Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: buchkunst

Bild der Woche – Jona

In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag). Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r Am Versöhnungstag…

In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag).

Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r

Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r


Am Versöhnungstag wird in der Synagoge das kleine Prophetenbuch Jona gelesen. Und zwar zum Mincha, das etwa in der Wiener Synagoge (Seitenstettengasse) um 18.10 Uhr gebetet wird.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Jona ben Amittai? Als das Wort Gottes an ihn ergeht, nach Ninive zu gehen, versucht Jona an die Goldküste von Tarschisch zu fliehen. Jona möchte sich dem Auftrag Gottes entziehen, versteckt sich auf einem Schiff, das aber bald in schwere Turbulenzen gerät, woraufhin sich Jona schlafend stellt. Die Matrosen entdecken den blinden Passagier und der Kapitän, der in Jona den Schuldigen für den Sturm vermutet, stellt den sich schlafend Stellenden zur Rede. Dann warfen sie Jona ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Jona selbst aber wurde gerettet, denn der Herr schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang und ihn nach 3 Tagen ans Land spie. Gott sprach ein zweites Mal zu Jona und diesmal ging dieser nach Ninive, wie es ihm befohlen war …

Eine ausgesprochen bemerkenswerte Interpretation der “Antwort des Jona” an den Kapitän des Schiffes finden wir im gleichnamigen Buch von Schalom ben Chorin (Hamburg, 1966):

Und nun tun der Kapitän und seine Gefolgschaft genau das, was die Völker in der fast zweitausendjährigen Diaspora-Geschichte Israels immer wieder taten, sie fragten den Juden auf seine Existenz hin:

“Sage uns, warum geht es uns so übel? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volke bist du?” (Jona 1,8).

Sie fragen ihn als den Fremden, den Ur-Frenden, und sie fragen ihn sofort nach ihrem eigenen Unglück. Er, der Gefragte, soll ihnen sagen, warum es ihnen so übel ergeht? Er, der Fremde, muss den Schüssel für das Unglück der Völker haben …

Und nun erwacht Jona zur Erkenntnis der eigenen Existenz und gibt jene umfassende Antwort, in der Wesen und Sendung Israels in ihrer Doppelheit formuliert ist:

“Ich bin ein Hebräer und fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, welcher gemacht hat das Meer und das Trockene” (Jona 1,9)

Diese Antwort ist die ganze Antwort des Judentums … [sie] zerfällt in zwei Teile, die aber ein unlösbares Ganzes bilden: in den nationalen und den religiösen Existenzbezug Israels.

Jona beginnt mit dem nationalen Bekenntnis: “Ivri Anochi” – Ein Hebräer bin ich. Er tarnt sich nicht. Er stellt das eindeutige und klare Bekenntnis zur hebräischen Nation allem Credo voran … Aber damit erschöpft sich die Antwort nicht, sondern sie setzt sich fort, geht … über in das monotheistische Bekenntnis…

Das religiöse und nationale Element sind in der Antwort des Jona enthalten und machen so – in dieser unlösbaren Einheit – jüdisches Bekenntnis, jüdische Antwort an die fragende Welt aus.

Schalom ben Chorin, a.a.O., 13ff

Das Bild oben, “Der Meerwurf des Jona”, finden wir in der Kennicot-Bibel (Oxford, Bodleian Libr. Ms. Kennicot 1), einer 1476 in La Coruña geschriebenen sephardischen Bibel. Als Vorlage diente die Cervera-Bibel. Deren Schreiber, Samuel ben Abraham ibn Natan, berichtet, dass er sich ein Jahr lang in dem kleinen Ort Cervera aufgehalten habe, um dort sein gebrochenes Schienbein zu heilen, und dass er in dieser Zeit (18. Juli 1299 – 19. Mai 1300) die Bibel geschrieben habe. Beide Bibeln haben sowohl ein Kolophon des Schreibers als auch eines des Malers, was für jüdische Handschriften eine große Seltenheit ist. Sämtliche Buchstaben des Kolophons sind aus zoo-, anthropomorphen oder aus vegetabilen Bestandteilen zusammengesetzt, eine Eigentümlichkeit der sephardischen Buchmalerei, in der solche aus Tier- und Menschenprotomen gebildeten Buchstaben häufig für Initialwörter Verwendung fanden.

Das Kolophon des Malers (fol. 447r) befindet sich genau wie in der Cervera-Bibel auf dem letzten Blatt der Handschrift und wiederholt auch wörtlich den dortigen Text:

Ich, Joseph, ibn Chajim, illustrierte dieses Buch und vollendete es.

Auch der “Meerwurf des Jona” ist in der Kennicot-Bibel (fol. 305r) aus der Cervera-Bibel übernommen (dort fol. 304r).

Vgl. Ursula und Kurt Schubert, Jüdische Buchkunst, I, Graz 1983, 83f


Yom Kippur: Overboard (Jonah’s Song)



Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche


2 Kommentare zu Bild der Woche – Jona

Bilder der Woche – Die Vogelkopf-Haggada

Zum Pesachfest 5771 – II Nach unserem ersten Beitrag zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten,…

Zum Pesachfest 5771 – II

Nach unserem ersten Beitrag zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten, widmen wir uns heute einer der wohl faszinierendsten, weil vielleicht auffälligsten Pesach-Haggadot, der sogenannten Vogelkopf-Haggada, Süddeutschland, spätes 13. Jahrhundert.

Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, Vogelkopf-Haggada

Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, wie es im 2. Buch Mose (Exodus), 16,13-15 heißt

Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

Um die wahrscheinlich seltsam anmutende Darstellung der Menschen mit Vogelköpfen zu verstehen, müssen wir ein paar Jahrhunderte in der Geschichte zurückblättern. Denn im 2. Buch Mose (Exodus), 20,4 finden wir das sogenannte Bilderverbot biblisch begründet:

Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

Und doch: Die weithin gängige Meinung von einer allgemeinen jüdischen Bilderfeindlichkeit musste spätestens in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts revidiert werden, vor allem aufgrund der Aufdeckung der Synagoge von Dura Europos sowie bedeutender Funde mehrerer spätantiker figürlicher Fußbodenmosaiken. Es gab viele Jahrhunderte währende Zeitspannen, in denen das jüdische Bilderverbot, insbesondere unter dem Einfluss der im Umfeld wohnenden bilderfreudigen andersgläubigen Völker, aufgegeben bzw. nur auf die Herstellung von vollplastischen Figurendarstellungen beschränkt wurde.

Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten, Vogelkopf-Haggada

Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten. Die ausziehenden Israeliten tragen auf ihrem Rücken den ungesäuerten Teig laut 2. Buch Mose (Exodus), 12,34:

Das Volk nahm den Brotteig ungesäuert mit; sie wickelten ihre Backschüsseln in Kleider ein und luden sie sich auf die Schultern.

Vor allem das Christentum in West- und Mitteleuropa des 13. Jahrhunderts bot jüdischen Handwerkern die Möglichkeit, die Schreib- und Malkunst zu erlernen. Denn neben den klösterlichen Skriptorien, in denen die heiligen Texte von Mönchen geschrieben und illuminiert worden waren, kamen nun zunehmend bürgerliche Malerwerkstätten auf. Und von diesen übernahmen die jüdischen Künstler bald inhaltliche Anregungen, sogar ganze Bildvorlagen und oft auch den jeweiligen Malstil.

Selbstverständlich erhoben jüdische Gelehrte wieder ihre Stimmen gegen die neuerwachte jüdische Figurenmalerei, nur waren viele von ihnen konzessionsbereiter als in der Spätantike (da durch die Übernahme von christlichen bildlichen Vorlagen keine Gefahr eines Abfalls zum Götzenkult befürchtet werden musste!). In manchen Gegenden wurde aber auch von jüdischen Malern versucht, den Einwänden ihrer Gelehrten Rechnung zu tragen, indem sie die Darstellung des “ganzen” Menschen vermieden: Man verhängte z.B. das Gesicht mit Haaren, deutete die Gesichtszüge nur an oder gab eben den Menschen Tier- oder Vogelgesichter. In der Vogelkopfhaggada sind die menschlichen Köpfe durch Vogelköpfe mit Adlerschnäbeln ersetzt. Die männlichen Israeliten sind durch den mittelalterlichen jüdischen Spitzhut gekennzeichnet.

Hausherr und seine Frau am Sedertisch, Hausherr liest aus der Pesach-Haggada, Vogelkopf-Haggada

Die illustrierte Pesach-Haggada war sicher gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus dem Gebetbuch herausgelöst worden und als eigenes Büchlein für den ersten Abend von Pesach, den Sederabend, gestaltet worden, wofür unsere Vogelkopfhaggada der schönste Beweis ist. Darin finden wir überdies noch am Beginn des liturgischen Texts ein Bild des Hausherrn und seiner Frau am Sedertisch, das zeigt, wie der Hausherr aus der Pesach-Haggada vorliest. Faszinierend: Diese ist übrigens eindeutig an derselben Stelle aufgeschlagen wie die Haggada selbst (siehe vergrößertes Bild!).

Literatur

  • Lohrmann K. (Hg.), 1000 Jahre österreichisches Judentum, Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1982
  • Schubert U., Bilder zur Bibel im Judentum, Graz o.J.
  • Schubert U., Jüdische Buchkunst I, Graz 1983
  • Schubert U., Jüdische Buchkunst II, Graz 1992

 

Wir wünschen ein frohes und koscheres Pesachfest 5771!

חג פסח כשר ושמח

Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!

Bitte beachten Sie den wunderbaren und ausführlichen Kommentar mit vielen Bildbeispielen von Meir Deutsch!


Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche


10 Kommentare zu Bilder der Woche – Die Vogelkopf-Haggada

Bild der Woche – Abraham und die 3 Engel

Zum Pesachfest 5771 – I Pesach naht – und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich u.a. gar eindrucksvolle Pesach-Haggadot…

Zum Pesachfest 5771 – I

Pesach naht – und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich u.a. gar eindrucksvolle Pesach-Haggadot finden.

Unsere Miniserie zu Pesach beginnen wir heute aber mit dem umfangreichsten und aufwendigsten aller hebräischen Manuskripte, dem sogenannten “Rothschild Miscellany“. Das beeindruckende Manuskript bezeichnet Prof. Israel Ta-Shema im Begleitband zur Faksimileausgabe sogar als eigene “Bibliothek”.

Das 948 Seiten dicke Faksimile ist in feinkörniges Marokko-Ziegenleder eingebunden und beinhaltet 70 religiöse und säkulare Werke, die in 37 Kapiteln zusammengefasst werden. Auf 816 illustrierten Seiten beschreiben mit Gold und Silber minutiös verzierte Miniaturen beinahe jeden Brauch des jüdischen Lebens in allen Einzelheiten. Unter den säkularen Werken finden sich naturwissenschaftliche und philosophische Abhandlungen, unter den religiösen auch die Pesach-Haggada.

Das ausgesprochen elegante und prächtig gestaltete Rothschild Miscellany wurde 1479 in Italien von Moses ben Jekutiel Hakohen in Auftrag gegeben und ausgeführt und befindet sich heute im Israel Museum in Jerusalem. Mehr über die geheimnisvolle Geschichte des Miscellany sowie eine Inhaltsangabe und Bildbeispiele finden Sie auf der Website der “Facsimile Editions“.

Abraham und die 3 Engel zu Mamre, Rothschild Miscellany

Auf dem Bild sehen wir das Motiv, wie Abraham die drei Engel in Mamre bewirtet. Es handelt sich dabei um die Illustration zu einer Hymne in der Pesach-Haggada, die im Anschluss an die häusliche Pesach-/Sederfeier, und zwar am 2. Pesachabend, gelesen wird! (Rothschild Miscellany, folio 119, Tafel 47)
Bitte klicken Sie auf das Foto, um es zu vergrößern. Wir zeigen hier nur einen Ausschnitt des Bildes, um die Ladezeit der Seite in Grenzen zu halten

Den biblischen Text finden wir im 1. Buch Mose (Genesis) 18,1-15. Der erste Vers erzählt, dass Gott dem Abraham erschienen sei; gleich darauf, in Vers 2ff, ist die Rede von 3 Männern bzw. Engeln, die erscheinen und denen Abraham vom Eingang des Zeltes her entgegenläuft, sich vor ihnen niederwirft und ihnen schließlich ein Mahl bereitet, das die 3 Männer auch einnehmen. Es werden also in den wenigen Bibelversen zwei verschiedene Traditionsschichten miteinander verbunden: einmal kündet Gott selbst dem Abraham und seiner Sara die Geburt eines Sohnes an, nach der anderen waren es die drei Männer bzw. Engel.

Diesem Motiv, das auch in der frühchristlichen Kunst belegt ist, wollen wir uns einmal in einem eigenen Beitrag ausführlicher widmen, vor allem natürlich im Blickwinkel der rabbinischen Literatur. Hier sei nur festgestellt, dass der Wechsel von Gott und den drei Männern im biblischen Text im rabbinischen Kommentar zur Gleichsetzung von Gott mit den drei Engeln führte.

Warum aber finden wir dieses Motiv illustriert in der Pesach-Haggada?

Dazu müssen wir den entsprechenden Text der Hymne in der Haggada kennen (der Text befindet sich auch im Rothschild Miscellany auf derselben Seite gleich neben den Bildern, siehe größeres Bild):

So sprecht vom Opfer des Pesach!
Wunderbar zeigt Deine Kraft sich zu Pesach,
Zum ersten der Feste erhobst du das Pesach,
Abraham erschienst du mitternachts zu Pesach.
So sprecht vom Opfer des Pesach.
In der Tagesglut kamst an seine Tür Du zu Pesach,
Die Engel speise er mit Mazzot zu Pesach,
Und lief zu den Rindern, dem Opfer des Pesach,
So sprecht vom Opfer des Pesach.

PS: Unter dem Bild mit dem Motiv “Abraham und die drei Engel zu Mamre” befindet sich eine zweite Illustration, die die Zerstörung Sodoms zeigt.

In der Bibel folgt die Geschichte um das Gericht über Sodom gleich anschließend in Kapitel 19 und auch in der Pesach-Haggada heißt es, ebenfalls gleich anschließend, in der Hymne:

Das sündige Sodom verbrannte zu Pesach,
Der gerettete Lot buk Mazzot zu Pesach,
Ägyptens Land fegtest Du kahl zu Pesach,
So sprecht vom Opfer des Pesach.


Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche


3 Kommentare zu Bild der Woche – Abraham und die 3 Engel

Bild der Woche – Der Bischof

Pesach-Haggada, Schreiber: Joseph ben David aus Leipnik (Mähren). Geschrieben und illustriert 1740 in Altona/Hamburg, 40 fols, 350 x 260. London, British Library, Sloane 3173, 7v. Vor einiger Zeit berichteten wir…

Pesach-Haggada, Schreiber: Joseph ben David aus Leipnik (Mähren). Geschrieben und illustriert 1740 in Altona/Hamburg, 40 fols, 350 x 260. London, British Library, Sloane 3173, 7v.


Vor einiger Zeit berichteten wir hier anlässlich der Eröffnung, dass im Stadtmuseum von Wiener Neustadt die Ausstellung “Schicksalswege. Die jüdische Gemeinde in Wiener Neustadt” zu sehen ist.
In der Ausstellung zu sehen ist auch ein Bildnis des berühmten Bischofs Kollonitsch, das unwillkürlich einige Assoziationen in mir hervorrief:
Denn in einer Pesach-Haggada, die 1740 in Altona (Hamburg) von Joseph ben David aus Leipnik geschrieben und illustriert wurde, finden wir eine Darstellung, wie Abraham die Götzenstatuen seines Vaters Terach zerstört.

Das Bild ist eine Illustration zum Text “Anfangs waren unsere Vorväter Götzendiener …”. Im Vordergrund liegen zerbrochene Teile von zwei Götzenstatuen. Abraham ist gerade damit beschäftigt, eine dritte zu zerschlagen. Hinter einem Fluss, über den eine Brücke führt, sehen wir eine ummauerte Stadt und dahinter auf vier Bergen Götzenstatuen. Ganz links Poseidon mit seinem Dreizack, weiter rechts Zeus mit Waage und Donnerkeil (?) – und dazwischen eine Figur, die wie ein katholischer Bischof aussieht!

Ein katholischer Bischof in Hamburg, das protestantisch dominiert war und ist? Und was hat das Ganze mit Wiener Neustadt zu tun?
Nun, erwähnter Maler Joseph ben David kam aus Leipnik in Mähren und nach Mähren flohen viele Juden, nachdem sie 1670/71 von Leopold I. aus Wien vertrieben worden waren. Wir kennen viele Erklärungen für diese Vertreibung, ganz wesentlich aber waren sicher die aggressiven judenfeindlichen Reden von Bischof Leopold Karl von Kollonitsch, der 1670 Bischof von Wiener Neustadt geworden war.

Und so ist vielleicht wirklich mit der Darstellung des katholischen Bischofs als Götze, 70 Jahre nach der Vertreibung der Juden aus Wien, niemand anderer als Bischof Leopold Kollonitsch aus Wiener Neustadt gemeint (an ihn erinnert heute u.a. die den Bahnhof mit der Innenstadt verbindende Kollonitschgasse) …

Joseph ben David wurde übrigens der Begründer der jüdischen “Hamburger Malschule”. In Wien selbst lebten (nach 1670) wohlhabende “Hofjuden”, die meistens ein Stadtpalais bewohnten und oft für ihre Privatsynagogen illustrierte und illuminierte Handschriften bei den Schreibern/Miniaturisten in Mähren bestellten.


Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche


11 Kommentare zu Bild der Woche – Der Bischof

Finde:

Generic selectors
Nur exakte Ergebnisse
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Suche in Beiträgen
Suche in Seiten
rl_gallery
Filter nach Kategorien
Abbazia / Opatija
Cheder
Fiume / Rijeka
Friedhof Eisenstadt (älterer)
Friedhof Eisenstadt (jüngerer)
Friedhof Kobersdorf
Friedhof Mattersburg
Friedhof Triest
Friedhof Währing
Genealogie
Karmacs
Kunst und Kultur
Leben und Glaube
Mitbringsel / Souvenirs
Podcasts
Salischtschyky / Zalishchyky
Veranstaltungen
nach oben