Frau Hendl Tochter Löb, 03. Tammus 483 (= Schabbat, 06. Juli 1723)

K-17 (Wachstein 72)


älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor K


Die Grabinschrift

יצאה נשמתה ביום ג’ ג’ תמוז תפ”ק ל’

פ”ט

האשה הגונה במעשה
היתה נעימה חכמת לב
טבי בידה לעני כל
כוונה ומחשבתה
לטובה הצנועה
והחסידה מרת הענדיל
בת הר”ר ליב ז”ל תנצב”ה


Anmerkungen

Die Inschrift ist heute nur mehr bruchstückhaft zu lesen, die Zeilengerechtigkeit kann aufgrund des Fotos bei Wachstein gewährleistet werden.

Wachstein zitiert den oben abgebildeten Grabstein von Hendel Löb als Beispiel für Denkmale, deren Ankanthusranken nicht mehr wie bei den Barocksteinen, die keine Beziehungen zu Steinen des Wiener Friedhofs (Seegasse) haben, herabhängen (siehe etwa Grabstein von Moses Wertheimer), sondern mächtig in die Höhe streben, um im Giebelfeld Raum für die Levitenkanne oder für die Buchstaben פ”נ oder פ”ט zu lassen. Laub- und Bandwerk tritt hier zum erstenmal auf.

Siehe Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., XLf

Zum Grabstein selbst schreibt Wachstein:

110 cm h., 58 cm br., 11 cm d., 70 cm Th., 48 cm Zl. Die Randleiste, die den Stein umgrenzt, setzt sich in die Bekrönung fort und endigt in nach innen eingerollten Akanthusranken.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., XLII

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