A(h)ron Figdor (Kittsee), 12. Elul 629 (= Nacht auf Donnerstag, 19. August 1869)

K-25 (Wachstein 1055)

  • Grabstein Ahron Kittsee, 12. Elul 629
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor K


Die Grabinschrift

פ”נ
ה”ה הרבני המופלג בתורה
החריף השנן כש”ת מו”ה
אהרן קיצע י”נ אור ליום י”ב אלול
שנת תרכ”ט לפ”ק

וימת

אהרן בזקנה ובשיבה גדולה
היה ממשפחה הגונה ומהוללה
רוב ימיו יגע ועסק בתורה
נצבה עזרתו לימינו בנפש טהורה
קרא ושנה הרבה בזכות אשתו כשרה
יום וליל תמכוהו בכשרון כפה
צרה ויגון מצאו מעת עזבו גופה
עולם חשך בעדו ברעות אין מספר
היה הלוך וחסור עד שובו לעפר

תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 6: Ich vermeine hier noch Buchstaben zu erkennen. Vielleicht handelt es sich um ein Einleitungswort in die Eulogie, nämlich וימת “Es starb” (Ahron in hohem Alter …) (s. Numeri 20,28).
Wachstein transkribiert diese Zeile nicht und beginnt in seiner Übersetzung mit dem Wort “Ahron” (“…entstammt er (i.e. Ahron) einer würdigen …”).


Biografische Notizen

A(h)ron Figdor, Witwer, gest. mit 82 Jahren am 19. August 1869 an Altersschwäche in Eisenstadt 30

Matriken Tod Aron Figdor

Matriken Tod Aron Figdor


‘Scharfsinnig und bewandert in der Lehre, ausgezeichnet durch ein hohes Alter, entstammt er einer würdigen und rühmlichen Familie. Den größten Teil seines Lebens mühte er sich mit der Erforschung der Lehre. Seine Gattin stand ihm als Stütze zur Seite mit reiner Seele. Er konnte durch diese seine fromme Frau sich in der Lehre versenken. Tag und Nacht sorgte sie für ihn durch den Fleiß ihrer Hände. Kummer und Leid traf ihn, seit sie ihn verließ. Finster wurde ihm nun die Welt. Unzählige Übel trafen ihn und zehrten an seinem Leben, bis zur Rückkehr in die Erde’.

Ahron Kittsee führte den Familiennamen ‘Figdor’. Er ist wohl ein Nachkomme des Avigdor aus Kittsee, dessen Sohn Samuel ein Schwiegersohn von Josef Samuel Irritz war.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 295f

Wachstein übersetzt die gesamte Eulogie inklusive Teile der Einleitung.


Ehefrau: Franziska (Fradel) Figdor, gest. 13. November 1847

Tochter:
Lea Hacker, gest. 24. Dezember 1857

Söhne: Abraham Figdor, gest. 16. September 1898, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt

Igna(t)z Figdor, geh. 29. Juni 1854 Karoline / Helene / Leni (Mirjam Lea) Pollak, geb. 1833?, gest. 12. März 1898, begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt, Tochter des Israel (Esriel) Pollak, gest. 16. Dezember 1886 und ebenfalls begraben am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt, und der Katharina Fischer

Friedrich (Frigyes) Figdor, gest. 09. August 1900


Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt