Josua Reichenfeld, 24. Elul 623 (= Dienstag, 08. September 1863)

E-6 (Wachstein 993)

  • Grabstein Josua Reichenfeld, 24. Elul 623
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor E


Die Grabinschrift

וימת יהושע זקן ושבע ימים ויאסף אל עמיו
יום ג’ כ”ד אלול תרכ”ג לפ”ק

עדה
האבן הזאת לכל עובר כי פה
הובל לקבר אדם גדול גבר חכם
בעוז מו”ה יהושע רייכענפעלד
זצ”ל דיין מצויין בהלכה כארבעים
שנה בעדתנו הפליא לעשות לו
יד ושם בתורתנו שם כבוד
מנוחתו במעון שמים

תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 1: “Alt und satt an Tagen” (Genesis 35,29 u.a.).

Zeile 4: Josua Reichenfeld trägt die MORENU-Würde.

Zeile 5/6a: “Vortrefflicher Richter in der Halacha etwa 40 Jahre lang in unserer Gemeinde”.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Josua ben Löb Reichenfeld aus Pápa gebürtig, in Eisenstadt seit 1807 nachweisbar, wurde am 18. Tammus 573 = 16. Juli 1813 als Dajjan bestellt und am 22. Tevet 607 = 10. Jänner 1847 pensioniert. Seine geschwächte Sehkraft mag die Ursache sein, dass er 16 Jahre vor seinem Tode in den Ruhestand trat. Außer in seinem Berufe betätigte er sich auch im Vorstand der Talmud-Tora und des Nichum-Avelim-Vereines sowie vorübergehend in der Gemeindeleitung…

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 281

1. Ehefrau: Chana Reichenfeld, gest. 27. Mai 1825

2. Ehefrau: Sarl Reichenfeld, gest. 19. Mai 1840


Sohn: Jehuda Löb Reichenfeld, gest. 03. Februar 1863

Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt