kosher Melange

Il blog del Museo Ebraico Austriaco - ISSN 2410-6380

Categoria: Arte e Cultura

Pesach 5780 - Unico per il tavolo Seder

Morgen ist der 14. Nisan und damit Erev Pesach. Wir wünschen Ihnen ein frohes und koscheres Pesachfest 5780! חג פסח כשר ושמח! Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern…


Morgen ist der 14. Nisan und damit Erev Pesach.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und koscheres Pesachfest 5780!

חג פסח כשר ושמח!

Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!


Auffällig ist es, reichlich ungewöhnlich und in Teilen auch rätselhaft: das Objekt, wohl ein “Centerpiece” für den Sedertisch, das seit einiger Zeit einen Ehrenplatz im Pesach-Raum unserer Dauerausstellung innehat. Das religiöse Setting, dem es zugehört, ist ‒ so viel ist klar ‒ das Seder-Essen zu Pesach, bei dem eine Reihe zeichenhaft verstandener Speisen auf dem Tisch platziert wird, von Bitterkräutern bis Charoset (ein braunes Apfel-Nuss-Gemisch). Damit erklärt sich die Funktion der kleinen Tellerchen, die unser Objekt aufweist ‒ es fand seinen Platz eben auf einem Sedertisch.

"Centerpiece" für Sedertisch, chassidisch, 1774

“Centerpiece” für Sedertisch, chassidisch, 1774



Als deutlich schwieriger erweist sich die Interpretation des Figurenensembles: Wen oder was sollen die fein gearbeiteten Gestalten jeweils darstellen? Klar scheint immerhin: Bekrönt ist das Stück mit dem Pesachlamm, das von den Israeliten gemäß biblischer Erzählung vor dem Verlassen Ägyptens bzw. von späteren Generationen im Jerusalemer Tempel geschlachtet wurde, Weinranken und Trauben verweisen auf die vier Becher Wein, die beim Seder getrunken werden, und als zentrale Figur fungiert der Hohepriester.
Übrigens: In einem wesentlichen Detail seiner Darstellung des Brustschilds des Hohepriesters irrt der Künstler. In Exodus 28,21 lesen wir: “Die Steine sollen auf die Namen der Söhne Israels lauten, 12 Steine auf ihre Namen…”. Beide Brustschilde (bei der Zentralfigur und bei 01, s.u.), haben aber offensichtlich 16 bzw. 20 Steine.

Gar nicht so eindeutig scheint dagegen die Zuordnung der kleineren Figuren, die bei den besagten Tellerchen platziert sind ‒ wir grübelten, wir diskutierten, wir blätterten nach, wir fragten hier und dort. Sind es vielleicht priesterliche Figuren? Die Bekleidung könnte dies nahelegen. Einer der von uns Konsultierten sah in den Figuren dagegen Klezmer-Musikanten ‒ was uns, trotz Harfe, die einer der Figuren beigegeben scheint, nicht überzeugte, und zwar schlicht, weil weitere musikalische Attribute nicht auszumachen sind. Ebenso wenig überzeugte letztgenannte These Prof. Günter Stemberger, an den wir uns mit der Bitte um Interpretationshilfe wandten ‒ und der uns folgende Deutung vorschlägt:

01) Hohepriester? Aaron?

01) Hohepriester? Aaron?

01 ist jedenfalls der HP [Hohepriester; Anm. CM], dem aber (anders als in der zentralen Figur, die eine christliche Mitra trägt) die Kopfbedeckung fehlt. Das Räucherfass ist natürlich auch christlich, das Motiv als solches bezieht sich wohl auf Jom Kippur, wo der HP mit einer Räucherpfanne voll Kohlen ins Allerheiligste geht (Lev 16,12-13) ‒ da trägt er allerdings nicht den Brustschild (doch cf. Ex 28,30 und mYoma 7,5).

02) Hohepriester? König Salomon?

02) Hohepriester? König Salomon?

Wenn der Bezug zu Jom Kippur stimmt, könnte 02 der HP sein, der das Gefäß mit dem Opferblut ins Allerheiligste trägt (der Weihrauch ist ja schon vergeben), oder aber auch das Gefäß mit Manna (Ex 16,33 ‒ diese Szene ist auf dem Verduner Altar dargestellt).

