Moses ben Leml Jafe N[ikol]s[burg], 14. Siwan 496 (= Donnerstag, 24. Mai 1736)

D-2 (Wachstein 133)

  • Grabstein Moses ben Leml Jafe N[ikol]s[burg], 14. Siwan 496
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor D


Die Grabinschrift

… ביום ה סיון תצ”ו לפ”ק

ויעל
משה לשמי
מעלה גבר הי’ בכולה
ודרש בכלילא חכם
וסופר וידע לבסומי
קלא עסק בתורה
ובמצות ובג”ח יום
ולילה נשמתו השלי’
לאל נורא עלילה
ראוי לספוד עליו בקינ’
ויללה שלהב’ בארזי’ נפלה
נשמתו תתעדן קדם רב פעלה
מו”ה משה ב”ה לעמל יפה נ”ש

תנצב”ה


Biografische Notizen

Moses ben Ascher Jafe-Margulies, auch Moses Lemls genannt, aus Nikolsburg saß seit etwa 1730 im Vorstande der Gemeinde. Die Grabschrift beklagt den Tod dieses Mannes, der gelehrt und weise war, mit dem Studium der Tora und mit frommen Werken sich Tag und Nacht beschäftigte. Er hatte Lea, die Tochter des Salman ben Wolf Jeiteles-Austerlitz, zur Frau, nach deren Tode er Rachel, die Tochter Isak Zorefs, heiratete. In der Konskriptionsliste 1735, die Angaben über Herkunft, Familienstand und Beruf enthält, figuriert Moyses Lemel, Graf Dietrichsteinscher Untertan, als Kantor. Vergleicht man diese Angabe mit dem Lob in der Grabschrift:
‘er vermochte seiner Stimme süße Töne zu entlocken’, so ergibt sich die Identität, die ja auch aus dem Namen und der Herkunft – die Grundherrschaft Nikolsburg gehörte bekanntlich dem Grafen Dietrichstein – folgt. Eine Bestätigung dieser seiner beruflichen Tätigkeit finde ich allerdings in den Quellen nicht…

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 40

Wachstein übersetzt Zeile 7/8a.

Ehefrau: Lea Lemels-Schlesinger, gest. 19. Juni 1729

Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt