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"Ver(BE)gangen"
Station 5: Älterer jüdischer Friedhof - 1679 - 1875.

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Schabbat-Kette[D]

Der ältere jüdische Friedhof Eisenstadts stammt aus der Frühzeit des jüdischen Viertels - der älteste (belegte, allerdings nicht physisch erhaltene) Grabstein datiert aus dem Jahr 1679. Heute fasst der Friedhof rund 1100 Grabsteine, durchgehend mit hebräischen Inschriften (drei Dutzend weitere Grabsteine, deren einstmalige Existenz durch eine Zählung vor 1938 belegt ist, sind verschollen).

In einer 1922 erschienenen Publikation zum Friedhof erklärt Sándor Wolf (siehe auch Station 7, Landesmusem Burgenland) die Spezifika des älteren jüdischen Friedhofs - etwa die auffällige unmittelbare Nachbarschaft zum Wohngebiet der Gemeinde und die auch heute noch gut erkennbare Unebenheit des Friedhofsgeländes:

»(Der Friedhof) grenzt heute an die Mauern des Ghettos, an dessen nordwestlichem Ende er liegt. So geht hier das frische pulsierende Leben unmittelbar in das Reich der Toten über. Nicht immer war es so, denn auch hier dürfte man sich ursprünglich an die Vorschrift der Mischna, Gräber aus hygienischen Gründen mindestens 50 Ellen von der Stadt entfernt anzulegen, gehalten haben. Später musste man aber den Raum zwischen den letzten Häusern der Gemeinde und dem Gottesacker verbauen, denn der vom Fürsten Esterhazy den Juden zur Verfügung gestellte Raum war eng begrenzt. Auch scheint es der Wunsch der Judenheit selbst gewesen zu sein, die Toten in ihrer Nähe zu haben. (...) Der Eisenstädter Friedhof ist zum Unterschied von anderen alten jüdischen Friedhöfen vollständig baumlos. Das Terrain ist eben, an manchen Stellen bemerkt man jedoch Aufschüttungen von Erdreich, die dazu dienten, um über den alten Gräbern neue anlegen zu können. Die Steine stehen an diesen Stätten dicht nebeneinander, weil die der tiefern Gräber auch hinaufgestellt wurden.«

Sándor Wolf, Die Entwicklung des jüdischen Grabsteines und die Denkmäler des Eisenstädter Friedhofes, 1922 (zit. nach Reiss 2001. S. 56ff.)

Als der Friedhof im Jahr 1875 voll ausgelastet war (und nachdem die von Wolf angesprochenen Vorgaben der Esterházys nicht mehr eingehalten werden mussten), wurde ein weiterer Friedhof in unmittelbarer Nähe angelegt - der jüngere jüdische Friedhof Eisenstadts (siehe Station 6, Jüngerer jüdischer Friedhof) entstand.

Literatur


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Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt, 2005-2017