburg

Am Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr
Ort: ORF Funkhaus Eisenstadt, Buchgraben 51, 7000 Eisenstadt

Der Eintritt ist frei.

Im Funksalon erzählt Sohn Peter Berczeller von Fabulierlust und Sehnsucht. Zu Gast ist außer meiner Wenigkeit noch der Journalist Wolfgang Weisgram. Aus Richard Berczellers Texten liest Georg Kusztrich. Die Poesie der Geschichten ergründet Karin Schäfer mit ihrem Figurentheater.

Um Antwort (bei Zusage) wird gebeten:
Teleon 02682 700-27211
E-Mail: direktion.bgld@ORF.at

Kunst und Kultur, Tipp der Woche

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Bild und Tipp der Woche – Hermann Leopoldi

„Die drei Wien des Hermann Leopoldi“ – Ausstellung in der Wienbibliothek (im Rathaus)

… Wir haben so wie die Schweiz
Auch im Wappen ein Kreuz.
Schaust du dir das Kreuz genauer an,
ist oft ein Hackerl dran.
O Hackenkreuz, o Hackenkreuz
Was machst du für Gezeter? [nach „O Tannenbaum“]

Das offene Ansprechen von Hakenkreuzen (hier „Hackenkreuze“) und nationalsozialistischem Antisemitismus ist einmalig in Leopoldis Liedern. 1924 konnte man sich über die Nationalsozialisten als eine unbedeutende politische Splittergruppe noch lustig machen …

Traska, a.a.O., 129

Ausstellung 'Die drei Wien des Hermann Leopoldi'

Noch bis 4. Oktober 2012 haben Sie die Möglichkeit, die sehr feine Ausstellung über den großen Komponisten und Interpreten des Wienerliedes, Hermann Leopoldi, geboren als Hersch Kohn am 15. August 1888, zu sehen. In der Ausstellung sehen Sie nicht nur sehr viele Fotos, Plakate und Dokumente, sondern können auch Audiobeispiele genießen!

Zur Ausstellung ist ein wunderbares, penibel recherchiertes Buch erschienen, das wir Ihnen ebenfalls sehr empfehlen dürfen:

Georg Traska, Christoph Lind (Hg.), Hermann Leopoldi, Hersch Kohn. Eine Biographie, Wien 2012.

Beigebunden ist eine CD mit Hermann Leopoldis Liedern, von den „Meidlinger Buam“ über „G’schichten aus dem Wienerwald“ und „There Is a Little Cafe Down the Street“ bis hin zum Buchwälder Marsch.

Informationen zur Ausstellung (Öffnungszeiten etc.) sowie ein Hörbeispiel können Sie hier downloaden!

Am 22./23. September 1938 wurde Hermann Leopoldi von Dachau ins KZ Buchenwald überstellt. Dort entsteht eines seiner wohl bekanntesten Lieder, „das Lied von Buchenwald“, dessen Text von Fritz Beda-Löhner stammt:

Oh Buchenwald, ich kann Dich nicht vergessen,
Weil Du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen,
Wie wundervoll die Freiheit ist.
Doch Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
Und was auch unsre Zukunft sei:
Wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen,
Denn einmal kommt der Tag, da sind wir frei!

Refrain des „Buchenwälder Marschs“

Das kleine Bild, rechts oben im Teaser zum Blogpost, ist ein Bildausschnitt und stammt ebenfalls aus dem Buch Traska, a.a.O., 148.

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Buchtipp der Woche – Weder Ort, noch Stein

„Statt ein Gebet ein Gedicht hersagen“ – Elfriede Gerstl

statt oder als?
Unermüdlich Gebete
und Gedichte sagen
hersagen aufsagen
in mich rufen …

und Gedichte als Gebet
denn Gebete sind
Gedichte oder
können es sein
könnten es sein

vielleicht auch ohne
Trauer ohne Not die
aus mir ruft

und immer öfter
schweigt

damit Gebete
Gedichten gleichen

Dieses ist das erste Gedicht im neu erschienenen Lyrikband „Weder Ort, noch Stein“, von Nurit Schaller, den sie am vergangenen Mittwoch im Cafe Kafka in Wien erstpräsentierte. Ich durfte dabei die einführenden Worte sprechen (etwas gekürzt und überarbeitet hier widergegeben).

Die – oben zitierte – 2009 verstorbene österreichische, jüdische Schriftstellerin Elfriede Gerstl schreibt in ihrem Gedicht: „überraschungsgast“

das gedicht kommt
wie eine katze
[…]

Mein erster Gedanke, als ich Nurits Gedichte las, war, dass die Gedichte tatsächlich „kommen“ wie eine Katze, zumindest so wie ich es mir als nicht-Katzenkenner vorstelle, dass eine Katze kommen könnte …

Nurit legt in ihrem Erstlingswerk sehr viele Gedichte vor, die leise, fast still, kommen. Es sind viele Gedichte, es sind – vielleicht nur auf den ersten Blick – sehr unterschiedliche Gedichte, die Gedanken aus verschiedenen persönlichen und künstlerischen Entwicklungsstufen widerspiegeln. Und es sind beeindruckende Gedichte!

Gedichte, die Bilder schaffen, ja, sie sind Bilder, die man erst einmal auf sich wirken lassen muss, die zwingen, jedes einzelne Gedicht nochmals und immer und immer wieder zu lesen, Gedichte, die dann aber sehr rasch neue Bilder erzeugen und vieles auslösen und einem die eigenen Worte nehmen; es fehlen die Worte Nurits Gedichte zu beschreiben – und das ist auch gut so!

Ich baue
Mir
Kein Haus

Ich lebe
Draußen
Als Wild

Vor der
Stadt
Gibt’s nichts

Nurit liest aus ihrem Buch ...

Gedichte in ihrem sehr eigenen, unverwechselbaren Stil. Nurits Sprache ist eine sehr poetische, aber auch eine sehr präzise, eine extrem direkte Sprache, eine sehr schöne Sprache. Die Sprache der Gedichte ist aber vor allem Nurits eigene Sprache – eine Sprache, die aus im Grunde wenigen, aber sehr intensiven Wörtern und Worten besteht, und es ist eine Sprache, die nahezu ohne Sätze auskommt! Eine Sprache die naturgemäß anstrengend für den Zuhörer ist oder sein kann.

Eine Sprache ohne Zeit, zumindest ohne Zeit in unserem westlichen Verständnis, die Gedichte scheinen sich überhaupt jeglicher Zeitdimension zu entziehen, der Zeitenwechsel innerhalb der kleinsten Gedichteinheiten gleicht im grammatikalischen Sinn einem Aspektwechsel (auch im Hebräischen gibt es die eigentlichen Tempora nicht). Ähnlich wie in den Texten der hebräischen Bibel scheinen in Nurits Gedichten die alten Funktionen der hebräischen Konjugationen auf aspektualer Grundlage nachzuwirken.

Diesen in ihren Gedichten so sichere Umgang mit der hebräischen Welt und insbesondere mit der hebräischen Sprachenwelt („Ort“, hebr. מקום, mit Artikel (determiniert) המקום = „Gott“) fand ich gleichsam genial als auch faszinierend. Aber auch als wenig überraschend, den Nurit ist eine brilliante Linguistin, die ihr Handwerk beherrscht. (Ich darf anmerken, dass ich Nurit Schaller vor vielen Jahren kennenlernte, als sie als junge Studentin meine Bibelhebräischvorlesung am Institut für Orientalistik der Universität Wien besuchte.)

Nurit hat mittlerweile ihr Studium, ihre Studien, beendet, ihre Ausdrucksform ist über weite Strecken die Kunst, die Malerei, die Texte, die Photographie … eine Kreative, und zwar im allerbesten Sinn des Wortes, und immer auf der Basis bzw. mit dem Hintergrund einer Wissenden!

Mehr noch: Ihre Gedichte spiegeln dieses Wissen sehr deutlich wider und doch – sie sind viel mehr als nur in Gedichte gepresstes Wissen, es ist Lyrik auf sehr hohem Niveau, die durchaus eben ohne die von Nurit intendierten Assoziationen an- und auskommt, anspricht, vereinnahmt und begeistert! Ganz sicher werden jene, die die intendierten Assoziationen erkennen, in den Gedichten nochmals andere Bilder entdecken und eigene Bilder dazu kreieren. Denn an Assoziationen, oder besser „Assoziationsräumen“, ist Nurits Gedichtband reich; völlig unaufdringlich und nahezu nebenbei, jedenfalls fast durchgehend so gut wie geräuschlos bedient sie sowohl die Klaviatur der griechisch-römischen (Platons „Nachtmahl“ wird zum „Abendmahl“ …), der europäischen als insbesondere auch der jüdischen, und näherhin der biblischen sowie rabbinischen und jüdisch-mystischen Geisteswelt, Kulturgeschichte und Philosophie, mitunter in einem einzigen kurzen Gedicht!

Nurit signiert ihre Bücher ...

Es wäre noch vieles zu den Gedichten sagen, die im Kant’schen Sinne aus sich heraus schön sind, erst fühlte ich mich wortlos und dann entstanden Bilder, Gedanken, eigene Assoziationsräume, ich blieb an einzelnen Wörtern hängen wie an dem so schönen Wort „Ohnehin“ – ein ganzes Gedicht ist dem Wort gewidmet …

das gedicht kommt
wie eine katze

schreibt Elfriede Gerstl

Nurits Gedichte kommen wie eine Katze …

Selbstverständlich begegnen wir auch ihrer eigenen Katze, sie setzt sich mit Erich Kästner auseinander und schreibt über Schmerz, Trauer und die Einsamkeit; und Nurit schreibt auch über „Gott, der mich NICHT führt, aber mir zusieht“, denn „seine Augen sind nicht blind …“ wie es in einem Gedicht heißt:

G’ttes Augen
Sind nicht
Blind

Nur wir

Sind taub
Für sein
Wort

Ich wünsche dem faszinierenden Lyrikband „Weder Ort, noch Stein“ von Herzen viele LeserInnen!

Nurit Schaller, Weder Ort, noch Stein, Horn 2011, Verlag Berger, ISBN: 978-3-85028-533-9

Nurit Schaller, geboren am 07. Juli 1975 in Wien, studierte u.a. Kulturanthropologie in Amsterdam, Jüdische Studien und Semitistik in Heidelberg. Ist Linguistin (Bibelhebräisch und Aramäisch), Herausgeberin der Kunstzeitschrift ‚diletto – the paper on art & cultures‘ und Künstlerin. Lebt, schreibt, malt und werkt in Wien.
Mehr über die Autorin: nuritschaller.org und diletto.org

Kunst und Kultur, Tipp der Woche

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Kopf und Tipp der Woche – Ari Rath

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zu

Erzählungen eines Zeitzeugen. Ari Rath im Gespräch mit Johannes Reiss

Wann: Dienstag, 25. Oktober, 18.00 – 21.00 Uhr
Wo: Arbeiterkammer (AK) Burgenland,
Wiener Straße 7, 7000 Eisenstadt, Festsaal

Die Veranstaltung wurde von der AK Burgenland initiiert, in Kooperation mit
unserem Museum, dem „Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller & KünstlerInnen“, dem „Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und Aktiver Antifaschist/Inn/en“, dem „Sozialdemokratischen LehrerInnenverein Burgenland“, der „Österreichischen Gewerkschaftsjugend Burgenland“ und der „Sozialistischen Jugend“.

Ich freue mich außerordentlich mit einem der wohl berühmtesten und weitestgereisten Zeitzeugen sprechen zu dürfen.

Ari Rath wurde 1925 in Wien geboren, besuchte daselbst das Wasa-Gymnasium und wanderte im November 1938 mit der Jugendalija nach Palästina aus. Schon seit Oktober 1958 politischer und diplomatischer Berichterstatter bei der Jerusalem Post, war er von 1975 – 1989 deren Chefredakteur und Herausgeber, berichtete mehrere Jahrzehnte sozusagen aus dem Allerheiligsten der Arbeiterpartei und porträtierte die Großen in Israels Staatsgeschichte: Golda Meir, Moshe Dayan, Shimon Peres und viele andere. Legendär ist sein erster großer journalistischer „Scoop“ 1960, als es ihm gelang, in New York dem inoffiziellen Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben-Gurion und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer beizuwohnen.
Das große Lebensthema Ari Raths ist die Rolle Israels in der Welt und die Zukunft des jüdischen Staates.

Bildquelle: Titelbild „Ari Rath, Auf dem Weg zum Frieden. Artikel und Essays aus fünf Jahrzehnten, Berlin, 2005

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