Jehuda …ben Eisik, 07. Cheschwan 509 (= Dienstag, 29. Oktober 1748)

K-11 (Wachstein 184)

  • Grabstein Jehuda ...ben Eisik, 07. Cheschwan 509
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor K


Die Grabinschrift

פ”נ

איש ישר וכשר
הולך תמי’ ופועל
צדק צדקו’ עשה
בישראל בכל עת
הלווה לעניים בעת
דחק וזאת ליהוד’ ידיו
רב לו באמנה עשה הכל
ה”ה האלוף והקצין יהוד’ …
ב”כ אייזיק ז’ י”נ יו’ ג’ ז’
חשון תק”ט לפ”ק

תנצב”ה


Anmerkungen

Der Grabstein ist gebrochen, nur mehr der obere Teil der Inschrift ist erhalten. Daher kann ab Zeile 6 die Zeilengerechtigkeit nicht mehr gewährleistet werden. Auch Wachsteins Erkenntnis, dass sich Spuren des Wortes “Beer” finden (s. unten), kann nicht verifiziert werden.


Biografische Notizen

‘Er übte fromme Werke jeder Zeit aus und lieh den Armen in ihrer Not.’
Das Lob lässt auf einen Wohlstand oder zumindest auf einen bürgerlichen Besitz in der Gemeinde schließen. Ich bin daher geneigt anzunehmen, dass das jetzt nicht lesbare Wort nach Jehuda ‘Beer’ oder ‘Isaschar’ gelautet habe. Jehuda Isaschar oder, was dasselbe ist, Jehuda Beer ist dann der … Hausbesitzer Jüdl Beer, der Schwiegervater Löb Niederwerrns. … Die Konskriptionsliste weiß von Jüdl Beer, dass er ständige Wohnung hat und mit Leinen und Stoffen handelt. Der Hausstand wird angegeben: Gattin, zwei kleine Kinder, zwei Diener, ein Dienstbote, zusammen sieben Personen. Aus dem Familienstand scheint hervorzugehen, dass er noch nicht alt war. Er ist ein Sohn des Eisik Jüdl, der nach den Steuerlisten zwischen 1740 und 1750 gestorben ist…

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 98f

Wachstein übersetzt Zeile 3b – 7a.

In der Fußnote merkt Wachstein noch an:

Eine neuerliche Untersuchung des Steines ergab in der Tat, dass noch Spuren des Namens ‘Beer’ vorhanden sind.

Schwestern:
Grunet Tochter Eisik, gest. 10. Juli 1747

Gütel Tochter Eisik, gest. 30. November 1719


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