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Projekt ojm.at.

Projektbericht / Fallstudie .

Heraus- und Anforderung.

Das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt wurde 1972 gegründet und ist der 300jährigen einzigartigen jüdischen Geschichte Eisenstadts und der Region inhaltlich verpflichtet. Ojm.at bietet einen informativen und ästhetischen Rahmen für die Inhalte des Museums und spiegelt den ›genius loci‹ sowie die geistige Heimat der ehemaligen bedeutenden jüdischen Gemeinden des heutigen Burgenlandes - Toratreue und Orthopraxie - wider.

Regionale Besonderheiten des burgenländischen Judentums sollten über die assoziative und exemplare Schiene ›Internet und nicht regionalisierbare jüdische Geschichte‹ vermittelt werden.
Die Schwerpunkte sollten dabei auf Erfüllung der Anforderungen von Usability und Accessibility liegen.

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Ausführung.

Gesamte Produktion (Ausnahme: Videos): MitarbeiterInnen des jüdischen Museums (siehe Impressum). Für die Entscheidung die Produktion nicht auszulagern waren vor allem 2 Gründe ausschlaggebend:

  1. Das Know-How sowie die langjährigen einschlägigen Erfahrungen der MitarbeiterInnen des Museums (Ausstellungsproduktionen, Ausstellungsgestaltungen, Printpublikationen, Texte und Webentwicklung) machte eine asymptotisch perfekte Synergie zwischen Inhalt und Gestaltung realisierbar. Das Museum – vor allem als Informationsstätte mit seiner speziellen Geschichte – wird auf diese Weise bestmöglich kommuniziert.
  2. Insbesondere aufgrund von massiven Subventionskürzungen stand kein Budget für eine Websiteproduktion zur Verfügung. Dem Museum entstanden auch tatsächlich keinerlei Kosten. Für die Finanzierung der einzigen ›Fremdkosten‹ (Videos in Gebärdensprache) konnte ein privater Sponsor gewonnen werden.

Das Projekt ›Barrierearmes ojm.at‹ wurde von uns seit langem geplant und ab März 2005 umgesetzt. Derzeit (Juli 2005) sind 410 Seiten online.

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Accessibility - Überblick.

Das vorrangige Ziel bei der technischen Umsetzung war eine möglichst barrierearme Website zu produzieren und damit viele Benutzer zu erreichen. Obwohl wir versucht haben, Accessibility umfassend und gewissenhaft umzusetzen, gibt es zwei große Schwerpunkte auf ojm.at:

Abgesehen von der Version in Leichter Sprache ist als genereller Schwerpunkt die Textgestaltung von ojm.at zu nennen.

Alle Texte der Website wurden für dieses Projekt neu verfasst (mit Ausnahme vorhandener wissenschaftlicher Artikel). Das Wording sollte exakt dem des Museumsalltags entsprechen und dem sehr inhomogenen Zielpublikum gerecht werden. Verständlichkeit hatte immer oberste Priorität.
Der Informationscharakter des gesamten Textes wird durch das hinkünftig zu ergänzende Lexikon für Leichte und Nicht-Leichte Sprache unterstrichen.

Alle Seiten validieren nach XHTML 1.0 strict und alle Seiten erreichen AAA der WCAG 1-Stufe (in den automatischen Tests mit den gängigen Testtools). Alle Seiten wurden selbstverständlich auch manuell weiterentwickelt und getestet.

Eine besondere Herausforderung stellte die Kennzeichnung der Sprachwechsel dar. Besonders bei hebräischen Wörtern mussten Konventionen festgelegt werden:
Alle in die deutsche Sprache eingegangene Wörter, die meist griechischen oder lateinischen Aussprachen folgen, wurden nicht ausgezeichnet (Sabbat, Levit usw.). Ausgezeichnet wurden wohl aber genuin hebräische Wörter (Midrasch, Mischna, Talmud, Tora, Schabbat usw.).

Abkürzungen wurden immer ausgezeichnet und im Text der Nicht-Leichten Sprachversion zusätzlich zum Lexikon auch mit Hilfe eines einfachen title-Attributs erklärt. Im wissenschaftlichen Bereich (Artikel) wurde, abgestimmt auf das Zielpublikum, auf eine Erklärung der Abkürzungen (Ausnahme: hebräische Abkürzungen) verzichtet. Außerdem wurden judaistische Fachwörter ebenfalls mit Hilfe des title-Attributs kurz erklärt.

Von nahezu allen Bildern werden Großansichten auf extra Seiten zur Verfügung gestellt.

Damit soll nicht nur dem Medium Museum mit seinen visuellen Ansprüchen Rechnung getragen werden, sondern auch bewusste Spannung - Enstpannung zwischen Text und Bild erzeugt werden. Die visuelle Kommunikation von ojm.at erfolgt nahezu ausschließlich über sachliche bildliche Darstellungen. Dekorbilder werden fast zur Gänze vermieden. Auch das ist als Beitrag zum klareren und besseren Verständnis des Inhaltes gedacht.

