Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Kategorie: Cheder

Thorsch Juda Löbl – 15. Mai 1823

Juda (Abraham) Löb Thorsch, 05. Siwan 583 (= Donnerstag, 15. Mai 1823) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Goltsch Jenikau (Golčův Jeníkov) in Tschechien. Die Grabinschrift Inschrift Juda Thorsch:…

Juda (Abraham) Löb Thorsch, 05. Siwan 583 (= Donnerstag, 15. Mai 1823)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Goltsch Jenikau (Golčův Jeníkov) in Tschechien.

Grabstein Abraham Juda Löb Thorsch Halevi, 5. Siwan 583 = 15. Mai 1823, jüdischer Friedhof Goltsch Jenikau

Grabstein Abraham Juda Löb Thorsch Halevi, 5. Siwan 583 = 15. Mai 1823, jüdischer Friedhof Goltsch Jenikau, Foto: Wolf-Erich Eckstein



Die Grabinschrift

Inschrift Juda Thorsch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Der Rabbiner, der überragende Gelehrte, der MORENU Abraham Löb Thorsch Halevi, d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden), wurde geladen zum oberen הרב הגאון מוה’ אברהם ליב טהארש הלוי זצ“ל נתבקש בישיבה של
[2] Lehrhaus am Donnerstag, Vorabend von Schavu’ot „Juda, du (bist es), dich werden deine Brüder preisen“ (= 583) n(ach der kleinen Zeitrechnung). מעלה ביום ה“ ערב שבועות י“ה“ו“ד“ה א“ת“ה“ י“ו“ד“ו“ך“ ב“נ“י“ א“ח“י“ך“ ל’
[3] H(ier liegt) {Levitenkrug} b(egraben) פ {כד של לווים} נ
[4] Abraham kehre an seinen Ort zurück, alt und satt an Tagen. אברהם שב למקומו זקן ושבע ימים
[5] Kostbar in den Augen G(ottes), das ist sein Gedächtnis für alle Generationen. יקר בעיני יי זה זכרו לדור דורים
[6] Er war ein Schild für die ganze Gemeinde und die Gemeinschaft der Aufrechten. הוא היה מגן לכל קהל עדת ישרים
[7] Er lehrte Wissen und Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit und Geradlinigkeit. והורה דעת וצדק ומשפט ומישרים
[8] Er verhalf den Armen zum Recht und richtete in Gerechtigkeit die Darbenden. דן דין לעניים ושפט בצדק דלים
[9] Heulet! Wehe! Er ging von uns und stieg auf in den Himmel. הלילו הה! הלך מעמנו ועלה לשמים
[10] Dem Mann, dem diese (eigen) sind und lauter wohnt er in den Zelten. לאיש אשר אלה לו תם ויושב אהלים
[11] Seine Hände waren stark und sein Name war bekannt in den Toren. ידיו רב לו ושמו נודע בשערים
[12] Ihn priesen die Weisen und (alle), die ihn kannten. בו התפארו בעלי בינה ויודעים
[13] Er lehrte gute Urteilskraft und Erkenntnis und vermittelte alles in Annehmlichkeit. טוב טעם ודעת למד ושנן בנעימים
[14] Makellos lebte er, übte Gerechtigkeit und sprach wahrhaftig. הולך תמים ופעל צדק ודבר אמתיים
[15] Ein Frommer, der der Welt verloren ging, und ein Held unter Helden. אבד חסיד מן הארץ וגבור בגבורים
[16] Ein Hochgesang Gottes war in seiner Kehle und seine Stimme war angenehm. רוממות אל בגרונו ו[ק]ולו קול נעים
[17] Entsetze dich, Himmel, darüber, denn verloren für uns ist der Beste der Leviten. שמו שמים על זאת כי אבד ממנו מבחר הלוים
[18] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה“


Anmerkungen

Die in der Eulogie verwendeten Zitate weisen, was naheliegend ist, immer wieder auf die (hebräischen) Vornamen des Verstorbenen hin: Juda und Abraham. Der zweite Teil des letzten Satzes der Eulogie (Zeile 17) weist auf die levitische Herkunft von Juda Abraham Löb Thorsch hin.

Akrosticha:
Zeile 4: Das erste Wort der Zeile ergibt einen der hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Abraham).
Zeilen 5-17: Die Anfangsbuchstaben ergeben die weiteren hebräischen Vornamen und den Nachnamen des Verstorbenen (Jehuda Löb Thorsch).

Zeile 1: הגאון ist stark verderbt, ev. wurde einmal versucht die Gravur nachzuziehen, was allerdings misslang, oder Witterungseinflüsse verursachten die Verderbung.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Babylonischer Talmud, Traktat Baba Metzia 86a נתבקש בישיבה של מעלה.

Zeile 2: Die Jahreszahl wird mit einem Zitat aus Genesis 49,8 angegeben, allerdings fehlt im Originalzitat das בני. Möglich wäre eine bewusste biografische Anspielung, dann müsste das obige modifizierte Zitat mit „Juda, dir jubeln die Söhne deiner Brüder zu“ (also die Neffen) übersetzt werden (ob Juda Abraham Löb Thorsch Brüder hatte, entzieht sich leider meiner Kenntnis). Allerdings glaube ich ohnehin, dass das בני schlicht ergänzt wurde, um die Jahreszahl ausdrücken zu können, und mit „Brüder“ sein familiäres Umfeld gemeint ist.

Zeile 4: Genesis 18,33 אברהם שב למקומו.

Genesis 35,29; Ijob 42,17 ושבע ימים; ähnlich 1 Chronik 23,1.

Zeile 5: Anspielung auf Psalm 116,15: „Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Frommen“ יקר בעיני יהוה המותה לחסידיו.
Das Tetragramm (Name Gottes) wird hier abgekürzt geschrieben mit 2x Buchstabe Jod יי und 1x Buchstabe Waw ו liegend, was hier nicht korrekt darstellbar ist. Der Zahlenwert der drei Buchstaben ist 26 und damit derselbe Zahlenwert wie das Tetragramm יהוה. Siehe auch dieselbe Schreibung (mit grafischer Darstellung und Erklärung) auf dem Torawimpel von Rabbi Akiba Eger.

Jesaja 51,8: דור לדורים.

Zeile 8: Angelehnt an Jeremia 22,16 „Er half dem Elenden und Armen zum Recht…“ דן דין עני ואביון… und Jesaja 11,4: „sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen…“ ושפט בצדק דלים….

Zeile 9: Ezechiel 30,2 הילילו הה.

Zeile 10: Genesis 38,25 לאיש אשר אלה לו. Es geht in der Genesisstelle um die Pfandgegenstände, die Juda seiner von ihm nicht erkannten Schwiegertochter Tamar gab. Dieses Zitat aus Genesis wird in Grabinschriften häufig verknüpft mit einem Zitat aus Rut 2,12, wo es heißt: „Der Herr…möge dein Tun vergelten und dich reich belohnen“. Sehr wahrscheinlich, dass an diese Verknüpfung der beiden Zitate auch hier gedacht wurde und konkret in der Inschrift ergänzt gehört: „Dem Mann, dem diese erwähnten Eigenschaften zu eigen waren“(, wird der Herr sein Tun vergelten und ihn reich belohnen).

Genesis 25,27: ויעקב איש תם ישב אהלים „Jakob war ein lauterer Mann und blieb bei den Zelten“. Der biblische Kontext macht klar, was in der Grabinschrift gemeint ist: Während der Bruder Esau auf die Jagd ging und ein Mann des freien Feldes wurde, blieb Jakob lauter in den Zelten (also zu Hause).

Zeile 11: Deuteronomium 33,7 ידיו רב לו, also wörtlich: „Seine (nämlich die des Juda!) Hände waren ihm genug“ mit der Bedeutung, dass er stark und mächtig war, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.

Sprüche 31,23 נודע בשערים.

Zeile 12: בעלי בינה „die Weisen, die Einsichtigen“, u.a. Zitat aus der Gebetsliturgie von Rosch Haschana.

Zeile 13: Psalm 119,66. Im Bibelzitat „…lehre mich“ טוב טעם ודעת למדני.

Zeile 14: Psalm 15,2 הולך תמים ופעל צדק, vgl. auch Sprüche 28,18. Babylonischer Talmud, Traktat Makkot 24a setzt den makellos Wandelnden mit Abraham gleich הולך תמים זה אברהם mit Verweis auf Genesis 17,1 „… er (der Herr) sprach zu ihm (Abraham): … sei rechtschaffen“. Selbstverständlich eine Anspielung auf den Vornamen „Abraham“ des Verstorbenen.

Zeile 15: Micha 7,2 אבד חסיד מן הארץ, wörtlich: „Verloren / verschwunden ist ein Frommer aus dem Land“.

Zeile 16: Psalm 149,6 רוממות אל בגרונם, im Psalm wörtlich: „…in ihrer Kehle“. Siehe auch babylonischer Talmud, Traktat Chagiga 13b.

אל als Ligatur von א und ל geschrieben.

Vgl. Psalm 68,34: הן יתן בקולו קול עז „der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme“.

Zeile 17: Jeremia 2,12: שמו שמים על זאת.

מבחר ist leicht verderbt, das Wort sieht aus wie מנחר. Allerdings sieht m.E. der Buchstabe נ aus, als wäre er nachgezogen oder hat zumindest Probleme beim Schreiben verursacht. Außerdem macht מנחר keinen Sinn, auch nicht mögliche Ergänzungen wie מנחת הלוים („Opfer der Leviten“).


Biografische Notizen

Juda Abraham Löb Thorsch, Handelsmann bzw. Tabakverleger in Przelautsch, geb. ca. 1735, aus Goltsch Jenikau (Golčův Jeníkov) in Tschechien, gest. 05. Siwan 583 = Donnerstag, 15. Mai 1823 mit 88 Jahren an Wassersucht in Haus Nr. 5.

Ehefrau(en) und Kinder siehe Eintrag auf geni.com.

Eintrag Sterbebuch Goltsch Jenikau, Juda Löb Thorsch, 15. Mai 1823

Eintrag Sterbebuch Goltsch Jenikau, Juda Löb Thorsch, 15. Mai 1823


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Hirschl Salomon Löb – 01. Jänner 1897

Salomon Löb Hirschl, 27. Tevet 657 (= Freitag, 01. Jänner 1897) Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Kobersdorf Die Grabinschrift Inschrift Salomon Hirschl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] Hier…

Salomon Löb Hirschl, 27. Tevet 657 (= Freitag, 01. Jänner 1897)

Der Grabstein befindet sich am jüdischen Friedhof Kobersdorf

Grabstein Salomon Löb Hirschl, 27. Tevet 657 = 01. Jänner 1897, jüdischer Friedhof Kobersdorf

Grabstein Salomon Löb Hirschl, 27. Tevet 657 = 01. Jänner 1897, jüdischer Friedhof Kobersdorf



Die Grabinschrift

Inschrift Salomon Hirschl: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier ist begraben ein betagter Mann, rechtschaffen und geehrt, d(er Herr) פה נקבר איש זקן ישר ונכבד ה
[2] Salomon Löb, שלמה ליב
[3] Sohn des selig(en) e(hrbaren) H(errn), H(errn) בן הנמו’ כהרר
[4] Meir Hersch Hirschl, a(uf ihm sei) d(er Frieden). מאיר הרש הירשל ע“ה
[5] Er verstarb a(m) 27. Tevet 657 n(ach der kleinen Zeitrechnung) נפטר בי’ כ“ז טבת תרנז ל“
[6] und wurde begraben am 29. daselbst. ונקבר ביום כ“ט בו
[7] Vollständig kehrt seine Seele zurück in die Höhen, שלמה נשמתו חזרה למרומים
[8] daher wird sein Leib ruhen in Annehmlichkeit. לכן גויתו תנוח בנעימים
[9] Seine Hände hatte er in Redlichkeit den Armen entgegengestreckt, ידיו באמונה שלח לאביונים
[10] unter Jubel wird er (die Früchte) seiner vollkommenen Taten ernten. ברנה יקצור מעלליו התמימים
[11] Das Leben verließ er und wird sein auf ewig. החיים עזב ויהיה לעולמים
[12] D(er Name) s(einer Mutter) war Bila Judit. וש“א בילא יהודית


Anmerkungen

Zeile 7: Selbstverständlich ein Wortspiel: Name Salomon שלמה bzw. „vollständig“.

Zeile 10: Es müsste eigentlich יקצור פרי מעלליו heißen.


Biografische Notizen

Salomon Löb Hirschl, gest. 27. Tevet 657 = Freitag, 01. Jänner 1897.
Leider (noch) nicht im Sterbebuch von Kobersdorf gefunden.

