Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Günter Unger

Ein Meister des Prager Deutsch

Prager Triptychon – von Johannes Urzidil. Beim Kramen in meiner Bibliothek ist mir dieser Tage wieder die dtv-Ausgabe dieses Romans in die Hände gefallen, den ich vor genau 50 Jahren…

Prager Triptychon – von Johannes Urzidil. Beim Kramen in meiner Bibliothek ist mir dieser Tage wieder die dtv-Ausgabe dieses Romans in die Hände gefallen, den ich vor genau 50 Jahren gelesen habe. Im April 1963 in Haus im Ennstal, wo ich mit zwei Freunden zum österlichen Schifahren einquartiert war. Ich habe Datum und Ort aus welchen Gründen damals auch immer im Inneren des Buches vermerkt.

Und zu dem kleinen Urlaub als Student an der Universität Wien im 8. Semester habe ich mir diese Lektüre mitgenommen, weil ich kurz davor in einem Kulturinstitut in der Annagasse im Ersten Wiener Gemeindebezirk Gast bei einer Lesung Urzidils gewesen bin, die mich sehr beeindruckt hat.

Der 1896 in Prag geborene, 1939 nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag ins Exil gegangene (über Italien nach England, 1941 dann in die USA/ New York) Schriftsteller las damals seine Erzählung “Der Tod und die Steuern”, in der er die Schwierigkeiten seiner ersten Jahre in Amerika thematisiert hat. Bravourös und durchaus auch humorvoll vorgetragen, trotz der leidvollen Erfahrungen in einer ihm noch völlig neuen und fremdartigen Umwelt.

Johannes Urzidil (Sohn eines deutschböhmischen Eisenbahningenieurs und einer tschechisch-jüdischen Mutter) emigrierte in die USA mit seiner Frau Gertrude Thieberger, die einer angesehenen Rabbinerfamilie Prags entstammte, und lebte bis wenige Tage vor seinem Tod im Jahr 1970 in New York. (Urzidils Schwager, Friedrich Thieberger, war übrigens der Hebräisch-Lehrer Franz Kafkas) Gestorben und begraben ist Johannes Urzidil allerdings in Rom, wo er sich gerade im Rahmen einer Vortrags- und Lesereise durch Europa befunden hat. In einem Nachruf würdigte ihn der prominente Wiener Kritiker Hans Weigel als

einen europäischen Österreicher, der das Land der Böhmen mit der Seele suchte. … Mit ihm ist das alte Prag in die höhere Wirklichkeit der unvergänglichen Legenden eingegangen.

Bis zur Besetzung Böhmens und Mährens durch Nazi-Deutschland war Urzidil das jüngste Mitglied des legendären Deutsch-Prager Dichterkreises. Er war mit Max Brod, Franz Kafka und Franz Werfel befreundet. 1924, im Alter von 28 Jahren, hielt Urzidil beim Begräbnis von Kafka eine Trauerrede.

Mit Prag und Böhmen beschäftigen sich auch die meisten seiner Erzählungen und Romane wie “Die verlorene Geliebte”, “Das Prager Triptychon” oder “Da geht Kafka”. Von großer literarhistorischer Bedeutung ist Urzidils bis heute unerreichte Studie über “Goethe in Böhmen”.

Urzidil war 13 Jahre lang auch Mitglied der deutschen Prager Freimaurerloge “Harmonie”, die unter der Gerechtsame der Großloge “Lessing zu den drei Ringen” arbeitete und die Urzidil selbst nach der Besetzung Prags durch die Nazis, unmittelbar vor seiner Emigration, auflösen musste. Davor bekleidete er verschiedene Ämter in dieser Loge, hielt zahlreiche Logenvorträge und war auch Redakteur der masonischen Zeitschrift “Die drei Ringe”.

Die Freimaurerei, so Johannes Urzidil in einem in den 1960er-Jahren erschienenen Text,

halte ich für ein lebenswichtiges Vehikel der allgemeinen Moral, sofern sie nicht vereinsmeierisch betrieben wird, ebenso wie ja auch die Religionen von mancherlei Orthodoxie freigehalten werden müssen, um richtig wirken zu können. Ich habe die Bibel beider Testamente bei den Arbeiten der Freimaurer niemals als bloßes Symbol betrachtet. Sie ist vielmehr die große innere Sicherung der königlichen Kunst und sollte nicht bloß daliegen, sondern von A bis Z die unerlässliche Pflichtlektüre jedes Freimaurers sein.

Urzidils Werke sind heute auch eine Begegnung mit dem legendären Prager Deutsch verflossener Zeiten, nach Ansicht des Literaturkritikers Peter Demetz, das reinste Deutsch vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Urzidils Meisterschaft besteht nicht zuletzt darin, als gelehrtester aller Prager deutschen Schriftsteller zu erzählen und seine Gelehrsamkeit dabei höflich zu verbergen, um die Leute nicht zu stören, die ihn partout als Herz- und als provinziellen Heimatschriftsteller lesen wollten.

Um sich einen guten Überblick über diese Werke zu verschaffen, ist der von Klaus Johann und Vera Schneider vor zwei Jahren herausgegebene Auswahlband “Johannes Urzidil – HinterNational” zu empfehlen (Potsdamer Bibliothek, Deutsches Kulturforum – östliches Europa). Beigelegt ist diesem Lesebuch eine CD, auf der Mitschnitte vieler Lesungen Urzidils und seine wunderbare Vortragskunst zu genießen sind.

Buchcover 'Johannes Urzidil - HinterNational'

Buchcover “Johannes Urzidil – HinterNational”

Ich bin, wie ich hier sitze, … beinahe die letzte Reliquie Kafkas. … Kein Mensch unter den Tschechen – unter den rund 1 Million Tschechen, die in Prag lebten – hatte eine Ahnung, was für ein bedeutender Mann [mit dem Tode Kafkas] dahingegangen war. Selbst unter den Deutschen war es nicht viel anders. Ich erinnere mich, als wir nach der Bestattung Kafkas – Brod und ich – die Totenreden für ihn hielten …, dass wir beide auf die künftige Weltbedeutung Kafkas hinwiesen – was dem Publikum ein leichtes Lächeln abnötigte. Es wollte das niemand glauben. … Der Vater meiner Frau [traf] einmal, als die ‘Verwandlung’ erschienen war, auf der Straße Kafka …, und, um ihm eine Freundlichkeit zu sagen, bemerkte [er]: ‘Ich habe soeben Ihr neues Buch gelesen.’ Und da sagte nun Kafka: ‘Na, was sagen Sie, Herr Professor – was in unserm Haus für Sachen vorgehen!

Hier im O-Ton: Johannes Urzidil – in großartigem Vortragsstil! – über Kafka, dessen Werk und dessen Verhältnis zum Judentum:


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Flaschenpost an die Zukunft

Erinnerung an den Lyriker Gabor Hajnal Nach längerer Enthaltsamkeit als Gastautor dieses Bloggs möchte ich mich heute wieder zu Wort melden und auf einen aus dem südlichen Burgenland stammenden jüdischen…

Erinnerung an den Lyriker Gabor Hajnal

Nach längerer Enthaltsamkeit als Gastautor dieses Bloggs möchte ich mich heute wieder zu Wort melden und auf einen aus dem südlichen Burgenland stammenden jüdischen Lyriker aufmerksam machen, dessen Geburt sich im kommenden Herbst zum 100. Male jährt.

Sein Name: Gabor Hajnal. Das Licht der Welt hat dieser Mann am 4. Oktober 1912 in Kohfidisch erblickt, das damals noch zum westungarischen Komitat Vas im Königreich Ungarn gehörte (zur Gründung des österreichischen Bundeslandes Burgenland kam es bekanntlich ja erst im November 1921), gestorben ist er am 26. Jänner 1987, also vor demnächst 25 Jahren, in Budapest. In Hajnals Geburtsort Kohfidisch (im Bezirk Oberwart gelegen) gab es damals (und gibt es auch heute noch) ein Schloss der ungarischen Magnatenfamilie Erdödy.

Hajnal hieß bei seiner Geburt Holzer und war der Sohn einer jüdischen Kaufmanns- und Gastwirtefamilie in Kohfidisch, die 1920 nach Steinamanger/ Szombathely übersiedelte und ihren Namen auf Hajnal magyarisieren ließ. In Steinamanger absolvierte der junge Gabor das Gymnasium und maturierte dort 1930. Danach studierte er an der Universität in Budapest Jus, war viele Jahre als Beamter im Justizministerium in der ungarischen Metropole tätig, ehe er sich zu einem Leben als Freier Schriftsteller und Übersetzer entschloss.

Vor dem Zweiten Weltkrieg übersetzte er Größen der deutschsprachigen Dichtung wie Goethe, Hölderlin, Heine, Rilke, Lenau und Grillparzer ins Ungarische, in den Sechziger- und Siebziger- Jahren des vorigen Jahrhunderts dann Georg Trakl, Bertold Brecht, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, H.C. Artmann und Erich Fried. Manchmal hatte er sogar das beklemmende Gefühl, dass ihn seine vielfältige Übersetzungsarbeit doch ein wenig an der Produktion seiner eigenen Lyrik hindere, was er poetisch einmal so ausdrückte:

Die Schatten ungeschriebener Gedichte umflattern mich
Während ich fremde Verse stille“.

Die Kriegsjahre 1939 – 1945 waren für Gabor Hajnal schwere Jahre.

Als Jude diskriminiert, verlor er allmählich alle Möglichkeiten als Schriftsteller tätig zu sein, musste als Hilfsarbeiter in einer Fabrik arbeiten und schließlich als Verfolgter in verschiedenen Arbeitslagern ein ständig bedrohtes Leben fristen

Klara Köttner- Benigni

Seine eigenen Gedichte, alle ungarisch verfasst und vom Rhythmus dieser sehr melodiösen und auch ein wenig pathetischen Sprache getragen, hat Hajnal in insgesamt 18 Bänden veröffentlicht. Eine Auswahl daraus in deutscher Übersetzung ist 1978 in der DDR- Version des Verlags Philipp Reclam in Leipzig erschienen. In einem Band mit dem Titel “Walpurgisnacht”. Seine Verse im Deutschen (nach wörtlichen Rohübersetzungen von Sprachkundigen) nachgedichtet haben ausgezeichnete DDR- Autoren wie Günter Kunert und Franz Fühmann. Fühmann betonte dabei in einem Nachwort des Bandes, dass Hajnal zweifellos zu den bedeutendsten Dichtern des damaligen Ungarn gehört. Seine Gedichte seien Zeugnis der Bewältigung bitterster Lebenserfahrungen. Sie kündeten vom Standhalten und Standgehalten-Haben auch in Hiobs- Situationen. Und Fühmann zitiert dabei ein von ihm ins Deutsche übertragene Gedicht Hajnals, in dem dies auch vom Dichter aus Kohfidisch bestätigt wird.

Wenn wenigstens / winterliche Kälte kreischte / so wäre Hoffnung, dass dies einmal ende / der Frühling käme und danach der Sommer/…./ aber um uns ist Herbst / ewiger Herbst.“ Und trotzdem: „Flaschenpost sind alle meine Worte / weil ich dennoch an die Zukunft glaube.

Zum Burgenland fand Hajnal wieder in den 1970ern engeren Kontakt. Er absolvierte Lesungen (u.a. auf Einladung des Ungarischen Kulturvereins in Unterwart) und veröffentlichte einige seiner Gedichte in den Zeitschriften “Volk und Heimat” und “Pannonia”. Darunter auch jenes, das er als persönlichen Nachruf auf den in Paris freiwillig aus dem Leben geschiedenen galizisch-jüdischen Dichter Paul Celan geschrieben hat und von Günter Kunert ins Deutsche übertragen wurde.

Von Tür zu Tür tritt die Nachricht
trommelte in die Ohren
es prasselt der Regen und
schreckt dich auf in der Nacht
durchbebt den Morgen
trommelt und trommelt und
du begreifst nicht begreift nichts
es wirbelt die Trommel.

Flucht vor langsam mahlender Qual
durch Qual zerberstend im Augenblick
In nichts.

Von Tür zu Tür tritt die Nachricht
sein Leichnam sein gefunden
es trommelt in die Ohren
in den Tod ging der Überlebende
seinen Platz hatte er vergeblich gesucht.

Flucht vor langsam mahlender Qual
durch Qual zerberstend im Augenblick
in nichts.

Seiner Worte Trommelwirbel
schreckt dich auf in der Nacht
durchbebt den Morgen
begreifst du nichts? Begreifst du nichts?


Bildnachweis: Gerald Schlag, Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien


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Begnadeter Überlebenskünstler / Zaungast der Politik

Erinnerung an den jüdischen Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller In seinem zeitgeschichtlichen Beitrag über die drei überragenden geistigen Führer der österreichischen Sozialdemokratie in der 122 -jährigen Geschichte dieser politischen Partei…

Erinnerung an den jüdischen Arzt und Schriftsteller Richard Berczeller

In seinem zeitgeschichtlichen Beitrag über die drei überragenden geistigen Führer der österreichischen Sozialdemokratie in der 122 -jährigen Geschichte dieser politischen Partei – Viktor Adler, Otto Bauer und Bruno Kreisky, übrigens drei Juden aus gutbürgerlich-altösterreichischem Hause – hat Hans Werner Scheidl in der Tageszeitung DIE PRESSE vom 8. Jänner 2011 (Printausgabe) auch den 1902 in Ödenburg im Königreich Ungarn geborenen Richard Berczeller zu Wort kommen lassen. Mit dessen Ausspruch über Otto Bauer (“Aus unseren jungen Jahren ist er nicht wegzudenken”), diesen “revolutionären Illusionisten der Zwischenkriegszeit”. Für mich ein willkommener Anlass, an einen bedeutenden Mann zu erinnern,

Richard Berczeller, am 3. Jänner 1994 im Alter von 92 Jahren in New York verstorben, war ein begnadeter Überlebens- wie auch Lebenskünstler und eine Symbolfigur für die 1938 aus dem Burgenland vertriebenen Juden, den Umständen gemäß neben seiner ärztlichen und schriftstellerischen Tätigkeit aber nur ein “Zaungast der Politik” (so der Titel eines gemeinsamen Buches mit Norbert Leser), aber das mit einer kaum überbietbaren Leidenschaft.

Berczeller für mich entdeckt habe ich bereits 1965, eher zufällig, als sein wohl interessantestes autobiographisches Buch mit dem Titel “Die sieben Leben des Doktor B.” (Originaltitel : “Displaced Doctor“, The Odyssee Press, New York), aus dem Amerikanischen übersetzt von Kurt Wagenseil, im Paul List Verlag (München) erschienen ist. Das Buch fiel mir im Schaufenster einer Buchhandlung in Köln auf, weil auf einem daneben angebrachten Info-Text zu lesen war, dass sein Autor aus Ödenburg stammt.

Richard Berczeller und Mida Huber im Garten der Heimatdichterin in Landsee/Burgenland, August 1970; Bild: Klara Köttner-Benigni

Ich kaufte daraufhin sofort ein Exemplar und verschlang gierig die zu einem Teil in Mattersburg (dem Städtchen, in dem ich damals zu Hause war) spielende Erzählung. Ein Jahr darauf, 1966, schenkte ich das Buch meinem Freund, dem aus Wiesen bei Mattersburg stammenden Internisten Dr. Heinz Tragl, zu seinem 30. Geburtstag. Univ.-Prof. Tragl, bis 2003 ärztlicher Leiter des SMZ- Ost in Wien, wie auch ich wurden Jahre später über unsere Freundschaft mit dem damaligen Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz auch persönlich mit Richard Berczeller gut bekannt, der in den 1970er- und 1980er- Jahren wiederholt neben Wien, wo seine Frau Maria geb. Unger geboren wurde, auch das Burgenland besucht hat.

Zurück zu den “Sieben Leben des Doktor B”. Richard Berczeller schildert darin seine Zeit als revolutionärer Gymnasiast in Ödenburg/Sopron, die Flucht seiner Familie nach dem Ende des Bela Kun- Regimes in Ungarn ins neue österreichische Bundesland Burgenland, wo sein Vater sich in Sauerbrunn, dem damaligen Sitz der Landesregierung, niedergelassen und als Funktionär der Sozialdemokratischen Partei rasch Karriere gemacht hat, Leiter der neuen Burgenländischen Landeskrankenkasse und Vizepräsident der Burgenländischen Arbeiterkammer wurde. Sohn Richard studierte in Wien Medizin und nach seinen Jahren als Turnusarzt am AKH ließ er sich 1930 als praktischer Arzt in Mattersburg nieder, hatte Patienten aus der jüdischen Gemeinde des Ortes, aber auch zahlreiche Christen, einfache Leute und prominente, wie den legendären und mächtigen christlichsozialen Politiker und Landesrat Michael Koch.

Nach der Machtergreifung der Nazis auch in Österreich gelang Berczeller mit Hilfe von Marie Bounaparte (einer französischen Adeligen und Schülerin Siegmund Freuds) die Flucht nach Frankreich. Nach Monaten als Kolonialarzt an der afrikanischen Elfenbeinküste und Bordellarzt in Paris landete Berczeller mit Ehefrau und Sohn Peter 1940 in New York, wo er bis zu seinem Tod lebte, (nach zusätzlicher medizinischer Ausbildung in den USA) Jahrzehnte als Internist ordinierte und daneben in der angesehenen Zeitschrift “New Yorker” immer wieder autobiographische Erzählungen veröffentlichte.

Seine Freundschaft mit Fred Sinowatz, der nach Kreisky Vorsitzender der SPÖ war, trug Berczeller 1985 die Viktor Adler- Medaille ein, die höchste Auszeichnung, welche die Österreichische Sozialdemokratie zu vergeben hat. Aber auch das Land Burgenland und sogar die katholische Diözese Eisenstadt unter Bischof Stefan Laszlo geizten nicht mit respektablen Orden, die sich der umtriebige und auch im hohen Alter noch immer charmante jüdische Grandseigneur ohne religiöse Bindung stets selbst vor Ort abholte. Bei solchen Anlässen festigte sich auch ein burgenländischer Freundeskreis um Berczeller, dem u.a. der damalige Vorstand der Sozialabteilung der Landesregierung, Dr. Günther Engelbrecht, wie auch ich angehörten.

An der Fassade des Hauses am Mattersburger Hauptplatz, in dem Berczeller bis 1938 als Arzt gewirkt hatte, wurde eine Gedenktafel angebracht. Eine Art Wiedergutmachung durch den damaligen Mattersburger SPÖ-Bürgermeister Mag. Eduard Sieber, weil dessen Amtsvorgänger Anton Wessely verhindert hatte, dass das neue Mattersburger Ärztezentrum nach Richard Berczeller benannt wurde.

Zu Berczellers 90. Geburtstag erschien eine von Joachim Riedl (der Korrespondent österreichischer Medien in New York gewesen war und dort den burgenländischen Emigranten und Präsidenten der American Friends of Austrian Labour kennen gelernt hatte), herausgegebene Festschrift mit dem Titel “Denn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!“. Das Herausgeberkomitee, bestehend aus Erhard Busek, Heinz Fischer, Thomas Klestil, Herbert Krejci, Peter Marboe, Fred Sinowatz, Franz Vranitzky und Helmut Zilk, konnte glänzender nicht sein.

Richard Berczeller und Günter Unger vor der Gedenktafel für die gefallenen jüdischen Soldaten des 1. Weltkrieges vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 1983

Bei der Präsentation des Buches im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt am 23. April 1992 durch den damaligen Landeshauptmann Karl Stix unterstrich Paul Grosz, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in einer Rede die hohe Wertschätzung des Jubilars innerhalb des österreichischen Judentums. ÖVP-Altbundeskanzler Josef Klaus veröffentlichte in der Festschrift seinen “Brief an einen alten Freund”. Richard Berczeller selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen an diesem Ereignis nicht teilnehmen.

Drei Wochen danach, am 13. Mai, erhielt ich seinen letzten Brief an mich aus New York, in dem er sich für meinen Fernsehbeitrag über dieses Ereignis bedankte und mir u.a. mitteilte, dass auch der ungarische Staatspräsident Arpad Göncz ihm zum 90er herzlich gratuliert habe. Und er schloss diesen Brief ein wenig wehmütig mit folgenden Zeilen:

Trotz meiner Erfolge in einem jahrzehntelangen Leben in der Fremde wäre ich viel lieber in meiner alten Heimat geblieben, auch wenn ich es dort nur zu einem inzwischen auch schon pensionierten Obermedizinalrat gebracht hätte.


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Bittere Melodie

Erinnerungen an den jüdischen Lyriker David Ignatz Neumann geb. am 25. Mai 1894 in der Freistadt Rust im Komitat Ödenburg des Königreichs Ungarn, gest. am 01. November 1992 in Tel…

Erinnerungen an den jüdischen Lyriker David Ignatz Neumann

geb. am 25. Mai 1894 in der Freistadt Rust im Komitat Ödenburg des Königreichs Ungarn, gest. am 01. November 1992 in Tel Aviv im Staate Israel


Er gehört zu jenen Menschen, die mich in meinem bisherigen Leben besonders beeindruckt haben. Aus vielerlei Gründen, vor allem aber wegen seiner körperlichen Vitalität und geistigen Regsamkeit, die ihn beinahe hundert Jahre alt werden ließen.

Kennen gelernt habe ich David Ignatz Neumann 1987 über Vermittlung des deutschen Unternehmensberaters Hans Dieter Schell, der zum Freundeskreis Neumanns gehörte und im Burgenland einen Verlag für die Gedichte dieses Mannes suchte, die damals schon im Marbacher Literaturarchiv aufbewahrt waren. Ich wies den Weg zur Edition Roetzer in Eisenstadt und aus dieser Empfehlung gingen dann in den folgenden Jahren vier Bände mit lyrischen Texten Neumanns hervor, teilweise versehen mit biographischen und analytischen Texten des deutschen Germanisten Manfred Seidler. Ihre Titel “Ein Leben- ein Werk”, “Bittere Melodie”, “Nichtigkeiten- Wichtigkeiten” und “Spätlese”. Dem von mir verfassten Vorwort zum Band “Bittere Melodie” bestehend aus einem Gedichtzyklus zur Geschichte Israels, gab ich den Titel “Ein Kämpfer für Zion”. Denn das war David Ignatz Neumann in jeder Phase seines Lebens.

Als Neumann 1894 als Sohn eines Weinsensals und Einkäufers für das große Eisenstädter jüdische Weinhandelshaus Wolf in der königlich- ungarischen Freistadt Rust das Licht der Welt erblickte, lebte der magyarische Chauvinismus in den deutschsprachigen Gebieten Westungarns gerade so richtig auf. Dieser Umstand, aber auch die von der Reblaus ausgelöste Wirtschaftskrise im Weingeschäft ließ die Familie Neumann mit ihren insgesamt 12 Kindern kurz nach der Jahrhundertwende aus Rust nach Wien ziehen, wo der kleine David Ignatz an der Hand seines Vaters am Begräbnis Theodor Herzls teilnahm und später dann den Beruf eines Messerschmieds erlernte, schon in der festen Absicht, nach Palästina auszuwandern. Im Ersten Weltkrieg diente David I. Neumann als Rechnungsunteroffizier im 76. (Ödenburger) Infanterieregiment der k.u. k. Armee. Sein Bruder Josef ist in diesem Krieg gefallen, was auf dem Ruster Kriegerdenkmal vor dem städtischen Rathaus heute noch nachzulesen ist.

Von 1927 an lebte David I. Neumann in Tel Aviv als Messer- und Verseschmied, denn die “Dichteritis” (wie er diese Obsession einmal scherzhaft bezeichnete) hatte ihn von Jugend an fest in ihren Klauen. Stilistisch sah er sich in der Tradition von Eduard Mörike und Heinrich Heine. Und er war ein echter Jecke. Beherrschte auch nach Jahrzehnten in Israel nicht Hebräisch. Die deutsche Sprache war seine eigentliche Heimat. Die Stoßrichtungen seines Fühlens und Denkens hat er einmal in den folgenden Verszeilen festgemacht:

Zweigeteilt ist meine Seele.
Österreich hat mich geprägt.
Doch der Traum von Zion wurde
in die Wiege mir gelegt.

Im Band “Bittere Melodie” konfrontiert uns Neumann mit jüdischem Empfinden und Denken, das nicht gerade von österreichischer Verbindlichkeit, Beiläufigkeit und Nonchalance gekennzeichnet ist. Härte und Unversöhnlichkeit gegenüber den Feinden der Juden paart sich bei ihm gelegentlich mit Ironie. Glatte Rhythmen und Reime wechseln aber immer wieder mit widerborstiger Beharrlichkeit im (für ihn) Grundsätzlichen.

David Ignatz Neumann im Alter von 93 Jahren in Basel am Rheinufer, im Hintergrund das Basler Münster, November 1987

Im Herbst 1987 besuchte ich mit einem Kamerateam David Ignatz Neumann in Basel, wo er sich nach den jüdischen Feiertagen im Oktober für die (in Tel Aviv klimatisch eher unwirtlichen) bevorstehenden Wintermonate in der Wohnung seiner (aus Königsberg stammenden) Altersfreundin Paula Friedländer einquartiert hatte und interviewte ihn für einen Beitrag im ORF- Fernsehen. Das verschaffte mir bei seiner Freundin zunächst ein gewisses Misstrauen, danach aber auch Respekt. Wenige Wochen später kam David I. Neumann nach Rust, der Stadt seiner Geburt, und nahm an einer Lesung seiner Gedichte im Seehof der Freistadt durch Karl Hofer teil. Bei dieser Gelegenheit wurde er von Bürgermeister Dipl. Ing. Heribert Artinger gebeten, sich in das Goldene Buch der Freistadt Rust einzutragen.

1994, also bereits nach seinem Tod, fand in Rust anlässlich des 100. Geburtstages von David I. Neumann eine Gedenkfeier statt, der auch Moshe Neumann, Sohn des verstorbenen Dichters, beiwohnte. Damals wurde auch das Gedicht des Jubilars “Als ich ein Kind war” vorgetragen.

Als ich ein Kind war, Kind mit blonden Haaren,
Durft ich an Wintertagen Schlitten fahren.

An Sommertagen atmete der See,
Schilfrohrumstanden, blank, in meiner Näh’.

Des Ufers Moorgeruch war mir vertraut,
Aus tiefer Stille sang ein Hummellaut.

Und ich war glücklich, unberührt vom Wissen,
Dass wir das Paradies verlassen müssen.


