Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Emilie (Mindel) Gruber, geb. Berl, 21. Schvat 682 (= Schabbat Ausgang, 18. Februar 1922)

Grabstein Emilie (Mindel) Gruber, geb. Berl, 21. Schvat 682 = Schabbat, 18. Februar 1922

Grabstein Emilie (Mindel) Gruber, geb. Berl, 21. Schvat 682 = Schabbat, 18. Februar 1922



Die Grabinschrift

Inschrift Emilie Gruber: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] die angesehene Frau, Frau האשה החשובה מרת
[3] Mindel, מינדל
[4] a(uf ihr sei der) F(rieden), ע’ה
[5] Ehefrau d(es ehrbaren) H(errn) Koppl Gruber. אשת כ’ה קאפל גרובער
[6] I(hre Seele) g(ing hinweg) a(m Ausgang) d(es heiligen) Sch(abbat), 21. Schvat 682. י’נ מ’ש’ק כא שבט תרפב ל“
[7] Unter den Frauen im Zelt war sie (gepriesen all) [ihre Tage], מנשים באהל היתה [בימיה]
[8] G(ottes)fürchtig war sie in ihrem ganzen Leben. יראת ה’ בכל חייה
[9] Aufrichtig und gerecht war ihr Weg, נכון וישר היה דרכיה
[10] Ihr Wort kam in Sanftmut aus ihrem Mund. דבריה בנחת יצאה מפיה
[11] Seufzend ließ sie die ihr Nahestehenden zurück. לאנחה עזבה קרובותיה
[12] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה
[13] D(er Name) i(hrer Mutter) war Jentl. ש’א יענטל


Anmerkungen

Zeile 7: Vgl. Richter 5,24 „…gepriesen (sei Jael) unter den Frauen im Zelt…“ תברך מנשים יעל…. Im Targum zur Stelle wird die Frau als eine interpretiert, die im Bet ha-Midrasch (im Lehrhaus) dient; im Kommentar des Raschi zur Stelle wird die Frau mit den Frauen der Patriarchen, Sara, Rebekka und Lea, gleichgesetzt. Wohl auch als Anspielung auf das „Zelt der Tora“ (vgl. Genesis 25,27) zu verstehen; s. auch Babylonischer Talmud, Traktat Nasir 23b.

Zeile 10: Vgl. Kohelet 9,17, wo es heißt, dass die Worte der Weisen bedächtig sind bzw. in Ruhe vernommen werden. Wenn דבריה „ihre Worte“, müsste es יצאו „kamen“ (Plural!) heißen.


Biografische Notizen

Emilie (Mindel) Gruber, geb. Berl ca. 1848, Haushalt, gest. 21. Schvat 682 = Schabbat Ausgang, 18. Februar 1922 um 19 Uhr mit 74 Jahren an Nierenentzündung in Kobersdorf, begraben 20. Februar 1922 am jüdischen Friedhof Kobersdorf

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Emilie Gruber, geb. Berl, 18. Februar 1922

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Emilie Gruber, geb. Berl, 18. Februar 1922


Vater (weiland): Ignatz Berl
Mutter (weiland): Juli (Jentl) Prager

Ehemann: Karl (Koppl) Gruber, geb. ca. 1852, Privater, gest. 12, April 1932 um 02 Uhr nachts mit 80 Jahren an Herzlähmung in Kobersdorf, Sohn des weiland Hirschl Gruber und der weiland Magdalena Zollschan

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Karl Gruber, 12. April 1932

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Karl Gruber, 12. April 1932



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