Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Edel, Frau des Mordechai – 09. August 1832

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Edel, Frau des Mordechai, 13. Av 592 (= Donnerstag, 09. August 1832) Die Grabinschrift Inschrift Edel, Frau des Mordechai: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] S(ie starb)…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Edel, Frau des Mordechai, 13. Av 592 (= Donnerstag, 09. August 1832)

Grabstein Edel, Frau Mordechai, 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832

Grabstein Edel, Frau Mordechai, 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832



Die Grabinschrift

Inschrift Edel, Frau des Mordechai: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] S(ie starb) u(nd) w(urde begraben) am Tag 5 (= Donnerstag, 13. Av 592 נונ יום ה יג אב תקצב
[2] n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). לפק
[3] Wo ist jetzt unsere Mutter, sagt(en) ihre Kinder. איה עתה אמנו אמר’ בניה
[4] Geheule und Klage stimmten sie über sie an. יללה וקינה קוננו עליה
[5] Tränen sind geflossen, bis jene, die sie kannten, sagten: דמעות ירדו עד אמרו ראיה
[6] Den Lohn ihrer Werke wird sie haben. לה יהיה שכר מעלליה
[7] Eine holde und teure Ehefrau, F(rau) Edel, E(hefrau) d(es ehrbaren Herrn) אשת חן ויקר מ אידל אכ
[8] Mordechai. I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). מרדכי תנצבה


Anmerkungen

Zeile 4: Wörtlich eigentlich: „Geheule und Klagen klagten sie über sie“. Vgl. Ezechiel 27,32 וְנָשְׂא֨וּ אֵלַ֤יִךְ בְּנִיהֶם֙ קִינָ֔ה וְקוֹנְנ֖וּ עָלָ֑יִךְ „und erheben über dich in ihrem Weh Klage und klagen über dich“.


Biografische Notizen

Edel, Frau des Mordechai, gest. 13. Av 592 = Donnerstag, 09. August 1832. Leider kein Eintrag im Sterbebuch (die Einträge in den Sterbebüchern beginnen in Kobersdorf 1835).


Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf


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Schawu’ot 5782

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Schawu’ot! חג שבועות שמח! Am 2. Tag von Schawuot wird traditionell das biblische Buch Rut gelesen. Dieses hat 4…

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Schawu’ot!

חג שבועות שמח!


Am 2. Tag von Schawuot wird traditionell das biblische Buch Rut gelesen. Dieses hat 4 Kapitel und 85 Verse. Rut ist eine der fünf Festrollen (Megillot, neben Ester, Hoheslied, Kohelet und Klagelieder).

Im 4. Kapitel, Vers 12, wird auch Tamar erwähnt:

Dein Haus gleiche dem Haus des Perez, den Tamar dem Juda geboren hat, durch die Nachkommenschaft, die der HERR dir aus dieser jungen Frau geben möge.

Tamar ist die Schwiegertochter von Juda, der sie unwissentlich geschwängert hatte. Die Geschichte kennen wir aus Genesis 38:
Juda, der vierte Sohn Jakobs, sah am Wegesrand Tamar, die er für eine Dirne hielt und wollte zu ihr kommen. Sie verlangte von ihm als Pfand für den von ihm versprochenen Ziegenbock seinen Siegelring, seine Schnur und den Stab in seiner Hand. Tamar wurde schwanger, was dem Juda gemeldet wurde. Dieser verfügte, dass sie wegen der begangenen Unzucht verbrannt werden sollte.

Als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: Von dem Mann, dem das gehört, bin ich schwanger. Auch ließ sie sagen: Sieh genau hin: Wem gehören der Siegelring, die Schnüre und dieser Stab?

Genesis 38,25

Juda erkannte sein Pfand und dass Tamar im Recht war, da Juda ihr einen Kindsvater, nämlich seinen jüngsten Sohn Schela, verweigert hatte. Tamar gebar die Zwillinge Perez und Serach.

Die jüdische Holzschnitt-Bilderbibel des Moses dal Castellazzo (1466-1526) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts ist einer der schönsten Beweise für die Existenz eines im 15. Jahrhundert vorhandenen rabbinisch-jüdischen Bibelbilderzyklus.
Moses dal Castellazzo, Sohn des Gelehrten Abraham Sachs, der im 15. Jahrhundert aus Deutschland nach Italien eingewandert war, wurde schon in jungen Jahren mit der religiösen jüdischen Traditionsliteratur vertraut gemacht. 1521 bat er den Dogen von Venedig um die Gewährung des Privilegs, eine von ihm geschaffene Holzschnittfolge zu den fünf Büchern Mose zehn Jahre lang allein im Raum von Venedig drucken und verkaufen zu dürfen. Das Original dieser Holzschnitt-Bilderbibel ist heute nicht mehr erhalten, das Druckverfahren, dessen sich Moses bediente, war völlig veraltet und eine billige Technik, um nicht wohlhabende Käuferschichten zu erreichen. Dabei wurden auch die Sprachen der Käufer berücksichtigt: Italienisch, Judendeutsch und vielleicht Spagnolisch.

Eine der beiden Bibelszenen im Werk des Moses dal Castellazzo, die ihre Vorlagen im 11. Jahrhundert haben, ist die Darstellung von der Verurteilung Tamars zum Tod auf dem Scheiterhaufen durch Juda:

Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, Folio 34, Verurteilung Tamars zum Tod

Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, Folio 34, Verurteilung Tamars zum Tod


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Max Mordechai Elieser – 05. Jänner 1913

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Mordechai Elieser Max, 26. Tewet 673 (= Sonntag, 05. Jänner 1913) Die Grabinschrift Inschrift Mordechai Max: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2]…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Mordechai Elieser Max, 26. Tewet 673 (= Sonntag, 05. Jänner 1913)

Grabstein Mordechai Elieser Max, 26. Tevet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913

Grabstein Mordechai Elieser Max, 26. Tevet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913



Die Grabinschrift

Inschrift Mordechai Max: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] ehrfürchtend und vollkommen, betagt und alt an Jahren. ירא ושלם זקן ושבע ימים
[3] Er beschäftigte sich in Handel und Wandel in Treue, עסק במשא ובמתן באמונה
[4] der CHAVER החבר
[5] Mordechai Elieser, מרדכי אליעזר
[6] S(ohn) d(es ehrbaren) H(errn), H(errn) Salomon Jehuda בן כהרר שלמה יהודה
[7] Max. מאקס
[8] Er verstarb mit gutem Namen mit 82 Jahren נפטר בשם טוב בן פב שנים
[9] am 26. Tevet 673, כ“ו טבת תרעג
[10] und wurde begraben am 28. daselbst. ונקבר ביום כח בו
[11] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה
[12] D(er Name) s(einer Mutter) war Gütel Lea. ושם אמו גיטל לאה


Anmerkungen

Zeile 2: Genesis 35,29; Ijob 42,17 ושבע ימים „betagt und satt an Jahren“; ähnlich 1 Chronik 23,1 (wörtlich: „satt an Tagen“).

Zeile 3: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a „In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‚Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben‘?…“ בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es „… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.“
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128)

Zeile 4: Der CHAVER ist ein verliehener Ehrentitel. Zum Beispiel betrug die Taxe für die Verleihung 1803 in Eisenstadt 9 fl. für einen Höchstbesteuerten, für einen der mittleren Kategorie 4 fl. 30 kr., für einen der niedrigen Kategorie nur 2 fl. Der Graduierte wurde am Schabbat nach der Verleihung zur Tora aufgerufen. Verliehen wurde der CHAVER-Grad von der Gemeinde, der Rabbiner musste jedoch seine Zustimmung geben.


Biografische Notizen

Mordechai Elieser Max, geb. ca. 1831, gest. 26. Tewet 673 = Sonntag, 05. Jänner 1913. Leider nicht im Sterbebuch Kobersdorf gefunden, obwohl im Sterbebuch zwischen 1910 und 1918 sieben Menschen mit dem Namen „Max“ eingetragen sind. Das Sterbejahr ist nicht 100% sicher, da der letzte Buchstabe in der Jahreszahl nicht sicher lesbar ist: תרעג, es könnte auch 1916 oder 1917 sein.

Vater: Salomon Jehuda Max
Mutter: Gütel Lea (Max)


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Inschriften in der ehemaligen Synagoge Kobersdorf II

Schon am 20. Juli 2020 waren in der ehemaligen Synagoge von Kobersdorf bei den Renovierungsarbeiten zwei Inschriften zu erkennen, die hier im Blog transkribiert und übersetzt wurden. Beide Inschriften waren…

Schon am 20. Juli 2020 waren in der ehemaligen Synagoge von Kobersdorf bei den Renovierungsarbeiten zwei Inschriften zu erkennen, die hier im Blog transkribiert und übersetzt wurden. Beide Inschriften waren damals aber noch nicht gänzlich freigelegt, in den folgenden zwei Jahren wurden zudem noch weitere Inschriften entdeckt.

