Adolf (Mose Abraham) Redlich, 18. Tischre 635 (= Dienstag, 29. September 1874)



Die Grabinschrift

Inschrift Adolf Redlich: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) פ“נ
[2] der liebenswerte junge (unverheiratete) Mann, הבחור הנחמד
[3] Mose Abraham, משה אברהם
[4] Sohn d(es Herrn) Simon Ka“tz Redlich. בן ר’ שמעון כ’ץ רעדליך
[5] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 1. Z(wischen)f(eier)t(ag) von Sukkot י“נ ביום א’ דחה“מ סכות
[6] des Jahres 635 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). שנת תרלה לפק
[7] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה


Anmerkung

Zeile 4: „K(a)tz“ ist die Abbrevierung für כהן צדק, „Hohepriesteer“, dies als eindeutiger Hinweis, dass der Vater des Verstorbenen (und somit natürlich auch Sohn Adolf Mose Abraham) einer Priesterfamilie entstammte.

Biografische Notizen

Adolf (Mose Abraham) Redlich, geb. ca. 1858 in Wien, ledig, gest. 18. Tischre 635 = Dienstag, 29. September 1874 mit 16 Jahren an Lungentuberkulose, in Wien Leopoldstadt, Herminengasse 6, begraben am 01. Oktober 1874 um 09 Uhr am jüdischen Friedhof Währing, alter Platz, 3. Reihe.
Kleine Datumsdifferenz: Der in der hebräischen Inschrift, Zeile 5, angegebene 1. Zwischenfeiertag von Sukkot war der 17. Tischre 635, also der 28. September 1874. Laut Sterbebuch starb Adolf Redlich um 12 Uhr Mittag (also nicht am Abend und somit schon am 18. Tischre). Im Sterbebuch ist allerdings im Gegensatz zur Grabinschrift der 2. Zwischenfeiertag angeführt (aber hier wohl schlicht umgerechnet vom bürgerlichen Datum).

Eintrag Sterbebuch Wien, Adolf Redlich, 18. Tischre 635 = 29. September 1874

Eintrag Sterbebuch Wien, Adolf Redlich, 18. Tischre 635 = 29. September 1874



Vater: Simon Katz Redlich, Fleischhauer


Personenregister jüdischer Friedhof Währing