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Für die, die ohne Stimme sind

Herbstliches von Theodor Kramer Immer, wenn der Herbst deutlich um sich greift, greife ich gerne zu den Gedichten von Theodor Kramer, um mich einmal mehr in der Melancholie dieses bedeutenden…

Herbstliches von Theodor Kramer

Immer, wenn der Herbst deutlich um sich greift, greife ich gerne zu den Gedichten von Theodor Kramer, um mich einmal mehr in der Melancholie dieses bedeutenden Poeten zu wiegen, der am 1. Januar 1897 im niederösterreichischen Niederhollabrunn als Sohn des jüdischen Gemeindearztes geboren wurde und ein Jahr nach seiner Rückkehr aus dem Exil in England, am 3. April 1958, in Wien verstorben ist. Carl Zuckmayer nannte ihn als stärksten Lyriker Österreichs seit Georg Trakl. Wie der frühverstorbene Salzburger war auch Kramer Frontsoldat im Ersten Weltkrieg. Nach der Okkupation Österreichs durch Hitler- Deutschland emigrierte er 1939 nach England, wo er die Staatsbürgerschaft erlangte und neben seiner unermüdlichen Produktion von Gedichten als Bibliothekar an einem College tätig war. An seiner späten Rückholung aus London war die streitbare Journalistin und Schriftstellerin Hilde Spiel wesentlich beteiligt.

Kramer schrieb von seinem 14. Lebensjahr an Gedichte. Tag für Tag. Mit 30 war er bereits eine kleine Berühmtheit. In seinen oft volksliedhaften Gedichten setzt er sich nicht nur mit der elenden sozialen Situation der Zwischenkriegszeit auseinander, sondern sucht zum Ausgleich auch immer die Natur. Gedichte auf Weinland und Stromland, Steinbruch und Schottergrube, Kräuter und Gras kamen dabei zustande. In der Zwischenkriegszeit erwandert sich Kramer vor allem die Gegenden des östlichen Niederösterreichs und des nördlichen Burgenlands und versucht, der einfachen und oft auch bitterarmen Landbevölkerung ein literarisches Denkmal zu setzen. Die Widmung seines gesamtes Werkes lautete: “Für die, die ohne Stimme sind”.

Weinlese

Kommt, geschnitten ist der Wein,
und es schäumt die Kelter;
lasst uns heute lustig sein,
morgen sind wir älter.
In der Kapsel surrt der Mohn,
aus den Malvenbroten
rinnt’s; beim kleinsten Hauch und Ton
klaffen leer die Schoten.
Spielt die Ziehharmonika
drum und singt nur lauter;
heute sind wir alle da,
waren nie vertrauter.
Schön am Saum der Herbststrauch steht,
Reif deckt früh den Anger;
die heut in die Stauden geht,
ist im Frühjahr schwanger.

Seine Eltern waren Juden, und so war auch er Jude, weithin sichtbar, von großer Statur und schweren Gliedern. Sein Gesicht war breit, die Nase kurz und eingesattelt, die Lippen wulstig. Sein runder schwarzer Kopf war hutbedeckt. Er hatte Augen wie Vogelkirschen, die im Schatten der breiten Krempe glitzerten. So sah er aus wie Moses Vogelhut, und jeder sah ihn, wenn er, mit scheuen Gebärden, auf schweren, schwankenden Sohlen dahinging.

Der ebenfalls schon verstorbene Lyriker Michael Guttenbrunner, dem ein großes Verdienst an der Wiederentdeckung Kramers nach dessen Rückkehr nach Österreich zukommt, hat ihn einmal “mit den Zeichen seiner Herkunft versehen” so plastisch beschrieben. In einem Essay, den ich als Herausgeber der in Eisenstadt erschienenen Literaturzeitschrift “wortmühle” 1979 zum ersten Mal veröffentlicht habe. “Kramers von Anfang an quälende Selbstschau”, führte Guttenbrunner in diesem Essay weiter aus, “ist mit einem naiven utopischen Weltblick gepaart, der an der Stelle des Olymps, der Altäre und Throne, die grüne burgenländische Wiese sieht, auf der die Gänsen weiden und ein freies Volk um den Maibaum tanzt”. Dazu passend ein bisher noch unveröffentliches Gedicht Theodor Kramers mit dem Titel

Mostnacht in Eisenstadt

Vom Herbstwind bin ich aufgewacht,
durchs Fenster schwebt ein Maulbeerblatt;
mit seinem Ruch erfüllt die Nacht
der schwere Most von Eisenstadt.
Die Rieden liegen tot, vom Tag
ist kaum zu sehn ein fahler Saum;
wo magst du sein, mit der ich lag
vor einem Jahr in diesem Raum.
Wo liegst du jetzt um diese Stund,
vor herbem Schimmel halt und heiß,
wer küsst jetzt deinen breiten Mund
und wohnt in deinem scharfen Schweiß ?
Wie sah die Nacht doch damals aus
noch immer so und anders nie;
schwarz drüben glomm das kleine Haus
wie heut und bebten mir die Knie’.
Die Magd schob einen Krug mit Most
mir gestern abends noch herein;
mit dem komm ich zur Walnusskost
aus bis zum ersten Morgenschein.