Daher sollen in einem zweiten Blogartikel alle vier freigelegten und vom Restaurator mittlerweile größtenteils lesbar gemachten Inschriften hier vorgestellt und erklärt werden:

Inschrift über der Nische für das Handwaschbecken im Vorraum



Die Inschrift

Inschrift Handwaschbecken II Synagoge Kobersdorf: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Ich wasche meine Hände in Unschuld und umschreite deinen Altar, Herr. ארחץ בנקיון כפי ואסובבה את מזבחך ה’


Anmerkungen

Psalm 26,6 אֶרְחַ֣ץ בְּנִקָּיֹ֣ון כַּפָּ֑י וַאֲסֹבְבָ֖ה אֶת־מִזְבַּחֲךָ֣ יְהוָֽה׃.

Im masoretischen, also vokalisierten Text in der hebräischen Bibel ist das vierte Wort defektiv geschrieben וַאֲסֹבְבָ֖ה, in der Synagogeninschrift plene ואסובבה, wohl wegen der unvokalisierten Schreibung.

Das Tetragramm, also jene vier Buchstaben, die den Namen Gottes bezeichnen, ist in der Inschrift in der ehemaligen Synagoge Kobersdorf mit einem ה (für יהוה) abgekürzt. Vgl. auch die Inschrift über der Tür zum Hauptraum unten.


Inschrift über der Tür zum Hauptraum



Die Inschrift

Inschrift Türe Synagoge Kobersdorf: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Gesegnet sei, der da kommt, im Namen des HERRN! ברוך הבא בשם ה’


Anmerkungen

Psalm 118,26a בָּר֣וּךְ הַ֭בָּא בְּשֵׁ֣ם יְהוָ֑ה.

Das Tetragramm, also jene vier Buchstaben, die den Namen Gottes bezeichnen, ist in der Inschrift in der ehemaligen Synagoge Kobersdorf abgekürzt. Sehr wahrscheinlich mit einem ה (für יהוה), vgl. die Inschrift über dem Waschbecken oben.


Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, rechts von der Tür zum Hauptraum


Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, rechts neben der Tür zum Hauptraum der ehemaligen Synagoge Kobersdorf

Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, rechts neben der Tür zum Hauptraum der ehemaligen Synagoge Kobersdorf


Die Inschrift

Inschrift Spendenboxen rechts Synagoge Kobersdorf: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Ein Geschenk im Geheimen besänftigt den Zorn. מתן בסתר יכפה אף


Anmerkungen

Sprüche 21,14a מַתָּ֣ן בַּ֭סֵּתֶר יִכְפֶּה־אָ֑ף.
Gemeint ist natürlich der Zorn Gottes.

Die selbe Inschrift bzw. der selbe Vers als Inschrift befindet sich auch über der Spendenbox in der Synagoge im Wertheimerhaus (Österreichisches Jüdisches Museum), dort allerdings als Akrostychon: Es werden nur die jeweils ersten Buchstaben der Worte im Vers geschrieben. Siehe unseren Blogartikel.


Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, links von der Tür zum Hauptraum


Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, links neben der Tür zum Hauptraum der ehemaligen Synagoge Kobersdorf

Inschrift über der Spendenbox im Vorraum, links neben der Tür zum Hauptraum der ehemaligen Synagoge Kobersdorf


Die Inschrift


Anmerkungen

Diese Inschrift wurde vom Restaurator noch nicht bearbeitet (Stand 15. Mai 2022). Sobald dies geschehen ist und ich ein aktuelles Foto habe, werde ich das Foto oben selbstverständlich sofort austauschen.

Zeile 1: Diese Zeile war 2020 noch nicht freigelegt. Obwohl nur zweieinhalb Buchstaben zu sehen sind, ist die Lesung praktisch sicher.

Zeile 2: Vor ארץ ישראל befindet sich noch ein Wort, ob dieses aus drei oder vier Buchstaben besteht, ist aber schwer zu sagen. Jedenfalls ist es sehr wahrscheinlich, dass der letzte Buchstabe dieses Wortes ein ת ist, was die Lesung קופת (4 Buchstaben) oder קפת (3 Buchstaben) nahelegt.
Siehe dazu vor allem die Kommentare von Meir Deutsch zum Blogartikel von 2020!

Die Gelder für „Erez Israel“, also das Heilige Land, werden Chalukka חלוקה „Verteilung“ genannt und waren für die armen Leute bestimmt, siehe etwa den Artikel in der Jewish Encyclopedia darüber.

Rabbiner Esriel Hildesheimer (1820-1899), der „deutsche Doktor“ (wie er genannt wurde), Rabbiner in Eisenstadt von 1851 bis 1869, sammelte alljährlich im ganzen Land Geld für die aus Östererich-Ungarn stammenden Jüdinnen und Juden in Palästina und arbeitete für sie Projekte aus, die sich als ausgesprochen nützlich erweisen sollten.

