Mordechai ben Meir ha-Cohen, 01. Nisan 593 (= Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 21. März 1833)

U-13 (Wachstein 710)

  • Grabstein Mordechai ben Meir ha-Cohen, 01. Nisan 593
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor U


Die Grabinschrift

נפטר ליל ד’ נגהי ליום ה’ ר”ח
ניסן תקצ”ג ל’ ה”ה הנעלה כ’

פ”נ

מרדכי בן המנוח כ”ה מאיר כ”ץ ז”ל

מרדכי יצא בלבוש כהנה
כל ימיו בדרך נכונה, מנעוריו
עד זקנה צם שני ימים דראש
השנה, ועמד כל היום ב”ב”הכ”נ
בתפלה בכוונה

תנצב”ה


Anmerkungen

Zu Wachsteins Übersetzung (s.u.) am Beginn seiner Anmerkung:

Zeile 2 Ende bis 5 der Eulogie: “(2) Von seiner Jugend (3) bis zum Alter fastete er die 2 Tage von Rosch (4) haSchana und hielt sich den ganzen Tag i(n) d(er) S(ynagoge) (5) in Gebet und tiefer Andacht auf”.


Biografische Notizen

1. (wahrscheinlich) Ehefrau: Jütel Cohn, gest. 21. August 1804

2. (wahrscheinlich) Ehefrau: Sarl Cohn., gest. 31. März 1841


Die Grabschrift sagt dem Verstorbenen nach, dass er an den beiden Neujahrstagen zu fasten und den ganzen Tag in der Synagoge in tiefer Andacht zu verbringen pflegte. Die Matrik bezeichnet ihn als ‘Marcus Cohn, Wächter’ und gibt sein Alter mit 80 Jahren an. Auf ein höheres Alter spielt auch die Inschrift an. Wenn die in der Matrik allerdings korrigierte Zahl richtig sein sollte, könnte er nicht mit dem Manne von Nr. 510 [Jütel, Frau des Mordechai ha-Cohen, verstorben 1804] identifiziert werden. Im Gemeindebuch … ist nämlich ein Protokoll von Sonntag, 24. (lies 22.) Tevet 559 [= 30. Dezember 1798] enthalten, nach welchem der Bräutigam הנער החתן Mordechai Cohen, im Begriffe sich mit Jütel, der Tochter des verstorbenen Moses Jedidja zu verheiraten, um die Zuständigkeit ansucht. Der Erwerber des Gemeinderechtes könnte demnach höchstens 60 Jahre alt geworden sein. Vielleicht lebten zurzeit zwei Personen dieses Namens. Der Vollständigkeit halber sei noch mitgeteilt, dass wir unter den Pränumeranten auf die Prager Talmudausgabe 1830 einen Mordechai Cohen aus Eisenstadt finden.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 47


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