Mit Großansichten der Bilder wollen wir aber insbesondere auch schlecht sehenden Benützerinnen und Benützern die Möglichkeit geben, die zum Teil sehr schönen und seltenen Bilder besser zu sehen bzw. nachzuvollziehen.

Weiters wurde großer Wert auf eine sehr gute Qualität der Ausdrucke aller Seiten gelegt. Näheres findet sich in der Hilfe-Datei von ojm.at.

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Leichte Sprache.

»Man kann gewiss nicht alles simpel sagen, aber man kann es einfach sagen«
Peter Panter/Kurt Tucholsky

Warum ›Leichte Sprache‹?

Die Einrichtung der Website ojm.at in Leichter Sprache versteht sich als ergänzendes Serviceangebot des Österreichischen Jüdischen Museums.

Es richtet sich vorrangig an Personen mit eingeschränkter Lesekompetenz; angesprochen sind insbesondere Kinder ab acht Jahren, Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Um den Bedürfnissen dieser Zielgruppen gerecht zu werden, wurde großer Wert auf stilistische Einfachheit (geläufige Wörter, vorwiegend aktive Verben usw.) und syntaktische Klarheit (kurze Sätze, Hauptsätze usw.) gelegt. Die Texte wurden weiters in abgesetzte Sinnbündel gegliedert, wobei auf klare kognitive - und semantisch korrekte - Strukturierung (Zwischenüberschriften, Hervorhebungen usw.) geachtet wurde.

Fremd- und Lehnwörter wurden, sofern es sich nicht um fachspezifische Termini (Synagoge, Rabbiner usw.) handelt, vermieden. Umschreibungen, die einer Operationalisierung durch den Rezipienten eher zugänglich sind, wurden komplexeren Ausdrücken vorgezogen (z. B. ›Seite in Nicht-leichter Sprache‹ statt ›Standardversion‹).

Dem Benutzer stehen sämtliche Seiten der Website mit Ausnahme des Abschnitts ›Artikel‹ in leichter Sprache zur Verfügung. Auf die Übertragung der Artikel wurde bewusst verzichtet, um den vom jeweiligen Autor intendierten wissenschaftlichen bzw. ästhetischen Duktus der einzelnen Texte zu bewahren.

Die Übertragung der Website in Leichte Sprache ist getragen von der Überzeugung, dass auch komplexe Sachverhalte in klare – einfache, jedoch nicht simple – sprachliche Strukturen überführt und damit einer breiteren Schicht an Rezipienten zugänglich gemacht werden können.

Das Österreichische Jüdische Museum trägt mit der Bereitstellung seiner Website in Leichter Sprache dem Ideal einer barrierearmen/barrierefreien Nutzbarkeit des Kommunikationsnetzwerkes Internet Rechnung.

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Gebärdensprache.

Derzeit werden drei Videos in österreichischer Gebärdensprache in einer Gesamtlänge von ca. 36 Minuten zur Verfügung gestellt. Wir haben uns bemüht, mit den Inhalten der Videos große Bereiche von ojm.at abzudecken. Die Texte aller Videos können auf der Website nachgelesen werden.
Das Angebot für Gehörlose und Schwerhörige wird hinkünftig ausgebaut.

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Layout und Design.

Das Instrument Browser wird in seiner ihm eigenen Flexibilität in Bezug auf Größe des Browserfensters und Höhe der Auflösung ausgereizt. Die Seite ist auch am Handy gut lesbar, Querscrollen wird selbst bei einer Auflösung von 640 x 480 weitestgehend vermieden und sehr große Bilddiagonalen, bis hin zu Apples 30 Zoll Cinema HD Display, bieten noch immer einen großen Lesekomfort durch die prozentuelle Aufteilung aller Seitenspalten.

Das Design ist in erster Linie von Klarheit geprägt, optimale Lesbarkeit (Kontraste, Schriftskalierung) steht stets im Vordergrund.
Grafische Freiräume werden kaum durch Striche, Kästen oder Farbflächen visualisiert, sondern durchgehend mit ›white space‹, ein Konzept, das sogar bei kleinen Browserfenstern bzw. geringer Auflösung noch weitgehend nachvollziehbar ist.

Durch die deutliche Absenkung der Spalten wirken die Seiten stabil und ruhig, eine allzu große Statik wird durch die sehr sparsam eingesetzte Bilderwelt vermieden.

Die weiträumig und großzügig wirkenden und nie überladenen Seiten antizipieren den Eindruck eines Ganges durch die realen Ausstellungsräume des Museums bzw. setzen diesen entstandenen Eindruck nach einem Besuch fort.

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Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt, 2005-2017