Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Cheder

Ritter Leopold – 23. Dezember 1885

Leopold (Esriel Jehuda) Ritter, 15. Tevet 646 = (Mittwoch, 23. Dezember 1885) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz. Die hebräische Grabinschrift Inschrift Leopold Ritter: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung…

Leopold (Esriel Jehuda) Ritter, 15. Tevet 646 = (Mittwoch, 23. Dezember 1885)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz.


Grabstein Leopold Ritter, 15. Tevet 646 = Mittwoch, 23. Dezember 1885

Grabstein Leopold Ritter, 15. Tevet 646 = Mittwoch, 23. Dezember 1885, Foto: Gerald Lamprecht



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Leopold Ritter: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] der erhabene Vorsteher, alt האלוף הנעלה זקן
[3] und angesehen, d(er bedeutende) M(ann), d(er Herr), u(nser) M(eister) ונשוא פנים ה“ה הר“ר
[4] Esriel Jehuda, עזריאל יהודה
[5] Sohn d(es Herrn), u(nseres) M(eisters Jona בן הר“ר יונה
[6] Ritter. ריטטער
[7] 15. Tevet 646 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ט“ו טבת תרמו לפ“ק
[8] Ein Mann, tatenreich und gute Werke (übend), איש רב פעלים וטוב מעללים
[9] Wahrheit und Gerechtigkeit liebte er und er ging auf dem Weg der Gerechten. אמת וצדק אהב והלך בדרך ישרים
[10] Dem Armen streckte er seine Hand entgegen und großzügig war er den gebrochenen Herzen gegenüber. לעני שלח ידו ונדב לבות נשברים
[11] Seine Wege waren schöne Wege und wie geachtet er in den Torhallen war! דרכיו דרכי נועם הלא נודע בשערים
[12] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens) תנצב“ה


Die deutsche Grabinschrift

Inschrift Leopold RitterD: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier ruht der Mann,
[2] der die Gemeinde und die Chewra
[3] kadischa mitbegründet hat.
[4] Herr Leopold Ritter.
[5] gest. 23. Dezember 1885.
[6] Friede seiner Asche!


Anmerkungen zur hebräischen Inschrift

Zeile 2/3: Jesaja 9,14 זקן ונשוא פנים.

Zeile 8: 2 Samuel 23,20; 1 Chronik 11,22 רב פעלים. Babylonischer Talmud, Traktat Berachot 18b beschreibt den „tatenreichen Mann“ als einen, der Taten für die Tora mehrte und sammelte. „Rav Pe’alim“ ist auch der Titel eines alphabetischen Indexes aller ihm bekannten Midraschim von Abraham ben Elijah von Wilna (ca. 1750 – 1808), Sohn des Gaon von Wilna (Warschau 1894, New York 1958/59, Tel Aviv 1967?).

Zeile 10: Genesis 35,5 כֹּ֚ל נְדִ֣יב לִבּ֔וֹ „jeder, der von seinem Herzen angetrieben wird“.

Zeile 11: Sprüche 3,17 דְּרָכֶ֥יהָ דַרְכֵי־נֹ֑עַם.

Sprüche 31,23 נוֹדָ֣ע בַּשְּׁעָרִ֣ים בַּעְלָ֑הּ „Ihr Mann ist in den Torhallen geachtet“.

Zeile 9-11: Das jeweils letzte Wort dieser Zeilen hängt in die nächste Zeile über, wird aber oben als eine Zeile gezählt!


Biografische Notizen

Leopold (Esriel Jehuda) Ritter, gest. 15. Tevet 646 = Mittwoch, 23. Dezember 1885.

Leopold Ritter war Mitbegründer der Grazer Israelitischen Corporation und der offizielle Käufer des Friedhofgrundstückes in Graz im Namen der Corporation.

Gerald Lamprecht

Vater: Jona Ritter


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Wachstein Bernhard – 15. Jänner 1935

Bernhard (Berel, Dov Ber ben Mose), 11. Schvat 695 = (Dienstag, 15. Jänner 1935) Der Grabstein befindet sich am Zentralfriedhof Tor IV. Die Grabinschrift Inschrift Bernhard Wachstein: Zeilengerechte Transkription und…

Bernhard (Berel, Dov Ber ben Mose), 11. Schvat 695 = (Dienstag, 15. Jänner 1935)

Der Grabstein befindet sich am Zentralfriedhof Tor IV.


