Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Cheder

Mattersdorfer Hani, geb. Pollak – 26. November 1869

Dieses Grabsteinfragment befindet sich in der vergangene Woche, am 30. April 2022, eröffneten Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Stadt Schlaining. Es dient dort als Illustrationsobjekt zum Thema „jüdischer Friedhof“ und…

Dieses Grabsteinfragment befindet sich in der vergangene Woche, am 30. April 2022, eröffneten Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Stadt Schlaining. Es dient dort als Illustrationsobjekt zum Thema „jüdischer Friedhof“ und hat keine „Objekt“beschriftung.

Dieses jüdische Grabsteinfragment ist aber ist keine Theaterrequisite, sondern ein Teil, und zwar der wesentliche, des Grabsteins einer jüdischen Frau, die in Schlaining verheiratet war, gelebt hat und gestoben ist und auch am jüdischen Friedhof von Schlaining begraben liegt (auch wenn wir nicht sicher wissen, wo dieser Friedhof war bzw. ist).

Es ist das Fragment des Grabsteins von Hani Mattersdorfer, die als Hani Pollak 1803 in Mattersdorf geboren ist, wo ihr Vater, ein gelehrter Mann, Steuerberater und Bürgermeister der jüdischen Gemeinde war. Geheiratet hat Hani auch einen Mattersdorfer Juden, den Heinrich Mattersdorfer, der später in Schlaining ein überaus einflussreicher Mann war. Aber auch Hani, die als „Krämers Gattin“ bezeichnet wird, war selbst eine angesehene, bedeutende Frau und muss wohlhabend gewesen sein. Heinrich Mattersdorfer starb 1872 in Schlaining an Nervenfieber, seine Frau Hani, deren Grabsteinfragment wir haben, starb schon drei Jahre früher, am 26. November 1869 an Brustkrebs.

Die Mitzwa, Kavod Hamet, ist die Achtung der Würde des Toten und dazu gehört es, das Grab eines Toten, einer Toten, zu kennen. Wenn wir auch das Grab dieser konkreten toten jüdischen Frau, Hani Mattersdorfer, leider nicht kennen: Es ist unsere ‒ nicht nur religiöse ‒ Pflicht, und das mindeste, was wir tun können, ihren Grabstein aus der Anonymität zu holen und ihr somit ihren Namen zurückzugeben.


Hani (Sara Chana) Mattersdorfer, geb. Pollak, 22. Kislew 630 (= Freitag, 26. November 1869)

Das Grabsteinfragment befindet sich in Stadtschlaining.

Grabsteinfragment Schlaining, Hani (Sara Chana) Mattersdorfer, geb. Pollak, 22. Kislew 630 = Freitag, 26. November 1869

Grabsteinfragment Schlaining, Hani (Sara Chana) Mattersdorfer, geb. Pollak, 22. Kislew 630 = Freitag, 26. November 1869



Die Inschrift

Inschrift Hani Mattersdorfer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] […] die Wohltätige, Frau […] הצדקת מרת
[2] Sara [Chana]h שרה [חנ]ה
[3] [Tochter des MOREN]U Israel Pollak. [בת מו“]ה ישראל פאללאק
[4] […] a(us) M(atters)d(orf), Ehefrau [des Teuren], […] ממד אשת [היקר]
[5] [des Vornehme]n, [des Meisters] Meir Hersch, [הקצי]ן [הרב] מאיר הרש
[6] […] Jakab [M(atters)d(orfer)] […] […]ה יאקב [מט“ד] […]


Anmerkungen

Große Teile der Inschrift sind heute nur mehr mit großer Unsicherheit oder gar nicht mehr lesbar. Vielen Dank an Claudia Markovits Krempke, Israel, für das Gegenlesen. Carole Vogel, New Jersey, und Yitzchoq Stroh, Brooklyn, danke ich für die große Hilfe in der Biografie von Hani Mattersdorfer.
Gert Polster danke ich ebenfalls für die biografischen Hinweise (Judenkonskription 1848, s.u.).

Zeile 3: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeilen 4/5: Alternative Lesung (Claudia Markovits Krempke): „[…] a(us) M(atters)d(orf), die die (Zeile 5) [Ehefrau] des Herrn Meir Hersch war“ […] ממד אשר היתה (5) [אשת הקצי]ן [הרב] מאיר הרש.

Zeile 5: Das sehr unsicher zu lesende und daher ohnehin in eckigen Klammern stehende הרב „der Rabbiner“, eventuell „der Meister“, mag nicht so recht zum biografischen Eintrag „Krämers Gattin“ passen.


Biografische Notizen

Hani (Sara Chana) Mattersdorfer, geb. Pollak ca. 1803 in Mattersdorf, „Krämers Gattin“, gest. 22. Kislew 630 = Freitag, 26. November 1869 in Schlaining an Brustkrebs, begraben am jüdischen Friedhof in Schlaining

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Hani Mattersdorfer, geb. Pollak, 22. Kislew 630 = Freitag, 26. November 1869

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Hani Mattersdorfer, geb. Pollak, 22. Kislew 630 = Freitag, 26. November 1869



Der Eintrag im Chevra Kadischa Buch von Mattersdorf bezeichnet Chana als „Ketzina jekara“ הקצינה היקרה, also als teure Einflussreiche, als Frau eines „Katzin“, und als „Chaschuva“ החשובה, als „Bedeutende“, sprich, Hani Mattersdorfer muss eine wohlhabende, angesehene Frau gewesen sein. Weiters weist sie der Eintrag als Tochter des Rabbinischen MORENU Israel Mihály und seiner Frau Milka aus:

Vater: Mihaly (Israel) Pollak (er selbst verwendet gelegentlich den Namen Israel Mihaly), geb. ca. 1765, Steuerbeamter, Bürgermeister der jüdischen Gemeinde Mattersdorf von 1821-1823. Bis 1817 scheint Israel Pollak nicht in Mattersdorf auf. Um diese Zeit war er jedenfalls verheiratet und hatte Kinder, die bereits das Erwachsenenalter erreicht hatten. Möglicherweise stammte er aus Mihályi (Ungarn).

Meir Israel Pollak war gebildet und trug den MORENU-Titel (s.o. Anmerkung zu Zeile 3). Er starb am 26. Februar 1824. Das wissen wir von einem Eintrag im Chevra Kadischa-Buch Mattersdorf, in dem eine Spende seiner Tochter Glückel an die Chevra Kadischa erwähnt wird. In anderen Einträgen erfahren wir, dass seine Mutter Malka hieß und seine Frau Milka, aber als Mali Pollak im Sterbebuch Mattersdorf eingetragen ist:

Mutter: Milka = Mali Pollak, gestorben 11. März 1835 in Mattersdorf

Eintrag Sterbebuch Mattersdorf, Mali Pollak, 11. März 1835

Eintrag Sterbebuch Mattersdorf, Mali Pollak, 11. März 1835



Das Ehepaar Israel Mihály Pollak und Hani Pollak hatte 5 Kinder, darunter Glückel (s.o.) und unsere Hani (Sara Chana).

Ehemann (von Hani): Heinrich (Mayer/Meir Hersch/Hirsch) Mattersdorfer, geboren ca. 1802 in Mattersdorf, Sohn der Nucha, gestorben 27. Cheschvan 633 (= 28. November 1872) in Schlaining an Nervenfieber.

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Heinrich Mattersdorfer, 28. November 1872

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Heinrich Mattersdorfer, 28. November 1872



Sowohl den Namen seiner Mutter als auch seinen Geburtsort (und selbstverständlich den Jahrzeittag) erfahren wir im Chevra Kadischabuch von Schlaining. Mayer Mattersdorfer wird in diesem Eintrag im Chevra Kadischabuch als „Katzin“ קצין, also als Einflussreicher, bezeichnet:

In der Konskription von 1848 finden wir Hani Mattersdorfer mit ihrem Ehemann Hirschl und der Adoptivtochter Juli (ungarisch: „fogadott leánya“):

Konskription 1848 Schlaining

Konskription 1848 Schlaining


Siehe auch das zweite Grabsteinfragment von Schlaining: Leopoldine / Elenora (Lina, Lewia) Heinrich, geb. Kohn, gest. 30. Juli 1881.


1 Kommentar zu Mattersdorfer Hani, geb. Pollak – 26. November 1869

Heinrich Leopoldine / Elenora (Lina), geb. Kohn – 30. Juli 1881

Die Grabinschrift Das Grabsteinfragment befindet sich im Tourismusbüro in Stadtschlaining. Die Inschrift Inschrift Levia Heinrich: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Ihre Seele ging hin[weg] [יצ]אה נשמתה [2] a[m] h(eiligen) Sch(abbat),…

Die Grabinschrift

Das Grabsteinfragment befindet sich im Tourismusbüro in Stadtschlaining.

Grabsteinfragment Lewiah Heinrich, 4. Menachem Av 641 = Samstag, 30. Juli 1881

Grabsteinfragment Lewiah Heinrich, 4. Menachem Av 641 = Samstag, 30. Juli 1881, Foto: Werner Glösl



Die Inschrift

Inschrift Levia Heinrich: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Ihre Seele ging hin[weg] [יצ]אה נשמתה
[2] a[m] h(eiligen) Sch(abbat), 4. Menachem Av 641 [n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung), [ב]שק ד מנחם אב תרמא [לפק]
[3] um sich zu bergen unter den Schwingen der Einwohnung. לחסות תחת כנפי השכינה
[4] [Du kamst] zu(m) […] [באת] אל [הט…] […פ]
[5] wegen deiner Gerechtigkeit und deiner Liebeswerke […]. יען אשר צדקה וחסד […]
[6] […] […ת…] […א…] […ע…ה…] […ים]
[7] das Gute, das du auf Erden getan hast, [und] im Himmel הטוב בארץ עשית [ו]בשמים
[8] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens) תנצבה


Anmerkungen

Die Lesung der gesamten Inschrift ist in höchstem Maße unsicher. Vielen Dank an Claudia Markovits Krempke, Israel, für das Gegenlesen und an Gert Polster für die biografischen Hinweise (Judenkonskription s.u.).

Zeile 3: S. liturgisches Totengebet und vgl. babylonischer Talmud, Traktat Sanhedrin 96b u.a.

Zeile 7: Vgl. Psalm 135,6.

Biografische Anmerkungen

Leopoldine / Elenora (Lina) (Lewiah) Heinrich, geb. Kohn ca. 1801 in Kobersdorf, verwitwet, gest. 04. Av 641 = Schabbat, 30. Juli 1881 mit 80 Jahren an Altersschwäche in Schlaining.

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Lewiah Heinrich, 04. Av 641 = Schabbat, 30. Juli 1881

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Lewiah Heinrich, 04. Av 641 = Schabbat, 30. Juli 1881



Ehemann: Abraham Heinrich, geb. ca. 1790, gest. 26. Juli 1876 in Stadtschlaining

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Abraham Heinrich, 26. Juli 1876

Eintrag Sterbebuch Schlaining, Abraham Heinrich, 26. Juli 1876


Kinder aus der Ehe mit Abraham Heinrich:

Ignaz Heinrich, geb. ca. 1841, gest. 06. November 1917 in Szombathely

Barbara Betti Heinrich, geb. 10. Jänner 1843 in Stadtschlaining, verheiratet mit Heinrich Schlänger aus Güssing (Hochzeit: 23. Mai 1861 in Schlaining), Sohn des Leopold Schlänger und der Regi (Schlänger).

In der Konskription von 1848 findet sich Elenora Heinrich mit Ehemann Abraham, den gemeinsamen Kindern und den Kindern aus Abrahams erster Ehe:

Leopold Heinrich, geb. ca. 1813

Jakab Heinrich, geb. ca. 1823

Fülöp (Philipp) Heinrich, geb. ca. 1819

Konskription 1848 Schlaining

Konskription 1848 Schlaining


Siehe auch das zweite Grabsteinfragment von Schlaining, das sich seit 30. März 2022 als Objekt in der Ausstellung in der ehemaligen Synagoge von Schlaining befindet: Hani (Chana) Mattersdorfer, geb. Pollak, gest. 26. November 1869.


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Fürst Moritz – 31. Dezember 1905

Moritz / Moriz (Mose) Fürst, 03. Tevet 665 (= Sonntag, 31. Dezember 1905) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz. Die hebräische Grabinschrift Inschrift Mose Fuerst: Zeilengerechte Transkription und…

Moritz / Moriz (Mose) Fürst, 03. Tevet 665 (= Sonntag, 31. Dezember 1905)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz.


Grabstein Moritz (Mose) Fürst, 03. Tevet 665 = Sonntag, 31. Dezember 1905

Grabstein Moritz (Mose) Fürst, 03. Tevet 665 = Sonntag, 31. Dezember 1905, Foto: Gerald Lamprecht



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Mose Fuerst: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] ein Mann von reicher Einsicht, Zierde seiner Gemeinde, איש יקר רוח פאר עדתו
[3] ein Diadem seiner Familie und seiner Angehörigen, נזר משפחתו ובני ביתו
[4] der geehrte, e(hrenwerte) H(errr) Mose Fürst, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). כבוד כ“ה משה פירסט ז“ל
[5] Aus der Höhe wurden geschickt Zerstörung und Verderben, ממרום שולחו שוד ושבר
[6] um eine Bresche zu reißen in der Gemeinde. לפרוץ בעדה פרץ
[7] Eine große Sonne sank, Dunkelheit שמש גדולה באה, חשך
[8] und Sonnenfinsternis bedeckten die Erde. וערפל המה כסו ארץ
[9] Sie wehklagten über ihn und Tränen היו ספדו עליו ודמעות
[10] flossen über alle Wangen. יזלו על כל לחיים
[11] Es wandte sich ab unser Glanz und es schied aus פנה הודינו ונפרד מתוך
[12] der Gemeinde ein Vorkämpfer. הקהל איש חבנים
[13] Mose stieg auf und selbst ausgezeichnet, wandelte er ויעל משה נתעלה מעצמו הלך
[14] makellos und tat Recht an seinem Nächsten. תמים ופעל צדק בעמיתו
[15] Arme und Bedürftige ernährte er von seinem Brot, רשים ודלים האכיל מפתו
[16] und seine Gerechtigkeit füllte ihre leeren Hände. ומלא חפניהם צדקתו
[17] Eine Stütze für seine Gemeinde war er, als er ihr סעד לעדתו היה בהבנות להם
[18] ein prächtiges Bethaus baute. בית תפלה מפוארה
[19] Er mühte sich für seine Gemeinde, seine Söhne leitete er טרח בעד עדתו ובניו הדריך
[20] auf den geraden Weg. לדרך ישרה
[21] Seine Kraft wird auf ewig bestehen, seine Seele כחו לעד יקום ונשמתו
[22] möge im Bündel des Lebens eingebunden sein. תהי בצרור החיים צרורה
[23] Er verstarb mit 78 Jahren am נפטר בן ע“ח שנה יום
[24] [3.] Tevet 665 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). [ג] לחודש טבת תרס“ו לפ“ק
[25] Der Name seiner Mutter war Resl, a(uf ihr sei) d(er Frieden). שם אמו ריזל ע“ה
[26] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה

Die deutsche Grabinschrift

Inschrift Moritz Fuerst: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier ruht
[2] Herr
[3] MORIZ FÜRST
[4] Mitbegründer der hiesigen
[5] Cultusgemiende, deren vieljähriger
[6] Präses er gewesen. Unter seinem
[7] Präsidium wurde die Synagoge
[8] erbaut.


Anmerkungen

Zeile 2: Sprüche 17,27 וקר־[יְקַר־] ר֝֗וּחַ „verständiger Mann“.

Zeile 5: Sprüche 17,27 שֹׁ֖ד וָשֶׁ֥בֶר גָּדֽוֹל׃ „Verwüstung und großer Zusammenbruch“.

Zeile 7: Vgl. Kohelet 9,13 גַּם־זֹ֛ה רָאִ֥יתִי חָכְמָ֖ה תַּ֣חַת הַשָּׁ֑מֶשׁ וּגְדוֹלָ֥ה הִ֖יא אֵלָֽי׃ „Wohl sah ich die Weisheit unter der Sonne, groß kam sie mir vor“.

Zeile 8: Sowohl Artikel als auch nota accusativi wären wohl zu erwarten, vgl. Numeri 22,5: הִנֵּה כִסָּה אֶת עֵין הָאָרֶץ „siehe, es verdeckt den Blick auf das Land“.

Zeile 12: 1 Samuel 17,4.23 in Bezug auf Goliath: אִ֣ישׁ הַבֵּנַ֡יִם „der Einzelkämpfer, Vorkämpfer; im biblischen Kontext eben: der Riese“.

Zeile 13: Exodus 19,20 u.a. וַיַּ֥עַל מֹשֶׁ֖ה „Es stieg hinauf Mose“.

Zeile 13b/14a: Psalm 15,2 הוֹלֵ֣ךְ תָּ֭מִים וּפֹעֵ֥ל צֶ֑דֶק „Nur der schuldlos wandelt und Recht übt“.

Zeile 16: wörtl.: חפניהם „ihre hohlen Hände“. S. Exodus 9,8 u.a. מְלֹ֣א חׇפְנֵיכֶ֔ם „Füllt eure Hände voll“.


Biografische Notizen

Moritz / Moriz (Mose) Fürst, geb. 28. Juli 1828 in Güssing, von Beruf Wein- und Rohproduktenhändler, lebte seit 1850 in Graz und da zuständig, bemühte sich 1860 um unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für Juden in Graz und war Mitbegründer und mehrfacher sowie langjähriger Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Graz (zuletzt bis 1893), gest. 03. Tevet 665 = Sonntag, 31. Dezember 1905 an Pneumonie in der Annenstraße 42, Graz, begraben am 02. Jänner 1906 am jüdischen Friedhof Graz

Eintrag Sterbebuch Graz, Moriz Fürst, 31. Dezember 1905

Eintrag Sterbebuch Graz, Moriz Fürst, 31. Dezember 1905



Vater: Jacob Fürst

Ehefrau: Eleanora / Laura Fürst, geb. 26. September 1840 als Tochter von Josef und Regina Plan(n)er, geheiratet 1859, gest. 02. August 1917 an Leberkrebs in der Annenstraße 42, Graz, begraben 03. August 1917 am jüdischen Friedhof Graz.
Im Sterbeeintrag „verwitwet seit 24. 12. 1905“ ist natürlich falsch, ihr Ehemann starb am 31. Dezember 1905.

Eintrag Sterbebuch Graz, Laura Fürst, geb. Planner, 02. August 1917

Eintrag Sterbebuch Graz, Laura Fürst, geb. Planner, 02. August 1917


Kinder und Kindeskinder…: siehe Stammbaum auf geni.com


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Neufeld Ignatz – 06. April 1907

Ignatz (Nachum) Neufeld, 23. Nisan 667 (Schabbat Abend, 06. April 1907) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz. Die Grabinschrift Inschrift Ignatz Neufeld: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier…

Ignatz (Nachum) Neufeld, 23. Nisan 667 (Schabbat Abend, 06. April 1907)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz.


Grabstein Ignatz (Nachum) Neufeld, 23. Nisan 667 = Schabbat Abend, 06. April 1907

Grabstein Ignatz (Nachum) Neufeld, 23. Nisan 667 = Schabbat Abend, 06. April 1907



Die Grabinschrift

Inschrift Ignatz Neufeld: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] der geachtete und getreue Mann, reich האיש היקר ונאמן רב
[3] an Werken, auserwählt, geehrt. פעלים בוחר נכבד
[4] Er handelte alle seine Tage נשא ונתן כל ימיו
[5] in Treue, [d(er teure) M(ann), d(er ehrbare) H(err), H(err)] [ה“ה הה’ ה’]
[6] Nachum Neufeld. נחום נייפעלד
[7] Er starb am 23. und wurde begraben am מת ביום כ“ג ונקבר ביום
[8] 25. des Monats Nisan 667 n(ach der kleinen Zeitrechnung). כ“ה לירח ניסן תרסז ל“
[9] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[10] Ignatz Neufeld
[11] gest. am 7. April,
[12] im 65. Lebensjahr.
[13] 1907

Sockel

Inschrift Ignatz NeufeldS: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] O Vater schlummre sanft hiernieder
[2] Oft von uns beweint,
[3] Bis des Himmels Frieden
[4] Wieder uns vereint.


Anmerkungen

Zeile 2/3: 2 Samuel 23,20 רב פעלים.

Zeile 4/5: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a „In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‚Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben‘?…“ בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es „… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.“
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128)


Biografische Notizen

Ignatz (Nachum) Neufeld, geb. 20. Februar 1842 in Lackenbach, Hausierer, verheiratet, gest. 23. Nisan 607 = der 8. Pesachtag = Schabbat Abend, 06. April 1907 an Magenkrebs in Semriach (= Marktgemeinde in Graz Umgebung). Im Sterbebuch: 6. April, am Grabstein: 7. April, wohl weil offenbar vom hebräischen Datum errechnet ohne Berücksichtigung der Abendstunden, begraben am 25. Nisan 667 = Dienstag, 09. April 1907 auf dem jüdischen Friedhof Graz



Vater: Salo(mon) Neufeld, gest. 04. Dezember 1885, begraben am jüdischen Friedhof Graz

Mutter (sehr wahrscheinlich): Rosa/Rosina (Rachel) Neufeld, geb. Preis 1816, gest. 23. Oktober 1894, begraben auf dem jüdischen Friedhof Graz

Bruder (sehr wahrscheinlich): Karl/Carl (Koppel) Neufeld, gest. 07. November 1889, begraben auf dem jüdischen Friedhof Graz

Ehefrau: Marie Preis, geb. ca. 1851, „aus Lackenbach“, Tochter des Peter Preis, Handelsmann, und der Jeanette (Netty), geb. Deutsch (nicht im Geburtsbuch von Lackenbach gefunden. Der letzte Eintrag eines Kindes von Peter Preis und Netty Deutsch ist vom 05. Juli 1848, Tochter Saly. Möglicherweise waren die Eltern bei der Geburt von Marie schon wo anders hingezogen, mit „aus Lackenbach“ kann daher nur die Zuständigkeit gemeint sein), Heirat am 01. Juli 1873 in Graz, wh. Willendorf bei Neunkirchen

Eintrag Hochzeitsbuch Graz, Ignatz Neufeld und Marie Preis, 01. Juli 1873

Eintrag Hochzeitsbuch Graz, Ignatz Neufeld und Marie Preis, 01. Juli 1873




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Neufeld Rosa, geb. Preis – 23. Oktober 1894

Rosa/Rosina (Rachel) Neufeld, geb. Preis, 23. Tischre 655 (= Simchat Tora = Dienstag, 23. Oktober 1894) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz. Die Grabinschrift Inschrift Rosa Neufeld: Zeilengerechte…

Rosa/Rosina (Rachel) Neufeld, geb. Preis, 23. Tischre 655 (= Simchat Tora = Dienstag, 23. Oktober 1894)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz.


Grabstein Rosa (Rachel) Neufeld, 23. Tischre 655 = Dienstag, 23. Oktober 1894

Grabstein Rosa (Rachel) Neufeld, 23. Tischre 655 = Dienstag, 23. Oktober 1894



Die Grabinschrift

Inschrift Rosa Neufeld: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] Frau Rachel Neufeld, 23. מרת רחל נייפעלד כג
[3] Tischre 655 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). תשרע תרנה לפק
[4] Frau
[5] Rosa
[6] Neufeld
[7] geb. 1816, gest. 1894
[8] Friede ihrer Asche.


