N. N., 02. Cheschwan 465 (Donnerstag, 30. Oktober 1704)

I-22 (Wachstein 31)

  • Grabstein N.N., 02. Cheschwan 465
  • Scan Wachstein Grabstein N.N., 02. Cheschwan 465


älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor I


Die Grabinschrift

ארי’ עלה מבבל
בלול במקרא במשנ’
ואגדה לרום רקיע מקום שהשכינה
משתעשע עם סדיקים ונהני’ מזיו כבודה
יציאת הצדיק עושה רושם פנה זיוה
והודה ווי על מרגניתא חמודה שנאבדה
מסוד ישרים ועדה הותי’
והתורני כה”ר … עינים …
נפטר בעיר נייאשטאט ביום ב’
חשון תס”ה ל’ אשר גלו היהודים לשם
בעת מלחמת הגריים שארץ רעשה ורעדה ונקבר
ביום ג’ פה קהילתנו היושבת כע”ע בדודה

תנצב”ה


Anmerkungen

Der einst sehr schöne Grabstein ist leider tief in die Erde gesunken und zudem noch mehr gebrochen als er zu Wachsteins Zeit war. Die Zeilengerechtigkeit kann in den ersten Zeilen nur aufgrund des Fotos von Wachstein, in den unteren Zeilen der Inschrift gar nicht gewährleistet werden.


Infolge des Kuruzzenaufstandes unter Karoly im Jahre 1704 sah sich die Judenschaft von Eisenstadt genötigt, nach Wiener Neustadt zu flüchten, wo damals keine jüdische Gemeinde bestand. Die Grabschrift berichtet:
‘Er verschied in Neustat …, wohin die Juden geflüchtet während des Kampfes der Ungarn [gegen Habsburg], wodurch das Land in Aufruhr geriet, und wurde begraben [am 3. hier] in unserer Gemeinde, welche zur Zeit vereinsamt ist.’
Wer der Mann war, dessen Gelehrsamkeit gerühmt und dessen Verlust von der Gemeinde betrauert wird, ist mir nicht feststellbar. Der sonst lesbare und schöne Stein weist gerade an der Stelle, wo der Name stand, einen Bruch auf.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 10

Wachstein übersetzt (zumindest teilweise) die Zeilen 9 – 12.


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt