Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Der Blauglockenbaum

Die Frage … Die mit Abstand von Besucherinnen/Besuchern am häufigsten gestellte Frage in unserem Museum ist – und das mag überraschen – keine zur jüdischen Religion oder zur jüdischen Geschichte,…

Die Frage …

Die mit Abstand von Besucherinnen/Besuchern am häufigsten gestellte Frage in unserem Museum ist – und das mag überraschen – keine zur jüdischen Religion oder zur jüdischen Geschichte, sondern, um welchen Baum es sich im Hof des Wertheimerhauses handelt!

Denn dieser viereckige Hof wird tatsächlich von einem wahrlich beeindruckenden Baum dominiert: einer Paulownia (Paulownia tomentosa oder Blauglockenbaum).

Und da sehr oft nach dem Baum gefragt wird (freilich gibt es auch genügend botanisch sattelfeste BesucherInnen, die nicht fragen, sondern den Anblick nur genießen), sind wir mittlerweile nicht um einigermaßen erschöpfende Antworten verlegen … Antworten, die wir Ihnen nun auch hier im Blog nicht vorenthalten wollen ;)

Auch der Zeitpunkt für diesen Blogbeitrag ist bewusst gewählt, denn der Blauglockenbaum blüht in seiner ganzen Pracht nur wenige Tage Ende April/Anfang Mai.

  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums
  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums
  • Blühende Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) im Hof des jüdischen Museums


Der Blauglockenbaum ist in seinem lateinischen Namen nach der russischen Zarentochter Anna Pawlowna (1795 – 1865) benannt.

Damit wären auch schon die notwendigsten Informationen zum Baum gegeben, denen ein Facebookeintrag oder Bild-der-Woche-Beitrag gerecht werden würde – wenn mit der Namensnennung von Anna Pawlowna nicht doch auch einige Assoziationen verknüpft wären, die sich aufdrängen und im Blog eines jüdischen Museums durchaus ihren Platz finden dürfen:

Anna Pawlowna und die Geschichte der Juden im Russischen Reich

Denn Anna Pawlowna, Tochter des russischen Zaren Paul I., war die Schwester der Zaren Alexander I. und Nikolaus I. von Russland. Gleich nach der Thronbesteigung Alexanders I. wurde eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit der Frage der Stellung der Juden beschäftigte und 1804 zum ersten „Jüdischen Statut“ führte. Ein Statut, das Maßnahmen zur „Verbesserung“ der Juden vorsah mit dem erklärten Ziel, die Einwohner des Reiches vor den „nachteiligen“ Aktivitäten der Juden zu schützen. Hatte Zar Alexander I. als probatestes Mittel, die Juden in die Gesellschaft zu integrieren, ihre Bekehrung zum Christentum gesehen, bildete die Regierungszeit seines Bruders und Nachfolgers Nikolaus I. eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des russischen Judentums. Der entschlossene und hartnäckige Widerstand der Juden jedoch ließ die seit 1840 bestehende „Kommission für die Juden“ zur Einsicht gelangen, dass keine der drastisch verschärften „Verbesserungsmaßnahmen“ (Erziehung durch staatlichen Zwang, Besteuerung der traditionellen Tracht usw.) ihr Ziel erreicht hatte.

Ein russischer Jüngling in Wiener Neustadt

Erst vor wenigen Wochen wurde ich zufällig in die erwähnte Zeit gleichsam zurückversetzt, und zwar durch einen (zumindest für mich) ausgesprochen bemerkenswerten Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Wiener Neustadt:

Grabstein von Jakob Berlin, 1908, jüdischer Friedhof Wiener Neustadt


Die Grabinschrift

Inschrift blaugb: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“נ
[2] der frisch Verheiratete, Edle und Untadelige. הא ברך היקר והתמים,
[3] Er verbrachte Nächte wie Tage שם לילות כימים,
[4] über den Worten der Weisen, על דברי חכמים,
[5] Jakob Berlin, יעקב ברלין,
[6] Nachkomme der Geonim aus Wolozyn. נכד הגאונים מוואלאזין,
[7] Im Alter von 21 Jahren ging er zur ewigen Ruhe ein. בן כ“א שנה הלך למנוחות.
[8] Seine Eltern in Dwinsk ließ er in Trauer zurück. את הוריו בדווינסק עזב לאנחות
[9] Am 4. Cheschwan 669 (= Donnerstag, 29. Oktober 1908). ד“ חשון שנת ת“ר“ס“ט.“


Anmerkungen

2. Zeile:
Siehe Kommentar von Yoav unten.

3. Zeile:
Vgl. (babylonischer Talmud) Moed Qatan 25b (נשים/משים לילות כימים).

6. Zeile:
Gaon, Plural: Geonim; Titel, der sich in den Lehrakademien im babylonischen Exil (586/7-539 v.d.Z.) entwickelte und zwischen 589 n.d.Z. und 1034 der Amtstitel des Leiters einer hohen rabbinischen Schule war. Insbesondere im Umfeld des Rabbi Elia von Wilna (Gaon von Wilna, 1720-1797) wird der Titel auch noch später für besondere Gelehrte verwendet.

Valozhin (Volozhin), Wolozyn (polnisch), Stadt in Weißrussland, 75 km nordwestlich von Minsk. Berühmtheit erlangte vor allem die Jeschiva, also die traditionelle jüdische Schule von Volozhin, die 1803 von Rabbi Chaim ben Isaac Volozhin (1749 – 1821), einem Schüler des Gaon von Vilna, gegründet wurde. 1854 übernahm Naftali Zvi Jehuda Berlin die Leitung der Jeschiva und schloss selbige im Jahr 1892. Mütterlicherseits ist Naftali Berlin ein direkter Nachfahre des ersten Rabbiners von Eisenstadt, Rabbi Meir Eisenstadt (A“SCH; gestorben 1744).

Der in Wiener Neustadt begrabene Jakob Berlin ist zwar offensichtlich ein sehr naher Verwandter von Naftali Zvi Jehuda Berlin, trotzdem konnte eine direkte Verwandtschaft leider nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich ist Jakob der Sohn oder Enkelsohn eines Bruders von Naftali Zvi Jehuda Berlin.

8. Zeile:
Dvinsk, im jüdischen Kontext manchmal auch „Dawinsk“, heutiges Daugavpils, die zweitgrößte Stadt Lettlands, etwa 230 km südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga. Dvinsk war der Name der Stadt in der Zeit von 1893 – 1920, als sie Teil des Russischen Reiches war. Auf Deutsch ist die Stadt unter dem historischen Namen „Dünaburg/Dinaburg“ bekannt. In der Stadt leben heute knapp 500 Juden.

In Dvinsk konnte kein Familienangehöriger der Berlins gefunden werden. Zudem ist noch fraglich, ob das hebräische Wort הורים (oben übersetzt mit „Eltern“) wie meist im engsten Sinn des Wortes, nämlich als leibliche Eltern, oder im weiteren Sinn verstanden wird und etwa seine Toralehrer o.Ä. meint.

P.S.: Sehe grad, dass es mir offensichtlich nicht möglich ist, einen Beitrag zu schreiben ohne zumindest 1 Grabstein zu erwähnen ;)


Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir schon jetzt das Buch „Das jüdische Wiener Neustadt“ von Werner Sulzgruber, das im September 2010 erscheinen wird! Ich freue mich sehr, dass ich dazu die Transkriptionen/Übersetzungen der hebräischen Grabinschriften beisteuern durfte. Wir werden natürlich berichten …


11 Kommentare zu Der Blauglockenbaum

Bild der Woche – Gedenkstein Mattersburg

Heute gibt es im Burgenland keine jüdischen Gemeinden mehr, 1938 bedeutete das endgültige Aus einer mehr als 300-jährigen Geschichte der Juden in dieser ehemals westungarischen Region. Außer der Privatsynagoge von…

Heute gibt es im Burgenland keine jüdischen Gemeinden mehr, 1938 bedeutete das endgültige Aus einer mehr als 300-jährigen Geschichte der Juden in dieser ehemals westungarischen Region.

Außer der Privatsynagoge von Samson Wertheimer in unserem Museum existieren heute nur mehr das Gebäude der Synagoge von Stadtschlaining (in dem die Bibliothek der Friedensuniversität untergebracht ist) sowie die baufällige Synagoge in Kobersdorf. Im Unterschied zu anderen Orten, in denen es einst blühende jüdische Gemeinden gab, finden wir in Mattersburg seit einigen Jahren einen Gedenkstein, der an die Synagoge erinnert.

Vergangene Woche besuchte uns die 2. Klasse des Polytechnischen Lehrgangs Mattersburg und die Schülerinnen und Schüler boten spontan an, diesen Gedenkstein zu fotografieren und uns als „Bild der Woche“ zu schicken.

Es ist das erste „Bild der Woche“ einer Schulklasse und wir hoffen, es folgen bald weitere Schulklassen diesem Beispiel. ;)

Herzlichen Dank an die Lehrerin Mag.a Gertraud Tometich sowie an alle Schülerinnen und Schüler des Polytechnischen Lehrgangs Mattersburg!



Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche


2 Kommentare zu Bild der Woche – Gedenkstein Mattersburg

Die verschollenen Grabsteine

Start des Projekts „Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg“ Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit…

Start des Projekts „Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg“

Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet.

Heute finden sich auf dem jüdischen Friedhof von Mattersburg nur einige wenige alte Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente, die in eine Mauer (beidseitig) eingesetzt wurden sowie 150 von der Chevra Kadischa gespendete (namenlose) Grabsteine (oder richtiger „Grabsteinattrappen“).

  • Jüdischer Friedhof Mattersburg heute
  • Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen
  • Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen


Und doch, wir kennen mehr als 300 (Update 26. 12. 2014:) 229 Namen, Todesdaten und Grabinschriften von jüdischen Toten, die auf dem Friedhof begraben waren. Denn durch einen glücklichen Zufall ist das Österreichische Jüdische Museum im Besitz von Fotos und Abschriften, die der Religionsschulinspektor für mosaischen Glauben, Isidor Öhler, im Auftrag der Gestapo vor 1945 für das Reichssippenamt anfertigte – oder wohl korrekter: anfertigen musste.

Update 26. 12. 2014: Dieser „glückliche Zufall“ war, dass Univ.-Prof. DDr. Kurt Schubert in den 1970er-Jahren (vielleicht auch schon früher) auf einer seiner Schiffsreisen nach Israel einem Mann (ein Verwandter von Isidor Öhler?) begegnete, der ihn erkannte und ihm diese Sammlung an Fotos übergab für das jüdische Museum in Eisenstadt. Prof. Schubert war bekanntlich der Gründer des Museums. Weder Prof. Schubert noch wir wussten / wissen (es ließ sich nie eruieren!) wieviele Grabsteine damals tatsächlich fotografiert und wieviele Inschriften von Öhler abgeschrieben wurden. Die nun online publizierten sind jedenfalls (leider) alle, die in unseren Besitz gelangten!
Wir halten es aber durchaus für möglich, dass es noch weitere Fotos und Abschriften von Grabsteinen geben könnte und wären sehr glücklich, wenn jene Personen, die diese so wertvollen Originaldokumente besitzen, sie der Öffentlichkeit zugänglich machen!

Isidor Öhler

Isidor Öhler wurde am 09. 10. 1878 in Topolcsany (Slovakei/Ungarn) geboren und verstarb am 02. 04. 1968 in Wien. Verheiratet war er seit 1938 mit Alice, geb. Weiner (1896 – 1987). Bereits 1901 wurde Öhler als Religionslehrer in den Schuldienst der Israelitischen Kultusgemeinde Wien berufen. Im Jahre 1910 wurde er zum Schulinspektor für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen bestellt.

Im Nachruf von Dr. Ernst Feldsberg heißt es:

Mit Reg.-Rat Oehler ist einer jener letzten von dieser Welt gegangen, die die Geschichte der großen Wiener jüdischen Gemeinde seit 1901, also durch fast 60 Jahre, miterlebt haben, ein Mann, der ein lebendes Nachschlagewerk dieser klassischen Zeit der Wiener Kultusgemeinde war.

Seit dem Jahre 1943 versah Reg.-Rat Oehler die rabbinischen Funktionen am Seitenstettentempel und, nachdem auch die Kantoren des Seitenstettentempels den Weg ins KZ Theresienstadt angetreten hatten, war Reg.-Rat Oehler auch der Vorbeter in diesem Gotteshaus. Als treuer Verehrer des großen Kantors Salomon Sulzer sang er jeden Freitagabend und an jedem Sabbat gemeinsam mit den wenigen Juden, die zurückgeblieben waren, Sulzersche Melodien, die auch in der schwersten Zeit der Verfolgung im Seitenstettentempel nicht verstummt waren.

Nach der Befreiung im Jahre 1945 wurde Oehler mit der Wiedereinrichtung des Religionsunterrichts beauftragt … Im Jahre 1948 trat er in den wohlverdienten Ruhestand …

Die Gemeinde 124 (1968), S. 19

Das Projekt

Als wir vor einigen Jahren in den Besitz der Fotos und Zettel mit den Abschriften gelangten, waren diese vollkommen durcheinander. Ein Päckchen mit den Fotos und ein anderes Päckchen mit den Zetteln. Fotos und Abschriften mussten daher erst geordnet und zusammengeführt werden. Bei dieser Arbeit fielen uns zu unserer großen Überraschung übermäßig viele (kleinere) Fehler in den Abschriften auf. Wenn möglich (die Fotos sind oft sehr schwer lesbar), versuchten wir diese Fehler auszubessern. Nur, das Problem sind nicht so sehr die Fehler an sich, sondern dass wir selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass Isidor Öhler sehr wohl die entsprechenden Kenntnisse hatte, um die vorliegenden Abschriften fehlerlos anzufertigen! Hat er die Fehler absichtlich eingebracht, um vielleicht nicht allzuviele Informationen preisgeben zu müssen?

Es muss leider offen bleiben, ob Öhler die Abschriften auf Grundlage der Fotos oder vor Ort, also am Friedhof anfertigte. Oft sieht es nach Fotoarbeit, oft nach Friedhofsarbeit aus. So manche Inschrift, die am Foto nicht oder kaum identifizierbar ist, hätte sich am Friedhof gut lesen lassen. Vielleicht gilt aber auch hier, dass Öhler aus guten Gründen bewusst oberflächlich, oft auffällig oberflächlich arbeitete? Denn es bleiben viele Ungereimtheiten in den Transkriptionen Öhlers. Wir wissen die Gründe nicht, Faktum ist aber, dass die Abschriften einen Arbeitsstil widerspiegeln von jemandem, der ohne große Mühe nur schnell etwas fertigstellen wollte/musste und dem ganz offensichtlich der oder die Auftraggeber (aus naheliegenden Gründen) nicht wichtig war(en).

Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910

Der jüdische Friedhof in Mattersdorf – wie der Ort bis 1925 hieß; Ansichtskarte um 1910

  • Wir werden ab sofort schrittweise alle von Isidor Öhler angefertigten Fotos und Abschriften hier im Blog online stellen und hoffen, bis Mai 2011 die Arbeit abschließen zu können.
  • Die Inschriften werden in dieser (ersten) Phase nicht bearbeitet oder übersetzt, wir wollen Öhlers Fotos und Abschriften möglichst rasch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die meisten Interessierten die Abschriften Öhlers und gegebenenfalls auch die Grabinschriften selbst auf den Fotos lesen (und übersetzen) können. Anmerkungen werden nur gemacht, wenn die eigene Lesung von Namen oder Sterbedatum von jener Öhlers abweicht.
  • Wir stellen die Mattersburger Grabsteinfotos und –abschriften bewusst hier im Blog online, um Interessierten und/oder Angehörigen Kommentare zu ermöglichen. Im Idealfall können dadurch fehlende – insbesondere auch biografische – Daten schrittweise ergänzt werden.
  • Alle Beiträge werden unter dem (neu angelegten) Thema (in der Kategorie) „Friedhof Mattersburg“ archiviert. Da die Mattersburger Grabsteinfotos und Abschriften für die meisten BlogleserInnen von nur geringem Interesse sein dürften, haben wir uns entschlossen, – aus Gründen der Übersichtlichkeit – alle Beiträge dieses Themas sowohl von der Indexseite (also der Blogstartseite), von den jüngsten Beiträgen als auch von der Archivseite auszuschließen.
  • Eine eigene Archivseite, nur für die Beiträge des Mattersburger Friedhofs, ermöglicht eine schnelle Übersicht über alle Namen und Sterbedaten.
  • Die Fotos und Abschriften werden zunächst in zufälliger Reihenfolge online gestellt, da noch immer einige „Problemfälle“ eine korrekte Zuordnung erschweren. Zum Schluss werden selbstverständlich Register – nach Namen und Sterbedaten geordnet – angelegt.
  • Schließlich ist noch zu klären, ob Grabsteine, die mit Foto und Abschrift vorliegen (wir also hier online stellen) mit in die Mauer am Friedhof eingesetzten Grabsteinen oder Grabsteinfragmenten korrespondieren.

Bei diesem Projekt, dessen Entwicklung Sie ab heute Schritt für Schritt online mitverfolgen können, geht es um mehr, als nur darum, einige Namen online zu stellen. Mit der „Entanonymisierung“ des jüdischen Friedhofes Mattersburg soll nicht nur für die Stadt Mattersburg, sondern für das gesamte Burgenland wichtige Erinnerungsarbeit geleistet werden. Die Fotos und Abschriften Öhlers sind heute die einzigen Zeugen des großen jüdischen Friedhofes einer weltberühmten jüdischen Gemeinde.

Am jüdischen Friedhof Mattersburg „muss“ nicht mehr gerodet, es müssen keine jüdischen Grabsteine renoviert werden (siehe Beitrag „Am jüdischen Friedhof II“). Ich würde mir aber wünschen, dass die Namen der Toten nach Abschluss unserer Arbeit nicht nur hier in der Online-Datenbank, sondern auch (z.B. auf einer Gedenktafel) am jüdischen Friedhof vor Ort zu finden sind.

Zur Datenbank „Jüdischer Friedhof Mattersburg“ (work in progress) (die ersten 10 Grabsteine sind online)

English Summary:
Only a few fragments of the former gravestones of the Jewish cemetery in Mattersburg could be preserved, they are embedded in a wall and can today be visited in Mattersburg. It is not clear how many gravestones existed on the cemetery before 1945, neither what happened to them. Nevertheless the Austrian Jewish Museum holds a rich source of information on the former cemetery. Luckily, it came in possession of more than 300 photographs and transcriptions of the epitaphs made by Isidor Öhler (the superintendent of schools for religious education) on the authority of the Gestapo in the beginning of 1945. Those photographs and transcriptions will be published online as blog postings bit by bit.

Update 12. Mai 2010: Yitzchok Stroh and Carole G. Vogel have been reconstructing the genealogy of the Jewish community of Mattersdorf from 1698 – 1939!

Update 01. Juli 2010: Seit heute gibt es die (auf shtetlinks.jewishgen.org) gelaunchte Website zu Mattersdorf.

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir – diesmal ausnahmsweise sehr techniklastig ;) – allen Feedabonnenten eine eventuelle Anpassung der Feedadresse unseres Blogs: Sollten Sie die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg nicht via Feed erhalten wollen, bessern Sie bitte die Feedadresse aus auf https://www.ojm.at/blog/feed?cat=-46.
Sollten Sie nur die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg via Feed erhalten wollen (was uns allerdings ein wenig traurig machen würde), verwenden Sie bitte folgende Feedadresse: https://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/feed/.


8 Kommentare zu Die verschollenen Grabsteine

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