Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Österreichisches Jüdisches Museum

Eröffnung Rudolf Gelbard-Bibliothek und Lesung “Cella oder die Überwinder”

Die IKG.KULTUR und das Österreichische Jüdische Museum laden im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 herzlich ein zur Eröffnung der Rudolf Gelbard-Bibliothek und anschließend zur Lesung mit Katharina…

Die IKG.KULTUR und das Österreichische Jüdische Museum laden im Rahmen des
Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019
herzlich ein zur

Eröffnung der
Rudolf Gelbard-Bibliothek

und anschließend zur

Lesung mit Katharina Stemberger

Franz Werfel,
Cella oder die Überwinder

Am Klavier: Eva Varhaníková


Wann: Sonntag, 08. September 2019, 15 Uhr

Wo: Österreichisches Jüdisches Museum


Prof. Rudolf Gelbard (“The man on the Balcony”) wurde 1930 in Wien geboren und als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Als eines der wenigen Kinder überlebte er die Internierung in Theresienstadt und setzt sich seit seiner Befreiung als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Neben seiner laufenden Tätigkeit in Schulen, auf Symposien und in Lehrveranstaltungen war er auch als Mitglied der Kulturkommission der Israelitischen Kultusgemeinde tätig.

Für seine Verdienste und seine aufklärerische Vortragstätigkeit wurde er von der Republik Österreich mit dem Berufstitel Professor und weiteren Auszeichnungen, darunter die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille, geehrt. Seit 2008 wird vom Republikanischen Club ‒ Neues Österreich der “Rudolf Gelbard Preis für Aufklärung gegen Faschismus und Antisemitismus” vergeben. Gelbard selbst war der erste Preisträger dieser Auszeichnung.

Prof. Rudolf Gelbard starb am 24. Oktober 2018 in Wien. Für das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt ist es eine große Ehre, die Privatbibliothek von Prof. Gelbard in seinen Räumlichkeiten präsentieren zu dürfen.


Franz Werfels Romanfragment “Cella oder Die Überwinder” entstand in den Jahren 1938/39, am Beginn des werfelschen Exils (er starb 1945 in Beverly Hills).
Werfels Roman, der zahlreiche historische und zeitgeschichtliche Bezüge zum burgenländischen Judentum herstellt bzw. in freier Form verarbeitet, erzählt die Geschichte des jüdischen Eisenstädter Rechtsanwalts Bodenheim und seiner Familie in den Wirren des Jahres 1938 ‒ in Summe: ein “jüdischer Heimatroman” (N. Abels) als Geschichte des Heimat-Verlustes:

Das Land, aus dem wir vertrieben wurden, heißt das Burgenland, die Hauptstadt dieses Landes, in der wir lebten, heißt Eisenstadt. Diese Hauptstadt ist nur ein lächerliches Landstädtchen, eine Stunde von Wien entfernt. Niemand in der weiten Welt kennt auch nur den Namen. Wenn jetzt in der Fremde dieser Name unter uns fällt, dann zucken wir die Achseln und sagen: Drecksnest. Wer diese Heimat verloren hat, der hat nicht viel verloren. Trotzdem geschieht es bis zum heutigen Tage oft, dass ich vom Burgenland und von Eisenstadt träume…

Franz Werfel: Cella oder Die Überwinder. Versuch eines Romans. [Gesammelte Werke in Einzelbänden.] Frankfurt a.M. 1997, S. 271/Vorkapitel


Eine Veranstaltung der IKG.KULTUR und des Österreichischen Jüdischen Museums.

Die Lesung mit Katharina Stemberger ist eine Veranstaltung im Rahmen einer Veranstaltungsserie der IKG-KULTUR und der Bruno Walter Musiktage in der Slowakei und Österreich zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2019.

Download Gesamtprogramm des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 IKG-KULTUR und Bruno Walter Musiktage (edjc2019.pdf, 412KB)


Udapte 09. September 2019:


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Lange Nacht der Museen 2018

Das Österreichische Jüdische Museum nimmt heuer wieder an der “Langen Nacht der Museen” teil. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie in dieser besonderen Nacht auch unser Museum besuchen! Wann:…

Das Österreichische Jüdische Museum nimmt heuer wieder an der “Langen Nacht der Museen” teil. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie in dieser besonderen Nacht auch unser Museum besuchen!

Wann: Samstag, 06. Oktober 2018, 18.00 bis 01.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum


Unser Programm im Detail

Synagoge im Museum

18.00 – 01.00 Uhr: Dauerausstellung zu jüdischen Festen, Lebensabschnitten und Synagoge
Individueller Besuch der Ausstellungen

Koscher-Supermarkt

18.15 – 20.00 Uhr:
Rätselrallye: WAS IST KOSCHER?

Kinderprogramm

Sederaufsatz 1774

20.15 – 20.45 Uhr: ALT, ABER NEU!
Schönheiten und ihre Geschichten

Wir präsentieren in der Langen Nacht der Museen erstmals wunderschöne und sehr wertvolle Kultobjekte, die – zumindest seit 1938 – noch niemand gesehen hat. Darunter etwa der prächtige Sederaufsatz chassidischer Herkunft (rechts auf dem Bild) oder den über 3m langen Torawimpel für Rabbi Akiba Eger aus dem Jahr 1761, dessen faszinierende und illustrierte Inschrift das Geburtsdatum des weltberühmten Rabbiners nach 180 Jahren völlig neu bewertet.


Salomon Kohn

20.30 – 23.00 Uhr: NICHT GANZ KOSCHER
Laufende Vorführung des Films


Esterrolle

20.45 – 21.15 Uhr: FÜHRUNG durch DAUERAUSSTELLUNG und SYNAGOGE


Transparent 'Juden unerwünscht' Hornstein 1938

21.15 – 21.45 Uhr: SCHICKSALSJAHR 1938
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung


Sederaufsatz 1774

21.45 – 22.15 Uhr: ALT, ABER NEU!
Schönheiten und ihre Geschichten

Wir präsentieren in der Langen Nacht der Museen erstmals wunderschöne und sehr wertvolle Kultobjekte, die – zumindest seit 1938 – noch niemand gesehen hat. Darunter etwa der prächtige Sederaufsatz chassidischer Herkunft (rechts auf dem Bild) oder den über 3m langen Torawimpel für Rabbi Akiba Eger aus dem Jahr 1761, dessen faszinierende und illustrierte Inschrift das Geburtsdatum des weltberühmten Rabbiners nach 180 Jahren völlig neu bewertet.


Transparent 'Juden unerwünscht' Hornstein 1938

22.15 – 22.45 Uhr: SCHICKSALSJAHR 1938
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung



Eintritt bzw. Teilnahme mit dem “Lange-Nacht”-Ticket:

  • regulär EUR 15
  • ermäßigt EUR 12
  • frei für Kinder bis 12 Jahre

Das Ticket berechtigt zum Besuch aller an der “Langen Nacht” teilnehmenden Museen in ganz Österreich.

Tickets erhalten Sie

  • im Österreichischen Jüdischen Museum (Vorverkauf & Abendkasse)
  • in allen weiteren teilnehmenden Museen

Bitte beachten Sie, dass unser Museum Samstag, 06. Oktober, und Sonntag, 07. Oktober, tagsüber geschlossen und an diesem Wochenende “nur” in der “Langen Nacht der Museen” geöffnet ist!

Weitere Informationen zur “Langen Nacht” erhalten Sie auf langenacht.orf.at.


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Meir Eisenstadt und Alexander Aizenshtat – wir laden herzlich ein…

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Gedenkfeier am Jahrzeittag von Rabbiner Meir Eisenstadt sowie zur Eröffnung der Ausstellung mit Bildern des jüdischen Künstlers Alexander Aizenshtat Wann: Sonntag, 10….

