Katharina (Gütel Tochter Zvi Hirsch) Machlup / Machalup, 21. Siwan 602 (= Sonntag Nacht, 29. Mai 1842)

P-46 (Wachstein 796)

  • Grabstein Gütel Tochter Zvi Hirsch Machalup, 21. Siwan 602
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor P


Die Grabinschrift

הבתולה גיטל בת כ”ה צבי הירש
מאכלוף נפטרת יום א’ ונקברת יום
ב’ כ”א סיון תר”ב לפ”ק

פ”ט
צרה כמבכירה על מות העלמה
הודה נהפך למשחית טרם בא זמנה
יחידה היא לאביה ולאמה ברה כחמה
כשרון מפעלה נודע לכל נאי שעריה
דרכיה נועם ונתיבותיה ישרה
הוי ואבוי קראו למקוננות ותבואנה
כאבה נעכר בלב הורה ומורה
עד כי תעמוד לקץ הימין לנער מעפרה

תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 1: “Die Jungfrau / das Mädchen”.

Zeile 2/3: “Sie verstarb am Tag 1 (= Sonntag) und wurde begraben am Tag 2 (= Montag), 21. Siwan”. Der 21. Siwan war ein Montag, demzufolge ist Gütel Machalup wohl Sonntag nachts gestorben. Wachstein schreibt “Montag”.

Zeile 2/3 der Eulogie: “Ihre Schönheit war entstellt (Daniel 10,8) bevor ihre Zeit kam, die einzige war sie ihrem Vater und ihrer Mutter”.


Biografische Notizen

Katharina (Gütel Tochter Zvi Hirsch) Machlup / Machalup, geb. ca. 1825 in Eisenstadt, gest. mit 17 Jahren am 29. Mai (spät abends, schon am 21. Siwan) 1842 an Nervenfieber, begraben am Montag, 30. Mai 1842 (s.o. Anmerkung zu Zeile 2/3).
Der Vater ist nur mit D. angegeben (s.u. Sterbematriken). Am 18. Mai ist in den Matriken ebenfalls eine Katharina Machlup, gest. mit 9 Jahren an Gehirnlähmung, Vater: Hermann, Produktenhändler, eingetragen. Bei diesem Eintrag würde zwar der Vater passen, aber das hebräische Datum am Grabstein ist eindeutig und die Inschrift passt wohl auch besser zur 17jährigen Kathrina als zum Kind mit 9 Jahren.

Mädchen, einzige Tochter von Zvi Hirsch Machalup.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 239

Matriken Tod Katharina Machalup

Matriken Tod Katharina Machalup


Vater: Herrmann (Zvi Hirsch) Machlup / Machalup, gest. 13. Dezember 1866

Mutter: Adelheid (Edel) Machalup / Machlup, gest. 19. November 1863


Zeile 2: Zum Familiennamen “Machlup” siehe v.a. Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 2. Teil 1696-1783, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, 446, Anm. 2, und 510 sowie 1123 (Machelupp, Michelup, Michlup), wo auf die Konskriptionsliste aus dem Jahr 1836 in Eisenstadt hingewiesen wird (“Conscription der hochfürstlich Esterházyschen Schutz-Juden in der Gemeinde Eisenstadt, Herrschaft Eisenstadt, vom Jahre 1836”, in: Markbreiter M., Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Eisenstadt, Wien 1908, Seite 75).

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