Grabstein Bernhard (Dov Beer ben Mose) Wachstein, 11. Schvat 695 = Dienstag, 15. Jänner 1935

Grabstein Bernhard (Dov Beer ben Mose) Wachstein, 11. Schvat 695 = Dienstag, 15. Jänner 1935



Die Grabinschrift

Inschrift Bernhard Wachstein: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Er verstarb am 11. Schvat 695 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). נפטר ביום יא שבט שנת תרצה לפ“ק
[2] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[3] der MORENU Dov Ber, S(ohn des) H(errn) Mose מו“ה דוב בער ב“ר משה
[4] Wachstein, Direktor der Bibliothek וואכשטיין מנהל בית הספרים
[5] der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. של קהלת ישראל בוינא
[6] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצב“ה
[7] Er enthüllte die Geheimnisse einstiger Tage, גלה העלומות ימים עברו
[8] und deckte auf die Spuren vergangener Generationen. וחשף עקבות דורות נגוזו
[9] BERNHARD WACHSTEIN
[10] 19. Januar 1868 15. Jänner 1935


Biografische Notizen

Bernhard (Berel, Dov Ber ben Mose), geb. 18. oder 19. Jänner 1868 in Tluste, Galizien (Tovste, UA), gest. 11. Schvat 695 = Dienstag, 15. Jänner 1935 in Wien.
Wachstein war seit 1903 Bibliothekar in der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und wurde 1919 deren Direktor, eine Stelle, die er bis zu seinem Tod innehatte. Unter seiner Leitung erlebte die Bibliothek jedenfalls ihre Blütezeit.
Mehr über den bedeutenden Gelehrten Bernhard Wachstein finden Sie im Österreichischen Biographischen Lexikon.

Für Eisenstadt hat Bernhard Wachstein enorme Bedeutung, weil er 1922 das epochale Standardwerk „Die Grabschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt“ verfasste. Siehe dazu vor allem unser Projekt „Älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt„, das ohne die Arbeit von Wachstein praktisch undenkbar gewesen wäre.

Auf Anno findet sich ein ausführlicher Nachruf auf Regierungsrat Dr. Bernhard Wachstein.


Vater: Moses Wachstein
Mutter: Sura (Wachstein)

Ehefrau: Marie Weiss, Lehrerin, gest. 23. Februar 1977 in Passaic, NJ, USA (wie Sohn Maximilian, s.u.).

Sohn: Maximilian Wachstein, geb. 2. November 1905 in Wien, Pathologe, gest. 15. Jänner 1965 Passaic, NJ, USA
Tochter: Sophie (Sonja) Wachstein, geb. 25. Oktober 1907 in Wien, Dissertation „Der literarische Geschmack des Wiener Burgtheaterpublikums im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts“, 1938 Emigration nach England, später, 1944, in die USA, wo sie Sozialarbeit studierte, gest. 10. August 2001 in New York City, NY, USA.

Erwähnt werden muss ein Buch von Tochter Sonja: „Hagenberggasse 49: Erinnerungen an eine Wiener jüdische Kindheit und Jugend. Übersetzung aus dem Amerikanischen Dorothea Winkler. Wien: Böhlau, 1996″.


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Kobersdorf Chaja Sara – 07. März 1820

Chaja Sara KD (=Kobersdorf?), 21. Adar 580 = (Dienstag, 07. März 1820) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Lackenbach. Die Grabinschrift Inschrift Chaja Sara KD: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung…

Chaja Sara KD (=Kobersdorf?), 21. Adar 580 = (Dienstag, 07. März 1820)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Lackenbach.