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur

Gedenkfeier am Jahrzeittag von Rabbiner Meir Eisenstadt

sowie zur Eröffnung der

Ausstellung mit Bildern des jüdischen Künstlers

Alexander Aizenshtat

Wann: Sonntag, 10. Juni 2018

Wo: Älterer jüdischer Friedhof in Eisenstadt und Österreichisches Jüdisches Museum

Programm:

16:00 UhrTreffpunkt am älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt (Männer bitte Kopfbedeckung mitnehmen)
Reden der Ehrengäste, Enthüllung des renovierten Grabsteins und Kaddisch zum Gedenken an Rabbi Meir Eisenstadt

17:00 UhrTreffpunkt im jüdischen Museum mit Gebet in der Synagoge

18:00 UhrEröffnung der Ausstellung durch LAg. Bgm. Mag. Thomas Steiner, Bürgermeister der Freistadt Eisenstadt
Zur Ausstellung: Irina Alexandrowna Antonowa, Langzeitdirektorin und seit 2013 Präsidentin des Puschkin-Museums in Moskau

Anschließend kleines Buffet.

Alexander Aizenshtat

Dauer der Ausstellung: 11. Juni – 24. Juni 2018


Rabbi Meir Eisenstadt – MaHaRaM A”SCH

Rabbi Meir Eisenstadt gilt als einer der größten Gelehrten und Rabbiner seiner Zeit. Sein Vermächtnis erlangte enorme Popularität in der jüdischen Welt, seine Werke werden bis heute in religiösen Bildungseinrichtungen studiert.
Sein Grab auf dem älteren jüdischen Friedhof ist noch heute – vor allem in diesen Tagen, zu seiner “Jahrzeit” – das Ziel von orthodoxen Juden aus aller Welt, die das Gedächtnis an diesen großen Lehrer aufrechterhalten.

Rabbi Meir hielt am Freitag, dem 3. Dezember 1717 seinen Einzug in Eisenstadt. Im Originaldokument lesen wir:

לזכרון יום ביאת הרב המאור הגדול אב”ד דקהלתינו לכאן יום ו” ער”ח טבת שנת תע”ח לפ”ק
Zum Gedenken an den Tag, als der Rabbiner, die große Leuchte, der Vorsitzende des Gerichtshofes unserer Gemeinde hierher kam, am Freitag, Vorabend des (1.) Neumondtags Tevet, des Jahres 478 nach der kleinen Zeitrechnung.

Rabbi Meir kam also nach jüdischem Datum vor genau 300 Jahren (heuer haben wir das Jahr 778), am 5. Chanukkatag, nach Eisenstadt.
Er starb am Sonntag, dem 27. Siwan des Jahre 504 (= 07. Juni 1744), heuer fällt sein Jahrzeittag auf Sonntag, den 10. Juni!. Den Namen “seiner Stadt” – Eisenstadt – erhielt er posthum.

In unserem Blog finden Sie sowohl einen ausführlichen Artikel über Rabbi Meir Eisenstadt als auch ein Foto seines (noch nicht renovierten) Grabsteins, Transkription und Übersetzung seiner hebräischen Grabinschrift sowie viele biografische Notizen (Kinder etc.).


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Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Update: Die Ausstellung ist wegen großen Interesses auch 2019 zu sehen! Öffnungszeiten Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Eröffnung der Schwerpunktausstellung Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland Wann:…

Update:
Die Ausstellung ist wegen großen Interesses auch 2019 zu sehen!

Öffnungszeiten


Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Eröffnung der

Schwerpunktausstellung

Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Wann: Donnerstag, 26. April, 18:00 Uhr

Wo: Landesmuseum Burgenland

Transparent „Juden unerwünscht“ in Hornstein, Fotograf unbekannt, Quelle: Burgenländisches Landesarchiv, Fotosammlung

Transparent „Juden unerwünscht“ in Hornstein, Fotograf unbekannt, Quelle: Burgenländisches Landesarchiv, Fotosammlung


Die Ausstellung findet an zwei Standorten, im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt sowie im Landesmuseum Burgenland in Eisenstadt, statt.

Dauer der Ausstellung: 27. April bis 04. November 2018

Download Einladung (Einladung1938.pdf, 1.06 MB)

Eröffnungsprogramm

16:00 – 18:00 Uhr: Pre-Opening: Freie Besichtigung beider Ausstellungsorte

ab 18:00 Uhr:

Begrüßung Dr. Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer | KBB – Kultur-Betriebe Burgenland GmbH

Zur Sonderausstellung Mag. Dieter Szorger, Kurator

Im Gespräch
Claudia Prutscher
, Vizepräsidentin | Israelitische Kultusgemeinde Wien

Mag. Hans Peter Doskozil, Kulturlandesrat

Ansprache Dr. Heinz Fischer, Vorsitzender des Beirats 100 Jahre Republik

Ansprache & Eröffnung Hans Niessl, Landeshauptmann

Moderation Walter Reiss

Filmausschnitt “Es waren schwere Zeiten”
von Walter Reiss | Gespräche mit burgenländischen ZeitzeugInnen


Maria Augustin, Innenraum der Gemeindesynagoge von Eisenstadt

Maria Augustin,
Innenraum der Gemeindesynagoge von Eisenstadt

Wir freuen uns sehr, Ihnen in unserem Haus noch nie öffentlich gezeigte Originaldokumente des Jüdischen Zentralarchivs zeigen zu dürfen. Außerdem ermöglicht Ihnen eine digitale Rekonstruktion einen virtuellen Rundgang durch zerstörte burgenländische Synagogen. Einblicke in die jüdischen Lebenswelten bis zur Vertreibung im Frühjahr 1938 bieten einerseits Werke burgenländischer KünstlerInnen, andererseits Interviews und Biografien burgenländischer Jüdinnen und Juden, die auf PC-Videostationen regional individuell abgerufen werden können.

Als NS-Landeshauptmann Dr. Tobias Portschy am 2. April 1938 forderte, im Burgenland neben der ›Agrarreform‹ und der ›Zigeunerfrage‹ auch die ›Judenfrage‹ mit nationalsozialistischer Konsequenz zu lösen, bedeutete dies das endgültige Aus einer dreihundertjährigen kontinuierlichen jüdischen Geschichte dieses jüngsten Bundeslandes Österreichs.
Die burgenländischen Juden waren 1938 die ersten Juden in Österreich, die von den Ausweisungsbefehlen der Nazis betroffen waren. Schon wenige Tage nach dem “Anschluss” im März 1938 begann die systematische Ausweisung der Juden aus ihren Gemeinden. Am 1. November 1938 meldete die Presse, dass

sämtliche Kultusgemeinden des Burgenlandes … nicht mehr existieren.

Oskar Schiller, geb. 11. August 1918, ist einer der wenigen Juden, die nach 1945 ins Burgenland, namentlich nach Eisenstadt, zurückkehrten; er lebte bis zu seinem Tod am 17. Februar 2005 mit seiner Familie auch dort.
Er ist der älteste Sohn von Adalbert und Irma Schiller, die wie seine Schwester Wilma und sein Bruder Fritz in der Schoa ermordet wurden.

Herr Schiller kam jedes Jahr in den Tagen um Jom Kippur in die Synagoge, um dieses Jahrzeitlicht seiner Familie zu entzünden.

Das Jahrzeitlicht der Familie Schiller – die Übersetzung:

Jahrzeitlicht Familie Schiller: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Gedenklicht נר זכרון
[2] für meine Eltern, לנשמות הורי
[3] H(errn) Benjamin, Sohn des ר’ בנימין בן
[4] Natan Halevi נתן הלוי
[5] Schiller שיללער
[6] und seiner Ehefrau, ihren Söhnen ורעיתו, ובנם
[7] und ihren Töchtern, ובתם
[8] die in der Schoa umgekommen sind. שנספו בשואה


3 Kommentare zu Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

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