Personenregister jüdischer Friedhof Währing

Joseph Mayer Fischel (Fischl), 17. Adar I 600 (= Freitag, 21. Februar 1840)



Die Grabinschrift

Inschrift FischelJM: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ”נ
[2] ein verehrter Mann und ein Teurer, d(er angesehene) M(ann), d(er ehrbare) H(err), H(err) Joseph איש נכבד ויקר ה”ה כהר”ר יוסף
[3] Meir Fischl, Sohn des MORENU Meir Fischl a(us der) h(eiligen jüdischen) G(emeinde) מאיר פישל בן מו”ה מאיר פישל מק”ק
[4] Kriegshaber im Lande Bayern. Er verstarb קריגסהאבער במדינת בייארן נפטר
[5] a(m) V(orabend) d(es heiligen) Sch(abbat), 17. Adar und wurde begraben am Sonntag, dem 19., daselbst, בעש”ק י”ז אדר ונקבר ביום א יט בו
[6] d(es Jahres) 600 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ש תר לפק
[7] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה
[8] Hier ruhet die Hülle des seligen Herrn
[9] Joseph Mayer Fischel
[10] Baumwollwarenfabrikant allhier
[11] gestroben den 21ten Feber 1840, im 52. Lebensjahr
[12] Tief beweint und stets unvergesslich seiner trauernden Gattin und Kindern
[13] Friede seiner Asche.


Anmerkungen

Insbesondere der deutsche Inschriftenzusatz kann heute zum Großteil nicht mehr gelesen weden, es mussten die Abschrift bzw. die Anmerkungen von Dr. Pinkas Heinrich herangezogen werden.

Zeile 3: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Joseph Mayer Fischel, geb. ca. 1788, aus Kriegshaben (Augsburg) lt. hebräischer Grabinschrift, aus Kuttenplan (Chodová Planá, Böhmen) lt. Sterbebuch, verheiratet, Baumwollwarenfabrikant, wh.: Wien Fünfhaus Nr. 175, gest. 17. Adar I 600 = Freitag, 21. Februar 1840 um 07 Uhr morgens mit 52 Jahren an Auszehrung, beigesetzt am 21. Februar 1840, begraben am 23. Februar 1840 um 09 Uhr am jüdischen Friedhof Währing, Leichenzeichen.
Leider nicht im Begräbnisbuch gefunden, wohl aber im Namensverzeichnis des Begräbnisbuches (dort unter “Fischl” (!), Grabnummer 1638).


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