Grabstein Chaja Sara Kobersdorf(?), 21. Adar 580 = Dienstag, 07. März 1820

Grabstein Chaja Sara Kobersdorf(?), 21. Adar 580 = Dienstag, 07. März 1820



Die Grabinschrift

Inschrift Chaja Sara KD: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פט
[2] die teure Frau, האשה היקרה
[3] Frau Chaj(a) Sara, E(hrefrau des) e(hrbaren Herrn) מרת חי שרה אכ
[4] Mose Löb KD, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). משה ליב קד זל
[5] I(hre Seele) g(ing hinweg) am Tag 3 (= Dienstag), 21. Adar ינ יום ג כא אדר
[6] 580 n(ach der kleinen Zeitrechnung). I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תקפל תנצבה


Anmerkung

Zeile 4: קד Abkürzung könnte für „Kobersdorf(er)“ stehen. Natürlich kommen auch andere Auflösungen der Abkürzung in Frage wie Klausdorf etc.


Biografische Notizen

Chaja Sara Kobersdorf(?), gest. 21. Adar 580 = Dienstag, 07. März 1820

Ehemann: Mose Löb KD (= Kobersdorf?)


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Josel, Sohn von Manis – 11. Jänner 1778

Josel, Sohn von Manis, 12. Tevet 538 = (Sonntag, 11. Jänner 1778) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Lackenbach. Die Grabinschrift Inschrift Josel 1778: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1]…

Josel, Sohn von Manis, 12. Tevet 538 = (Sonntag, 11. Jänner 1778)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Lackenbach.

Grabstein Josel, Sohn von Manis, 12. Tevet 538 = Sonntag, 11. Jänner 1778

Grabstein Josel, Sohn von Manis, 12. Tevet 538 = Sonntag, 11. Jänner 1778


Die Grabinschrift

Inschrift Josel 1778: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] S(eine Seele) g(ing hinweg) am Tag 1 (= Sonntag), 12. Tevet 538 n(ach der kleinen Zeitrechnung). ינ ביום א יב טבתקלח ל“
[2] H(ier ist) b(egraben) פ“נ
[3] ein rechtschaffener Mann, der untadel(ig) wandelte. איש ישר הולך תמי“
[4] I(n der) S(ynagoge) war er frühmorgends und spätaben(ds). בב“הכ“ העריב והשכי“
[5] Er übte Gerechtigkeit all seine Tag(e). ופועל צדק כל הימי“
[6] D(er angesehene) H(err), der Teure, der Erhabene, H(err) ה“ה היקר הנעלה ר“
[7] Josel, S(ohn d(es ehrbaren Herrn) Manis, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). יוזל ב“כ מניס ז“ל
[8] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תקפל תנצבה


Anmerkung

Zeile 1: Das finale Tav von Tevet ist gleichzeitig das initiale Tav der Jahreszahl (Zahlenwert: 400). Ob das bewusst so geschrieben wurde oder passiert ist, lässt sich natürlich nicht mehr feststellen.

Die online verfügbare Gräberliste des jüdischen Friedhofes Lackenbach weist den 9. Jänner 1778 als Sterbetag aus. Hier liegt aber ein Lesefehler vor. Es heißt nicht י בטבת „am 10. Tevet“ (das wäre der 9. Jänner), sondern es heißt יב טבת „am 12. Tevet“, was vor allem die vorangehende Angabe des Sterbetages „Tag 1 = Sonntag“ belegt.

Zeile 3: Sprüche 28,18 הוֹלֵ֣ךְ תָּ֭מִים „Wer ohne Tadel einhergeht“. Vgl. auch Psalm 15,2. Babylonischer Talmud, Traktat Makkot 24a setzt den makellos Wandelnden mit Abraham gleich …הולך תמים זה אברהם… mit Verweis auf Genesis 17,1 „…er (der Herr) sprach zu (Abraham):…sei rechtschaffen“.


Biografische Notizen

Josel, gest, 12. Tevet 538 = Sonntag, 11. Jänner 1778.

Vater: Manis


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Mayer Jakob – 10. September 1891

Jakob Mayer, 07. Elul 651 = (Donnerstag, 10. September 1891) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz, Anfrage (und auch die Fotos) von Frau Dr.in K.HT. Die hebräische Grabinschrift…

Jakob Mayer, 07. Elul 651 = (Donnerstag, 10. September 1891)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz, Anfrage (und auch die Fotos) von Frau Dr.in K.HT.



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Jakob Mayer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) b(egraben) פ“ק
[2] ein Mann von verständigem Geist und freizügigem Herzen, איש יקר רוח ונדיב לב
[3] alt und satt an Jahren, זקן ושבע ימים
[4] der MORENU (= unser Lehrer und unser Meister, der Herr) Jakob Mayer. מוה יעקב מאיער
[5] Er starb in gutem Namen am 7. Elul 651 n(ach der kleinen Zeitrechnung). וימת בשם טוב ז אלול תרנא ל“
[6] Jakob ging seines Weges bis zum Land des Lebens. יעקב הלך לדרכו לארץ החיים
[7] Im Alter von 80 Jahren stieg dein Geist in den Himmel auf. בן שמנים שנה עלתה רוחך לשמים
[8] Viele von denen, die dich kannten und deine Verwandten werden an deinem Grab weinen. רבים מיודעיך ומכיריך יבכו על קברך
[9] Die Bedürftigen deines Volkes vergießen stets Tränen über deinen Tod. אביוני עמך יזלו דמעות תמיד על מותך
[10] Dein Gedächtnis möge auf ewig eingemeißelt sein mit eisernem und bleiernem Griffel וזכרתך חקוק לעד בעט ברזל ועופרת
[11] im Herz deiner ganzen Familie zum Ruhm und zur Ehre. בלב כל בית משפחתך לשם ולתפארת
[12] Dein Licht möge ihnen leuchten und auf ihre Häupter eine Krone setzen. ונרך יאיר להם וישים על ראשם עטרת
[13] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[14] Der Name seiner Mutter war Rebekka. שם אמו רבקה


Anmerkung

Zeile 2: Sprüche 17,27 וקר־[יְקַר־] ר֝֗וּחַ „verständiger Mann“.

Zeile 3: Genesis 35,29; Ijob 42,17 ושבע ימים; ähnlich 1 Chronik 23,1.

Zeile 4: Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 5: Vgl. Babylonischer Talmud, Traktat Berachot 17a „…Heil dem, der … mit gutem Namen gestorben ist …“ ‎…אשרי…שנפטר בשם טוב; vgl. auch babylonischer Talmud, Traktat Avot II,8 „…hat er einen guten Namen erworben, hat er etwas für sich erworben“ …קנה שם טוב, קנה לעצמו…. Der gute Name kommt im Gegensatz zu allen anderen geistigen und sittlichen Gütern fast ausschließlich dem Besitzer zugute und bleibt auch nach dem Tod sein Eigen (Hirsch Samson Raphael, Siddur. Israels Gebete, Zürich-Basel 1992, 443); s. auch Avot IV,7 „… Drei Kronen gibt es: die Krone der Tora, die Krone des Priestertums und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber erhebt sich über sie“ ‎‏‏ … שלשה כתרים הן: כתר תורה וכתר כהונה וכתר מלכות: וכתר שם טוב עולה על גביהן.

Zeile 6: „ins Land des Lebens“. Der Hintergrund der Formulierung sind zweifellos die „Masei Baal Shem Tov“ („die Reisen des Baal Shem Tov“), Masei 1,1, wo es heißt:
ואחר כך נוסע ממסע למסע עד בואו לארץ החיים העליונה „Und danach reist er (der Mensch) von einem Ort zum anderen, bis er das himmlische Land des Lebens erreicht“ (also die zukünftige Welt, die dem Land Israel entspricht).

Dahinter steht die Vorstellung des Baal Shem Tov, dass die Reisen der Israeliten, die in Numeri 33,1 erwähnt werden (אֵ֜לֶּה מַסְעֵ֣י בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֗ל אֲשֶׁ֥ר יָצְא֛וּ מֵאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם לְצִבְאֹתָ֑ם בְּיַד־מֹשֶׁ֖ה וְאַהֲרֹֽן׃ „Das sind die Reisen (Wegstrecken) der Israeliten, als sie aus Ägypten unter der Führung von Mose und Aaron, nach Abteilungen geordnet, auszogen.“), insgesamt 42 Reisen sind und dem Leben jedes Menschen entsprechen, vom Moment der Geburt bis zum Tag des Todes. Das wird meist so verstanden, dass die Geburt des Menschen, also das Verlassen des Mutterleibes dem Auszug der Israeliten aus Ägypten entspricht…, siehe auch mehr Infos zu den Masei des Baal Shem Tov.

Zeile 10: Jeremia 17,1 und Ijob 19,24 בעט ברזל; und Ezechiel 27,12 בַּרְזֶל֙ בְּדִ֣יל וְעוֹפֶ֔רֶת „Eisen, Zinn und Blei“.

Zeile 11: Siehe Deuteronomium 23,19 לתהלה ולשם ולתפארת „zum Lob, zum Ruhm und zur Ehre“.

Zeile 6 horizontal und Zeile 6-12 vertikal Akrostycha: In Zeile 6 das 1. Wort horizontal und in den Zeilen 6-12 vertikal ergeben jeweils die ersten Buchstaben der Zeile und in Zeile 12 der 2. Buchstabe der Zeile den hebräischen Vornamen des Verstorbenen sowie den Vornamen seines Vaters (Jakob ben Reuven = Ruben).

Auf die Transkription der deutschen Grabinschrift am Sockel 1 und 2 wird hier verzichtet.


Biografische Notizen

Jakob Mayer, gest. 07. Elul 651 = Donnerstag, 10. September 1891 mit 80 Jahren.
Mayer war langjähriger Geschäftspartner und Freund von Benedict Biller sowie Mitbegründer der Israelitischen Kultusgemeinde Graz.

Vater: Ruben Mayer
Mutter: Rebecca (Rivka) (Mayer)


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Genisa-Fragment Kobersdorf „verschwunden“ ?!

Das historisch einzigartige Genisa-Grabsteinfragment ist vom jüdischen Friedhof Kobersdorf verschwunden. Niemand wurde vorab oder auch nach dem Abtransport des Fragments informiert. Es liegt in der Garage des ehemaligen Bürgermeisters von…

Das historisch einzigartige Genisa-Grabsteinfragment ist vom jüdischen Friedhof Kobersdorf verschwunden. Niemand wurde vorab oder auch nach dem Abtransport des Fragments informiert. Es liegt in der Garage des ehemaligen Bürgermeisters von Kobersdorf (so seine eigene Aussage am Telefon am 14. November um 14.26h mir gegenüber). Angeblich, weil das Fragment restauriert werden soll.

In jedem Fall stellt sich die Frage, warum dieses so bedeutende Fragment nicht in der ehemaligen Synagoge zwischengelagert wird und warum nicht entsprechende Gespräche vorher stattfanden.

Ich selbst war am Sonntag vor einer Woche anlässlich einer Führung am jüdischen Friedhof und war über das Fehlen des Fragments extrem geschockt.

Ich halte den schlampigen Umgang mit historisch einzigartigen Kulturgütern für ausgesprochen verantwortungslos. Eine Sanierung des Fragments halte ich überdies erst für angezeigt, wenn die untere Hälfte des Grabsteines gefunden wird.

Angemerkt muss hier noch werden, dass dieses Genisa-Grabsteinfragment seit 1945 physisch nicht lokalisiert, geschweige denn geborgen wurde. Auch im Zuge der Renovierungsarbeiten am jüdischen Friedhof Kobersdorf von 2014 bis 2018 wurde das Fragment nicht sachgerecht geborgen, sondern nach Abschluss der Arbeiten ohne (!) Standortnummer auf einen Steinhaufen mit kleinen Grabsteinfragmenten geworfen. Ende 2019 habe ich das Fragment dort entdeckt und die dramatischen Hintergründe dazu auch umgehend (erst)publiziert.

Grabsteine und Grabsteinfragmente an der Mauer des jüdischen Friedhofes Kobersdorf

Grabsteine und Grabsteinfragmente an der Mauer des jüdischen Friedhofes Kobersdorf



Bis zur Klärung dieser sehr unangenehmen und ärgerlichen Sache bleiben daher alle Artikel zum jüdischen Kobersdorf, auch meine Erstpublikation des Genisafragments vom 30. November 2019 hier in der Koscheren Melange, offline.

Ich bitte um Verständnis.

Siehe auch meinen Facebookeintrag vom 17. November.


Johannes Reiss, am 25. November 2022.

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