Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Kejle, Tochter des Jakob Katz – 07.? Cheschwan ohne Jahr

Kejle, Tochter des Jakob Katz, 07.? Cheschwan ohne Jahr Die Grabinschrift Kejle: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Hier פה [2] ist geborgen eine angesehene נטמנה אשה [3] Frau, Frau Kejle,…

Kejle, Tochter des Jakob Katz, 07.? Cheschwan ohne Jahr

Grabsteinfragment Kejle, Tochter des Jakob, Ehefrau des Mordechai, Mittwoch, 07. Cheschwan ohne Jahr

Grabsteinfragment Kejle, Tochter des Jakob, Ehefrau des Mordechai, Mittwoch, 07. Cheschwan ohne Jahr



Die Grabinschrift

Kejle: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier פה
[2] ist geborgen eine angesehene נטמנה אשה
[3] Frau, Frau Kejle, חשובה מרת כילה
[4] Tochter u(nseres) e(hrenwerten Lehrers), H(errn) Jakob Katz, בת כמר יעקב כ”ץ
[5] Ehefrau u(nseres) e(hrenwerten [Lehrers), H(errn) … Sie verstarb am] אשת כ[מר… נפטרה יום]
[6] am Mittwoch, 07. der Ta[ge im Monat] ד ז” ימי[ם בחדש]
[7] Cheschwan 3?../ des Jahres […] חשון ש[…]
[8] n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). לפק


Anmerkungen

Zeile 6: Schwer zu entscheiden, ob ו oder ז, also ob 06. oder 07. Cheschwan. Die Entscheidung “7” zu lesen, fußt einzig auf der Tatsache, dass wir zwischen 1610 und 1670 kein einziges Jahr haben, in dem der 06. Cheschwan auf einen Mittwoch fiel.
Lesen wir “07. Cheschwan”, kommen der 24. Oktober 1629, der 05. November 1636, der 13. Oktober 1649, der 09. Oktober 1652, der 25. Oktober 1656 und der 07. November 1663 als Sterbejahr in Frage.


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N. N. / Gütel? – 09. (27.?) Mai 1655 / 29. April 1655

N. N., – 02./20. Ijjar 615 (= Sonntag, 09. Mai 1655 / Donnerstag, 27. Mai 1655) / [Güt]el?, letzter Tag von Pesach = 21. Nisan 415 (= Donnerstag, 29. April…

N. N., – 02./20. Ijjar 615 (= Sonntag, 09. Mai 1655 / Donnerstag, 27. Mai 1655) / [Güt]el?, letzter Tag von Pesach = 21. Nisan 415 (= Donnerstag, 29. April 1655)

Grabstein N. N., 02. (20.)  Ijjar 615 = Sonntag, 09. Mai 1655 (Donnerstag, 27. Mai) / [Gü]tel, letzter Tag von Pesach = 21. Nisan 415 = Donnerstag, 29. April 1655

Grabstein N. N., 02. (20.) Ijjar 615 = Sonntag, 09. Mai 1655 (Donnerstag, 27. Mai) / [Güt]el, letzter Tag von Pesach = 21. Nisan 415 = Donnerstag, 29. April 1655



Die rechte Grabinschrift

Guetel 1655: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] [Gü]tel?, i(hr Andenken) m(öge bewahrt werden). [גיט]ל ז”ל
[2] [a]m letzten Tag v(on) [יו]ם אחרון ש’
[3] Pesach 415 n(ach der kleinen Zeitrechnung). פסח ת”ט”ו ל”

Die linke Grabinschrift

NN 1655: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] […] [ח…]
[2] am 2. / 20. Ijjar יום ב”\כ אייר
[3] 415 n(ach der kleinen Zeitrechnung). ת”ט”ו ל”


Anmerkung:

Ein Doppelgrabstein. Sehr wahrscheinlich sind hier Mutter und Tochter, Vater und Sohn, Ehepaar, Geschwister o.Ä. begraben. Jedenfalls starben die beiden binnen eines Monats.

Sicher sind in dieser Inschrift nur die Sterbedaten, insbesodere Monat und Jahr.

Links, Zeile 1: Könnte auch ינטל “Jentl” o.Ä. sein. Wir wissen nicht, wieviele Zeilen oben fehlen (vermutlich nur eine mit der Einleitungsformel?). Der nicht mehr vollständig erhaltene Name könnte also auch der Ehemann oder der Vater, wenn ein Mann nur der Vater, sein, also etwa: “NN, Ehefrau / Tochter des NN, sein Andenken möge bewahrt werden” oder “NN, Sohn des NN, sein Andenken möge bewahrt weden”.

Rechts, Zeile 1: Ähnlich wie oben. Ob in der noch bruchstückhaft vorhandenen Zeile ein Ehrentitel wie “der ehrbare Herr” steht oder es sich um den Beginn eines Namens handelt, lässt sich leider nicht mehr feststellen.


