Jütl Frau Ahron London aus Hamburg, 13. Tevet 508 (= Freitag, 15. Dezember 1747)

I-3 (Wachstein 178)

  • Grabstein Jütl Frau Ahron London aus Hamburg, 13. Tevet 508
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor I


Die Grabinschrift

פ”ט

אשה הגונה צנוע’ נאמנה
עשתה רצון קונ’ תפילת’
בכוונה על האי שופרא
דבלי בעפרא קבכינא ה”ה
מרת ייטל אלמנת
מהור”ר אהרן לונדן
מהמבורג ז”ל עלתה
למעונה וי”נ בקדוש’
וטהרה ביו’ ו’ י”ג טבת
נגזרה גזירה תק”ח
ליצירה נשמת’ בצרור
החיים תה’ צרורה


Anmerkungen

In der Transkription Wachsteins unterläuft ihm in der vorletzten Zeile ein Fehler, es muss בצרור und nicht נצרור heißen, außerdem fehlt die letzte Zeile der Inschrift bei Wachstein völlig.

Der Herkunftsort des Ehemannes, Hamburg, findet sich in Zeile 8.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

MORENU Ahron London ist wohl mit dem gelehrten Benjamin Ahron ben Aberle London identisch, der nach seiner Rückkehr aus London nach 1729 in seiner Heimatgemeinde Hamburg gestorben ist. Welche Beziehungen die Witwe des reichen und gelehrten Mannes aus Hamburg zu Eisenstadt hatte, war mit nicht feststellbar.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 97

Sohn (vielleicht): Eisik London, gest. 04. Jänner 1784


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt