Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Schischa Meir Jehuda – 26. März 1883

Meir Jehuda (Löb) Schischa Segal, 17. Adar II 5643 (Montag, 26. März 1883) Anmerkungen Öhler Anmerkung, dass die Inschrift zum Teil unleserlich ist, stimmt nur zum Teil ;); der Großteil…

Meir Jehuda (Löb) Schischa Segal, 17. Adar II 5643 (Montag, 26. März 1883)

  • Foto: Grabstein von Meir Jehuda (Löb) Schischa Segal, 17. Adar II 5643
  • Datenblatt Isidor Öhler: Meir Jehuda (Löb) Schischa Segal, 17. Adar II 5643


Anmerkungen

Öhler Anmerkung, dass die Inschrift zum Teil unleserlich ist, stimmt nur zum Teil ;); der Großteil ist gut lesbar.

In den ersten 3 horizontalen Zeilen der Inschrift lesen wir den Namen sowie Sterbe- und Begräbnisdatum von Meir Jehuda Schischa:
Meir Jehuda wurde „Löb“ genannt und war der Sohn von David Schischa Segal: כה מאיר יהודה המ ליב בן כה דוד שישא סגל.

Als Begräbnisdatum wird in der Inschrift (3. horizontale Zeile) der 18. Adar (27. März) angegeben (?), laut Matriken wurde Leopold Schischa von Wiener Neustadt nach Mattersdorf überführt und am 28. März (19. Adar II) begraben.

Im zweiten und unteren Teil der Inschrift geben die jeweils ersten Wörter der vier Zeilen Titel, Vorname und Namenszusatz des Verstorbenen wieder:
1. Zeile „Der ehrbare Herr“ כהר
2. Zeile „Meir“ מאיר
3. Zeile „Jehuda“ יהודה
4. Zeile „Segal“ סגל

Der Nachname (Stammesname) „Segal“ סגל, oft auch als Zusatz nach dem Nachnamen, ist eigentlich ein Akronym für סגן לויה לוים, etwa „Führer der Leviten“.

Zum Symbol von Krug und Becken siehe unseren Lexikoneintrag.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Leopold (Meir Jehuda) Schischa, geb. in Mattersdorf Nr. 342, Traiteur (Kochberuf), gest. 26. März 1883, mit 62 Jahren an Lungenentzündung, in Wiener Neustadt


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


2 Kommentare zu Schischa Meir Jehuda – 26. März 1883

Friedmann Lina / Friedmann Lea – 15. Juni 1872

Lina Friedmann / Lea Friedmann, 09. Siwan 5632 (Schabbat, 15. Juni 1872) Anmerkungen Lea war (laut Zeile 5) verheiratet mit „unserem Lehrer, Herrn Nechemia“ מוה נחמי‘, der bei ihrem Ableben…

Lina Friedmann / Lea Friedmann, 09. Siwan 5632 (Schabbat, 15. Juni 1872)

  • Foto: Grabstein von Lina Friedmann / Lea Friedmann, 09. Siwan 5632
  • Datenblatt Isidor Öhler: Lina Friedmann / Lea Friedmann, 09. Siwan 5632
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Lina Friedmann / Lea Friedmann, 09. Siwan 5632


Anmerkungen

Lea war (laut Zeile 5) verheiratet mit „unserem Lehrer, Herrn Nechemia“ מוה נחמי‘, der bei ihrem Ableben noch lebt (Segensspruch „Sein Licht leuchte“ נ“י) und den Nachnamen „Friedmann“ (siehe Matriken) getragen haben müsste.

Die Differenz beim Sterbetag von 1 Tag zwischen Inschrift (15. Juni) und Matriken (16. Juni) kann nicht erklärt werden.

Als Akrostychon finden sich in der Inschrift von Zeile 6-8 ihr Vorname „Lea“ לאה, in Zeile 9 und 10 „Tochter (von)“ בת, von Zeile 11-13 der Titel „unser Lehrer, Herr“ מוה und von Zeile 14-18 der Vorname ihres Vaters „Lipman“ ליפמנ.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Lina (Lea) Friedmann, geb. in Mattersburg, verheiratet, gest. 16. Juni 1872, mit 24 Jahren an Durchfall (sic!), in Rohrbach (bei Mattersburg)


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


1 Kommentar zu Friedmann Lina / Friedmann Lea – 15. Juni 1872

Deutsch Jakob / Sofer Jakob Schlomo – 04. Dezember 1871

Jakob Deutsch / Jakob Schlomo Sofer, 21. Kislew 5632 (Montag, 04. Dezember 1871) Anmerkungen Laut hebräischer Inschrift wird Jakob Deutsch am nächsten Tag, יום ג, „Dienstag (22. Kislew = 05….

Jakob Deutsch / Jakob Schlomo Sofer, 21. Kislew 5632 (Montag, 04. Dezember 1871)

  • Foto: Grabstein von Jakob Deutsch / Jakob Schlomo Sofer, 21. Kislew 5632
  • Datenblatt Isidor Öhler: Jakob Deutsch / Jakob Schlomo Sofer, 21. Kislew 5632
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Jakob Deutsch / Jakob Schlomo Sofer, 21. Kislew 5632


Anmerkungen

Laut hebräischer Inschrift wird Jakob Deutsch am nächsten Tag, יום ג, „Dienstag (22. Kislew = 05. Dezember)“ begraben.

Der Vater von Jakob Schlomo ist David Hersch Sofer (4. Zeile Inschrift).

Die beiden Vornamen des Verstorbenen finden sich als Akrostychon in der Inschrift von Zeile 7-14: „Jakob Schlomo“ יעקב שלמה.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Jakob Deutsch, geboren in Mattersdorf, verheiratet, Hausierer, gest. 04. Dezember 1871, mit 52 Jahren an Lungenentzündung, in Mattersdorf

Vater: David Hersch Sofer


Ehefrau: Gütl Zippora Sofer / Pepi Deutsch


Tochter: Rosalia / Sarl Steinfeld

Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


14 Kommentare zu Deutsch Jakob / Sofer Jakob Schlomo – 04. Dezember 1871

Bild der Woche – Schulzeugnis 1906

Ein interessantes und wertvolles historisches Dokument: Schulzeugnis von József Deutsch, in der 5. Klasse der jüdischen (Grund)Schule in Mattersdorf (heute Mattersburg), 1906. Mattersdorf war damals noch ungarisch und hieß Nagymarton….

Ein interessantes und wertvolles historisches Dokument:
Schulzeugnis von József Deutsch, in der 5. Klasse der jüdischen (Grund)Schule in Mattersdorf (heute Mattersburg), 1906.
Mattersdorf war damals noch ungarisch und hieß Nagymarton.


Auch ohne fundierte Kenntnisse des Ungarischen ist klar zu erkennen, dass József Deutsch ein Musterschüler war :)
Insbesondere in den Hebräischfächern (Lektüre, Schrift, Biblische Geschichte etc.) erhielt er die Bestnote „Hervorragend“!

Already at the time of Maria Theresa, (1717-1780) there was a Jewish school in Mattersdorf. As there was no school building, the classes were held in the synagogue and later in private houses. Only in 1883 was a Jewish school building built.

In 1873 the Jewish school had 130 pupils, aged six to twelve in three classes. Out of these 130 pupils – 76 were boys and 54 girls. Three teachers taught these students, therefore, proportionally, each teacher taught 43 pupils, as against one teacher for every 93 pupils in the Christian school. It is not difficult to calculate which of the two schools gave a better education.

Besides these pupils there were also eleven boys and six girls aged 12 to 15 in the Jewish school. Although the Mattersdorf Jewish community was an Orthodox community, the syllabus included general studies. We can also see that already in the 19th century it was customary in Mattersdorf to educate girls and send them to school just as they sent the boys.

Meir Deutsch, Yalde Shabat, Jerusalem 2008, S. 45f.

Vielen Dank an Meir Deutsch, Israel, für die Zusendung des Zeugnisses seines Vaters sowie für die Zurverfügungstellung des erklärenden Textes!



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