Große Dichtung über kleine Leute, “auf einer Orgel aus Staub mit schweren, fleischigen Händen gespielt” (Guttenbrunner). Gesammelte Gedichte Kramers unter dem Titel “Orgel aus Staub” sind 1983 im Carl Hanser Verlag erschienen. 2005 kam dann im Zsolnay- Verlag eine dreibändige Gedichtsammlung heraus, die Erwin Chvojka ediert hat.

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Gidon Kremer

Gidon Kremer hat für das inzwischen 29. Kammermusikfest in Lockenhaus, das heuer vom 08. – 18. Juli in der mittelburgenländischen Marktgemeinde stattfindet, wieder die künstlerische Leitung übernommen. Im Vorjahr hatte…

Gidon Kremer hat für das inzwischen 29. Kammermusikfest in Lockenhaus, das heuer vom 08. – 18. Juli in der mittelburgenländischen Marktgemeinde stattfindet, wieder die künstlerische Leitung übernommen. Im Vorjahr hatte es Differenzen zwischen Kremer und den Organisatoren rund um den katholischen Ortspfarrer Josef Herowitsch gegeben, die jedoch inzwischen ausgeräumt wurden. Die von der New York Times als eines der bedeutendsten internationalen Musikfestivals gelobte Veranstaltung soll nun wieder zum ursprünglichen Charisma zurückgeführt werden.

Und dieses Charisma ist untrennbar mit Gidon (Markowitsch) Kremer verbunden, dem genialen deutsch – jüdischen Geiger und Musikinterpreten, der 1947 in der letttischen Hauptstadt Riga (Lettland war damals ein Teil der Sowjetunion) geboren wurde und in Moskau als Schüler David Oistrachs seinen speziellen Schliff erhielt.

Gidon Kremer in der Pfarrkirche von Lockenhaus

Nachdem Kremer 1978 die Sowjetunion verlassen hatte, begann seine fast beispiellose Weltkarriere. Drei Jahre später gründete er gemeinsam mit Pfarrer Josef Herowitsch das Kammermusikfest in Lockenhaus, dessen Konzerte im restaurierten großen Saal der mittelalterlichen Ritterburg, in der Pfarrkirche und zum Teil auch in der Hauptschule des Ortes stattfanden.

Ich selber war bei der Eröffnung des ersten Kammermusikfestes im Jahr 1981 als ORF-Kulturredakteur dabei und habe auch in den folgenden Jahren bis 2001 immer wieder über dieses kulturelle Ereignis besonderer Art im Radio und Fernsehen berichtet. In Lockenhaus haben Künstler aus aller Welt einen besonderen Geist und eine besondere Qualität entstehen lassen. Es wurde bisweilen übermütig, immer aber lustvoll musiziert. Musiker wie auch Publikum gaben sich weniger steif als das bei den internationalen Festivals üblicherweise der Fall ist. Proben wurden und werden noch immer zum Teil öffentlich abgehalten und bieten so manchen Besuchern eine zusätzliche Schule des Hörens. Die kommerziellen Interessen wurden bewusst im Hintergrund gehalten.

Die Bekanntgabe der detaillierten Programmierung der einzelnen Konzerte erfolgt immer erst 24 Stunden vor der Aufführung. Das Engagement Kremers richtet sich sowohl auf Erst-Klassisches jeder Provenienz, aber immer auch auf die Entdeckung und Durchsetzung noch unbekannter zeitgenössischer Komponisten wie auch Musiker, von denen viele so wie er aus der ehemaligen Sowjetunion kommen und ebenfalls jüdischer Herkunft sind.

Das heurige Festival steht unter dem Motto “Musik und Macht – Musik als Macht” und wird wieder von zahlreichen prominenten wie auch noch ganz jungen Interpreten sowie von der von Kremer 1997 gegründeten Kremerata Baltica (einem bereits weltweit erfolgreichen Orchester aus jungen Musikern aus den drei baltischen Staaten) realisiert werden.

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir Gidon Kremer – Musik in höchster Vollendung:


Gidon Kremer spiel Kupkovič Suvenir
Das Stück des 1936 in der Slovakei geborenen Komponisten Ladislav Kupkovič ist Gidon Kremer gewidmet.
Am Klavier: Der aus Odessa stammende jüdische, russich-österreichische Pianist Oleg Maisenberg.


Als zweite Beilage empfehlen wir das aktuelle Interview mit Gideon Kremer “Geiger Gidon Kremer kämpft gegen Kommerz” auf ATV: Highlights – Das Kulturmagazin, Folge 11, 20. 06. 2010.


1 Kommentar zu Gidon Kremer

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