03) Harfner? König David?

03) Harfner? König David?

Der Harfner in 03 erinnert natürlich an David, könnte aber auch ein Levit im Tempel sein (cf. 2 Chron 5,12), allerdings nicht (oder kaum) zu Jom Kippur.

04) Levit? Mose?

04) Levit? Mose?

Bei 04 kann ich nur raten. Durch seine Kleidung (Kragen) unterscheidet sich die Figur von den anderen. Könnte es vielleicht ein Levit mit dem großen Schlüssel für den Tempel sein (mit der Ne’ila wieder ein Jom Kippur-Bezug)?

Wie Sie sehen, nehme auch ich den Tempelbezug zentral; in Einzelheiten ist der Künstler ziemlich frei (bzw. unwissend) und lehnt sich auch an christliche Vorbilder an (sind vielleicht deshalb die Priester in der Liturgie ohne Kopfbedeckung?). Der Bezug zu Pesach ist dabei äußerst locker.

emer. Univ.-Prof. Dr. Günter Stemberger, Email vom 23. September 2018

Nicht ausgeschlossen ist freilich auch ein unmittelbarer Bezug zur Exodus-Erzählung, konkret: zu Mose und Aron, wie das Landesmuseum Burgenland ‒ von dem wir das Objekt, das aus dem Jahr 1774 datiert und chassidischer Provenienz ist und einst Alexander Wolf gehörte, freundlicherweise als Leihgabe erhalten haben ‒ vermutet:

…in der Mitte erhebt sich ein Säulchen mit der Gestalt des segnenden Hohepriesters; die 4 vergoldeten Teller neben den Figuren der Könige David, Salomon, Aron und Moses…

Burgenländisches Landesmuseum: “Objektdaten”


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Per meritare il marito di ...

Versione tedesca, vedi sotto A proposito di un goal goal particolarmente bello e affascinante Nient'altro che Hermione (Hendel) Wolf, née. Neubrunn, nel 1910 per il suo defunto marito ...

versione inglese, vedi sotto


Di una tenda per porte particolarmente bella e affascinante

Toravorhang Eisenstadt 1910, Leihgabe jüdisches Museum Wien,

Tenda Torah Eisenstadt 1910, velluto, broccato, pietre di vetro - cucite, ricamate,
In prestito dal Museo ebraico di Vienna, n. Inv .: 13379



Questo magnifico sipario non fu lasciato da niente Hermine (Hendel) Wolf, Born Neubrunn, fabbricazione nel 1910 per il suo defunto marito. Nata il 26 dicembre 1845 a Trenčín (Slovacchia occidentale), morì il 17 agosto 1931 a Baden vicino a Vienna e sepolta nel cimitero ebraico più giovane di Eisenstadt, sopravvisse al marito Ignatz (Esriel) Wolf, morì il 18 gennaio 1906 e anche seppellito nel cimitero ebraico più giovane, di 25 anni.
Hermine Wolf fu, tra le altre cose, presidente dell'Associazione delle donne di Eisenstadt, marito Ignatz Wolf socio delle società Leopold Wolf's Sons, Eisenstadt e M. Bauer, Vienna, Consiglio della Camera di commercio della Camera di commercio di Ödenburg, co-fondatore della Eisenstadt Sparkassa e nel 1863 e 1880-1885 membro del consiglio della comunità ebraica di Eisenstadt.

Hermine e Ignatz Wolf sono i genitori, tra gli altri, di Leopold Lupo e Nathan (Alexander / Sándor) Wolf!

Die Weinhandlung Leopold Wolf’s Söhne hatte ihren Hauptsitz im sogenannten Wertheimerhaus, in dem sich heute das Österreichische Jüdische Museum befindet (siehe v.a. unseren Blogartikel “Nathan ei lupi di Eisenstadt“)

Il sipario nei dettagli


Kapporet - sfondo incrociato

Toravorhang Eisenstadt 1910,  Kapporet (Querbehang)

Torah curtain Eisenstadt 1910, Kapporet (sipario trasversale)



Tenda con iscrizione Tora 1910: tenda trascrizione e traduzione specifiche della linea
[1] {Brocca e bacino}


Sopra lo specchio

Toravorhang Eisenstadt 1910,  Detail oberhalb des Spiegels

Toravorhang Eisenstadt 1910, dettaglio sopra il testo principale


Tenda con iscrizione Tora 1910 SpiegelOBEN: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] {Corona e due leoni (Leone di Giuda) come titolare della corona}
[2] D (cioè Krone) d (è la Torah) כ”ת


Spiegel

Toravorhang Eisenstadt 1910, Spiegel

Toravorhang Eisenstadt 1910, testo principale



Specchio Tora tenda 1910 con iscrizione: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] Questo è un regalo Questo è molto
[2] la donna devota, Stupore di Dio
[3] La signora Hendel Wolf, s (cioè maggio) l (solo), La signora Handel Wolf in diretta
[4] Figlia d (it Lord) Nataniel Neubrunn, a (su di lui) d (pace). בת ר’ נתנאל נייברון ע”ה
[5] Ha offerto memoria nel Tempio d (esso Signore) Il memoriale presso la Temple Hall
[6] al merito dell'anima del marito amorevole. Per conquistare l'anima di suo marito un uomo generoso
[7] Buono e gentile, praticava servizi di carità e amore, Bene e bene fanno carità e gentilezza
[8] d (er) e (nobile) H (err) Esriel Wolf, a (su di lui sia il) F (Rieden), כה”ר עזריאל וואלף ע”ה
[9] Halevi, Halevy


Sotto lo specchio

Toravorhang Eisenstadt 1910, Detail unterhalb des Spiegels

Porta a tenda Eisenstadt 1910, particolare sotto lo specchio



Tenda con iscrizione Tora 1910 SpiegelUNTEN: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] morì il 22 Tevet 666 n (ach der) k (lino) Z (calcolo del tempo) (= 18 gennaio 1906). שנפטר ביום כ”ב טבת ת”רס”ו לפ”ק
[2] Eisenstadt, nell'anno 670 d.C. (secondo la piccola era) (= 1910) אייזענשטאדט בשנת ע”תר”ל
[3] {Brocca e bacino}


nota

Sowohl zweimal (im Querbehang und unterhalb des Spiegels) das Symbol des Kruges mit Becken als auch der Namenszusatz “Halevi” in der letzten Zeile des Spiegels weisen deutlichst auf die levitische Herkunft von Ignatz (Esriel) Wolf hin.



Di una tenda della Torah Ark particolarmente bella e affascinante

Torah Ark curtain, Eisenstadt 1910, Loaned by the Jewish Museum Vienna

Tenda Ark Torah, Eisenstadt 1910, velluto, broccato, pietre di vetro - cucite, ricamate, prestate dal Museo ebraico di Vienna, Inv.-Nr .: 13379



Questa magnifica tenda della Torah Ark non è stata creata da nessuno Hermine (Hendel) Wolf, nata Neubrunn, che nel 1910 fece il sipario sulla Torah Ark in ricordo del suo defunto marito. Hermine Wolf nacque il 26 dicembre 1845 a Trenčín (Slovacchia occidentale) e morì il 17 agosto 1931 a Baden. Fu sepolta nel più giovane cimitero ebraico di Eisenstadt e visse 25 anni più a lungo di suo marito, Ignatz (Esriel) Wolf, che morì il 18 gennaio 1906. Anche Ignatz fu sepolto nel giovane cimitero ebraico di Eisenstadt.

Hermine Wolf era, tra le altre cose, la presidente dell'associazione femminile Eisenstadt. Suo marito, Ignatz Wolf, lavorava per la compagnia Leopold Wolf's Söhne (Eisenstadt), M. Bauer (Vienna), ed era Handelskammerrat dell'Ödenburger Handelskammer. Ignatz contribuì anche a formare la Sparkassa di Eisenstadt e nel 1863 e nel 1880-1885 prestò servizio nel consiglio di amministrazione della Israelitischen Kultusgemeinde Eisenstadt.

Hermine e Ignatz Wolf sono i genitori di Leopold Lupo e Nathan (Alexander / Sándor) Wolf!

The wine shop Leopold Wolf’s Söhne had their headquarters in, what at the time was called the Wertheimerhaus, which today is the Austrian Jewish museum (see our blog article “Nathan ei lupi di Eisenstadt“)

La tenda della Torah Ark in dettaglio


Kapporet - Nappe

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910,  Kapporet (Tassels)

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910, Kapporet (Nappe)



Tenda con iscrizione Tora 1910: tenda trascrizione e traduzione specifiche della linea
[1] {Brocca e bacino}


Sopra il testo principale

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910,  Detail above the main text

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910, dettaglio sopra il testo principale


Tenda con iscrizione Tora 1910 SpiegelOBEN: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] {Due leoni che reggono una corona (Leone di Giuda)}
[2] T (lui corona) o (f la Tora) כ”ת


Il testo principale

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910, main text

Tenda Ark Torah, Eisenstadt 1910, testo principale



Specchio Tora tenda 1910 con iscrizione: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] questo è un regalo Questo è molto
[2] della donna timorata di Dio, Stupore di Dio
[3] Mrs. Hendel Wolf, s (may may) l (ive), La signora Handel Wolf in diretta
[4] figlia di Nataniel Neubrunn, m (ay be be peace) u (pon him). בת ר’ נתנאל נייברון ע”ה
[5] Portò il dono della memoria al tempio di (il Signore). Il memoriale presso la Temple Hall
[6] Per il merito dell'anima del suo generoso marito. Per conquistare l'anima di suo marito un uomo generoso
[7] Era buono e gentile e praticava la carità e l'amore, Bene e bene fanno carità e gentilezza
[8] t (lui) h (onorabile) M (r.) Esriel Wolf, m (ay peace be) u (pon him). כה”ר עזריאל וואלף ע”ה
[9] Halevi, Halevy


Sotto il testo principale

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910, Detail under the main text

Torah Ark curtain Eisenstadt 1910, dettaglio sotto il testo principale



Tenda con iscrizione Tora 1910 SpiegelUNTEN: trascrizione e traduzione basate su linea
[1] che morì il 22 di Tevet 666 b (y the) s (mall) c (ount) (= 18 gennaio 1906). שנפטר ביום כ”ב טבת ת”רס”ו לפ”ק
[2] Eisenstadt, nell'anno 670 b (y il conteggio ridotto) (= 1910) אייזענשטאדט בשנת ע”תר”ל
[3] {Brocca e bacino}


Annotazione

The symbol of the pitcher with a basin as well as the suffix “Halevi” in the last line of the text show the Levitic origin of Ignatz (Esriel) Wolf.


Non ci sono commenti al merito di suo marito ...

Kafka und das Judentum

Das Österreichische Jüdische Museum lädt im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 herzlich ein zur Lesung ” … etwas zähes Judentum ist noch in mir, nur hilft es…

Das Österreichische Jüdische Museum lädt im Rahmen des
Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019
herzlich ein zur

Lesung
” … etwas zähes Judentum ist noch in mir, nur hilft es meistens auf der Gegenseite.”

Einführende Worte: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Aigner


Wann: Sonntag, 01. September 2019, 10.30-11.30 Uhr

Wo: Österreichisches Jüdisches Museum


Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, im Judentum einen der bestimmenden Bezugspunkte in Franz Kafkas Schreiben ‒ und Leben ‒ zu sehen. Für Walter Benjamin waren die jüdisch-kabbalistische Tradition einerseits, die Erfahrung des entfremdeten modernen Großstadtmenschen andererseits, die beiden weit von einander entfernten Brennpunkte, um die Kafkas Schreiben sich bewegt. Doch war jenes “zähe Judentum”, das er selbst noch in sich spürte, ein vielfach gebrochenes. Denn schon für die Vätergeneration, Angehörige des zu Wohlstand gelangten deutschsprachigen Prager Bürgertums, war die eigene Tradition bereits zu einem äußerlichen Festhalten an sinnentleerten, mitunter bis zu grotesken Komik sich steigernden religiösen Gebräuchen verkommen. ‒ Kafkas persönliches Ringen um ein erneuertes, authentisches Verhältnis zum Judentum äußert sich in vielen biographischen Details, wie etwa seinem wachen Interesse an der zionistischen Bewegung. Viel schwieriger ist es allerdings den Einfluss des Judentums auf Kafkas literarisches Schaffen zu bestimmen, wo das Thema kaum ja explizit auftaucht, und doch in so vielen Texten ungreifbar gegenwärtig zu sein scheint.

Die Lesung versucht sowohl den biographischen als auch den literarischen Zeugnissen von Kafkas vielschichtigem Verhältnis zum Judentum nachzugehen.


Eine Kooperationsveranstaltung mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft.

Logo Franz Kafka Gesellschaft

Logo Franz Kafka Gesellschaft



Download Gesamtprogramm des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 im Burgenland (programm2019.pdf, 2.34MB)

EDJCPoster2019

EDJCPoster2019



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Eröffnung Rudolf Gelbard-Bibliothek und Lesung “Cella oder die Überwinder”

Die IKG.KULTUR und das Österreichische Jüdische Museum laden im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 herzlich ein zur Eröffnung der Rudolf Gelbard-Bibliothek und anschließend zur Lesung mit Katharina…

Die IKG.KULTUR und das Österreichische Jüdische Museum laden im Rahmen des
Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019
herzlich ein zur

Eröffnung der
Rudolf Gelbard-Bibliothek

und anschließend zur

Lesung mit Katharina Stemberger

Franz Werfel,
Cella oder die Überwinder

Am Klavier: Eva Varhaníková


Wann: Sonntag, 08. September 2019, 15 Uhr

Wo: Österreichisches Jüdisches Museum


Prof. Rudolf Gelbard (“The man on the Balcony”) wurde 1930 in Wien geboren und als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Als eines der wenigen Kinder überlebte er die Internierung in Theresienstadt und setzt sich seit seiner Befreiung als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Neben seiner laufenden Tätigkeit in Schulen, auf Symposien und in Lehrveranstaltungen war er auch als Mitglied der Kulturkommission der Israelitischen Kultusgemeinde tätig.

Für seine Verdienste und seine aufklärerische Vortragstätigkeit wurde er von der Republik Österreich mit dem Berufstitel Professor und weiteren Auszeichnungen, darunter die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille, geehrt. Seit 2008 wird vom Republikanischen Club ‒ Neues Österreich der “Rudolf Gelbard Preis für Aufklärung gegen Faschismus und Antisemitismus” vergeben. Gelbard selbst war der erste Preisträger dieser Auszeichnung.

Prof. Rudolf Gelbard starb am 24. Oktober 2018 in Wien. Für das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt ist es eine große Ehre, die Privatbibliothek von Prof. Gelbard in seinen Räumlichkeiten präsentieren zu dürfen.


Franz Werfels Romanfragment “Cella oder Die Überwinder” entstand in den Jahren 1938/39, am Beginn des werfelschen Exils (er starb 1945 in Beverly Hills).
Werfels Roman, der zahlreiche historische und zeitgeschichtliche Bezüge zum burgenländischen Judentum herstellt bzw. in freier Form verarbeitet, erzählt die Geschichte des jüdischen Eisenstädter Rechtsanwalts Bodenheim und seiner Familie in den Wirren des Jahres 1938 ‒ in Summe: ein “jüdischer Heimatroman” (N. Abels) als Geschichte des Heimat-Verlustes:

Das Land, aus dem wir vertrieben wurden, heißt das Burgenland, die Hauptstadt dieses Landes, in der wir lebten, heißt Eisenstadt. Diese Hauptstadt ist nur ein lächerliches Landstädtchen, eine Stunde von Wien entfernt. Niemand in der weiten Welt kennt auch nur den Namen. Wenn jetzt in der Fremde dieser Name unter uns fällt, dann zucken wir die Achseln und sagen: Drecksnest. Wer diese Heimat verloren hat, der hat nicht viel verloren. Trotzdem geschieht es bis zum heutigen Tage oft, dass ich vom Burgenland und von Eisenstadt träume…

Franz Werfel: Cella oder Die Überwinder. Versuch eines Romans. [Gesammelte Werke in Einzelbänden.] Frankfurt a.M. 1997, S. 271/Vorkapitel


Eine Veranstaltung der IKG.KULTUR und des Österreichischen Jüdischen Museums.

Die Lesung mit Katharina Stemberger ist eine Veranstaltung im Rahmen einer Veranstaltungsserie der IKG-KULTUR e Bruno Walter Musiktage in der Slowakei und Österreich zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2019.

Download Gesamtprogramm des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2019 IKG-KULTUR und Bruno Walter Musiktage (edjc2019.pdf, 412KB)


Udapte 09. September 2019:


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