Fradel Tochter Meir, Frau Samuel Güns, 20. Nisan? 563 (= Dienstag, 12. April 1803)

F-30 (Wachstein 497)

  • Grabstein Fradel Tochter Meir, Frau Samuel Güns, 20. Nisan? 563
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor F


Die Grabinschrift

י”נ ונקברת יום א’ עי”ט אחרון של פסח
תקס”ג לפ”ק

פ”ט
פעמי רגלי’ אצו דרכי’ למנוחות
בת טובים מטיבי צעד וארחות
מהררי אל תוקף הבנות בטוחות
מאיר השחר אופל ונוגה מזרחות
זמן צאתה לעולמה רבתה נאנחות
האשה מרת פראדל אשת המנוח
המפורסם כה”ר שמואל גינס ז”ל

תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 1: Die Probleme bei der Angabe des Sterbedatums erwähnt Wachstein in einer Fußnote im hebräischen Teil.
Wachstein geht davon aus, dass mit “Vorabend des Fest-/Feiertages des letzten Tages von Pesach” nur der 4. Zwischenfeiertag von Pesach gemeint sein kann, welcher in diesem Jahr aber auf einen Dienstag (und nicht auf einen Sonntag יום א’) fiel.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

MORENU Meir, der Vater der Verstorbenen, ist ohne Zweifel Meir, der Sohn des Michael Lasar, des Sohnes des Finanzmannes Simon Michl aus Wien. Sie ist seine Tochter aus der Ehe mit Golda Tochter Marx Lion Gomperz.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 169

In der Fußnote zu seiner Anmerkung zitiert Wachstein “J. Taglicht, Nachlässe der Wiener Juden im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Finanz-, Wirtschafts- und Familiengeschichte des 17. und 19. Jahrhunderts, Wien 1917, Seite 168”:

… wo unter den Kindern aus zweiter Ehe ‘Veronica verehelichte Schlesinger zu Eisenstadt’ erscheint.


Ehemann: Samuel Marx Israel Schlesinger (Güns), gest. 27. Mai 1792

Tochter/Stieftochter: Levia Schlesinger (Güns), gest. 16. Dezember 1766


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