Vater (weiland): Meir Hersch Hirschl


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Chanukkia aus Speckstein 1891

Diese wunderschöne Chanukkia (Chanukka-Leuchter) wurde mit vielen anderen Fundstücken Anfang 2018 in bislang unbekannten Kellerräumen Malzgasse 16 in 1020 Wien entdeckt. Die Adresse war vor 1938 der Standort einer Talmud-Tora…

Diese wunderschöne Chanukkia (Chanukka-Leuchter) wurde mit vielen anderen Fundstücken Anfang 2018 in bislang unbekannten Kellerräumen Malzgasse 16 in 1020 Wien entdeckt.
Die Adresse war vor 1938 der Standort einer Talmud-Tora Schule, einer Synagoge sowie des 1895 gegründeten jüdischen Museums Wien.
Seit 1955 befindet sich an dieser Adresse die Talmud-Thora Volks- und Hauptschule Machsike Hadass, eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht.

Die Chanukkia ist Teil der Ausstellung „Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse“ im Haus der Geschichte, Wien (8. November 2019 -19. April 2020). Ebenfalls gefunden wurden u.a. 9 Grabsteinfragmente, deren Analyse Sie auch bei uns im Blog finden.

BesucherInnen der Ausstellung soll dieser Artikel die Möglichkeit geben, ausführlichere Informationen über das sehr schön gestaltete Datum, die den Rahmen einer Ausstellungsbeschriftung überschreiten würden, zu erhalten. (QR-Code bzw. URL dieses Artikels befinden sich in der Ausstellung beim Objekt).

Auf der Chanukkia befindet sich mittig ein Monogramm, das wir nicht entschlüsseln konnten. Wir hoffen daher auch, dass sich durch diesen Artikel vielleicht das Monogramm lösen lässt. Kommentare sind daher ausdrücklich erbeten und erwünscht.

Das Datum

Chanukkia aus Speckstein, 1891, Fundort: Malzgasse, Wien II, Foto: Klaus Pichler

Chanukkia aus Speckstein, 1891, Fundort: Malzgasse, Wien II, Foto: Klaus Pichler



Rechts oben: בשנת „Im Jahr(e)“.
Über dem Löwen: להדליק נר של חנוכה „zu entzünden das Licht von Chanukka“.

Diese Zeile ist ein Teil des ersten Satzes des Segens, der vor dem Entzünden der Chanukkalampe(n) gesprochen wird:

בָּרוּךְ אַתָּה יְהֹוָה אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם אֲשֶׁר קִדְּשָׁנוּ בְּמִצְוֹתָיו וְצִוָּנוּ לְהַדְלִיק נֵר (שֶׁל) חֲנֻכָּה.
„Gepriesen seist Du, G’tt, unser Herr, König der Welt, der uns geheiligt hat durch seine Gebote und uns aufgetragen hat zu entzünden das Licht von Chanukka.“

Wir lesen von rechts nach links:
Über dem 3. (Dalet ד), 4. (Lamed ל), 5. (Jod י), 6. (Kof ק), 8. (Resch ר), 9. (Schin ש) und 11. (Chet ח) hebräischen Buchstaben befindet sich jeweils ein Punkt, über dem 2. Buchstaben (He ה) befinden sich 3 Punkte.

Jeder hebräische Buchstabe hat einen Zahlenwert und das jüdische Datum wird insbesondere im religiösen und kultischen Kontext praktisch ausschließlich mit hebräischen Buchstaben angegeben, deren einzelne Zahlenwerte zusammengezählt werden.

Hier die Zahlenwerte in der Reihenfolge der Buchstaben in der obigen Zeile:

He ה: 5
Dalet ד: 4
Lamed ל: 30
Jod י: 10
Kof ק: 100
Resch ר: 200
Schin ש: 300
Chet ח: 8

Da das He ה 3 Punkte hat, ist der Zahlenwert nicht 5, sondern muss als „Tausender“, also 5000, gelesen werden!

Die Zahlenwerte der Buchstaben mit einem Punkt haben die Summe 652. Das jüdische Jahr ist somit 5652.

Ein jüdisches Jahr wird meistens mit der sogenannten „kleinen Zeitrechnung“ angegeben, also ohne Tausender. Oft findet man dann nach dem Datum den Zusatz „nach der kleinen Zeitrechnung“ לפ“ק („lifrat katan“, wie etwa hier Zeile 12; vergleiche auch beim bürgerlichen Datum die Schreibung 19 statt 2019). Wird die „große Zeitrechnung“ angegeben, also mit dem Tausender, findet man gelegentlich danach den Zusatz „nach der großen Zeitrechnung“ לפ“ג („lifrat gadol“, wie etwa hier auf den Tallitecken).

Das jüdische Jahr wird auf unserer Chanukkia also mit der „großen Zeitrechnung“ angegeben: 5652. Das jüdische Jahr 5652 ist, auf den ersten Blick, das bürgerliche Jahr 1892 (jüdisches Jahr 5000 = bürgerliches Jahr 1240; 1240 + 652 = 1892).

Allerdings beginnt das jüdische Jahr bekanntlich immer am 1. Tischre, der in den September/Oktober fällt. Daher sind die Monate Tischre und die ihm folgenden Monate Cheschwan, Kislew und teilweise auch der Monat Tevet noch im „alten“ bürgerlichen Jahr, aber schon im „neuen“ jüdischen Jahr.

Chanukka beginnt immer am 25. Kislew, dauert 8 Tage und endet am 2. Tevet. Chanukka 5652 war, umgerechnet, von 26. November 1891 bis 2. Dezember 1891.

Unsere wunderschöne Chanukkia aus Speckstein muss also auf Ende 1891 datiert werden.


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Steger Flora – 12. April 1928

Flora / Fani (Feigele) Steger, 22. Nisan 688 (= Thursday, 12 April 1928) Location of the grave: Jewish Cemetery in Dunajská Streda (Slovakia). Thanks to Tova Levi, Brooklyn, for the…

Flora / Fani (Feigele) Steger, 22. Nisan 688 (= Thursday, 12 April 1928)

Location of the grave: Jewish Cemetery in Dunajská Streda (Slovakia). Thanks to Tova Levi, Brooklyn, for the picture!


Grabstein / Gravestone Flora Steger-Goldstein, 12. April 1928, Dunajská Streda

Grabstein / Gravestone Flora Steger-Goldstein, 12. April 1928, Dunajská Streda



Die Grabinschrift / The grave inscription

Inschrift Flora Steger: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ere is) b(uried) פ“ט
[2] the distinguised and modest lady, האשה החשובה והצנועה
[3] Mrs. מרת
[4] Feigele Steger, פיגלא שטעגער
[5] m(y peace be) u(pon her). ע“ה
[6] from Eisenstadt, מאייזנשטאדט
[7] daughter of o(ur) m(aster) a(nd teacher) Aron Abraham, m(y his memory) b(e for a blessing). בת מהו אהרן אברהם ז“ל
[8] She passed away on the day after Pesach נפטרת ביום אסרי חג של פסח
[9] 688 b(y the small count). תרפח ל“
[10] Her days of her life were 75 years. יהו ימיה שבעים וחמש שנה
[11] The name of her mother was Resl, m(ay peace be) u(pon her). ושם אמה ריזל ע“ה
[12] M(ay) h(er soul) b(e bound) i(n the bundle) o(f the living). ת’נ’צ’ב’ה’


Explanatory Notes

Line 8: Must be אסרו and not אסרי.


Biographical Notes

Flora / Fani (Feigele) Steger, born 22 September 1849 in Eisenstadt, died 22 Nisan 688 = 12 April 1928 at 5am at age 73 (grave inscription wrong: 75 years!) senile decay in Dunajská Streda (Slovakia).

Father: Ahron (Abraham ben Gumperich Stampe) Gabriel, died 29 May 1849, buried on the old Jewish Cemetery in Eisenstadt
Mother: Theresia (Resl) Gabriel, died 29 Februrary 1888, buried on the younger Jewish Cemetery in Eisenstadt

Sisters:

Sarl Gabriel, died 02 September 1858, buried on the old Jewish Cemetery in Eisenstadt

Fradel Gabriel, died 04 August 1872, buried on the old Jewish Cemetery in Eisenstadt

Brothers:

Chajim Gabriel, died 16 April 1869, buried on the old Jewish Cemetery in Eisenstadt

Karl (Josef Efraim, Gumprech) Gabriel, died 10 June 1895, buried on the younger Jewish Cemetery in Eisenstadt

Husband: Leopold (Meir Löb) Steger, died 13 Juni 1890, buried on the younger Jewish Cemetery of Eisenstadt (see there for more informations about Flora and her family!)

Daughter from Leopold Steger und / and Flora Gabriel:

Teresa Steger-Goldstein, born 05 July 1890 in Eisenstadt, murdered 18 June 1944 in Auschwitz (Shoa-victim).


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