Moses ben Benjamin Wolf Margulies-Jafe (Schlesinger) aus Wien, 28. Nisan 490 (Schabbat, 15. April 1730)

D-24 (Wachstein 104)

  • Grabstein Moses ben Benjamin Wolf Margulies-Jafe (Schlesinger) aus Wien, 28. Nisan 490
  • Scan Wachstein Grabstein Moses ben Benjamin Wolf Margulies-Jafe (Schlesinger) aus Wien


älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor D


Die Grabinschrift

וימת משה בש”ק כ”ח ניסן ל’
חצור תמים ל’

וילך
משה הליכות עולם לעלמ’
דקשוט קושט דבריו היה
בנעימים לדבר מצוה היה
מן הזריזי’ והמקדימים כי
זה משה האיש היה גבר
בכולהו קם על נדיבים היה
כאחד מן המפורסמים ידי’
הי’ פרושות להעמי’ ולהחזי’
ידי תמימים מנהיג ומנהל
עדרת צאן קדשי’ לעיני עמים
מרגניתא דלית בי’ טימים
האלוף כה”ר משה ב’ הקצין
השתדלן המפורס’ כה”ר בנימין
וואלף ז”ל מרגליו’ יפה מווינא

תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 1: Der 28. Nisan 490 war der 15. April 1730 und nicht der 18. März 1730, wie Wachstein schreibt.


Biografische Notizen

Moses, der Sohn ‘des weitbekannten Stadlans (Fürsprechers)’ Wolf Schlesinger wird in der Grabschrift als wohltätiger Mann und Führer der Gemeinde gerühmt.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 25

Wachstein verweist auf seine Anmerkungen zur Grabinschrift des am jüdischen Friedhof Rossau (Seegasse, Wien) begrabenen, 1727 verstorbenen Wolf ben Mordechai Margulies-Jafe [Schlesinger]:

Am Tage, da der Mensch erschaffen wurde, am 24. des Monates, an dem die Tora gegeben wurde, im Jahre [5]487 der Schöpfung.
Wir haben diese Reime in dieses Standbild eingegraben, um kenntlich zu machen die Grabstätte des vornehmen Herrn, d.i. hrr Wolf, Sohnes des vornehmen, weitbekannten hrr Mordechai Margulies Jafe, des Fürsprechers und Landesvorstehers, dessen Name in allen Orten gekannt ist…

Wolf ben Mordechai Margulies-Jafe oder, wie er bürgerlich genannt wird, Wolf Schlesinger, gehört zu den wenigen nach der Vertreibung im Jahre 1670 nach Wien eingewanderten Juden, die die alte Judenstadt noch mit eigenen Augen gesehen haben. Er muss schon im verständigen Alter gestanden haben, als die Gemeinde, zu deren Führern auch sein Vater zählte, aus der Stadt vertrieben wurde.

Wachstein B., Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, 2. Teil, 1696 – 1783, Wien 1917, 160ff

Sohn (wahrscheinlich): Baruch Schlesinger, gest. 19. Oktober 1727

Unter der Voraussetzung, dass das Verwandtschaftsverhältnis korrekt ist, liegen Vater und Sohn nur unweit voneinander entfernt.


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