Biografische Notizen

Rosa/Rosina (Rachel) Neufeld, geb. Preis 1816, aus Lackenbach (wohl zuständig und nicht geboren), geh. ca. 1840 Salomon Neufeld, gest. 23. Tischre 655 = Simchat Tora = Dienstag, 23. Oktober 1894 mit 78 Jahren an Lungenödem und Bronchitis in Graz, Mariahilferg. 20, begraben am 25. Oktober 1894 auf dem jüdischen Friedhof Graz.

Eintrag Sterbebuch Graz, Rosa Neufeld, 23. Oktober 1894

Eintrag Sterbebuch Graz, Rosa Neufeld, 23. Oktober 1894



Ehemann (sehr wahrscheinlich): Salomon Neufeld, geb. ca. 1809, gest. 04. Dezember 1885, begraben am jüdischen Friedhof Graz

Söhne:

Karl/Carl (Koppel) Neufeld, geb. 08. Jänner 1849 in Lackenbach, gest. 07. November 1889, begraben am jüdischen Friedhof Graz

Ignatz (Nachum) Neufeld, geb. 20. Februar 1842 in Lackenbach, gest. 06. April 1907 in Graz, begraben am jüdischen Friedhof Graz


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Neufeld Salomon – 04. Dezember 1885

Salomon Neufeld, 26. Kislew 646 (2. Chanukkatag = Freitag, 04. Dezember 1885) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz. Die Grabinschrift Inschrift Salomon Neufeld: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1]…

Salomon Neufeld, 26. Kislew 646 (2. Chanukkatag = Freitag, 04. Dezember 1885)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Graz.


Grabstein Salomon Neufeld, 26. Kislew 646 = 2. Chanukkatag = Freitag, 03. Dezember 1885

Grabstein Salomon Neufeld, 26. Kislew 646 = 2. Chanukkatag = Freitag, 03. Dezember 1885



Die Grabinschrift

Inschrift Salomon Neufeld: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] [d(er) H(err), H(err)] Salomon Neufeld [הרר] שלמה נייפעלד
[3] [a(us der) h(eiligen jüdischen) G(emeinde)] Lackenbach. [מקק] לאקענבאך
[4] Seine Seele ging hinweg am V(orabend) d(es heiligen) Sch(abbat), dem 2. Tag יצאה נשמתו עשק ב
[5] [von] Chanukka 646 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). [ד]חנוכה תרמו לפק
[6] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[7] Hier ruht
[8] Herr
[9] Salomon Neufeld
[10] geb. 1809 gest. 1885
[11] gest. 4. Dezember 1885.
[12] Betrauert von seinen
[13] Hinterbliebenen.
[14] Friede seiner Asche!


Biografische Notizen

Salomon Neufeld, geb. ca. 1809, Hausierer aus Lackenbach, geh. ca. 1840 („verheiratet 45 Jahre“!), gest. 26. Kislew 646 =2. Chanukkatag = Freitag, 04. Dezember 1885 mit 75 Jahren an Lungenemphysem und Herzfehler in Graz, Marschallgasse 20 (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder), begraben am 06. Dezember 1885 auf dem jüdischen Friedhof Graz.

Eintrag Sterbebuch Graz, Salomon Neufeld, 04. Dezember 1885

Eintrag Sterbebuch Graz, Salomon Neufeld, 04. Dezember 1885



Ehefrau (sehr wahrscheinlich): Rosi/Rosina (Rachel) Preis, geb. ca. 1816, gest. 23. Oktober 1894, begraben am jüdischen Friedhof Graz

Söhne:

Karl/Carl (Koppel) Neufeld, geb. 08. Jänner 1849 in Lackenbach, gest. 07. November 1889, begraben am jüdischen Friedhof Graz

Ignatz (Nachum) Neufeld, geb. 20. Februar 1842 in Lackenbach, gest. 06. April 1907 in Graz, begraben am jüdischen Friedhof Graz


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