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Israel (Isserl) – ohne Jahr

Israel, genannt Isserl, Tevet ohne Jahr (= Dezember/Jänner) Die Grabinschrift Israel Isserl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] [Er erricht]ete eine Stele und nannte sie “El, der Gott Israels”. [וי]צב מצבה…

Israel, genannt Isserl, Tevet ohne Jahr (= Dezember/Jänner)

Grabstein Israel, genannt Isserl, Dezember/Jänner ohne Jahr

Grabstein Israel, genannt Isserl, Dezember/Jänner ohne Jahr



Die Grabinschrift

Israel Isserl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] [Er erricht]ete eine Stele und nannte sie “El, der Gott Israels”. [וי]צב מצבה ויקרא לו אל אלהי ישראל
[2] D(er Herr), H(err) Israel, ה”ר”ר ישראל
[3] der genannt wurde Isserl. המכונה איסרל
[4] [Re]dlich in seinem Wirken ¦ eine Zier in seiner Gesantheit. ¦ [י]שר פעלו ¦ הדר כלו ¦
[5] Sein Name bedeutet: ¦ “Ein Gewaltiger der Tora”. ¦ שמו נקרא ¦ אביר תור” ¦
[6] […] ¦ Er übte das Recht Gottes. ¦ […] ¦ עשה ישר”אל ¦
[7] […] ¦ Ein Eckstein. ¦ […] ¦ אבן פינה ¦
[8] […] ¦ sein Name von jeher. ¦ […]וה ¦ שמו מעול” ¦
[9] [Er wurde gebor]gen am […], […] Tevet [4…] [נט]מן יו” […] טבת [ת”…]


Anmerkung:

Zeile 1: Vgl. Genesis 33,20: ויצב שם מזבח ויקרא לו אל אלהי ישראל. “Er (Jakob) errichtete dort einen Altar und nannte ihn ‘El, der Gott Israels'”.
Ligatur von א und ל in אל und in ישראל.
Selbsstverständlich ist das Zitat eine Anspielung auf den Vornamen des Verstorbenen “Israel”.

Zeile 2: Ligatur von א und ל in אל und in ישראל.

Zeile 5: תור” “Tora” תורה mit einer Art Tilde abgekürzt.

Zeile 6: Ohne das Abkürzungszeichen (doppeltes Anführungszeichen) würde man lesen: “Es tat/machte Israel”, also wieder eine Anspielung auf den Vornamen des Toten. Dass das
ש hier als “sch” gelesen werden muss und nicht als “s” (also “jaschar” und nicht “Isra”), erkennt man aber auch am diakritischen Punkt rechts über dem Buchstaben .

Zeile 8: S. Jesaja 63,16 מעולם שמך “(das ist) von alters her dein Name”.

מעול” “von jeher / seit ewig” מעולם mit einer Art Tilde abgekürzt.

Zeile 9: Sehr schade, dass sowohl das Tagesdatum als insbesondere auch das Sterbejahr offensichlich bewusst elidiert wurden. Ein Sterbejahr 16.., also etwa 1620-1670, dürfen wir aber aufgrund der Vergleichsteine und der Inschrift mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen.


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N. N. – [Ehefrau des] Menachem – 15. Juli 1644

N. N., [Ehefrau des] Menachem, 11. Siwan 404 (= Mittwoch, 15. Juli 1644) Die Grabinschrift NN Frau Menachem: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung […] […] […] [1] [Ehefrau des…] [אשת…] [2]…

N. N., [Ehefrau des] Menachem, 11. Siwan 404 (= Mittwoch, 15. Juli 1644)

Grabstein-Fragment NN, Ehefrau des Menachem, 11. Siwan 404 = Mittwoch, 15. Juli 1644

Grabstein-Fragment NN, Ehefrau des Menachem, 11. Siwan 404 = Mittwoch, 15. Juli 1644



Die Grabinschrift

NN Frau Menachem: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[…] […] […]
[1] [Ehefrau des…] [אשת…]
[2] Menachem, S(ohn des) MORENU CH[(ajim)…], מנחם ב’מ’ה’ [חיים…]
[3] s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden. 11. Siwan 404 זל יא סיון תד
[4] n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). לפק


Anmerkungen

Zeile 1: Wird nur der Übersichtlichkeit halber als Zeile 1 bezeichnet, weil wir nicht wissen wieviele Zeilen oberhalb der noch in Bruchteilen vorhandenen 1. Zeile sich ursprünglich befunden haben.

Zeile 3b: Lesung etwas unsicher: Der erste Buchstabe nach dem Namen “Menachem” sieht wie ein ס aus, was aber keinen Sinn macht. Daher müssen wir פ oder ב lesen: Lesen wir פ, wäre es vielleicht die Abkürzung für פרנס ומנהיג “Vorsteher der Gemeinde”. Dann aber sind die beiden zu sehenden Buchstaben danach nicht klar. Zudem haben wir in der kurzen Inschrift ein “Referenz-פ” in Zeile 4, das anders aussieht als der fragliche Buchstabe in Zeile 2. Deshalb wurde der oben angeführten Lesung mit ב der Vorzug gegeben.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 3: Der Segenswunsch “sein Andenken möge bewahrt werden” zeigt, dass wohl eher der Vater des Ehemanns (Chajim?) (und nicht der Ehemann Menachem), vorausgesetzt die Lesung ist korrekt, zum Zeitpunkt des Ablebens seiner Schwiegertochter bereits verstorben war.


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