Zeile 1 und 2: Über drei Buchstaben befinden sich Punkte, die ziemlich sicher auf eine Jahreszahl hinweisen. Diese würden, bezieht man das ל (Zahlenwert 30) in die Jahreszahl mit ein, 434 ergeben, also umgerechnet 1674. War auch über dem ר (Zahlenwert 200) von ארץ oder von ישראל ein Punkt (der heute nicht mehr sichtbar ist), wären wir bei 634 und umgerechnet bei 1874. Möglich, dass damals die Spendenboxen eingebaut, jedenfalls aber beschriftet wurden.
Interpretieren wir das ל als Abbreviatur für לפ“ק „nach der kleinen Zeitrechnung“, sehen wir auf den beiden Buchstaben in der 1. Zeile heute nur noch den addierten Zahlenwert 404 (ת ist 400 und ד ist 4), also 1644. Dann fehlen allerdings noch (mindestens) 216, um auf 1860, das Gründungsjahr der Synagoge von Kobersdorf zu kommen. Alles weitere ist, fürchte ich, wenig zielführende Spekulation.
Die Punkte über den drei Buchstaben reichen jedenfalls nicht aus, um einigermaßen sichere Schlüsse über die Jahreszahl (und um eine solche handelt es sich höchst wahrscheinlich) zu ziehen.


Vielen lieben Dank für die Kommentare an Meir Deutsch und für das Korrekturlesen der letzten neu freigelegten Inschrift an Claudia Markovits Krempke, beide Israel!


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Riegler Israel – 19. Jänner 1928

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Israel Riegler, 26. Tewet 688 (= Donnerstag, 19. Jänner 1928) Die Grabinschrift Inschrift Israel Riegler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט [2] [Krone]…

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Israel Riegler, 26. Tewet 688 (= Donnerstag, 19. Jänner 1928)

Grabstein Israel Riegler, 26. Tevet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928

Grabstein Israel Riegler, 26. Tevet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928



Die Grabinschrift

Inschrift Israel Riegler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] [Krone] [כתר]
[3] der teure und angesehene Mann, האיש היקר והחשוב
[4] d(er ehrbare) H(err) Israel Riegler, a(uf ihm sei der) F(riede). כה ישראל ריעגלער ע“ה
[5] Er verstarb i(n gutem) R(uf) am 26. Tevet 688 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נפטר בש“ט ביום כו טבת תרפח לפ“ק
[6] Israel, Sohn eines Gerechten, lauter und geradlinig wandelnd. ישראל בן איש צדיק תמים הלך מישרים
[7] Er freute sich, (seinen Dienst) mit großer Liebe für den Schöpfer der Welten zu verrichten. שש לעבוד באהבה רבה לבורא עולמים
[8] Jung an Jahren litt er an großen und schweren Leiden. רך בשנים סבל יסורים רבים וגדולים
[9] Seine Frau und seine Kinder ernährte er von seiner Hände Arbeit in Redlichkeit. אשתו ובניו פרנס במלאכת ידיו באמונה
[10] Zur Ruhestatt ging er hin und seine Seele möge eingebunden sein im Bündel des Lebens. למנוחה הלך ונפשו במרור החיםם תה’ צרורה
[11] D(er Name) s(einer Mutter) war Sara Chaja. ש“א שרה חוה
[12] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkungen

Zeile 2: Das Symbol der Krone drückt aus, dass Rosalia (Sarl) Gerstl mit gutem Namen, also in gutem Ruf verstorben ist. S. Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,13 שְׁלשָׁה כְתָרִים הֵם, כֶּתֶר תּוֹרָה וְכֶתֶר כְּהֻנָּה וְכֶתֶר מַלְכוּת, וְכֶתֶר שֵׁם טוֹב עוֹלֶה עַל גַּבֵּיהֶן: „Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle“.

Zeile 6: Psalm 15,2 הוֹלֵ֣ךְ תָּ֭מִים „Lauter wandelnd“.

Zeile 8: רך בשנים: s. dazu Kommentar des Raschi sowie Targum zu Genesis 41,43 „… man rief vor ihm (Josef) aus: ‚Abrech‘ …“ …וויקראו לפניו אברך …. Die Buchstaben des Wortes אברך werden als Notarikon gesehen und in die Eigenschaften Josefs aufgelöst: אב בחכמה und רך „ein Vater der Weisheit“ und „jung/zart“ an Jahren“); s. auch GenesisRabba 90,3 mit gleicher Deutung.

Zeile 6-10: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Israel).


Biografische Notizen

Israel Riegler, gest. 26. Tewet 688 = Donnerstag, 19. Jänner 1928. Leider nicht im Sterbebuch Kobersdorf gefunden.
Jung verstorben, hinterließ Ehefrau und Kinder.


Mutter: Sara Eva (Riegler)


Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf


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Gerstl Rosalia – 26. März 1894

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 (= Sonntag, 25. Februar 1894) laut Grabinschrift, laut Sterbebuch: 26. März 1894 Die Grabinschrift Inschrift Rosalia Gerstl: Zeilengerechte Transkription…

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 (= Sonntag, 25. Februar 1894) laut Grabinschrift, laut Sterbebuch: 26. März 1894

Grabstein Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894, Sterbebuch: 26. Februar 1894

Grabstein Rosalia (Sarl) Gerstl, 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894, Sterbebuch: 26. Februar 1894



Die Grabinschrift

Inschrift Rosalia Gerstl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) die tugendhafte, angesehene und bescheidene Frau, Frau פט אשה כשירה חשובה וצנועה מרת
[2] [Krone] [כתר]
[3] Sarl, סארל
[4] Ehefrau d(es ehrbaren) H(errn), H(errn) Michl Gerstl, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). אשת הרר מאכל גערשטל ז“ל
[5] I(hre Seele) g(ing hinweg) am 19. Adar II 654 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נ“י ביום יט אדר שני תרנד לפ“ק
[6] Unser Fleisch erstarrt angesichts des Todes unserer teuren Mutter. סמר בשרינו על מות אמנו היקרה
[7] Eine tüchtige Frau war sie ihrem Ehemann, ein Diadem (und) eine Krone ihren Kindern. אשת חיל לבעלה נזר עטרה לבניה
[8] Weicher als Öl waren ihre Worte und groß war die Güte ihres Herzens. רכו דבריה משמן וגדול טובת לבה
[9] Sie eilte mit großer Freude die Gebote G(ottes) zu erfüllen. למצות השם רצתה בשמחה רבה
[10] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). [תנצבה]


Anmerkungen

Zeile 2: Das Symbol der Krone drückt aus, dass Rosalia (Sarl) Gerstl mit gutem Namen, also in gutem Ruf verstorben ist. S. Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,13 שְׁלשָׁה כְתָרִים הֵם, כֶּתֶר תּוֹרָה וְכֶתֶר כְּהֻנָּה וְכֶתֶר מַלְכוּת, וְכֶתֶר שֵׁם טוֹב עוֹלֶה עַל גַּבֵּיהֶן: „Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle“.

Zeile 4: Ungewöhnliche Schreibung für מיכאל?

Zeile 7: S. Sprüche 12,4; 31,10 אֵֽשֶׁת־חַ֭יִל עֲטֶ֣רֶת בַּעְלָ֑הּ „Eine tüchtige Frau, die Krone ihres Ehemannes“. Weiters s. Kinot für den Tisch’a be-Av (Trauerlieder am 9. Av, dem Trauer- und Fasttag im Gedenken an die Tempelzerstörung) זֹאת בְּזָכְרִי אֶזְעַק בְּמָרָה. חֶמְדַּת יִשְׂרָאֵל כְּלֵי הַקֹּדֶשׁ נֵזֶר וַעֲטָרָה: „In Erinnerung daran werde ich in Bitterkeit schreien: Die Habsucht Israels, die Gefäße des Heiligtums, das Diadem und die Krone“.

Zeile 8: Psalm 55,22 רַכּ֖וּ דְבָרָ֥יו מִשֶּׁ֗מֶן וְהֵ֣מָּה פְתִחֽוֹת „Weicher sind seine Worte als Öl“.

Zeile 6-9: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen der Verstorbenen (Sarl).


Biografische Notizen

Rosalia (Sarl) Gerstl, geb. ca. 1814 in Lackenbach, verwitwet, gest. laut hebräischer Grabinschrift am 19. Adar II 654 = Sonntag, 25. Februar 1894 mit 80 Jahren an Altersschwäche in Neudorf. Laut Sterbebuch war das Sterbedatum Montag, 26. März 1894 um 18 Uhr, das war in dieser Jahreszeit wahrscheinlich schon der 21. Adar II (Datumsdifferenz 1 bürgerlichen Tag). Begraben wurde Rosalia (Sarl) Gerstl am 28. März 1894.

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Rosalia Gerstl, 26. März 1894

Eintrag Sterbebuch Kobersdorf, Rosalia Gerstl, 26. März 1894


Ehemann: Michael Gerstl (weiland)


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