Karoline (Kela Frau Abram Löb) Reitlinger, 10. Nisan 574 (Donnerstag, 31. März 1814)

J-33 (Wachstein 568)

  • Grabstein Kela Frau Abram Löb Reitlinger, 10. Nisan 574
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor J


Die Grabinschrift

נפטרת יום ה’ יוד ניסן תקע”ד לפ”ק

פ”ט
האשה חשובה
הצנוע’ המשכלת הק’ א”ח
מ’ קילא אשת הק’ המרומם
הר”ר אברם ליב רייטלינגר י”ץ

קרן צבי נזר עטרה מות הסיר
המצנפת הרים עטרה ירה
חיצי מות לא עת האסף נפשך
הטהורה לבית אביך נכסוף
נכספת מהרה אל מקום
חוצבת בת מלך פנימה רב שם
ותפארה לא האבן אשר על
משכן נפשיך קברת ארץ לנו
למשמרת אך שמך הטוב
אשר שמענו לנו לתפארת
תמכת יד דלים זה בכה וזה בכה
ביד רמה פקחת עיניך עלי דל
הולך שממה ד’ ישלם פעלך
ומשכורתך שלמה

תנצב”ה


Anmerkungen

Jung gestorben, erste Frau des in großem Ansehen gestandenen Abraham Löb Reitlinger, der in der Folge Vorsteher der Gemeinde wurde. Abraham Löb Reitlinger war zumeist in Wien beruflich tätig und starb dortselbst 13. Elul 586/1826.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 184

Zeile 4/5a: “Nach deinem Vaterhaus sehntest du dich eilendst”.


Biografische Notizen

Vater: Salomon (Salman) Reitlinger, Kaufmann, geb. ca. 1735 in Pappenheim (Bayern), gest. 16. Dezember 1829 an Altersschwäche in Wien, Leopoldstadt 314, begraben 18. Dezember 1829 jüdischer Friedhof Währing

Mutter: Barbara / Babette (Pessel)

Siehe v.a. Georg Gaugusch, Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938, L-R, Wien (2016), 2906ff.

Ehemann: (als 1. Ehefrau) Abraham Leopold (Amschel Löb, Lewi) Reitlinger, Kaufmann in Eisenstadt und Spediteur des David Semler in Wien, geb. ca. 1770 in Pappenheim, gest. mit 55 Jahren am 14. September 1826, begraben am 15. September am jüdischen Friedhof Währing.

2. Ehefrau: Franziska / Fanny (Sprinze Chaja) Sabel, verw. Reitlinger, geb. Kohn, gest. mit 88 Jahren am 14. oder 16. April 1879, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Matriken Tod Abraham Leopold Reitlinger

Matriken Tod Abraham Leopold Reitlinger, Eintrag Wien Währing


Sohn: Salman Reitlinger, gest. 11. August 1840


Die ursprünglich aus dem bayrischen Pappenheim über Eisenstadt nach Wien gekommene Familie Reitlinger gehörte schon im 18. Jahrhundert zu den international vernetzten Hoffaktorenfamilien; so war beispielsweise Issachar Beer Reitlinger in Amsterdam, der in die mit Wien und Prag eng verbundene Familie Gomperz eingeheiratet hatte, ein weit über die Grenzen Hollands hinaus bekannter Mann…
Der Begründer der Ersten Linie, Salomon (Salman) Reitlinger, war Handelsmann im bayrischen Pappenheim und scheint in Wiener Quellen nicht auf – sein Name erschließt sich nur über die hebräische Inschrift seiner 1829 hochbetagt in Wien gestorbenen Witwe Babette. Deren Kinder lebten in Amsterdam, London und Eisenstadt …

Georg Gaugusch, Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938, L-R, Wien (2016), 2905


Mausoleum Reitlinger London

Mausoleum Reitlinger London


  • Mausoleum Reitlinger Wien

    Mausoleum Reitlinger
    Wien

  • Mausoleum Reitlinger Paris

    Mausoleum Reitlinger
    Paris

  • Mausoleum Reitlinger New York

    Mausoleum Reitlinger
    New York


Bild-© aller Fotos der Mausoleen: Georg Gaugusch, Wien


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt