Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Schlagwort: schalom-salam-grüß-gott

Bild der Woche – WER glaubt WAS

Die erste Veranstaltung unserer Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” ging vor einer Stunde zu Ende, vor wenigen Minuten verließen die letzten Gäste das Museum. Wir freuen uns über…

Die erste Veranstaltung unserer Reihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” ging vor einer Stunde zu Ende, vor wenigen Minuten verließen die letzten Gäste das Museum. Wir freuen uns über einen vollen Vortragssaal, hervorragende Referate und eine angeregte Diskussion.

von links nach rechts: Peter Zeillinger, Ednan Aslan, Schlomo Hofmeister

Unsere Referenten
(von rechts nach links: Rabbiner Schlomo Hofmeister, Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan und Dr. Peter Zeillinger)

In Bälde werden wir hier im Blog eine Nachlese mit Kurzvideos der einzelnen Referate bringen …

.



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Im Anfang …

– ein Beitrag zur Veranstaltungsreihe Schalom – Salam – Grüß Gott – Judentum, Christentum & Islam – das sind Jahrtausende an Geschichte & ganze Bibliotheken an religiöser und theologischer Literatur….

– ein Beitrag zur Veranstaltungsreihe Schalom – Salam – Grüß Gott

Judentum, Christentum & Islam – das sind Jahrtausende an Geschichte & ganze Bibliotheken an religiöser und theologischer Literatur.

Stellt sich die Frage: wo(mit) beginnen?
Vielleicht am besten: am Anfang aller Anfänge.

Also:

Im Anfang … schuf Elohim/Gott Himmel & Erde, er schied Land und Meer, befestigte Sonne, Mond & Sterne, schuf Pflanzen und Tiere –

und schließlich, es ist der 6. Schöpfungstag, den Menschen

als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

So erzählt es das 1. Kapitel des 1. Buch Mose, das, wie auch der Rest der jüdischen Bibel (teilweise mit Ergänzungen), ins Christentum übernommen wurde, wo es als Buch Genesis überliefert ist. Kapitel 2 und 3 desselben Buches ergänzen die nicht minder berühmte Paradies-Erzählung, die sich gut anlässt: der Mensch inmitten eines prächtigen Gartens mit “köstlichen Früchten”, jedoch fatal ausgeht: ein verbotener Baum, die Schlange etc. – macht in Summe die Vertreibung des Menschen aus dem Garten Eden. Vom Menschen, hebräisch adam אדם, erfahren wir ebendort außerdem, Gott habe ihn aus Erde, hebräisch adama אדמה, geformt und ihm göttlichen “Lebensatem” eingeblasen, sodann aus der Rippe des Menschen eine Frau, Eva/Chava (חוה), gebildet.
Soweit, zugegeben: maximal vergröbert, die Eröffnungserzählungen im 1. Buch Mose, wie sie Juden und Christen gemein sind.

Vertreibung aus dem Paradies - Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle

Vertreibung aus dem Paradies – Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle
Lohnenswerte 360-Grad-Ansicht

Der Koran, Zentraltext des Islam, geht, (auch) was den Anfang von Welt und Mensch betrifft, eigene erzählerische Wege – wobei allerdings sachliche Übereinstimmungen mit der biblischen Erzählung unübersehbar sind (vgl. zum Folgenden die Synopse S. J. Wimmer/S. Leimgruber: Von Adam bis Muhammad. Bibel und Koran im Vergleich. Stuttgart: KBW 2005. S. 89-96).

Gott ist es, “der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschaffen hat”, erklärt u.a. Sure 11,7; er “hat euch die Nacht und den Tag, die Sonne und den Mond dienstbar gemacht” sowie die Sterne (Sure 16,12), ebenso hat er Tiere und Pflanzen geschaffen (Sure 16,5ff./6,141ff.). Und auch, wie im Koran mehrfach ausgeführt, den Menschen, Adam:

Zuerst erschuf er den Menschen aus Ton (…). Dann formte er ihn und blies ihm von seinem Geist ein.

Sure 32,7ff.

Kompakt erläutern hierzu S. J. Wimmer und S. Leimgruber:

Gemeinsam ist Bibel und Koran, dass der Mensch sowohl aus physischen Komponenten (Staub, Erde, Ton) beschaffen ist wie aus transzendenten (Geist, Lebensatem). (…) Die Gottesebenbildlichkeit indessen kommt wörtlich allein in der Bibel vor. Im Koran ist deren Gehalt vergleichbar mit der Nachfolger- und Stellvertreterfunktion des Menschen für Gott.

Wimmer/Leimgruber 2005. S. 93

Schließlich kennt der Koran auch eine Erzählung vom Verstoß der Menschen gegen göttliche Anweisung: „O Adam, bewohne, du und deine Gattin, das Paradies. Esst, wo ihr wollt, und nähert euch nicht diesem Baum, sonst gehört ihr zu denen, die Unrecht tun”. Vom Satan verführt wird vom Baum gegessen – und die Menschen aus dem Paradies vertrieben (Sure 7,11-27).

Die hier (und auch nur in Auswahl) gegeneinander gehaltenen Schöpfungserzählungen sind bekanntlich kein Einzelfall: Die Zusammenschau von Bibel & Koran zeigt eine Palette an verwandten Erzähltraditionen mit vielfältigen Übereinstimmen und Unterschieden sowie zahlreiche Überschneidungen im Personeninventar (Abraham, Mose, David, Salomo usw.).

Hiervon bei Gelegenheit mehr – immerhin: der “Anfang” ist schon mal gemacht…

Die erste Veranstaltung unserer Reihe ist die Matinee
WER glaubt WAS – eine kurze Selbstvorstellung von Judentum, Christentum und Islam
Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr im Österreichischen Jüdischen Museum.
Herzliche Einladung!


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WER glaubt WAS

Eine Sonntagsmatinee – im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:…

Eine Sonntagsmatinee – im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”:

WER glaubt WAS – eine kurze Selbstvorstellung von Judentum, Christentum und Islam

Wann: Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum,
7000 Eisenstadt, Unterbergstraße 6

Schalom - Salam - Grüß Gott (Logo)

Judentum, Christentum und Islam – 3 Religionen, fast 4 Milliarden Anhänger, eine 4000-jährige Geschichte & eine prekäre Gegenwart, geprägt gleichermaßen von Verbunden- und Verschiedenheit.
Die Eröffnungsmatinee “WER glaubt WAS” fragt nach diesen Beziehungen zwischen den 3 Religionen und dem Leben & Glauben von Juden, Christen und Muslimen: Referenten aus Judentum, Christentum und Islam machen sich an die (Selbst-)Vorstellung ihrer Religion, erläutern deren Selbstverständnis und erklären deren Verhältnis zu anderen Religionen.

Es referieren:

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung wird erbeten:

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” finden Sie in unserem Übersichtsartikel.

PS: Da für die Teilnahme an unserer Exkursion am 3. Juni (in den Stadttempel, die Ruprechtskirche und das Islamische Zentrum) eine Anmeldung notwendig ist und sich die Teilnehmerliste zusehends füllt, bitten wir Sie bei Interesse um baldige Anmeldung.

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Schalom – Salam – Grüß Gott

Eine Veranstaltungsreihe des Österreichischen Jüdischen Museums Judentum, Christentum & Islam – das ist eine Familiengeschichte im großen Stil: Eine Geschichte von Verwandtschaft und Entfremdung, Einfluss und Abgrenzung, Streit und Dialog;…

Eine Veranstaltungsreihe des Österreichischen Jüdischen Museums

Judentum, Christentum & Islam – das ist eine Familiengeschichte im großen Stil: Eine Geschichte von Verwandtschaft und Entfremdung, Einfluss und Abgrenzung, Streit und Dialog; eine Geschichte von Verbunden- und Verschiedenheit, die Jahrtausende zurück und bis in die Gegenwart hinein reicht.
Die Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott” begibt sich auf die Spur dieser Beziehungen: Von jüdischem Boden aus fragt sie nach dem Selbstverständnis der drei Religionen sowie nach Verbindendem und Trennendem, Ähnlichkeiten und Eigenheiten im Leben und Glauben von Juden, Christen und Muslimen.

Wir laden Sie ein, mit uns im Rahmen dieser Reihe der Geschichte und Gegenwart der drei Religionen und ihrem wechselseitigen Verhältnis nachzuspüren, Verwandtes zu entdecken, Fremdes kennen und verstehen zu lernen, Eigenes zu hinterfragen – und auf diese Weise die Beziehungsgeschichte von Juden, Christen und Muslimen fortzuschreiben.

Dieser Beitrag dient als erste Übersicht, damit Sie schon die einzelnen Termine vormerken können. Selbstverständlich werden wir Sie jeweils rechtzeitig vorher über jede Veranstaltung nochmals ausführlich informieren.

Die Veranstaltungen

WER glaubt WAS – Eine kurze Selbstvorstellung von Judentum, Christentum und Islam

Der Kick-Off zur Veranstaltungsreihe “Schalom – Salam – Grüß Gott”: 3 Religionen, 3 Referenten und eine (Selbst-)Vorstellung von Judentum, Christentum und Islam in insgesamt 60 Minuten.

Was: Matinee – Vorträge & Diskussion
Wann: Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt frei


Es referieren:

  • Mag. Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner, Wien
  • Dr. Peter Zeillinger, Wissenschaftlich-pädagogischer Assistent der Theologischen Kurse, Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan, Professor für Islamische Religionspädagogik, Wien


Religion vor Ort: Zu Gast im Wiener Stadttempel, in der Ruprechtskirche und im Islamischen Zentrum

3 Religionen, 3 Orte religiöser Praxis: eine Begegnung mit Religion vor Ort im Wiener Stadttempel und seiner ungleichen Nachbarin St. Ruprecht (zugleich Wiens älteste Kirche) sowie der Moschee des Islamischen Zentrums in Wien-Floridsdorf.
Es führen u.a. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und Mag. Ruth Pucher MC.

Was: Exkursion mit Führungen
Wann: Donnerstag, 3. Juni 2010
Wo: Wien – es besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Bus-Anreise aus Eisenstadt, Abfahrt vor dem Österreichischen Jüdischen Museum, 12.45 Uhr;

Treffpunkt in Wien: Eingang zum Stadttempel (Seitenstettengasse 4, 1010 Wien), 13.50 Uhr

Bitte beachten Sie, dass für diese Veranstaltung eine Anmeldung bis spätestens 26. Mai 2010 nötig ist (maximal 40 Personen) erforderlich ist. Es ist nur mehr 1 Platz frei (Stand 02. Mai 2010) kein Platz mehr frei (Update 02. 05. 2010, 15h)! Wir haben aber eine Warteliste erstellt, siehe unseren Beitrag “Religion vor Ort“.
Unkostenbeitrag für Busfahrt (Eisenstadt – Wien – Eisenstadt) und Eintritte/Führungen: Euro 9
Unkostenbeitrag für Eintritte/Führungen (exklusive Busfahrt, also für alle, die gleich zum Stadttempel kommen): Euro 5
Bitte Ausweis mitnehmen.


Eisenstadt x 3 – Ein interreligiöser Stadtspaziergang

Ein Rundgang auf den Spuren religiöser Vielfalt in Eisenstadt – mit Besuch des Martinsdoms und der evangelischen Auferstehungskirche sowie einem Spaziergang durch das ehemalige jüdische Viertel samt Friedhof und Synagoge.

Was: Stadtrundgang mit Besichtigungen
Wann: Sonntag, 29. August 2010, 15.30 Uhr
Wo: Eisenstadt
Führung & Eintritte frei


Schalom – Salam – Grüß Gott … in der “Langen Nacht der Museen 2010”

Eine verspielte, märchen-hafte & musikalische “lange Nacht” – mit interreligiösem Erzähl- und Musikabend, gestaltet von Märchenerzähler Helmut Wittmann & Freunden; zuvor: ein Nachmittagsprogramm im Zeichen des spielerischen Kennenlernens von Judentum, Christentum und Islam für unsere jungen BesucherInnen.

Was: Interreligiöses Kinder-Programm und Erzähl-/Musikabend
Wann: Anfang Oktober 2010 (Samstag)
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt mit dem “Lange Nacht”-Ticket


WER isst WAS – Eine kulinarisch-religiöse Einführung in Judentum, Christentum und Islam

Über die Grundregeln des Essens und Trinkens in den drei Religionen und ihre Anwendung im religiösen Alltag – mit kulinarischem Praxis-Teil am koscheren und halal-Buffet.

Was: Matinee – Vorträge & Diskussion, mit anschließendem Buffet
Wann: Sonntag, 7. November 2010, 11.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum
Eintritt frei

Es referieren:

  • Univ.-Lektorin Dr. Tirza Lemberger, Institut für Judaistik, Wien
  • Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich
  • Halid Akpinar M.A., Assistent am Institut für Bildungswissenschaft/Islam. Religionspädagogik, Wien


Alle Veranstaltungen werden mit Texten, Bildern und/oder Videos auch online dokumentiert – und bleiben offen für interaktive Fortschreibungen.
Ergänzt wird die Reihe außerdem durch eine Mini-Serie hier im Blog, zu der auch fachkundige Gastautoren, u.a. Yoav Sapir (un/zugehörig), Chajm Guski (Chajms Sicht) und Hussein Hamdan (Der Islam), beitragen werden.


Anmeldung

Eine Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen wird erbeten:

Bitte beachten Sie: Jedenfalls erforderlich ist eine Anmeldung für die Teilnahme an der Wien-Exkursion (3. Juni), da die TeilnehmerInnen-Zahl in Rücksicht auf die Sicherheitsbestimmungen im Stadttempel auf maximal 40 Personen beschränkt ist.


2 Kommentare zu Schalom – Salam – Grüß Gott

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